Einstimmigkeit in der Aufarbeitungskommission

Da saßen sie nun die Experten um den runden Tisch. einberufen von Kanzler Nehammer, um die wirklichen und auch sogenannten Corona-Schäden restlos aufzuklären, um herauszufinden, was da in den letzten drei Jahren gut oder falsch gemacht wurde, um dieselben Fehler nicht noch einmal zu machen, die Gräben, die in dieser Zeit entstanden waren, zuzuschütten und die Bevölkerung zu versöhnen.

“Moment einmal!”, sagte in diesem Augenblick Ministerialrat Auensteiner und ballte seine Hand zur Faust, um gleichzeitig mit seinen runden Brillengläsern und seinen weißen Bart, der ihn ein bißchen wie ein Weihnachtsmann aussehen ließ, väterlich freundlich in die Runde zu blicken.

“Moment einmal, Kollegen, um etwas klar zu stellen und in kein Mißverständnis hineinzulaufen! Meiner Meinung nach bräuchte es diese Kommission gar nicht, denn seien wir uns ehrlich, wir haben alles richtig gemacht und Millionen Menschenleben gerettet! Was hätten wir auch tun sollen als die Nachrichtenen aus Wuhan kam und die Bilder von Bergamo, als Impfdosen einkaufen, was, wie wir wissen, ohnehin nicht so einfach war, die Bevölkerung vor sich selbst schützen und den Notfallsplan ausrufen? Alles richtig und meinetwegen bräuchten wir gar nicht darüber diskutieren, was nur unnötiges Geld kostet, die Bevölkerung weiter berunruhigt und die Opposition, diese Rechten und Schwurbler, dazu anstachelt, weiter Öl ins Feuer, wie man an der blauschwarzen Regierung in St.Pölten sieht, zu schütten! Vollkommen unnötig, da einen Entschädigungsfond einzurichten, um den Menschen, die die Gesetze und den geforderten Meter Abstand nicht eingehalten haben, die gerechte Strafe, auch wenn sie sich jetzt als verfassungswidrig herausgestellt hat, zurückzuzahlen! Wie kommen denn die anderen dazu, die sich brav an die Vorschriften, auch wenn sie ihnen vielleicht unsinnig erschienen, gehalten haben? Die müssen sich durch eine solche Aktion doch verarscht und verhöhnt vorkommen! Also sollten wir das in unseren Protokoll vermerken!”, sagte er energisch und blickte das blonde Fräulein Stögermüller, das eifrig nickend vor ihren Laptip saß und dieses führen sollte, energisch an.

“Sehr richtig!”, war nun eine Stimme zu hören, die einer mittelalten dauergewllten Dame mit Brille und und einer zweireihigen Perlenkette, gehörte. Frau Professor Sieglinde Mayerhoff, die schon den früheren Kommissionen angehört hatte und außerdem noch den Vorsitz in einigen Pharmafirmen hatte.

“Sehr richtig, auch wenn der Kanzler sicher damit recht hat, daß man der unzufriedenen Bevölkerung, die sich, wie man immer hört, durch den Angriffskrieg in der Ukraine, den darauffolgenden Sanktionen und den Teuerungen, das Essen und die Heizkosten nicht mehr leisten kann, ein paar Brocken zu Beruhigung hinwerfen müssen, denn wenn die dann aufgehetzt, von den Blauen,, in ihren Frust, diese wählen und wir im nächsten Jahr, wenn die Wahlen kommen, vielleicht einen blauen Bundeskanzler haben, der uns schon einen Untersuchungsausschuß angedroht hat, wäre das auch nicht gut, nicht wahr!”, sagte auch sie energisch und blickte in dieser Art den Ministerialrat an, der nun seinerseits “Sehr richtig, Frau Kollegin!”, sagte, sich die Lippen leckte und nach dem bereitstehenden Wasserglas griff.

“Sehr richtig und was haben wir denn eigentlich aufzuarbeiten, wenn doch alles, wie eben festgestellt und hundertfach erwiesen, richtig war! Es gibt dringendere Probleme! Da bin ich Hunderpro ihrer Meinung, geschätzte Kollegin! Die Kinderarmut, die Teuerung, die Klimakrise und den Verlust der Werte der Sitten, wie man an den Schulen und ihren Lernergebnissen sehen kann! Die Kinder können nicht mehr richtig lesen! Haben alle Disziplin verloren, schlurfen in Jogginghosen herum, werfen mit Schimpfwörtern und vielleicht sogar mit Messern und Fäusten herum und die Lehrer können sie nicht mehr bändigen! Da waren doch die Lockdowns und die Schulschließungen ganz gut! Die Kinder sind zu Hause vor ihren Laptops gesessen, haben von ihren im Homeoffice werkenden Müttern überwacht, brav ihre Aufgaben gemacht! Die Straßen waren leer! CO2 wurde eingespart! Es hat Ruhe und Ordnung geherrscht, während es jetzt nichts als Ärger und Unruhe gibt! Klimakleber, die auf den Straßen sitzen und den Verkehr lahmlegen! Streikende Menschen vor den Sozialläden, weil sie sich das Essen nicht mehr leisten können, obwohl mit einiger Unterstüzung, die der Bundeskanzler in seinen Armutverhinderungskommisskionen anbietet, alles in wunderschönster Ordnung ist! Die Menschen sind geschützt und gesund! Die Pandemie haben wir durch unsere Maßnahmen hervorrangend in den Griff bekommen und wir haben sogar noch überzählige Impfdosen lagernd, die wir gar nicht brauchen können, obwohl-!”, sagte er jetzt, einen kurzen Moment ratlos wirkend und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.

“Obwohl das vielleicht ein Punkt wäre, den Sie in Ihrem Aufarbeitunsprotokollh vermerken können, liebes Fräulein Stögermüller! Die Impffreudigkeit der Bevölkerung läßt nach! Sie will sich einfach, durch die negative Propaganda wahrscheinlich aufgehetzt, nicht mehr freiwillig impfen lassen! Die Impfpflicht, die ich unter uns, für eine hervorragende Initiative hielt, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen, ist ja leider durch die Demonstrationen derSchwurbler gescheitert, nicht mehr immunisieren lassen, so daß die vorsorglich bestellten Impfdosen überblieben, was bei der Opposition wieder Widerstand erregte und einige kritische Zeitungsartikel zur Folge hatte, daß sie weggeweorfen werden müßen, was auch nicht gut ist und schlechte Stimmung erzeugen könnte! Dagegen müßte wir etwas machen und in unseren Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, daß es gut und wichtig wäre, die Impfbereitschaft zu erhöhen und vielleicht wieder eine diesbezügliche Kampagne starten, damit die Bevölkerung gut geschützt, satt und zufrieden nach dem Sommer in den Winter gehen kann und dann vielleicht auch die erhöhten Bezin und Heizungskosten geduldiger hinnimmt! Denn die Gesundheit, da wird mir die Frau Professor zustimmen, ist das Wichtigste! ist die Bevölkerung gut geschützt, wird sie vielleicht auch zufriedener! Die restlichen impfdosen werden ordnungsgemäß verwendet und aufgebraucht! Da kann sich dann kein aufmüpfiger Zeitungsfritze dagegen aufregen und wir haben unsere Pflicht und Schudigkeit getan, wenn Sie das so in ihrem Protokoll vermerken, Fräulein Stögermüller, können wir das dem Bundeskanzler als gewünschtes Resultat weitergeben und wir können essen gehen!Denn ich muß gestehen, geschätzte Kollegen und Kolleginnen, ich bin ein wenig hungrig und mein Magen knurrt! Die anstrengde Sitzung hat mich dazu gemacht! Aber jetzt ist alles geordnet und aufgearbeitet! Wir haben unsere Pflicht getan und alles gut unter Dach und Fach gebracht! Nicht wahr, geschätzte Kollegen, das meinen Sie doch auch!”, wiederholte er nochmals zufrieden. Sah in die Expertenrunde, die zustimmend nickten und schon ihre Unterlagen zusammenklappten und strich sich nochmals über seinen weißen Bart.

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