Gläserner Vorhang Ukraine

Der “Gläserne Vorhang” ist ja eine Veranstaltung der “Gesellschaft für Literatur”, wo Cornelius Hell immer ein paar interessante Ost-Autoren hervoholt. Bei Natalka Sniadanko bin ich das erste Mal dort gewesen und habe mir das besprochene Buch dann beim “Frick” um einen oder zwei Euro gekauft und noch nicht gelesen.

Das habe ich bei meinen “Ukraine-Schwerpunkt” vor, den ich eigentlich für heuer auf meine Leseliste gesetzt habe und heute ging es wieder um die Ukraine, beziehungsweise um ein Buch, das Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe herausgegeben haben “Aus dem Nebel des Krieges. Die Gegenwart der Ukraine” und das ist, bei “Suhrkamp”, erschienen, eine interessante Anthologie über die Situation im Kriegsgebiet und das Interessante daran ist, daß es lauter eher unbekannte Autoren enthält.

Also kein Juri Adruchowytsch, kein Andrej Kurkow oder Tanja Maltatschuko, sondern Filmemacher, Jurnalisten, Wissenschaftler und die 1984 in Poltawa geborene und jetzt in Berlin lebende Kateryna Mishchenko, die Germanistik studiert hat, war auch am Podium und hat mit Cornelius Hell das Buch vorgestellt, das den Nebel über den Ukrainekrieg und die Situation dort mit Originalbeiträgen offenbar erhellen sollte.

Darüber entspannte sich eine Diskussion und Kateryna Mishchenko hat ihren Beitrag daraus gelesen , wie sie mit ihrem Kind zuerst aus Kiew zur Großmutter flüchtete. Dann nach Berlin kam, wo sie die Krise mit sehr viel Arbeit, wie um Beispiel die Buchherausgabe zu bewältigen versucht.

Der Blick aus dem Fenster auf die Stadt kommt in den Text vor und die Kindergärtnerin, die in ihre Datscha flüchtete und dann erst recht in eine Kriegshandlung kam.

Weitere Beiträge stammen von einem Arzt, der, glaube ich, in Leipzig tätig ist und die Situation durch Fotos darstellte. Eine Russin hat auch darüber geschrieben und es gibt auch ein portrait der Stadt Mariuopol.

Ein interessantes Buch, das Cornelius Hell auch sehr zu Lesen empfahl, das ich mir, weil ich ja meinen Ukraine-Schwerpunt habe, nicht kaufte. Denn ich habe bekanntlich eine sehr umfangreiche Leseliste, wo noch einige Rezensionsexemplare darauf stehen, so daß ich zum Backlistlesen wahrscheinlich nicht sehr kommen werde, weil ich ab August wieder Buchpreis lesen werde.

“Die Radionacht” steht aber darauf und Serhij Zahands “Internat” das ich mirr einmal auf einen Literaturhaus-Flohmarkt kaufte und von Andrej Kurkow gibt es, glaube ich, auch ein neues Buch, das im Herbst erscheinen wird und das ich angefragt habe.

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