Hier wieder ein Eja Augustin Artikel, ein Versuch mein literarisches Leben in literarischer Form mit einem literarischen Alter Ego aufzuarbeiten und damit Gedankensplitter, Ideen und Alltagsereignisse wiederzugeben. Einen davon, der ein bißchen von den O-Tönen inspiriert war, gibt es ja schon, ein paar weitere was das die Buchpreise, die Buchmessen oder was immer betrifft, kann es vielleicht noch geben.
“Es war für einen achten August ziemlich kalt, als Eja Augustin ihre Wohnung verließ, denn es hatte am Wochenende ziemlich geregnet. In der Steiermark und in Kärnten hatte es katastrophale Überschwemmungen und Überflutungen gegeben. Sie war auf ihren Sonntagssapziergang auf die Rudulfshöhe und beim Radfahren auf den Markt sehr naß geworden. Jetzt war sie auf den Weg zu einer literarischen Veranstaltung und freute sich darauf, denn sie war als erfolgsfrei Schreibende eine literarisch interessierte Person.
Bevor sie aber das Gasthaus, in dem die Lesung stattfinden würde, kam sie an einem der offenen Bücherschränke voerbei, für den sie immer einen Plastiksack in ihrer Handtasche trug, da sie, obwohl in ihren Regalen schon mehrere tausend Bücher warteten, immer alles Interessante und es interessierte sie sehr viel, einzupacken pflegte.
Der Bücherschrank war, als sie ihn erreichte, erstaunlich belebt. Eine Frau räumte gerade einen Stoß in den ohnehin sehr vollen Schrank hinein. Auf der anderen Seite sortierte ein Paar den Inhalt und Eja bemerkte einen Stoß Kinderbücher, die von einem Drachen, aber auch, was sie besonders lustig fand von einer Petrolllea Apfelmus handelte. Ein Fund also für sie oder besser geschrieben, für die kleine Enkeltochter, für die, sie ihren Sack von dem Vorrat, der größer war, als sie einpacken konnte, füllte.
“Nicht so viel den Kindern auf einmal geben, damit werden sie nur verwöhnt!”, sollte ein Stammlesetheaterbesucher später zu ihr sagen und die Psychologin in ihr konnte nur antworten, daß das auch die Konzentration verringerte. Aber Loslassen war ja etwas, das sehr schwierig ist und die Mutter konnte ja aussortieren und das nicht gebrauchte, wieder zu den Bücherzellen zurücktragen, die es auch in ihrer Umgebung gab und ein Buch über eine Petrolella Apfelmus klang sehr lieb und etwas Zweisprachiges in ungarischer Übrsetzung gab es aucn.
Also eingepackt und später am Gasthaustisch Platz genommen. Einen gespritzten Ribelwein bestellt. Eine Spezialität, die es wahrscheinlich nur in dem etwas altmodischen Gasthaus gab und das Buch, das sie in ihrem Rucksack hatte, herausgenommen, um bis zum Beginn der Veranstaltung darin zu lesen. Die schon anwesenden Veranstalter begrüßen und einer eleganten alten Dame zu nicken, die wissen wollte, ob sie an ihrem Tisch Platz nehmen dürfe?
“Natürlich, selbstverständlich!”
Drei Pätze waren ja noch frei oder doch nur zwei, denn auf einen hatte ein, wie sich später herausstellen sollte, Musik- und Mathematikstudent mit lockigen brauen Haaren schon sein Limonadeglas abgestellt.
“Vielen Dank!”, bedankte sich die ältere Dame und erklärte den Studenten, daß es ihr trotz ihrer fünfundsiebzig Jahre sehr gut gehe und sie ihr Leben genießen würde. Das Leben genießen und deshalb nichts von Tod und Krankheiten, die eine in diesen Alter betreffen könne, nichts wissen wollen. Stattdessen umarmen, küssen und den Bekannten zunicken, denn der Veranstaltungssaal hatte sich inzwischen gefüllt.
Ein Schmalzbrot bestellen, obwohl sie eigentlich am Abend nicht viel aß, aber ihr Nachbar hatte ihren Gusta darauf geweckt und dann ging es schon los mit der Veranstaltung mit den “Katertotenlieder”, der “Unmöglichkeiten zu telefonieren” und den “Theorien der Subkultur”, denn damit hatte sich der inzwischen vor zehn Jahre verstorbeneä, dem die Veranstaltung gewidmet war, beschftigt und sie hatte ihn auch sehr gut gekannt. Hatte mit ihm mehrmals auf den Volksstimmefest gelesen, bei den “Poet-Nächten” oder war mit ihm am Ostermontag durch Wien spazieren gegangen um an literarischen Orten Lesungen zu veranstalten und den dort gelebt habenden zu gedenken. Er hatte auch für kurze Zeit eine inoffizielle Gedenktafel am Donaukanal gehabt.
Jetzt lasen die Veranstaltungen im Chor seine Texte vor. Eja biß in ihr Schmalzbrot und nickte der alten Damit zu, die ihr guten Appetit und gute Unterhaltung wünschte.”