Jetzt kommt ein Buch, das ich eigentlich für die Italien Durchfahrt unserer Frankreichreise mitnehmen hätte können oder vielleicht schon Marco Missirolls zweiten Roman früher lesen, denn ich habe es von “Wagenbach” als E- Pub bekommen. Das ist sich aber nicht mehr ausgegangen. Also ein <Nachtrag und eine Rückschau auf die Zeit, als wir durch Italien gefahren sind, die Leute von auf die Strände gehen sahen und zuerst keinen Campingplatz gefunden haben.
Von dem 1981 in Rimini geborenen Marco Missiroli habe ich schon “Treue” gelesen und dieses in drei Kapitel geschrieben Buch ist sehr interessant und hat auch überraschende Spannungsbögen.
Es beginnt im Juni i n Rimini, wo sich die Leute gerade erst auf den Touristenstrom vorbereitet. Dahin kommt Sandro, der in Mailand Werbetexter und auch spielsüchtig ist, zu seinem Vater nach Hause, mit dem es Spannungen gibt. Seine Mutter Caterina ist schon gestorben. Der Vater Nando, ein Eisenbahner, der ihn Sandrino nennt, war früher Tänzer. Sandro besucht seine Freunde undam Schluß des Kapitels sagt der Vater nebenbei, daß er nur mehr kurz zu leben hat. Das hätten ihm die Ärzte gesagt.
Dann geht es im Herbst weiter. Sandro ist offenbar in Rimini geblieben und pflegt den krebskranken Vater. Es gibt immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit. Sandros Spielsucht wird aufgehüllt. Er hat die Eltern beklaut, Schulden gemacht und am Schluß des Kapitels stirbt der Vater.
Im November ist das Begräbnis vorbei. Der Vater hat dem Sohn einiges hinterlassen. Dabei auch einen Sparbrief, den er nur unterschreiben muß. Sandro nimmt aber das Geld und macht sich einen Termin für einen privaten Spielsalon aus. Da geht er, von einem Freund gewarnt, auch hin. Nachdem er aber zweitausend Euro verloren hat, steigt er aus und beschließt nie wieder zu spielen.
Ob das wirklich realistisch ist, weiß oder glaube ich nicht. Das Buch ist aber sehr eindrucksvoll. Vor allem weil man einen guten Eindruck bekommt, was in Italien außer dem, was man als durchfahrender Tourist mitbekommt, passiert.
Als schöne Metapher taucht immer wieder die Frage auf, was man mit einer Million Euro auf den Konto tun würde ? Und das “Alles haben” oder “Avere tutto” wird als Wunsch auch erwähnt.