Kleine Vorschau auf Frankfurt

Heute kam eine Einladung zur Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse, die Anfang Oktober stattfinden wird und Slowenien als Gastland hat und da gab es in der “Alten Schmiede” einen slowenischen Abend, haben doch der 1963 in Ljubiana geborene Andrej Blatnik und der 1980 ebendort geborene Goran Vojnovic, den ich, glaube ich schon in der “Gesellschaft” gestreamt habe, ihre neuen Bücher vorgestellt.

Walter Famler hat moderiert und die Texte auf Deutsch gelesen, Marjeta Wakounig hat gedolmetscht und die beiden Romane klingen interessant und haben einen politischen Aspekt. Zumindest, der von Andrej Blatnik “Platz der Befreiung”, der auch Platz der Revolution” und Konressplatz hieß, sich Ljubiana befindet und da hat der namenlose Protagonist an einer Demonstration teilgenommen und da werden nun die Veränderungen beschrieben, die es seither gegeben hat.

Andrej Blatnik, der gut Deutsch zu verstehen und wahrscheinlich auch zu sprechen scheint, hat ein Stück auf Slowenisch gelesen, dann wie schon erwähnt Walter Famler ,den deutschen Text, beide Bücher sind bei “Folio” erschienen und beeindruckt hat mich der Satz, daß da ein Mächtiger eine Fabrik besucht, den Arbeiter fragt, wieviel Stücke er erzeugen kann und mit der Antwort nicht zufrieden ist, denn er würde es schneller können. Ja, sagt der Arbeiter, Sie sind auch Schlosser, ich Professor der Politikwissenschaft.

Das zweite Buch “18 Kilometer bis Ljubana” ist wahrscheinlich auch sehr politisch und da ist der Held Marko schon aus dem Vorläuferbuch “Tschefuren raus! Oder warum ich wiedermal zu Fuß in den zehnten Stock mußte” bekannt. Denn der kehrt jetzt von der bosnischen Provinz in seine slowenische Heimat zurck, wo er merkt, daß die Wände den Aufzügen inzwischen nicht mehr so verschmiert, wie sie es waren, sind und der Titel dürfte sich darauf beziehen, daß er die Rückkehr auf mehr oder weniger legaler Weise mit einen LKW macht und da nicht weiß ob er vielleicht Afghanen schmuggelt und am Ende war es wahrscheinlich nur Schweinefleisch.

Goran Vojnovic schildert das in einen sehr drastischen Ton, was das slowenisch sprechende Publikum zum Lachen brachte und in der Diskussion erklärte Goran Volnovic seine Ähnlichkeiten und Unterschiede zu seinem Helden, denn der Autor ist ja bekanntlich nicht seine Hauptfigur. Über die politische Correktness und ob man die jetzt in den Romanen unbedingt haben muß, wurde auch diskutiert, die Antwort war natürlich nein, obwohl Walter Famler vermutete, daß sich die slowenischen Feministinnen wahrscheinlich schwer mit dem Buch tun würden.

Nachher gab es ein Gläschen slowenischen Weißwein, der von irgendwem gespendet wurde. Annemarie Türk habe ich im Publikum gesehen, von den anderen habe ich niemanden gekannt.

Trotzdem war es ein interessanter Abend und eine Vorschau auf Frankfurt, wohin ich ja nicht fahre, aber einen kleinen Einblick in die slowenische Literatur und ihre Neuerscheinungen zu bekommen, kann nicht schaden, obwohl ich mit meinen dreifachen Buchpreislesen derzeit so beschäftigt bin, daß ich die höchstwahrscheinlich gar nicht lesen kann.

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