Heute war ja die “Initiative Urheberkonferenz”, eine Veranstaltung zu der mich Gerhard Ruiss, glaube ich, eingeladen hat, eine Tagesveranstaltung und da war dann die Frage, was mache ich am Abend?
In der “AS” gibts ja am Mittwoch ein Musikprogramm, das Literaturhaus lag nicht am Weg, aber da hatte mich schon Stefan Reiser zu den “Minuten-Lesungen” der GAV ins Cafe Prückl eingeladen und während ich den Luca Kieser gelesen habe, bin ich daraufgekommen, daß es die “Kolik-Lounge” im Schauspielhaus noch gibt und er da gemeinsam mit Laura Freudenthaler und Xaver Bayer sein Buch vorstellt.
Also habe ich gedacht, gehe ich dorthin, obwohl ich mit dem Kieser-Buch schon fertig bin. Aber die Veranstaltung begann erst um acht und war auch ein bißchen zu gehen, die Konferenz war anstrengend und ich bin leider seit Corona oder altersbedingtnicht mehr so gut bei Fuß.
Da ist mir noch die “Gesellschaft” eingefallen und da habe ich eigentlich gedacht, daß dort Reinhard Kaiser-Mühlecker auftritt. Die Konferenz war dann um halb sechs aus. Es gab noch ein Glas Wein, das hätte es im Schauspielhaus auch gegeben. Aber ich habe gedacht, schau ich in die Herrengasse, das ist ja nur ein Katzensprung von der Löwelstraße, wo die Konferenz stattfand, entfernt und schaue, was es gibt.
Es gab auch etwas, zwar nicht den Reinhard Kaiser-Mühlecker, der ist schon am Montag im Cafe Central aufgetreten. Aber das tschechische Zentrum hat mit Manfred Müller beziehungsweise Michael Stavaric zu einer neuen Reihe eingeladen, wo immer ein eher unbekannter Tscheche vorgestellt werden soll. Nicht nur Radka Denemarkova oder Jaroslav Rudis-” sagte Michael Stavaric,”- sondern jemanden den Sie noch nie gehört haben!”
Da bin zwar durch Stephan Teichgräbers “Centrope” etwas verwönt. Aber der 1989 geborene Ondrej Maci, der als Sozialarbeter tätig ist und schon vier Bücher herausgebracht hat, von denen nur eines, die “Liebe Babicka” auf Deutsch erschienen ist, war mir, glaube ich, tatsächlich unbekannt.
Er trat mit seiner Übersetzerin Julia Miesenböck auf und die Veranstaltung begann damit, daß Michael Stavaric Ondrej Maci eher ungewöhnliche Fragen stellte. Beispielsweise, ob er zu Weihnachten Karpfen ißt und gerne Pilze sammelt geht?
Es begann auch mit der Kondensmilch im Tuben, die sowohl Ondrej Maci, als auch Michael Stavaric in Tschechien gern gegessen hat. Dann kam die Performance, nämlich zuerst das Lied von der “Babicka”. Dann hat sich der junge Mann eine Schürze übergezogen, sich die Lippen geschminkt und immer abwechselnd mit seiner Übersetzerin ein paar Passagen aus dem eher dünnen Buch gelesen.
Eine etwas konventinelle Performance würde ich meinen. Ondrej Maci hat dann noch den Staub in der Gesellschaft abgewischt und dabei, glaube ich, Manfred Müller und Ursula Ebel in Verlegenheit gebracht und ist am Schluß hinter dem Vorhand verschwunden. Ich habe mich vorher sehr angeregt mit Corinna Antelmann, die im Publkum war, unterhalten und wieder einen interessanten Autor kennengelernt.