Wieder Wien-Reihe

Als Julia Danielczyk das Literaturreferat der Stadt Wien übernommen hat, hat sie die Literatur im Musa eingeführt, das heißt in dem dem Rathaus gegenüberliegenden Museum, das jetzt zu dem der Stadt Wien gehört, einmal monatlich die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, was ich sehr interessant und wichtig fand, die literarischen Stimme und deren Texte kennenzulernen, die von der Stadt Wien ausgezeichnet wurden und bin eigentlich fast immer dort gewesen, bin dort oder auch ein bißchen später nämlich bei einer Buch-Wien mit Julia Danielczyk persönlich in Kontakt gekommen, die mich darauf angesprochen hat, daß sie mich im Musa gesehen hat. Das Musa wurde dann zum Wien-Museum und die Literatur im Musa ist dann als Wien-Reihe in die “Alte Schmiede” übersiedelt, da war ich nicht mehrso oft, weil der Alfred einmal ins Kino wollte, etcetera und dann kam Corona und da wollte ich mich ja nicht mit Maske in die “Alte Schmiede” setzten und einmal kann ich mich erinnern habe ich nur kurz hineingeschnuppert, weil ich eine Stunde hatte oder vielleicht auch nicht darüber bloggen wollte.

Also ein bißchen den Kontakt zu den Stipendianten und dem Literaturgeschehen der Stadt Wien verloren, das ja oder die Musa-Abende sehr beeindruckend waren, nachher gabs im Musa Brot und Wein, ich bin entweder alleine neben dem Tisch der Ines Varga gestanden oder habe mich mit der Angela und dem Josef unterhalten, die ich dort kennengelernt habe, also durch den Lockdown oder auch schon ein bißchen früher den Kontakt zu der Wien-Reihe verloren, aber heute hat es geklappt und da stellte Julia Danielcyck den Stadt-Wien Stipendiaten Norbert Kröll und die Canetti-Stipendiatin Andrea Winkler vor.

Den 1981 in Villach geborenen Norbert Kröll habe ich, glaube ich, im Musa kennengelernt, weil er schon einmal Stipendiat war. Das ist es um seinen Roman “Sanfter Asphalt” vorgestellt, der mir sehr experimentell vorgekommen ist. In der “AS” und bei dieser Benefizlesung im Amerlinghaus habe ich Norbert Kröll dann noch einmal gehört und im Frühling während des Lockdown wurde dann sein Roman “Wer wir wären” im Rahmen der Corona-Lesungen vorgestellt. Jetzt hat er auch daraus gelesen und ich war sehr erstaunt, wie realistisch der junge Autor inzwischen geworden ist und sprachlich sehr genau und eindruckvoll bearbeitet füge ich hinzu “Ein Punkt, irgenwann kommt ein Punkt”, beispielsweise, zwei Stellen hat der Autor aus seinem Buch gelesen. Die Erste, wo der Erzähler Albert seine Frau Elisabeth verlässt, in der Zweiten geht es um einen Freund, der ihn gemalt hat, weil er ein “Einfaches Gesicht” hat und dann in eine Schizophrenie verschwindet und auf diese Art und Weise Albert verläßt.

Im Gespräch mit Julia Danielczyk ging es dann um Schuld und Verrat und Julia Danielczyk fragte ihn dann nach den autorbiografischen Anteilen. Denn der erste Roman kommt vor und der Norbert hat mit dem Albert die letzte Silbe gemein. Der Autor wich elegant aus und dann folgte Andrea Winkler mit der und ihrer Sprache ich mich auf diesen Blog ja schon sehr intensiv beschäftigt habe, aber jetzt, wie ich unlängst bemerkte, schon länger nicht mehr hörte.

Am Anfang meines Blogens habe ich ein Namensspiel mit Andrea Grill und Evelyn Grill, ihr, Andrea und Linda Stift, gemacht, denn ihren ersten Roman “Hanna und ich”, den ich, glaube ich, inzwischen schon gefunden habe, ich, glaube ich, einfach vor 2008 im Literaturhaus kennenlern, als sie noch eine ganz junge Autorin war.

2009 hat sie dann, glaube ich, beim “Bachmannpreis” gelesen und ist mit ihrem “Zug im kleinsten Bahnhof der Welt” nicht sehr gut weggekommen. Den “Priessnitz-Preis”, hat sie auch gewonnen und ich war bei einigen ihrer Lesungen, zum Beispiel in der “Alten Schmiede” und in der “Gesellschaft”, habe mich ein bißchen über ihrer Sprachräusche mokiert und nach der Handlung in ihren Texen gesucht, die sie ja, wie viele andere Sprachkunstautoren nicht so sehr interessiert, die “VierTöne” und den “Hofnarr und Volk” habe ich dann bei einem der Literaturhaus Flohmärlte gekauft und, ich gestehe, noch immer nicht gelesen und jetzt ist sie Elias Canetti-Stipendiatin und hat vier kurze Texte gelesen, die, wie sie erklärte im Zusammenhang mit Musik oder bildender Kunst aufgeführt werden hätte solche und ich betone wieder die präszise schöne Sprache, die Julia Danielczyk dann genau themastisierte und die Autorin danach befragte und meinte, daß die präzise Ausdrucksform ins Schweigen übergeht, weil man ja nicht alles aussprechen kann, wo Andrea Winkler dann betonte, daß sie nichts verschweigen wollte, man aber nicht alles bennen und ausdrücken könnte.

Am Schluß erwähnte Julia Danielczyk dann die nächste Wien-Reihe im April und im März wird es eine Sonderveranstaltung geben. Der Wein und das Brot haben natürlich gefehlt, aber man kann sich sein Glas natürlich selber eingießen und auch Online, beispielsweise auf diesen Blog darüber diskutieren und Julia Danielczyk merke ich an, hat vielleicht genauso ein Luxusproblem, wie ich, leben wir ja in Lockdown Zeiten, wo man derzeit nicht zum Friseur gehen darf, aber ab nächster Woche mit Test Ausweispflicht und FFP2- Maske wieder möglich sein wird.

Komplizierte Beziehungen

Drei Buchvorstellungen in der “Alte Schmiede” in der Reihe “Texte . Teilen”, moderiert von Mieze Medusa, die offenbar die “Textvorstellungen” ersetzt und in der sowohl Bücher als auch Literaturzeitschriften vorgestellt würden und Mieze Medusa freute sich in Zeiten, wie diesen, wo ja gerade die neue Lockdownlockerungen, also Geschäftsbesuche mit Maske, Friseur und Museumsbesuche mit Test aber noch keine Liveveranstaltungen bekannt gegeben wurden, Neuerscheinungen, die man sich dann im steuerzahlenden Buchhandel kaufen kann, vorstellen zu können und stellte dann unter dem Titel “Es ist kimpliziert” David Bröderbauer, Lena Johanna Hödl und Martin Peichl, beziehungsweise deren Bücher vor, die Bierdeckelpoesie oder wie man am Stammtisch Lyrik schreibt, habe ich schon gelesen und ich denke Beziehungsgeschichten wäre wohl auch ein passender Titel, aber Beziehungen sind wohl ohne Zweifel kompliziert und so sitzt der Protaganonist des 1981 in Zwettl geborene David Bröderbauer bei einem Urologen im Kammerl und soll dort sein Sperma abgeben, um seine Zeugungsfähigkeit festzustellen und resumiert dabei über sein Leben.

Das Buch heißt “Walttauchen” ist bei “Milena” erschienen, der ja einmal “Wiener Frauenverlag” hieß und keine Männer verlegte, das hat sich, wie vieles geändert und über David Broderbauer hat eine Zeitung geschrieben, daß noch nie ein Mann so über dieses Thema geschrieben hat. Das Buch war, glaube ich, im November auch Buch des Monats bei Ö1 und dann kam als Kontrast, die mir ebenfalls bisher unbekannte 1996 gebornene Lena Johanna Hödl, also eine sehr junge Frau, die auch Schauspielerin und schon einen Erzählband herausgegeben hat.

“Emotionaler Leerstand im privaten Eigentum” ist ihr erster Roman und Lena Johanna Hödl, die sich sehr darüber freute, endlich wiedermal auftreten zu können, fiel auch durch ihre großen Ohrinnge auf. Sie trug auch viele Ketten und das Buch ist wohl eine autobiografische Beschreibung der Beziehung zu ihren Männern beziehungsweise zu einem Adam.

Interessant, aber wahrscheinlich bin ich zu alt oder zu verklemmt, dazu, um mich in das Buch einzulassen oder es zu kaufen und Martin Peichl Biergeschichten habe ich, wie schon geschrieben, schon gelesen und ihn auch auf diesen Zieglergassenfest, das es im September ja noch gab, gehört. Er las daraus auch über toxische Beziehungen und über die männer ohne Eigenschaften und intersant war auch, der Chat, den man im Livestream mitverfolgen konnte, denn da postete Mlieze medusa sehr viel, die sich dann als ein Markus entpuppte, der dann immer seine Einschätzungen zu den Büchern und den Autoren gab. Mieze Medusa stellte dann auch das weitere programm der “AS” vor und da ist ja morgen die “Wien-Reihe” daran.

Von der verdichteten Natur zum Passagenverlag

Der letzte Tag des Dichterloh-Festivals, wo ich fünf Abende streamte, Lyrik in Corona-Zeiten, wo ich gleich auf mein Corona-Gedicht verweisen darf, das natürlich nicht so sprachlich redundant und verdichtet, wie die Werke der zwei heute ausgesuchten Autoren, aber ich bin ja keine Lyrikerin, obwohl ich auf dem Blog vor allem im Sommer von Doris Kloimstein viele Gedichte bekommen habe, was mich dann zu einigen Corona-Gedichtzeilen in meinen zweiten Corona– dem “Braunrot karierten Notizbuch” führte, aber zu dem letzten Schmiede-Abend, wo Michael Hammerschmid zuerst den 1955 in der Schweiz geborenen Kurt Aebli und der 1971 in Lienz geborenen Angelika Rainer vorstellte.

Kurt Aebli der aus seinem in Wolfbach-Verlag scheinenen Gedichtband “En passant” las, war aus seinem Wohnzimmer zugeschaltet und er begann gleich mit ein paar skurill erscheinenden Zeilen “Wenn er ein Gedicht schreibt, gehört er auf einmal zu den Pflanzen und wie die Bäume versteht er. daß man sich nicht von der Stelle rühren, sondern sich auf die Bewegungen der Erde verlassen muß”, was er immer wieder wiederholte und dann auf ein Gedicht von Stefan George, das “Sie sicher kennen!”. fügte er hinzu und “Komm in den totgesagten Park und schau”, heißen würde und er etwas abgewandelt hat. Ich habe das Gedicht nicht gekannt, wohl aber den gleichlautenden Roman gelesen und da, wie ich mich erinnern kann, einmal Stephan Teichgräber gefragt, aus welchen Gedicht diese zeilen stammen und auf DDR-Lyrik getippt.

Jetzt weiß ich es und auch wie Kurt Aebli zu seinen Gedichten kommt, nämlich durch Reduktion, denn es gibt viel zu viel Geschwätzigkeit in der Welt, so daß er in die Natur geht, um das Schweigen dort zu finden und das war für eine die ja gerne lange Romane schreiben würde, interessant und das Gedicht hat mich wahrscheinlich gerade durch seine oftmalige Wiederholung sehr berührt. Sonst hätte ich es vielleicht überhört. Jetzt haben sich die Zeilen in mir eingeprägt, so daß ich sogar nachgegooglet habe, um den Wortlaut genau zu erfassen.

Dann kam live Angelika Rainer, die auch Musikerin ist, deren drittes Buch und erster reiner Lyrikband “See`len” bei “Haymon” erschienen ist, das besteht aus mehreren Gedichtzyklen, erklärte Michael Hammerschmid in seiner Einleitung. Um “Narziß und Echo” geht es auch und Angelika Rainer las drei Gedichte aus dem ersten Teiul, die alle den “See” im Titel hatten “See´len” war das erste Langgedicht:

“Der Weg war lang und schmal, mehr Rinne als Weg” und Michael Hammerschmid erwähnte im anschließenden Gespräch, die sprachliche Genauigkeit und die Recherche. Angelika Rainer recherchiert auch viel und verdichtet vor allem, wie auch Kurt Aebli. Dann kam der “See aus der Werkstatt des Vaters”, ein Gemälde, das dort hing, auch sehr genau und lang beschrieben und dann noch ein “Seelen-Gedicht”, wo es um eine graue Mütze geht.

Spannend, spannend in sechs beziehungsweise fünf Abenden in die Lyrik einzutauchen, wenn es auch nur über den Livestrem passierte, am sechsten bin bin ja wegen meiner sieben Uhr Stunde, stattdessen in der “Gesellschaft der Literatur” gewesen und bin da in die Sagenwelt eingetaucht und darum geht es in Angelika Rainers Gedichte auch und ein paar Stunden später soll es wieder in den “Schmiede-Saal” und in die “Nachtschicht” gehen, wo der Generalsekretär der “Alten Schmiede” Walter Famler mit dem Verleger des theoretischen “Passagen-Verlages” Peter Engelmann sprechen wird, der Bücher von Jacques Ranciere und Alain Badiou vorstellen wird.

Von den Blitzlichtern der Gegenwart zu den Nachtschichten

Tag fünf des nachgeholten Dichterlohfestivals, wo sich Michael Hammerschmid mit der Frage beschäftigt welche Gedichte jetzt geschrieben werden? Eine interessante Idee sich vorzustellen, was derzeitin den Dichterstuben so geschrieben wird und welche Literatur derzeit entsteht? Da kann ich mich an ein Symposium in der “Gesellschaft der Literatur” erinnern, ich habe gerade an den “Wiener Verhältnissen” geschrieben, daß diese frage da diskutiert wurde, während man sich sonst ja mit dem schon Geschriebenen und Gedruckten beschäftigt.

Was wird also heute gedichtet, was man vielleicht in ein zwei jahren nachlesen kann? Michael Hammerschmid, der ja, glaube ich, seine Lyrik auch am Institut für Sprachkunst lehrt und schon einmal einen diesbezüglichen Abend im Literaturhaus gestaltet hat, hat sechs Dichter und Dichterinnen eingeladen von denen vier oder fünf, glaube ich, Sprachkunst studieren und studierten, bei der ersten, der in 1966 in Bulgarien geborenen Bisera Dakova, die auch Übersetzerin ist, weiß ich das nicht so genau. Sie ist jedenfalls auch als Übersetzerin tätig, hat Friederike Mayröcker übersetzt und sehr Wienlastige Gedichte zum Beispiel eines das “Strudelhofstiege” heißt, gelesen. Michael Hammerschmid fragte im Gespräch, ob das ein Wien- Band werden könnte und die Autorin meinte, daß sie schon auf Verlagssuche sei oder es schon Verhandlungen gäbe.

Die zweite Lesende, alle Lesungen waren live und die ab heute vorgeschriebene FFP2-Maske war meistens auch dabei, war die 2000 geborene Sprachkunststudentin Dora Koderhold, die sehr poetische Texte in Reimform präsentierte “mein eigenes sterben weitervereben”, beispielsweise und dann kam der 1996 geborene Laurenz Rogi auch ein Sprachkunststudent, der, glaube ich, auch bei der am Freitag im Literaturhaus stattfindenen Lesung, es ist ja Semesterende, auftreten wird, hat es auch mit dem Reim und hat seine Lesung den Krokodilen gewidmet oder damit übertitelt und wurde von Michael Hammerschmid zwischen Melancholie und Witz geortet, was der Autor bestätigte, der sich mehr als “Irrlicht” versteht, ob die 1998 im Iran geborene Asiyeh Panahi, die seit 2014 in Graz lebt und dort das Abendgymnasium besucht, Beziehungen zu Sprachkunst hat, weiß ich nicht so genau. Sie las fünf Gedichte, beeindruckend ihr Lieblingsgedicht “Afghansisches Mädchen” und erklärte Michael Hammerschmid, daß ihre letzten Gedichte auf Deutsch geschrieben wären, da sie erst sechs Jahre spricht, während die ersten auf Persisch oder englisch entstanden sind.

Mae Schwinghammer mit rosa-weißen Haaren und Perlenkette über der weißen Bluse, auch Sprachkunst- und Genderstudies hatte “Covid-Metamorphosen”, ein fünfzehnteiliges Werk von dem es erst fünf Teile gibt, die sich auch mit der Antike beschäftigt und auch Beziehungen zu den Verwandlungen der Covid-Situation zieht, dann folgte der 1990 in Basel geborene Performer Benedikt Steiner, der seine Texte in Spalten schrieb und sie gemeinsam mit Mae Schwinghammer und Laurenz Rogi vortrug und mit Michael Hammerschmid anschließend über die Entstehungsgeschichte seiner Texte sprach.

Michael Hammerschmid verwies dann auf den morgendlichen letzten Abend, wo es wieder zwei schon etablierte Künster zu hören gibt und es war interessant in die ganze junge Lyrik hineinzuhören und sich wissenschaftlich erklären zu lassen und sonst gibt es noch einiges über die “Alte Schmiede” zu vermelden nämlich vom 22. – 31. Jänner Gespräche und Debatten von dreiundzwanzig bis vierundzwanzig Uhr namens “Nachtschicht”, wo sich meistens Walter Famler mit verschiedenen gesellschaftlichen Themen beschäftigt und sich dazu die entsprechenden Gesprächspartner eingeladen hat. So wurde am Freitag das von Thomas Schmiedinger herausgegebene Buch “Virenregime” vorgestellt und gestern die Zeitschrift “Streifzüge” zum Thema “Bürgerlichkeit” und heute wird es, moderiert von Oliver Scheiber um das “Ankommen in Österreich” und Bildung gehen.

Von der Donnerstagdemo in die Alte Schmiede

Es ist wieder Donnerstag und da bin ich ja zu Zeiten von schwarz blau auf die Straße gegangen und zuerst gegen die schwarz blaue Regierung eins und dann später vor zwei Jahren gegen türkisblau zu demonstrierien, da war ich einige Zeit durch meinen Gips behindert, dann gab es türkis-blau wegen dem Ibiza-Videos nicht mehr und dann kam Corona und die Demonstrationen waren auf einmal anders und ich bin ein paar Meter neben Martin Sellner gestanden und habe gedacht “Whats up, wo sind die Linken?”

“Die sind in Schockstarre!”, hat mir der Alfred geantwortet, der sich im Herbst von NÖ nach Wien umgemeldet hat, um die Grünen bei der Wien-Wahl zu unterstützen, aber die sind dann schon im September mit Maske aufgetreten, um die anderen zu schützen, haben wir ja jetzt eine türkis grüne Regierung und einen Gesundheitsminister, der mir immer noch sehr sympathisch ist, aber jetzt schüttele ich den <kopf und denke “Wie kommen wir da heraus, wenn nichts passiert?”

Wahrscheinlich nie, denn jetzt wird ja nicht nur mehr das Virus, wie die Stecknadel aus dem Heuhaufen gesucht, sondern jeder Virusmutation nachgegangen. Die englische ist offenbar harmlos, aber die bralisilanische gefährlich, weil die Impfung, die jetzt ja schon erfolgt, wirkt nicht dagegen.

Also ab Montag FFP2-Maskenpflicht in den Supermärkten und den Öffis, sowie ein zwei Meter Abstand und die Zahlen bleiben gleich. Schwanken schon seit Wochen zwischen ein- und zweitausend und wenn man denkt, daß da hunderttausend täglich getest werden, sind sie wahrscheinlich gleich den Zahlen im Frühling als dann die Lockerungen kamen.

Aber jetzt ruft Frau Merkel alle Staatschef an und sagt “Einheitlicher Lockdown bis Ostern!” und ich denke was machen wir, damit das einmal aufhört? Denn sonst kommt sicher der Ganzkörperanzug und man muß die Maske auch in der Wohnung tragen! Also demonstrieren. Da tut sich ja ein bißchen, zehn- bis zwanzigtausend am Samstag am Heldenplatz und am Ring, aber weil der Herr Küssel und die Identitären auch dabei waren, sowie die FPÖ, hieß es: “Das sind alles Irre und Schwurbler. Masken haben sie auch nicht getragen!”

Muß man nicht im Freien, wenn man den Sicherheitsabstand einhält, wiederhole ich und habe das auch an Robert Misik so geschrieben, daß ich gerne mit ihm darüber diskutieren möchte. Denn er diskutiert ja auf OE 24 TV darüber und da ist dann von den Irren und Schwurblern, die Rede und daß man, wenn solche Leute demonstrieren, nicht mitgehen kann!

Was macht man also, wenn man den neuen Sicherheitsabstand ab nächster Woche wahrscheinlich nicht einhalten kann? Man schaut im Netz, was es alles für Demos gibt? Und da gibt es vieles. Eine Großdemonstration am nächsten Samstag. Am Sonntag geht Jennifer Klauninger, glaube ich, jeden Woche vom Stephansplatz ab spazieren. Das ist die, die im Sommer am Resselpark eine Fahne zerrisen hat. Aber Achtung, es war keine Regenbogenfahne, sondern eine, die so ausgesehen hat, aber zwei Herzen hatte und das wäre laut Jennifer Klauninger ein Symbol der Kinderschänder und das mag sie nicht und jetzt heißt es, da kann man nicht hingegen, weil die gegen die Homosexuellen sind.

Am Freitag gibt es jede Woche, was am Maria Theresia Platz. Da war ich einmal auf einer Demo “Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur” und kann mir das ja anschauen, weil ich sonst ja sowieso nicht aus dem Haus komme und dann fand ich plötzlich “Es ist wieder Donnerstag!” und ich dachte, endlich rühren sich die Linken ich habe mich ohnehin gewundert, daß denen die Einschränkungen der Freiheitsrechte wirklich so egal sind? Und ich wollte am Donnerstag eigentlich nicht demonstrieren, sondern in die “Alte Schmiede” streamen, wo wieder zwei “Ritter-Bücher” vorgestellt wurden. Markus Köhle präsentierte Gerhard Jaschke und Ronald Pohl und das ist ja der Standard-Redakteuer und experimentelle Dichter, der mit mir zeitgleich in die GAV eingetreten ist, aber weil ich etwas machen will, bin ich nach dem fünf Uhr Antrag auf den Platz der Menschenrechte gegangen, da war ich schon einmal im Oktober auf einer Demo bezüglich Mora und habe da etwa zwanzig Linke vorgefunden, ja in Zeiten, wie diesen sind demonstrationen anders und diesmal standen auch ein paar junge Leute herum und eine hat mir gleich einen Sack in die Hand gedrückt und mir gesagt, daß ich mir etwas von den geretteten Lebensmittel aussuchen soll. Die standen schon bei der Halloween Demo Ende Oktober am Heldenplatz und Programm hat es auch keines gegeben, nur ein Gespräch mit einer Sängerin, die mir ihre Corona-Erfahrungen schilderte und dann bin ich, weil es ja im Windter kalt ist, zurückgegangen und noch ein bißchen zu Gerhard Jaschke, der mich ja zu der Veranstaltung eingeladen hat, zurechtgekommen “Geliehene Leben, Nachsätze”, heißt sein Buch. Markus Köhle moderierte und saß offenbar zwischen den Lesungen mit Maske da, ja wir sind sehr weit gekommen und dann kam der1965 geborene Ronald Pohl, der inzwischen, glaube ich, wieder aus der GAV ausgetreten ist mit seinen Haßgesängen, wie es, glaube ich, Markus Köhle nannte, der auch erklärte, daß die Sizilianer, den Etna “Signor Mongibello” nennen und Ronald Pohl erzählte auch etwas von seiner Liebe zu Sizilien und dem Dauerprojekt oder den Dauergedichten, das noch nicht abgeschloßen ist, interessant, interessant und das unsichtbare Publikum bestand aus zwölf oder dreizeh Personen, das von Markus Köhle auch direkt angesprochen hat, eine von ihnen war ich, lieber Markus und dann haben sich noch Mieze Medusa und Elisabeth Wanderle-Deck, die ich, glaube ich, das letzte Mal in Basel getroffen habe, im Chat gemeldet. Ich habe ihr ein Mail geschrieben und kann vermelden. Es ist trotz Corona etwas los, auch wenn der Kultur das Licht ausgeschaltet ist.

Zwei tote Dichter in Dichterloh

Dritter Abend des diesjährigen “Dichterloh-Festivals” und diesmal stellte Michael Hammerschmid, den 2006 verstorbenen Gerhard Kofler und den mir bisher unbekannten tschechischen Dichter Ivan Blatny vor und den 1949 in Bozen geborenen Gerhard Kofler kannte ich sehr gut, war er ja, glaube ich, nach Josef Haslinger bis zu seinem Tod Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung und da habe ich mit ihm, da ich ja in dieser Zeit sehr viele Veranstaltungen für die GAV organisierte, sehr gut kennengelert.

Kennengelert habe ich ihn, glaube ich, wirklich bei der ersten GV der IG-Autoren, bei der ich war, das muß etwa in den späten Achtzigerjahren gewesen sein und fand noch in der Annagasse in einem Pressezentrum statt, das Literaturhaus hat es noch nicht gegeben, da ist er, glaube ich, mit einer Aktentsche aufgetreten, hat ein Buch herausgenommen und das irgendjemanden, ich weiß nicht mehr genau ob der Gerhard Ruiss war, übergeben.

Ein sehr freundlicher, sehr kompromißbereiter Herr mit einem Schnurrbart und den hat auch Michael Hammerschmid erwähnt, seine Gedichte wurden nach seinem Tod, ich war auch auf seinen Begräbnis am Ottakringer Friedhof, das auch ein sehr kompromßbereites war, nämlich ein katholischer und ein evangelischer Priester und dann hat Robert Schindel noch das Kaddish gesprochen, in der “Alten Schmiede” vorgestellt und ich war mit ihm oder mit der GAV auch einige Male in Mürzzuschlag bei einem Fest für Ernst Jandl, Gerhard Rühm und Friederike Mayröcker, mehrtägige Literaturfestivals, wo man dann bei den jeweiligen Abend- oder Mittagessen zusammengesessen ist und ich kann mich erinnern, daß ich da mit ihm und Marie Therese Kerschbaumer in das Brahms-Museum gegangen bin und dann mit ihm noch bei Kaffee oder etwas anderen zusammengesessen bin und ein Erlebnis habe ich auch gehabt mit dem der Dichter gar nichts zu tun gehabt hat, denn es war in einer Deutschstunde der Anna in der Rahlgasse, wo die Praktikantin ihrer Lehrerin, Alexandra Millner, Texte von Werner Kofler ausgeteilt hat und die Anna sagte “Da gibt es noch einen Gerhard!” und Alexandra Millner fragte erstaunt “Woher kennst du den?”

“Von meiner Mutter, die ist nämlich in der GAV!” und da hat mich Frau Millner zu einer Lesung in die Rahlgasse eingeladen. Aber das nur nebenbei. Seine zweisprachigen Gedichte habe ich öfter bei der “Lyrik im März”, die damals noch in dem berühmten Hörsaal eins, im NIG stattgefunden hat, gehört und als ich einmal im Bruneck war, ich bin ich ja öfter mit der Anna und dem Alfred in Obergeil in den Semesterferien gewesen und spazierengegangen bin, während die anderen Schifahren waren, ein Klofler-Bändchen, zweisprachig natürlich, ich glaube aus der “Herbstpresse”, mitgehabt und es dort gelesen und jetzt ist bei “Haymon” ein Kofler-Band herausgekommen “in fließnden übergängen – in vasi comunicanti” und Michael Hammerschnmid hat etwas von frühen Gedichtbänden, die in Trilogien erschienen sind, erzählt.

Der 1993 in Innichen geborene Sprachkunststudent Gerd Sulzenbacher, hat die italiensichen Gedichte gelesen, Michael Hammerschmid, die deutschen, eines im Südtiroler Dialekt gab es auch und eines, wo der Dichter von seinem Leben in zwei Sprachen oder seiner Entscheidung zwischen zwei Fußballvereinen, spricht und da habe ich Gerhard Kofler, den kompromißbereiten, wiedererkannt und dann ging es von Südtirol, der GAV und Gerhard Kofler zu einem gänzlich unbekannten Dichter, der ein sehr interessantes Leben hatte, nämlich den 1919 in Brünn geborenen Ivan Blatny, der in den Vierzigerjahren mehrere Gedichtbände herausgebracht hat und dann nach England emgirierte. Dort hat er den Rest seines Lebens in der Psychiatrie verbracht und dort wahrscheinlich ähnlich, wie Robert Walser, seine Gedichte unentwegt auf Klopapier geschrieben, wo sie dann vom Klinikpersonal entsorgt wurden.

Eine tscheschische Jrankenschwester hat sie dann gesammelt und jetzt wurden einige Gedichte von Jan Faktor und Anette Simon in der “Edition Korrespondenzen” nochmals herausgegeben.

“Hilfschule Bixley” heißt der Band und der 1951 in Prag geborene Jan Faktor und die 1952 in Berlin geobrene Psychoanalytikerin Anette Simon wurden zugeschaltet. Es gab einen Film über das Leben Blatny. Annette Simon stellte sein Leben vor und las dann aus den Gedichten und am Schluß gab es noch ein Gespräch zwischen den beiden und Michael Hammerschmid und ich habe wieder einen interessanten Dichter kennengelernt und einen, der mich, glaube ich, sehr geföerdet hat, weil er mir im Rahmen der GAV immer wieder Lesungen ermöglicht oder mich zu Organisationen zum Beispiel in St. Pölten, von wo ich mir der kleinen Anna vor über dreißig Jahren nach Wien gependelt bin, ermöglicht hat und morgen wird es mit Christian Steinbacher, auch ein engagiertes GAV-Mitglied, das ich bei den damaligen Generalversammlungen weitergehen, aber da habe ich eine Stunde und werde daher ins Literaturhaus ausweichen.

Gesellschaft poetisch verändert

Zweiter Abend des Lyrikfestivals “Dichterloh”, wo Michael Hammerschmied in der “Alten Schmiede” saß und die ausgewählten Autoren aus Berlin und Moskau zugeschaltet waren und das Publikum, die zwanzig bis dreißig Livestream-Zuschauer irgendwo in ihren Wohnzimmern und das ist ja auch eine interessante Art der Literaturveranstaltungen, wenn auch etwas gewöhnungsbedürfig und auch etwas anders, da man sich aber ja in Zukunft wahrscheinlich freitesten wird müssen, wenn man in die “Alte Schmiede” will, werde ich mich wohl daran gewöhnen müssen und habe heute wieder zwei interessante Dichter und eine Dichterin kennengelernt.

Der Erste ist der 1987 in Berlin geborene Max Czollek von dem ich auf der Buchmesse Frankfurt, glaube ich, schon einiges gehört habe, hat er doch 2018 “Desintegriert euch” geschrieben. Als Lyriker war er mir bisher unbekannt. Michael Hammerschmid führte ihn aber wieder enthusiatśtisch ein und der junge Mann mit rosa Kapperl und schwarzen Pulli war das auch, zeigte sein in Berlin erschienenes Büchlein “Grenzwerte”, wo es stark um das jüdische Leben ging und auch darum, daß “Amoz Oz” schon wieder einmal den “Nobelpreis” nicht bekommen hat und dann immer wieder die “Typologie der Hitze”, das Gespräch mit Michael Hammerschmid war dann auch sehr interessant und dann kam ein Sprung und eine Überraschung, denn die 1971 in Skopje geborenen Lidija Dimikovka tauchte auf einmal live neben Michael Hammerschmid auf und ich hatte schon spekuliert, daß der Platz, Wasserglas und Mikrofon für den Übersetzer Alexander Sitzmann reserviert war. Ihr bei der “Parasitenpresse” erschienenes Büchlein heißt “Schwarz auf weiß” und das habe ich ja, als das für den Frühling geplante Festival Corona bedingt verschoben werden mußte, bei einem Gewinnspiel gewonnen, von dem ich gar nicht gewußt habe, daß man sich noch beteiligen konnte und so konnte ich die auf mazedonisch und deutsch gelesenen Gedichte schwarz auf weiß mitlesen, beziehungsweise erraten, welches Gedicht, die Autorin gelesen hat. Swoboda heißt Freiheit, das wußte ich und dieses Gedicht war im dritten Teil des sechsundsechzig Seiten Büchleins enthalten. Lidija Dimkovska hat vier Gedichte aus dem dritten Teil “Interpunktion des Lebens” gelesen.Der erste heißt “Summa Summarium” da gibt es ein Gedicht namens “Würfel”, das Michael Hammerschmid in seiner Einleitung erwähnte. Beginnen tut das Buch mit dem Gedicht “Mein Grab” Jeden Tag betrachte ich mein Grab im Hof, inbegriffen im Kaufpreis des Hauses”.

Daran schließt sich sehr beeindruckend “Wie ist es” “Ein Kind von Eltern zu sein, die im Krieg umgekommen sind, ein Kind von Eltern zu sein, die sich haben scheiden lassen, oder ein Kind aus Afrika auf einem überdimensonalen Plakat, in einem Behindertenheim zu leben”.

“Beim jüngsten Gericht” geht es um das Sterben.

“Mit der Zeit hörte meine Frau auf, mich zu küssen, mein Kind mich zu umarmen….

Eine Zeit lang küßte ich meine Frau noch, umarmte mein Kind…

Aber irgendwann hörte ich selbst auf meine Frau zu küssen, mein Kind zu umarmen…

Meine und eure Welt trennt ein Grabstein. Darunter spüre ich von Zeit zu Zeit, wie obend jemand schluchzend eine kerze für mich anhzündet, aber ich weiß nicht wer von euch.”

“Summa Summarum” ist das letzte Gedicht in der ersten Abteilung, von der “Korrespondenz mit der Welt” geht es zuerst quergedruckt zum “Wannseer Diptychon”, ein “Todesgedicht” und einen “Gefängnisbrief” gibt es auch.

In der “Interpunktion des Lebens” gibt es den von Michael Hammerschmid erwähnten “Syrischen Morgen”, den “November in Graz”, wo Lidija Dimiskovska vielleicht einmal ein Stipendium hatte “Den November in Graz erleben”. Das Gedicht “Asylanten” “Unter der Erde befindet sich das größte Asylantenheim. Dort sind die Selbstmörder untergebracht, Emigranten ins Jenseits” hat Lidija Dimiskovska auch gelesen. Und das titelgebende Gedicht lautet “Zuhause Vaterland. Sprache.Stammbaum. Individuelles und kollektives Gedächtnis. Archetypen. Atavismus. Unvergleichbarkeit.”

Sehr beeindruckend das Buch und Lidija Dimkovska sagte im Gespräch, daß ihre Gedichte sehr realistisch sind und ich habe mich sehr gefreut, eine mir bisher unbekannte Dichterin kennengelernt zu haben, die, glaube ich, schon einmal beim “Dichterloh Festival” gelesen hat, durch deren Buch ich mich nach der Veranstaltung in der Badewann durchgelesen habe.

Dann ging es nach Moskau, nämlich zu dem 1939 in Sibirien geborenen Wjatscheslaw Kuprijanow, der auch als Übersetzer tätig ist und beispielsweise Hölderlin und Jandl übersetzt hat und daher ausgezeichnet Deutsch spricht. Er ist auch auf Deutsch offenbar besser als im Russischen mit Büchern vertreten, obwohl ich im Netz gar nicht so viel über ihn fand. Das Gespräch und die Lesung wurde voraufgezeichnet. Daher wieder Überraschung, ein völlig veränderter Michael Hammerschmid, nämilich mit sehr kurzen Haaren, während er jetzt ein wenig bärtiger ist und der Autor las sich selbst auf Deutsch und Russisch. Das erste Gedicht handelte von Wölfen. Da heulte der Autor regelrecht, was Michael Hammerschmid dann als singen interpretierte. Einige Geidchte wurden auch von Gerald Bisinger übersetzte. Deshalb winkte dessen Sohn August schön maskiert nach Moskau in den Schirm und der Autor hielt seine deutschen Bücher hinein, erzählte vom literarischen Kolloquium, wo er offenbar als Stipendiat war, beantwortete Michael Hammerschmids Frage, ob er von Daniil Charms beeinflußt wurde.

Sehr beeindruckend der Abend und sehr unterschiedlich die Texte der Autoren, die allesamt sehr sozialkritisch waren, was in der Lyrik ja eigentlich nicht unbedingt so üblich ist und am nächsten Montag geht es mit einer kommentierten Lesung von Gerald Kofler und Ivan Blatny, die beide schon gestorben sind, weiter.

Zur Genauigkeit poetischer Existenz

Das Lyrikfestival “Dichterloh”, das es seit einigen Jahren kuratiert von Michael Hammeschmid in der “Alten Schmiede” gibt, hätte eigentlich im Frühjahr stattfinden sollen.

Coronabedingt war das natürlich nicht möglich und wurde auf den Jänner verschoben und da kann es, weil wir uns ja im zweiten, dritten oder was auch immer Lockdown befinden, natürlich auch nicht live und mit Publikum stattfinden, also setzte sich Michael Hammerschmid vor den Laptop, hielt die Einleitung, daß es da vom elften bis sechundzwanzigsten Jänner einige Veranstaltung geben wird, wo die verschiedensten alte und junge Dichter aus den verschiedensten Ländern, vorgestellt werden.

Dann kam er zu der 1950 in Chemnitz geborenen und in Leipzig lebenden Angela Krauß, eine Freundin von Kerstin Hensel, glaube ich, die den “Bachmannpreis” gewonnen hat und von der ich in meinen Regalen auch einige Bücher, wie die “Überfliegerin”, “Kleine Landschaft” und die “Milliarden neuer Sterne” liegen habe und sagte, nach dem er sie und ihren bei “Suhrkamp” erschienenen Band “Der Strom”, der, glaube ich, in sechs Teilen, sowohl lyrische, als auch Prosatext enthält, vorstellte, “Hallo, Angela, ich freue mich, daß du da bist!” und ich dachte “Oh-?”

Dann kam man aber in das Wohnzimmer einer strahlend lächelnden Autorin, die mit großen Enthusiasmus aus ihrem blauen Buch las, in dem es, um einen Mäzen, der Veränderung der Welt, um ein französisches Restaurant und vieles anderes geht. Auch Michael Hammerschmid war begeistert von dem Schwung und erkundigte sich bei derAutorin, wie sie zu ihren Gedichten käme und Angela Krauß antwortete ihm, daß es ihre Lebensform sei und las am Schluß noch eines von ihren sieben Gedichten, das, glaube ich, im letzten Teil enthalten ist und sagte dazu, daß das die sieben Sachen wären, die man auf die Flucht, etcetera, mitnehmen würde. Der Koffer, der bereit stünde mit den sieben Sachen und las dann noch das Gedicht “Vorfreude”, das sozusagen auf die Vorfreude auf den 1939 in Oslo geborenen Dichter Jan Erik Vold und seine “Träumemacher Trilogie” übersetzt von Walter Baumgartner, hinwies und der Dichter las zuerst auf norwegisch drei Mediationen. Die Erste trug den Titel “Schnee”, dann ging es, um das Wasser und der dritte Text hieß “Gottesrepertoire”, die dann von Michael Hammerschmid auf Deutsch gelesen wurden.

Jan Erik Vold hat auch die Tagebücher der jüdischen Emigrantin Ruth Meyer herausgegeben und ich habe wieder zwei interessante lyrische Stimmen gehört. Angela Krauß habe ich ja schon ein bißchen gekannt, auch wenn ich die Bücher noch nicht gelesen habe.

Jan Erik Vold war mir ziemlich unbekannt und morgen geht es unter anderen mit der mazedonischen Dichterin Lidija Dimiskovka weiter, deren Gedichtband “Schwarz aufWeiß” ich ja im Frühling bei den Gewinnspiel auf der “AS-Facebookseite” gewonnen habe, obwohl ich mich ja gar nicht wirklich daran beteiligt habe.

Solo für Yasmin Hafedh und Mieze Medusa

Für heute war der zweite Teil der dreiteiligen “Ist das Kunst oder kann das Rap?” mit Yasmin Hafedh, Sukini und Nora Gomringer angekündigt, kuratiert und moderiert von der wie das bei derartigen Veranstaltungen immer heißt “großartigen” Mieze Medusa.

Wir leben aber in seltsamen Zeiten in denen die Corona Schnüffelhunde wissenschaftlich erforscht werden, die Massentestungen nur zwei Millionen Menschen in die Teststraßen brachte, wofür es in Zukunft Anreizgutscheine geben soll und in Deutschland am Mittwoch der harte Lockdown von dem wir uns gerade vorsichtig befreit haben, ausgerufen wird. In diesen Zeiten kann man auch nicht von Deutschland nach Wien fahren und in einem Hotel übernachten.

Also war nur Yasmin Hafedh gekommen. Mieze Medusa saß wieder am Vortragstisch und berichete, was am am vorigen Donnerstag über Hip-Hop und Rap lernen konnte. Johanna Öttl stellte das zweite Mikrophon bereit und Mieze Medusa stellte zuerst die 1990 in Wien geborene Yasmin Hafedh vor, die ich als Poetry- Slamerin schon irgendwo gehört habe, die erklärte, sie würde sich der Workingclass zugehörig fühlen, die Unterscheidung zwischen E u U-Literatur unnötig finden. Sie war aber schon in New York bei den verschiedensten Rap- oder Poetry-Session und studiert hat sie auch, das aber offenbar nicht fertig, wie an einem Text präsentiert wurde, sondern mit Poetry Slam angefangen. Davon gab es dann ein paar Beispiele, Mieze Medusa stellte zwischendurch immer Fragen oder versuchte das Ganze theoretisch zusammenzufassen und vor den Rap- oderPoetryeinlagen, spielte sie immer die “Applaus-App” im Kopf ab, denn der “Alte Schmiede-Raum” war ja leer, beziehungsweise ist wahrscheinlich August Bisinger mit Maske und Kamera irgendwo herumgestanden und hat auf die elf Zuseher hingewiesen. Eigentlich sehr wenig Publikum für einen solchen Abend, wo ja der Rap und der Slam die Tausenden zusammenbringen, wie ja auch der Slam B im Literaturhaus, als es den noch gab, immer bewies.

Dafür, daß Yasmin Hafedh solo auftreten mußte, hat es aber eine Lösung gegeben, nämlich einen Teamrap, die unterschiedlichen Arten Gangsta-Rap, Bedeutungs-Rap, etcetera, hat Mieze Medusa vorher auch erklärt und die “großartige” Johanna Öttl hat das zweite Mikrophon bereitgestellt und so rappten oder slamten Mieze Medusa und Yasmin Hafedh gemeinsam und am Donnerstag gibt es, wie schon erwähnt einen dritten “wunderbaren! Abend, den dann der “wunderbare” Markus Köhle moderiert, aber auch in der “Gesellschaft” eine wahrscheinlich auch “großartige” Leseauslese mit Cornelius Hell und Katja Gasser, diesmal ohne Punsch und Kekse, wenn man die sich nicht daneben stellt.

Aber, wie schon erwähnt, es ist ein wirklich sonderbares Jahr, in dem ich mich wieder oder immer noch in einem Film vorkommen und darauf warte, daß die Klappe fällt und jemand schreit “Ende, aus!”

Aber das wird vermutlich nicht passieren, denkt man jetzt ja schon die stille Weihnacht, also eine Sperrung der Geschäfte nach Weihnachten, an und in Deutschland soll man ab morgen auch nicht mehr einkaufen gehen, damit die Zahlen nicht steigen und man eigentlich auch keine Geschenke braucht, weil man sich ja auch ohne auf das Fest besinnen kann.

Literatur gegen Rap

“Ist das Kunst oder kann das Rap?”, ist ein Projekt das Mieze Medusa in drei Teilen für die “Alte Schmiede” gestaltet hat und es ist eine der wenigen Veranstaltungen, die es aus der “Alten Schmiede”noch per stream zu hören gibt.

Literatur und Hip-Hop oder wie Mieze Medusas These, glaube ich, lautet, daß es jetzt eine Generation in der “Alten Schmiede” gibt, die mit Hip-Hop aufgewachsen ist oder für die der Rap ein Teil des Bildungskanons geworden ist.

Da gehöre ich wohl nicht dazu, kenne die 1975 als Doris Mitterbacher in Schwetzingen geborene Mieze <medusa aber glaube ich seit ihrem ersten roman “Freischnorcheln” wo sie glaube ich bei “Rund um die Burg” eingesprungen ist oder als Poetry Slamerin gemeinsam mit Markus Köhle, da hat sie Ilse Kilic, glaube ich, einmal im Literaturhaus präsentiert schon lange.

Am Volksstimmefest hat sie, glaube ich, gerappt, Poetry Slams organisiert und in der “AS” macht sie glaube ich jetzt auch die “Textvorstellungen” und heute der Beginn eines dreiteiligen Projektes in dem die Literatur mit dem Rap oder dem Hip Hop zusammengebracht werden soll, was Corona bedingt, glaube ich, nicht so einfach ist, weil nicht alle geplante Künstler auch kommen können. Nora Gomringer, die am Montag auftreten konnte, hat oder mußte absagen.

Heute aber Robert Prosser und das türkisch stämmige Geschwisterpaar Esra und Enes Özmen oder EsRap für mich bisher eher unbekannt, bin ich ja nicht mit Hip-Hop aufgewachsen.

Aber den 1983 in Tirol geborenen Robert Prosser habe ich 2009 in der “Gesellschaft” kennengelernt. Da hat er sein erstes bei “Klever” erschienenes Bändchen präsiert. Die beiden anderen “Klever- Bücher” wurden auch in der “AS” vorgestellt bis er dann mit seinem “Ulstein-Buch” “Phantome” auf der “Deutschen Buchpreisliste” landete und ich dachte “Wui, wie realistisch, so geht das also auch?”

Bis ich ihn dann auf der “Buch Wien” daraus rappen hörte.

“Gemma Habibi” eine Geschichte aus dem Boxermilieu ist im Vorjahr erschienen und daraus hat Robert Prosser auswendig live performed und Mieze Medusa erklärte in ihrer Einleitung, daß der Bezirk Ottakring das Rapper Duo EsRap und den Boxclub in dem Prossers Protagonist Lorenz geht, zusammenbringen könnte. Im Gespräch beantwortete Robert Prosser dann ein paar Fragen zu dem Buch und seine Syrienreise, dann kam das türkischstämmige Geschwisterpaar Enkel von Gastarbeitern. Ihre Raps sind im Internet zu finden, ein CD gibt es auch und die Geschwister performten einige ihrer türkisch-deutschen Lieder, erklärten was eine Arabeske ist und, daß sie einmal in das Jungendzentrum gegangen sind um dort Rap zu machen. Inzwischen kuratieren sie Festivals, haben auch studiert und sind offenbar nicht nur Mieze Medua bekannt und ich finde es spannend die Verjüngungskur in der “Alten Schmiede” zu erleben und bin auch auf die junge Poetry Slamerin Yasmin Hafedh, die am Montag auftreten wird, gespannt.

Am nächsten Donnerstag geht es dann mit Markus Köhle und der Reihe “Slammer. Dichter.Weiter” , weiter, aber da wird auch die “Weihnachtsleseauslese” aus der “Gesellschaft” gestreamt, so daß ich mich mit wahrscheinlich mit den zwei Hip-Hop Abenden begnügen werde und ein paar der EsRap-Songs habe ich mir auch im Netz angehört.