Wieder Wien-Reihe

Als Julia Danielczyk das Literaturreferat der Stadt Wien übernommen hat, hat sie die Literatur im Musa eingeführt, das heißt in dem dem Rathaus gegenüberliegenden Museum, das jetzt zu dem der Stadt Wien gehört, einmal monatlich die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorzustellen, was ich sehr interessant und wichtig fand, die literarischen Stimme und deren Texte kennenzulernen, die von der Stadt Wien ausgezeichnet wurden und bin eigentlich fast immer dort gewesen, bin dort oder auch ein bißchen später nämlich bei einer Buch-Wien mit Julia Danielczyk persönlich in Kontakt gekommen, die mich darauf angesprochen hat, daß sie mich im Musa gesehen hat. Das Musa wurde dann zum Wien-Museum und die Literatur im Musa ist dann als Wien-Reihe in die “Alte Schmiede” übersiedelt, da war ich nicht mehrso oft, weil der Alfred einmal ins Kino wollte, etcetera und dann kam Corona und da wollte ich mich ja nicht mit Maske in die “Alte Schmiede” setzten und einmal kann ich mich erinnern habe ich nur kurz hineingeschnuppert, weil ich eine Stunde hatte oder vielleicht auch nicht darüber bloggen wollte.

Also ein bißchen den Kontakt zu den Stipendianten und dem Literaturgeschehen der Stadt Wien verloren, das ja oder die Musa-Abende sehr beeindruckend waren, nachher gabs im Musa Brot und Wein, ich bin entweder alleine neben dem Tisch der Ines Varga gestanden oder habe mich mit der Angela und dem Josef unterhalten, die ich dort kennengelernt habe, also durch den Lockdown oder auch schon ein bißchen früher den Kontakt zu der Wien-Reihe verloren, aber heute hat es geklappt und da stellte Julia Danielcyck den Stadt-Wien Stipendiaten Norbert Kröll und die Canetti-Stipendiatin Andrea Winkler vor.

Den 1981 in Villach geborenen Norbert Kröll habe ich, glaube ich, im Musa kennengelernt, weil er schon einmal Stipendiat war. Das ist es um seinen Roman “Sanfter Asphalt” vorgestellt, der mir sehr experimentell vorgekommen ist. In der “AS” und bei dieser Benefizlesung im Amerlinghaus habe ich Norbert Kröll dann noch einmal gehört und im Frühling während des Lockdown wurde dann sein Roman “Wer wir wären” im Rahmen der Corona-Lesungen vorgestellt. Jetzt hat er auch daraus gelesen und ich war sehr erstaunt, wie realistisch der junge Autor inzwischen geworden ist und sprachlich sehr genau und eindruckvoll bearbeitet füge ich hinzu “Ein Punkt, irgenwann kommt ein Punkt”, beispielsweise, zwei Stellen hat der Autor aus seinem Buch gelesen. Die Erste, wo der Erzähler Albert seine Frau Elisabeth verlässt, in der Zweiten geht es um einen Freund, der ihn gemalt hat, weil er ein “Einfaches Gesicht” hat und dann in eine Schizophrenie verschwindet und auf diese Art und Weise Albert verläßt.

Im Gespräch mit Julia Danielczyk ging es dann um Schuld und Verrat und Julia Danielczyk fragte ihn dann nach den autorbiografischen Anteilen. Denn der erste Roman kommt vor und der Norbert hat mit dem Albert die letzte Silbe gemein. Der Autor wich elegant aus und dann folgte Andrea Winkler mit der und ihrer Sprache ich mich auf diesen Blog ja schon sehr intensiv beschäftigt habe, aber jetzt, wie ich unlängst bemerkte, schon länger nicht mehr hörte.

Am Anfang meines Blogens habe ich ein Namensspiel mit Andrea Grill und Evelyn Grill, ihr, Andrea und Linda Stift, gemacht, denn ihren ersten Roman “Hanna und ich”, den ich, glaube ich, inzwischen schon gefunden habe, ich, glaube ich, einfach vor 2008 im Literaturhaus kennenlern, als sie noch eine ganz junge Autorin war.

2009 hat sie dann, glaube ich, beim “Bachmannpreis” gelesen und ist mit ihrem “Zug im kleinsten Bahnhof der Welt” nicht sehr gut weggekommen. Den “Priessnitz-Preis”, hat sie auch gewonnen und ich war bei einigen ihrer Lesungen, zum Beispiel in der “Alten Schmiede” und in der “Gesellschaft”, habe mich ein bißchen über ihrer Sprachräusche mokiert und nach der Handlung in ihren Texen gesucht, die sie ja, wie viele andere Sprachkunstautoren nicht so sehr interessiert, die “VierTöne” und den “Hofnarr und Volk” habe ich dann bei einem der Literaturhaus Flohmärlte gekauft und, ich gestehe, noch immer nicht gelesen und jetzt ist sie Elias Canetti-Stipendiatin und hat vier kurze Texte gelesen, die, wie sie erklärte im Zusammenhang mit Musik oder bildender Kunst aufgeführt werden hätte solche und ich betone wieder die präszise schöne Sprache, die Julia Danielczyk dann genau themastisierte und die Autorin danach befragte und meinte, daß die präzise Ausdrucksform ins Schweigen übergeht, weil man ja nicht alles aussprechen kann, wo Andrea Winkler dann betonte, daß sie nichts verschweigen wollte, man aber nicht alles bennen und ausdrücken könnte.

Am Schluß erwähnte Julia Danielczyk dann die nächste Wien-Reihe im April und im März wird es eine Sonderveranstaltung geben. Der Wein und das Brot haben natürlich gefehlt, aber man kann sich sein Glas natürlich selber eingießen und auch Online, beispielsweise auf diesen Blog darüber diskutieren und Julia Danielczyk merke ich an, hat vielleicht genauso ein Luxusproblem, wie ich, leben wir ja in Lockdown Zeiten, wo man derzeit nicht zum Friseur gehen darf, aber ab nächster Woche mit Test Ausweispflicht und FFP2- Maske wieder möglich sein wird.

MUSA im November

Statt zur Zieleinlaufparty ins Writersstudio bin ich heute wieder ins MUSA gegangen, wo die Stipendiatin Alice Harmer und der Förderungspreisträger Daniel Zipfl aus ihren Werken lasen.

Alice Harmer habe ich vor Jahren oder eigentlich Jahrzenten in der GAV kennengelernt. Sie hatte einen kleinen Verlag, den sie dann aufgab und eine Schlußveranstaltung gab es im Literaturhaus ausgerechnet an dem Tag, wo Valerie Szabos  Begräbnis war. Da kann ich mich erinnern, daß ich zuerst am Zentralfriedhof war, danach in Grinzig bei einem Heurigen, dann in der Zieglergassa und man konnte sich ein paar Bücher, experimentelle Literatur, aber auch eines von Thomas Northoff, die man sich mitnehmen konnte.

Dann habe ich länger nichts mehr von ihr gehört und gesehen, erst im letzten Jahr im MUSA wieder und jetzt ist sie Stipendiatin “Wow!”, trug ein rotes Kleid und las zwei poetisch surreale Texte, einer hieß “Requiem an meinen Vater” der andere “Die Farbe der Veränderung”.

Akkordeonmusikbegleitung gab es auch und laut Julia Danielcyck, die meisten Besucher seit ever, nämlich einige Studentenklassen aus Budapest und sonstwo und Daniel Zipfl Debutroman “Eine Hand voll Rosinen”, für den er einige Preise bekommen hat, ist mir bisher entgangen, obwohl ich ja fast alles von der “Kemayr& Scheriau-Literaturschiene” gelesen habe und er ein sehr brisantes Thema, nämlich die Flüchtlingskrise hat, allerdings eine, die schon 2003 passierte und der junge Autor las sich wieder durch durch seine drei Protagonisten, dem Ministerialrat, der einen Flüchtling vor der Abschiebung bewahren wil, dem Schlepper, dem Flüchtling selbst und dann gibt es noch einen Burnoutgefährdeten Priester der als einziger uneigennützig hilft.

En wenig rätselhaft ist mir der Handlungsstrang immer noch, obwohl ich ja schon in der “Gesellschaft für Literatur” und den “O Tönen” draus hört und mir Wolfgang Helmhart, dem treuen MUSA-Stammbeuscher, mit dem ich mich bei Wein und Brot darüber unterhielt, mir das nicht glaubte.

Ansonsten kann ich vermelden, daß ich bei mir mein Alltag, der die letzten zwei drei Wochen ja sehr hektisch war wieder normalisiert. Ich habe statt dem “Partisanenworkshop”, das heute ausgefallen ist, mein “Frühstücksdummie” korrigiert und einen Fehler gefunden.

Das heißt den habe ich schon gefunden, als ich die “Poet-Night” vorbereitete, weil er aus der dort gelesenen Fabian-Szene stammt und “Besser spät als nie” zur Hälfte, so daß ich mich  am Wochenende hoffentlich ungestört meinem “Nanowrimo” widmen kann.

Vom Centrope ins MUSA

im Centrope-Workshop ist es heute mit der semanitsichen Ebene weitergegangen. Das Programm zum “Literarischen Lenz-Literaturfestival”, das vom achtzehnten bis neunzehnten Mai im Theaterbrett stattfindet, gibt es auch schon.

Da werden Edith Kneifl,  Gabo Schein, IlijaTrojanow, Petr Porkovec, Michal Hvorecky, Eva Rossmann, Mila Haugova, Stefan Slupetzky, Denes Krusovsky und Irena Douskova lesen.

Aber da werden wir wahrscheinlich in Harland sein, so daß ich mich mit der literarischen Analyse begnügen muß und die semantische Ebene, wo es um Metaphern und Symbole geht, ist ja auch sehr interessant. Wir haben Peter Roseis und Stefan Slupetzkys Texte analysiert  und sollen das auch zu Hause mit einer Texteite machen, aber für mich ging es wieder ins MUSA, wo diesmal Gabriele Petricek die zum dritten Mal das “Canetti-Stipendium” zu erkannt bekam und und der Stadt Wien Stipendientat Jopa Joakin Jopa Jotakin präsentiert wurden.

Im MUSA gibt es auch eine neue Ausstellung, die am Montag eröffnet werden wird, Jörg Hartigs “Realpopp” und zu den beiden Stipendiaten sind einige Bekannte, wie Hermann Hendrich, Fritz Widhalm,Gerhard Jaschke, Michaela Hinterleitner, Alice Harmer und noch einige andere gekommen.

Gabriele Petricek, die auch einmal bei den “Mittleren” gelesen hatte und zuerst eine Ausbildung in der Modebranche machte, las eine Tetcollage, wo es um Jacky Kennedys Chanellkostüm, eine Schriftstellerin und auch eine Gebirgswanderung ging.

Dann kam Jopa Jotakin, den ich aus dem “Fröhlichen Wohnzimmer” kenne und der jetzt, glaube ich, im GAV-Sekretatiat arbeitet. Ich habe ihn schon bei einer Lesung in St. Pölten gehört, er spricht, steht in seinem Lebenslauf Finnisch und Dada, hat experimentelle Texte, wo er mit seinem Körpereinsatz, aber auch mit Musik und anderen performanten Mitteln arbeitet und er hat mir bis jetzt auch sehr gefallen.

Diesmal möchte ich mich aber von seinen Kochrezepten, die  teilweise ziemlich unerträglich zu hören waren, distanzieren, denn gebackene Mäuse, wo die lebenden Tiere in den Germteig getaucht und dann herausgebraten werden, schmecken mir, glaube ich, nicht und ich finde sie auch nicht sehr literarisch und die Faschistenleiberl sind wahrscheinlich auch nicht das, was ich mag, weil ich ja kein Freund des Rechtsradikalen Gedankenguts, aber auch keiner von Gewalt bin.

Den Leuten hat es wieder sehr gefallen und sie haben auch beim “Häupl-Salat”, wo der Wiener Bürgermeister, der in eine Marinade von Rot-und Weißwein gegoßen wurde, gemeint war, sehr gelacht.

Dann habe ich zwei Gläschen Wein getrunken und drei Stück Brot gegessen und beim Weggehen, Jopa Jotatkin gesagt, daß es mir nicht gefallen hätte.

“Macht nichts!”, hat er mir fröhlich geantwortet. Mir aber schon, weil ich ja gegen Gewalt bin und mir auch bei der Literatur etwas Dertariges nicht gern vorstellen und darüber lachen  möchte.

Danach bin ich schnell nach Hause gegangen, denn da gab es ein Fest, hat der Alfred ja seine WU-Betriebsratkollegen eingeladen und ihnen Schinken mit Melone, Schweinslungenbraten in Kartoffelpanier und danach noch einen Tpfenstrudel gemacht.

Ein sehr gutes Essen von dem ich noch ein bißchen mitbekommen habe und das war gewaltfrei und so stelle ich mir das Leben und die Literatur eigentlich auch vor.

Sehr politische experimentelle Literaturstipendiaten

Weder einmal MUSA, das letzte Mal vor dem Sommer, was eigentlich ein bißchen schade ist, daß es im Juni keine Literatur im MUSA mehr gibt und wiedermal bin ich sehr früh hingekommen.

War am Nachmittag nämlich die Muttertagsfeier des Bezirkes Mariahilf, wozu ich immer eingeladen werde und diesmal ist es mit dem Bus in die Blumengärten nach Hirschstetten, vielleicht gibt es am Sonntag eine diesbezügliche Glosse oder Wurfgeschichte, gegangen und um halb fünf von dort wieder zürück, so daß ich vor Ralph Klever, das Museum betreten habe und Iris Lechner gerade die “Reservierungenkarten” auf die erste Sitzreihe legte.

Macht ja nicht, konnte ich mir die Ausstellung von Eva Choung-Fux “Nach dem Ende der Welt” in aller Ruhe ansehen und dann den Büchertisch, den diesmal Ralph Klever betreute. die heute lesenden Autoren, Ann Cotten und Florian Neuner haben bei ihm verlegt und so gab es eine Reihe Bücher.

Ann Cotten verlegt zwar auch bei “Suhrkamp”, es gab aber auch ein “Klever-Buch” und der 1972 geborene Florian Neuner, der mir bisher relativ unbekannt war, gibt bei “Klever” auch die Literaturzeitschrift “Idiome” heraus, die glaube ich, schon Veranstaltungen im Literaturhaus hatte, wo ich allerdings nie hinkam.

Zwei sehr experimentelle Autoren also, dachte ich beim Durchblättern der Bücher und sagte das auch so dem Chemiker Manfred, den ich in der Wien-Bibliothek kennenlernte und schon länger nicht gesehen hatte, diesmal ist er aber gekommen und hat nach mir gefragt, hoffentlich nicht zu emperimentell für ihn, der mir ja immer von Kafka, Werfel, Satre, etcetera erzählt.

Und dann wurde es wieder spannend, man sieht, man kann sich immer irren und heute Mittag tat ich das schon einmal bei den Radogeschichten.

Da gab es nämlich eine sehr spannende von einem “Hans im Glück”, eine sehr absurde, aber auch eine, die immer wieder moderne Wörte hatte und ich dachte, wem hat das Dummheit dieses Hänschen auch nicht gefallen?, weil ich zwischendurch ans Telefon mußte, habe ich den Autornamen versäumt und wer war es? Kurt Schwitters, welch Überraschung und die kam dann auch bei der 1982 geborenen Ann Cotten, die mich sehr beeindruckte, daß sie, als sie den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, im Literaturhaus sagte, sie hätte sich am liebsten in eine Kiste gesetzt.

Sie dürfte also sehr experimentell sein. Einmal habe ich sie, glaube ich, in der “Alten Schmiede” beim Zeichnen beobachtet und beim Fest für Ernst Jandl, als ich wieder mal fertig war, daß die anderen alle literarisch Erfolg haben und ich nicht, hat sie das mitbekommen und mich gefragt, wie es mir geht?

Diesmal überraschte sie mich mit einem Versepos. Hej was soll das, eine experimentelle Autorin, die reimt und dann hat das Ganze auch noch einen sehr kuriosen Inhalt.

“Verbannung”, heißt, glaube ich, das Buch und da ist eine junge Frau auf eine Insel verbannt, lernt dabei einen Bürgermester kennen, es gbt eine Revolution und am Ende ein Kapitel, das nur aus S beziehungsweise zusammengesetzten Worten, die mit See beginnen, besteht, was Kritiker dazu veranlaßte, von einer Seekrankheit, die man beim Lesen dieses Textes bekommen würde, zu sprechen.

Beim Gespräch mit Julia Danielcyk stellte sich heraus, daß Ann Cotten ein “Meyer-Konservationslexikon” im Müll gefunden hat und darüber einen Text schreiben wollte, daß eine Person damit auf eine Insel verbannt ist, interessant, daß ich für den nächsten “Nanorimo” schon ähnliche Pläne habe.

Da will ich den Roman nämlich aus lauter Wurfwörtern schreiben. Das ging bei Ann Cotten aber nicht in Prosa, so wurde ein Versepos daraus, das, wie Julia Danielcyk mehrmals betonte, außerdem noch sehr lustig ist.

Den 1972 geborenenen Florian Neuner. kenne ich, glaube ich, aus der “Alten Schmiede”, beim Durchsehen seiner Werke beim Büchertisch hatte ich einen sehr experimentellen Eindruck von ihm und dann wurde es sehr politisch.

Denn in seinem in einer Berliner Zeitschrift erschienen Text  “Gefecht Übung” geht es um den Krieg, beziehungsweise, um die Kämpfe, die die Kriegsbefürwörter und die Kriegsgegener miteinander ausfechten, um paramilitärische Übungen auf einem großen Truppenübungsplatz in Ostdeutschland und ich dachte mir die ganze Zeit, was hat das mit Literatur zu tun?

Das ist sehr interessant, hoch politisch und auch scharf pointiert formuliert, aber mehr ein Essay, eine Gesellschaftsanalyse, als ein literarischer Text.

Julia Danielcyk nannte es im Gespräch  eine literarische Reportage. Florian Neuner verneinte und ich habe wieder zwei interessante literarische Entdeckungen gemacht und mein literarisches Urteil  revidiert.

Im Oktober geht es wieder weiter mit der neuen Veza-Canetti Preisträgerin, die wie Julia Danielcyck erklärte, noch nicht ermittelt wurde, so daß man wieder raten kann, wer das werden wird?

Julya Rabinowich, Judith Gruber-Rizy, fallen mir dazu ein, aber vielleicht wieder jemand ganz anderer, bin ich ja nie sehr gut im Raten, Marlen Schachinger könnte es gut sein, aber auch Marlene Streeruwitz, Angelika Reitzer, Lydia Mischkulnig und viele mehr.

Musik im MUSA

Wieder einmal “Literatur im MUSA”, wieder einmal eine Stipendiatin und ein Stipendiat der Stadt Wien, diesmal war auch Musik dabei und die Ausgezeichneten waren mir zwei alte Bekannte, nämlich Christine Huber und Daniel Wisser und Daniel Wisser, den ich einmal, lang lang ist her, bei einer Wohnzimmer-Veranstaltung” im Amerlinghaus kennenlernte, wo er sein “Ritter-Buch” “Dopplergasse 8” vorstellte und ich mir dachte, so realistisch bin ich auch, hat schon einmal das “Canetti-Stipendium” bekommen und seinen “Weißen Elefanten” im MUSA vorgestellt. Mit “Standby” hat er beim Bachmannpreis glesen, mit dem “Elefanten”, war er bei den “Alpha-Finalisten” und eine seiner “Solo-Performances” habe ich im Literaturhaus auch einmal gehört und Christine Huber, die experimentelle Lyrikerin, GAV-Generalsekretärin und “Dicht-Fest-Veranstalterin”, kenne ich auch schon sehr lange. Einmal als sie noch nicht so experimentell war, wurden wir beide nach Klagenfurt zum “Preis der Arbeit” eingeladen. Sie hat neben Bernhard C. Bünker mit einem Text über ein Zimmermädchen gewonnen und jetzt hat sie ihre Gedichte aus einem “Art und Science Band” gelesen.

Sehr experimentelle Gedichte, deren Sprache ein wenig an Jandl erinnerten und sie hat dann Julia Danielcyck auch genau erklärt, wie sie ihre Lyrik verstanden haben will.

Wenn sie das Wort Pfirsich schreibt, stellt sich jeder das runde Ding vor. Sie will aber keine Geschichte darüber schreiben, sondern die Sprache verknüpfen und ärgert sich immer, daß es seit zwanzig Jahren keine Avantgarde mehr gibt, sondern, daß das Erzählen wieder in ist, weil sich die amerikanischen Romane angeblich so gut verkaufen lassen, was sie immer ärgert.

Mich ärgert das nicht so sehr, obwohl ich ja keine so goße Freundin der großen Amerikaner bin, aber realistisch psychologisch vor mich hin erzähle und Daniel Wisser, dessen “Ritter-Buch” ich damals sehr realistisch fand, überraschte mich mit seiner Performance aus seinem eneuen “Klever-Buch” “Kein Wort für Blau” mit seiner Realistik oder war das erst bei dem Musikbeitrag, wo Liese Lyon einhändig begleitet von Oskar Aichinger vier seiner Lieder sang, die erstaunlich erzählend und erstaunlich konventionell klagen.

Ja so dreht und wendet sich alles nach vorne und auch nach zurück und das neue Buch besteht aus lauter kleinen Erzählungen, nach wahren Begebenheiten, wie Daniel Wisser betonte und so stand er wieder mit dem Wasserglas vor dem Mikrophon, sagte dreimal den Titel der Geschichte und dann sprach er seine Texte ab, von denen ich einige, wenn ich mich nicht irrte, schon bei seiner letzten Performance im Literaturhaus hörte.

Sehr viel Publikum, Gerhard Jaschke, Susanne Ayoub, die mich sehr freundlich begrüßte, Herbert J. Wimmer, Alexandra Millner, Walter Famler, Dine Petrik, Wolfgang Helmhart und und und es gab wieder Brot und Wein, Gespräche und die Bücher der beiden Stipendiaten konnte man sich auch kaufen und nach Hause mitnehmen, um dort in Ruhe lesen, was wie Julia Danielcyck im Gespräch erwähnte, vor allem bei Christine Hubers Gedichten sehr hilfreich ist.