“Cherubino” übersetzt, ARA-Webinar und achtzehnter “Nanotag”

Während ich im Harlander Wohnzimmer die Szene sechsunddreißig bis achtunddreißig meiner “Flora”, die die ich am Dienstagabend bis zum Ende und bis 50.660 Worte hinuntergeschrieben habe und dann nicht mehr zum Durchsehen gekommen bin, korrigierte und dazwischen der kleinen Lia beim Malen und Spielen zuschaute, habe ich mich in die “Gesellschaft” gestreamt, weil es das einen “Traduki-Abend” gab und zwar wurde da die kroatische und die englische Übersetzung von Andrea Grills “Cherubino” die damit 2019 auf der deutschen Longlist stand, vorgestellt und mit den Übersetzerinnen Tess Lewis und Milka Car diskutiert wurde und das ist immer interessant über die Übersetzungsschwierigkeiten zu hören. Der Roman, der ja, um eine schwangere Sängerin geht, die eine Beziehung zu gleich zwei Männern hat und ihre Schwangerschaft, während sie durch die Welt tingelt, um ihre Bühnenerfahrung zu machen, verschweigt, ist ja sehr musikalisch und da braucht es, meinten die Übersetzerinnen den Rhythmus und sie meinten, glaube ich auch, daß sich das Buch leicht übersetzen ließ.

Andrea Grill , die auch aus dem Albanischen übersetzt, erzählte, warum sie eine Sängerin als ihre Heldin wählte und, daß sie während des Schreibens öfter in die Oper und auch auf den Stehplatz gegangen ist und, daß sie das Buch, wie den “Nozze di Figaro” konzipiert hat. Die englische Übersetzerin meinte, glaube ich, daß man im Jahr 2019 bei den Wort “Test” wohl automatisch wußte, daß damit ein Schwangerschaft gemeint sei, während das in den pandemischen Zeiten wahrscheinlich anders ist und ich habe, obwohl ich, das Übersetzen und die Unterschiede, die es dabei gibt, wenn die Übersetzer vielleicht das Buch neu und umschreiben, sehr spannend finde, ja nicht sehr viel mit dem Übersetzen zu tun, obwohl meine “Zeitungsmeldung” auf Hindi übersetzt ist und ich da keine Ahnung habe, wie gut oder schlecht Amrit Mehta das getroffen hat und Marinko Stefanovic hat mir ja einmal versprochen, die “Mimi” auf Bosnisch zu übersetzen, JuSophies kritische Einwände haben ihn wohl davon abgehalten, aber ich hättewahrscheinlich ohnehin keinen bosnischen Verlag dafür gefunden und dann, die “Gesellschaft” begann um sieben, gab es um acht noch eine Veranstaltung, die ich streamen oder zoomen konnte, denn da gibt es ja Jurenka jurk und ihre Romanschule, die sich jetzt sehr entwickelt hat, die gerade ihre dritte Autorenmesse beendet hat und jetzt wieder einen Infoabend zu ihrer “Ara-Ausbildung zum Romanautor” gab und das fasziniert mich irgendwie, weil ich wahrscheinlich die Hoffnung, es doch einmal zu schaffen mit meinen Schreiben Anerkennung zu finden, obwohl ich ja keine Genre schreiben. Aber jetzt stehe ich auch vor der Aufgabe aus meinen fünfzig Szenen und achtundneunzig Seiten einen “richtigen Roman” zu machen.

Ich schreibe ja nicht sehr abgehoben, wie meine Leser wahrscheinlich wissen und auch nicht experimentell und habe während meines Longlistenlesens jetzt schon einige Bücher gefunden, die es ähnlich machen und finde jetzt, da ich mich durch den möglichen neuen österreichischen Buchpreisträger lese, daß der es gar nicht so unähnlich, wie ich macht.

Ich bin natürlich viel banaler und erzähle wieder einmal die Geschichte einer vereinsamten Pensionistin, die im Laufe der Geschichte neue Perspektiven findet, aber der Roman wird fertig werden.

Der Rohtext ist es und er ist kürzer, als ich es wollte geworden. Mit den fünfzigtausend Worte im Rohtext gab es diesmal keine Schwierigkeiten, aber eigentlich hätte ich noch zwei Wochen weiter schreiben können und überarbeiten muß ich natürlich auch noch gründlich und da versuchen, besser zu werden. Aber ich werde den Text wahrscheinlich in zwei drei Monaten fertig haben, so daß es der Alfred ür die Druckerei fertig machen kann.

Daß ich damit wahrscheinlich trotz deiner Blogpräsentationen keine Aufmerksamkeit finde ist natürlch schwierig und jetzt gibt es noch weniger Lesemöglichkeiten als früher, aber der Roman wird fertig werden, wie auch meine anderen wahrscheinlich schon sechzig Selfies sind und das ist ja, was Jurenka Jurk in ihrer Ausbildung anbieten will, den Roman druckfertig zu machen. Das kann ich und die Anerkennung wird mir die Ausbildung wahrscheinlich auch nicht bringen, weil Schreibgruppenerfahrung habe ich ja und sogar im Laufe meines Lebens schon drei besucht. Die Erste war der “Arbeitskreis schreibender Frauen”, dann die Schreibwerkstatt der Eveline Haas, der Gewerkschaft, so um die Jahrtausenwende und dann die Schreibgruppe mit der Doris Kloimstein, der Ilse Kilic, der Ruth Aspöck, etcetera und natürlich hätte ich vversuchen können, die “Leondinger Akademie” zu besuchen, habe das aber nicht gemacht.

Jetzt geht es mir darum Leute zu finden, die meine Sachen wirklich zu lesen und mich vielleicht ein bißchen fördern. Sonst muß ich es halt weiter allein machen.

Eine zweite Streammöglichkeit hätte es auch gegeben, wurden ja im Literaturpreis die “FM4- Wortlaubt-Preise”, die mich früher sehr interessiert haben, vergeben. Aber da habe ich heute nicht hineingeschaut, kann das aber noch eine Woche nachholen.

Wieder “Edition-Exil entdeckt” und vierter Nano-Tag

Die “Edition Exil” ist ein “Newcomerverlag” mit dem “Exil-Preis”, der “Exil-Literaturwerkstatt” und der “Edition Exil entdeckt”, die von Christa Stippinger ins Leben gerufen wurde, stellte Barbara Zwiefelhofer, die heutige Literaturhaus-Veranstaltung vor, die ich, weil ich das Wochenende in Harland verbringe, wieder streamte und da wurde heute ein Buch vorgestellt und eine Lesung von zwei Exil-Preisträgerinnen gab es auch.

Die erste Leserin war, die 1992 in der Ukraine geborene Ganna Gnedkova, die schon lange in Österreich lebt und hier als Literaturkritikerin arbeitet.

Der erste Text, der schon vor einem Jahr geschrieben wurde, beschäftigte sich mit der Muttersprache, die man, um die Familie zu schützen, nicht so nennen darf und ging dann zu den verschiedenen Sprach- und Übersetzungsschwierigkeiten über, die man erleben kann. Die anderen Texte, “Flucht und Rettungsplan” und die Kurzgeschichte “Die Unerträglichkeit der Schnecke”, beispielsweise, hat sie erst nach Kriegsbeginn geschrieben.

Dazwischen gab es Musik zu hören, die, glaube ich, auch von einem ukrainischen Künstler gespielt wurde.

Die nächste Lesende war die 1994 in Bosnien-Herzegowina geborene Ana Drezga, die auch schon lange in Österreichlebt, 2016 den “Exil-Preis” gewonnen hat, in der “Exil Literatur-Werkstatt” tätig ist und die Ausschnitte aus ihrem in Arbeit befindenen Roman las, den Christa Stippinger, wie sie betonte, sehr gern im nächsten Jahr publizieren will und der eine rotzig freche frische Sprache hat, in dem eine Ich-Erzählerin von einer Dana und einem Theater berichtet.

Dann kam die Buchpräsentation von “Blasse Tage” eine Kurzgeschichtensammlung von Zarah Weiss, die auch Exil-Preisträgerin ist, Deutsch als Erstsprache hat und1992 in Düsseldorf geboren wurde. “Ihre Texte erzeugen sofort Bilder”, erklärte Christa Stippinger und die Autorin las zwei Texte. Zuerst die Geschichte “Weisser Rauch”, wo es um ein Kind, ein Tier, um verstrickte Familienverhältnisse in einer dörflichen Gemeinschaft, beziehungsweise, um die Schwester Martha, die zu rauchen beginnt, geht und die Erzählerin verläßt und im Hof eine Melkmaschine angeschafft wird.Die zweite Geschichte hieß “Häschen in der Grube”, die von einem toten Hasen handelte, war auch sehr spannend und Zarah Weiss freute sich endlich ihr Buch in der Hand halten zu können. Dann gab es großen Applaus. Das Literaturhaus war wieder sehr voll von Freunden und Fans.

Und von meinem “Nanowrimo-Schreiben” kann ich berichten, daß ich wieder sehr fleißig gewesen bin. So habe ich heute nicht nur “Die gestohlenen Jahren”, die jetzt auch ein Cover haben, nochmals durchgesehen und zwei Fehler entdeckt, sondern auch zwei Szenen bei der “Flora Faun” weitergeschrieben, so daß ich jetzt bei über zwanzig Seiten, sieben Szenen und 10.135 Wörter halte und derzeit nicht sehr zufrieden, damit bin, sondern wieder “Ich kann es nicht!”, denke und auch noch keinen richtigen Plot habe, sondern mich von Szene zu Szene vorwärt hantle. Da soll der kleine Jürgen mit seiner Mutter zu einem Konzert seines Vaters gehen und Flora ist beim zweiten Buch. Kristine Bilkaus “Nebenan” und ihr Jugendfreund Mortimer und ihre Träume lassen sie nicht schlafen. Aber das ist ja eigentlich Absicht des “Nanowrimos”, daß man plotlos, die fünfzigtausend Worte schreibt und da bin ich jetzt zwei Tage voraus, so daß ich mich eigentlich entspannen kann.

In Memoriam 2022 und zweiter Nanowrimotag

Am zweiten November, dem Allerseelentag, wird seit achtzehn Jahren im Literaturhaus veranstaltet von Karin Ivancsics von der ich schon einige Bücher gelesen habe, verstorbenen Schriftstellern und GAV-Mitgliedern gedacht. Einige Male war ich dort, 2020 habe ich die Veranstaltung gestreamt, und da hat ja, während die Veranstaltung im Literaturhaus stattfand, da war ja, glaube ich, noch kein Lockdown, der Terroranschlag stattgefunden und heuer hätte ich wieder normal hingehen können, hatte aber leider wieder eine Stunde, also auf den Stream gewartet und bis es soweit ist, kann ich über meine Schreiberfahrung berichten, denn ich habe mich ja wieder, nachdem ich vorige Woche am Nationalfeiertag überraschend mit dem “Sozialen Kreditsystem” fertig geworden bin, entschlossen, am “Nanowrimo” teilzunehmen und interessant ist da auch, daß ich einige Male, als ich den Toten gedachte, auch am “Nanowrimo” geschrieben habe.

“Flora Fauns Freudenberge oder Seifenblasen fliegen gegen die Luft” wird der Text heißen. Am letzten Mittwoch, dem Nationalfeiergag, habe ich die Fenster geputzt, am Freitag dann alles vorbereitet, mir die Bilder, die mir dazu Anregung geben sollen aus “”Woman- und “Wien live- Zeitschriften” gerissen, ein paar Charakterbögen ausgefüllt. einen entsprechenden Blogartikel habe ich schon geschrieben und dann am Samstag mit der ersten Szene begonnen.

Das waren etwa 1500 Worte. Also wieder etwas vorgeschrieben und geschummelt und dann am ersten November, also gestern, die zweite Szene und heute die dritte.

Die ersten zwei sind Flora Fauns Traum und dann die erste Bücherlesung nach Bildern im Stadtpark. Die dritte Szene, die ich heute vor meinen Stunden geschrieben habe, ist dem kleinen Jürgen Jelleweil, dem Nachbarbuben gewidmet. Zehneinhalb Seiten und wie erwähnt 3 Szenen und 4927 Worte habe ich schon.

Ob ich so schreiben, wie im Vorjahr, wo ich erst später zum Schreiben angefangen habe? oder mich wieder offiziell anmelden soll, habe ich überlegt. Mich dann für den offiziellen Weg entschlossen, so daß ich meine Fortschritte an Hand der Graphik hautnaher, als sonst verfolgen kann. Buddies habe ich keine. Es ist also doch ein einsames Schreiben und einen Plot, wie es der Gründer wollte, auch nicht wirklich. Aber den Vorsatz jeden Tag, wenn ich zum Schreiben komme, das werde ich nicht jeden, denn ich habe ja viele Stunden und die “Buch-Wien” gibt es in drei Wochen ja auch, möglichst ein Kapitel mit den gewünschten 1615 Worten zu schreiben, damit ich vielleicht an die gewünschten fünfzigtausend Worte komme und dann mit dem vorhandenen Material den Text konzipieren.

So schwebt mir es vor. Mal sehen, wie es wird? Ich bin gespannt und inzwischen hat sich im Literaturhaus Robert Huez gemeldet, der die Namen, der im letzten und diesen Jahr verstorbenen GAV-Autoren und der Autoren, die sie würdigten verlas.

Margarete Herbst und Michael Bruckner haben musikalisch untermalt und Monika Vasik hat die erkrankte Karin Ivancsics vertreten und durch die Veranstaltung moderiert und da zuerst den Lebenslauf von der im letzten Dezember verstorbenen Christine Haidegger verlesen, die ich in den siebziger oder achtztger Jahren kennenlernte, ihren Roman “Zum Fenster hinaus” gelesen habe und sie dann in der GAV immer wieder getroffen. Zu ihrem Symposium “Sichten und Vernichten” hat sie mich einmal nach Salzburg eingeladen und beim letzten “Tag zur Freiheit des Wortes”, den ich organisiert habe, hat sie gelesen.

Ihr Salzburger GAV-Kollege Fritz Popp hat dann einige Gedichte von ihr gelesen, die ihm, wie er dazu erzählte, sehr gefallen haben. Der nächste Verstorbene war der am achten Februar verstorbene Gerhard Roth, dem berühmten Schriftsteller mit seinen beiden Zyklen “Die Archive des Schweigens” und “Orkus” und Martin Kubaczek von dem ich auch schon einiges gelesen habe, hat ihn gewürdigt und einen Kunstessay “Der Bleistift” über den bildenden Künstler Siegfied Anzinger gelesen, die in den Neunzigerjahren in einem Kunstband der Zentralsparkassa erschienen sind.

Dann kam Claudia Bitter, die den im Juni verstorbenen Josef Zoderer würdigte und den 1935 Geborenen habe ich noch wenige Tage vor seinem Tod aus seinem Gedichtband “Bäume im Zimmer” alesen hörte und las zuerst ein Stück aus seinem “Glück beim Händewschen” wo es um sein Internatsleben ging und dann ein par Gedichte aus seinem letzten Band, von dem Claudia Bittner erzählte, daß auch sie den Band wenige Tag vor seinem Tod in der Hauptbücherei gefunden und gelesen hat.

Dann wurde Wolfgang G. Eigensinn gedacht, der auch den Namen Wolfgang Ebensee trug, Melamar hat einige Texte aus einem vergriffenen Gedichtband gelesen.

Dann kam Ilse Kilic und las ein Stück aus dem Buch “Gespräche mit dem Wolfsmann”. Das war ein Patient Sigmund Freuds ,den die 1943 geborene und im August 2021 verstorbene Karin Obholzer noch im Alter am Steinfhof besuchte und mit ihm sprechen konnte.

Dann kam der liebe Rudi, wie ich Rudolf Lasselsberger immer nenne und gedachte dem 1937 geborenen Eugen Bartmer,n der im Jänner gestorben ist, der von Beruf Schlosser war, in der Zeitschrift “Tarantl” publizierte, dem “Werkkreis der Arbeitswelt§ angehörte und mit dem ich glaube ich schon beim Volksstimmefest und bei der “Poet Night” gelesen habe. Rudi Lasselsberger, der jetzt lange Haare hat, hat den Text “Am Kaiserwasser” gelesen.

Dann kamen, wie Monika Vasik erwähnte drei Autoren, die sehr alt geworden sind. Der Erste war der 1935 geborene Oswald Wiener,Mitglied der “Wiener Gruppe” und Mitbeteiligter an den berühmten””Uni-Ferkeleien” von dem ich gar nicht wußte, daß er erst im vorigen November verstorben ist.

Der nächste Autor war der 1930 geborene und am ersten Februar 2022 verstorbene Medienwissenschaftler Friedrich Knilli, der ein Buch über den NS-Progpagandafilm “Jud Süß” und seinen Hauptdarsteller geschrieben hat und der dritte Autor, Herbert W. Franke, der Science Fiction Autor, den auch die Ruth bei ihren nächsten Privatissimum würdigen will.

Der letzte Autor Jad Turjman war viel jünger. Wurde er doch erst 1989 in Damaskus geboren und verunglückte im Juli am hohen Göll in den Berchtesgardner Alpen, er hat als Flüchtlingshelfer gearbeitet und drei Bücher im Residenz-Verlag” herausgebracht aus einem hat Christa Nebenführ gelesen und ich habe von ihm, wie auch von Friedrich Knilli, glaube ich, noch nicht viel gehört.

Eine interessante Veranstaltung und eine Begegnung mit bekannten und unbekannten Autoren, denen man am Allerseelentag und wahrscheinlich auch sonst gedenken und sie lesen soll und so hat es im Literaturhaus auch einen Büchertisch gegeben.

Frankfurter Messe ganz präsent

Die Frankfurter Messe ist ja, glaube ich, größte Buchmesse der Welt oder Europas und ich war da zweimal 2000 und 2002 und habe ab 2008, als ich schon bloggte immer hingestreamt und war anfangs von den digiatalen Möglichkeiten sehr begeistert. 2019 habe ich sie wegen anderer Termine fast verpasst und 2020 und 2021 gab es sie nur in abgesteckter digitaler Form heuer wieder mit oder ohne Maske oder Testsystem ganz präsent und ich integriere wieder mit meinen nicht so leeren Terminkalender, weil die Pandemie ja auch den Psychotherapiebedarf erhöhte und der Verein daher das Kontingent geöffnet hat und literarische Programme gibt es in Wien ja auch.

So habe ich die Präsentation über die neuen Bücher über Erika Danneberg gestern nur gestreamt um auch die Buchpreisvergabe streamen zu können. Kim de L`Horizon ist der neue deutsche Buchpreisträger geworden und das ist ja sehr spannend.

Gastland ist Spanien und “Translate, Transfer, Transform” scheint auch eines der Thema zu sein. Seit ich blogge, bekomme ich immer wieder Presseinformationen und am Dienstag bin ich auch in die Pressekonferenz hineingekommen und konnte die Statements von Direktor Jürgen Boos und der Vorsteherin des Börsevereins Karin Schmidt Friderichs hören.

Der pakistanische Autor Mohsin Hamid, der 1971 geboren wurde und jüngst den Roman “The last man”, ein präsantes Thema, geschrieben hat, hielt dann eine Rede und sagte, was ich sehr interessant fand, daß der Autor nur ein halbes Buch schreiben würde. Die andere Hälfte ergänzt dann der Leser. Das unterscheidet mich wahrscheinlich von den “Profi-Autoren”, denn, ich glaube, ich schreibe schon ganz, zumindestens für mich und kann mich dann mit den Lesern, die es anders empfinden, auseinandersetzen, was ich auch gern mehr täte und die Fragen, der Pressevertreter schlossen dann auch auf das veränderte Leserverhaltern durch die modernen Technologien an und nach den rechten Verlagen, die ja vor einigen Jahren vermehrt aufgetreten sind, wurde auch gefragt.

Bevor es zur Eröffnung ging, habe ich mich noch ein bißchen in das Gastland Spanien eingelesen und eingehört, da gibt es einige Sprachen, katalanisch, baskisch, galizisch, vielleicht auch deshalb das Translate-Thema und ein Gastland-Buch hat mir “Wagenbach” ja schon geschickt.Und der meistverkauft ist der “Don Quijote”, ein Buch, daß ich von den Kinderfreunden” zur Jugendweihe bekommen, aber nicht gelesen habe.

Das spanische Königspaar ist zur Messeeröffnung angereist, da sah man sie in einem Video aus dem Flugzeug steigen, es gab dann die Eröffnungsfeier, mit Festreden und Musikeinlagen, die Mona Ameziane moderierte, die ich mir erst später angesehen habe und am Donnerstag, dem ersten Messetag hat es dann am blauen Sofa mit dem Gastland Spanien begonnen und zwar haben da Antonio Munoz Molina “Tage ohne Cecilia”, Marta Orrios “Sanfte Einführung in das Chaos” und Lucia Gonzales “Tagebuch eines Vulkans” mit Matthias Hügle über ihre Bücher diskutiert.

Dann bin ich in eine Diskussion über Esther Kinskys “Rombo” hineingekommen, bevor es auf dem “Blauen Sofa” mit einem Buch des in Schweiz lebenden Heinz Helle weiterging, der 2015 mit seinem “Eigentlich müßten wir tanzen”, den ersten dystopischen Roman auf dem ich aufmerksam wurde, wie ich immer sage, auf der deutschen Longlist stand. Jetzt hat er mit “Wellen” einen autobiografischen Roman geschrieben, nämlich über einen Schriftsteller, der durch die Geburt seines zweiten Kindes in eine Krise gerät und die Literaturwissenschaftlerin und Modeexpertin Barbara Vinken beschäftigte sich dann in “Verkleiden. Was wir tun, wenn wir uns anziehnen” mit dem Gendern in der Mode und erwähnte dabei auch Kim de L`Horozons buntes Outfit bei der Buchpreisverleihung. Da fällt mir natürlich Winnetou und die Indianerfeder ein oder das Verkleiden das die weißen Kinder als Indianer beim Faschingsfest ja angeblich nicht mehr dürfen und interessant ist bei diesem Aspekt der “kulturellen Aneignung”, daß Barbara Vinken, die bei der Präsentation sehr viel lachte, erklärte, daß derzeit bei der Mode die Männer die weiblichen Elemente übernehmen. Also bunten Nagellack verwenden und sich vielleicht schminken. In Frankreich war das Hosentragen einmam verboten. Deshalb wurde Jeanne d´ Arc, wie Barbar Vinken betonte, vielleicht auch als Hexe hingerichtet, weil sie Männerkleider trug, aber Frauen haben schon sehr lange Hosen an. Ich trage ständig welche, kann mich aber daran erinnern, wie entsetzt meine Mutter war, als ich mir mit circa vierzehn eine kaufen wollte.

Dann folgte Manja Präkels von der ich schon “Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß” gelesen haben mit ihrem Essayband “Welt im Widerstand oder war das eine Plastiktüte?”

Katja Gasser stellte dann das zweite Buch “Tür an Tür” des Österreichers Dominik Bartas vor, in dem es um einen dreißigjährigen Lehrers geht und Andrej Kurkow präsentierte sein “Samson und Nadescha, das noch auf meiner Leseliste steht.

Am Abend habe ich mich dann zum “Lesefest” in den “Römer” gestreamt, wo Theresa Enzensberger ihr Longlistbuch “Auf See”, Norbert Gstrein seine “Vier Tage drei Nächte”, Martin Kordic “Jahre mit Martha” , das mir bisher unbekannt wir vorstellte, während ich die zwei anderen Bücher entweder schon gelesen oder in der “Gesellschaft” gehört hatte. Shelly Kupferbergs “Isidor” sagte mir wieder nichts, wie noch Robert Menasses “Erweiterung”, das ich ja noch lesen werde, weil es auf der ÖstShortlist steht. Interessant, wer sich da alles in Frankfurt tummelt. Dann kam Norbert Scheuers “Mutabor” und Julias Wolfs “Altes Mädchen”, wo es um drei alte Damen, die in eine Seniorenresidenz leben, geht, aus denen gelesen und diskutiert wurde. Interessant, welche Bücher mir bisher entgangen sind und das Streamen in den “Römer” war eine Neuentdeckung. Moderiert wurde das Ganze von Anna Engel und Gerwig Epkes.

Der Blaue Sofa-Donnerstag” begann mit der Vorstellung des Aspekte-Literaturpreis Gewinner”, das ist, glaube ich, der bekannteste Debut-Preis und der ist heuer an den 1991 geborenen Sven Pfizenmaier und sein “Draußen feiern die Leute”, gegangen, das bisher ebenfalls unbekannt war.

Dann folgte der 1984 in Sri Lanka geborene Senthuran Vataharjah, der 2014, den 3SAt-Preis in Klagenfurt ,gewonnen hat mit “An alle orte, die hinter uns liegen”.

Der 1969 in Hamburg geborene Andreas Schäfer hat 2009 in Klagenfurt gelesen und jetzt ein Buch über seinen Vater geschrieben und dann kam der heurige Buch-Preisträger und da hat mir Doris Kloimstein ein paar Zeitungsartikel geschickt, die zeigten, daß der sehr viel aufsehen und sogar Haß ausgelöst hat.

Nach einer Pause bin ich in ein Gespräch mit der 1981 in Jena geborenen Krimiautorin Melanie Raabe hineingekommen, von der ich “Die Falle” und “Die Wahrheit” gefunden habe und die jetzt ihr “Die Kunst des Verschwindes” vorstellte.

Die langjährige “Blaue Sofa-Moderatorin” Luzia Braun ist jetzt selbst unter die Autoren gegangen und hat mit Ursula März ein Buch über das Gesicht “Sich sehen” herausgebracht und Ann Mbuti präsentierte ihren Band über “Black Artists now” und diskutierte sehr engagiert mit Thorsten Jantschek darüber.

Die “Blaue Stunde” war dann den “Frauen in Afghanistan” gewidmet und da diskutierten Waslat Hasrat-Nazimi, Shikiba Babori und Susanne Schröter über dieses Thema.

Im nächsten Jahr wird Slowenien das Gastland sein, da gab es einen Presseauftritt, wo das Land und seine Literatur vorgestellt wurde, wo die Kulturministerin referierte und Katja Gasser mit den Autorin Natasa Kramberger, der heurigen Bachmann-Preisträgerinin Ana Marwan, dem literarischen Redner Petr Svetina und dem literarischen Übersetzer Erwin Köstler diskutierte und neugierig auf die slowenische Literatur machte und die slowenische Sprache sehr lobte.

Nach der gestreamten Gesellschaft für Literatur- Veranstaltung” über den Alois-Vogel Briefwechsel habe ich wieder das zweite Lesefest im “Römer” verfolgt, wo Christoph Peters gerade seinen “Sandkasten” vorstellte, wo der Held “immer noch heiß duschte und gerne Filetsteaks aß”, laß der Autor, schloß sein Buch und lächelte dabei. Um Wolfgang Koeppen scheint es dabei auch zu geben. Moderiert wurde diesmal von Cäcile Shortmann und Martin Maria Schwarz.

Dann folgte Daniela Dröscher mit den “Lügen über meine Mutter”, ein Buch das auf der Shortlist und ich schon gelesen habe.

Dann kam der 1951 in Frankfurt geborene Martin Mosebach, von dem ich schon einmal während der Messe “Mein Frankfurt” gelesen hat und der 2007 den “Büchner-Preis bekommen hat und stellte sein Buch “Taube und Wildente” vor, in dem es um die Zerstörung, aber auch um ein gleichnamiges Gemäde geht.

Dann kam Melanie Raabe mit ihrem “Kunst des Verschwindens”, die ich schon auf dem “Blauen Sofa” gehört habe. Dann kam das Buch, das ich gerade lese, der Debutroman, der in der Schweiz geborenen und in der Schweiz lebenden Bettina Schleifinger “Erbgut”.

Dann kam die1958 in Ulm geborene Amelie Fried mit ihrer “Traumfrau mit Ersatzteilen”, wo es um eine altgewordene Protagonistin und Paartherapeutin geht.

Um die russische Opposition ging es bei einer anderen Veranstaltung auch und da diskutierten unter anderen der russische Schriftsteller Michail Schischkin, den ich auch durch das “Frankfurt-Surfing” kennengelernt habe.

Und der ukrainische Präsident Wlodwin Selenski hat auch eine Grußbotschaft geschickt. Juri Andruchowytsch ist in Frankfurt, Oksana Sabuschko, Serhij Zhadan wird den heurigen “Friedenspreis” bekommen, was mich wieder einmal erinnerte daß ich die bei mir angesammelten Bücher ukrainischer Autoren endlich lesen sollte. Da wäre einmal das “Internat” von Zhadan, dann Natalka Sniadankos “Frau Müller hat nicht die Absicht mehr zu bezahlen” und Juri Wynnytschuks “Im Schatten der Mohnblüte”, die sich bei mir angesammelt haben. Von Andrej Kurkow habe ich ja einiges gelesen und “Samson und Nadjescha” wartet noch auf mich.

Dann habe ich mir noch eine Diskussion über Kinderbücher und daß es sehr viele davon gibt, angehört, bevor es am Freitag mit Karen Duve und ihrem Buch über die Kaiserin Sisi und ihre Beziehung zur Pferden weiterging.

Dann kam der vorjährige Nobelpreisträger, der 1948 in Sansibar geborene, Abdulrazak Gurnah und stellte sein neues Buch “Nachleben” vor. Dann wurde der heurige Friedenspreisträger der 1974 geborene und in Charkiw lebende Serhij Zhadan, dessen “Internat”, einmal bei einem Bücherflohmarkt gekauft, ich erst lesen muß, der über die Situation in der Ukraine berichtete und meinte, daß es sehr wichtig ist, daß es auf der Messe auch einen Ukraine-Stand gibt.

“Himmel über Charkiw Nachrichten vom Überleben im Krieg” heißt sein neues Buch, der auch als Musiker tätig ist, jetzt aber versucht in der Ukraine hilfreich tätig zu sein.

Die mit “Alten Land” bekannt gewordene Dörte Hansen stellte dann ihr neues Buch “Zur See” vor und dann kam die Umweltaktivistin Luisa Neubauer, die mit ihrer Großmutter das Buch “Gegen die Ohnmacht” geschrieben hat.

Dann kam der frischgebackene Heine-Preisträger” Juri Andruchowytsch auf das Sofa, dessen neues Buch “Radio Nacht” ich mir ja zum Geburtstag wünschte und ich dann lesen kann, der an der ukrainischen Literatur die besondere Poesie und die Freiheit lobte.

Dann kam Theresia Enzenberger, deren “Auf”, nicht Zur See” ich ja schon gelesen habe.

Dann gings bevor ich ins Literaturhaus ging zur “Blauen Stunde” mit dem Thema “Zeitenwende” also zu einer Diskussion mit den Autoren er Bücher “Die neue Weltunordnung Wie sich der Westen selbst zerstört”, “Entscheidung in Kiew” und “Der Krieg gegen die Ukraine”, Peter R. Neumann, Karl Schlögl und Gewendolyn Sasse.

m Netz gibt es allerhand Messevideos zu finden, so daß man sich über den “Astrid Lindgren-Award” und die arabische Literatur, etcetera informieren kann und am Samstag wieder auf das “Blaue Sofa”, denn das ist ja informativ und gibt neue Impusle. So habe ich erfahren, daß Takis Würger eine Art Kimi geschrieben hat und sich dabei mit der amerikanischen Lebensweise, nämlich Waffen und Psychopharmaka beschäftigt.

Dann stellte Katja Gasser Marlene Engelhorn vor und wiederholte die Frage, die ich mir schon gestellt habe “Wer ist Marlene Engelhorn?”

Ich kenne keine österreichische Literatin dieses Namens. Des Rätsel Lösung, sie ist Germanistikstudentin, Publizistin, stammt aus reichen Haus und hat eine Vereinigung gegründet, die sich dafür einsetzt, daß sich diese Menschen selber besser besteuern. Ihr Buch heißt “Geld” und ist bei “K&S” und ich dachte, interessant, daß sich Katja Gasser damit beschäftigt oder dafür eingeteilt wurde, weil sie Österreicherin ist. Sie ist aber auch Kärntner Slowenin und hat solcherart die Pressekonferenz für das nächste Gastland moderiert.

Dann wurde es wieder ukrainisch, Katja Gasser präsentierte nämlich die 1983 in Iwano-Frankiwsk geborene, in Wien lebende “Bachmannpreis-Trägerin” Tanja Maljartschuk, von der ich zwei Bücher gelesen habe und die mit bewegter Stimme erklärte, daß sie sich seit Feburar nicht mehr als Autorin begreift, sondern versuchen will, ihrem Land zu helfen, den Krieg zu stoppen. Das Buch das sie trotzdem geschrieben hat, heißt “Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus.”

Thomas Stangl kam dann auch auf die Bühne und dazwischen habe ich einer Übersetzerin zugehört, die die Adlerkrieger-Sager Jin Yongs, eines berühmten Autors, der 2018 in Hong Kong verstorben ist, vorstellte. Dann kam Martin Kordic auf das Sofa der wieder seinen Roman Jahre mit Martha” vorstellte, beziehungsweise mit der Moderatorin über die Bedeutung der Namen im Buch diskutierte.

Die “Buchzeit” moderiert von Gert Scobel gab es auch. Da diskutierten Sandra Kegel, Katrin Schumacher und Barbara Finken über acht Bücher beziehungsweise über die Frage, wer jetzt Krimis liest und ob die Leser U- oder E-Literatur wollen und ob man gute Krimis lesen soll? Eine spannende Frage denke ich, denn die werden gelesen, obwohl die Leute, wenn man sie danach fragt, immer noch die Nase rümpfen und das lesen wir nicht. Interessant ist auch, daß dann Andrej Kurkows “Samson und Nadjeschda” zu den Krimis gezählt wurde, aber das ja glaube ich eher ein Schelmenroman, weil es da um ein abgetrenntes Ohr geht, mit dem der Held trotzdem hören kann. Behad Karim Khanai, der heuer beim “Bachmann-Preis” gelesen hat, hat auch einen “Krimi” mit dem Titel “Hund Wolf Schakal” geschrieben, also wieder eigentlich ein ungewöhnlicher oder literarischer Krimi.

“Druckfrisch” mit Dennis Scheck gab euch, der an Salman Rushidie dachte und mit dem heurigen Nobelpreis an Annie Ernaux höchst zufrieden war und er war auch mit Kim de L´ Horizons “Blutbuch” einverstanden und ein buch das “Über die See” heißt, von Mariette Navarro, gibt es auch.

Der 1951 geborene Norbert Scheuer von dem ich “Winterbienen” gelesen habe, kam dann auch auf das “Blaue Sofa” mit seinem “Mutabor”, das er auch im “Römer” vorgestellt hat und diskutierte mit der Moderatorin Eva Schmidt, ob er ein Heimatdichter sei, weil seine Bücher meist im selben Dorf spielen?

Dann kam der 1978 in Kasachtan geborene Viktor Funk, der als Redakteur arbeitete, auf das Sofa, der im “Verbrecher-Verlag” einen Roman über Lew und Svetlana, die den Gulag überlebten “Wir verstehen nicht, was geschieht” geschrieben hat.

Der Samstag wurde auf dem “Blauen Sofa” dann wieder mit einem “Krimi Speed dating” beendet, wo die neuen Bücher von Christa von Bernuth “Spur 33”, Alexander Oetker “Chez Luc” und Alex Beer “Felix Blom. Der Häftling aus Moabit” vorgestellt und besprochen wurden und der Moderator Michael Sahr fragte am Beginn die Autoren, wie sie eine Buchmesse ohne Einschränkungen empfanden, wo alle begeistert waren. Am “Blauen Sofa” waren die die Autoren aber in großen Abstand zueinander gesetzt. Dann wurde diskutiert, was in Zeiten der Gewalt ein “Cosy Krimi” ist und diese jetzt sehr modern wären. Dann wurde noch besprochen, ob man mit oder ohne Wein besser schreiben würde, was zu unterschiedlichen Einschätzungen führte.

Alex Beers Krimi, die ich von den “Perutz-Preisen” kenne und die eigentlich Daniela Larcher heißt und 1977 in Bregenz geboren wurde, spielt diesmal in Berlin, weil es ihr, wie sie meinte zu langweilig wäre immer nur Wien-Krimis zu schreiben. Das Buch habe ich, glaube ich, bestellt, es ist aber nicht zu mir gekommen.

Christa von Bernuth wurde1961 in München geboren und “Spur 33” ist, wie die Autorin sagte, ein grausames Buch, das auf einer tatsächlich passierten Geschichte, einem Elternmord und einem schwierigen Jungen, basierte, was zu der Frage führte, wieviel man von einem echten Fall verwenden kann und was man aus rechtlichen Gründen verändern muß, was mich ja auch sehr interessiert.

Dann gings mit dem 1982 in Ost-Berlin geborenen Alexander Oetker nach Frankreich und auch zu einem Kochbuch und einem Reiseführer, obwohl es in “Chez Luc” auch einen Commissaire Verlaine gibt, was für einen Krimi vielleicht auch ein bißchen ungewöhnlich ist Das wars mit dem Samstag und am Sonntag ist es mit mit der “Friedenspreisverleihung” in der Paulskirche weitergegangen, der nach dem Krieg gestiftet wurde und es schon viele berühmte Preisträger gab.

Diesmal hat ihn Serhij Zhanda, der auch Musiker ist, bekommen und als ich in die “ARD-Übertragung” hineingekommen bin, hat man ihn gerade mit seiner Band gesehen. Dann kamen die üblichen Ansprachen und die Laudatio der 1985 in Wolgograd geborenen Sasha Marianna Salzmann, die seit 1995 in Deutschland lebt, auf der Shortlist des dBps stand, auch im letzten Jahr auf der dBp-Liste stand und auch “Preisträgerin der Literaturhäuser” ist, die mit der poetischen Metapher der “fürchterlichen Zöpfen auf der Kopfhaut der Welt”, den Preisträger lobte und betonte, daß Bücher den Krieg nicht verhindern können, aber ihn leichter zu ertragen helfen können.

Dann kam die Preisrede, die auch die Wichtigkeit der Literatur und das Gespräch über die Situation und daher die Rolle der Sprache würdigte, obwohl das was da passiert eigentlich nicht zu erklären ist, wenn man keinen Kühlschrank, sondern einen Lastwagen mit einem solchen braucht, um die vielleicht schon monatelang herumliegenden Leichen abzutransportieren. Dann ging es zur Rolle des Friedens, den man sich im Westen ja sehr wünscht, der aber schwer zu verwirklichen ist.

Auf dem Sofa war dann der 1956 in Paris geborene Philosoph und Talkmaster Michel Friedman mit seinem Buch “Fremd”, der sich sehr für die eigene Stimme und das Miteinander einsetzt. Dann folgte Rüdiger von Fritsch mit seinem Buch “Zeitenwende”, wo es um “Putins Krieg und seine Folgen” ging.

Danach folgten am letzten Messetag noch zwei blaue Stunden, eine zur Jugendliteratur und eine zum “Schweizer Buchpreis”, den ich ja auch lesen will und da drei Autoren aufgetreten sind. Ich bin aber zum Badeschiff gegangen, um da um auch etwas Festliches zu erleben, mich dem “Ohrenschmaus” zu widmen.

Und wer jetzt mein Messeresumee haben will, die ich ja sehr beharrlich über Livestream und zwischen meinen Stunden in meinem Schlafzimmer verfolgte.

Ich fand es trotzdem interessant und wichtig, obwohl ich am Samstag von soviel Stream wieder etwas erschlagen war und dachte “Wo bleibe ich da ich mit meiner Literatur?

“Mein Freund Uli wird mir sicher wieder kommentieren, daß ich da keine Chancen habe. Aber ich habe ja mit an die sechzig Bücher und fast fünfzig Jahre Schreiben aufzuwarten. Das ist ja auch nicht wenig. Ansonsten nehme ich mir eine Zusammenfassung der spanischen Literatur mit und habe mir auch meine ukrainischen Bücher, die ich noch lesen will, geordnet und auf meine 2023 Leseliste geschrieben und so soll es ja auch sein.

Übers Schreiben und von Büchern

Während in Frankfurt die Messe eröffnet wurde, habe ich mich in die “Gesellschaft” gestreamt, ich hätte das auch in die “Alte Schmiede” und ins Literaturhaus tun können, habe mich aber für Claudia Erdheim und Janko Ferk entschieden, die beide ihre Bücher übers Schreiben vorstellten und beide Autoren sind mir bekannt.

Bei der 1945 in Wien geborenen Psychoanalytikertochter, vonTea Genner-Erdheim, bei der auch Erika Danneberg Ausbildungskanditatin war, kann ich mich erinnern, daß sie mich, als ich 2005, glaube ich, beim Dichterfasching eine Psychoanalytikerszene aus den “Wiener Verhältnissen” las nach dem Buch fragte.

Ansonsten war ich mehrmals bei ihren Lesungen, gelesen habe ich glaube ich noch nichts von ihr, habe aber einige Bücher von ihr gefunden. Sie hat über Betty Paoli geschrieben, über ihre jüdischen Familienverhältnisse, den “Kramer-Preis” hat sie auch bekommen und jetzt präsentiert sie ihre Essays “So etwas schreibt man nicht! Absurdes, Komisches, Abstoßendes, und Irritierendes in der Literatur” und erwähnte daß man ihre Texte als unmorasch bezeichnet hätte, was ich eigentlich nicht bemerkt oder gedacht hätte.

“Gut aber unmoralisch hätte der Psychoanalytiker Harald Leupold-Löwenstein, den ich während meines Studiums auch kennengelernt habe, einmal gesagt. Es ging also über das Persönliche beim Schreiben und einige Schnitzler-Zitate wurden zitiert.

Ein zweiter Essay behandelte das Komische und Claudia Erdheim beantwortete Nicole Kiefers Frage warum diese Essays in dem Band enthalten wären, daß die Auswahl vom Verlag getroffen worden wären, sie hätte auch andere gehabt und las sich sehr schnell durch das Buch und erzählte ein bißchen, wie sie zum Schreiben gekommen wäre und mußte, als sie über den Pyjama einer Ministerin las, darüber lachen. Es gab auch sehr viel Komik wegen einem verschütteten Wasserglas.

Von der “Blendung”, die ich eigentlich überhaupt nicht komisch fand, war sie sehr beeindruckt, aber ich habe es ja nicht so sehr mit der <komik, bin ich ja eher ein ernsthafter Typ.

Dann gibt es noch einen Essay über Clemens Setz Roman “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre” und Claudia Erdheim sollte dem Publikum erklären, warum es diesen Roman lesen soll? Aber das habe ich schon, das Buch sehr gut gefunden und ihm, glaube ich, sogar den “Buchpreis” gewünscht, während er Claudia Erdheim offenbar nicht so sehr gefallen hat.

Dann kam der 1958 in Kärtnen geborene Janko Ferk, der glaube ich, in Klagenfurt als Richter tätig war oder ist und der mehrmals bei der von mir organisierten “Freiheit des Wortes” gelesen hat. Jetzt präsentierte er einen Erzählband über die zehn Bücher, die ihn sehr begeistert haben “Meine <leben meine Bücher”

Franz Kafkas “Prozeß” ist dabei, die Bibel, Peter Handke, Erich Fried, aber auch Rechtstexte und erzählte, daß es bei ihm zu Hause nicht sehr viele Bücher gegeben hat, als er vierzehn war, ist ihm der “Prozeß” in die Hände gefallen und hat das Buch erst später gelesen. Vorher haben es ihm, was mich etwas erstaunte, Groschenromane interessiert und zwar eher die, die von Adelshäusern handelten, bevor er zum “Kafkalogen” wurde. Das heißt, da hat er zuerst im Gymnasium einen Vortrag über ihn gehalten und dann über Franz Kafka dissertiert und meinte, daß er sich seither eigentlich täglich mit Franz Kafka beschäftigt und ist auch nach Prag und an andere Kafka-Orte gefahren.

Interessant ist auch, daß Janko Ferk seine Prosa auf Deutsch, seine Gedichte auf Slowenisch schreibt und auch als Übersetzer tätig ist. Da hat er auch Josef Winkler übersetzt. Sein Lieblingslyriker ist der 1940 in Ljubljana geborene Niko Grafenauer, von dem er ein Gedicht las und sein Schlußwort war, daß man als Übersetzer nichts bewirken kann, was die Moderatorin sehr verwirrte, er aber als ehrlich bewertete.

Vom deutschen Buchpreis zu Erika Dannebergs hundertsten Geburtstag

Während ich mich bei der deutschen Liste gerade durch das fünfzehnte Buch, Kim de L`Horizon “Blutbuch” lese, ist Zeit zu überlegen, wer den Preis bekommen wird, denn heute ist ja so weit , daß der Preis in Frankfurt vergeben wird?

Eine spannende Frage, habe ich von der Shortlist doch bisher nur zweieinhalb Bücher gelesen und denke Daniela Dröschers “Lügen über meine Mutter” wird es nicht werden. Kristine Bilkaus “Nebenan” vielleicht auch nicht. Fatma Aydemir “Dschinns” vielleicht, wurde es doch hoch gelobt.

Ich bin ja eher konservativ und dachte da eher an die “weißen alten Männer” Eckhart Nickels “Spitzweg” oder Jan Faktors “Troll”

Beides habe ich noch nicht gelesen und über “Trottel” eine eher vernichtende Kritik gehört und “Blutbuch” vielleicht, eigentlich auch, denn Kim de L´ Horizon ist ja ein binärer Autor und das andere ist ja jetzt sehr modern und wird auch sehr gefordert, wie beispielsweise bei der GAV-GV wo sich eine Autorin wünschte, man sollte das Binäre, Diverse oder Migrantische bei den Neuaufnahmen mehr berücksichtigen und dann bin ich den Livestream hineingegangen,wo wieder Cecile Shortmann moderierte und es zuerst einige Eröffnungsreden gab.

Der Saal im Römer wieder voll und diesmal und das ist ja bezüglich der aktuellen Diskussion sehr interessant, fast alle ohne Masken. Dann gab es die Filmchen, wo alle Shortlist-Autoren und ihre Bücher vorgestellt wurden und die Juroren jeweils ein paar Sätze dazu sagten und dann wurde spannend.

Ein Blick zu dem strahlenden Kim de L´ Horizon, der oder die stark geschminkt mit einem bunten Abendkleid, neben den anderen Shortlistautoren saß. Zuerst einmal alle küßte und umarmte, als würde es keine Pandemie geben, dann in der Dankesrede seiner Familie dankte, schließlich sogar ein Liedchen sang und sich aus Solidarität für die Frauen im Iran, wie Kim sagte, die Haare abrasierte, aber hätte er sich da nicht besser ein Kopftuch herunternehmen sollen?

Ich habe mir meine Meinung zu dem Buch noch nicht gebildet, findet aber die Tendenz sehr interessant und dann hätte ich eigentlich ins Literaturhaus gehen wollen oder eigentlich schon um sechs, um nicht zu spät zu kommen.

Da ich mir aber nicht sicher war, ob ich den Livestream dann auch als Video sehen könnte und das Literaturhaus ja meistens streamt, eine der wenige Vorteile der Pandemie, wie ich immer sage, habe ich auf dieses Angebot zurückgegriffen. Denn da gab es eine besondere Veranstaltung hat doch das “Brenner-Archiv” und da haben die Literaturwissenschaftlerin Christine Riccabona und die Tiroler Schriftstellerin Erika Wimmer-Mazohl zwei Bücher über Erika Danneberg geschrieben, die ich ja im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe. Da hat nach deren Tod 2007 ja Raimund Bahr, das Archiv übernommen. Da gab es, glaube ich, auch eine Veranstaltung in der “Gesellschaft für Literatur”, die ich noch nicht gebloggt habe und das dann 2016 an das “Brenner-Institut” übergeben. Da hat mich auch vor kurzem Christina Riccabona, glaube ich, angerufen, weil sie Fotos von ihr haben wollte.

Da habe ich, glaube ich, nur die, die in den “Linken Wort Anthologien” abgebildet sind und vielleicht auch das, das in der Arbeitskreis-Broschüre, die es einmal gegeben hat oder auch ein paar in meinen Fotoalben, denn ich habe die 1922 Geborene ja gut gekannt, obwohl ich ein eher schwieriges Verhältnis zu ihr hatte und sie mir die “Schreibweisen”, die ich ihr zu ihrem achtzigsten Geburtstag, der im Siebenstern gefeiert wurde, schenkte, zurückgeschickt hat.

Christine Riccabona und Erika Wimmer haben also zum hundersten Geburtstag zwei Bücher über sie, die sie, wie sie betonten, nicht persönlich, sondern nur über ihre Nachlaßkisten gekannt haben, herausgegeben.

Die Literaturwissenschaftlerin hat ihr Leben dokumentarisch “Erika Danneberg, Schriftstellerin, Psychoanaltikerin, Friedensaktivistin” erfaßt und die Schriftstellerin hat einen Roman “Wolfs Tochter” über ihre Jugend geschrieben und das Leben der, wie ich sie einschätzen würde, sehr egagierten und wahrscheinlich auch sehr sturen Frau, war sicherlich sehr interessiert.

“Ich habe sie ja im Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt, zu dem mich Monika Jensen brachte und die war bei Psychoanalytikerin auch in Analyse. Später habe ich sie immer bei den “Linken Worten-Lesungen” getroffen und mit ihr im Anschluß beim Favoritenstand Kaffee getrunken und den Kuchen gegessen, den Edith West gebacken war. Sie war, glaube ich, auch mit Arthur West befreundet und habe sie für eine sehr engagierte Kommunistin gehalten. Diese Frage kam dann aus dem Publikum.

Aber zuerst wurde der Teil ihres Lebens referiert, den ich nicht gekannt habe. War sie doch ein Kriegsjugendliche und hat wahrscheinlich ähnlich wie Hilde Schmölzer gegen ihren nationalsozialistischen Vater gekämpft und dann sehr jung Hermann Hakel geheiratet und sich, wie die Frauen betonten, von ihm gehörig ausnützen zu lassen.

Daß sie sich vorher von Hans Weigel distanziert hat, habe ich nicht gewußt, bei der Veranstaltung damals mit Raimund Bahr wurde das schlechte Verhältnis zu Hermann Hakel thematisiert. Sie ist auch seinetwegen oder aus Protest gegen ihren Vater in das Judentum eingetreten und später, glaube ich, wieder ausgetreten und hat sich 1958 scheiden lassen.

Dann hat sie ihr Psychologiestudium beendet, sich als Psychoanalytikerin ausbilden lassen und in den Siebzigerjahren wie die Frauen betonen sich wieder dem Schreiben zugewandt. Da wurde dann der “Arbeitskreis schreibender Frauen” erwähnt. Der Eintritt in die KPÖ erfolgte, glaubte ich, 1978 und da hat sich sich auch für Nicaragua engagiert, hat dort auch an Brigaden teilgenommen und mit Marie Langer ein psychosoziales Zentrum dort aufgebaut.

In den letzten Jahren wo sie schon sehr alt und krank war, gab es, glaube ich, einige Lesungen, die, die “Frauen lesen Frauen-Gruppe” des Lesetheaters, organiserten. Da gibt es wahrscheinlich Fotos davon und Christine Riccabona und Erika Wimmer beantworteten dann die Frage, wie der Nachlaß in das “Brenner Institut” gekommen ist und, daß sie da schon planten, über sie zu veröffentlichen, weil sie zwar nicht literarisch berühmt ist, aber einen interessanten Lebenslauf hatte.

Das glaube ich auch und schade, daß ich nicht persönlich bei der Veranstaltung war, wo ich mich und meine Eindrücke einbringen hätten können.

Ich habe auch einige ihrer Bücher, darunter auch das, das, glaube ich unter einen männlichen Vornamen herausgegebe “Abenteuer des Leutnant Prentjes” von 1960 und dann ihr von der “Edition Art&Science” herausgegebenen “Nicaragua-Band”, ihre Autobiografie “Wie leistet man Widerstand”, aus dem die Frauengruppe wahrscheinlich gelesen hat, aber nicht.

Es hat, glaube ich, auch einmal einen “Erika Danneberg-Preis” gegeben. Mit Marlen Haushofer war sie befreundet, hat in den Füfzigerjahren den Literaturbetrieb sehr gut gekannt und bis zu ihrer Scheidung viele Tagebücher geschrieben, aus denen Christine Riccabona und Erika Wimmer Material für ihre Bücher schöpften und sie, wie sie erwähnten, viel zitierten und mit einem Gedicht von ihr auch die Veranstaltung schlossen von denen mir der Satz “Sag wie du umgehst Genosse mit deiner Genossin?”, in Erinnerung blieb.

Gesellschaft für Literatur statt Literaturhaus

Die 1975 in Klagenfurt geborene Katja Gasser, Leiterin der Literaturabteilung beim Fernsehen und präsent als Moderatorin bei der Buch-Wien und den “O-Tönen”, die schon seit einigen Jahren gemeinsam mit Cornelius Hell ,in der “Gesellschaft” die “Lese.Auslese” immer vor Weihnachten oder vor Saisonschluß gestaltet, kenne ich schon lange. Ich habe sie glaube ich, einmal nach einer “Lese.Auslesung” bei Bowle und Keksen angesprochen und ihr auch eines meiner Bücher gezeigt, daß sie gelesen und mir dann zurückgeschickt hat. Seither grüßt sie mich, wenn sie mich in Leipzig oder auf der “Buch-Wien” sieht und bei einer der Lese.Auslesen” bin ich mit ihr in eine Art Konflikt geraten, als sie, glaube ich, von “Gartenfaschisten” gesprochen hat und ich diesen Ausdruck nicht hören wollte.

Jetzt habe ich sie Corona bedingt schon länger nicht mehr gesehen, weil seit 2018 kein Leipzig und seit 2019 keine “Buch-Wien” und die “Auslesen” habe ich bis auf Juni auch gestreamt. Da habe ich sie, glaube ich, gesehen und den “Österreich Schwerpunkt”, der bei der nächsten Leipziger Messe stattfinden soll, bereiten sie auch vor und da habe ich auch einige Pressekonferenzen gestreamt.

So war ich, als ich im Literaturhausprogramm nach den Veranstaltungen für heute gesucht habe, erstaunt, daß sie dort mit Musik ein Buch präsentieren will, daß sie im Lockdown geschrieben hat “Von Erwachsenen habe ich mir mehr erwartet- Erfundene und gefundene Dialoge”, bei “Leykamp” erschienen, daß von dem KrimiautorThomas Raab moderiert werden sollte, der auch Gast war als ich einmal bei der Buch-Wien beim Ö1-Quiz aufgetreten bin und habe mir gedacht, da streame ich hin, weil wieder eine achtzehn Uhr Stunde und war dann noch einmal erstaunt, daß die Veranstaltung nicht und nicht begonnen hat und ich auf der Seite auch keinen Hinweis finden konnte, daß sie nicht stattfinden wird.

Also nach einem Ersatz gesucht und bin da in der “Gesellschaft für Literatur” fündig geworden, denn in der “Alte Schmiede” gibt es am Mittwoch immer ein <musikprogramm und die streamen seit Saisonbeginn auch nicht immer, so habe ich mir wegen meiner gestrigen achtzehn Uhr Stunde auch die “Wien-Reihe” mit Eva Schörkhuber und Sabine Scholl nicht anhören können.

Aber die “Gesellschaft” streamte und als ich mich, um viertel nach sieben hinbegeben habe, stellte Manfred Müller auch gleich den 1956 in Graz geborenen und in Mödling lebenden Georg Bydlinski und seinen neuen Gecihtband “Flüchtiges Fest” vor, den ich auch schon Jahre durch die GAV und den IG Autoren kenne, wo er sehr aktiv ist und passend zur “60 Jahre -Gesellschaft für Literatur” präsentierte Georg Bydlinski zu seinem neuen Band auch den 1986, glaube ich, erschienenen Band “Die Sprache bewohnen” und da sind bei mir die Zeilen “Ein Gedicht ist ein Baum” und “Einzeln sind es nur Worte zusammen ein Gedicht” hängen geblieben.

Der nächste Autor der seinen bei Klever erschienen Lyrik- und Prosaband “Rückwärts schweigt die Nacht” vorstellte, war der 1960 in Linz geborene Günther Kaip, den ich, glaube ich, auch von der GAV kenne und erzählte, daß Träume für ihn sehr wichtig sind, so hieß auch eine Gedichtzeile “In Sardellenträumen wohnen” und dann fiel mir noch die Zeile “Folgt er mir durch die Straßen in denen das Licht durch Pfützen dringt”.

Die letzte Lesende wäre die 1951 in Hainburg geborene Waltraud Haas gewesen, die ich auch schon lange kenne und mit ihr, glaube ich, auch einmal beim “Volksstimmefest” gelesen habe. Sie hat ihre letzten Bücher bei “Klever” herausgebracht, da habe ich sie auch schon lesen gehört, aber diesmal war sie krank.So wurde sie durch Ralph Klever vertreten, der von ihr angewiesen, sich durch den Band “Mit der Axt in der Hand” gelesen hat und da der Stream in einen Endlosstream endete, kann ich auch einige der Gedichtzeilen wiedergeben:

“Berthold Brecht: Ich in ein Stückemacher, Wolf Biermann: Ich bin ein Liedermacher, Waltraud Haas: Ich bin keine <köchin” und “Ich habe zwei Augen auf dich geworfen, doch keines ist zurückgekommen” oder “Du schwingst keine Feder in der Hand, mit der Axt in der Hand markierst du dein Revier”.

Ein interessanter Abend, der zwar ganz anders, als geplant endete. Ich habe wieder viel gelernt, obwohl ich mich aus meiner Wohnung nicht hinausbegeben habe.

Radio Rosa zum sechzehnten Mal

Das “Radio Rosa” eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, die Patricia Brooks über die GAV schon zu sechzehnten Mal und ein paar Mal bin ich bei der Veranstaltung dabei gewesen. Da werden immer vier Personen eingeladen, die offenbar gemeinsam Texte schreiben und sie dann performen.

Die erste Veranstaltung habe ich, glaube ich, im Amerlinghaus gesehen, dann ist Patricia Brooks mit ihren Performern ins Literaturhaus gegangen und diesmal wurden Erika Kronabitter, Markus Köhle, Lydia Steinbacher und der Musiker Josef Wagner eingeladen. Die Performer sind auch auf einer Postkarte abgebildet, die ich irgendwo gefunden habe und ich streame die Veranstaltung, die “Nicht von dieser Welt” zum Titel hat, weil wir uns zum ersten Mal seit einem Monat wieder in Harland befinden. Das ist ja ungefähr das einzige was ich positiv von der Corona-Krise mitgenommen habe und wenn wir in Wien gewesen wäre, wäre ich in wahrscheinlich ins Cafe Central zu einer Veranstaltung der “Gesellschaft” gegangen, weil dort Katharina Tiwalds neuer Roman ” Mit Elfriede durch die Hölle” vorgestellt wurde, den ich mir ja beim Tag der offenen Tür beim Literaturhausflohmarkt kaufte und ihn anbetracht meiner überlangen Leseliste wohl nicht so schnell lesen werde.

Aber “Radio Rosa” ist auch interessant und der Musiker hat mit seiner Einleitung begonnen. Dann hat Markus Köhle, den ich ja erst vor kurzem im Literaturhaus hörte begonnen und die Veranstaltung vorgestellt und auf das “Radio Rosa” hingewiesen und dann wurde, musikalisch untermalt, abwechselnd von Wellen und Äpfel gelesen, in die man zufällig beißt, wie die 1993 geborene Lydia Steinbacher, die ich schon auf einigen Lesungen gehört habe, gelesen hat.

“Ist die Welt nur eine Besteckschublade!”, hat dann Markus Köhle gefragt und Erika Kronabitter hat “Stell dir vor!” und mit einem abgeschuppten Fisch gekontert.

Also ganz schön durcheinander, aber sehr poetisch, die Texte der drei Autorinnen des diesmaligen Quartetts. Erika Kronabitter ist dann bald zu der schon erwähnten Besteckschublade zurückgekommen. Also gibt es doch Verbindungslinien und was, das mit dem Radio zu tun hat, habe ich auch nicht so verstanden. Es wurde aber am Anfang erwähnt und Lydia Steinbacher las dann auch einige Nachrichten und den Wetterbericht vor. Vorher hat Markus Köhle über das “Köhle-Grillgut” referiert, also wie schon beschrieben sehr durcheinander, aber poetisch performt und unterschiedlich lautstark musikalisch untermauert.

Der Weltraumforscher Herr Köhle wurde dann von Lydia Steinbacher oder der “Radio Rosa-Moderatorin” interviewt und sollte dabei von seinen Spaziergängen auf der Venus berichten.

“So sind wir nicht, so sind wir doch!”, hat dann der Weltraumforscher performt und ist wieder auf die Welt zurückgekommen:

“Der Weg ist so, was haben wir gelacht, Österreich ist ein Witz mit Geschichte”, denn er ist ja ein sehr realistischer Autor, der auf die sieben Zwerge der österreichischen Bundespräsidentschaftskanditaten und das tiefschwarze Österreich gekommen.

War “Radio Rosa” nicht einmal experimentell? Das hängt wohl von den performierenden Autoren an und Patrica Brooks hat mich ja, glaube ich, einmal auch versprochen mich einzuladen und da hätte ich auch genügend realistische Texte, die sich auf die aktuelle Situation beziehen.

Am Schluß haben dann alle durcheinander gelesen und sind so wieder an den Anfang zurückgekommen, “Ich stell mir vor” und “Brösle und brösle…, bis Erika Kronabitter dann zum “Wurmloch” kam und so weiter und so fort “Stell dirs einfach nur vor!”, was ein sehr poetischer Schluß, der sehr interessanten gestreamten Veranstaltung war, wozu mir der Alfred ein Glas spanische Rose eingeschenkt hat.

Wieder neue Bücher aus dem “Otto Müller-Verlag”

Im Literaturhaus werden ja öfter Bücher aus dem “Otto Müller-Verlag” vorgestellt. Diesmal moderierte Nadine Fejzuli statt Arno Kleibel und stellte die beiden Autorinnen vor.

Die Erste, die 1959 in Klagenfurt geborene und jetzt in Innsbruck lebende Minu Ghedina war mir bisher unbekannt.

“Die Korrektur des Horizonts” ist das Debut der Autorin, die sowohl Germanistik, als auch Schauspiel und Bildhauerei studierte und das Buch handelt von einem Kind namens Ada, das bei seiner Großmutter, einer Schneiderin, aufwächst und sich dort mit ihren Stoffen und Zwirnen sehr wohl fühlt. Die in ihre Pupppenkiste packt und für die Puppen daraus Kleider näht. Die Eltern, beziehungsweise, die Mutter, kommt auf Besuch, aber Ada fühlt sich fremd mit ihr und erlebt sie als kalt. Dann geht sie aufs Gymnasium und wird von der Direktorin zur Rede gestellt, weil sie ein Mädchen, als ihre Schwester bezeichnet, die das offenbar gar nicht ist. Trotzdem geht Ada aus ihrer Kindheit erstärkt hervor, fährt mit ihren Eltern nach Italien und erlebt Venedig, als vollkommene Stadt und beschließt “Schönheit zu gestalten”. Auch bei einem Theaterbesuch hat sie ein berauschendes Erlebnis und wird dann Kostümbildnerin.

Dann kam und die habe ich schon öfter gehört, die 1957 in Freiburg in Breisgau geborene Hanna Sukare, die den dritten Teil ihrer “Trilogie der Suche”- “Rechermacher” vorstellte.

“Staubzunge” habe ich mir ja einmal bei einem Flohmarkt gekauft, aber noch nicht gelesen, ich komme ja nicht dazu, weil immer neues kommt.

“Schwedenreiter” habe ich bei einer Lesung kennengelernt. Und “Rechermacher” ist der Protagonist beziehungsweise der Großvater der Protagonistin Nelli, der bei der deutschen Wehrmacht war und viele Fragen aufwirft, ob der jetzt ein Opfer oder ein Täter war?

Hanna Sukare betonte als Erstes, daß sie sich freut, diesen Abend in Frieden zu beginnen. Ja, man hört jetzt sehr viel davon, daß der dritte Weltkrieg beginnt und die Atombomben fallen werden, weil Putin jetzt mobil macht, den Westen beschimpft und wie es genannt wird, Scheinbefragungen in der Ukraine durchführte und die dann noch schneller in die Nato aufgenommen werden wollen, was wahrscheinlich wirklich gefährlich ist.

Dann erwähnte sie einige Leute, die ihr bei dem Buch geholfen haben und stellte, die Figuren ihrer Bücher mit kleinen Puppen vor, was ich sehr originell fand und auch zum ersten Buch passt.

Pferde spielen in dem Buch eine große Rolle und der kleine August Rechermacher wächst mit ihnen auf und lernt, wie Hanna Sukare es nennt, “Pferdisch”.

Eine der Protagonistinnen, die wie Hanna Sukare erzählte übereinander sprechen, ist Nellis Tochter Maja, die ebenfalls nach August Rechermacher und den Krieg forscht und diese Stelle hat die Autorin auch noch gelesen und erzählte dann in Gespräch, wie sie zu dem Buch gekommen ist und was ihr beim Schreiben dabei wichtig war.

Crossing Borders V

Die “Crossing Borders” ist eine Veranstaltungsreihe im Literaturhaus, wo immer je ein österreichischer Autor und einer, der gerade auf Einladung des Außenministeriums einen Stipendienaufenthalts im MQ hat, präsentiert wird und ihre Bücher gegenüberstellen.

Fünf solche Veranstaltungen hat es schon gegeben. “Crossing Borders III” mit Andrea Grill und Asja Bakic habe ich schon gehört, beziehungsweise gestreamt, was ich heute auch wieder tat, obwohl man ja jetzt unmaskiert und ungetestet wieder hingehen kann, habe aber manchmal eine sechs Uhr Stunde und so ist ein Stream ein rechter Segen und die beiden heute vorgestellten Autoren waren auch durchaus interessant.

Der seit 1964 in Österreich lebende, 1961 in Tel Aviv geborene Doron Rabinovici, der auch in der GAV sehr aktiv ist, präsentierte seine im Frühjahr erschienene “Einstellung”, die ich ja gerne lesen will und es mir, da es nicht auf die BuchpreisListen gekommen ist, wahrscheinlich zum Geburtstag wünschen werde.

Bei der heurigen “Rund um die Burg-Veranstaltung” habe ich ein Stückchen aus dem Buch gehört, das wie der Moderator Florian Baranyi erklärte, eine Parabel auf dem Rechtsextremismus ist und die rechte Mediengestaltung beschreibt.

Geht es darin ja um einen rechtsradikalen Politiker namens Ulli Popp und, um den wahrscheinlich linken Pressefotografen August Becker, die aufeinander stoßen und Florian Baranyi fragte den Autor nach der Entstehungsgeschichte und da meinte Doron Rabinovici, der das Buch nach dem Erscheinen der “Außerirdischen” zu schreiben begonnen hat, daß ihn die Wirklichkeit beim Schreiben überholte. Er wurde nach der Bundespräsendenwahl Anfang 2017 von dem Fotografen Lukas Beck fotografiert und hat dann auch die die Regierungsumbildungen, die Korruptions- und <medienskandale miterlebt, die er in seinem Roman schon beschrieben hat oder nicht dachte, daß das je passieren könnte

Der zweite Autor war der 1983 geborene montenegrinische Autor Stefan Boskovic, der seinen Debutroman “Der Minister” vorstellte, in dem es um einen montenegrinischen Kulturminisster geht, der Schuld an dem Tod einer Schauspielerin ist und der nun zwischen Machtbesessenheit und Schuldgefühlen hin und her schwankt und die Exfrau des Ministers und das ist interessant, ist jetzt mit einem Schriftsteller namens Stefan Boskovic verheiratet und Stefan Boskovic antwortete auf Florian Baranyis Frage, warum das so sei, übersetzt von Mascha Dabic, daß er vermeiden wollte, daß der Autor mit dem Protagonisten verwechselt wurde und sich daher diese Stimme gab.

Dann kam ein Gespräch zwischen beiden Autoren und Florian Baranyi wollte von Doron Rabinovici wissen ob in seinem Roman der Künstler auch ein Theatermann sein hätte können, was Doron Rabinovici als “sehr schwierig” beantwortete.

Um die Macht der Medien geht es in beiden Romanen und zu den Parallelen erklärte Doron Rabinovici, daß er tatsächlich daran gedacht hatte, einer Person in seinem Roman seinen Namen zu geben, das dann aber unterließ, weil er ihn nicht als Schlüsselroman gelesen haben wollte und Stefan Boskovic antwortete auf die Frage, daß er es problematisch fand, seinen Roman so zu schreiben, daß sich niemand daran wiedererkennt, da Montenegro ein sehr kleines Land ist und er erzählte auch eine Episode, wo er sich mit zwei ehemaligen Kulturminstern traf, die dann einen dritten für den Protagonisten hielten und er kurz daran dachte, eine Lesung mit allen drein zu veranstalten, was aber scheiterte, weil die nicht so gut aufeinander zu sprechen waren und dann ging es noch um die Frage, ob Schreiben eine “Echtheitsprobe” für die Autoren ist? Ein Begriff mit dem ich mich etwas schwer tat ihn zu verstehen oder auf mein Schreiben anzuwenden. Es war aber ein sehr interessanter Abend und jetzt müßten die Bücher noch zu mir kommen und statt dem Glas Wein, das jetzt ja wieder im Literaturhaus angeboten wird, habe ich mir aus dem Eiskasten ein Glas roten Sturm geholt, der auch sehr gut schmeckte.