Bevor wir verschwinden

Wir bleiben beim östBp und dem zweiten Debutband “David Fuchs “Bevor wir verschwunden, das Buch des 1981 in Linz geborenen Onkologen, der damit auch beim “FM 4Preis”, sowie den “Alois Vogel Preis” gewonnen hat.

Ein Buch über Krankheit und Sterben, so habe ich die “O-Töne” übertitelt, da war noch das Wisser Buch dabei, das noch kommt und die Erlebnisse des jungen Ben, Benjamin Marius Maier, Medizinstudent in der letzten Phase, der noch ein paar Prüfungen und ein Praktikum braucht, bis er fertig und Doktor ist, sind wirklich interessant.

Allen “Amazon-Lesern” hat es nicht gefallen, sie bemängeln die mangelnden Anführungsgszeichen bei der direkten Rede, was mir gar nicht aufgefallen wäre.Ja, ja ich bin ein bißerl schlampig oder soll man sagen tolerant und mich haben vor allem die sehr direkten, witzig, wird es wohl der Verlag nennen, Beschreibungen des Krankenhausallts beeindruckt.

Ben macht im Krankenhauskeller für seine Dis und auch für Geld Experimente an Schweinen, die dann ins Zeitliche narkotisiert werden, das hat mir nicht so gefallen und weiß auch nicht, ob das der Alltag eines jeden Medizinstudenten ist.

Zu meinen Studentenzeiten hießen die Praktika, glaube, ich auch “famulieren” und Ben hat ein solches auf der Onkologie, obwohl er dieses Fach nicht mag.

Klar, denke ich, für einen Vierundzwanzigjährigen ist das auch harte Kost gleich mit dem Sterben konfrontiert zu werden und Ben trifft es noch um eine Nummer weiter, denn dem ersten Patienten, dem er Blut abnehmen muß, was eigentlich Schwesternsache wäre, wie ihm der Oberarzt später erklärt, ist Ambros mit einem Haufen Metastasenin seinem Körper, Ambros Wegener, der wie eine Krankheit heißt, und die heißt nach einem Nazi-Arzt und soll daher bald umbenannt werden, man sieht die leicht sarkasgtische Art David Fuchs, ist der Jugendfreund Bens und noch ein bißchen mehr dazu, denn um Homoerotik geht es auch.

Sie haben sich aber offenbar nach der Matura getrennt und sehen sich jetzt am Krankenbett wieder und Ben bekommt sozusagen die Aufgabe seinen Ex bis in den Tod zu begleiten.

Es gibt aber noch andere Patienten auf der Station. Den der nicht sterben kann und daher von allen der “tote Kobicek” genannt wird, der Frau mit dem Loch in der Wange und den Otto, der eigentlich nur aus “sozialer Indikation” aufgenommen wird, also weil seine Frau mit ihm überfordert ist, dann aber doch nicht mehr nach Hause muß, weil ihm ihn der berühmte Gevatter vorher holt.

Es gibt und das ist wahrscheinlich eher aus schreibtechnischen Gründen, als nach dem wirklichen Krankenhausalltag passiert, nur einen Oberarzt, eine Chefin, eine Schwester und einen Assi auf der Station, aber hauptsächlich managen, Schwester Ed, die eigentlich Edna heißt, Ben und Oberarzt Pomp, den Betrieb und während Ben punktieren, stechen, etcetera lernt und zu den Obduktionen geht, ja, ein bißchen lernen wir auch vom Kranhenhausalltag mit, geht er sein Leben mit Ambros durch, schläft, weil es bei ihm Hochwasser gibt, auch in seiner Wohnung, fährt mit seinem Auto das “Herr Fridolin” heißt.  Ambros fährt schon im Rollstuhl und hat noch einProjekt vor, nämlich das “Verschwinden” zu dokumentieren, beziehungsweise zu fotografieren, als das Ben aber bei ihm versucht, geht es ihm doch ein bißch zu schnell und er fährt verärgert von seiner Wohnung, wo er die Nacht verbotenerweise mit Ben verbringen wollte, ins Krankenhaus zurück. Ben geht inKrankenstand und so stirbt Ambros schließlich ganz allein und Ben bleibt nichts anderes über, als sich von ihm zu verabschieden und seine Befunde zu lesen.

Ein sehr beeindruckendes Buch, das auch auf der Bloggerdebutliste steht und dem ich für den öst auch gute Chancen gebe oder gab, auch wenn ich es, ganz ehrlich, David Fuchs nicht so ganz glaube, daß er das Buch gar nicht und unter gar keinen Umstände aus Bewältigungsgründen geschrieben hat. Denn man hält natürlich nichts vom Schreiben zur Psychohygiene oder als Therapie und geht als Praktikant, Turnus- oder anderer Arzt auch auf gar keinen Fall zu einem Psychologen oder zur Supervision, weil man das ja nicht braucht und nötig hat.

Im Buch wird das Ben so empfohlen, im wahren Leben, sprich bei den Krankenhaussupervisionen, die ich manchmal mache, höre ich, daß da die Ärzte noch immer ganz selten eine solche in Anspruch nehmen, obwohl das bei den Schwestern und den anderen Berufsgruppen schon so üblich ist.

Nun gut, dann haben halt nur die Leser etwas für sich getan.

EU- Literaturpreise

Am Sonntag habe ich eine Einladung von Gerhard Ruiss zu der “Verleihung der EU-Literaturpreise” ins Belvedere für diesen Dienstag um acht Uhr bekommen. Eine Einladung für Schnellentschlossene oder vielleicht auch für Lückenbüßer, weil sonst die Plätze vielleicht leer geblieben wären. Ich bin aber, wie meine Leser vielleicht wissen, eine begeisterte Preisbesucherin und dachte “Shit, da habe ich ja eine Stunde!”

Aber von meiner Praxis ins Belvedere brauche ich nur eine halbe Stunde und wenn die Klientin vielleicht früher kommt….

Es ließ sich arrangieren und ich war pünktlich dort und mehr Information darüber habe ich auch bei der östBp-Verleihung bekommen, denn da lagen die persönlichen Einladungen gültig für zwei Personen auf. Meine zweite Person interessiert sich aber mehr für die Fußballballübertragungen und ich hate mich ohnehin schon bei Chárlotte Sucher angemeldet, da man das bis vierten sollte.

Die von Gerhard Ruiss mitgeeschickten Informationen waren auf Englisch, der Hauptverband war aber ein Mitveranstalter und den Preis scheint es seit zehn Jahren zu geben und das wurde im Belvedere gefeiert. Auf der Buch-Wien gibt es, habe ich im Programm gelesen, dann auch diesbezügliche Lesungen. Aber jetzt der Empfang, beziehungsweise der Festakt, der von Michael Freund vom “Standard” moderiert wurde.

Daniel Kehlmann der große Autor, der in der “Unsichtbaren Frau” auch ein bißchen vorkommt, hielt die Eröffnungsrede oder “Keynote” wie das auf Englisch heißt und erzählte, was von einer Budapest Bookfair, wo er schlechten Kaffee aus weißen Plastkbechern trank und dabei Imre Kertez und Peter Esterhazy kennenlernte.

Minister Blümel, der auch gestern anwesend war, trat wieder auf und erzählte was von “Kierkegaard” über den er dissertiert hätte und den er empfehlen würde und ein EU-Kommissar namens Tibor Navraciscs, dann kamen die Preisträgerinnen aus Serbien, Luxemburg, Rumänien etcetra, lasein ein bißchen was vor oder hielten eine Rede und ein Buch zur freien Entnahme mit der entsprechenden Tüte “European stories” gab es im Anschluß auch.

Da weiß man, wo das Geld hingeht, denn das Buffet war excellent und ausgezeichnet, Vorspeisen, Süppchen, Schnitzel, Tafelspitz und Maroni in kleinen Becherchen und Schälchen und ein Bonmot habe ich auch zu flüstern.

Am meinem Tisch stand nämlich Helmut Niederle, der ehemalige Präsident der “Gesellschaft für Literatur” mit einer sehr attraktiven libanesischen Autorin, die auch sehr extravertiert war und über mich gleich einer anderen Dame, von ihren Büchern erzähle.

Walter Famler tauchte auf und empörte sich über die österreichische Verweigung der Unterschrift zum Migrationspakt. das wollte er dem Minister sagen, die Dame kam ihm aber zuvor, schüttelte den Minister die Hand und ließ sich mit ihm fotografieren.

Ansonsten habe ich mich wieder mit Robert Huez vom Literaturhaus und auch mit Marie Therese Kerschbaumer unterhalten.

Laß dich heimgeigen Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Jetzt  am Vorabend der Buch-Wien geht es ans öst Buchpreisauflesen, denn da hatte ich ja schon fünf Bücher gelesen, als die Liste bekannt gegeben wurde, dann habe ich den Millesi und den Jäger, die ich als PDF bekommen habe, gelesen und beim Rest, was zuerst nur der Josef Winkler und der David Fuchs war, gedacht, das mache ich sopäter, ich habe ja mit dem dBp und den anderen Neuererscheinungen genug zu tun.

Also jetzt der große Favorit und “Büchnerpreisträger”, der 1953 in Kärntnen in dem Dörfchen Kamering geborene Josef Winkler, das inzwischen wohl wahrscheinlich  Berühmtheit erlangte und zumindestens allen Deutschlehrerinnen bekannt sein wird, denn Josef Winkler ist ja auch einer, der ähnlich wie Florjan Lipus und wahrscheinlich noch einige andere, sein Leben aufschreibt und sich dabei wiederholt in endlos Schleifen das Aufwachsen in einem katholischen Bauerndorf der Nachkriegszeit und die Gewalt, die er dort erlebte, beschreibt und er tut es in einer sprachlich schönen Form, so daß die Germanisten Symposien darüber abhalten und die Leser für die der Buchpreis ja eigentlich oder ursprünglich da ist, vielleicht sagen werden “Was interessiert uns das? Das ist uns zu schwer und hochgestochen, wir wollen lieber was Unterhaltsames, nach unserem schweren Arbeitstag!” und werden vielleicht zum Krimi greifen, der nicht auf den Buchpreislisten steht.

Ich kenne Josef Winkler zumindest vom Namenseit seinen Anfängen, hat er doch, als ich mich noch sehr dafür interessierte und glaubte, daß ich das auch einmal könne, beim Bachmannpreis gelesen und mit “Menschenkind” gewonnen, das inzwischen ein Teil der Trilogie “Das wilde Kärntnen” ist.

Das Buch habe ich, glaube ich, vor Jahrzehnten gelesen und wahrscheinlich nicht sehr verstanden, dann war ich  1996 auf eigene Kosten und als Publikum im Klagenfurt, wo er mit einem Kind am Arm herumgelaufen ist und, ich glaube, aus “Domra”, den Bericht seiner Indienreise gelesen, aber nicht gewonnen hat. Das Buch habe ich dann auch vom Karli zum Geburtstag bekommen und die Dramatisierung seiner “Römischen Novelle” habe im im MQ, ich glaube, im Rahmen der Festwochen gesehen.

Da ist mir also der sich um sein Kindheit kreisende Josef Winkler ein wenig verloren gegangen, könnte man so sagen, stimmt nicht ganz, denn ich war beim Symposium in der “Alten Schmiede” und da hat er, glaube ich, aus seinem “Abschied von Vater und Mutter” gelesen und jetzt das öst Buchpreis Buch, das im Frühjahr bei “Suhrkamp” erschienen ist und da an mir ohne die Nominierung vorbeigegangen wäre, obwohl es, glaube ich, im Vorjahr im “Casino am Schwarzenbergplatz” aufgeführt wurde, bin ich wieder in die Winklerische Welt des Grauens und des Lamatierens eingetaucht und ich muß sagen, er versteht es ausgezeichnet, das in eine kunstvolle Form zu fassen, obwohl die Inhalte, wie man auch bei “Amazon” lesen kann, schon sehr bekannt sind.

Neu für mich war, daß der kleine Josef oder Sepp schon als einjähriger mit einem Bleistift, um auf seine spätere Profession hinzuweisen, herumgelaufen ist, aber, daß die schweigsame oder im Schmerz verstummte, später Psychopharmaka nehmende Mutter ihre drei Brüder im Krieg verloren hat, habe ich schon gelesen oder gehört, auch daß er beim Tod des Vater in Tokio war, daher nicht zu seinem Begräbnis kommen konnte oder auch nicht wollte, weil der Vater ihm das verboten hat, weil sich das Dorf naturgemäß wahrscheinlich nicht darüber freute vomJosef oder Sepp in den “Dreck” gezogen zu werden.

Das Buch, die sich immer wieder wiederholenden Inhalte der Gewalt, die das Kind wohl in der muffigen Bauernstube erlebte, das Blauschlagen des Hinters beispielsweise “Er hat blaue Würste am Arsch!”, ist, muß ich sagen, in eine wirklich künstlerische Form gebracht und darin eingerahmt.

Eingerahmt durch die Gedichte de jiddisch schreibenden Rajzel Zychlinski, die in Polen geboren wurde und 2001 in den USA gestorben wird und dann gibt es noch das Gedicht “Der Herr, der schickt den Jockel aus:/ Er soll den Hafer schneiden”, das, glaube ich, von Fontane ist, das vor jedes Kapitel gestellt wird und daher von Kapitel zu Kapitel immer länger wird, bis es schließlich in “Da geht der Herr nun selbst hinaus/ Und macht gar bald ein End daraus/ Der Teufel holt den Henker nun, / Der Henker hängt den Schlächter nun, /Der Schlächter schlacht’den Ochsen nun, / Der Ochse säuft das Wasser nun,/ Das Wasser löscht das Feuer nun,/ Das Feuer brennt den Prügel nun,/ Der Prügel schlägt den Pudel nun,/Der Pudel beißt den Jockel nun,/ Der Jockel schneidt den Hafer nun,/ Und kommt auch gleich nach Haus.”

Jockel ist, glaube ich, die Abkürzung von Jakob und so heißt Josef Winklers Vater und das Buch ist eine Ltanei, ein Zwiegespräch mit ihm in dem all das, was wir, wenn wir ein bißchen Winkler gelesen haben, schon wissen, aber noch etwas anderes, das der Aufhänger für das Buch ist, enthält.

Den Josef Winkler, steht am Klappentext, hat erst vor wenigen Jahren erfahren, daß in den “Sautratten”, wo die Gerste wuchs, die in der väterlichen Mühle gemahlen und auch das ganze Drautal mit Mehl belieferte, die Leiche des sich 1945 selbst vergiftet habenden, weil die Engländer ihn gefangene nahmen, Odilo  Globocnik, der als Leiter der Aktion Reinhart für die Vernichtung von  Juden in Treblinka Belzek und Sobibor verantwortlich war.

“Zwei Millionen ham`ma erledigt!”, wird immer wieder litaneiartig wiederholt und nun klagt der Sohn, den Vater an, wieso er ihm, der doch sonst soviel vom Krieg erzählte, das nicht gesagt hat und so er und der Rest des Drautals jahrelang, wie er schreibt verseuchtes Brot essen mußten.

Der Lebenslauf des jungen Josef, der mir aus Lesungen schon bekannt war und der auch ziemlich genauso  beschrieben in “Wikipedia” steht, wird erzählt. Die kleinen bunten Soldatenfiguren, die dieKinder aus den “Linde-Kaffeebohnenschachteln” sammelten, die die Verwandten bei den Besuchen mitbrachten. Die katholischen Rituale und Aufbahrungen, das Lesen der Winnetou-Bücher, die ihm aus der Sprachlichkeit und der Dumpfheit des Dorfes herausbrachten. Er hat dazu auch Geld aus der Böse seiner Mutter, die er und das finde ich ein bißchen seltsam, obwohl ich den dramaturgischen Effekt nachvollziehen kann, in dem Buch “Mame” und den  Vater “Tate” nennt und denke, daß er  als Kind seine Eltern sicherlich nicht so genannt hat, gestohlen.

Hat später auch Camus und Hemingway gelesen, ist nach Klagenfurt auf dieHandelschule gegangen und hat später an der damaligen Hochschule für Bildungswissenschaft, als Schreibkraft gearbeitet. Dann sind seine erste drei Bücher erschienen, die das Dörfchen  wohl erregten und er verstummte. Später kehrte er wieder in sein Elternhaus zurück, um und das mag auf dem ersten Blick seltsam erscheinen, wieder schreiben zu können. Aber ich finde gerade diese Ambivalenz das Wandern zwischen Gut und Böse, das Josef Winkler auch bei sich selbst beschreibt, diese Haßliebe, das nicht loskommen und sich immer wieder fortan wiederholen, als das Bemerkenswerte an dem Buch und an Josef Winkler literarischen Schaffen.

Ein Buch, das wahrscheinlich, wie schon beschrieben an mir vorbeigegangen wäre, ich aber sehr froh bin, daß ich es gelesen habe, denn ich habe dadurch sehr viel von Josef Winkler und seinem Schreiben  gelernt und füge ich noch hinzu, daß als ich 2000, zu Zeiten von schwarz blau eins, was allerdings ein Zufall ist, in Klagenfurt war, wurde dort gerade das Stück des  20011 verstorbenen Werner Kofler “Tanzcafe Treblinka” aufgeführt, denn Odilo Globocniks Adjutant Ernst Lerch hat sich nicht umgebracht, sondern bis in die Siebzigerjahre in Klagenfurt ein Tanzcafe geführt, in dem Josef Winkler, als es allerdings kein solches mehr war,  öfter war, bevor er von der Abendhandelsakademie nach Hause gefahren ist.

Dritte österreichische Buchpreisverleihung

Seit 2016 haben auch wir einen österreichischen Buchpreis mit einer eigene Debutschiene und der wurde heute sozusagen statt der Eröffnung der Lesewoche, die es, glaube ich, in dieser Form nicht mehr gibt, im Casino Schwarzenberg vergeben.

Ich bin ja was das öst Buchpreislesen betrifft, besser als beim deutschen, denn bei diesen warten noch vier Bücher auf mich und zwei, das sie zu mir kommen. Beim Öst habe ich einschließlich der Debuts alle bis auf zwei und davon alle bis auf eines gelesen und das ist, wie es so kommen muß, ausgerechnet das Buchpreisbuch und das der Debutpreisträgerin werde ich wie im Vorjahr vielleicht gar nicht lesen.

Aber morgen fange ich mit dem Buchpreisbuch an und am Wochenende habe ich die letzten öst Bücher gelesen, eines von der Shortlist und ein Debut, wo die Besprechung morgen, beziehungsweise übermorgen erscheinen wird und da war ich mir eigentlich fast sicher, das wären die Preisbücher, aber ich bin schlecht im schätzen.

Das ist nichts Neues, ich treffe es nie. Man kann wahrscheinlich auch sagen, die gruppendynamischen Effekte der Juryentscheinung sind nicht wirklich vorzauszusehen. Also wieder eine Überraschung und anders als beim dBp bin ich beim Öst auch einverstanden, obwohl ich das Buch, noch nicht gelesen habe.

Aber schön der Reihe nach, damit es nicht zu unverständlich wird.

Bernhard Fetz vom Literaturmuseum, Konstanz Fliedl, Jens Jessen, Evelyne Polt-Heinzl vom Literaturhaus und Bettina Wagner von der Seeseiten-Buchhandlung waren in der Jury und Dorothee Hartinger und Philipp Hauß haben wieder durchs Programm geführt.

Im letzten Jahr kamen sie, glaube ich, aus der Vorstellung vom “Torquato Tasso” aus dem Burgtheater, diesmal haben sie Thomas Bernhard zitiert, dessen “Es ist ist alles lächerlich, wenn man an den Tod denkt!”, gesprochen anläßlich einer Preisverleihung als Dankesrede, natürlich treffen als Programmpunkt passt, dann stellte Philliph Hauß noch fest, daß die nomierten Bücher alle zwei Themen behandlen würden “Heimat und Krankheit, also könne man ein “Heimat macht krank, daraus schließen und dann stellte er die Jury und die Stifter nämlich Benedikt Föger vom Hauptverband, Renate Anderl von der AK und Minister Gernot Blümel vor und befragte sie übers Lesen.

Dann kamen die Kurzlesungen und die Vorstellungen selbst, zuerst wurden die Debutanten aber nicht in alphabetischer Reihenfolge, sondern mit Marie Gamilschegg beginnend, vorgestellt “and the winner is Marie Gamillschegg”, die sagte etwas überrascht, sie hätte keine Preisrede vorbereitet, konnte die an sie gestellte Frage aber doch beantworten und dann ging es weiter mit den Shortlistnomiierten und da rätselte ich schon seit Tage, wer das wohl der Gewinner wäre?

Josef Winkler natürlich, obwohl mir die “Büglerin” am besten gefallen hat, dann habe ich aber am Samstag und am Sonntag das Buch gelesen, das zum wiederholten Male in schöner Sprache dwen gleichen Inhalt hatte und dachte mir, da werden die Buchhändler wohl etwas dagegen habe, da sich das Buch vielleicht nicht sehr verkauft. Also doch vielleicht der Steinfest oder die Flasar, auf die auch Alfred tippte, den Jäger ließ ich aus, den Wisser, ich weiß nicht recht, aber dann stand er an erster Stelle und Josef Winkler in der Mitte and the Winner is….

Gratulation, gratulation. Er hat mir ja auch das Buch beziehungsweise das PDF verschafft, weil das von “Jung und Jung” an mich abschickte, offenbar verlorengegangen und einmal beim “Alpha”, als es auch hieß “and the winner is….”, habe ich an ihn gedacht, aber dann war es Eva Menasse, die aber den Öst schon im letzten Jahr  bekommen hat.

Also ist “Königin der Berge”, das Preisbuch und ich frage mich, ob es sich besser als das des Winklers verkaufen lassen wird?

Wohl nicht wirklich, würde ich unken, gönne ihm aber seinen Preis, da ich seine Karriere beziehungsweise seinen literarischen Aufstieg schon ganz von Anfang an verfolgte, nämlich, als er, glaube ich, in einer fröhlichen Wohnzimmerlesung im Amerlinghaus sein bei “Ritter” erschienes Buch vorstellte, das mir erstaunlich realistisch schien, so daß ich mich etwas überschätzend dachte: “Wenn er es schafft, müßte ich ja auch ein Buch dort unterbringen können!

“Welch ein Iirrtum Würde wieder Ernst Jandl sagen. Dann kam der “Bachmannpreis”, die “Alpha- Nominierung”, die Musa-Lesungen, der Wechsel von “Klever” zu  “Jung” und jetzt der dritte österreichische Buchpreis und bei der Verleihung kamen die Dankesreden und die Musik stammte, das habe ich jetzt fast vergessen von “Federspiel”.

Ein Buffet gab es auch und Gespräche, mit denen, die mit mir reden wollten, wie beispielsweise Robert Huez vom Literaturhaus, Christian Jahl von der Hauptbücher oder Ines Varga vom Kulturamt der Stadt Wien, die im MUSA immer den Wein ausschenkt, neben der ich gesessen bin, Robert Stocker vom Bund, dem ich vom “Ohrenschmaus” erzählte und jetzt geht es zuerst weiter mit der einer europäischen Literaturpreisverleihung und dann mit der “Buch-Wien”, wo ich mich ja auch ein bißchen präsentieren werde.

Vor hundert Jahren

Das Jahr 2018 ist ja ein geschichtsträchtiges. Da gab es den März 1938 mit dem Anschluß Österreichs, die 1968 Studentenrevolte, die im Mai von Paris ausgegangen ist und im November geht es ganz zurück, denn da ging ja der erste Weltkrieg zu Ende, die Monarchie ist zusammenbebrochen,  die erste österreichische Rebublik hat sich gegründet. Und ich habe das alles fleißig mitgelesen.

Im Rathaus gab es zum März 1938 eine große Ausstellung mit vielfältigen Begleitveranstaltungen, “Wagenbach” hat mir etwas über den Mai 1968 geschickt und im Herbst ist Stephan Teichgräber von der “Dokumentationsstelle der mittel-und osteuropäischen Literatur” dahergekommen und hat mich wieder zu einem Workshop eingeladen.

“Literatur zur Revolution” und ich habe zuerst an die französische, die blutig grausam war, gedacht und gar nicht mitbekommen, daß es  auch 1918 eine Revolution gegeben hat, Stephan Teichgräber hat da ja an Döblin mit seinem “November 1918” gedacht und an Alexej Tolstoi, aber mir ist da schon der Franz Theodor Csokor eingefallen, dessen “3. November 1918”, ich einmal im Burgtheater gesehen habe und ich es als ein sehr fades Stück betrachtet habe, denn was gehen mich Ja die Offiziere an, die in einem Lazarett den Niedergang der Monarchie erlebten?

Im Oktober hat es dann im Rahmen der Bibliothekstage auch noch eine sehr schöne Veranstaltung zum historischen Krimi zur Republiksgründung gegeben und  am Montag ist mir dann noch eine Einladung von der “Edition Tarantl” in die <hände gefallen, die ein Buch zum “November 1918” in der österreichischen Literatur herausgegeben hat, das am Donnerstag in der Buchhandlung und Cafe “Libreria Utopia” vorgestellt wird.

Da ist zwar die “Buch Wien” und der Andre Kurkow in der “Gesellschaft” und Michal Hvorvecky im Literaturhaus, aber ich habe das alles am letzten Mittwoch in die Spengergasse besprochen und mir auch  den Franz Theodor Csokor Band mit drei Stücken, worunter eines der “Dritte November” ist, herausgesucht, das ich mir einmal von den Lesetürmen der “Literatur im März” mitgebracht habe und da habe ich dann auch gesehen, daß am Samstag den 3. November, punktgenau in der Arnea Bar in der Margaretenstraße das Stück vom Lesetheater mit Ottwald John, Christa Kern, Manuel Gierisch, Claudius Kölz und und aufgeführt wird und da hatte ich dann natürlich meine Abendveranstaltung, um mein Geschichtsbewußtsein abzurunden.

Mit fast Fünfundsechzig und einem intensiven Leseleben verstehe ich natürlich jetzt viel mehr davon als damals mit Fünfzehn, wo das Stück wahrscheinlich zum fünfzigsten Jahrestag im Burgtheater aufgeführt wurde und das “Theater der Jugend” die Kinder hinschickte. Denn damals habe ich gedacht, eine Handvoll Offiziere schwafelt sich dahin und man kann noch immer kritisieren, daß es nur eine einzige Frauenfigur, wie im “Professor Bernhardi”, nämlich die Schwester Christina gibt, aber die hat es in sich und ansonsten hat Franz Theordor Csochor eher ein Randgeschehen beschrieben.

Eine Handvoll Offiziere aus allen Nationen, verbringen den November 1918 in einem Lazarett in den Kärntner Karawanken, sind eingeschneit und erleben hautnah mit, wie die Monarchie zerfällt und sie, einer erschießt sich, weil er das nicht aushält und die anderen mehr oder weniger glücklich in ihre Nationalstaaten zurückgehen.

Ein sehr aktuellen Stück in Zeiten wie diesen,wurde mehrmals erwähnt, mein Geschichtsbewußtsein ist aufgefrischt und jetzt muß ich noch das “Schönbrunner Finale” lesen und schauen, ob vielleicht auch das “Tarantl-Buch” zu mir kommt, denn da steht ja auf dem Einladungsblatt: “Die wissenschaftlich historisch-politische Literatur zur Ursache des Ende der Jahrhundertlangen Habsburgertyrannei in Europa und der Aufrufung der ersten Republik in Österreich ist relativ gut aufgearbeitet, doch wer weiß, welche Romane, Gedichte und  Dramen zu diesem elementaren Wendepunkt der Geschichte des Landes von AutorInnen verfaßt wurden? Da fällt ja jedem und jeder immer nur  Franz Theodor Csokors “Dritter November 1918″ an.” – Nun denn ich bin gespannt und es ist sicherlich sehr spannend die Entwicklung des letzten Jahrhunderts vom Zusammenbruch der Monarchie, dem dritten Reich, dem Aufbruch von 1968 dem angeblich oder tatsächlichen Scheitern des Sozialismus bis hin zun Neoliberalismus und den rechtsradikalen Entwicklungen, die wir ja gerade in Europa erleben und wo wir wahrscheinlich sehr aufpassen sollten, damit wir nicht demnächst wieder eine Götterdämmerung erleben, wenn wir das als Einzelne überhaupt können.

Eine spannende und gut gespielte Lesetheateraufführung von der ich es nur ein wenig schade finde, daß die Männerrollen auch von einigen Frauen gelesen wurde, was mich persönlich etwas störte.

Die Fahne der Wünsche

Jetzt kommt das zweite Buch, des 1981 in Sarajevo geborenen Tiljan Sila, der seit 1994 in Deutschland lebt und als Berufsschullehrer arbeitet, dessen “Tierchen unlimited” mir sehr, den anderen weniger gefallen hat und man jetzt sicher über seinen zweiten Roman und die Frage, wie wichtig, ein solcher für die Karriere ist und wie gut, die meistens nach den Debuts gelingen, diskutiert.

Es ist, denke ich, ein Jugendbuch, ein dystopischer Roman, der den Jugendlichen, das System einer Diktatur ala DDR oder auch die in Albanien, Rumänien, Bugarien etcetera näher bringen könnte. Denn das Buch spielt in einer osteuropäischen Dikataur namens “Crocutanien”, das von den “Spiroisten” beherrscht wurde und es hat, ein der Berufsschullehrer wird es schon wissen, ein die Jugend interessierendes, nämlich den Sport zum Thema.

Ein älterer Mann, der Goldene, wegen seiner ersetzten Goldzähne, genannter ehemaliger Radrennsportler blickt im Westen auf seine Jugend zurück. Das heißt, er bekommt einen Anruf aus seiner ehemaligen Heimat, die sich jetzt offenbar mehr oder weniger von der Diktatur erholt, der ihm von Tod seiner Mutter berichtet und die Geschichte beginnt:

“Crocutanien, ein tolatlitärer Staat am Rande Europas, versinkt im Chaos. Mittendrin ein junger Rennradfahrer, der lernt, nicht aufzugeben, auch wenn es scheinbar nichts mehr zu gewinnen gibt.”, steht am Buchrücken.

Ich würde den Ambrosio als Mitläufer und daher als eher unsympathische Figur beschreiben. Aber so war es halt in den sozialistischen Dikataturen. Man konnte nicht aus, wenn man überleben, seine Familie schützen, etcetera, wollte, würde man heute sagen.

Ambrosio hat und das ist interessant, weil es meiner Meinung nach eher die heutige Realität, als die vor vierzig Jahren, Ambrosio ist im Eingangskapitel sechzig und erinnert sich an dieZeit zurück, wo er etwa sechzehn oder siebzehn war, entspricht, eine depressive, er nennt sie “irre” Mutter, die ihm feindlich gegenübersteht und sich sonst eher, die wie von Helene Hegemannns Heldin benimmt.

Der Trainer des Siebzehnjährigigen erkennt die Misere, holt ihn zu sich und verschafft ihm später einen Platz in einem eher lockeren Internat, wo er ähnlich, wie der Held in Andre Kubitscheks “Skizze” eines Sommers” die Freuden eines Siebhehnjährigen  erlebt. Er liebt Betty, ebenfalls eine Leistungsportlerin, die sich später in den Westen absetzt, kennen und er begegnet mit einem Freund einem Flipperautomaten. Ein harmloses Vegnügen könnte man meinen. Nicht in einer Dikatur, die den Leuten alles verbietet. Er wird deshalb von den “Mäntel” also der Geheimpolizei zusammengeschlagen und als sich der Trainer auch ins Ausland absetzt, verliert er seine Zähne, die ihm später durch die “Goldenen” ersetzt werden und dafür muß er zum Spitzel werden.

Er lernt dann noch ein paar Jungs und Mödel vom Kader kennen, Kinder der Familie, die in der Diktatur aufgestiegen ist, das ist ähnlich wie in Nordkorea. Es kommt zu einem Putsch. Ambrosio kann sich mit seinem Rennrad in den Westen ansetzen und nun erfährt er vom Tod seiner Mutter, die er zurücklassen mußte, die auch in eine berüchtigte Anstalt gebracht wurde und dort verhungerte, was ihm den letzten Rest gibt oder auch nicht, denn:

“Manche überlebten und schämten sich – aber ich nicht.

“Und was machst du jetzt?”, fragte der Taxifahrer.

“Jetzt gehe ich wieder.”, lauten die letzten Sätze.

Schwer zu sagen, wie ich das Buch einordnen soll. Es ist ein Jugendbuch, das die Jugend von heute wahrscheinlich vom Rechtsruck abhalten und ihnen ein bißchen beibringen soll, wie es damals in der DDR oder auch im kommunistischen Jugoslawien, von wo Tiljan Sila ja herkommt, war.

Ich werde demnächst fünfundsechzig und habe schon viele dieser Bücher gelesen. So daß  mich dieses eigentlich weder überraschen noch vom Sessel reißen konnte.

Das Neue, was ein gutes Buch ja angeblich haben muß, war für mich also nicht darin enthalten, was vor vierzig Jahren aber sicher anders gewesen wäre und der gute Ambrosio war mir ein bißchen unsympathisch.

Aber so wars halt das Leben in der DDR-Diktatur oder in der  Ex-Jugoslawiens und das arbeitet Tiljan Sila, glaube ich, gut heraus, obwohl er es nicht so benennt und den Ambrosio eigentlich als Helden einführt.

Eine elendslange Bücherliste

Meine Bücherliste erregt, wie man an den Kommentaren sehen kann, regelmäßig Aufsehen und eine Pressedame hat mir deshalb einmal auch ein Buch verweigert.

Das warum habe ich immer noch nicht ganz verstanden, denn ich bemühe mich ja die Bücher zu lesen, es stimmt aber, es gibt sehr viele.

Es werden zuviele verlegt und die Leute lesen immer weniger, auch wenn ich das nicht so gerne höre. Ich lese eigentlich auch nicht so viel, zwischen hundertfünfzig und hundertfünfundsiebzig Bücher im Jahr, wenn es hochkommt und wenn ich da pro Woche mehr als fünf finde oder geschickt bekomme, bin ich im Rückstand, denn ich habe ja auch eine sehr lange Backlist, die ich zum Teil schon mit mir herumschleppte, als es die Bücherschränke noch nicht gab und ich, so wie heuer größtenteils Neuerscheinungen gelesen habe.

Meine Bücherliste ist ohnehin so eine Sache, entstanden ist sie, 2011 durch die hundert Bücher-Challenge, damals war ich noch nicht so sicher, ob ich hundert Bücher im Jahr schaffe.

Das schaffe ich, kein Problem, aber ich gehe ja gerne zu den Bücherschränken, freue mich, wenn ich da was Tolles finde, kaufe bei Abverkäufen und Flohmärkten oft ganze Stöße und habe 2013, glaube ich, den Rappel bekommen, alle meine bis dato ungelesenen Bücher auf die Liste zu schreiben, so wurde sie lang und länger un als ich dann mit dem Buchpreislesen angefangen habe, bin ich in Troubles gekommen. Im Herbst 2016 war das, als ich so mittendrin in der Buchpreisliste war und dachte, ich schaffe den Stapel der im Badezimmer liegt nicht mehr.

Schon ein paar Jahre vorher habe ich im Herbst angefangen, die Bücher, die fürs nächste Jahr auf der Liste standen aus den Regalen zu suchen und ins Badezimmer zu legen und die Liste ging, was meine Leser manchmal erregt, so bis Mitte oder Ende der Zwanzigerjahre.

Ja ich vertraue auf mein Augenlicht und ein Durchschnittlsalter, aber damals im September bin ich hergegangen und habe die Vorausliste gelöst und inzwischen nach und nach durch die aktuelleren, besseren, brandheißen Backlistbücher, die ich hatte ergänzt.

Jetzt ist sie aber schon wieder lang geworden und weil ich heuer aber so viele Neuerscheinungen gelesen habe, habe ich von der 2018- Backlist nur sehr wenig gelesen und die restlichen vierzig, die ich noch lesen wollte, sollte, schon vor einiger Zeit gelöscht, komme ich mit den Neurscheinungen ja wahrscheinlich gar nicht nach und werde ein paar vielleicht wohl noch im Jänner lesen.

Jetzt ist aber schon die erste Frühjahrsvorschau von “Diogenes” gekommen, da habe ich mich sehr zurückgehalten, aber vier Bücher angemerkt und wenn dann im November der Rest kommt, kann ich mir ausrechnen, daß 2019 nicht viel besser als 2018 wird, obwohl ich die Bücher von der 2018- Backlist, die noch im Badezimmer liegen und die, die mir für 2019 heraussuchen sollte, gerne lesen möchte, zumindestens einige von ihnen.

Dann dürfte ich mir aber nichts Neues bestellen und da bin ich sehr neugierig und lese gerne.

Ja, es stimmt, Leselflauten gibt es eigentlich kaum bei mir, sage ich doch immer “Es interessiert mich, was die anderen besser als ich können!”, obwohl ich mir in letzter Zeit schon manchmal denke, “Warum soll ich das lesen? Die anderen interessieren sich auch nicht für meine Bücher!”

Aber dann obsiegt meistens die Neugier und ich denke sehr oft, wenn ich ein neues Buch sehe oder darüber höre “Das würde ich gern lesen!” und muß mich dann bezüglich Anfragen zurückhalten.

Ja, es ist ein Dilemma, aber eines was sich zum Glück sehr leicht lösen lösen und es nicht wirklich schlimm ist, wenn ich mal was nicht lese oder es nicht bei mir landet.

Luxusprobleme halt und gut wenn ich keine anderen habe. Denn ich finde es ja schön, daß ich, wie ich denke, eigentlich recht gut belesen bin und mich in der Gegenwartsliteratur gut auskenne.

So liegt also noch der 2018 Stapel mit einigen sehr interessanten Büchern, die ich leider nicht geschafft habe im Bad und den 2019 sollte ich auch langsam herausholen oder ihn, bevor ich die Zukunftsliste lösche, um mir dann nur noch nach Bedarf das herauszusuchen, was ich leicht finde oder gerade lesen will, durchsehen.

Bei Krimis, Chicklits oder anderer leichterer Literatur bin ich jetzt schon vorsichtiger und sage, was eigentlich auch schade ist, ab, wenn mir jemand seinen heiteren Ratgeber schicken will. Das möchte ich eigentlich nicht wirklich, weil ich auch möchte, daß die anderen meine Bücher lesen und besprechen. Auch wenn ich nicht auf den Buchpreislisten stehe und nicht bedauernd sagen “Das kann ich leider nicht, das ist mir zuviel!”

Aber man kann nicht alles lesen, stimmt, auch wenn ich das noch immer sehr gerne möchte, aber schon manchmal denke, daß es vielleicht schon zuviel ist, mich durch das hunderttausenste Midlifekrisis Buch eines berühmteren Schriftstellers zu lesen.

Nun gut, mal sehen, wie es wird und weitergeht mit den Neurscheungen und Backlistenlesen. Mit den Buchpreislisten bin ich jedenfalls so langsam durch oder lese mich dorthin. Vier ungelese habe ich noch von der deutschen Liste und zwei die ich noch bekommen müßte und auf das österreichische Buchpreislesen mache ich mich demnächst, denn da wird der Preis am Montag vergeben. Ob es der Winkler, der Steinfest oder doch einer der drei anderen wird? Drei davon habe ich noch zu lesen, zwei müßten noch zu mir kommen und dann kommt ja bald die Debutpreisshortliste und da kommen dann ja noch einige Bücher hinzu, wenn ich nicht das Glück hätte, alle davon schon gelesen zu haben. Was möglich wäre, weil ich das bei zehn bis fünfzehn schon tat, zwei ungelesene habe ich auch und auch den Vorschlag für meine persönliche Shortlist. Mal sehen ob die stimmt?

Stern des Nordens

Nach Japan und China geht es jetzt nach Nordkorea und zwar abseits von den Buchpreislisten zu einem Thriller, den D.B. John geschrieben hat, der laut Klappentext in Wales geboren wurde, lange in Südkorea lebte und einer der wenigen Touristen war, die Nordkorea bereisen konnte.

Ja über Nordkorea weiß man wenig, außer, daß es eine Diktatur ist und die Leute diese grauen Anzugsuniforemn tragen und so ist der Thriller, der, wie auf den ersten Seiten steht “Eine erfundene Geschichte erhält””, bei der einige, der vorkommenden Personen wirklich, wie etwa der Diktator Kim Jong-Il, existieren.

Deshalb ist es wohl sehr spannend, den “Stern des Nordens”, der drei Handlungsstränge, drei Gesichichten die ineineinander verknüpft werden, enthält, zu lesen, wenn auch die Story etwas unglaubwürdig ist und von  Spannungsbögen und Wendungen nur so strotzt, das man beim Lesen kaum mitkommt.

Es beginnt mit einem Prolog, da wird im Juni 1998 in Südkorea, eine achtzehnjährige Amerikanerin halb koreanischen halb afroamerikanischer Abstammung entführt. Das heißt sie verschwindet vom Strand und ihre Zwillingsschwester Jenna, erlebt ein Trauma, das sie noch als Dreißigjährige nicht schlafen läßt und zum Psychiater führt. Sie ist Wissenschaftlerin, hält auf der Uni Vorlesungen über Nordkorea. Sie spricht auch dessen Dialekt und da holt sie eines Tages der CIA aus dem Hörsaal und macht sie zur Agentin. Sie will nur eines, ihre Schwester retten, von der sie nicht glaubt, daß sie tot ist und so stimmt sie zu.

Dann gibt es eine nordkoreanische Bäuerin namens Frau Moon, die ein vom Himmel herabgeworfenes Care Paket aus Südkorea findet und es nicht, wie man das muß abgibt, sondern die Schokoladekekse, die darin enthalten sind, am Markt verkauft und dadurch zur Widerstandskämpferin wird.

Das Leben in Nordkorea ist sehr gefährlich, überall lauern Spitzel, die einen verhaften können, trotzdem wird gehandelt und bestochen. Frau Moon versteht das sehr gut und das Handeln und Bestechen ist auch zur Elite des Landes durchgedrungen und da ist Oberst Cho und sein Bruder Yong-ho, der Karriere machte und bis in die oberste Parteispitze aufgestigen ist.

Fein, könnte man sagen, es gibt nur ein Problem, wenn man das tut, wird seine Vergangenheit durchleuchtet und die beiden waren Findelkinder. Vielleicht waren ihre wirklichen Eltern Regimegegner oder Spione und die Angst blüht.

Vorerst wird Cho aber zu einer Mission nach Amerika geschickt. Da wird er von seinem Bruder mit Falschgeld ausgerüstet und er muß auch Drogen schmuggeln, denn die sozialistische Volksrepublik lebt sehr gut davon, in New York oder Washington, kehrt er dann mit seiner Delegation in eine Hamburgerbude ein und erklärt der staunenden Menge, daß die Fleischbrötchen eigenlich vom geliebten Führer erfunden wurden.

So weit die Ironie und das ist sehr lustig. Die Handlung dreht sich aber weiter. Jenna, die inzwischen von der amerikanischen Außenministerin, die später Präsidentin werden möchte, besucht wird, trifft den Oberst bei einem Bankett und erzählt ihm von ihrer entführten Schwester.

Der führt sie, als sie in einer Friedensmission nach Pjöngjang kommt,  in seiner Angst in das geheime Lager, wo die entführten und umerzogenen Ausländer zu Spitzeln herangebildet werden. Er hat inzwischen einen Orden an der Brust, sein Todesurteil steht aber schon fest. Er kommt in ein Umerziehunglager, wird gefoltert und muß in den Minen arbeitet. Trifft dort aber seine wirkliche Mutter  und zu Jenna kann er auch Kontakt aufnehmen und sich als Überläufer anbieten.

Das mißlingt zwar, aber Jenna kommt mit dem großen Führer in Kontakt, der sie zu ihrer Schwester bringt und dazwischen wird noch unzählige Male  geschoßen, überfallen und geflüchtet, bevor die beiden Schwestern in den USA eintreffen und Frau Moon ihren Enkelsohn in die Arme nehmen kann, der natürlich der Sohn des Oberst ist, der wenn es richtig verstanden habe, nicht entkommen konnte.

Ein Teil des Buchs, nämlich die Verhör- und Folterszenen, die Cho erleiden muß, haben mich stark an Orwells 1984 erinnert.

Einiges war sehr interessant. Die Handlung ist mir, wie schon geschrieben, ein wenig übertrieben und unglaubwürdig vorgekommen.Zuviel Aktion würde ich sagen, aber das muß bei einem Thriller wahrscheinlich so sein.

“Wenn es ein Buch gibt, das Sie dieses Jahr unbedingt lesen sollten, dann ist es “Stern des Nordens”, steht am Buchrücken. Dem kann ich mich nicht unbedingt anschließen. Da würde ich wahrscheinlich ein paar andere wie beispielsweise “Die Katze und der General”, das ja auch schlechte Kritiken hat, “Unter der Haut” oder “Fliegende Hunde”, beziehungsweise “Die Büglerin” vorschlagen, aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten und ich bin auch der Meinung, daß es das “eine Buch” nicht gibt und man das, was man will lesen soll.

Allerheiligen, Donnerstagsdemo und fertig mit dem Nanowrimo

“Fertig?”, werden jetzt meine Kritiker fragen.

“Jetzt spinnst du total, denn es ja erst der erste Nomember und der “Nanostart” und du hattest doch vor einer knappen einer Woche schon vierzigtausend Worte, wie kannst du da schon fertig sein?”

Und richtig, stimmt, der Rohtext ist vor ein paar Stunden geworden, da habe ich jetzt  achtundneunzigeinhalb Seiten, dreißig Szenen und hört und staunt nut 49 238 Worte und da die circa sechs Szenen, die ich am heutigen Tag hinuntergeschrieben habe, noch unkorrigiert sind, werden wohl noch an die tausend Worte wegkommen. Aber ist ja egal und ich habe vor einer Woche, den vorläufigen Zustandsbericht geschrieben, da hatte ich, glaube ich  einundzwanzig Szenen und an die dreißigtausend Worte, hatte schon ein paar Wochen nicht weitergeschrieben und war aus der Story ziemlich heraus, dann habe ich am letzten Freitag in Harland, glaube ich, drei oder vier Szenen geschrieben und das Ganze dann bis zum Ende skizziert.

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Am Samstag wollte ich weiterschreiben, aber da ist mir der “Traffikant” in die Quere gekommen, so daß es nur ein bis zwei Szenen wurden, aber klar war, der “Nano-Zug” ist abgefahren. Ich schreibe den Text so schnell wie möglich fertig und nütze den November zum Korrigieren, soweit mich die “Buch Wien” das läßt und heute wieder ein fast verlängertes Wochenende, der Donnerstag ein Feiertag, am Freitag habe ich zwar  Stunden. Dann kommen aber Samstag und Sonntag. Da war klar, daß ich weiterschreiben werde, allerdings habe ich den Tag mit meiner “Ohrenschmaus-Laudatio” begonnen, dann das Mittagessen bereitet. Um cirka halb zwei mit dem Schreiben angegefangen und geschrieben und geschrieben, bis kurz nach fünf, da war ich schon bei meiner letzten Stzene, der Alfred lästig geworden ist und gedrängt hat “Gehen wir auf die Demo!“, wo sich die Leute, um sechs bei der Albertina und beim Hrdlicka-Denkmal trafen.

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Gustav

Gustav

Dazu braucht man cirka zwanzig Minuten, aber der Alfred will immer die Leute vorher treffen und ich war gerade im Lteraturhaus, nicht in der “Alten Schmiede”, wo in meinen früheren Szenen noch steht, daß da die Präsentation von Maria <mattuscheks “Traummotizen” stattfinden werden. Aber das Literaturhaus brauchte ich, denn wenn Magdalena von dort nach Hause geht, kommt sie wieder an die Kreuzung Wienzeile-Pilgramgasse und da sieht sie ja wieder den weißen BMQ, wo diesmal Heiner Kubik, Ulla und ihren Freund Jens nach Hause bringt und die Maria Mattuschek war mir gerade eingefallen und das stand  nicht in meinen Notizen, liest im Literaturhaus nicht die “Traumnotizen”, sondern aus einen ihrer selbstgemachten realistischen Romane. So weit so what. Weil der Alfred so drängte habe ich dann an der Kreuzung mit dem weißen Auto haltgemacht und dachte, das ist es vorläufig, aber man soll ja auch etwas ausparen und braucht nicht alles hunderttausend Mal wiederholen.

So weit, so what mit meinem fast “Nanrowrimo”, gerade habe ich mir das Motivationsviedo der Julia K. Stein angehört, die erklärte, daß man sich beim “Nanrowirimo” Ziee setzten soll.

Mein Ziel ist erreicht, jetzt werde ich die Plotlücken, die ich sicherlich noch habe. schließen, die Handlungstränge einzeln korrigieren und vielleicht, wenn es geht, noch soweit zu verändern, daß dem Roman der Durchbruch gelingt.

Angelica Baumer

Angelica Baumer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Geht wahrscheinlich wieder nicht, aber es gibt sicher in den fast hundert Rohseiten, die ich bis jetzt habe, einiges zu verbessern. Nur der Roman der Magdalena wird so unvollendet bleiben. Das andere kann ich noch beliebig ausarbeiten und dann war heute ja nicht nur Allerheiligen, der Tag wo man seiner Toten gedenkt, ich bin aber keine Friedhofsgeherin, sondern auch wieder Donnerstag und da gibt es  seit Anfang Oktober wieder wöchentlichen Demonstrationen gegen die blautürkise Regierung und deren Sozialabbau und autoritären Veränderungen.

Bei der ersten am 4. 10 sind wir geweisen. Seither nicht mehr, weil wir ja jeden zweiten Donnerstag nach Harland fahren und vor zwei Wochen, die Debutpreisleseung in der Arbeiterkammer war. Diesmal aber wieder soziales Engement, da gibt es ja genug zu tun und die Demo traf sich, wie schon erwähnt beim Hrdlicka Denkmal, wo auch immer am ersten Mai die Kommunisten losmarschieren und weil ja Allerheiligen war, stand die Demo auch unter diesem Motto und es wurde aller Toten gedacht, die im Krieg und im Faschismus gestorben sind.

Tafeln wo” Rassismus, Armut, Sexismus, etcetera, tötet!” stand, wurden hochgehalten und wir sind über den Ring zum Ballhausplatz marschiert, wo es wieder ein umfassendes Kunst und Protestprogramm gegeben hat.

Doron Rabinovici hat gesprochen, die Sängerin Gustav gesunden, zwei junge Roms, wo einer der Exilpreis-Schriftsteller Samuel Mago war, der 1996 in Budapest geboren wurde, haben gesprochen. Es gab wieder gute Stimmung, viel Aktivismus und Aufruf zum Widerstand, diesmal waren offenbar sechstausend, das letzte Mal waren es zehntausend, glaube ich, Leute da. Robert Schindel habe ich wieder gesehen, Christa Stippinger, Magdalena Knapp Menzel und und und als wir über den Heldenplatz nach Hause gehen wollten hat uns eine Frau aus Hamburg angesprochen und uns erzählt, daß sie ihren Sohn besucht, der in Wien Sprachkunst studiert und  auch auf der Demo war.

Hier ist noch alles möglich

Jetzt bin ich schon bei Buch dreizehn des dBps und es ist eines, das ich Anfang August noch in Wien in den Blogs oder auch in den Buchhandlungen gesehen habe. In Bern und in Zürich habe ich es dann auch gesehen, was kein Kunststück ist, ist die italienischstömmmige 1988 in Basel geborene Autorin eine Schweizerin, die mit ihren Debutroman, aus dem sie im Vorjahr ein Kapitel in Klagenfurt gelesen hat, auch auf der Schweizer-Buchpreisliste und die inoffizellen Buchpreis-Youtuber haben das Buch auch meist besprochen.

Dem offiziellen “Büchernerd” hat es nicht sehr gefallen, anderen schon und da scheiden sich die Geister, denn es ist kein Mainstreambuch, keines wahrscheinlich, worüber sich die Schwiegermütter am Heiligenabend freuen würden, da sind sie mit der Mahlke sicher besser beraten, aber eines das sehr künstlerisch ist, mit den vielen Zeichnungen einen experimentellen Ansatz hat. Eines, das von der Machart stark an Simone Hirths “Notunterkunft” erinnert und auch eines das mit sehr gut gefallen hat, das ich mir auf die Blogger-Debutshortlist wünschen würde, denn da hätte ich erstens weniger zu lesen und auf meiner Shortlist steht es schon.

Einige you Tuber bemängeln die einfache Sprache, aber die ist anders, als das, was ich mir unter einer einfachen Sprache vorstellen würde, sondern eher so, wie es Sasa Stanisic am Buchrücken beschreibt “Manche Bücher sind wie Inseln. Leser betreten sie nur kurz, aber lang genug, dass sie ihre rätselhafte Schönheit, ihren sprachlichen Bewuchs, ihre Bewohner nicht mehr missen mögen.” und Ruth Schweikert, auch eine Schweizer Autorin, schrieb “Gianna Molinari nimmt uns an Bord einer literarischen Forschungsreise zu den Terrae Incognitae der Gegenwart, nimmt uns vom vermeintliche sicheren Ufer mit ins offene Meer”.

Das finde ich ein wenig übertrieben ausgedrückt und so würde ich das Buch, in dem Inseln tatsächlich eine große Rolle spielen und auch oft gezeichnet werden, nicht verstehen.

Ich denke eher Gianna Molinari entfernt sich mit ihrem Debutroman von der Hektik dieser Welt und den unzähligen Spannungsbögen und Actionmustern, die ein guter Roman angeblich haben muß, sondern macht es, um an Adolf Muschg oder an Adalbert Stifter zu erinnern, wie bei den “Bunten Steinen”, nicht “das Große, sondern das Einfache ist schön!”

Und da ist sie, die namenlose Ich-Erzählerin, die sich in einer bald aufgelöst werdenden Verpackungsfabrik als Nachtwächerin einstellen läßt. Mit dem Koffer in der Hand sozusagen aus dem Nichts dorthinkommt, wo es außer ihr noch den Chef, einen anderen Nachtwächer einen Koch und ein oder zwei Arbeiter gibt, die sie in der Kantine trifft. Sie war früher Bibliothekarin, das weiß man und sie hat, wie bei Simone Hirth, ein Lexikon und wahrscheinlich auch ein Notizbuch bei sich.

Einen alten Kopierer läßt sie sich dann vom Chef schenken und der erste Spannungsbogen taucht auf, als der Koch einen Wolf im Abfall wühlen sieht. Der wird jetzt gejagt. Denn das gibt es doch nicht, daß ein Wolf das Gelände einer fast leeren Fabrik unsicher macht. Aber in der gibt es Überwachungskameras, in die die beiden Nachtwächter starren sollen. Eine Wolfsfalle sollen sie auch bauen und provisorisch die Löcher im Zaun reparieren. Für mehr ist kein Geld da oder es lohnt sich nicht, darin zu investieren. Die Frage warum dann in zwei Nachtwächter investiert wird, wird vom Chef nicht beantwortet und ich schließe mich der Deutung, die ich bei “Caros Bücher” gehört habe, daß der Wolf das Symbol für das Fremde, das man abhalten, für die Flüchtlingsinvasion beispielsweise, nur bedingt an, weil man das zwar so interpretieren könnte, ich das Buch aber eigentlich für sich sprechen lassen will und da gibt es drei Teile, drei Geschichten sozusagen, die eine ist die von dem Wolf, der dann auch in der Halle, wo die Nachtwächterin wohnt auftaucht, neben ihrem Bett sitzt, sie sozusagen behütet, während er von Clemens, dem anderen Nachtwächter nicht gesehen wird.

Dann gibt es die Wahre, von dem aus einem Flugzeug gefallenen Afrikaner, die GiannaMolinari auch in Klagenfurt gelesen hat und im dritten Teil wird die Nachtwächterin noch für eine Bankräuberin gehalten und das alles wird mit ganz banalen Ereignissen vermischt. Listen tauchen wie bei Simone Hirth in dem Buch auf. Betrachtungen über Inseln und gefundenen Legomännchen, etecerta, was ich für “das Kleine” halten würde, was zwar nicht das wirkliche “Große” ist, aber ein spannungsreicher Actionroman, wo der Held eigentlich siebenhundert Leben haben müßte, um bei der Geschichte durchzukommen, ist es auch nicht.

Es ist ein experimentelles, wahrscheinlich Sprachschulenbuch, das Gianna Molinari geschrieben oder konstruiert hat, in dem, was mehrmals drinnen steht  “noch alles möglich ist” oder sein soll. In diesem Sinn wünsche ich ihr viel Glück für den “Schweizer Buch- und oder den Blogger-Debutpreis”, aber den ersten wird vielleicht  Peter Stamm gewinnen, beim zweiten habe ich noch keinen Wunschvorstellung.