Parallelgeschichten-Symposium

Ich habe von dem 1942 in Budapest geborenen Schriftsteller und Fotografen Peter Nadas, glaube ich, noch nichts gelsesen, wohl aber von ihm einmal bei einem “Morawa-Flohmarkkt”, die drei Stücke “Ohne Pause”, um einen Euro  gekauft und ihm im vorigen Jahr sowohl im Literaturhaus, als auch im Literarturarchiv gehört.

Beim Ersten hat er, glaube ich, aus seinem letzten Buch “Aufleuchtende Details” gelesen, beim Zweiten einen vortrag gehalten. Eine Klientin hat mir auch einmal von ihm sehr vorgeschwärmt und über seine Nahtoderfahrung, die er 2002, nach seinem Schlaganfall niedergeschrieben habe, habe ich einmal, so weit ich mich erinnern kann, in “Ex Libris” gehört.

Ein sehr sympathischer älterer Herr, der sehr gut Deutsch spricht und immer höflich lächelt, ist mein Eindruck von ihm und jetzt gab es in der “Alten Schmiede” ein Symposium über seine “Paralellgeschichten”, das der ungarische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Gabor Schein und Wolfgang Müller-Funk von der Universität Wien ausgerichtet haben.

Zwei Tage nur über seine “Parallelgeschichten”, das  fünfzehnhundert Seiten Buch, das 2012, auf Deutsch, 2005 auf Ungarisch unter dem Titel “Üarhuzamos Törtenetek” herausgekommen ist und da Peter Nadas, wie ich auf dem Symposium  hören konnte, in Ungarn und wahrscheinlich auch sonstwo, ein bedeutendet Schriftsteller ist, habe ich seine drei bedeutendsten Werke auch im Ohr, beziehunsweise sind sie auch in der “Alten Schmiede” zur Ansicht oder  zum Kauf aufgelegen.

Da gibt es das “Buch der Erinnerungen”, laut “Wikipedia”, 1991 erschienen, die “Parallelgeschichten”, 20012 auf Deutsch und die “Aufleuchtenden Details”, 2017, die wohl die wirklichen Erinnerungen oder die Meomoiren sind und noch sehr viel anderes.

Ein paar Fotobände sind  auch aufgelegen und ich habe im Publikum auch ein paar bekannte Gesichter gesehen. So war zum Beispiel die Sozialpädagogin da, mit der ich auch auf Kafkas Spuren in Klosterneuburg gewandert bin und dann noch die Lehrer, die ich mehr oder weniger regelmäßig sehe und das Symposium wurde, sowohl auf Deutsch und auch in Englisch abgehalten, weil  auch Gäste von der Budapester Universität am Programm standen.

Begonnen hat es mit Karoly Kokay, der etwas zu den historischen Details erzählte. Er hat dazu gesagt, daß er voraussetzt, man den Roman gelesen hat und das Buch gut kenne, was bei mir, wie schon erwähnt, nicht der Fall war.

Daß die “Parallelgeschichten” aber nach dem Mauerfall in Berlin beginnen, wo eine Leiche gefunden wird und dann in die Vergangenheit zurückgehen, habe ich verstanden, beziehungsweise mich in der Pause am Büchertisch duch die ersten Seiten gelesen.

Dann kam Gabor Schein und der erzählte etwas von den Straßen und den Budapester Gegenden, in denen das Buch spielt und Florian Huber, den Literaturwissenschaftler, den ich, glaube ich, schon öfter gehört und gesehen habe und der jetzt, wie im Programm steht, in Lüneburg lehrt, erzählte etwas von den Bildern in Nadas Werken und projezierte ein solches, nebst einigen Zitaten an die Wand.

Dann folgte eine längere Diskussion über die Bürgerlichkeit in Nadas Werken, für mich ist er, glaube ich, ein sehr bürgerlicher Schriftsteller. Die Dienstbotenzimmer, die sich neben den Küchen befinden, wurden, glaube ich, von Gabor Schein in seinem Vortrag auch erwähnt und daran kann ich mich von meinem ersten budapester Aufenthalt im Jahre 1983 erinner, wo ich mit dem Alfred privat in einem solchen Haus logierten.

Dann folgte, wie schon erwähnt die Pause mit Kaffee und Mohn oder Nußstrudel und einigen Gesprächen, beziehungsweise einer schnellen Paralelllektüre.

Dann kam der kritische Psychiater Alfred Springer, den ich noch von meinem Studium und meinem Vorlesungen im Strotzka-Institut kannte, der einen Einblick in die Sexualität und die Körperlichkeit von Nadas Werk gab, denn die “Paralellgeschichten” sind, wie ich erfahren habe und mir eigentlich gar nicht vorstellen konnte, ein sehr sexuelles Buch, der sich auf der Margareteninsel abspielt, vorher hielt noch Marta Bartal aus Budapest, ein Referat auf Englisch über das Gelächter bei Nadas und ihre Kollegin Orsolya Rakai erzählte etwas über die Rezeption, die ist in Ungarn gar nicht so gut angekommen, whrend man, wie Ursula Knoll erwähnte, im deutschen Sprachraum eher von dem Buch begeistert war und nur die sexuellen Darstellungen bemängelte.

Dann folgte wieder eine Pause und dann ging es in den Keller, wo Peter Nadas eine Traumsequenz aus dem Buch vortrug und zwar scheint es in einer der “Parallelgeschichten”, um einen Studenten namens Döhring zu gehen, der nicht nur in Berlin die Leiche findet, sondern auch der Tätergeneration angehört, die die am dritten Reich beteiligt, beziehungsweise die Nachkommen solcher Täter waren und diesen Traum, wo er dann angeschissen, also sehr direkt erzählt, ertwacht, hat Peter Nadas in zwei Teilen vorgelesen und dazwischen folgte eine Diskussion, wo der Autpor wieder sehr freundlich lächelnd  von seiner Art des Schreibens erzählte.

Am Dienstag ging es dann mit drei sehr ähnlichen Vorträgen von Laszlo Földenyi, Wolfgang Müller Funk und Tibor Gintli weiter, die sich alle mit den Erzählprerspevtiven und den narrativen Strukturen oder der Dramaturgie, wie Kurt Neumann einwarf, befassten.

Es ging um die Frage, wie allwissend der Erzähler ist, denn man weiß bis zum Schluß nicht genau, wer die Liche ist, die da zu Beginn gefunden wurde, der Erzähler hält sich zurück, spielt mit den Geheimnissen, wie Kleist oder Pproust, wie immer wieder als Vergleichdaten genannt wurde.

Eine Szene kommt vor, wo ein Telefonat auf fünfzig Seiten erzählt wird und eine Fahrt mit einem Taxi in ein Krankenhaus einige StundenLesezeit erfordern würde und die unterschiedlichen Paralellgeschichten, die da eine Rolle spielen, wurde mir, der nicht gelesen habenden, immer klarer.

Da gibt es einen Christoph, der sah zu wie sein Vater deportiert wurde, erlitt dadurch ein Trauma und wird auf der Margareteninsel in seine Männlichkeit, die auch homosexuelle Elemente enthält, eingeführt.

Während in einer bürgerlichen Wohnung, das ist die, wo der Anurf kommt, ein provinzielles Mädchen mit einem bürgerlichen Juden im Bett liegt und dabei ihre Schwierigkeiten hat und eine Psychoanalytikerin, die durch den Holocaust ihren <mann und ihre Kinder verloren hat, gibt es auch, die verliert dadurch die Kraft des Erinnerns und muß ihren Beruf aufgeben, noch ehe ihr en die Kommunisten verbieten und eine Damerunde, gibt es wie Ursula Knoll nach der Mittagspause erzählte auch.

Am Vortag wurde ja diskutiert, das die weiblichen Figuren in dem Roman eher schwach und Schemenhaft bleiben.

“No na!”, habe ich mir da vorwitzig gedacht, es gibt sie aber schon, allerdings nur auf hundert Seiten über das ganze Buch verteilt, nämlich vier Frauen, die jeden Tag miteinander Bridge spielen und dabei auch ihre Erlebnisse haben und am Schluß gab es noch einen Vortrag auf Englisch, nänlich den  von Zsolt Bagi “Peter Nadas and the realism”, wo es um Wirklichkeit und Realität ging, das erster Wort hat Zsolt Bagi auf Deutsch ausgesprochen und Schluß bedankte sich Wolfgang Müller Funk für die Veranstaltung, kündige einen Tagungsband und eine weitere Veranstaltung, um ihn zu präsentieren, Ende des Jahres an und ich denke jetzt müßte ich hergehen, und den Roman, wo auch der Vergleich mit Doderer aufgekommen ist, von Anfang bis zum Ende lesen, um all das Erfahrene verstehen und einordnen zu können. Dazu müßte ich das Buch erst finden, aber dann käme ich ja mit meiner elendslangen Leseliste in Bedrängnis, qäule ich mich ja derzeit mit dem neuen amerikanischen Wunderstar Josua Cohen und seinem “Buch der Zahlen”, der vielleicht auch ein ähnliches Thema, wenn auch in einer ganz anderen Form aufgegriffen, hat, herum und komme mit dem Lesen nicht recht weiter.

Es war aber interessant, in die Parallelwelten von Peter Nadas einzutauchen und ich habe zweifelsfrei sehr viel dabei gelernt.

Distanzen der Heimat

Jetzt war ich ja schon fast ein Monat nicht mehr in der “Alten Schmiede”, die Weihnachtsferien haben die Veranstaltungen unterbrochen, aber auch sonst habe ich jetzt öfter um sechs oder sieben eine Stunde, so daß sich das nicht mehr ausgeht und vorigen Montag, wo glaube ich eine Veranstaltung war, war unser “Wein-Vernichtungsfest”, am Dienstag, die Schreibgruppe, am Donnerstag waren wir im Theater “Zucker-Büstenhalter”, das Stück einer polnischen Autorin in der “Märchenbühne Apfelbaum”, was zwar auch literarisch ist, aber über Theater blogge ich ja nicht so gern, genausowenig, wie über Filme, weshalb ich gleich anmerken will, daß am Mittwoch, wo wir ins <kjno gehen werden, wahrscheinlich ein Partisanenbericht, aber keine Filmbesprechung kommen wird, aber heute wieder einmal Textvorstellungen moderiert von Mieze Medusa, die mich während des Wartens auf dem Klo freundlich fragte, wie es mir den ginge>?

“Gut!, antwortete ich.

“Ich schreibe, lese, blogge und gehe jetzt weniger zu Veranstaltungen, weil ich mehr Studen habe und im übrigen leide ich darunter, daß ich es nicht in den Literaturbetrieb beschaftt habe!”, das könnte zu meinem Standardsatz werden, so wie andere unter ihre Artikel schreiben: “Und im übrigen bin ich der Meinung…

“Aber ich versuche, das mit meinen Blog zu kompensieren!”, habe ich dann gleich selbstbewußt hinzugefügt.

“Ich weiß nicht ob der bekannt ist!” und gleich versichert bekommen, daß er das wäre.

Na ja, wenn man nach bestimmten Namen oder Veranstaltungen des Wiener Literaturbetriebes googlet, kommt man wahrscheinlich gar nicht um mich herum, ob man das möchte oder nicht und heute bei den Textvorstellungen ein interessantes Thema, obwohl das einer Dame im Publkum, die nach  Barbara Eders und Gabriel Furmuzachis Lesung, die Veranstalterin fragte, nach welchen Kriterien sie ihre Textauswahl treffe?

Sie würde keine Gemeinsamkeiten in Stil und Form treffen und noch mitten in Hamed Abouds Lesung ist sie dann gegangen.

Dabei ist das Gemeinsame das Fremde, Barbara Eders Text, die ja einmal im “Institut für ost und mitteleuropäische Literatur” einen Vortrag über Comics halten sollten, die ich beim letzten Volksstimmefest persönlich kennenlernte und die auch einige Jahre Lektorin an einer ungarischen Uni war, beschäftigte sich mit Frauen, die in einer Lagerhalle in der ungarischen Provinz Elektroschrott sortieren und freiwillig in das Lager gehen, weil sie da überhaupt Geld verdienen, der sehr gewollt mit bestimmten Reizwörtern spielt, mit dem Lager einmal, dann gibt es tote Hunde, prekäre Verhältnisse und der Text, das ist auch sehr interessant, ist noch unveröffentlicht, während Barbara Eder schon einen anderen Erzählband veröffnentlich hat, auf den Mieze Medusa öfter hinwies und mit einer Geschichte daraus hat sie 2015 beim “Exil Preis” gewonnen.

Der Rumäne Gabriele  Furmuzachi hat das heuer getan, so habe ich seinen Text “Klick” oder Auszüge daraus schon zweimal gehört und der Text, weshalb die Dame vielleicht Schwierigkeiten hatte, die Gemeinsamkeiten zu finden, beschäftigt sich nicht so offensichtlich mit dem Fremdsein, hintergründig schon, denn da trägt ein Fotograf ein krankes Kind in ein Krankenhaus, was mich schon bei der Literaturhauslesung an den “Erlkönig” erinnert hat.

Diesmal ist es nicht so schlimm, denn das Kind hat, als der Arzt es untersucht schon das Schlimmste hinter sich und der Fotograf, der aus Bulgarien kommt und besser Englsich, als Deutsch spricht, hat sich vorher überlegt, in welcher Sprache er die Sympotme des Kindes erklären soll. Der Text ist übrigens und das ist interessant, auf Englsich gechrieben und dann von seinem Autor auf Deutsch übersetzt wurde.

Dann wurde es überhaupt international, denn das Buch des Syriers Hamed Aboud, der in Österreich zu leben scheint, “Der Tod packt einen Geburtstagskuchen” ist in einem Schweizer Verlag erschienen, es ist zweisprachig, deutsch arabisch und die Übersetzerin ist eine Deutsche und Hamed Aboud, das ist interessant, setzt sich mit den schweren Thema Flucht, Krieg und Vertreibung auf sehr poetische Art und Weise auseinander.

So läßt er seinen Protagonisten in einem Panzer durch die Gegend rasen, klettert auf Minarette hinauf kauft in der Fremde Unterwäsche und erinnert sich daran, daß seine Mutter die Hemden seines Vater und seines Bruders in der Waschmaschine immer verfärbte und er nun mehr weder den Mantel seines Vaters, noch die Schuhe seines Bruders tragen kann und der Tod, der Kuchen bäckt ist eine Metapher auf das neue Leben, das nach dem Untergang des alten wieder entsteht.

Sehr interessant und in Zeiten wie diesen eine sehr wichtige Lesung, obwohl ich zwei der Autoren ja schon gekannt habe. Der dritte war für mich, glaube ich, eine Neuentdeckung und nochmals interessant.

In der Zeitschriftengalerie gab es paar “Wespenneste” zur freien Entnahme, ich habe zugegriffen, vielleicht als Entschädigung, weil ich jetzt die “Manuskripte” nicht mehr bekomme, weil die Stadt Wien das Abo, das ich bezog, schon 2012 eingestellt hat, was die Redaktion das, zu meinem Glück oder ihrem Unglück jetzt erst bemerkte und mir sowohl das Heft, das zu der Literatur im Herbst zum Thema “Jugoslawjia revisited”, als auch das zu “Mare Nostrum” mitgenommen habe.

Eine “Volltextnummer” gab es auch und weil ich dem Alfred, als er mich fragte, wohin ich heuer auf Urlaub fahren wil?l “In die Schweiz!”, antwortete hat er mir sowohl eine”DumontNummer” zu diesem Thema, als auch Thomas Küngs “Gebrauchsanweisung für die Schweiz” mitgebracht. Dabei war die Schweiz ja erst vor einigen Jahren Gastland in Leipzig, wo ich mir ja auch ein paar Bücher und Broschüren mitgenommen habe.

Anleitungen und Abschweifungen

Das letzte Mal in diesem Jahr ein Besuch in der “Alten Schmiede”, ja 2017 geht langsam zu Ende, wir haben eine neue Regierung und Alexander van der Bellen hat sie selbstverständlich angelobt, was hätte er sonst tun sollen?

Und in der “Alten Schmiede” traten, moderiert von Markus Köhle zwei experimentelle Sprachkritikerinnen auf, die ich, die realistische und offenbar auch unverständliche Contentschreiberin, dort schon öfter hörte.

Liesl Ujvary, die 1939  in Bratislava geborene grand Dame der experimentellen Literatur, wie ich sie ein wenig respektlos nennen möchte und Anne Cotten, “1982 usw” geborenen, wie der Eintrag in ihrem neuen Buch, bzw. “Schmied-e Programm” lautet, ich ergänze  USA Iowa und erinnere mich an ihren Auftritt im Literaturhaus, als sie dort den “Priessnitz-Preis” bekommen hat und sich in einer Kiste verstecken wollte.

Ja, sie ist origienell und erfolgreich, zeichnet manchmal, wenn sie als Publikum in der “Schmiede” sitzt, in ein Büchlein, hat mich einmal angesprochen, als ich sehr niedergeschlagen von einer Veranstaltung oder Fest nach Hause gegangen bin und hat seit 2011 einige Aufenthalte in Japan, deshalb trägt ihr neues Buch auch einen sehr unverständlichen Namen, über den Markus Köhle bei der Moderation einige Male stolperte “JIKIKETSUGAKI tsurezuregusa”, ich hoffe, ich habe das jetzt nicht falsch geschrieben.

Dafür ist  der Titel von Liesl Ujvary bei “Klever” neu herausgegeben Buch, das erstmal 1977 im “Rhombus-Verlag” erschienen ist, viel leichter zu merken, heißt er doch schlicht und einfach “sicher & gut”, Texte der letzten vierzig Jahre der Sprachkünstlerin, die nach ihrer Lesung noch ein Video dazu zeigte, wo die Satzfragmente musikuntermalt an der Wand vorbeischwebten und auf Markus Köhles Frage, womit sich die Sprachkunstmeisterin jetzt beschäftigt, wies sie auf Ingeborg Bachmann hin, deren Gedicht sie umgeschrieben hötte und “die Welt” ergänzte Markus Köhle noch, war in den siebziger Jahren ganz anders, man hat geraucht und gesoffen und das ist in “sicher & gut”, auch zu erkennen.

“Das wird es immer geben Wein, Kaseren, Computer”, im Original sind die Sätze immer aus und untereinandergeschrieben.

“Das war immer schon da” und so weiter und so fort und interessant dazu ist vielleicht auch Anne Cotten hat das Nachwort  geschrieben und dann  aus ihrem Buch gelesen, das nicht nur in oder von Japan handelt, obwohl es auch japanische Schriftzeichen darin gibt und Anne Cotten auch versuchte die Sprache zu erlernen.

Ein Prosatext handelt aber von Irland im Nebel, eines der vorgelesenen Gedichte wurde in Sarajevo geschrieben, ja Anne Cotten ist eine global vernetzte Frau und hat, glaube ich, schon wieder ein neues Buch und aus diesem hat sie auch ein Gedicht vorgetragen.

Literaturzeitschriftenpräsentation einmal anders

Heute wurden in der “Alten Schmiede” in der “Literatur als Zeit-Schrift-Reihe” die “Lichtungen”, jene steirermärkische Literaturzeitschrift, die inzwischen vielleicht schon wichtiger als die “Manuskripe” sind, vorgestellt.

Jedenfalls zeigt sie sich mir präsenter, bin ich auf der “Buch Wien” doch ständig Andrea Stift über den Weg gelaufen, die jetzt da in der Redaktion ist und in der “Gesellschaft für Literatur gab es auch vor kurzem eine Vorstellung.

In der “Alten Schmiede-Reihe” wurde aber heute das Heft 151 präsetiert, das nicht einmal das letzte ist und da saß nicht Andrea Stift oder der ältere Herr” der mich einmal diesbezüglich in der “Alten Schmiede” angesprochen hat, am Podium sondern Robert Prosser, was mich erstaunte, wußte ich doch nicht, daß er im Redaktionsteam ist.

Ist er auch nicht, aber er hat gemeinsam mit Ferdinand Schmalz dem letzten Bachmannpreisträger, der verhindert war, weil er offenbar Vater wurde und dem mir bis jetzt unbekannten Christoph Szalay ein Projekt gestartet, wo er die junge Lyyrik Österreichs orten wollte und sich dabei an die “Lichtungen” wandte.

Die waren dabei hilfreich, so ist ein Dossier entstanden, das in besagten Heft enthalten ist und noch zu einer eigenständigen Publkation ausgewertet werden soll und Lyriker bis Jahrgang 1975 sind drinnen und wurden in die Richtungen Ost, West, Süd, Nord verordnet.

Das erzählten die beiden Herren und stellten dann zwei Damen nämlich Cornelia Hülmbauer und Regina Dürr vor, die ich beide kannte, denn, als ich sehr jung mit meinem Blog unterwegs war und gerade in die “Gesellschaft für Literatur” ging um das Jungtalent Robert Prosser zu hören, habe ich dann einen Kommentar von “Consens” bekommen, die mich eine Zeitlang kommentieredn verfolgte, dann hat sie beim Exil Preis gewonnen, in der Zeitschrift “Etcetera” kuratiert, ein Nö-Stipendium bekommen und jetzt studiert sie Sprachkunst und stellte zwei ihrer Gedichtzyklen vor, dann folgte Regina Dürr, die ich glaube ich im März bei der Benefizlesung im Amerlinghaus kennenlernte, sie ist auch Musikerin, eher experimentell und hat beim Bachmannpreis gelesen und jetzt hatte sie kein Gedicht, sondern einen lyrischen Text, den sie für eine Gastrozeitung geschrieben hat, in dem es um ein Frühstück ging.

Sehr interessant, dann folgte eine Diskussion in der ein älterer Herr die Frage stellte ob man unter dreißig überhaupt Gedichte schreiben kann aber da hat Rombaud schon zu dichten aufgehört, wie ihm Chrtoph Szalay schlagfertig antwortet und in dem Dossier sind offenbar auch sämtliche Orte der Lyrik aufgezählt, die den beiden Herausgebern nach unterpräsentiert ist, obwohl sehr viele Leute Gedichte schreiben.

Nun da gibt es verschiedene Lyrikveranstaltungen, wie die Lyrik im März, verschiedene Lyrikfestivals in der “Alten Schmiede”, das “DichtFest”, das demnächst wieder ist und auch einige Lyrikreihen, wie die von “Keiper”, wo ich  erst kürzlich ein Buch besprochen habe, wo der Autor glaube ich auch Redaktionsmitglied der “Lichtungen” ist.

Ritter-Abend

Jetzt war ich schon länger nicht mehr in der “Alten Schmiede”, denn vermehrt Klienten, die nur am Abend können, so daß ich es dann bis neunzehn Uhr nicht dorthin schaffe, dann waren die letzten Wochen wegen es Nanomarathon und der Buch-Wien ja sehr hektisch, zwar gab es bei letzterer die “Lesefestwoche” und da auch ein Programm ion der “AS”, aber ich bin heuer wegen Geburtstagsfest, Geburtstagsessen,   Buchpreisvergabe und  Poet-Night nicht zu den Abendveranstaltungen gekommen und heute, wo es wieder etwas gemütlicher wird, wollte ich auch eigentlich ins Literaturhaus gehen, da hatte ich mir das “En espanon per favour”, eingetragen, habe dann aber gesehen in der “AS”, gabs einen Verlagsabend.

“Verlage im  Blickpunkt” heißt die Reihe und da wurde wieder einmal der “Ritter-Verlag” vorgestellt und das ist, wie meine Leser vielleicht wissen, ein ehrwürdiger experimenteller Klagenfurter Verlag, eine ästhetisch schöne Reihe, wo ich auch einige Bände zu Hause, aber meist noch nicht gelesen habe, wie ich öfter schreibe und mir das auch immer vornehme, aber ich bin halt keine Experimentelle, obwohl es mich zu den Veranstaltungen zieht. Da bin ich  sehr geduldig und schaue auch gern,e wie ich immer schreibe, über den Tellerrand.

So war ich auch bei einigen Veranstaltungen und auch  bei dem 2010 wie Paul Pechmann, der Lektor in seiner Einleitung erwähnte.

Den habe ich übrigens als ich zur “Alten Schmiede” ging an mir vorbeigehen gesehen und mir gedacht “Uje!”, denn da ist mir eingefallen ich war ja auch an einem Abend in der “Gesellschaft für Literatur” wo ein “Ritter Buch” von Günter Eichberger vorgestellt wurde und wir warteten und warteten , denn der Verleger steckte im Stau und, um halb acht hatte ich Günter Eichberger, glaube ich, so weit, daß er sich bei Manfred Müller oder so erkundigt hätte und diesmal stand auch Günter Eichberger und noch zwei andere Autoren auf demProgramm und die “Alte Schmiede” war gut gefüllt von dem an der experimentellen Literatur interessierten Publikum.

Gerhard Jaschke, Ilse Klilc, die ja eine “Ritter Autorin” ist und schon sehr viele Bücher trotz des fröhlichen Wohnzimmers dort herausgegeben hat und der Assistent, der einleitende, erwähnte auch Klagenfurt und die “Ritter Galerie”, die es dort gibt und lobte, daß der Verlag kein erzählender sein.

Nun ja, nun ja, da scheiden sich die Geister, ich bin eine erzählende realistische Autorin, habe mich gerade sehr bemüht in meinem “Nanowrimo” den ich gerade schreibe, etwas Spannung hineinzubringen, obwohl ich mir von Annika Bühnemann ihre Heldenreisetips nicht zuschicken habe lassen, habe aber am letzten Wochenende die Videos von Jurenka Jurk zur Ausbildung zum Romanautor gehört und ich habe mich auch mit der Shortlist des Debutpreisses  befaßt, die ja auch meistens erzählende Jungautoren umfasst, es gibt aber auch die Sprachkünstler und die halten sich  meistens für etwas Besseres und ich glaube ihnen ja auch, daß sie das sind, hatte aber meine Schwierigkeiten mit dem Zuhören, weil ich beim Lesen ja, seit ich blogge immer darauf achte, den Inhalt nacherzählen zu können und wenn das nicht geht,weil die schönen Worte keinen solchen haben, tue ich mir halt schwer, umso mehr, wenn ich merke, daß es den Leute ringsum gefällt. Mir gefällt es ja auch, aber um was geht es eigentlich?

Nun ja, nun ja, das hat Paul Pechmann in seiner Einleitung schon sehr genau erklärt, in dem er die Geschichte des “Ritter Verlages”nacherzählte, auf die Veranstaltung von 2010  und auf Ise Kilics , die “Welt als schöne Kunst” betrachtet hinwies und darauf, daß sich der heutige Abend mit der Herbstproduktion des Verlags beschäftigen würde.

Er zählte aber alle Autoren des Verlages auf, der erste war Franz Schuh mit seinem “Stadtrat” und da tut es mir noch heute leid, daß ich das Buch nicht gelesen habe, glaube aber, daß es eher erzählend ist, Franzobel ist, wie Franz Schuh vom Verlag abgesprungen und zu einem größeren gegangen.

Ilse Kilic ist aber, trotz des fröhlichen Wohnzimmers, eine treue Autorin und bis 2007 war auch Ralph Klever Lektor, der hat dann, als er den “Klever Verlag” tgründete, viele der Autoren mitgenommen, einige sind aber geblieben und der erste, der sein brandfrisches Buch  vorstellte, war der 1980 in Bruck an der Mur geborene, Rhomas Antonic mit “Flackernde Felsbilder über Nachvögel”, das ist ein schöner Titel und Paul Pechmann hat das, glaube ich, auch sehr genau erklärt. Gegangen ist es dann sehr viel über die Liebe, die auch manchmal in Haß ausartet und über ein Donald Duck Restaurant in einem Einkaufszentrum in dem die Angestellten lauter Engel sind. Ein sehr schönes und beeindruckendes Bild, wie ich finde.

Dann kamen die “aufzeichensysteme, die nicht mehr elfriede heißen, weil sich die Autorin von ihrem ich abgewandet hat, wie Paul Pechmann auch  erklärte. Die habe ich schon ein paarmal im Literaturhaus gehört und das neue Buch besteht aus lauter Zweitzeiler auch sehr schöne Worte ohne Plot und Handlung, wie ich finde, aber das habe ich ja jetzt schon erwähnt und der 1959 in der Steiermark geborene Günter Eichberger befaßte sich in seinem neuen Buch mit dem Hirn, dafür ließ er,glaube ich, auch seine Hirnströme messen und Hirnforschung ist ja auch sehr modern. Aber ist sie auch literarisch?

Aber die Worte waren schön und die Leute haben sehr gelacht bei dem Bild, daß sich Günter Eichberger ind die Nase eines Königs ziehen ließ, dann selbst zum König wurde und damit auch nicht glücklich war.

Das ist die Abwandlung eines Märchens glaube ich und ich stellte mir wieder mal die Frage, wer kauft und liest so theoretische Bücher?

Ich habe das noch nicht geschafft, aber der Büchertisch war bevölkert und der “Ritter-Verlag” hatauch ein neues Design, obwohl mir das ältere, wo ich ja mehrere Bücher habe,  besser gefallen hat.

Nur den Samstag bei der GAV

Ich bin ja seit 1987, glaube ich, Mitglied bei der Grazer Autoren-Autorinnen Versammlung, der größten österreichischen Schriftstellervereinigung, die sich 1973 in Graz vom damals sehr konservativen PEN abgespaltent hat, daher der Name.

1986 habe ich, wie ich mich zu erinnern glaube, den ersten Antrag gestellt, 1987 wurde ich dann aufgenommen. Damals war, wenn ich mich nicht irre, Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär und seither pendle ich Jahr für Jahr zu den Generalversammlungen und wenn mich jemand fragt, warum ich Mitglied bin oder warum die GAV mir wichtig ist, ist da die Antwort wahrscheinlich der Kontakt zu den anderen Schriftstellern und Autorenkollegen, während ich sonst  eigentlch immer ziemlich außerhalb und neben dem Literaturbetrieb stehe oder in der “Alten Schmiede” und im Literaturhaus auf der Publikumsseite sitze.

Die Abgrenzung von der Hobby- zu der professionellen Autoren zum Beispiel, die mir mein Kritiker ja immer unterstellt, daß ich die bin, aber da sitze ich dann einen Tag unter Autoren und es wird ein Tag lang über das Schreiben, die geplanten Veranstaltungen, die Neuaufnahmen, etcetera gesprochen.

Seit ich in der GAV bin, hat sich einiges am Procedere verändert. So war ich, das muß dann 1988 gewesen sein, das erste Mal bei einer Vollversammlung, Joosef Haslinger hat mich und Ronald Pohl, der heute im “Standard” schreibt, als neue Mitglieder vorgestellt und inzwischen gibt es die Vollversammlung, das Treffen im Frühjahr nicht mehr jährlich.

Die Generalsversammlungen waren damals im November und dauerten das gesamte Wochenende beziehungsweise auch den Sonntag Vormittag. In den letzten Jahren gab es am Freitag Nachmittagvor der GV einen sogenannten “Kulturpolitischen Arbeitskreis”, wo in kleiner Runde sogenannte gesellschaftspolitische Aspekte besprochen wurden.

Ruth Aspöck hat ihn moderiert beziehungsweise veranstaltet und am Abend gab es in den letzten Jahren in der Alten Schmiede immer die sogenannte Neuaufnahmelesung.

Da haben dann die Mitglieder die im letzten Jahr aufgenommen wurden, ein paar Minuten aus ihren Werken gelesen und ein Heftchen mit ihren Textproben gab oder gibt es immer auch.

Inzwischen ist die GAV ja sehr gewachsen, hat, glaube ich, an die siebenhundert Mitglieder und im letzten Jahr wurden  soviele Leute aufgenommen, daß man zwei Lesungen machen hätte müßen, also ist die Lesung gestern ausgefallen.

Der kulturpolitische Arbeitskreis hat zum Thema “Entwicklung der GAV” stattgefunden. Ilse Kilic hat ihn jetzt geleitet und ich habe nicht teilgenommen, weil es gleichzeitig in der Versicherung der Eisenbahner ein Treffen bezüglich des neuen elektronischen Überweisungssystem bei der Psychodiagnostik gegeben hat und so war ich am Abend in der Hauptbücherei und bin erst heute zur GV in die “Alte Schmiede” gewandert.

Da gibt es dann immer ein striktes Programm, der Kassabericht wird besprochen. Vom gestrigen Arbeitskreis wurde berichtet und dann ging es zu den Neuaufnahmen, wo es diesma auch an die vierzig neue Mitglieder gibt. Die berühmtesten,  beziehungsweise mir bekannten sind Harald Darer, Livia Getreider, Rhea Krcmarova, Peter Krobath, Norbert Kröll, Lukas Meschik, Irtene Suchy, Otto Tremetzberger und Erwin Uhrmann.

Ich weiß jetzt nicht genau, wie alt die neu angenommenen Mitglieder im Durchschnitt sind. Es wurde aber bei der Versammlung deponiert, daß sich die GAV um die jungen Autorenschaft kümmern und neue Talente aufnehem soll und dann ging es am Nachmittag zu den Regionalberichten beziehungsweise zu den geplanten Veranstaltungen.

Die werden da ja immer durchbesprochen und genehmigt. Jedes Mitglied kann da eine Veranstaltung im Jahr organisieren und ein paar Kollegen dazu einladen.

Ich habe 2001 und dann von 2003 bis 2009 den “Tag der Freiheit des Wortes” organiserit und dann einige Male eine Frauenlesung unter dem Titel die “Mittleren”

In den letzten Jahren organisiere ich nichts mehr, weil es sehr mühsam ist die Leute hinzubekommen, lasse mich aber gerne von anderen einladen und diesmal hat ja die Ruth mit der ich im Mai und Juni den öffentlichen Raum abgeklappert bin und circa fünfzehn Spontatnetexte zu der diesbezüglichen Kunst geschrieben habe, eine Veranstaltung eingereicht, wo wir erstmal nur an einem Nachmittag zu drei Orten führen und die entsprechenden Texte vorlesen werden.

Ein Höhepunt der Generalversammlung ist sicher das gemeinsame Abendessen und böse Stimmen behaupten, daß es Leute gäbe, die nur deshalb um Aufnahme ansuchen würden.Was natürlich ein Blödsinn ist, da man sich ja, um den jährlichen Mitgliedsbeitrag das Abendessen selber bezahlen könnte. Dann aber wahrscheinlich nicht in so illustrer Gesellschaft das Schnitzel oder den Tafelspitze und danach den Apfelstrudel oder die Paltaschinke verzehren würde.

Ich bin jedenfalls wieder mit dem Rudi, der Margot Koller, der Ruth,  Elisabeth Ernst, Hilde Schmölzer und einigen anderen an einem Tisch gesessen und habe, weil ich mir noch einen Schilchersturm bestellen wollte, versäumt, Doron Rabinovici der an mir vorbeigegangen ist, zu sagen, daß mir seine “Außerirdischen” sehr gut gefallen haben und daß ich es sehr schade finde, daß sie nicht auf die Shortlist des ÖstBp gekommen sind.

Miniaturen und eine kurze Erzählung

In der “Alten Schmiede” gab es heute wieder ein Doppelprogramm und ich habe die Hälfte versäumt, weil eine sechs Uhr Stunde. Aber dann kam der 1977 in Wien geborene Xaver Bayer, “Priessnitz-Preisträger”, von dem ich schon einige seiner bei “Jung und Jung” erschienenen Bücher gelesen habe und in einem hat mich, glaube ich, eine Stelle, wo eine Schulklasse in Mauthausen  beim MC Donald`s sitzt und sich über den Schrecken des KZs hinweglacht, sehr beeindruckt.

Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von dem Autor gelesen und gehört. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Im Vorjahr hat er mit Hanno Millesi, dem heurigen “Priessnitzpreisträger” eine Ausstellung im Literaturhaus über Literaturzeitschriften der Siebzigerjahre kuratiert und ein entsprechendes Buch herausgegegen und diesmal war die “Alte Schmiede”, als ich sie eine Viertelstunde früher betreten habe, sehr leer.

Das  stimmt auch nicht ganz, Gerhard Jaschke, Alice Harmer, Thomas Northoff habe ich später gesehen und Markus Köhle, der ja auch zu Zeitschriften forscht, hat eingeleitet und erklärt, daß Xaver Bayer, der sich seit ich ihm das letzte Mal gesehen habe, optisch sehr verändert hat, aus zwei Büchern lesen würde.

Nämlich aus dem Miniaturband,”Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich”, das sind Alltagserlebnisse und Alltagsbeobachtungen, erzählt in schöner Sprache und dann aus der bei “Haymon” erschienenen Erzählung “Atlas”.

Das ist ein sehr dünnes Bändchen, so an die zwanzig Seiten, die machen das, glaube ich, manchmal und Markus Köhle erzählte noch etwas, daß da einer sich auf einem Atlas Phantasien herbeizaubern würde und es um Flucht ginge.

Das stimmte dann gar nicht, es geht eher, um Religion erläutete der Autor und las dann fünf Miniaturen vor, die damit in Zusammenhang stünden und dann eine sehr skurille, phantastische, märchenhafte Geschichte, von einem Mann , einem Obdachlosen, der sich in eine verfallene Kirche im Wald zurückgezogen hat, dort den Altar mit einem mumizifierten Reh und einem Sack Spielzeuge, die er aus einer Mülldeponie gezogen hat, schmückte. Denn er war vorher Innenraumaustatter und eines Tages komt ein Mann in die derart geschmückte Kirche, setzt sich vor dem Beichtstuhl und erzählt eine ähnlich verworrene Geschichte, wie er einen Kunden besuchen wollte, aber weil sein Auto kaputt war mit einer Kutsche fuhr, wo das Pony hinten angehängt war, er bei einer Rastätte halt machte, die auch schon ziemlich verfallen war, es kam auch niemand, um ihn zu bedienen und auf einmal zog ein Zug vorbei und alles war weg und lag in Trümmern.

An dieser Stelle hat Xaver Bayer zu lesen aufgehört. Man kann das ja selber nachlesen, wie das immer so schön heißt. Es gab dan auch ein Gespräch, wo sich keiner mit Fragen meldete.

Dabei hättte ich wahrscheinlich viele gehabt, aber die fallen einer erst später ein. So las Markus Köhle nur noch einen Satz, aus den Minaturen, glaube ich  vor, daß das Publkum keine Fragen hätte oder so und schloß die Veranstaltung  und ich habe mich noch ein bißchen am Büchertisch umgeblickt. Beziehungsweise versucht, die paar fehlenden Seiten noch weiterzulesen. Hatte dann aber auch keine rechte Lust dazu und Gerhard Jaschke hat mir das “Feribord 29″, Gedichte von Sophie Reyer gegeben und die habe ich ja erst kürzlich in der “Alten Schmiede” gehört.

Mein Notizbuch, in dem ich ja immer alles mitchreibe, habe ich diesmal zum Mitnehmen vergessen, so habe ich mir die Noizen diesmal auf einem der bunten Kärtchen, wo sich Herbert J. Wimmer ja immer Gedanken über das Gegenwartsgeschehen, nämlich der “Gegenwartskarte”- “dezent rezent rezent dezent” gemacht.

Sophie Reyer und Alfred Goubran in der Alten Schmiede

Während in Frankfurt die Eröffnung losging, bin ich in die “Alte Schmiede” gepilgert, wo von Johannes Tröndle zwei Bücher vorgestellt wurden, die es nicht auf die LLs geschafft haben, es aber durchaus hätten können.

Zuerst kam die 1984 geborene Sophie Reyer mit einer schildkrötengrünen Jacke, denn ihr neuestes bei “Czernin” erschienenes Buch heißt “Schildkrötentage”, behandelt eine Verwandlung und ist, im Gegensatz zu den eher experimentellen Vorpublikationen der Musikerin und Filmerin, die ich auch bei den “Wilden Wörten” hörten und hier sogar meine “Anna” vorstellte, sehr realistisch, obwohl so realistisch auch wieder nicht. Denn die Flora, die an die vierzig gehende Hauptperson, wird langsam alt, beziehungsweise verwandelt sie sich in eine Schiuldkröte. Sie bemerkt am morgen im Badezimmer eine Falte im Gesicht, geht zur Ärztin, die ihr Chrirugie oder Psychotherapie empfielt, dann erinnert sie sich an die Schildkröten, die als Kind nicht haben durfte und Rückchenschmerzen kommen auch noch dazu.

Sophie Reyer hat zwei Kaptiel aus ihrem Buch gelesen und dazu zwei oder sogar vier Schildkröten vor sich hingestellt und dann noch aus einem anderen Buch und der 1964 in Graz geborene Alfred Goubran, der bevor er zu schreiben anfing, die “Edition Selene” betrieb, zu der ich auch immer hinschickte, ihm aber, glaube ich, nicht gefallen konnte, ist wohl zu individuell für eine Buchpreisliste und er schreibt an einem sieben Bücherprojekt, vier Bände gibt es davon schon, in dem immer dieselben Personen vorkommen und wenn ich mich nicht irre, habe ich schon eine der Präsentationen gehört.

Johannes Tröndle baute die Bücher jedenfalls vor sich auf und leitete genau und gründlich in das Schreibprojekt ein. Alfred Goubran las dann am Stehpult aus dem gerade erschienenen Band “HERZ.EINE VERFASSUNG” und erzählte, daß er sehr schnell schreibe und sich beim Schreiben inspierieren lasse.

in dem Projekt geht es um einen schonen verstorbenen Schriftsteller namens Aumeier, Gobrans Alter Ego höchstwahrscheinlich und im präsentierten Band, um einen Theaterdisponenten, der sich plötzlich in einer Anstalt befindet von einer Schwester mit Mundgeruch mit Medikamenten versorgt wird, die er deshalb nicht nehmen will, beim Kopierer Schreibpapier findet und noch andere seltsame Begegnungen beziehungsweise Träume hat.

Interessant interessant neben all dem Buchpreislesen auf zwei neue Werke von zwei vielleicht nicht so gekannte Stimmen zu stoßen und weil es zwischen den zwei Lesungen eine halbe Stunde Pause gab, habe ich mir mein fünftes Ost nämlich Olga Flors “Klartraum” mitgenommen, das ich schon im Sommer in den O-Tönen hörte, aber leider habe ich noch immer nicht wirklich verstanden, worum es dabei geht, obwohl es ja auf die Shortlist gekommen ist.

Japanische Textlupen

Text.Lupe heißt eine neue Reihe, die die vierte Veza Canetti-Preisträgerin Lydia Mischkulnig in der “Alten Schmiede” veranstalten wird, zu der sie die Autoren von ihr ausgewählten Bücher einladen und mit ihnen darüber sprechen wird.

Die erste Veranstaltung, die heute stattfand war der Dissertation, der inzwischen in Berlin lebenden, 1960 in Tokyo geborenen Autorin Yoko Tawada gewidmet, die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort gemeinsam mit Lydia Mischkulnig gelesen hat.

Lydia Mischkulnig hat damals, glaube, ich mit ihrer rasant erzählten Geschichte einen der Preise gewonnen. Yoko Tawada hat einen Text gelesen, wo sie oder ihre Protagonistin mit einem Fahrraad und einer Katze durch Hamburg fährt. Ein Text, der mir sehr beeindruckt und sehr gefallen hat und dem ich am liebsten den Preis gegeben hätte.

Da aber auch Josef Winkler in einer rosa Hose oder einem rosa Hemd und einem Baby auch dort gelesen hat, habe ich mir gedacht, das wird sich die Jury nicht trauen, Josef Winkler ist der Preisträger und Yoko Tawada bekommt einen der anderen.

Was dann kam war eine Enttäuschung, denn der ziemlich zum Schluß lesende  Jan Peter Bremer hat mit seinen Text “Der Fürst spricht”, der mir überhaupt nicht gefallen hat, gewonnen und Yoko Tawada ist mir im Gedächtnis geblieben.

Im Vorjahr habe ich sie, glaube ich, bei einer Veranstaltung im Literaturmuseum gehört und jetzt stellte Lydia Mischkulnig ihre Dissertation “Spielzeug und Sprachmagie” vor und begann die Veranstaltung mit einem kurzen Text von Franz Kafka über einen Kreisel, weil am Cover des im “Konkursbuch Verlag” herausgekommenen Buches ein Kreisel abgebildet ist.

Neben mir saß ein junger Mann, der das Buch in der Hand hielt und mitgelesen hat und ich war anfangs ein wenig enttäuscht, weil viel zu viel theoretisch und ich habe die Beziehung, wie man mit Spielzeugen zur Sprache kommen kann, auch nicht so ganz verstanden, denn ich bin ja nicht experimentell, sondern eine realistische Schreiberin.

Yoko Towada hat dann einen Teil ihres Vorwortes vorgelesen, dann kam ein Text von Walter Benjamin den Lydia Mischkulnig las, denn Yoko Tawada hat  sich in ihrer Dissertation mit ihm beschäftigt und dann wurde es für mich interessanter, denn dann hat sich Lydia Mischkjulnig auf die “Verwandlungen” bezogen.

Das ist auch ein berühmter Text von Franz Kafka, nämlich der vom Gregor Samsa, der eines Morgens aufwacht und entdeckt, daß er ein Käfer ist und das hat im deutschen Sprachraum, wie die beiden erklärten, eine negative Bedeutung, während in Japan Käfer etwas Positives sind und es ist auch positiv, wie Yoko Tawda verschmitzt erklärte, wenn man ein Käfer wird, weil man dann nicht mehr arbeiten muß und weiter erläuterte, daß Verwandlungen in Japan eine große Tradition hätten.

Da habe ich an die “Fuchserscheinungen” gedacht und da ist interessant, daß ich darüber von zwei deutschen Autorinnen im Rahmen meines Buchpreislesens gelesen habe und Lydia Mischkulnig die ja in Japan einen Lehrauftrag hatte, erzählte noch, daß sie dort mit ihren Studenten die “Verwandlung” gelesen hatte, die die Tragik, die der Text hatte, eben nicht verstanden haben.

Und nochmals interessant, daß Yoko Tawada so den Vorteil der Verwandlung, weil man dann nicht mehr zu arbeiten braucht, erwähnte. Ist Japan doch, wie in dem Poschmann-Buch beschrieben wird, eine Kultur, wo sich sehr viele Leute umbringen, weil sie den Leistungsanforderungen, die an sie gestellt werden, nicht zu genügen glauben.

Aber Yoko Tawada lebt ja schon sehr lange in Deutschland und hat dann auch einigen ihrer Bücher vorgelesen und da war der erste Text der sich auf das Wort K bezog sehr spannend und lustig und Lydia Mischkulnig wies auf die Verwandlungen und Veränderungen hin, die in dem Text passierten, der vom Hundersten zum Tausensten sprang.

Spannend sich auf die japanische Literatur und  Kultur zu beziehen, die ich auch einmal so faszinierend fand, daß ich zehn Tage dort herumgereist bin und Yoko Towada hat noch ein Kapitel aus ihrer Dissertation gelesen, die sich auf die <puppensprache bezogen hat. Da ging es zwar um indoneische Schattenmarionetten, sie erklärte aber den Brauch in Japan, daß es dort einen Tag der Puppenverbrennungen gibt, denn Puppen sind ja heilige Wesen, die kann man nicht so einfach in den Mist werfen, wie die Leichen in dem Selbstmörderwald der Marion Poschmann, merke ich vorwitzig an, da gibt es einen Tag, wo sie mit einem Ritual verbrannt werden und als ich 1991 zehn Tage dort war, haben wir dort auch einen Schrein besucht, wo man kleine Stereoporpuppen kaufen und sie in einenKübel schmeißen konnte, dort lösten sie sich auf und die Schuldgefühle der abgetrieben habenden Mütter waren weg.

Ein  interessanter Abend also, der in die japanische Kultur einführte und  zu dem heurigenNobelpreisträger passt, wird den doch der 1954 in Nagasaki geborene Kazuo Ishiguro  bekommen, der 1960 nach London kam und 1989 für seinen Weltbestseller “Was vom Tage übrigblieb” den “Booker-Preis” bekommen hat.

Das Buch habe ich gelesen und es eher unauffällig gefunden und auf meinem Bücherstapel im Svhlafzimmer liegt seit einiger Zeit ganz oben “Der begrabene Riese”, ein Buch das vor zwei Jahren in den Blogs viel Beachtung fand und das ich mit acht anderen bei dem Gewinnspiel von Maria Giese gewonnen habe, es mit zwei anderen aber noch lesen muß

Dichtfest in der AS

Wieder einmal Dichtfest oder Dicht-Fest in der “Alten Schmiede” und ich gehe da ja gerne hin, obwohl ich keine Lyrik schreibe und eigentlich auch mehr Romane lese, aber ich interessiere mich für alles und wieder bin ich zu spät gekommen, diesmal zwar nicht so sehr, wie die beiden Male, wo ich vorher im Literaturmuseum war, aber ich habe eigentlich gedacht, daß ich gar nicht kommen könne, weil eine neunzehn Uhr Stunde, aber die wurde abgesagt und nach der um sechs, war ich, nachdem mir eine U-Bahn davon gefahren ist, gerade während der Einleitung von Christine Huber da.

Wieder sechs Lesende und begonnen hat Hwerber J. Wimmer, den ich ja am Montag in der “Gesellschaf”, bei der Kaffeehausbuch-Präsentation getroffen habe, jetzt hat er seinen neuen bei “Klever” erschienenen Gedichtband “Kleeblattgasse Toiko” vorgestellt und das ist, soweit ich es verstanden habe, eine Hommage an die Kleeblattgasse, wo ja Elfriede Gerstl mit ihrer Mutter wohnte, beziehungsweise eine auf Japan, wo Herbert J. Wimmer einen literarischen Aufenthalt hatte, wo Gedichte entstanden sind, die auch in dem Band präsentiert wurden.

Dann folgte die 1974 in Bayern georene Alexandra Bernhard und deren Lyrik “Et in arcardia ego” war sehr interessant, weil sehr traditionell in Balladen und sogar Stabreimform.

“Darf man das heutzutage noch?”, steht am Klappentext des bei “Sisyphus” erschienenen Bandes. Man darf, denke ich und es war sogar sehr stimmig.

Dann folgte die 1964 im Waldviertel geborene Ute Eisinger mit “Ut pictura poesis” und sie bezog sich dabei auf ihr Rom Stipendium, das es wie sie sagte, nicht mehr gibt, wo sie Farben und formen Roms in allen seienen Seiten sehr eindrucksvoll und poetisch beschrieb.

Dann folgte eine Pause. Christine Huber sagte “Bleiben Sie da um den ganzen Spannebreitenbogen der Lyrik zu erleben und so setzte auch die 1976 in Salzburg geborene Renate Aichinger  fort und die war ein Kontrast zu Alexandra Bernhard, nämlich sehr modern und in Rauten oder/Hashtagform “Endeln #Lyrics”.

Johannes Tröndle, der “Alte Schmiede-Mitarbeiter” brachte Ausschnitte aus seinen “Frühzeitelefantenfarben” und andere Texte und Semir Insaif, den ich einmal ,glaube ich, lang lang ists her, mit Renate Niedermeyer von der “Edition Doppelpunkt” bei “Rund um die Burg” kennengelernt habe und der dann den Siemens Literaturpreis mitorganisierte und später die Literaturwerkstatt in der “Gesellschaft für Literatur” leitete, stellten seien Band “Über Zeugungen” vor, in dem es um das Wort Zeug geht, es aber auch einige Replys auf lebende oder tote Dichter gibt.

Nachher gab es, wie beim Dichtfes üblich, Wein,  was zum Knabbern und Gespräche mit den Autoren oder überhaupt. Ich habe mich mit dem Patrik Kames   von der “K und K Holzwerkstatt” unterhalten, der wegen Ute Eisinger gekommen ist.