Ohio

Jetzt kommt wieder etwas von meiner Leseliste, ein Buch, der 1964 in Lorrach geborenen, Schweizer Autorin Ruth Schweikert, von der ich schon “Augen zu” gelesen habe und die mit ihrem letzten Buch, glaube ich, auf der Schweizer Buchpreisliste stand und in Göttweig habe ich sie auch daraus lesen gehört.

“Ohio” habe ich um einen Euro in einem der “MM-Märkte”, wahrscheinlich bei “Buchlandung” oder dessen Nachfolger gekauft, ich kann mich nicht mehr daran erinnern.

Das Pickerl liegt aber im Buch, das Egon Amman, dem Leiter des “Amman-Verlags” gewidmet ist, der mir ja, glaube ich, einmal einen langen Brief bezüglich meiner “Hierarchien” schickte, die ich bei ihm eingereicht habe und es führt zu der Frage zurück, was ein anspruchsvolles Buch ist, die Tobias Nazemi ja, wahrscheinlich im Vorfeld des Buchpreisbloggens auf seinem Blog gestellt hat, beziehungsweise zu meinen “Berührungen” oder der Behauptung, die mich immer etwas nervt, das ein gutes Buch berühren müsse!

Denn “berührt” ich gebe es zu, hat mich das Buch, ohne jetzt einen Verriß zu schreiben, nicht.

Ich halte es im Gegensatz wieder für eines dieser gut gemachten literarisch anspruchsvollen Bücher, in guten Deutsch, mit schöner Sprache, mit literarischen Anspielungen und einem Allerweltsthema.

Eine Familiengeschichte, wo habe ich das vor kurzem schon gelesen, daß die Großeltern nach Amerika ausgewandert sind und der Vater Bauer war? Bei Richard Wagners “Habseligkeiten” glaube ich und das steht ja kurz über “Ohio” auf meiner Leseliste, mit der ich wegen der vielen Neuerscheinungen und anderer Ablenkungen nur langsam weiterkomme.

Außerdem ist der Titel verwirrend, denn mit Ohio hat das Buch überhaupt nichts zu tun, nur daß die Großeltern des Protagonisten, dorthin einmal auswandern wollten, es dann aber doch nicht taten.

Es beginnt stattdessen in einem Hotelzimmer in Südafrika, da beugt sich der Schweizer Arzt, italienischer Abstammung, Andreas über seine schlafende Frau Marete, mit der er neun Jahre zusammen war und zwei Kinder hat, bevor er das Zimmer verläßt, um in den Selbstmord zu gehen.

Das ist der Beginn und daran rankt sich, chronologisch nicht zusammenhängend, die Geschichte des Paares und deren Familie.

Marete, wie Andreas und ihre Autorin in den Sechzigerjahren geboren, wurde in Südafrika gerfunden und von der Finderin adoptiert, nachdem ihr eigenes Kind gestorben ist.

Andreas Großeltern, die im Engadin, glaube ich, in einem Hotel gearbeitet haben, wollten nach Ohio auswandern, haben es nicht getan, sondern den Sohn Michele geboren, der Almut geheiratet hat, die mit ihren Eltern von Polen in die Schweiz gekommen ist und dort als Kindermädchen gearbeitet hat.

Um die ranken sich viele schöne Geschichten, Michele, eigentlich homosexuall, der eigentlich Tänzer werden wollte, viel fotografierte, am liebsten Menschen mit geschlossenen Augen, aber Rezeptionist in diesem Hotel war, ist inzwischen, die Geschichte spielt 2001 nach dem Einsturz der Twintowers und endet 2005, als Merete ihr drittes Kind von ihrerm Liebhaber Peter, mit dem sie Andreas betrogen hat, gebiert.

Michele, der an einem leichten Alzeheimer leidet, ist inzwischen an einem Schlaganfall gestorben und das war in einer Zeit, in der Marete, Andreas nach Durban schickte, damit er gesund werden konnte, denn Jonathan, der altkluge ältere Sohn, hatte einen Radunfall, den Andreas verschuldete.

Es ist nichts passiert, er ist nicht daran gestorben, sondern wieder gesund geworden. Es hat aber Andreas krank gemacht, so daß er bei seinem Freund Dominik, dem Psychiater anrief und sich für einen Freund, der eine Tochter verloren haben soll, Psychopharmaaka verschreiben ließ und an dem Tod, der Freundin des Freundes ist er auch schuld, denn sie starb bei einer Gletscherüberkehrung die sie mit Andreas und Marete machte, während der Freund krank im Hotel lag, was vielleicht den Selbstmord erklärt.

Es gibt noch eine behinderte Schwester Andreas, deren Hamster immer Amore heißen und das sind lauter schöne Bilder, die durch das Buch führen, das ich eigentlich nicht Roman nennen würde und die so abgehoben sind, daß sie mit den gewöhnlichen Wald-und Wiesen leben, die die Leser des Buches haben werden, wahrscheinlich nicht zu vergleichen will.

Ich weiß, gute anspruchsvolle Literatur muß abgehoben und ungewöhnlich sein und mit meiner Wald und Wiesendepression oder der, der der alleinerziehenden Mutter, die beim “Billa” arbeitet und wahrscheinlich nie in Durban gewesen war, nicht zu vegleichen, damit sie interessiert, denn man will ja das Schöne, Ungewöhnliche und nicht das eigene Elend lesen, das hat mir ja schon ein wahrscheinlich Obdachloser in der  “Augustin Schreibwerkstatt” gesagt, als ich mit meiner “Sophie Hungers” dahergekommen bin.

Ich frage mich aber, was mir das Lesen dieser vielen schönen Bilder und der zusammengewürfelten Familiengeschichte bringt, die ja gar nicht so ungewöhnlich ist, sonst hätte ich ja ähnliches nicht erst vor kurzem bei Richard Wagner gelesen?

Ich bin eine Vielleserin mit dem Anspruch möglichst alles zu lesen, um am Schluß zu wissen, was die anderen besser können und Egon Amann hat mir vor mehr als dreißig Jahren zu erklären versucht, was meine “Hierarchien” von der guten Literatur unterscheidet.

Damals habe ich es, glaube ich, nicht verstanden. Heute weiß ich, daß sie abgehoben und in einer sprachlich schönen perfekten Sprache sein muß.

Die Handlung behauptet Tobia Nazemi weiter, wäre ihm egal. Mir eigentlich nicht und so frage ich mich wieder, ohne zu verreißen, was ich von dieser Mittelschichtgeschichte mit vielen literarischen Anspielungen, A. L. Kennedy, Pessoa und noch andere kommen vor, der Holocaust wird erwähnt, die Homosexualit, etc, habe und was sie mir für mein Leben bringt?

Ich habe diese abgehobene Familiengeschichte mit Verlaub gesagt, ein wenig langweilig gefunden, aber meine ganze Konzentration gebraucht, um den Inhalt zu erfassen und kann nun sagen, ich habe wahrscheinlich ein Stück gute, anspruchsvolle Literatur gelesen. Weiß jetzt noch ein bißchen genauer, was darunter zu verstehen ist und was die Verlage und die Literaturkritiker dafür halten.

Ob das Buch sehr viele begeisterte Leser findet, weiß ich nicht, wäre da auch ein wenig skeptisch. Aber ich glaube, ja, die Leute lesen ohnehin nicht sehr viel und wenn dann eher Sachbücher, Krimis, Chicklits und, daß ich das 2005 erschienene Buch, vor ein paar Jahren, um einen Euro kaufen konnte, spricht ja auch für meine These.

Nach Innsbruck zu den Festwochen der alten Musik

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Mein Hauptinteresse gilt ja bekanntlich der Literatur, obwohl ich mich wahrscheinlich allgemein für Kunst und Kultur sehr interessiere, als Studentin sehr viel und regelmäßig in die Oper ging, inzwischen beschränke ich mich schon des Zeitmanagements und des Bloggens wegen auf literarische Veranstaltungen.

Ins Theater bin ich auch früher weniger gegangen, das Dramatische liegt mir nicht zu sehr und zu Konzerte eher dann, wenn ich beim ORF beispielsbeise, beim Ö1 Club oder beim “Standard” Karten dafür gewonnen habe.

Das gibt es jetzt weniger, beziehungsweise interessiere ich mich nicht so sehr dafür und auch zu der alten Musik am Dienstag, im Radio Kulturcafe wozu man, glaube ich, noch immer ohne Eintritt gehen kann, gehe ich kaum hin. Dafür tut das der Alfred, um dort seine Kollegen zu treffen und der hat jetzt schon vor einiger Zeit Karten für die Premiere von “Il matrimonio segreto” bei den “Festwochen für alte Musik” im Tiroler Landestheater gewonnen und so sind wir Freitag Mittag mit dem Railjet nach Innsbruck gefahren.

Der Alfred mag jetzt nicht mehr soviel Autofahren, so sind wir im Jänner auch nach Salzburg, als er dort ein Kabarett sehen wollte mit dem Zug gefahren und während ich das Wochenende damals mit einem Treffen mit Margot Koller und einer Bücherkastentour verbunden habe, war es diesmal sehr knapp, denn der Alfred hatte ja am neunten August Geburtstag.

Da waren wir am Abend auch mit  Andreas und der Anna am “Nordpol” essen und nicht am Rathausplatz, wo ich in den Sommermonaten ja gerne zum Filmfestival gehe, wo auch Opern und Konzerte gezeigt werden und am Sonntag soll es in Harland wieder ein Grillfest geben, wo der Alfred seine Kollegen von der Arbeit und vom Betriebsrat, Ruth Aspöck, Doris Kloimstein und andere Bekannte eingeladen hat.

So war der Ausflug nach Tirol äußerst kurz bemessen und keine Zeit für eine Bücherkastentour, denn um zwölf ist der Zug am Freitag von St. Pölten losgefahren, um halb vier waren wir in Innsbruck, sind ins Hotel, das in der Nähe des “Goldenenen Dachls” des Innsbrucker Wahrzeichens, gelegen ist, gegangen und, um halb sechs hat schon die Einführung in die Oper von Domenico Cimarosa begonnen.

Da hat uns der Dramaturg erklärt, daß Domenico Cimarosa ein Zeigesnosse Mozarts war, er wurde 1749 in Neapel geboren, die Oper “Die heimliche Ehe”, die einzige von seinen siebzig Opern die hie und da noch gespielt wird, wurde in Wien uraufgeführt und da hat Kaiser Leopold ein “Da Capo!”, verlangt.

Da hat diesmal zwar auch einer gerufen, die Oper war aber ohnehin sehr lang, über vier Stunden und eigentlich sehr lustig, wenn sie auch nahe, wie der Dramaturg erklärte, wie so oft, am Dramatischen liegt.

Da will einer in den Adel, so will er eine seiner zwei Töchter an einen englischen Grafen verheiraten,  der verliebt sich in die andere, die ist aber schon heimlich verheiratet und der Vater hat noch eine Schwester, eine alte Jungfer, wie man damals so sagte, die auch noch amouröse Gelüste hat.

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Das Ganze ist in einen Hühnerstall verlegt und die Sänger hatten  Kostüme, die an Hennen, Hähne, Pfaue, erinnerten und scharrten und gackerten auch noch entsprechend herum.

Sehr lustig und die Musik verführt auch noch zu diesem Einfall. Da müßte ich nachlesen oder nachgooglen, ob das vom Komponisten und Textautor so gedacht war.

Ich habe ja etwas gegen entfremdete Inszenierungen, Don Giovanni im KZ beispielsweise, aber das hat gepasst und vorher sind wir eine knappe Stunde durch Innsbruck gegangen in dem ich schon einige Male, beispielsweise auf einer BÖP-Tagung, einem verhaltenstheapeutischen Seminar in der Uni-Klinik, einem Sprachheilkongreß, wo ich ein Referat über Stottern hielt oder auch einmal bei einer Lesung, wozu mich die IG-Tirol unter Helmut Schönauer und Helmut Schiestl, an einem Rosenmontag in einer Buchhandlung, wo außer den Veranstaltern und den Buchhändlern niemand war und einmal auch bei einem kulturpolitischen Arbeitskreis.

Das ist lange her. Die letzten zwanzig Jahre war ich, glaube ich, nicht mehr in Innsbruck, das ist ja eigentlich weit von Wien entfernt, aber eine schöne von Bergen umgebene Stadt ist.

Am Samstag nach dem Frühstück haben wir noch eine Runde über die Maria Theresienstraße gemacht, in den Dom haben wir wegen dem Gottesdienst nicht hineinkönnen, dafür aber in die Wagnerische Buchhandlung, die ein wirklich schönes Buchangebot und sogar eine eigene Lyrikabteilung hat.

Dann wieder mit dem Zug zurück. Im Speisewagen Paprikahuhn gegessen und danach in St. Pölten gleich in den “Merkur” und in den “Hofer” für das Fest einkaufen, auf das ich schon sehr gespannt bin.

Doppeltes Buchpreisgeplauder

In einer guten Woche ist es wieder soweit, da wird die Longlist des deutschen dBps bekannt gegeben und nochmals zwei Wochen später, am sechsten September, die des österreichischen Buchpreises, den es heuer, auf Initiative der österreichischen Autorenschaft, die ihn wahrscheinlich gewinnen will, zum ersten Mal gibt und da werde ich mir jetzt  ein paar Gedanken  machen, was daraufstehen könnte, beziehungsweise ab dreiundzwanzigsten August wieder mitlesen, wenn auch nicht so verbissen und intensiv, wie letztes Jahr und höchstwahrscheinlich auch nicht alles, sondern nur das, was auf meine Anfrage  kommt und nicht mehr in die Buchhandlungen lesen gehen und mir auch nichts mehr vom lieben Otto ausborgen.

Das heißt meine Leser könnte ich natürlich fragen, ob sie mich nicht dabei unterstützen und mir eines der Bücher im Gegenzug mit eines von mir  tauschen wollen.

Das habe ich schon im vorigen Jahr so gemacht und es ist keine Reaktion darauf gekommen, also nehme ich an, daß es auch heuer so sein wird, die Verlage haben mir aber, glaube ich, so zehn, elf Bücher geschickt und das denke ich wird auch heuer  so sein.

Den deutschen Buchpreis gibt es ja seit 2005 und da hat ihn Arno Geiger gewonnen, dessen “Es geht uns gut” auf meiner Leseliste steht, weil ich es im Schrank gefunden habe und ich sehe diese Aktion, das habe ich schon öfter geschrieben, als Versuch des Buchhandels, den Käufern das angeblich beste Buch des Jahres unter siebzig- oder neunzigtausend Neuerscheinungen schmackhaft zu machen und unter dem Christbaum zu legen und dabei noch zuerst auf neunzehn und dann auf fünf andere Bücher aufmerksam zu machen.

Das halte ich, wenn man sich bewußt macht, daß das ausgewählte Buch nur eines von vielen ist, für eine gute Idee und bin, glaube ich, seit 2009 besonders an dem Preis interessiert.

Vorher kann es sein, daß er eher an mir vorbei gegangen ist. Aber da habe ich schon gebloggt und bin auf dieses Leseprobenhefterl aufmerksam geworden, daß es in Wien nicht gibt und bin ihm nachgejagt.

Daß ich alle Bücher lesen könnte auf diese Idee bin ich erst 2013 gekommen, als “Buzzaldrin” die Aktion” fünf lesen vier” oder “vier lesen fünf” startete.

Ich könnte ja auch die Bücher anfordern und habe es dann wegen meiner Bücherliste nicht getan, aber voriges Jahr, als sich diese “offiziellen Bücherblogger” gebildet haben, habe ich nicht mehr widerstehen können und alle Bücher gelesen.

Heuer werde ich mich, wie geschrieben mit den zugesagten begnügen, denn am sechsten September geht es ja noch einmal mit dem österreichischen Bp los und das sind wieder zehn Bücher auf der Longlist und dann gibt es noch einen Debutpreis mit drei Titel, also werde ich sehr viel zu lesen haben und raten kann ich auch schon ein bißchen, was dann am 23. 8 und 6.9. draufstehen wird und da tue ich mir ein bißchen schwer, denn ich bin ja keine Vorschauleserin und habe auch von den Frühjahrsneuerscheinungen nicht wirklich viel gelesen, war aber in Leipzig und ein paar Debuts habe ich auch angefordert.

Also schauen wir mal was mir so bei dem deutschen Bruder, wo ja auch österreichische und Schweizer Bücher beziehungsweise Autoren enthalten sind, so einfällt. Da wurden  156 Titel eingereicht, wo dann zwanzig Romane auf der langen Liste stehen werden.

Der Martin Walser fällt mir da ein, Julie Zehs “Unterleuten” und dann Sarah Kuttners 180 Grad Meer. Ronja von Rönnes “Wir kommen” und Jan Böttchers “Y” habe ich gelesen, da mir ja “Aufbau” inzwischen seine Titel schickt. Antje Ravec Strubels “In den Wäldern des menschlichen Herzens” und Nellja Veremejs “Nach dem Sturm” wäre auch schön, wenn es darauf kommt, denn dann müßte ich nicht soviel lesen.

Benjamin von Stuckhard Barre hat ein Kultbuch geschrieben und dann gibt es noch die Österreicher Norbert Gstrein, Michael Köhlmeier und Thomas Glavinic, die ich auf der Liste vermute.

Tilmann Ramstdts “Morgen mehr” fällt mir noch ein und dann vielleicht einiges von den heurigen “Bachmannpreis-Lesern”.

Da wäre ich über der Hälfte, bei den anderen lasse ich mich überraschen und was, die Österreicher betrifft, gibt es ja, außer dem Eigenverlag, keine Vorgabe, da können, glaube ich auch Erzählungen, Lyrikbände und dramatische Werke eingereicht werden, womit ich zu den drein schon erwähnten, die alte Dame Friederike Mayröcker setze und da gleich für den Preis plädiere, ansonsten habe ich in der literarischen Soiree gehört, Anna Mitgutsch hat eine Chance, Andre Heller, wenn es nach den dortigen Diskutanten geht, eher nicht, dafür würde ich aber Sabine Gruber mit ihrem neuen Buch schätzen und mir Juliya Rabinowichs “Krötenliebe” wünschen, dann vielleicht noch Gertraud Klemm und Marlen Schachinger oder Emily Walton mit ihrem Fitzgerald-Buch und wir wären schon über zehn und was die Debuts betrifft habe ich ja einige gelesen beziehungsweise bei den O Tönen gehört, da gibt es im Septebmer auch eine Veranstaltung in der Arbeiterkammer, wo die drei ausgewählten Titel vorgestellt werden.

Die Shortlist für den östBp gibts dann am 11. 10 und am 8.11. am Vorabend der “Buch Wien” gibts dann ähnlich wie in Frankfurt die Preisverleihung.

Spannend, spannend und auch sehr interessant, was davon in der Öffentlichkeit hängen bleiben wird und wie gut ich in meiner Vorschau bin und wenn wir schon bei der “Buch-Wien” beziehungsweise dem “Hauptverband des österreichischen Buchhandels” sind, der diesen Preis ja mit dem Bundeskanzleramt ausrichtet und auch ein Longlistenheftchen herausgibt, Inge Kralluper, die langjährige Geschäftsführerin, die ich bei den your fixes und anderen “Hauptverband-Veranstaltungen” kennenlernen durfte, ist vorige Woche noch nicht ganz fünfzigjährig gestorben.

 

Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die “Ohrenschmaus-Preisverleihungen” stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren “Fleurs”, den dritten Teil nach “Etudes” und “Cahier” an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers “”die stimme über den dächern”, das schon vor einem Jahr bei “Residenz” erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an “Alte Schmiede” Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei “Scardanelli” ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom “Leseloop” hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der “Gesellschaft für Literatur” kennengelernt und dann vor einem Jahr am “Volksstimmefest” gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe “Literatur und Arbeit” gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im “Falter” als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen “Altertum” und “Altersweisheit” das “Alterswerk” findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus “Fleurs” und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der “Seedose” das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk “Larifari” gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit “Ich schütttelte einen Liebling”, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die “Rund um die Burg-Veranstaltung” vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom “Literaturhaus” eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum “Wir wollen den Grieser hören!”, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

Wiener Kaffeehauskrimi

Ich gehe ja meistens durch die Buchhandlung “Morawa”, wenn ich in die “Alte Schmiede” gehe und schaue da auch nach den “Flohmarkt-Abverkäufen”, zu den Veranstaltungen, die es dort gibt, gehe ich aber eher selten, das heißt ein zweimal war ich dort, ich glaube immer im Rahmen der Kriminacht und als ich im Juni durchgegangen bin, habe ich mir das Veranstaltungsprogramm mitgenommen, da mein Sommer ja heuer anders ist und ich mich von Dienstag bis Donnerstag in Wien befinde und das Literaturprogramm das es gibt, quer durchkonsumiere und es gibt ein solches, die “Sittl-Lesereihe”, das “Podium-Sommerprogramm”, die “Ö-Töne” und dann die Filmfestivals am Karls– und am Rathausplatz, die ja nicht unbedingt mit Literatur etwas zu tun habe und ich auf den Rathausplatz gehe, wenn ich nichts anderes finde.

Am Montag habe ich dann im “7*-Stern-Wohnzimmer” selber gelesen und daß es am 10. August in  der Buchhandlung Morawa eine Krimipräsentation von Hermanns Bauer “Kostümball”, einen “Gmeiner-Krimi gibt, habe ich dem Programm entnommen.

Nun lese ich ja ganz gerne, wenn auch etwas verschämt Krimis, beziehungsweise nehme ich sie mir, wenn ich sie in den Bücherschränken finde und komme dann oft nicht zum Lesen, aber ich gehe zu den “Leo-Perutz-Preis-Veranstaltungen” und manchmal auch zur Kriminacht oder den entsprechenden Festivals und diesmal eben zu dem Wiener Kaffeehauskrimi von einem Herrn namens Hermann Bauer, von dem ich noch die etwas gehört habe, der aber ein in den Fünzigerjahren geborener Lehrer ist und schon den neunten Kaffeehauskrimi um das Cafehaus Heller mit dem Kellner Leopold geschrieben hat und die offenbar auch immer im Sommer in der Buchhandlung Morawa präsentiert, die mir, da ich ja bisher immer meine Sommerfrische machte und mich an den Wiener Montaggen auf den Rathausplatz begab, entgangen sind.

Sehr viele Besucher, zu den anderen kommen die offenbar immer, zu mir nie, aber Hermann Bauer, der ein extravertierter Typ zu sein scheint, hat sie offenbar alle eingeladen und auch herzlich begrüßt.

Ein paar Stammbesucherinnen, die ich kannte, waren auch dabei, darunter die Angela, die ich von der Wien-Bibliothek kennen und immer im MUSA treffe und Hermann Bauer zog dann bald auch durch sein Programm, erzählte, daß er immer oder jetzt schon öfter literarische Krimis schreibe.

Nestroy, Rilke etcetera waren schon an der Reihe, jetzt is Raimund daran und so hätte das Buch auch “Raimund-Zauber” heißen sollen, der Verlag hat aber umdispniert, weil in Deutschland kein Mensch Ferdinand Raimunds Zaubermärchen kennen würde und hat ihm einen Brief geschrieben “Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, daß Ihr Buch jetzt “Kostümball” heißt.

Nun ja, so einen Brief habe ich von Franz Joseph Huainigg, bezüglich eines “Ohrenschmaus-Lyrikpreisträgers”, den es dann so nicht gegeben hat, auch einmal bekommen undbezüglich der Titelgebung kann ich mich nur freuen, daß ich mir meine Bücher selber mache, mir das also nicht passieren kann.

Dem extrovertierten Hermann Bauer war das offenbar egal und so zog er im Schnellverfahren durch seinen Krimi und erwähnte das Personal.

Im Cafe Heller soll ein Kostümball mit einer Zaubereinlage und einer Raimund Gesangsvorführung “Brüderlein fein” stattfinden, ein Typ plant dort aber einen Mord zu begehen, der Zauber offenbar die Leute auszunehmen und die Freundin des Leopolds will mit diesen immer Walzer tanzen, was der aber nicht will.

Das Ganze beginnt in der Silvesternacht, der Ball findet offenbar erst später statt und als Hermann Bauer dahin kam, war seine Lesezeit fast um, so zog er im Schnellverfahren durch das Event und endete mit dem Satz “Leopold es ist ein Mord passiert!” und war dann noch so freundlich das Mordopfer zu verraten.

Danach war Gelegentheit zum Plaudern, beziehungsweise zum Signieren. Eine Weinverkostung gab es auch und im nächsten Jahr vielleicht die Präsentation des zehnten Hermann Bauer Krimis, an dem er, wie er sagte, schon schreibt, mal sehen, ob es sich ausgeht hinzugehen und wie das dann mit meiner Sommerfrische werden wird?

Markenzeichen

Ich lese ja, seit ich aus Leipzig zurückgekommen bin auf den Blogs von Annika Bühnemann, die unter dem Titel “Vom Schreiben leben.de” Tips für angehende Autoren gibt, mit und die bietet auch Marktingkurse an, die den Selbstpublishern sehr empfohlen werden und man könnte sich eigentlich fragen, wozu ein Autor einen Marketingkurs braucht?

Hermann Broch, den ich gerade lese, hat einen solchen wohl auch nicht benötigt, sondern sich mit seinem “Tod des Vergils” in Amerika höchstwahrscheinlich seine vorher in Österreich oder der Ostmark erlebten Traumatisierungen hinuntergeschrieben und Thomas Bernhard hat seine eigene Marke kreiert, ohne sie wahrscheinlich so zu benennen und die Verlage tun das für die Verlagsautoren.

Die Selfpublisher müssen aber alles selber machen, so sind Coaching- oder “Heldenstunden”, wie Annika Bühnemann das nennt, wohl auch sehr hilfreich.

Anni Bürkl hat schon vor ihr Kurse und Coachings für Autoren angeboten, wahrscheinlich um selbst davon leben und schreiben zu können, bei Annika Bühnemann kommt noch ein christlicher Hintergrund hinzu, so dirigiert sie in einer Kirche, spricht oft von den Gottesdiensten, die sie besucht und was ich bewundere und mich weder jetzt noch früher eigentlich nicht trauen würde, daß sie den Autoren helfen will, ihren Traum zu finden.

Als ich bezüglich “Berührungen” vor mich hinjammerte und sie dabei zitierte, hat sie sich gleich auch bei gemeldet und mir eine kostenlose Heldenstunde angeboten, die ich, da ich ja länger schreibe, als sie am Leben ist, natürlich nicht angenommen habe, ihre drei Ziele, die sie unlängst den Autoren gegeben hat, haben mich aber auch so beeindruckt, daß ich einen “Drei Dinge ändern-Artikel” geschrieben habe.

Ich bin dabei glaube ich nur auf zwei gekommen, daß ich den NP-haben will und das auch aufschreibe. Was ich ändern kann, um ein Schrittchen diesem Ziel näher zu kommen, habe ich nicht gewußt, weil ich dachte, da müßte mich jemand dafür vorschlagen und ihn an mich vergeben.

Ich habe aber schon damals oder war es noch früher, meine sogenannten Indie-Bücher die sie mir hinausgestrichen haben, weil sie nur Verlagsprodukte wollen, bei “Wikipedia” wieder eingetragen, die jetzt, wie ich gerade bemerkte, auch schon freigegeben sind und das war ja schon ein diesbezügliches Schrittchen und bei einem anderen ihrer Artikel, wie “Selbstpublisher für ihre Bücher Werbung machen können” bin ich darauf gekommen, daß ich das auch  schon länger mache.

Nämlich eine Vorschau auf das jeweils neue Buch, seit einiger Zeit mit Gewinnspiel, auf das sich zwar niemand meldet, aber wenn es das Buch dann gibt, gibt es ein Bild davon und Artikel über meine Lieblingsbücher, die ersten Sätze, die Covers, etcerta, um meine Bücher vorzustellen gibt es auch und noch länger, eigentlich von Anfang an die Schreibberichte.

So schlecht vermartke ich mich also, die ich mir meine Bücher schon seit cirka 2000, zu je fünfzig Stück drucken lasse, also nicht. Es funktioniert nur nicht, obwohl ich ja meine täglichen hundert bis hundertfünfzig Leser habe, scheinen die sich für mein “Selbstgemachtes” nicht zu interessieren.

Das liegt zwar wahrscheinlich auch an mir oder an meinen Masochismus könnte man unken, denn ich habe ja die ISBN-Nummer, die ich ja kaufen könnte, von Anfang an verweigert und wäre damit wahrscheinlich unter die Kleinstverlage und nicht weiter aufgefallen.  Mit meinen selbstgemachten Büchern bin ich aber ziemlich exotisch, ich stelle sie ja nicht bei “Amazon” ein und will sie eigentlich auch nicht wirklich verkaufen, beziehungsweise nicht vom Schreiben leben, denn ich habe ja meinen Brotberuf und inzwischen auch eine Pension.

Mir geht es nur, um die Anerkennung und als ich eigentlich aufatmen hätte und “Ziel erreicht!”, denken hätte können, kam der Kritiker Uli daher und behauptete, ich würde nichts als Unsinn schreiben, weil bei meinen Kommentaren, ich gebe schon zu, daß das stimmt, manchmal der Punkt und die Absätze fehlen und Flüchtig- oder Rechtschreibfehler sind auch dabei zu finden.

Das darf man nicht im Netz, also werde ich mich mehr bemühen auch verständlich zu sein, denn da denke ich, muß ich wohl auf meine Leser Rücksicht nehmen und komplizierte Texte im Internet passen in einer Zeit der “Leichter lesen- Intiativen” wohl wirklich nicht zusammen. Es kann aber keiner über den Schatten springen, auch ich nicht, aber um wieder zu Annika Bühnemann und ihre Tips zurückzukommen, mich bemühen besser zu werden kann und sollte ich und das werde ich auch versuchen und jetzt gibt es auf ihrer Seite wieder einen Artikel: “So kreiirst du deine Vision – fünf Schritte für eine Schriftstellerkarriere”, mit einem eigenen Video oder eigentlich vieren, das erste bekommt man so, bei den anderen muß man sich in den Newsletter eintragen. Man sieht Annika Bühnemann ist Marketingprofi und darüber habe ich in einigen schlaflosen Stunden nachgedacht.

Denn ich habe meine fünf großen Ziele ja schon lange, das erste ist der NP oder die literarische Anerkennung, bei der es bei mir hapert und die ich offenbar weder mit meinen Blog noch mit meinen selbstgemachten Büchern bekomme, das zweite wäre endlich den großen Roman zu schreiben und da wäre ja “Claire-Klara-Clarisse”, das nächste Projekt mit dem mir das gelingen könnte, da ich mit den “Berührungen”, wo es ja wieder einmal auf mehren Ebenen um das Schreiben eines Romanes geht, ziemlich fertig bin und hoffe bald die Vorschau mit dem “Mimikry-Gewinnspiel” präsentieren zu könnnen

Das Dritte wäre dann das mit dem mehr Charisma, denn das bräuchte ich wahrscheinlich, um den Punkt eins zu errreichen und nicht so unbeachtet ein Ouvre zu verfassen, daß schon vierzig Jahre dauert und von manchen als unverständliches Zeug bezeichnet wird, was es wahrscheinlich doch nicht ist, aber man muß natürlich hinsehen, sich dafür interessieren, sich darauf einlassen, etcetera.

Dann kämen noch ein paar Visionen, wie daß sich die Welt zum Guten ändern könnte und ein schöner Tod gehört wahrscheinlich auch zu den Allmachtsphantasien, die man wenig oder vielleicht gar nicht beeinflußen kann.

Annika Bühnemnann kommt aber von den großen Zielen zum Konkreten und meint, man soll nachdenken, was man dafür opfern und wie man seine Ziele erreichen kann und da bin ich, wie erwähnt, daraufgekommen, daß ich nicht vom Schreiben leben, aber Anerkennnung für mein schon über vierzigjänhriges Schaffen haben will und irgendwie bin ich ich ja auch meine eigene Marke.

“Ich betrachte mich als literarisches Original!”, habe ich Heinz Lunzer einmal geschrieben, als ich mich darüber beschwerte, daß ich meine “Mittleren-Reihe” nicht mehr im Literaturhaus organisieren darf.

Das hat zwar nicht sehr viel geholfen, stimmt aber, daß ich glaube, daß ich das bin. Ein bißchen übersehen oder sagen wir sehr unbeachtet, aber sehr bemüht und engagiert und inzwischen  habe ich auf meinen Blog auch schon sehr viel Material gesammelt.

Rudolf Blazejewski, den ich 1975 0der 1976 bei einem Workcamp in Hamburg kennenlernte, und den ich wahrscheinlich  schon 1978 brieflich vorjammerte, daß ich keinen Erfolg im Literaturbetrieb habe, hat mir geraten, einfach für mich selbst zu schreiben und mich, um den Erfolg nicht zu kümmern und Annika Bühnemann rät das den Autoren die sie betreut auch.

Ich war damals empört und eigentlich stimmt das, auch wenn ich natürlich auch einmal einen Preis bekommen, auf einer Buchpreisliste stehen, den Literaturbetrieb auf der anderen Seite kennenlernen, etcetera will, deshalb gehe ich ja glaube ich, auch zu soviel Veranstaltungen und lese so viel Bücher.

Es stimmt trotzdem oder mit sechzig kann ich es vielleicht sagen und das Kämpfen sein lassen, denn jetzt habe ich zwar nur zwei Sachverlagbücher und eines in einem Kleinstverlag aber fast vierzig selbstgemachte, die auch schön ausschauen und auch einiges in Anthologien und wenn man zu “Amazon” geht, kann man auch einiges von mir kaufen, sogar was Selbstgemachtes, denn die ziehen  auch irgendwie herum und ich präsentiere mich auf meine Art mit meinem Jammern, meinen Rechtschreibfehlern, aber trotzdem sehr genau im “Literaturgeflüster” und das ist so, wie ich es will, obwohl ich natürlich mehr Beachtung gerne hätte.

Das stimmt natürlich auch und da denke ich oft an ein Beispiel, daß ich in der Schule im Psychologieunterricht gehört habe. Da hat ein Kaiser im sechzehnten Jahrhundert oder so ein Experiment gestartet und Kinder zwar gut versorgen lassen, den Ammen aber verboten mit ihnen zu sprechen.

Die Kinder sind gestorben, was als Beispiel interpretiert wurde, daß man Liebe und Zuneigung braucht und der Autor braucht seine Leser, wenn er nur für sich selber schreibt, ist es zu wenig und er wird depressiv.

Stimmt natürlich ein bißchen und Annika Bühnemann rät, glaube ich, in ihrem zweiten Video auch sich eine passende Zielgruppe zu suchen und für sie zu schreiben und da setze ich aus und habe vielleicht auch schon den Grund für meinen Mißerfolg.

Denn ich schreibe für mich und nicht für die anderen, um mich zu verwirklichen, mich weiterzuentwickeln, etcetera. Tobias Nazemi hat unlängst geschriebven, daß er das beim Lesen so tut und da kann ich mich auch anschließen. Beim Schreiben soll oder darf man das vielleicht nicht.

Die meisten großen Autoren, wie Thomas Bernhard, Arno Schmidt etcetera werden das wahrscheinlich auch getan haben und ich denke mir manchmal, daß es reicht, wenn ich meine Bücher habe und über mein Schreiben schreibe. Aber dann fehlt natürlich die Annerkennung, siehe oben und deshalb jammere ich wahrscheinlich auch so sehr.

Es ist aber, wie es ist, hat schon Erich Fried gesagt und um noch einmal zu den Zielen und den Schritten, wie man ihnen näher kommen könnte, zurückzukommen. Was ich in den acht Jahren des Bloggens gelernt habe, ist wahrscheinlich Selbstbewußtsein, auch wenn dann Kommentare, wie “Das ist das Schlechteste oder unverständliches Zeug!”, kommen, die mich natürlich jedesmal verunsichern.

Ich denke  dann darüber nach und glaube zu wissen, was daran stimmt und was nicht und wenn ich manchmal denke “Na, so schlecht wird es nicht sein, es ist schon mittelmäßig!”, dann stimmt das wahrscheinlich insofern nicht, weil ich ja mit meiner Art zu bloggen, meiner Art zu jammern, meiner Art meine Bücher zu machen, irgendwie schon etwas Besonderes bin, aber damit offenbar nicht so positiv aufgenommen werde, wie ich es gerne hätte.

Ein anderer Punkt, den Annika Bühnemann, den Autoren empfiehlt, ist bei mir, glaube ich, erfüllt, nämlich den der “Authentizität”.

Mein ganzer Blog und mein ganzes Schreiben ist sehr ehrlich und sehr offen und das ist vielleicht auch das, was manchmal Widerspruch erregt und vielleicht auch ein bißchen überheblich klingt.

Da ist eine mit vielleicht sehr vielen Rechtschreibfehlern und schreibt sie will den Np für Literatur? Und, um auf meinen Kritiker Uli hzurückzukommen, der mir geraten hat, Absätze zu machen und Punkte zu setzten.

Da habe ich ganz ehrlich gedacht, da kommt ein Volksschullehrer in die Maturaklasse oder in das Germanistenseminar und erklärt das “A”.

Das ist, da er sich ja vor meiner Schlampigkeit und meinen Fehlern gruselt, ganz schön überheblich, ich gebe es zu. Ich habe aber sehr viel gelesen und geschrieben und auch Arno Schmidt nicht verstanden und bei Hermann Broch, den ich gerade lese, geht es mir ähnlich.

Ich lese aber auch sehr gerne Bücher von Autoren, die vielleicht auch nicht so gut schreiben und dann würde ich wahrscheinlich anders reagieren und dabei auch offen und authentisch sein und um nochmals an den Anfang zurückgekommen.

Ich lese die Marketingtips der Annika Bühnemann, die übrigens gerade einen Blogroman schreibt und deren “Küß mich Superstar” ich gelesen habe, sehr gerne, weil da ist eine junge Frau, die, glaube ich, wirklich versucht, den anderen zu helfen und nicht nur an ihnen zu verdienen und, daß sehr viele Leute schreiben und es jetzt, als Selbstpublisher auch viel leichter, als ich vor zwanzig dreißig Jahren, können, finde ich sehr schön.

Die lesen mich zwar wahrscheinlich auch nicht, weil sie wahrscheinlich überhaupt nur wenig lesen und nur selber schreiben wollen. Aber ich lese sehr viel und nehme mir von meinen Nachdenkstunden wahrscheinlich mit, daß ich vielleicht weniger jammern sollte, aber das gehört vielleicht auch zu meinem Markenzeichen und mehr auf meine Flüchtigkeitsfehler achten, aber sonst weiter in meiner Rechtschreibung schreiben werde und mit dem nächsten Roman besser zu werden versuchen, was immer, das auch heißt.

Mal sehen, ob es gelingt. Aber der Weg ist das Ziel, das glaube ich auch und vielleicht ist auch meine Flüchtigkeit mein Markenzeichen und, daß ich jetzt schon über vierzig Jahren diesen Weg gehe und sehr sehr viel geschrieben habe und meine Hemmungen, gegen die ich Anfangs ja sehr kämpfte, habe ich durch das kontinulierliche Schreiben und das Bloggen darüber, inzwischen auch verloren und das ist eigentlich sehr schön.

Sommerroman mit Musik

Bernadette Zeilinger

Bernadette Zeilinger

Eva Jancak

Eva Jancak

Ich leide ja immer, daß sich niemand bei mir meldet, mich zu Lesungen einlädt, lobt, etcetera und als Rudi Lasselsberger am Ostermontag im “Wohnzimmerraum des Kulturzentrums 7 *” zu einer Musik-Literaturveranstaltung – “jetzige Literatur mit Musik” heißen, glaube ich, diese Spontankonzerte, eingeladen wurde, war ich ihm ein wenig neidig.

Dann kam mein Achtjahresjubiläum mit einem Kommentar, daß ich nur “erfolgssüchtig und geldgierig wäre” und der User Uli hat gemeint, ihm würde es bei meinen Kommentaren gruseln und dann, als wir vorigen Samstag vom Hochschwab nach Hause kamen, eine Einladung von Bernadette Zeilinger, die ich vor zwei Jahren beim “Margaretner Fest für Kunst und Kultur” kennengelernt und dann bei einem der damals existierenden Künstlerbrunches in der Galerie in der Krongasse wiedertraf zu einer Spontaglesung am 8. August.

Aber das war ein Montag und das bin ich ja derzeit in Harland bei meinem verlängerten Sommerfrischenwochenende und so habe ich zuerst einmal abgesagt, ohne zu bedenken, daß wir ja schon am Nachmittag nach Wien fahren könnten, wie wir es ja auch schon an zwei frühren Montagen gemacht haben.

Es hat dann doch geklappt und La MUSA. wie Bernadette Zeilinger, die Blockflöte spielt, ihre Musikperformances mit dem Gitarristen Diego Mune nennt, gastiert auch seit März jeden zweiten Montag im Monat im * und improvisiert dort zu den Lesungen.

Da war ich dann nach meiner Zusage noch ein wenig skeptisch, wie das bei meinen realistischen Texten klappen würde, zu Robert Prossers Texten habe ich Bernadette Zeilinger ja schon einmal spielen gehört und habe mich für die ersten vier Kapitel aus meinem Sommerroman entschieden, die ich ja schon einmal vor einem Jahr, allerdings  ohne Musikbegleitung im “Read!!ingroom” sozusagen Probe aus dem Rohtext, den ich damals erst geschrieben hatte, gelesen habe.

Eine kleine Aussendung gemacht, die Ruth und den Rudi eingeladen, die dann auch gekommen sind, sonst waren an dem schönen Sommerabend nicht sehr viel Besucher im 7* Stern Wohnzimmer.

Diego Muné

Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Bernadette Zeilinger, Eva Jancak, Diego Muné

Ich habe gar nicht gewußt, daß das so heißt, obwohl da ja immer die “Poet-Nights” stattfinden, die letzte Volksstimmeanthologie präsentiert wurde und Kremayr&Scheriau auch seine Release Party dort hatte.

Danach  meine erste vier Szenen von der prekären Literaturstudentin Sandra Winter, die ihren Sommer im Haus ihrer Eltern in Harland bei St. Pölten bei ihrer dementen Großmutter und ihren abwechselnden Pflegehelferinnen verbringt, während ihre Eltern Urlaub in Amerika machen, gelesen

Genau, wie im “Read!!ingroom” und damals hatte ich auch nicht sehr viel  Puplikum. Die Musikbegleitung leise und verhalten war auch ein besonderes Erlebnis und ich bin sehr auf das Video gespannt, daß ich hoffentlich auch meinen Lesern präsentieren kann.

Vier Bücher verkauft und eines mit dem lieben Rudi getauscht, der ein neues von seinem Willi hat. Diesmal mit dezenten hellblauen Cover und nicht mehr selbstgemacht oder aus dem “Fröhlichen Wohnzimmer”, sondern bei “Resistenz” erschienen und der Lesungsreigen geht gleich weiter.

Am dritten September lese ich beim “Volksstimmefest” aus meinem work on progress “In Arbeit” und am dreißigsten September gibts dann wieder die Poetnight im 7* Wohnzimmer.

Was ich da lesen werde, habe ich mir noch nicht überlegt und Musik wird es dazu höchstwahrscheinlich auch nicht geben. Trotzdem lade ich alle sehr herzlich dazu ein.

Zum Kellergassenfest nach Wagram ob der Traisen

In meiner Sommerfrische versuche ich ja immer etwas zu unternehmen, als ich mir vor drei Jahren sozusagen selbst zur Stadtschreiberin ernannte, habe ich mit dem Alfred eine Bürgermeisterspezialführung besucht, mich mit dem Robert Eglhofer in St. Pölten getroffen und die Frequency gibt ja auch immer etwas her.

Radtouren mache ich mit dem Alfred auch manchmal, ich selber fahre ja nur regelmäßig in Richtung Herzogen- oder Wilhelmsburg. Mit dem Alfred bin ich da schon bis nach Melk gekommen und im Vorjahr hat er den Hauermarkt oder das Kellergassenfest bei Wagram ob der Traisen entdeckt.

Wahrscheinlich hat er am Markt in St. Pölten den entsprechenden Flyer bekommen. Wir sind also losgeradelt, ich habe dort ein Blunzlgröstl gegessen, der Alfred wollte, glaube ich, eine Surbratensemmel, nur leider war das Wetter so schlecht, daß wir uns bei den Weinständen unterstellen mußten und sind dann mit dem Zug von Traismauer nach St. Pölten zurück gefahren.

Am Weg zum Bahnhof haben wir den Otto Lambauer getroffen, den ich gleich fragen konnte, ob er sich wieder durch die Longlist lesen wird.

Das war im vorigen Jahr, heuer war das Wetter schöner und so war schon die Hinfahrt sehr erbaulich. Wagram ob der Traisen liegt zwischen Nussdorf und Traismauer und an beide Orte fahren wir ja gelegentlich hin.

Zu  Ostern meistens in das Donaugasthaus bei Traismauer, nach Nußdorf zum Pfingstmarkt oder zur der Weinverkostung bei den Herzingers. Da habe ich auch einmal so wie sie es in Göttweig immer tun ein kleines höchstpersönliches Weinwandern unternommen, weil mein “Kerstins Achterl” gerade fertig war.

Diesmal gab es nur Schwierigkeiten mit einem Hund, der uns ungefähr beim Bootshaus in Sptratzer anbellte, dabei gibt es ja überall an der Traisen Schildern, die “Ich brauche eine Leine oder einen Beißkorb!”, aussagen.

Die Besitzer haben aber nur geschaut und “Hat er was getan?”, gefragt, als ich sie darauf aufmerksam machte.

Nach zwei Stunden waren wir in Wagram und das Hauerfest fand in zwei Kellergassen statt, die man oben durch die Weingärten durchqueren konnte.

Auf dem Flyer war genau aufgelistet, was man, wo essen und trinken konnte.

Vor dem Eingang, beziehungsweise dem “Herzlich Willkommen-Schild”, stand eine junge Frau, vielleicht die Weinkönigin und bot ein Wilkommensgläschen an.

Leider war das nur in weiß, so habe ich mich während ich auf den Alfred wartete, mit einer Bergkäseprobe bei der Käsehütte begnügt und dann sind wir am “Dorferneuerungsverein Wagram” vorbei zu “Reuter” gegangen, wo es das Blunzngröstl, das Spanferkl und für den Nachtisch, die Marillenknödel gab.

Spareribs und Grammelknödel hätte es auch gegeben und auch einen Zweigelt und einen blauen Portugieser und während wir gegessen haben, flanierten an uns die Festbesucher, von denen viele Frauen Dirndln und einige Männer Lederhosen trugen vorbei.

Eine Blasmusikkappelle und eine Volkstanzgruppe hat es auch gegeben. Aber die haben wir später erst gesehen und gehört. Die Blasmusik. Denn als die Volkstanzgruppe durch die Kellergasse tanzte, waren wir schon wieder weg. Hatten wir ja noch eine zweistündige Rückfahrt vor uns. Vorher habe ich aber noch einen Kaffee und einen Pink Hugo getrunken, bevor wir in Richtung Traismauer zurückgefahren sind.

Dort schlug der Alfred dann eine bequeme Zugfahrt vor und fuhr statt, wie geplant zur Traisen in Richtung Bahnhof, was ihm allerdings nichts nützte.

Denn einen Zug hätte es nach vier zwar gegeben, normalerweise, weil aber die Gleise repariert wurden, gibt es derzeit einen Schienenersatzverkehr und die Busse nehmen keine Räder mit.

Wir hatten ja die Richtigen und die Klappräder, wo man das sehr wohl kann, in Wien gelassen. Also doch zurückgefahren und da schien mir die Rückfahrt dann sehr lang und der halbe Liter Wasser, den ich im Rucksack hatte, war auch bald ausgetrunken.

Aber ich wollte ohnehin bei der “Seedose” Rast machen. Zwar schwebte der Bibliophilin, da die Büchertelefonzelle vor, aber das Soda Citron, das ich  trank, während ich mir die jungen Frauen, die in ihren Bikinis oder knappen Shorts an mir vorüberflanierte, anschaute, war auch nicht zu verachten und den Cornwell-Krimi, den ich neben einem  Jachym Topol im Schrank gefunden hatte, hatte ich auch schon zu Haus.

Was bei meiner ebenfalls sehr bibliophilen und Krimi lesendenen Schwiegermutter nichts machte. Die freut sich bestimmt darüber und der Alfred hatte ohnehin angenommen, das Buch wäre für sie.

Ein paar Besucher der Bücherzelle konnte ich auch beobachten. Drei relativ kleine, Eis schleckende Mädchen beispielsweise, von denen vor allem eines auffälliges Interesse für die Bücher zeigte und eine junge Frau, die sich auch ausführlich darin umschaute und ich kann noch erwähnen, was die anspruchsvolle Literatur betrifft, von der man ja annehmen könnte, daß man die am Viehofner See in der Nähe der Provinzhauptstadt St. Pölten nicht so findet. Stimmt, fand ich auch nicht. Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”, was ich ja vielleicht einmal lesen sollte, war nicht vorhanden. Das Buch nicht, nur der Umschlag ist auf dem Regalbrett gelegen. Also wenigstens was. Ich wünsche dem vor mir Finder viel Spaß beim Lesen und nachdem das Soda Citron getrunken war, ging es  zügiger zurück.

Der Ausflug und das Wetter an diesem Sommerfrischensonntag war sehr schön und eine bleibende Erinnerung bis zum nächsten Jahr.

Klassenliteratur

Ich leide ja, wie meine Stammleser wissen dürften, an der Tatsache nicht und nicht in diesen Literaturbetrieb hineinzukommen und von ihm wahrgenommen zu werden, obwohl ich ja schon so viel geschrieben habe, jetzt ist ja wieder ein Buch von mir erschienen und mich so bemühe, was meine Kritiker manchmal bezweiflen und meinen, daß ich einfach nur nicht schreiben könne, was wörtlich genommen nicht stimmt, differizierter betrachtet, etwas Wahres haben dürfte, denn ich kümmere mich nicht so ganz um die Rechtschreibung, sondern meine eher, daß es ein Akt der Freiheit ist, so zu schreiben, wie man will, als sich nach oft gar nicht so einsichtbaren Regeln (schreibt man jetz Al traum mit b oder p) zu orientieren, bin etwas schlampig oder legasthen, war früher sehr gehemmt und als mir ein Freund vor vielen vielen Jahren, ich war, glaube ich, noch in der Straßergasse und habe ihm bei einem Spaziergang auf die Mostalm von meinem Wunsch nach der Matura mit dem Schreiben anzufangen, erzählt, daß es den Unterschied zwischen dem “Wie und dem worüber gibt!”, erklärte, schien mir das nicht so wichtig zu sein. Beziehungsweise war ich wohl schon damals überzeugt, eine “Worüber-Schreiberin” zu sein, wollte realistisch, sozialkritisch, etcetera schreiben, inzwischen kommt wohl noch das Psychologische hinzu.

Eine Sprachspielerin bin ich also sicher nicht und das scheint ja eines der Kriterien, der sogenannten guten Literatur zu sein, nach der wir ja alle streben, obwohl wir sie dann vielleicht, weil zu schwierig, zu kompliziert, zu unverständlich gar nicht lesen.

Die Literaturkritiker und Wissenschaftler scheinen aber solche Kriterien im Ohr und Auge zu haben und so stehen bevorzugt solche Bücher auf den Buchpreislisten, gewinnen Stipendien, werden zu Festivals eingeladen, etcetera.

Aber ich wollte ja über die Klassenliteratur schreiben beziehungsweise, daß ich inzwischen nach fast fünfundvierzig Jahren mehr oder weniger erfolglosen Bemühen in den Literaturbetrieb hineinzukommen, diesen sehr sehr hierarchisiert sehe und an dem Gefühl leide, daß es offenbar total aussichtslos ist, etwas zu ändern, obwohl ja sehr viele Leute schreiben, sich durch die Selfpublisher, die das inzwischen einfach tun, ohne so viel nachzudenken, ob sie das überhaupt dürfen, auch schon einiges geändert hat, ich denke manchmal, ich habe keine Chance und wenn ich es auch noch so sehr probiere und das ist kein sehr gutes Gefühl, obwohl ich auf der anderen Seite ja sehr beharrlich bin, es nach, wie vor versuche, nicht aufgebe, etcetera.

Aber vielleicht wirklich nicht viel versucht habe, mich anzupassen. Zum Beispiel habe ich nie ernsthaft versucht experimentell zu schreiben, höchstens in der Schreibgruppe hie und da ganz spielerisch und verständlicher werde ich trotz meiner Bemühungen, wie ich fürchte auch nicht wirklich und die Rechtschreibfehler bleiben, obwohl ich mir, die “Berührungen” jetzt schon zum fünften Mal laut durchlese, um ihnen auf die Spur zu kommen.

Sehr hierarchisiert also der Literaturbetrieb und wenn man inzwischen von einer Zweiklassenmedizin spricht, sehe ich hier fünf oder sechs und mich immer ganz unten, außen, nebenan oder vielleicht überhaupt nicht da, zumindest in der Sicht der anderen,  denn, ich glaube ja, daß ich ständig “Hier!”, schreie!, aber höchstwahrscheinlich flüstere ich nur, schicke nicht mehr an Verlage und bewerbe mich auch nicht mehr um Preise und Stipendien.

Tobias Nazemi, der kritische Buchpreisblogger mit den hohen Ansüprüchen, der ungeduldige, der schon mal ein Buch, wie den Ulrich Peltzer zu Seite legt, weil er ihm zu schwierig ist oder an Martin Walser und John Irving Briefe schreibt, daß sie endlich etwas anderes schreiben oder überhaupt aufhören sollen, hat jetzt einen Kriterienkatalog erstellt, welche Literatur ihn fesselt und für ihn so anspruchsvoll ist, daß er sie gerne liest.

Da steht dann wieder etwas, wie: weniger Handlung und, daß die Sprache wichtiger ist und das merke ich ja am österreichischen Literaturbetrieb, daß da neben den experimentellen, die Autoren mit den Sprachräuschen wie Andrea Winkler oder Valerie Fritsch hoch gelobt werden oder den “Priessnitz-Preis” bekommen.

In Amerika gibt es angeblich keinen Unterschied zwischen E und U Literatur, hier gibt es ihn immer noch.

E ist hoch und schwierig, U wird zwar sehr gelesen, aber keiner gibt es zu und jeder rümpft die Nase, obwohl ja vielleicht auch Thomas Glavinic ein Beispiel ist, dem es gelungen ist, diese Kriterien zu brechen und in den oberen Ligen des österreichischen Literaturbetriebs spielt und den muß man vielleicht auch von den anderen Literaturmärkten unterscheiden und abgrenzen, denn der ist ja sehr klein und hinkt dem deutschen Bruder immer etwas nach, hat zum Beispiel erst seit acht Jahren eine Buchmesse, vorher hieß es “Buchwoche” war im Rathaus und da stellten die österreichischen Verlage ihre Bücher aus, aber eine Messe ist ja international und die österreichischen Autoren gehen auch, sobald sie es können zu “Suhrkamp” oder “Hanser” und die großen Amerikaner, die da vielleicht auch ein wenig anders sind, gelten als das unerreichbare Vorbild, aber die erzählen, schreiben vom Sex, dem Älter werden und dem Sterben und bringen ihren Kindern schon in den Schulen und Colleges das Schreiben bei.

Den österreichischen Buchpreis gibt es heuer auch erst zum ersten Mal und ich bin schon gespannt, wer da auf der Liste stehen wird?

Thomas Glavinic, Michael Köhlmeier, Norbert Gstrein und vielleicht auch der soeben erschienene  Roman von Sabine Gruber würde ich vermuten und dann natürlich die Grand Dame Friederie Mayröcker mit ihren “Blumen” und wahrscheinlich noch einiges andere, da der östBp ja, glaube ich, nicht auf Romane beschränkt ist.

Die österreichische Literatur ist sehr experimentell und hat mit Jandl und mit Thomas Bernhard durchaus sehr unverwechselbare Akzente hervorgebracht und dann gibt es ja auch noch “unsere” Nobelpreisträgerin Jelinek und die Marlene Streeruwitz und und und wie ist das jetzt mit den Hierarchien über die ich stöhne und an denen ich scheitere?

Die Ersten und Bleibenden waren und sind ja, daß ich mit meiner angeblich nicht so sperrig und kantigen, aber dann doch wieder unverständlichen Literatur es nicht in die Verlage, großen Zeitschriften und zu den Stipendien schaffte und dann ist man ja schon draußen und spielt in einer andere Liga.

Denn auch die Verlage sind sehr hierachisiert und auf den Buchpreislisten stehen bevorzugt die großen, während es auf der anderen Seite die Hotlist mit ihren unabhängigen Verlagen gibt, die sich ja auch sehr bemühen, darauf zu kommen.

Es gibt die großen, die mittleren und die Kleinverlage. Ich gehe ja zu sehr vielen Veranstaltungen und auch zu denen, wo die Kleinverleger ihre Bücher ausstellen.

Früher gab es die xxx-small, ich weiß gar nicht mehr so genau, ob es diese Kleinmesse noch gibt, sie ist jedenfalls nicht mehr im Amerlinghaus und als ich einmal in der Jury für die Buchpreisprämien war, den Katalog der österreichischen Neuerscheinungen der IG Autoren zugeschickt bekam und daraus meine Vorschläge machte, war ich sehr erstaunt, daß die anderen Juroren meine Vorschläge, weil zu unbekannt, nicht gut genug, etcetera, oft ablehnten und dann meisten, die großen Nanen mit den großen Verlagen auf dieser Liste stehen, die dann auch im Literaturhaus und in der “Gesellschaft für Literatur” lesen.

In der “Alten Schmiede” ist das immer noch ein bißchen anders, denn da gibt es ja die “Textvorstellungen” und da bekomme auch ich gelegentlich einen Termin, das Publikum das aber auch nach den großen Namen oder zu seinen Freunden geht, hält sich auch da in Grenzen und, die ganz großen Namen wie Thomas Glavinic, Daniel Kehlmann, etcetera lesen im Rabenhof und da muß man Eintritt zahlen.

Es schreiben aber immer mehr Leute, die dann meiner Erfahrung nach oft wenig lesen und so gibt es inzwischenauch weniger etablierte Orte oder Orte für Alltagskultur, wie sich der “Read!!ingroom” beispielsweise nennt, die bekommen dann keine Subentionen und laufen so mit einem Körberl oder einer Spendendose herum und die Honorare, wenn man welche bekommt, liegen unter der hundert Euro Grenze oder machen überhaupt die Hälfte aus und das ist schon wieder eine Hierarchie, denn die großen anerkannten Autoren, bekommen ja viel mehr und ich lese inzwischen, wenn ich lese, meistens umsonst, weil ich das ja gerne tue und dann in kleinen Räumen mit oft wenig oder gar keinen Publikum, bin aber eine, die sich für das Schreiben und das Lesen über den Tellerrand ausspricht, jeden ermuntern möchte und viel oder das meiste auch sehr interessant findet.

So habe ich eigentlich keine strengen Kriterien oder eigentlich nur das, der Ernsthaftigkeit und der Authentizität, tue mir ein bißchen mit dem Experimentellen und den Sprachräuschlern schwer, gehe aber zu ihren Lesungen.

Schwierigkeiten habe ich vielleicht mit dem allzu Lustigen und Aggressiven und würde so Thomas Glavinic nicht zu meinen Lieblingsautoren zählen und der andere große Thomas, der mit dem so vielgelobten Sprachrhythmus, der mich anfangs auch sehr ansprang, ist mir inzwischen zu negativ und, daß der Literaturbetrieb aus vielen vielen Hierachiestufen besteht und mich nicht und nicht hinein läßt. ist immer noch etwas, was mich sehr beschäftigt, obwohl ich inzwischen im “Literaturgeflüster” und auch sowas, wie eine Selbstpuplisherpionierin bin und das noch machte, als es “Eigenverlag” hieß und ungefähr das letzte Fettnäpfen war, in das man treten konnte, es sehr viel, allerdings auch sehr unbeachtet tue.

Die Selbstpublisher haben sich ja inzwischen ihren Raum geholt, füllen in Leipzig und in Frankfurt ganze Hallen, buchen Marketingkurse, kaufen sich ein Lektorat und eine Covergestaltung und verdienen sich angeblich bei “Amazon” krumm und deppert, etwas, was ich eigentlich nicht glaube und es noch immer sehr schade finde, daß ich die Hierarchien nicht durchbrechen kann und sich niemand für meine vierzig selbstmachten Bücher interessiert.

Das finde ich sehr schade, denn ich denke ja, ein Blickchen über den Tellerrand kann und sollte nicht schaden und lese mich  selber ziemlich quer und durch und denke, daß es ja schön ist, wenn jeder schreibt, der das will, obwohl ich damit den Unterschied zwischen Kreativität und Kunst, eigentlich sehe ich ja keinen, unterbreche.

Außer Tobias Nazemis Plädojer für die anspruchsvolle Literatur habe ich im Netz noch einen interessanten Artikel von Jochen Jung gefunden, der zu meiner Unverständlichbebatte passt.

Die Leute lesen keine komplizierte Literatur mehr, bedauert er daran, was er sehr schade findet und da sind wir wahrscheinlich wieder bei dem Unterschied von real und abgehoben, wie ich das einmal nennen möchte.

James Joyce und Arno Schmidt gelten, als große Autoren, die Leute verstehen sie aber nicht und lesen überhaupt immer weniger, lesen eher Facebook und spielen Pockey moon, wie er glaube ich auch schreibt und bedauert.

Sie lesen angeblich viele Chicklits, Krimis, Horror und Fantasy, etwas was im offiziellen Literaturbetrieb auch nicht vorkommt, also wieder eine Hierachie, die es offiziell nicht gibt, aber in Leipzig und in Frankfurt viele Hallen füllt und viele Verlage verdienen läßt.

Noch einen Artikel habe ich gefunden, da bedauert einer, daß auf den Parties nicht mehr über den einen großen Roman diskutiert wird.

“Was du hast den neuen Gstrein, Glavinic, Köhlmeier noch nicht gelesen?”

Die Buchpreisintitativen sind ja, glaube ich ein Schritt dagegen oder ein Versuch die Neunzigtausend jährlichen Neuerscheinungen, wer soll das wirklich alles lesen, wenn ich jährlich nur mehr hundertfünfzig jährlich schaffe, mit einigen Zwischenschritten auf das eine angeblich beste Buch des Jahres einzudämpfen, daß das zu Weihnachten unter dem Christbaum liegt und im Frühjahr darauf noch originalverpackt auf Flohmärkten oder in den ein bis drei Euro Abverkaufslisten.

Dagegen, daß das funktioniert spricht wohl, daß die Geschmäcker verschieden sind und, daß auf den Buchpreislisten, obwohl die Buchhändler ja tapfer dagegen aufschreien, der Geschmack, der Juroren, die oft Literaturwissenschaftler und Kritiker sind, zu finden ist und der heißt dann Reinhard Jirgl, Ulrich Peltzer oder Frank Witzel und wenn ich jetzt rasch mal frage, wer hat im letzten Jahr den dBp gewonnen, welche Bücher von der Liste kennt ihr noch und welche davon habt ihr gelesen? Wird vielleicht ein Schweigen oder ein Achselzucken zur Antwort kommen.

Der Literaturbetrieb ist also hierachisiert und läßt mich, weil ich nicht rechtschreiben kann und will und realistisch bin, nicht hinein, die Selfpublisher zucken die Achseln und machen es selber, die vierzig Prozent funktionalen Analphabeten und die die ein broken German sprechen, werden sich auf Facebook, Groschenherfterln, die sie sich jetzt angeblich auch illegal downloaden und Computerspiele beschränken und ich lese mich tapfer weiter über den Tellerrand, lese morgen mit Musikbegleitung, Gitarre und Flöte von zwei Musikern, die schon mit Ferdinand Schmatz performten und bin gespannt, wie es meiner realistischen Sommergeschichte dabei gehen wird, lese demnächst auf dem Volksstimmefest und kann da schon verkünden, daß es die neue Anthologie, wo ein Stückchen meines “Schutzengelchens” enthalten ist, schon gibt und am Volksstimmefest erhältlich sein wird.

Ich schreibe nach wie vor viel und kämpfe gegen oder auch für den Literaturbetrieb, wo die auftrebenden Autoren immer jünger werden und es jetzt auch einen Debutpreis und eine Debutschiene bei den Ö Tönen gibt, die ich sehr interessant finde und das Schreiben der dreißigjährigen jungen Frauen und Männer, die vielleicht die Leondinger Literaturakademie besucht haben und über das Prekariat und die Generation Praktikum schreiben, aufmerksam verfolge.

Und ich schreibe wahrscheinlich weiter über meine depressiven alten Frauen, über die erfolglosen Autoren, über Demenzen und machmal auch über das Cafe Wolke am Himmelsbogen wo sich Stefan Zweig und Heimito von Doderer mit dem Fräulein Anne bei einer Schale Gold und einer heißen Schokolade mit einer großen Schlagobershaube treffen.

Den Herrn Professor und den jungen Dichter habe ich auch schon einmal dorthin geschickt und bin damit auf Platz dreizeh beim “Lutipold Stern Preis” gekommen und aus gegebenen Anlaß leider auch den Rolf Schwendter.

Ja und beim “Max von der Grün-Preis” habe ich trotz meiner Realsitk nie etwas gewonnen, dort aber wohl sehr bemühte Autoren wie Rudi Lasselberger und Dietmar Füssel getroffen, die auch in Kleinverlagen publizieren, wenn sie es nicht überhaupt ebenfalls selber mache, die ich regelmäßig lese.

Als meine Schwestern das Blaue vom Himmel holten

Auf die 1981 geborene, in Berlin lebende, Susanne Mewe, die am Leipziger Literaturinstitut studierte, bin ich durch ihren Gewinn beim “Wartholzer Literaturpreis” aufmerksam geworden, denn da haben ja heuer eine Reihe mir bekannte Autoren, wie Jürgen Lagger,  Katharina Tiwald, Marlen Schachinger, Robert Prosser, Cornelia Travnicek, etcetera, gelesen und gewonnen hat eine mir bisher unbekannte Autorin und als ich ihren Lebenslauf nachgooglete, bin ich daraufgekommen es gibt einen im “AufbauTaschenbuchVerlag” erscheinenen Debutroman, den ich, wenn ich gewollt hätte, schon früher lesen hätte können, denn der “Aufbau Verlag” hat im Frühling oder so einen “Geschwistertag” verantstaltet und dabei dieses Buch, wie alle, die um Geschwisterliebe handeln, vorgestellt.

Ich habe damals Jane Austen gelesen und war mit meinen “Berührungen” und dem Stefan Zweig-Schwerpunkt beschäftigt, so daß ich die Bücher nicht besonders angeschaut habe, aber nach “Wartholz” habe ich das getan und war eigentlich erstaunt über die Aufmachung, lauter rote und lila Kugeln am Cover, Blumen oder Luftballons und Blümchen gibt es auch auf jeder Seite und wenn man den Umschlag umklappt, steht auf der Rückseite:

“Warum wir dir helfen wollen? Weil weil wir dich lieben. Weil du uns den letzten Nerv raubst. Weil wir deine Schwestern sind.”

Also eigentlich  eine Chicklit-Aufmachung und das ist für eine Literaturinstitutabsolventin und “Wartholz-Gewinnerin”, wo unter anderen  Günther Kaindlsdorfer und Olga Flor in der Jury waren, eher ungewöhnlich, gibt es ja, wie vor kurzem erst Tobias Nazemi bloggte, eine klare Unterscheidung zwischen U und E Literatur.

Ich meine, sie soll es eigentlich nicht geben und der “Aufbau Verlag” versucht offenbar auch dieses Klischee zu durchbrechen. Tobias Nazemi hat aber einige Kriterien, was für ihn zur anspruchsvollen Literatur gehört und da zählen wohl die Chicklit-Frauenhandlung, als auch das rote Blumencover nicht dazu und ich muß gestehen, ich bin nach dem Lesen ein wenig ratlos und weiß nicht so recht, was ich von dem Buch, das einige  Klischees sprengt, halten soll?

Vielleicht sollte ich auch den Preistext lesen, denn zuerst dachte ich, ein typischer Debutroman und da habe ich bei den O-Tönen jetzt ja einige gehört beziehungsweise gelesen und weiß von da, daß die jungen Frauen der Generation Dreißig, die Journalistik studieren und dann in der Generation Praktikum landen, es heutzutage sehr schwer haben. Friederike Gösweiner hat ein solches Buch geschrieben, das noch auf meiner Bettablage liegt und die Mia, die Ich-Erzählerin, der Susanna Mewe, ist ja auch so alt, hat die Jounalistenschule absolviert, dann angeblich oder auch tatsächlich eine feste Anstellung bekommen, aber gekündigt oder sie gar nicht erst angenommen und sich fortan bei Messen als Garderobiere verdingt.

Eine Satire oder eine Parodie auf die prekären Verhältnisse? Aber das ist nur eine Nebenschiene, denn eigentlich beginnt es mit einer Trennung.

Lars, Mias Freund, eröffnet ihr beim Frühstück aus heiteren Himmel, daß er sich von ihr trennen will. So zieht sie aus, vorübergehend zu ihrer Supervisorin Geraldine, die ihr für fünf Euro pro Tag eine Matratze in ihrem Wohnzimmer vermietet, geht aber bald zu ihrer  Schwester Paula, die alles hat, ein schönes Häuschen mit Garten in einer Reihensiedlung, ein möglicherweise autistisches Kind, einen Ehemann namens dMatthias und auch noch einen Job.

Paula überredet Mia zum Klassentreffen zu gehen und dann tauchen noch die beiden anderen Schwestern, Lucy, die erfolgreiche Bankerin und Sophie, das Nesthäckchen auf und in Rückblenden wird  von der Vergangenheit der Schwestern, die Ehe der Eltern wurde geschieden, die Mutter ist an Krebs gestorben, vorher hat sie aber noch das Haus ausgeräumt und nur die Spielsachen der Töchter zurückgelassen, die inzwischen auf Paulas Dachboden stehen, erzählt.

Das Buch spielt und das ist auch interessant zu Weihnachten. Denn im vorigen Sommer habe ich, auch wenn das Zufall ist, denn das Buch ist schon im Februar erschienen, auch ein paar Weihnachtsbücher um diese Zeit gelesen und gerade selber ein solches fertiggestellt und plötzlich tauchen die drei Schwestern bei Paula auf, die sie schon vorher mit ihrem Mann Mathtias verkuppelt haben und wollen ihr das “Blaue vom Himmel holen”.

Ganz ist mir der Titel nicht klar geworden, aber vermutlich wollen sie ihr ungefragt zu ihrem Glück verhelfen, also eine gefährliche Drohung, wie schon am Umschlag steht, denn beim Klassentreffen hat Mia von einer Klatschbase erfahren, daß Matthias ein Verhältnis haben soll.

So kommen die Schwestern und wollen Paula mit dem netten Nachbarn verkuppeln, in dessen Bett dann aber Mia fällt und am Schluß stellt sich heraus, es war gar nicht so schlimm. Matthias hat sich nur Aktfotos auf sein Handy geladen, weil er Paula überraschen und ihre Ehe aufmöbeln wollte?

Dann kommt meiner Meinung nach ein Bruch in der durchaus spannenden Geschichte, die nur sehr viele Rückblenden hat und auch mit viel Klamauk, der mir ja nicht unbedingt liegt, erzählt wird, wo ich den Faden verloren habe.

Es stehen jedenfalls alle am Weihnachtsabend im Wald, Lucy will Matthias ermorden, Paula fängt mit ihm zu streiten an und plötzlich ist es aus, es kommt wieder eine Rückblende, Mia will ihr Leben ändern, fängt, als fixe Reporterin bei einer Jagdzeitung an und da hätte ich schon gedacht, es wäre bei der Generation Dreißig unmöglich vom ewigen Praktikum wegzukommen und Lucy, stellt sich heraus, ist gar nicht so erfolgreich, hat auch noch Krebs oder einen gutartigen Tumor und die Schwestern zerren sie zur Untersuchung und einen Zahnarzt, der sich in Mias Liebesleben einmischt, gibt es auch, was ich wieder originell fand.

Ein etwas überladenen Buch, dem vielleicht eine gewisse Straffung fehlt, würde ich mal mäkeln,  bleibe mit Neugier auf Susanna Mewes Preistext zurück und habe, was die Unterscheidung von U und E-Literatur betrifft, wiedermal eine spannende Erfahrung gemacht, daß die Grenzen fließen und eine Einteilung nicht so einfach ist, was es wohl auch gar nicht soll.