Der Fisch der zu ihm gesprochen hatte

Eine in der “Bibliothek der Provinz” erschienene Erzählung des, wie  in der Biographie steht, 1958 geborenen bildenden Künstlers, Schriftstellers, Regisseurs, Schaupielers und Stadtstrawanzers Thomas J. Hauck, der  schon viele Bücher geschrieben hat und den ich im Mai bei den “Wilden Worten” kennenlernte.

Jetzt hat er mir das zweiundsiebzig Seiten dicke Büchlein geschickt, das er, glaube ich, auch im Cafe Prückl vorgestellt hat.

“Manfred P. T. Ellermann taucht in eine seltsame Geschichte, eine Geschichte voller Poesie, Melancholie und großem Erwarten. Ein Traum? Eine Vision? Realität? Er weiß es nicht und wird es vielleicht nie erfahren, wenn es da nicht einen Duft gäbe…”, steht am Buchrücken und beginnen tut das Buch, das von Geogia Wölfle illustriert wurde, mit dem lapidaren Satz: “Manfred P. T. Ellermann war am 7. Februar in Zirl in Tirol losgegangen, um zu vergessen.”

Dabei gab es gar nicht so viel, was er zu vergessen hätte, jedenfalls nichts Schreckliches, denn er war in seiner Stadt angesehen, hatte einen guten Beruf, Ehrenämter, eine Frau, zwei Kinder, eine Villa, alles also was man so braucht und trotzdem stimmte etwas nicht in seinem Leben, so daß es in ihm zu einem fortwährenden Grollen kam, zu einem Gewitter, von dem seine ewig putzende und den Sex verweigernte Frau “Na, schatzi heut gibts ka Gewitter und morgen a net!”, nichts merkte, so daß er plötzlich, nachdem er in der Zeitung gelesen hatte, daß Gehen gut für das Vergessen ist, aufsteht und mit seiner Aktentasche in Richtung Westen marschiert.

Am Abend ißt er in einem Gasthaus eine Forelle, läßt sich die Fischgräte einpacken und nimmt sie mit auf seine weitere Reise, auf der er bis nach Straßburg kommt.

Seine Uhr bleibt stehen oder eigentlich, geht sie zurückwährt, so daß er nach und nach bis in den Dezember kommt und in Straßburg quartiert er sich zuerst in ein Hotel, in dem er schon einmal war, dann in eine verwunschene Hinterhofpension ein, um zum Bahnhof zu gehen und auf eine Frau zu warten, von der nicht weiß, ob und wann sie kommt.

Dabei findet er eine Christbaumkugel, die er für ein Kücken hält, in dem Pensionszimmer gibt es eine Spinne, die er in sein Umfeld einbezieht, er ernährt sich von Croissants, die ihn an den Mond erinnern.

Und das Vergessen verwandelt sich ein eine vage Erinnerung und der Suche nach einer Vergangenheit, die es vielleicht nie gegeben hat.

Ein Traum? Eine Vision? Realität? Die Midlifekrise, die man mit vierzig, wenn man eine sexmüde Frau und zwei ewig lernende Kinder hat, schon einmal bekommt oder der Weg in die Demenz?

Kann die so ausschauen, daß man, in dem man auf einmal alles hinter sich, sein langweiliges, kompromißverseuchtes Leben und sich in seine Träume, seine Sehnsucht, seine nicht gelebte Vergangenheit zurückzieht?

Vielleicht. Die Psychologin könnte es sich vorstellen und es läßt sich auch herrlich nachdenken und weiterphilosophieren bei dieser Parabel, die uns der umtriebige Vielschreiber schenkte.

Ein Geruch, ein Parfum und noch vieles anderes, spielen dabei auch eine Rolle.

Am Ende hat Manfred P. T. Ellermann Bluttränen im Gesicht  und geht immer weiter ins Nichts. Hört noch “wie sein Fisch, sein Kücken und seine Spinne zu ihm sprachen:” Du hättest sie nie loslassen sollen, nie. Verstehst du? Und Manfred P. T. Ellermann nickt unter Tränen und flüsterte mit tränenerstickter Stimme: “Ja, ich weiß, Fisch, ja, ich weiß Kücken, ja, ich weiß Spinne”, und ging so lange, bis er im Nichts verschwunden war.”

Die Abenteuer des braven Sodaten Schwejk

Jetzt kommt etwas ganz Altes, ein Klassiker und eine “Aufbau-Ausgabe” von 1982, die offenbar vom Alfred stammt, was  auch sehr interessant, daß das Buch, das so offen zur Rebellion und Wiederstand aufruft, in der DDR verlegt wurde. Ich nehme an, der Alfred hat es dort in einer Buchhandlung gekauft oder von seinen Verwandten geschenkt bekommen.

Ein Buch vor dem ich mich wahrscheinlich  lang gedrückt habe, weil ich in den Sechziger- oder Siebzigerjahre, den Film oder die Fernsehserie mit Fritz Muliar gesehen habe und da ist bei mir offenbar nur die Blödelei hängen geblieben, die ich ja nicht so mag, dabei ist es ein Buch, das über den ersten Weltkrieg handelt   und der hat mich  vor zwei Jahren sehr beschäftigt und eines der erste Bücher, wie ich bei “You Tube” fand, das zum Widerstand aufrief.

Jetzt wurde es neu übersetzt, diese Übersetzung liegt oder lag bei Anna Jeller, die angeblich viel besser sein soll, weil das “Bömakeln” fehlt, ich habe noch die alte, bin aber bei Neuübersetzungen ohnehin immer skeptisch, denn die Originalausgabe kann man ja auch nicht verändern und den Zeiten anpassen.

“Der brave Soldat Schwejk” entnehme ich also “Wikipedia” ist ein unvollendeter antimilitaristischer und satirischer Schelmenroman des, 1883 geborenen und 1923 verstorbenen, tschechischen Schriftstellers Jaroslav Hasek, der damit berühmt wurde. Er ist ursprünglich, 1921, in Zeitschriften erschienen und besteht aus vier Teilen.

Im ersten Teil “Im Hinterland” wird gerade Franz Ferdinand in Sarajewo erschoßen und der Prager Hundefänger,  der wegen Blödheit aus dem Militärdienst entlassen wurde, geht wie jeden Abend in sein Stammwirtshaus, wo auch ein Spitzel sitzt, was dazu führt, das sowohl Wirt, als Gast wegen Hochverrats oder sonst noch einiges verhaftet werden. Der Wirt deshalb, weil er das Kaiserbild heruntergenommen hat, weil dort immer, die Fliegen darauf schissen. Der Wirt wird deshalb zu einigen Jahren verurteilt, Schwejk, der immer treuherzig schaut und “Melde gehorsam, Herr Oberlajtnant!”, sagt, kommt frei, beziehungsweise wird er bei der Musterung, als Simulant verhaftet, weil  er Rheuma hat.

Köstlich könnte man sagen, die Stelle, wo der Militärarzt, den Tauben, Lahmen, etcetera, Klistiere und Magenauspülungen verordnet, damit sie gesund werden und sich freiwillig melden.

Schwejk meldet sich auch und kommt zu einem besoffenen Feldkuraten, der eigentlich jüdischer Abstammung ist, aber irgendwie, den Katholizismus bevorzugte, der sauft sich arm, verliert beim Kartenspielen seinen Burschen, an den Oberleuntant Lukasch, der hat aber keine Freude an ihm, obwohl er ihm am Anfang beibringt, daß er alles machen, muß, was er ihm befiehlt.

“Wenn ich sage, spring ins Feuer, dann tue es!”

Schwejk denkt nicht daran oder doch, so einfach ist das bei einem, der immer treuherzig schaut und wegen Blödheit aus dem Militärdienst entlassen wurde, nicht festzustellen.

Der Oberleutnant hat ständig Frauengeschichten, bei denen Schwejk vermitteln muß. Dann soll er ihm einen Hund verschaffen, er tut es, in dem er einen von einem Oberst klaut, was den Oberleutnant in arge Schwierigkeiten bringt. Er wird an die Front versetzt und fährt mit Schwejk im Zug dorthin, der redet ihm wieder in seiner Treuherzigkeit, um Kopf und Kragen, zieht dann die Notbremse, wird verhaftet und muß  zu Fuß nach Budweis gehen, weil er das Geld für die Fahrkarte wieder treuherzig vertrinkt.

Und so weiter und so fort und irgendwie merkt man die Fortsetzungsgeschichten, weil jedes Kapitel eine eigene Handlung mit ähnlichen Wiederholungen hat.

Schwejk kommt  wieder zu Lukasch, der ihn zu einer Ungarin schickt, dort kommt es zu einer Schlägerei und der Oberleutnannt, der auch als Trottel geschildert wird, hat, wegen seinem Burschen wieder  Schwierigkeiten, will ihn eigentlich loswerden, die Vorgesetzten lassen es aber nicht zu, so bekommt er zwar einen anderen Burschen, mit dem er aber auch nicht viel Freude hat, denn der frißt ihm alles weg und Schwejk kommt mit ihm als seine Ordonnanz ins Feld.

Das passierte dann schon im zweiten Teil “An der Front”, im dritten Teil “Der glorreiche Zusammenbruch” muß die Ordonnanz das Telefon bewachen und es kommt zu einem Durcheinander, weil man nicht mehr weiß, wann man ausrücken soll und, wie es mit der Marschverpflegung ist.

Dann geht es los  “Quer durch Ungarn”, die gemeinen Soldaten unterhalten sich übers Essen, während sich die Offiziere mit einem Ganghofer-Buch beschäftigen müssen um das Cheffrieren zu lernen. Nur leider hat der brave Soldat Schwejk, die zwei Teile verwechselt, beziehungsweise gedacht, daß man das Lesen mit dem ersten beginnt, eine heillose Verwechslung entsteht, die den  Kadetten Biegler, der schon von Offizierswürden träumt, als “Träger von Cholerabazillen” in die Lazarettbaracke bringt, indessen bleibt der Zug in Budapest die ganze Nacht lang stehen, die Soldaten sollten, wie zuerst Salami, jetzt Emmentaler bekommen, allein sie bekommen wieder nur gute Sprüche und Ansichtskarten.

Italien erklärt den Krieg an Österreich-Ungarn, die Abfahrt wird alle drei Stunden verschoben, mildtätige Damen erscheinen und verteilen Pastillen und wollen den Soldaten dafür eine Ansprache halten, Oberleutnant Lukasch hat wieder Schwierigkeiten von seinem hungrigen Burschen, die nötige Verpflegung zu erhalten, bis der Abfahrtbefehl endlich kommt.

Dann gehts an die galizische Grenze mit Hauptmann Sagner, Oberleutnant Lakasch, dem esoterischen Koch Jurajda,  Rechnungsfeldwebel Wanek, Telefonist Chocounsky und dem eifrigen Leutnant Dub, vom Zivilberuf Lehrer, den Schwejk nur “Halbfurzer” nennt und der diesen am liebsten wegen Hochverrats vor Gericht stellen will.

Es gibt zu wenig Essen und als Lukasch Schwejk befiehlt für ihn Kognac zu fassen, was streng verboten ist, schleicht Dub Schwejk nach und befiehlt ihm den Kongnac auszutrinken, weil Schwejk treuherzig behauptet, das das nur eisenhältiges Wasser ist.

Einen Einjährigenfreiwilligien, der schon die Bataillonsgeschichte im Vorraus schreibt und allen einen mehr oder weniger ruhmreichen Tod zukommen läßt, gibt es auch und noch verschiedene andere Verwirrungen und Verrenkungen, beispielsweise die, daß der hungrige Baloun in den leeren Gulschkessen fällt und ihn so schön, wie nie zuvor ausleckt.

Es gibt  ein Zwischenspiel in einem Bordell, in dem sich Leutnant Dub betrinkt, Schwejk muß die Kompanie im Dorf Liskowiec einquartieren, findet eine russische Uniform, zieht sie an und gerät in Kriegsgefangenschaft. Er soll gehängt werden, kommt dann aber doch wieder in seine Kompanie zurück.

Dann endet das Buch, mitten im Satz, steht bei “Wikipedia”, weil sein Verfasser, der offenbar ebenfalls sehr trinkfreudig war und seinen Schwej im Wirtshaus schrieb und dort auch den Gästen vorlas, “am 3. Jänner 1923 im Alter von vierzig Jahren gestorben ist.”

Es gibt Nachrufe von Egon Erwin Kisch, Kurt Tucholsky und F. C. Weisskopf.

In der Tschechai kennt jeder den braven Soldaten Schwejk, hat ihn in der Schule gelesen, kann ihn als Souvenier von seinen Reisen mitbringen und in sein Auto oder sonstwohin aufhängen und Denkmäler gibt es natürlich auch.

Es ist nicht so sehr ein Buch über den ersten Weltkrieg, sondern eines über die Dummheit der Menschen, habe ich einem der You-Tube Filme gesehen. Etwas, was ich eigentlich nicht so glaube, sondern das Buch eher für einedamalige Gegenwartsbewältigung eines vielleicht auch hoffnungslos Verzweifelten halte.

Für den zweiten Weltkrieg kann man den Bockerer von Ulrich Becher als Gegenbeispiel halten, wo einer auch durch seine vermeintliche oder wirkliche Dummheit, das Naziregime überlebt und Dummstellen ist wahrscheinlich genauso ein Abwehrmechanismus, wie der Humor einer ist und wenn Jarosav Hasek am dritten Jänner 1923 nicht gestorben wäre, hätte es vielleicht noch weitere Abenteuer des braven Hundefängers gegeben, der aber auch so, wie beispielsweise von Karel Vanek, weitergeschrieben worden ist.

Beginn der O-Töne

Die “O-Töne”, das “Literaturfest im Museumsquartier”, das es, glaube ich, seit 2004 gibt, wo im Sommer jeden Donnerstag ungefähr, die österreichische Gegenwartsliteratur vorgestellt wird, die man dann auch auf den Buchpreislisten findet, habe ich bisher bedingt durch meine “Sommerfrische” eher versäumt.

Das heißt, 2010 war der Alfred, glaube ich, mit dem Karli in den Masuren und da  bin ich an zwei Wochen hingegangen, einmal, glaube ich, zum Wolfsgruber und dann hat Clemens Berger sein “Streichelinstitut” vorgestellt und bei der Eröffnung war ich auch.

Aber heuer ist ja alles anders, da gibt es ja keine wirkliche “Sommerfrische” sondern nur ein verlängertes Wochenende und wenn wir schon am Donnerstag fahren, dann höre ich mir zuerst die O-Töne an, habe ich mit dem Alfred ausgemacht, die heuer offenbar auch ein bißchen anders sind, denn es gibt vor der Hauptschiene mit Autoren, wie Friederike Mayröcker, Thomas Glavinic oder Michael Köhlmeier immer eine Debutantenlesung, um wie die Veranstalterin bzw. Daniela Strigl, die Moderatorin sagte, auf die junge Gegenwartsliteratur hinzuweisen, vielleicht auch, weil es ja heuer außer dem österreichischen Buchpreis  einen für Debutanten gibt.

Ich habe heute sehr intensiv an meinen “Berührungen” korrigiert und bin cirka um halb sieben mit dem ersten Durchgang fertig geworden, so daß ich mich etwas früher in Richtung “Museumsquartier” aufmachte, weil ich auch nicht wußte, wie das mit dem Platzandrang ist.

Katharina Winkler mit ihrem derzeit auf jeden Blog erscheinenden Roman “Blauschmuck, von der ich gar nicht wußte, daß sie Wienerin ist, sie lebt in Berlin, war die Debutantin, Thomas Glavinic mit seinem “Jonas-Komplex”, den ich schon ein bißchen auf dem blauen Sofa in Leipzig hörte, das Hauptprogramm, so daß eigentlich ein großer Andrang zu erwarten war.

Das Wetter war aber nicht sehr gut, die Veranstaltung fand trotzdem ich Haupthof statt und ich habe einen ziemlich guten Platz in der zweiten Reihe bekommen.  Petra Eckert, die ich vom “Residenz-Verlag” kenne, gehört auch zum  Organisatorenteam und kümmerte sich um die Platzreservierungen. Der Lehrer aus Retz war da, die Autogrammsammlerin und eine “Alte Schmiede Stammbesucherin”, junge Männer verteilten Sackerln mit den Goodies, denn das Festival wird vom “Falter”, vom “Standard”, von der “Bawag-PSK”, sowie vom Bund und der Stadt Wien gesponsert.

Und noch etwas war neu für mich, so gab es vor den angekündigten Lesungen ein Konzert, das heißt ein junger Mann, namens Markus Klein spielte ein paar Lieder und erwähnte mehrmals, daß er sich freue, das in Wien tun zu dürfen.

Das Wetter hielt an und Daniela Strigl erzählte ein bißchen etwas zu Katharina Winklers Roman, der auf sehr subtile Art und Weise von Gewalt erzählt.

Eine junge Frau, eine Kurdin tut das und erzählt von dem Blauschmuck, das heißt die Gewaltverziehrungen, die die Männer ihren Frauen antun, die dann noch stolz darauf sind, erzählt von der arrangierten Hochzeiten, der Entjungferung und von der Reise zu dem Land, wo es die Jeans gibt, die ja ebenfalls eine blaue Farbe haben.

Wirklich ein ungewöhnlicher Ton und ein offenbar interessantes Buch, das ich vielleicht einmal finde und dann kam der 1972 in Graz geborene Thomas Glavinic, beziehungsweise wurde er von Daniela Strigl zu seinem “Jonas Komplex” interviewt, der mir ja kein unbekannter ist und es ist wahrscheinlich auch ein Buch mit einem siebenhundert Seiten Umfang, das dann im Herbst auf mindestens einer der Buchlisten stehen wird. So ist es gut, sich damit zu beschäftigen und ich hatte mich schon am Vormittag mit dem steirischen Erfolgsautor beschäftigt, hat sich der doch irgendwie mit Stefanie Sarnagel angelegt und liefert sich mit ihr per Facebook einen Kampf, wo sie sich gegenseitig beschimpfen.

Nun gut, daß ich Thomas Glavnic manchmal ein wenig zu aggressvi empfinde, habe ich, glaube ich, schon geschrieben. Jetzt denke ich aber, das ist irgenwie sein Vermarktungsstil und er war am heutigen Abend auch sehr freundlich, bedankte sich beim Publkum, daß es trotz der Kälte ausharrte, um ihm zuzuhören und erzählte auch etwas von seinem Jonas, der ja inzwischen in drei seiner Romane, “Der Arbeit der Nacht” und noch “Dem größeren Wunder vorkommt”.

Interessant, daß Thomas Glavinic seine früheren Romane ja alle in verschiednen Stilen geschrieben hat, jetzt scheint er den seinen gefunden zu haben. Und der “Jonas Komplex” hat, wie Daniela Strigl einleitete, auch drei Erzählstränge, es gibt dem Jonas, den Millionär, der sich irgendwie in Richtung Südpol aufmacht oder sich von seinen Anwalt auf einsame Inseln verschicken läßt, wo er dann nackt herumliegt. Es gibt auch einen dreizehnjährigen Jungen und einen Ich-Erzähler, der Drogen konsumiert, mit einer Tierärztin einen Sexvertrag hat, während der junge seine Lehrerin verblüfft, in dem er der Klasse ein Referat über die verschiednen Selbstmordarten hält.

Thomas Glavinic hat  einen sehr klaren und deutlichen Stil zu lesen, so führte er sein Publkum trotz Kälte durch das Buch, das wahrscheinlich interessant und spannend ist, aber ich bin ja abgesehen vom “Das bin doch Ich” kein wirklicher Glavinic-Fan, habe noch den “Kameramörder” auf meinen Lesestapel und bin gespannt, ob mir der “Jonas Komplex” beim Buchpreisbloggen begegnen wird.

Nächste Woche geht es  weiter mit dem Open Air Programm, wo die Veranstalterin schon ein schöneres Wetter angekündigt hat und ich bin auch nicht ganz sicher, ob ich hingehen soll, weil ich Eva Schmidt ja schon einmal in der “Alten Schmiede” hörte und den Debutband der Irmi Fuchs auch schon gelesen habe.

Dann würden wir nicht so spät nach Harland kommen, was ja von Vorteil wäre.

Podium-Sommerlesereihe

Die “Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium”, Lesungen zu einem bestimmten Thema, die meistens im Cafe Prückl, aber auch in der “Alten Schmiede” und an anderen Orten stattfinden, gibt es seit 1993.

Da hat sie Claudia Erdheim eingeführt, seit 2003 wird sie von Christa Nebenführ weiterorganisiert und da hatte ich, mit meinem  Wunsch auch mitzumachen, Schwierigkeiten, weil ihr meine Art zu schreiben, beziehungsweise meine Texte nicht gefallen und zu jammerig sind.

Ich bin auch kein Mitglied des “Literaturkreises Podium”, habe aber früher einige Texte in der Zeitschrift gehabt und war auch manchmal bei den Abschluß oder Eröffnungsveranstaltungen,  die in der “Alten Schmiede” stattfanden.

Im Cafe Prückl war ich weniger, bin ich den Sommer  auch meistens in meiner Sommerfrische und nicht in Wien, aber heuer ist es anders, da ist es sich für die letzte Veranstaltung in der “Alten Schmiede” ausgegangen und das heurige Podium Thema “Literatur und Arbeit” ist  auch sehr interessant.

Eigentlich ist es meines, könnte man so sagen, habe ich dazu doch viel geschrieben,  bin  wahrscheinlich auch so gut, wie die die anderen Eingeladenen, schreibe ich ja realistisch und kenne mich bezüglich der Arbeitswelt auch ein bißchen aus.

Die Reihe hat auch auch schon am vorigen Mittwoch im “Vorwärtsgebäude”, der ehemaligen Arbeiterzeitung stattgefunden, da war ich in der “Alten Schmiede” und am Montag, als die erste Prückl Lesung mit Armin Baumgartner, Elfriede Bruckmaier und Karin Ivancsics war, auch.

Und heute fand die Veranstaltung mit Malte Borsdorf, Konstantin Kaiser und Verena Mermer in der “Alten Schmiede” statt. Christa Nebenführ moderierte und erzählte von einem Essay den Konstantin Kaiser 1987 für das “Wiener Tagebuch” geschrieben hat.

“Hinter die Mauer gehen- Exkurs über Arbeitsweltliteratur”, hat er geheißen,  den hat er Christa Nebenführ geschickt, die ihn daraufhin eingeladen hat, Gedichte zur Arbeitswelt zu lesen und den Essay am Ende der Veranstaltung als Diskussionsgrundlage verlas und der war sehr interessant, beziehungsweise sehr polemisch, bezog sich Konstantin Kaiser doch auf den damals existierenden “Max von der Grün Preis”, auf die “Werkkreise der Literatur der Arbeitswelt” und meinte, daß eine Literatur der Arbeitswelt auch eine “Befindlichkeitsliteratur” wäre und daher in Frage gestellt werden sollte.

Das sehe ich ein bißchen anders, denn als ich 1973 literarisch zu schreiben angefangen habe, gab es gerade Michael Scharangs “Charly Traktor” und die realistischen Romane von Wolfsgruber und Innterhofer, die heute vielleicht schon wieder vergessen sind. Sie waren ein realistisches Aufblitzen in einer ansonsten eher experimentellen Literaturszene, aber wahrscheinlich das, wie auch ich schreiben wollte und so habe ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” auch begonnen, beziehungsweise habe ich mit ihm, das war, glaube ich, 1982, beziehungsweise Bärbl Danneberg, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Sigrid Faber, Erika Danneberg, Brigitte Gutenbrunner, ein Wochenende in der Steiermark auf einer Alm mit dem “steirischen Werkkreis der Literatur der Arbeitswelt” verbracht. Dann kam auch der “Max von der Grünpreis”, wo ich regelmäßig meine Texte, zum Beispiel, meine “Slavica”, mit der ich dann auch einmal nach Kärnten, als es dort kurzfristig einen “Preis der Arbeit” gegeben hat, eingeladen wurde, schickte.

In Linz habe ich nie etwas gewonnen, mit der “Slavica” nur fast, wie mir einer der Juroren sagte, wurde aber 1987 zu einer Schreibwerkstatt eingeladen, wo ich Traude Korosa und auch den lieben Rudi kennenlernte, der damals Linzer Stadtschreiber war. Ilse Kilic hat in diesem Jahr, glaube ich, einen der Preise gewonnen.

Der “Max von der Grünpreis” wurde dann auch eingestellt, wie es auch die “Werkreihe zur Literatur der Arbeitswelt”, die in den siebziger Jahren bei “Fischer”, glaube ich, herausgegeben wurde, längst nicht mehr gibt.

Den “Luitpoldt-Sternpreis”, wo ich mich auch beteiligt habe und auch ein paarmal was gewonnen habe, gibt es ebenfalls nicht mehr und vielleicht auch keine Autoren mehr, die sich mit der Arbeitswelt befassen.

Das stimmt, glaube ich, nicht so ganz, denn es gibt ja noch einen Werkkreis um Gerald Grassl und Christian Schreibmüller“Volksstimmefest” auftreten und es gibt das “Linke Wort” beim “Volksstimmefest” und da wird ja auch “Literatur zur Arbeitswelt” gelesen, aber die Arbeitswelt hat sich seit den Siebzigerjahren sicherlich geändert,  ist glänzender, aber auch viel brutaler geworden.

Die  1984 geborene Verena Mermer, die  auch schon beim “Linken Wort” gelesen hat und die ich im Rahmen, der von Semir Insaif geleiteten Schreibwerkstatt in der “Gesellschaft für Literatur” kennenlernte, schreibt, glaube ich, in einer sehr modernen frischen Art von der Welt der Sekretärinnen und Kellner oder Köchinnen in Cateringsfirmen. Während der  1981 in Reutlingen geborene Malte Borsdorf, einen viel konventionelleren Textauszug brachte, schreibt er doch an einem Roman über die Hamburg er Sturmflut von 1962, “Die Arbeit der Scheuerleute”, wo es um Solidarität, Unterdrückung und Ausbeutung ging.

Dazwischen las Konstantin Kaiser seine Stadtgedichte, zitierte Theodor Kramer und Siglinde Bolbecher und in der Diskussion über die Begehrlichkeit und die Befindlichkeit der Arbeiterliteratur ging es auch weit in die Geschichte zurück.

Christa Nebenführ zitierte einen Roman von Alexander Chronin, man könnte aber auch B. Traven oder Hans Fallada anführen oder überhaupt die “Büchergilde Gutenberg Bücher”, die sich in der Bibliothek meiner Eltern in der Wattgasse befanden.

Christa Nebenfür stellte auch die Frage, ob die Arbeiterliteratur nicht auch von bürgerlichen Schriftstellern geschrieben wurde?

Zum Teil sicherlich, zum anderen Teil wurden durch den “Max von der Grün” und den “Luitpold Sternpreis” und die “Werkkreise zur Arbeitswelt”, glaube ich, auch Arbeiter zum Schreiben animiert, die aber inzwischen wieder damit aufgehört haben dürften und die “Werkreihe” hat vielleicht auch nicht so viele Leser gehabt, weil realistische Literatur ja auch nicht für so vollwertig gilt.

So gesehen ist die “Podium-Sommerlesereihe” sicherlich sehr interessant und wichtig. Montag bin ich ja diesen Sommer nicht so oft in Wien, aber vielleicht geht es sich an den Mittwochen noch aus hinzugehen und das “Linke Wort” beim “Volksstimmefest” hat heuer auch ein ähnliches Thema, das allerdings genaugenommen “In Arbeit” heißt, so daß man hier auch seine “Work in Progress” vorstellen kann, was zu Christa Nebenführs Eingangsfrage, ob “Literatur nicht vielleicht auch Arbeit” ist, zurückführt und die Antwort lautet ganz eindeutig ja, in meinen Schreibberichten, kann man die meine ein bißchen nachvollziehen.

Antonio Fians Schwimmunterricht

Oder Band sechs der bei “Droschl” erschienenen Dramolette, die am Montag in der “Alten Schmiede” von Angelika Reitzer moderiert und vorgestellt wurden.

Ich weiß nicht, ob ichs schon mal geschrieben habe. Ich habe ein “Feibord” in Harland, wo alle Staatsstipendiaten und Preisträger eines Jahres einen Text drin hatten.

Viele bekannte Namen, Werner Herbst hat damals den “Preis der Stadt Wien” bekommen, Gerhard Ruiss sitzt am Titelbild am Klo, Paulus Hochgatterer, Karl Markus Gauss waren damals bei den Stipendiaten und natürlich der 1956 in Klagenfurt geborene Antonio Fian.

Sein Text, daran kann ich mich noch erinnerm, hieß oder handelte vom “Konstantinhügel” im Prater und dann ist Antonio Fian, der vor ein paar Jahren einmal auf der Longlist des dBps stand, ja bekannt für seine “Dramolette”, die wie Angelika Reitzer genau erklärte, zuerst im “Falter” und jetzt im “Standard” erscheinen und sechs jeweils bei “Droschl” erschienene Bände gibt es auch.

Angelika Reitzer hat genau die Namen aufgezählt und die Erscheinungsjahreszahlen dazu gesagt “Was bisher geschah”, “Was seither geschah”, “Alarm”, “Bohrende Fragen””Man kann nicht alles wissen” und  zuletzt erschienen “Schwimmunterricht” und da habe ich, glaube ich, von den fünfzehn vorgetragenen Dramulette, die ersten sieben schon bei “Literatur und Wein” in Göttweig gehört.

Die erste nicht, denn das war eine Rede, im Stehen vorgetragen und erinnerte mich sehr an die, die Armin Baumgartner im Amtshaus Margareten vor kurzem vortrug, die mich wieder an Gert Jonke erinnert hat, aber das war ja auch ein Kärtner und von Antionio Fian von  dem ich den Erzählband “Helden Ich Erzähler”, auch bei “Droschl” erschienen und den ersten “Dramuletten-Band” in meinen Regalen habe, habe ich auch meine Lieblingsdramulette, die ich ja gelegentlich, nicht regelmäßig und systematisch, am Samstag im “Standard” lesen.

Vom ersten habe ich vielleicht auch schon geschrieben, habe ich Antonio Fian ja schon öfter bei Lesungen gehört, das ist das von der schwerhörigen alten Frau und ihrer durch künstliche Befruchtung entstandene Tochter, die zum Kasper lernen gehen will und jetzt aus aktuellen Anlaß, das zur Wahlwiederholung.

Die FPÖ hat eine Kameria in der Wahlzelle damit alles mit rechten Dingen zu geht, anbringen lassen und ist entsetzt, wieviele Leute den anderen wählen, das kann man nicht anfechten, das mit der Kamera schon.

Antonio Fian begann also mit seiner “Nonsenserede” die er 2013 für die “Wiener Festwochen” geschrieben hat, dann kam ein Gespräch mit Angelika Reitzer, die auf Nestroy, Kraus und Bernhard hinwies und die Dramuelette analysierte und dann die ersten sieben Stücke, die ich schon in Göttweig hörte, das von “Bin Ladens Tod”, den die ganze Welt begrüßt, die drei Muttertagsstücke, von dem Sohn, der kein T aussprechen kann und die Mutter und die Großmutter machen ihn lächerlich, die zwei von den Schülern, die sich wegen einem Mädchen verprügeln und die Lehrerinnen schauen zu und das mit der Radikalisierung und auch das, wo der Fleischfresser in Kärnten beim Daten einer Vegetarierin gegenübersitzt. Das siebente war dann das, wo Günther Grass am Wörtersee sitzt und dann wurde es, weil die Lesung ja in der “Alten Schmiede”, im “Literarischen Quartier” stattfand, literarisch, wie Antonio Fian, zu dem Erich Hackl und noch andere Interessierte gekommen waren, feststellte, ja richtig, das habe ich jetzt vergessen, Angelika Reitzer sprach Antonio Fian noch auf Andre Heller an, den er in seinen Stücken sehr oft erwähnen wüde.

Es kamen dann aber noch einige, die von Norbert Gstrein und Marlene Streeruwitz handelten und der Kafka, beziehungsweise sein “Amerika” blieb über, Marcel Reich Ranicky, der österreichische Torberg oder Hans Weigel tauchte auf und Sigrid Löffler und man bekam Lust sich in die Dramulette einzulesen, die sehr politisch, aber auch sehr literarisch sind und ich habe ja noch einiges liegen, welch Glück, daß ich eine solche Büchersammlerin bin und auch den “Standard” gelegentlich lese.

Und warum es “Schwimmunterricht” heißt, kann ich zum Schluß auch noch veraten. Das Titelstück war nämlich die Zugabe und handelte von einem Kärntner Vater, der seinem Sohn, das Schwimmen beibringt und ihm dabei einige “Flaschen” gibt.

In die Sommerfrische

Nach dem “Bachmannpreis”, den “Literaturgeflüster-Feierlichkeiten” und der “Sommerakademie” geht es jetzt richtig in die Sommerfrische, die dieses Jahr eine andere und eine etwas verkürzte wird.

Nur noch von Donnerstagabend und da werde ich mir vorher die Ö-Töne anhören, die diese Woche im Museumsquartier beginnen werden, bis Dienstag früh oder auch Montag Mittag, wenn ich am Nachmittag vielleicht eine Stunde habe oder der Alfred zu seinen Betriebsratsitzungen muß.

Das, was ich “Sommerfrische” nennen, die Tage im Haus in Harland bei St. Pölten, das ich sogar im vorigen Jahr in meinem “Sommerroman” verewigt habe, haben sich bei mir so eingebürgert.

Ist es ja das Haus, das Alfreds Eltern bauten, jetzt baut die Anna mit ihrem Freund daneben, das Haus, das ihr Großvater vor cirka zehn Jahren für sie begonnen hat und, das ich auch in einem Roman vereweigt habe, fertig.

Ich komme ja erst seit 1983 oder so nach St. Pölten, ab da waren wir, glaube ich, die Wochenenden da, eine Zeitlang,  als ich meine Praxis in der Gumpendorferstraße hatte, sind wir sogar jeden Tag nach Wien gependelt, das war die Zeit, als ich auch meinen Vater pflegte, das hätte die Anna dann, glaube ic,h nicht mehr länger mitgemacht, so habe ich mir eine Praxis in der Reinprechtsdorferstraße gemietet, schließlich sind wir in die Krongasse gezogen und ich habe Praxis und Wohnung an einen Ort gehabt.

Wann ich mit der “Sommerfrische” angefangen habe, beziehungsweise im Sommer Montag und Dienstag Praxis machte und den Rest der Woche in Harland verbrachte und das “Sommerfrische” nannte, weiß ich  nicht mehr so genau.

2008, als ich zu bloggen angefangen habe, war es aber schon so und seither schreibe ich auch darüber, beziehungsweise versuche ich meine Sommer literarisch zu zelebrieren mit den Stadtschreibertexten, das sind Texte oder Glossen die in St. Pölten zum Beispiel über die Frequency, aber auch über unsere Ausflüge nach Melk zum Beispiel entstanden sind, auf die Idee im Sommer Sommerbücher zu lesen, bin ich glaube ich durch “Leselustfrust”, ein Blog, den es nicht mehr öffentlich gibt, den ich aber 2009 oder auch 2010 sehr intensiv verfolgte, gekommen. Meistens bin ich in den letzten Jahre Ende Juni auch mit dem jeweiligen Text fertiggeworden  und habe den Sommerfrischenbeginn quais mit Recherche- und Materialsuchtagen begonnen.

Heuer ist auch das ein bißchen anders, denn es gibt ja noch zwei Texte zum Korrigieren und zwar die “Nika”, die zwar eigentlich schon vor “Paul und Paula” fertig werden sollten, so habe ich geglaubt, aber dann Fehler und Fehler gefunden.

Es kann schon sein, daß ich da ein bißchen lustlos korrigiere, weil in der Sommerhitze einen “Adventkaldender” durchzusehen, ist ja nicht gerade passend, ich hoffe aber doch, daß ich bald damit fertig werde und, daß das Buch demnächst erscheinen kann.

Dann gibts wieder ein Foto von mir und dem Buch, vielleicht setzte ich mir dazu auch die Weihnachtsmannmütze auf, die der Alfred, der Anna mal aus London mitbrachte, als er dort bei einem Bewerbungsgespräch war.

Ich weise meine Leser dann auf das Buch hin, sie können es aber gleich vergessen, beziehungsweise notieren, daß es das gibt und stattdessen beispielsweise das “Sommerbuch” bestellen, das ja eigentlich auch der vorige Teil der “Flüchtlingsstrilogie” ist und die “Nika” dann im Dezember lesen, da weise ich im Blog sicher darauf hin, beziehungsweise wird ein paar Schnäppchen daraus geben.

Die Hauptkorrekturarbeit wird die “Berührungen” oder “Nicht Berühren oder Notizen zur Romanentstehung” betreffen, wo ich gerade bei Szene siebzehn bin und vielleicht auch ein bißchen dabei trödle, obwohl mir der Text, der eigentlich aus deiner Schreibblockade oder einem sich zu schnell in einen Text hineinstürzen entstanden ist, eigentlich ganz gut gefällt.

Aber das fortwährende Fehlersuchen ist ja nicht gerade lustig und dann kommen auch die Gedanken, “Das ist nicht gut genug!”, Wenn ich daraus ein Gewinnspiel mache, meldet sich wieder niemand, der das Buch gewinnen will!”, “Damit komme ich nie auf die Longlist, weil ich es ja selber mache!” etcetera….

Mit dem Herumschicken habe ich vor einigen Jahren aufgehört. 2000 ist glaube ich mein erstes Selbstgemachtes Buch erschienen, bis 2004, das war das “Tauben füttern” habe ich, glaube ich, noch trotzdem ein Expose an die Verlage geschickt, dann schrittweise damit aufgehört und jetzt lasse ich meine Bücher, wenn sie fertig sind, nur mehr fünfzigmal drücken und “vermarkte” sie auf meinen Blog, wo sie, glaube ich, ziemlich unbemerkt dahinschlummern, was natürlich ein bißchen schade ist und deprimiert, so daß ich  manchmal in Krisen komme, obwohl ich aus Kroatien  wieder die Idee für einen Roman mitgebracht habe, an den ich mich machen werde, wenn ich mit dem Korrigieren der “Berührungen” fertig bin.

Wenn ich den Sommer herumtrödle und noch den September und den Oktober dazu brauche, geht es sich eigentlich für den “Nanowrimo” gut aus, aber dann schreibe ich im November einen “Sommerroman”, was zwar nicht passt, aber auch nichts macht, denn im vorigen November habe ich ja über den Dezember geschrieben.

Ein wenig ist es schon schwerig oder ungewöhnlich, so abseits des Literaturbetriebs zu schreiben und ich bin auch nicht wirklich sicher, ob ich es mir so ausgesucht habe.

Habe ich ja in den Achtziger und Neunzigerjahren sehr viel und regelmäßig herumgeschickt, wahrscheinlich ein bißerl patschert und ziellos und die unverlangt eingesandten Mansuskripten hört man ja auch immer, haben keine Chance, so war es bei mir auch.

2000 hat mir der Alfred die “Wiener Verhältnisse”, sozusagen zum Geburtstag geschenkt.

“Wow!” habe ich gedacht.

“So schön, so schnell so billig!”

Bis dahin habe ich ja immer gehört, daß man nie und unter keinen Umständen seine Bücher selber machen darf, das hat sich jetzt geändert, die Selfpublischer laden, glaube ich, sehr selbstbewußt ihre Bücher bei “Amazon” hoch, vermarkten sich  selbst, schreiben Rezensionen und erzählen  von ihren Verkaufserfolgen, beziehungsweise füllen sie in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Hallen.

Überlegt, ob ich meine Bücher auch auf Amazon hochladen soll, habe ich schon, es aber bisher nicht getan und die Vermarktung auf meinen Blog scheint nicht wirklich zu funktionieren, obwohl ich mich eigentlich sehr bemühe und bei “Paul und Paula” jetzt sogar ein professionelles Cover habe.

Das war auch eine Idee vom Alfred. Ich habe dagegen meine Bücher, die sie mir bei “Wikipedia” hinausgestrichen haben, wieder eingetragen und nach dem “Bachmannpreis” sogar gedacht, daß ich wenn ich mit  “Clarisse, Klara Claire” früher fertig bin, vielleicht einen zwanzig Minuten Text schreiben soll, ihn ein bißchen hochstilisiere, auf Fehler korrigieren lasse und  an die” Bachmann-Juroren” auch ohne Verlagsempfehlung schicke.

Mehr als in den Mist werfen oder mir einen Brief schreiben, daß sie den Text leider ohne diese Empfehlung nicht bewerten können, werden sie nicht tun und auch das wahrscheinlich nicht, weil ich ja im “Literaturcafe” hörte,” die Juroren sprechen ihre Autoren vorher an und verlassen sich nicht auf das Eingesandte”.

Nun ja, früher habe ich mich auch, um Stipendien beworben und bei Preisen eingeschickt, in den letzten Jahren habe ich mich eher auf das Literaturgeflüster konzentriert, da auch Textbeispiele eingestellt, so daß die meisten meiner Texte veröffentlicht sind, auch wenn sie keiner liest.

Also in der Sommerfrische, die ja eigentlich nur mehr aus dem Freitag, denn das Wochenende ist ja mit Markt und Rudolfshöhe sehr eingeteilt und der Montag wegen meiner Praxisstunde und Alfreds Betriebsratssitzungen nicht immer ganz vorhanden, so fleißig, wie möglich korrigieren, dazwischen mit dem Rad in Richtung Ochsenburg oder St. Pölten fahren, bei der “Seedose” den “Bücherschrank” durchsuchen, auf den Aussichtsturm steigen und beim “Spar” in Wilhelmsburg aus dem Hunderter, den ich mir wieder in die Umhängetasche gesteckt habe, ein Kipferl und einen Becher Kaffee kaufen.

Ob dabei neue Stadtschreibertexte entstehen werden, weiß ich noch nicht, “Stadtschreiberbuch” gibt es jedenfalls keines, nur das das ich in der Woche vollgeschrieben habe, als ich acht Tage lang das “Literaturgeflüster” feierte, weil es seinen achten Geburtstag hatte.

“Sommerbücher” gibt es auch zu lesen, beziehungsweise zwei Stöße, den in Harland über dem Bett, da ist jetzt gerade der “Brave Soldat Schwejk in “Arbeit”, dann werde ich Elfriede Vavriks “Nackbadestrand” vorziehen, denn das bilde ich mir zumindestens nach dem Titel ein, ist vielleicht auch ein Sommerbuch und in Wien warten noch der Richard Wagner, das ist nicht der Komponist, sondern der Exmann der Herta Müller  und die Ruth Schweikart, bevor ich hoffentlich endlich zu meinem “Vicki Baum – Schwerpunkt” komme, von dem ich ja immer schreibe und auf den ich mich schon sehr freue.

Aber dann ist  es wahrscheinlich schon August und da wird ja am dreiundzwanzigsten, die heurige Longlist des dBp begkanntgegeben und am  sechsten Sepember, wenn die “Sommerfrische” schon vorüber ist, folgt heuer erstmals die des österreichischen Buchpreises und da will ich ja auch die Verlage anschreiben,  mitlesen und darüber bloggen.

Also wird es sicher wieder ein schöner Sommer, wenn auch ein wenig anders und vielleicht ein bißchen Wien- zentrierter, was ja auch nicht schaden kann, weil die Ö-Töne vielleicht schon einen Vorgeschmackt auf die kommenden Buchpreislisten geben. Ich bin also gespannt und werde darüber berichten…

Pink Hotel

Jetzt kommt auch so etwas, wie ein Sommerbuch oder eines, das schon länger auf meiner Leseliste steht, ein Ein-Euro Fund aus der verstaubten Kiste der Buchhandlung in der Lerchenfelderstraße, das es eigentlich nicht kosten hätte dürfen, denn es ist ein Leseexemplar, der Roman der 1983 in London geborenen Anna Stothard, ein “Diogenes-Buch”, 2011 auf Englisch, 2012 auf Deutsch erschienen und eines, das vorher durch die Blogs zog, so das ich darauf neugierig war und gleich danach griff und es war, glaube ich, ein guter Griff, denn der Ton der jungen Frau ist sehr frisch und ihre Themen sehr interessant und originell.

Da steht eine, knapp achtzehnjährige Ich-Erzählerin in einem ausgeflippten “Pink Hotel” in Kalifornien, steht da in Jogginghosen und Baseballkappe und schaut sich die Bilder einer Lily an, die, stellt sich bald heraus, ist ihre Mutter und mit zweiunddreißig Jahren bei einem Motorradunfall gestorben. Sie hat Mann und Kind verlassen, als sie siebzehn und die Kleine drei war, trotzdem hat und das erscheint mir ein bißchen unwahrscheinlich, eine Krankenhausangestellte zweimal nach London angegrufen, denn die Erzählerin hat  ihre Mutter seither nicht mehr gesehen.

Die klaut der Stief nun die Kreditkarte und bucht sich einen Flug nach Amerika. Zum Begräbnis kommt sie zu spät, wohl aber noch zu der Totenwache oder einer sehr bekifften Abschiedsparty in dem Hotel, das die Mutter mit einem Rothaarigen führte. Sie stiehlt sich in ihr Zimmer, legt sich in die Badewanne, da kommt aber ein “Riese” und will ein Foto von Lily klauen, vom betrunkenen Rothaarigen wird er hinausgeschmissen, der dann im Bett entschläft.

So stopft die Tochter Kleider, Zigaretten und auch Geld der Mutter in einen roten Koffer, in dem auch Briefe sind und macht sich damit auf den Weg.

Vom Riesen, dem Fotografen David, wird sie zwar ein paar Stunden später auf einer Bank am Strand gesehen, sie erzählt etwas von einem Freund, der das Mietauto mit ihren Kleidern und Papieren klaute und begibt sich mit dem Koffer in ein Hotel, um den Inhalt erstmals durchzusehen.

Dort findet sie den Trauschein mit Richard Harris und noch ein anderes Hochzeitsfoto mit einem August, der, wie sie herausfindet, irgendwo Barkeeper ist, die nächsten zwei Tage verbringt sie abwechselnd vor dem Büro des Fotografen Davids und stopft sich mit Donuts voll und auf der Suche nach einer Bar, bis sie August findet.

Sie bleibt den ganzen Abend bei einem Martini sitzen und liest in Lilys Buch, dann spricht er sie an und will sie verführen, da kann sie ihm sagen, daß sie Lilys Tochter ist, erfährt, daß sie ihn mit Achtzehn geheiratet hat, bis sie ihm wegen Richard verlassen hat und danach eine Ausbildung als Krankenschwester machte. Sie verbringt die Nacht bei Richard und verläßt ihm am Morgen, das Hochzeitsfoto läßt sie da, sein T-Shirt, das er ihr borgte nimt sie mit.

Sie  trifft wieder  David,  verabredet sich mit ihm vor dem  Hotel,  in dem sie sich eingemietet und den Koffer in einem Schließfach deponiert hat. Er kommt zu spät, so wird ihr der Rucksack von einem Mann mit Nasenring gestohlen, der später auch in das Hotel kommt, um den Koffer zu holen. David, der nicht weiß, daß sie Lilys Tochter ist, läßt sie in seinem Appartement schlafen und vermittelt ihr einen Job in einen Filmset, er kauft ihr auch Kleider, weil er nicht will, daß sie Lilys Sachen trägt.

Eines Abends ist er sehr seltsam, hat die Wohnung verwüstet und spricht nicht mit ihr, sie verabreden sich zwar für den nächsten Tag, wenn ihre Filmschicht vorüber ist, sie erleidet aber inzwischen eine Lebensmittelvergiftung und muß in ein Krankenhaus. Als sie von dort abhaut, ist Davids Wohnung leer, nur ihre Sachen findet sie in ein paar Tüten.

Sie ruft nun ihren Vater an und sagt, daß sie zurückkommen wird. Ihr Rückflugticket ist inzwischen verfallen und sie viel länger als geplant in LA geblieben, vorher will sie aber noch an den Ort in der Wüste, wo Lily verunglückt ist. Sie steigt vor einem verfallenen Motorradshop aus dem Bus aus und findet dahinter einen Bungolow, in dem sich Richard, der Mann mit dem Nasenring und auch der rote Koffer befinden.

Es kommt nun zu einer Aussprache, sie hat das Pink Hotel geerbt, weil Richard und Lily inzwischen geschieden waren und Richard hat sich den Koffer aus dem Hotel geholt, weil er ihre Sachen wiederhaben wollten, obwohl die Tochter sie logischerweise wahrscheinlich auch geerbt haben dürfte. Er erzählt ihr auch von einem goldenfarbenen Buick, der die zu schnellfahrende Lily niedergefahren hat. David besitzt ein solches Auto und hat sich inzwischen auch der Polizei gestellt.

Dann geht es ein paar Jahre weiter, die Ich-Erzählerin erzählt, wie sie mit David nach dem er aus der Haft entlassen wurde, das Hotel wiederaufbaute und von ihrer Liebe zwischen ihm und ihr.

Ein sehr interessantes Buch, in dem es auch immer wieder Rückblenden auf das Leben der Ich-Erzählerin gibt, sie ist zum Zeitpunkt des Geschehens aus der Schule geflogen, später holt sie ihren Abschluß nach, ihre Beziehung zu den Großeltern wird auch geschildert und die zu einem kleptomanischen Freund und ihren Panikattacken.

Sehr spannend, manchmal ein wenig unlogisch, zum Beispiel, die vielen Anrufe, die während sie in L.A. ist, von Richard, dem Anwalt, etcetera zu ihrem Vater nach London kommen.

Aber ein spannender Roman einer jungen Frau über die Schwierigkeiten des Lebens, dem Aufwachsen und den Überforderungen, die einer überall begegnenen, der vielleicht ein wenig weniger dramatisch, beziehungsweise mit mehr Actionhandlung, als die Romane von Ronja von Rönne, obwohl die ja auch Panikattacken schildert, Helene Hegemann oder Olga Grjasnowa, ist, der mir eigentlich sehr gut gefallen hat.

Von der Autorin gibt es, glaube ich, inzwischen weitere Bücher. Mal siehen, ob es sie auf Deutsch gibt und, ob sie zu mir kommen werden.

Literaturgeflüster feiern

Daß ich den achten Blogeburtstag acht Tage gemeinsam mit dem Sommer und dem Sommerfrischenbeginn feiern will, habe ich schon geschrieben.

Nur wie stellt man es an sich selbst zu feiern, was ja an sich eine gute Idee ist, wenn es die anderen nicht tun, aber vielleicht einen eitlen Beigeschmack hat und wie ich merken konnte, in der Praxis schwierig umzusetzen ist?

Denn die Idee ist ja nicht neu, darauf, daß ich mir selbst einen “Literaturgeflüster-Preis” geben könnte, bin ich schon vor zwei Jahren darauf gekommen und da oder war das schon ein Jahr früher, habe ich auch die Idee mit dem “Stadtschreiben” gehabt, mir sozusagen selbst ein Stadtschreiberstipendium zuerkannt, bin zu einem Lesemarahon aufgebrochen und habe mir zwanzig oder fünzig Euro in die Tasche gesteckt, damit ich bei mir meinen Ausflügen nach Wilhelmsburg, St. Pölten oder Herzogenburg einen Kaffee kaufen kann und Stadtschreiber- oder Recherchetage mache ich ja öfter, da gehe ich in Wien oder St. Pölten spazieren, kehre beim Mc Donald`s ein, kaufe mir einen Cheeseburger und sammle Material und weil das “Literaturgeflüster” heuer acht Jahre alt wurde, lag es auf der Hand das acht Tagezu tun, noch dazu, da mein diesbezüglicher Blogartikel erst am vierten Juli erschienen ist, da am dritten ja der Bachmannpreis zu Ende ging und darüber gab es auch einen Bericht.

Also von Sonntagnachmittag bis nächsten Sonntag Sekt trinken und versuchen da ich ja so fleißig bin und seit acht Jahren  konsequent meine literarischen Erlebnisse berichte, das entsprechend aufschreiben.

Am Sonntagvormittag war ich  also noch mit der Bachmannpreisverleihung beschäftigt, der Alfred hat gegrillt, ich habe mir die Pressekonferenz angesehen und bin dann mit ihm, wie am Sonntag bei uns üblich, auf die Rudolfshöhe, den Hausberg gestiegen. Nur da gibt es jetzt einen neuen Pächter, beziehungsweise hat der alte, am 20. Juni das Haus geschlossen.

“Das herzlich Willkommen”, war noch angeschrieben, das Haus aber noch nicht aufgemacht, was da wir schon gegessen hatten, nichts machte, der Auslug hat ja trotzdem stattgefunden  und als ich zurückkam gab es einige Aufregungen wegen meinem Kommentar, den ich “Buzzaldrin” geschrieben habe, daß ich mir bei serbisch oder türkisch stänmigen Autoren, die in Deutschland oder Österreich leben, eine doppelte Nationalitätenangabe wünsche, wie das, früher auch so war und, daß ich eigentlich gedacht hätte, die Kriterien dort zu lesen wären, entweder in einem deutschsprachigen Land zu Leben oder dort geboren zu sein.

Das wurde ja heuer etwas aufgebröselt, fremdenfeindlich bin ich, glaube ich, trotzdem nicht und, daß meine Kommentare offenbar nicht so verstanden werden, wie sie gemeint sind, habe ich schon öfter gemerkt.

Am Montag war dann der erste Sommerfrischen- und der erste “Feiertag” und da hatte ich vor mit dem Rad zum Traisencenter zu fahren, mir dort beim Mc Donalds einen  Bic Mac zu kaufen, dann auf die Aussichtswarte steigen und dann die Bücherbestände bei der Seedose zu durchforsten. Etwas was auch nicht neu ist und ich fast jeden Sommer  mache, neu ist vielleicht, daß der Alfred jetzt auf Altersteilzeit ist und erwartete, daß ich koche, beziehungsweise ihm beim Tullienwegräumen helfe, etcetera.

Mein Blogartikel ist erschienen und hat ein “Gefällt mir” bekommen, Kommentare nicht, die kamen dann zu meiner “Der Weg des Künstlers-Besprechung” und waren nicht erfreulich, denn gierig, nur auf Erfolg aus und undankbar bin ich eigentlich nicht oder doch auf Erfolg aus, natürlich, aber da, der ja nicht kommt, habe ich mir angewöhnt, im “Literaturgeflüster” darüber zu jammern und das halten dann nicht alle aus.

Es kam dann doch ein Kommentar von Manfred Lagler-Regall, meinem eifrigen Kommentierer mit den vielen Mailadressen, allerdings nicht zum Geburtstag, sondern zum Bachmannpreis und am Diestag sind wir früh nach Wien gefahren, denn da hatte ich einen intensiven Praxistag mit einer Diagnostik zu Mittag, so daß ich nicht, wie ich eigentlich wollte, das “Literaturgeflüster” mit einem Besuch beim “Asia-Nudeltopf” feiern konnte.

Halt jetzt habe ich einiges vergessen, denn es gibt schon literarische Neuigkeiten und die sind zum Teil auch am Montag eingetroffen, so hat mich doch Christoph Keplinger zum “Volksstimmefest” eingeladen und mir die Details zum “Linken Wort” geschickt.

“Das Thema wird “In Arbeit” heißen und da werde ich wahrscheinlich, die erste Himmelszene mit Anne Frank, Stefan Zeig und Heimito von Doderer lesen, weil  “Work ins Progress” ausdrücklich erwünscht sind.

Evelyn Prammer von der “Ohrenschnmaus-Organisation” hat sich schon ein paar Tage vorher bei mir gemeldet und mir mitgeteilt, daß es am elften November auf der Buch-Wien einen “Ohrenschmaus-Tag” mit einer Diskussion auf der “ORF-Bühne” an der ich teilnehmen werde, geben wird und Margot Koller hat mich um Angaben zur Salzburg Lesung am 26. 1. 2017 zum Thema “Ankommen” mit ihr, Wolfgang Kauer und Manfred Chobot geschickt.

So Unliterarisch ist es bei mir also doch nicht, wie ich manchmal denke und am Dienstagabend wurde dann die “Poliversale” in der “Alten Schmiede” mit einer sehr interessanten Lesung eines ukrainischen Dichters beendet.

Da bin ich über den Karlsplatz nach Haus gegangen, eigentlich nur, um mir das Programm fürs “Kino unter Sternen” zu holen. Habe mich aber gleich hingesetzt, die Ruth hat mich angesprochen, es gab die “Drei Groschenoper” und am Mittwoch hat die Sommerakademie im der WU zum Thema “Jüdisches Wohnen” angefangen, da wollte ich eigentlich wieder mit dem Alfred zu Mittag essen gehen, der war aber auch auf einer Tagung und zwar im Museumsquartier, wo es ein großes Buffet und viele Goodies gab, so habe ich am Mittwoch wieder einen Big Mac gegessen, Pommes Frites dazu und einen kleinen Bananenshake und habe mich den Rest der Pause in den angrenzenden Park in eine rote Hängematte gelegt.

Werner Grüner hat mich am Donnerstag gefragt, ob ich mich nur von Fastfood ernähre, als ich mir vom Mc Donald`s einen Eisbecher mit Schokosauce holen wollte, ich war aber zu Mittag mit dem Alfred und der Ruth in einer Pizzeria, die es inzwischen bei der neugebauten Sigmund Freud Uni, die sich jetzt neben der Wu befindet, gibt.

Die Ruth hat mir am Mittwoch noch “Paul und Paula” abgekauft und mir am Donnerstag gesagt, daß sie das Buch Christa Nebenführ gegeben hätte, weil die etwas über Tansgender macht. Mal sehen, ob sich was daraus ergibt, zu den “Prückl-Podiums-Lesungen”, die es ja auch in diesem Sommer über gibt, bin ich nicht eingeladen.

Von Peter Czak habe ich  noch zwei etwas verwirrende Mails bekommen, die die Schreibgruppe und seine Weiterentwicklung betreffen, mal sehen, ob es die im Herbst noch geben wird, war sie doch sehr spannend und ich habe sie ja auch sehr eifrig für meine Work in Progress benützt.

Von der Sommerakademie zurück bin ich immer durch den Prater gegangen, da gab es  sehr viele Familien mit Kindern, wo die Frauen und die Mädchen Kopftücher trugen, syrische oder lybische Flüchtlinge vielleicht, zu sehen, die den Prater erkunden, bei einer dieser Hochschauschaukeln bin ich stehengeblieben und habe zugeschaut, wie sich die Mädchen und die Burschen durch die Luft schwingen ließen und mich gewundert, daß ihnen nicht schlecht wurde dabei.

Am Mittwoch bin ich wieder in die “Alte Schmiede” gegangen, da stellte ja Franzobel sein derzeitiges “Work in Progress” vor und dann nicht mehr auf den Karlsplatz sondern gleich nach Hause und am Donnerstag sind wir nach Harland gefahren.

Da gab es das Fußballspiel Deutschland gegen Frrankreich und am Freitag noch einen “LiteraturgeflüsterFeiertag”, den ich St. Pölten verbringen wollte.

Da bin ich etwas früher aufgestanden und habe das “Mc Donald`s Frühstücksangebot”,Kaffee und Bacon-Muffin, um zwei Euro ausgenützt, dann habe ich mich bei dem “Thalia-Abverkaufsstapel” umgesehen. Da kosten die Bücher jetzt 4.99, wenn man drei nimmt, ist das vierte gratis und es hätte auch ein paar gegeben, die mich interessiert hätten, aber meine Leseliste ist ja ohnehin schon so lang…

Vor der städtischen Bücherei standen wieder Bücherschachteln mit fünzig Cent Bücher und die Bücherei bis halb eins geschlossen, es war allerdings nichts wirklich Interessantes dabei und dann war der Stadtspaziergang schon fast vorüber, zumindest literarische Begegnungen habe ich keine gemacht.

Also nicht Doris Klomstein oder  Robert Eglhofer getroffen. Alois Eder geht ja, glaube ich, nicht mehr aus dem Haus.

Ein Decorgeschäft wird geschlossen und verkauft alles um den halben Preis, da kaufte ich mir ein sehr schönes, aber wahrscheinlich nutzloses Täschchen um 95 Cent und da ichmir am Montag einen Gutschein für einen Kaiserspritzer, um eins fünfzig für das Terassenfest, das es im Traisencenter am Freitag gab, von dort mitgenommeh hatte, bin ich nochmals hingefahren.

Die Musik, “Radio Arabella” hatte gerade begonnen, ein paar Pensionisten waren schon da und die sommerliche Stimmung, die mir schon am Montag aufgefallen ist, ebenfalls. Dann noch eine Runde, um den Viehofener See gefahren, nochmals auf den Turm gestiegen und bei der “Seedose” habe ich einige interessante Krimis gefunden, zwei von Andreas Franz, der ja, glaube ich, schon gestorben ist, einen von Heinrich Steinfest, also viel sommerlichen Lesestoff, wenn ich nur dazukommen würde, denn am einundzwanzigsten Juli erscheint die Spielberg-Verfilmung von Roald Dahls “Big Friedly Gigant” nach dem Buch “Sophiechen und der Riese”, das ich bis dahin noch lesen sollte und  richtig, das habe ich jetzt auch vergessen, am Dienstag haben sich die neuen “Buchpreisblogger” bekanntgegeben, es sind diesmal sechs, ein paar bekannte, wie Jochen Kienbaum und Tobias Nahzemi oder Sophie Weigand sind auch dabei, denn am dreiundzwanzigsten August wird  die neue Longlist bekanntzugeben.

Da werde ich vermutlich auch wieder einiges bekommen, wenn ich anfrage, was ich vermutlich werde, denn das Buchpreisbloggen ist ja jetzt auch eine neue und vielleicht bleibende “Literaturgeflüster-Aktion” und damit gehen  langsam und allmählich meine “Feierlichkeiten” zu Ende. Ein paar  Wochenendritauale, wie das samstägigeWürstlessen auf dem Markt wird es noch geben und am Sonntag den Berglauf auf die Rudolfshütte. Da werden wir,  glaube ich, auch hinradeln  und schauen, ob der Pächter inzwischen eingetroffen ist und dann hinein in die Sommerfrische und natürlich in das Korrigieren.

Da muß ich die “Nika” fertig machen, was in der Julihitze zwar nicht ganz passend und vielleicht ein Grund für mein Trödeln ist und in die “Berührungen” sollte ich auch wieder hineinkommen, damit es ein schöner Sommer wird und mein literarisches Leben auch im neunten Literaturgeflüster-Jahr zügig weiter geht.

Vielleicht alles nicht sehr spekulär meine Aktivitäten in der Sommerfrische, für mich aber doch recht wichtig, wenn schon nicht der große Literaturpreis kommt oder die zwanzig bis dreißigtausend Followers “Gefällt mir!”, kommentieren.

Der Sommer ohne Männer

Mein heurigen Sommerbuch, der 1955 in Minnesota geborenen Siri Husvedt, Ehefrau von Pau Auster, von der ich die “Zitternden Frau” und, ich glaube, noch etwas gelesen habe, habe ich vor ein paar Jahren um Weihnachten bei einem Abschlußverkaufs in St. Pölten bekommen.

Siri Husvedt, die sich in ihren Arbeiten, sehr auf Psychologisches zu beziehen scheint, schreibt darin von der Mitfünfzigerin, Mia, einer Schriftstellerin, die von ihrem Ehemann plötzlich eine “Pause”, wegen einer seiner Assistentinnen, wie Siri Husvedt ironisch schreibt “verordnet” bekommt.

Das stürzt sie in eine Krise, bringt sie in die Psychiatrie, sowie zu einer verständnisvollen Therapeutin, so daß sie daraufhin beschließt, ihren Sommer bei ihrer Mutter und deren gleichaltrigen oder älteren Freuninnen zu verbringen, sowie einen Literaturkurs zu geben, der von sieben Schülerinnen besucht wird.

Sie gibt ihnen die Aufgabe über die “Grauslichkeiten” und ihre Widersprüche zu schreiben, führt selbst ein Sextagebuch in dem sie ihre Vergangenheit erforscht, freundet sich mit ihrer Nachbarin und ihren zwei kleinen Kindern an und bekommt seltsame Briefe von einem Mister Niemand, der vielleicht, wie sich herausstellen wird, eine Missis ist.

Die Schülerinnen beginnen Alice, weil sie ein bißchen anders, eine Streberin oder so, zu mobben, werfen ihre blutige Binde voll Abscheu auf den Tisch, fingieren ein Date und die Lehrerin, die von ihrer Tochter Daisy inzwischen aufmunternde Briefe bekommt, das Dad schlecht aussieht und von seiner Pause weg ins “Hotel” gezogen ist, veranstaltet in der Schreibgruppe zuerst ein Rollenspiel, dann wird ein gemeisamer Text verfaßt, mit dem alle leben können.

Eine der mütterlichen Freundinnen wird auf die “Alzheimer-Station” abgeschoben, die andere erleidet einen Schlaganfall und Boris beginnt schließlich Briefe zu schreiben, in dem er seine Änderung gelobt und sieben Punkte anführt, die er in Zukunft beachten wird, von besser kochen und im Kühlschrank nachzusehen, ob auch genügend Milch da ist, das er Mia immer lieben wird, was ihr das wichtigste ist,  am Schluß kommt er selbst und die Midlife- oder Krise des die des Älterwerdens  ist überstanden und das Leben geht weiter bis in den Tod…

Einen theoretischen Excurs über das Geschlechterverhältnis und, ob Frauen denken können, gibt es auch und das ist es was die “Amazon-Leserinnen” an dem Buch beanstanden, der fortwährende Excurs in die Psychologie-Psychiatrie und die Verwendung der entsprechenden Fachausdrücke.

Mich, die ich ja in der Psychologie zu Hause bin, stört das weniger, als Roman würde ich den “Sommer ohne Männer” trotzdem nicht bezeichnen und eigentlich auch nicht als ein Sommerbuch.

Es ist ein Excurs über das Leben und da,s was einer Frau zwischen fünzig und sechzig so passiert, der Mann betrügt sie vielleicht, die Mütter werden alt und sterben, die Töchter flügge,  die jungen Ehefrauen werden vieleicht auch schon von ihren Männern betrogen oder geschlagen und die Kinder weigern sich zu sprechen oder tun das mit Phantasiefiguren, während es bei den Pubertierenden ADHD Verdacht gibt und die halbe Klasse Ritalin schluckt.

Ja, das Buch spielt in Amerika und wurde von einer amerikanischen Schriftstellerin geschrieben, so kommt der Sex natürlich vor und Dr. Freud.

Daß die Mädchen ihre Binden heutzutage noch in der Klasse verlieren, halte ich eher für anachronistisch, mir ist das, glaube ich, mal passiert, da werden wohl eher falsche Nackfotos und Hasspostings ins Facebook gestellt.

Im Writerstudio habe ich gelernt, daß solche Romane wohl mehr Personal Essays oder literarisch aufbereitete Memoirs sind. Noch etwas kommt bei Siri Hustvedt, der Frau eines berühmten Schriftstellers hinzu. Sie kommuniziert auch mit ihren Leserinnen, spricht sie an, gibt Ratschläge, etcetera. Das Ganze ist auch eher zusammenhanglos in kleinen oder größeren Minitaturen, die manchmal nur ein paar Sätze lang sind, geschrieben.

Zeichnungen gibt es auch und so könnte man sagen, daß ich ein interessantes künstlerisch aufgearbeitetes amerikanisches Buch über das Leben und, das was einer Frau zwischen fünzig und sechzig so passiert und in abgewandelter Form, mein Mann hat mich nicht verlassen und kauft die Milche und die Orangen auch regelmäoig sein, auch mir passierte.

In die Häuser schauen

Ich bekomme ja immer die Programme für die “Wiener Vorlesungen” das sind Veranstaltungen zu fast allen Themen, die meist im Wiener Rathaus von Hubert Christian Ehalt initiiert, stattfinden und gehe nur eher selten hin, weil ich mich ja hauptsächlich für Literatur interessiere.

Für Politik und Zeitgeschichte interessiere ich ich aber auch und im Sommer kommt seit einigen Jahren auch immer eine Einladung zu einer Sommerakademie, die das  “Institut für jüdische Geschichte Österreichs”, das in der ehemaligen Synagoge in St. Pölten beheimatet ist, veranstaltet.

Die hat früher in der “Bawag” stattgefunden und die Eröffnung war meistens in St. Pölten in der Synagoge. Die “Bawag” wurde aber nach dem Skandal verkauft und das schöne Gebäude bei der Tuchlauben gibt es nicht mehr, so findet die Sommerakademie seit zwei Jahren in der neuen WU statt, was sehr praktisch ist, da ich da ja mit dem Alfred essen kann.

Ich war aber nicht immer dort, weil ich manchmal, wenn sie stattfand schon in meiner “Sommerfrische” war oder der “Bachmannpreis” zeitgleich stattgefunden hat.

Heuer durch meinen geänderten Sommerfrischenrhythmus geht es sich aber auch, denn die Veranstaltung zum Thema “Aspekte jüdischen Wohnens vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert” findet von Mittwoch bis Freitag statt.

So machte ich am Dienstag meinen Praxistag und bin  Mittwoch und Donnerstag in die WU gegangen. Den Freitag, wo auch noch Vorträge sind, werde ich aber auslassen, weil meine “Sommerfrische” ja heuer, als ein verlängertes Wochenende von Freitag bis Montag stattfindet.

Unter “Jüdischen Wohnen” da kann man sich vieles vorstellen und ich bin auch mehr an der Zeitgeschichte, als am Mittelalter interessiert, da gebe ich Ruth Aspöck, die ebenfalls teilgenommen hat, recht, aber diesmal war auch die Entwicklung und die Frage, was ein Ghetto ist und wie es zur Gehttobildung gekommen ist, interessant, das wurde in den ersten zwei Vorträgen diskutiert.

Der Erste gab Definitionen, der Zweite erzählte  vom venezianischen Ghetto, das es seit 1516 gibt, also heuer ein Jubiläum hat.

Der Vortragende, Rafael Arnold, aus Rostock zeigte dazu Pläne und lud zu einem diesbezüglichen Symposium, das in Venedig stattfinden wird, ein aber soweit werde ich wahrscheinlich nicht fahren und es wurde nach der Kaffeepause auch zeitgenössischer, ging es da doch  über das Leben und Wohnen im NS-Ghetto.

Das erklärte Christoph Dieckmann anhand der litauischen Ghettos und Ute Fischer erzählte sehr emotional über die Spuren des Ghetto Theresienstadt und damit habe ich mich auch ein bißchen beschäftigt, hat es da ja im Herbst eine Ausstellung über die Musik in Terezin gegeben, dann habe ich mir auch die Interviews mit Benjamin Murmelstein, dem Judenältestens dort angeschaut und diesen Nazi-Propagandafilm habe ich auch gesehen.

Am Schluß des ersten Tages ging es, um die Judenhäuser auf jüdischen Friedhöfen, das waren Samelwohnungen, die es dort gegeben hat.

Ulrich  Knufinke zeigte ein paar  Beispiele aus Leipzig und Berlin und fragte, wie das in Wien gewesen sei, worauf sich eine Dame meldete und erzählte, daß es das am Zentralfriedhof  auch gegeben hat,  sie als Kind dort spielte und sich noch an die Familien erinnern kann.

Am Donnerstag ging es dann wieder kurz ins Mittelalter, beziehungsweise zu den “Judenhäusern”, in Wien befand sich das Judenviertel damals zwischen Judenplatz und Wipplingerstraße und es gab auch Streitereieren zum Beispiel mit dem Stift Klosterneuburg wegen Abflußrohren und dem Abbort.

Im achtzehnten Jahrhundert wurde es dann breiter und eleganter, vor allem die Familien Oppenheimer etcetera hatten ihre Häuser in denen sie mit ihrern Familien und ihren Dienstboten lebten und dann ging es zu den Sammelwohnungen, beziehungsweise  zum “Leben und Überleben in Wien 1938 -1945”, die waren vorwiegend in im ersten, zweiten, dritten, neunten und zwanzigsten Bezirk, als am Donaukanal zu finden, eine berühmte befand sich in der Berggasse 19 und da gab es glaube ich 2003 eine Ausstellung “Freuds verschwundene Nachbarn” und den entsprechenden Katalog, habe ich, glaube ich, auf einem der Büchertürme der “Literatur im März” gefunden.

Dazu gab es in St. Pölten auch ein Schülerprojekt in St. Pölten, wo unter dem Titel “Abgemeldet”, das Schicksal der St. Pöltner jüdischen Familien erforscht wurde. Eine Schülerin und ihre Betreuer berichteten darüber und dann gab es noch ein Zeitzeugengespräch zwischen Großvater und Enkel, nämlich dem 1934 geborenen Psychiater und Psychotherapeut Harry Merl, der seine Kindheit in den verschiedensten Sammelwohnungen verbrachte und davon erzählte, wie er sich selbst das Lesen beibrachte, der “Dr. Dolittle” hat ihn begeistert, mit einem Freund hat er einmal vor der Urania um Geld für eine Kasperlaufführung gebettelt, die energische Mutter hat ihm eine Ohrfeige gegeben, als sie darauf gekommen ist, er hat mit anderen Kindern auch in den Ruinen des Tempels gespielt, dabei seine erste “Geliebte” gefunden, um die er immer noch trauert, weil sie eines Tages nicht mehr gekommen, sondern mit ihrer Familie verschwunden ist.

Als der Spuk vorüber war, ist er dann in die vierte Klasse Volksschule gekommen, danach in die Haupt und ein Jahr später, in die Mittelschule, wie er sagte und, wie das Gymnasium früher hieß. Dort hat er mit Auszeichnung maturiert und gibt heute noch, wie ich ergooglet habe familientherapeutische Seminare.

Sehr beeindruckend  sein Vortrag und dieses Aspekt des jüdischen Leben und Überleben. Am Freitag geht das Seminar noch mit einigen  sicher auch sehr interessanten Vorträgen weiter. Martha Keil die Direktorin des Instituts wird das Schlußwort halten und hat sich für das nächste Jahr sich sicher wieder schon ein interessantes Akademiethema ausgedach