Geistiges Eigentum und Bachmannpreiseröffnung

Der Mittwoch war wieder ein höchst literarischer Tag. Das geht auch in Wien in einer psychologischen Praxis, wo sich Leute von einer Supervision abmelden, die schon vor einem Jahr stattgefunden hat und ich am Vormittag die drei Dienstag Abend geschriebenen Szenen eintippte und am Nachmittag zwischen einer Stunde noch einmal drei Szenen schrieb und das ging gut, hatte ich mir in den letzten Tagen ja soviel von den Literaturkursteilnehmern angeschaut und mir am Vormittag auch noch die Namen der 31 österreichischen Autoren ausgedruckt, die im Juli beim Literaturfestival in Brünn lesen dürfen.
Es sind die Mittleren, nicht die ganz Berühmten, wie z.B. die, die sich jetzt auch in Klagenfurt treffen oder trafen. Andrea Grill, Sabine Gruber, aber auch Peter Henisch, um nur drei zu nennen, die anderen findet man unter www.buecher.at, der Seite des Hauptverbandes des österr. Buchhandels, so daß ich mir einfach denken mußte, jetzt mache ich einen Literaturkurs für mich selbst und schreibe so gut, wie ich nur kann und das ist mir irgendwie auch gelungen und einen neuen Handlungsstrang bzw. Protagonistin, nämlich Felix Baums Mutter Emilie gibt es auch und am Abend bin ich, während man sich in Klagenfurt zum Gartenfest rüstete, in den Republikanischen Club zur Podiumsveranstaltung “Vom Eigentum geistiger Arbeit im Zeitalter elektronischer Reproduzierbarkeit” mit Sandra Csillag, Klaus Nüchtern, Gerhard Ruiss, Max Kossatz, Marietta Böning und Andrea Sodomka unter der Leitung von Doron Rabinovici gegangen. Das war interessant von wegen Google Books und den diesbezüglichen Anstrengungen der Literar Mechana. Die Meinung von Gerhard Ruiss kannte ich ja schon. Klaus Nüchtern hatte dagegen eine etwas andere, will er doch Charly Parker gratis hören. Während Gerhard Ruiss selbst bestimmen will, wo er was veröffentlicht und Sandra Csillag die Bemühungen der Literar Mechana erklärte, stellten sich auch einige Medienkünstler vor. So macht Andrea Sodomka seit einigen Jahren Musik im Internet und wurde von der Literar Mechana deshalb von E auf U hinuntergestuft und Max Kossatz ist ständig online und hat einige Blogs und die Community-Lobbyistin Marietta Böning wußte einiges Interessantes zu erzählen, wurde aber von der starken Selbstdarstellungsgabe von Gerhard Ruiss in den Schatten gestellt.
Ja unter starken Männern hat man es manchmal schwer. So hat mich nach der Diskussion mein Nachbar angesprochen und mich gefragt, ob ich ebenfalls schreibe, sagte ich doch Marietta Böning, die meinte, daß sie bei Google Books nicht zu finden ist, daß das wahrscheinlich nicht stimmt, da ich ja mit meinen Büchern ohne ISBN Nummer auch vertreten bin – ich nickte und zog meine neuen Bücher heraus. Da pirschte sich ein stadtbekannter linker Buchhändler heran, um sie zuerst interessiert anzusehen, dann fragte, ob ich im Eigenverlag publiziere, um mich zu belehren, daß ich das tue, ohne zuzuhören, als ich ihm von den neuen Möglichkeiten des Digitaldrucks erzählen wollte.
Es gab wieder Wasser, Wein und Salzgebäck. Helmut Rizy war da, Katharina Riese, Sabine Gruber, die mich übersah, so daß ich ihr erst zuwinken mußte und Christine Huber, die sehr schön den Unterschied zwischen Buch und Text zu erklären wußte.
Ich habe mich lange mit dem interessierten Techniker unterhalten, bis er mir erklärte, er müsse weg. Ich auch, denn in Klagenfurt gab es ja die Eröffnungsrede von Josef Winkler und die Verlosung der Lesereihenfolge. Die Eröffnungsveranstaltung, die man sich im Internet ansehen kann und inzwischen ist auch die Qualität sehr gut.
Clarissa Stadler ist die neue Moderatorin und hat das sehr charmant gemacht. Zuerst gab es die Eröffnungsreden von bemühten Herren, die schöne Worte zur Literatur machten. Der ORF Landesdirektor lobte die große Chance der Antretenden, die durch die Übersetzung ihres Textes in sieben Sprachen nur gewinnen können. Markus Orths “Zimmermädchen” ist inzwischen in noch mehr Sprachen übersetzt und Wolfgang Lorenz verglich die Lesung mit einem Casting, da verzog der Juryvorsitzende Burkhard Spinnen das Gesicht, aber erst kam Josef Winkler mit dem “Katzensilberkranz in der Henselstraße” an die Reihe und das war eine sehr starke Klagenfurter Rede, die wie Clarissa Stadler meinte, sicherlich noch lang in K. für Gesprächsstoff sorgen wird und die man sich unbedingt anhören oder lesen sollte (www.bachmannpreis.at).
In der Henselstraße 26 verbrachte Ingeborg Bachmann ihre Jugend und hat in der Erzählung “Jugend in einer österreichischen Stadt” darüber geschrieben und dann kam noch ein kleiner Bub vor, der jetzt am Annabichler Friedhof unweit der Bachmann begraben liegt und Josef Winklers Sohn, der sich gegen die Türschwelle der Schule stemmte, weil er Schriftsteller werden wollte.
Und in Klagenfurt saßen die vierzehn Auserwählten, während sich Cornelia Travnicek in ihrem Blog darüber ärgerte, daß sie zu Hause sitzt, während die anderen nach Klagenfurt fuhren und einen Text schreiben möchte, “der den Leuten die Sätze um die Ohren haut, daß ihnen Tage später noch die Wörter im Hirn stecken” und die Jury, die aus vier neuen Mitgliedern besteht, darunter Karin Fleischanderl von der Zeitschrift Kolik und Paul Jandl, der einmal in der alten Schmiede große Schwierigkeiten hatte, sich gegen Robert Menasse durchzusetzen und Burkhard Spinnen, der Juryvorsitzende, entschuldigte sich in seiner Rede, daß es den Juroren sicher wieder nicht gelingen wird, es allen recht zu machen und bei den nicht eingeladenen Autoren, dafür, daß sie zu Hause bleiben müssen und forderte sie auf, trotzdem weiterzuschreiben.
Bei mir und Cornelia Travnicek scheint das geklappt zu haben und bei mir ist nach sechsunddreißig Jahren erfolglosem Schreiben auch der Frust verschwunden, so daß ich mir höchstwahrscheinlich in den nächsten Tagen, dank der Segnungen des Internets ein sehr erfülltes Bachmann Kolloquium geben kann.

Literarisches vom Wochenende

Und das war nicht besonders viel, sind wir ja Samstag Nachmittag nach einem kurzen Zwischenstopp im regennassen Garten nach Carnuntum zu Alfreds Wandergruppe hinausgefahren, die inzwischen in der Donau paddeln war und ich habe Otto Lambauer wirklich die Bücher “Das Haus” und “Die Radiosonate”, sowie im vierten oder fünften Anlauf die Volksstimmeanthologie überbracht und mit ihm beim Abendessen ein bißchen über Literatur diskutiert.
Er macht jetzt eher auf Art Brut und Tagungen zur Behindertenfrage, liest aber auch Josef Winkler und der hält bei den heurigen Tagen zur deutschsprachigen Literatur die Eröffnungsrede.
Dann haben wir ein bißchen darüber gerätselt, wie weit es Cornelia Travnicek gelingen wird, in den Literaturhimmel hinaufzusteigen und Otto hat erzählt, daß er im Mai Andrea Stift getroffen hat.
Alfreds ehemaliger Lehrer Peter Sladky wird im Jänner siebzig und da soll es ein großes Fest geben, bei dem jeder beitragen soll, was er kann.
Stanzln für die Gitarrenbegleitung in etwa “Zehn kleine Wanderwöchler” zu dem dann alle singen, werde ich nicht verfassen, das kann Gunther Maier besser und hat es schon getan, aber die Wandergruppe hat mich tatsächlich zu einigen sehr schönen Szenen inspiriert, so das Kapitel “Die Führung” in der “Reise nach Odessa” beispielsweise, wo der aus dem Priesterseminar von St. S. hinausgeflogene Kasimierz die Lehrergruppe in Stift Admont oder Kremsmünster beobachtet, die sich über die Erzählungen der Führerin über die Apostel Paul und Petrus ärgern und dann das Kapitel “Hochschwabblick” im “Haus”, wo es um die Verarbeitung der “Berg Heil!”-Gipfel-Begrüßung geht, die mich immer ein wenig irritiert.
Dieses Kapitel kann ich beim Geburtstagsfest lesen, habe ich versprochen und am Sonntag sind wir den Hundsheimer Berg hinaufgewandert, wo mir Ingrid Posch erzählte, daß ihre Tochter inzwischen in Südamerika ist, also die nächste Buch-Wien nicht mehr organisert.
Das wars dann schon, denn Per Olov Enquists “Sekundant” habe ich zwar mitgenommen, aber nicht darin gelesen und als wir nach einem Rundgang im Museum von Carnuntum wieder zurückgefahren sind, habe ich mich gefragt, was soll ich nur im Literaturgeflüster schreiben?
Denn das will ich regelmäßig in etwa jeden zweiten Tag, aber es fehlte das Material und die Bloggerszene, die ich dann besuchte, bot auch nicht viel Anregung, so ist ja auch Anni Bürkl seit Anfang des Monats irgendwie verschwunden und literarische Programme habe ich erst am Mittwoch und Donnerstag vor.
Zum Glück gibt es die “Tage der deutschsprachigen Literatur” und die kommen jetzt allmählich näher, bzw. haben sie gestern mit der Vergabe des “Translatio” – Staatspreis für Übersetzer in Klagenfurt an Doreen Daume, die die “Zimtläden” übersetzte und Jurko Prochasko, der Joseph Roth in die Ukraine, der dort lang verboten war, bringt, begonnen und den berühmten Literaturkurs mit den neun Auserwählten gibt es auch.
Am Mittwoch geht es los, da stellen zuerst die Literaturkurs-Teilnehmer ihre Texte im Musilhaus vor, dann hält Josef Winkler seine Eröffnungsrede und die Lesereihenfolge wird ausgelost.
Am Donnerstag beginnen die Lesungen und die Diskussionen im ORF-Theater in Klagenfurt, die man sich per Internet live oder auch danach geben kann, was ich sehr intensiv vorhabe.
Denn es ist ja interessant, so hautnah am Geschehen der Literatur zu sein, wenn ich auch daneben stehe und so habe ich mir gestern den Terminplan ausgedruckt und mir die Videoportraits der vierzehn Glücklichen angeschaut.
Wie schon beschrieben, zwei kenne ich davon, nämlich Linda Stift und Andrea Winkler, beiden räume ich Gewinnchancen ein, vor allem Linda Stift ist ja, glaube ich, sehr begabt und hat vielleicht auch das überzeugende Charisma, aber ob eine österreichische Autorin den Hauptpreis gewinnen wird?
Das wäre ein Novum und sonst hatte ich beim Ansehen der Portraits keine Idee, wer nun der oder die Preisträgerin werden wird?
Einige der Portraits sind durchaus originell, so z.B. das von Philipp Weiss, ein für mich bis dato unbekannter Österreicher, der seine zweieinhalb Minuten mit Musikbegleitung das Gesicht verzog oder das, der mir ebenfalls unbekannten Christiane Neudecker, die das Ganze, was, wie ich mir sagen ließ, nie gut ankommt, mit Ironie betrieb, nämlich das ORF-Theater als Ringkampf darstellte und dann gibt es noch Katharina Born, die Tochter des deutschen Dichters Nicolas, die von einem als Kind erlebten Brand erzählt, bei dem Peter Handke löschen half und einen Schweizer Arzt, der zuerst seine Patienten untersuchte und dann mit einem schnittigen schwarzen Auto in sein geistiges Refugium nach Montagnola fuhr, wo Hermann Hesse, Bert Brecht und Kurt Kläber lebten, sowie ein pfiffig dreinschauender Berliner mit Obdachlosenerfahrung, der vielleicht einer der Favoriten ist?
Ich bin gespannt, werde mir den Ringkampf sicher geben und auch davon berichten.
Und wer sich die Portraits vorher anschauen will, unter www.bachmannpreis.at. sind sie zu sehen.

Nachträge und Kleindetails

Gestern ist Alfred aus Cinqueterre zurückgekommen und Anna hatte ihre Diplomfeier zur Sozialbetreuerin bzw. Behindertenpädagogin.
Und ich habe nun in etwa die Handlungsstruktur der Sophie Hunger festgelegt und nach dem Schreibmarathon von letzter Woche diese ein wenig weitergeschrieben. Dafür habe ich endlich “Lärchenau” fertiggelesen, da habe ich fast ein Monat dazu gebraucht und danach wie geplant ein Mail an Kerstin Hensel nach Berlin geschickt und prompt am nächsten Morgen Antwort von ihr bekommen, die gestern in Bielefeld gelesen hat.
Berlin ist ja eine interessante Stadt, Cornelia Travnicek hat dort vorige Woche ihre Literaturagentur besucht, Anna fährt im Sommer hin, um ihre Freundinnen zu besuchen und Valerie Oswald ist gerade mit Felix Baum dorthin gekommen und in Sonja Paterno hineingelaufen, ihren Hubert findet sie aber wieder nicht, dafür aber, als sie für ihre Kinder Sachen sammeln will, einen Messie-Kongreß.
Andrea Stift hat auch gemailt, “Novembernebel” gelesen und sehr lieb gemeint, sie hätte wenige Fehler gefunden, fein, dafür gibt es aber in der “Radiosonate” leider einen gravierenden, wie mir prompt aufgefallen ist, als ich die Bücher aus den Kartons nahm, bei dem Korrekturexemplar habe ich zwar auf der Rückseite einen Fehler gefunden, das Impressum aber leider nicht angeschaut und dort fehlt die Angabe der Druckerei, denn die haben wir herausgenommen, als wir den Text zu “Kitab” schickten und in der Hektik zwischen den Italienreisen darauf vergessen. Solange du keine ISBN Nummer hast, ist das egal, hat Ruth Aspöck getröstet, soll aber trotzdem nicht mehr passieren.
Das Herausnehmen war aber wichtig, denn in dem Gratisexemplar vom “Novembernebel” steht ja “Novum”, nun ja, sonst bin ich eigentlich genau, das habe ich Andrea Stift geschrieben, aber vielleicht auch ein bißchen hektisch oder legasthen.
Lillyberry hat mir zum dritten Mal versichert, daß Maeve Binchys “Die Straße ins Glück”, ganz bestimmt doch noch kommt oder schon auf dem Weg zu mir ist, wieder fein, denn jetzt kommt der Sommer und da gabs bei Lillyberry eine sogenannte Blogparade zum sommerlichen Leseverhalten. Ich tus, habe ich herausgefunden im Sommer nicht weniger oder mehr als im Winter, nur andere Bücher, denn in Harland habe ich auch meine SUBs und da gibts üblicherweise bei Thalia in der Kremsergasse Anfang Juli einen Ein-Euro-Abverkauf, dem ich nie widerstehen kann.
Wenn wir aber im Juli wieder in die hohe Tatra Wandern fahren, schaue ich nach, ob ich slowakische Autoren unter meinen SUBs finde, die ich mitnehmen kann.
Und, daß die Ein-Euro-Bücherkiste bei der “Buchlandung” sehr Interessantes bieten kann, habe ich vor ein paar Tagen herausgefunden, als ich mir wieder Elke Heidenreichs “Buch der Woche” anhörte. Denn dieses ist diesmal Anne Michaels “Wintergewölbe” und wird als ein ganz besonderer Leckerbissen gepriesen und da habe ich ja im Februar, glaube ich, wars, Anne Michaels “Fluchtstücke” gefunden und gelesen, weil ich aber damals noch im Quizfieber steckte, habe ich ein wenig ungeduldig darübergelesen und Geduld scheint man auch bei “Wintergewölbe” zu brauchen, zumindestens spricht Elke Heidenreich davon, daß Anne Michaels sich sehr langsam in Handlung und Spannung hineintastet und das tue ich vielleicht auch, beim Rohentwurf der “Sophie Hunger” auf jeden Fall.
Gelesen habe ich jetzt auch wieder ein bißchen, nämlich Peter Pessls Kriminal “Der Brief mit der Aufschrift”, ein sehr kurzer Text aus der Experimentellenszene mit sehr schönen Zeichnungen von Ilse Kilic, eine Produktion des fröhlichen Wohnzimmers, und Claudio Magris hat den Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommen, der in Frankfurt während der Buchmesse vergeben wird und weiß es, wie vor ein paar Tagen im Kurier stand, noch immer nicht, weil er Handylos auf Urlaub war. Inzwischen wird er es es wohl wissen, ansonsten Literaturgeflüster lesen, das ja bald Geburtstag hat, die Germanistikveranstaltung, die am Mittwoch Sibylle Lewitscharoff in die alte Schmiede einlud, hat sich auch mit Blogs und Internettagebüchern beschäftigt und die sind ja wirklich interessante Geheimtips.
Leider hat Otto Lambauer im März den seinen eingestellt und ihn werde ich jetzt vielleicht sehen und sein “Haus”-Belegexemplar übergeben können, denn am Wochenende gehts nach Hainburg und Carnuntum zum Treffen mit Alfreds Wandergruppe und da bekommt er auch die “Radiosonate”, denn er hat das Literaturgeflüster in seinen Anfangsphasen ja sehr angefeuert.
In diesem Sinne erneuere ich zum letzten Mal den Aufruf zu ein paar Geburtstagsstatements und Frau Heidegger, wenn Sie mir Ihre Adresse schreiben, bekommen Sie auch ein Buch, denn Sie haben ja immer sehr interessante Fragen gestellt, dasselbe gilt für alle anderen, die Kommentare geschrieben haben und ein neues Buch von mir wollen, bitte melden, dann schicke ich es.

Lärchenau

Die Zeit ist ein sonderbar Ding, die Uhren stehen still, das märkische Dörfchen heißt Lärchenau, das Wirtshaus “Zum Ochsen” und der “Rosenkavalier” spielt eine wichtige Rolle im Leben der “Nur Hausfrau” Adele Konarske, die das Kind des “Fiehrors” ist, der sich aber letztendlich nur als Dorftrottel erweist.
Eine Provinzgroteske als Brennspiegel der deutschen Geschichte, steht auf dem Umschlagtext. So kann man also auch den Roman zur Wende schreiben, die deutsch-deutsche Geschichte als Arztroman der letzten sechzig Jahre, aber eigentlich beginnt es schon im dritten Reich.
Da spielt der gute Arzt Rochus Lingott seinen Patientinnen Bach, Mozart, Beethoven, Schönberg und Swing zur Erbauung und versteckt das Hitlerbild hinter dem Abbild eines Wasserschierlichs und Schwester Rosie, die Tochter des Milchmanns, die von ihrem Vater mißbraucht wird, bekommt bei Wagnerklängen ein Kind von ihm, nämlich Gunther Konarske, der später Nobelpreisträger werden will.
Während “Prinzessin” Adele aus dem vogtländischen Dorf Katzgrün ihren Vater zuerst für Wilhelm Pieck hält, da sie ja in einer DDR-Schule zum real existierenden Sozialismus erzogen wird und nach dem Tod der Liese Möbius, die sich mit ihrer Zwillingsschwester Lotte zerstreitet, ein Heimkind wird, in diesem jede Form von Gewalt erlebt, die in dem Roman von Kerstin Hensel wahrscheinlich das einzig Realistische ist, bevor sie vom zum LPG Vorsitzenden gewordenen Bauer Eden nach Lärchenau geholt wird und sich in den Medizinstudenten Gunther Konarske verliebt.
Der nennt sie Mauseprinzessin und will, wie erwähnt, Nobelpreisträger werden, experimentiert deshalb schon seit Kindertagen mit Spritzen und Ampullen und gilt als Wunderheiler.
Während er sich in der Kreisstadt zum Professor hinaufarbeitet, bleibt Adele auch in der DDR zu Hause, liest Westzeitungen, hat die besten Westdelikatessen, während sich die DDR-Bauersfrauen über das ehemalige Heimkind mokieren und ihr die Sonderbehandlung heimzuzahlen versuchen.
Dann gibt es noch den Mennichensee mit dem Ungeheuer, in den Rosie Konarske nach Ende des Krieges ihren Vater trieb und Jahre später die Mennichenbande, deren Mitglied auch der übergewichtige Konarske-Sohn Timm, ist, der statt zu studieren, Fleischhauer geworden ist, seine Experimente treibt.
Es gibt den Stasi-Spitzel Hanswerner Giersch und während Gunther Konarske in Amerika Kongresse besucht und bei Adele, die sich mit Musik und Alkohol zu trösten weiß, der Fernseher eingeht, passiert die Wende und ab da entgleitet das Ganze total.
Zuerst kommt aber Graf Gutfried nach Lärchenau zurück, bezieht mit seiner Gräfin das alte Schloß und beginnt das Dorf zu schikanieren, Gunther Konarske ist längst Professor und spritzt Adele Ampullen zur Verjüngung, nachdem es mit der Trüffelschweingewinnung nicht so klappt, die schließlich im Kinderkleidchen das Haus verläßt, während nicht er, sondern der Kollege den Nobelpreis bekommt.
Die Zeit ist ein sonderbar Ding, denn alles ändert sich, das tausendjährige Reich zu vierzig Jahre DDR und kommt schließlich zur europäischen Union. Nur die Menschen sind gewaltsam, korrupt, machtbesessen und dumm geblieben.
Was das mit dem Rosenkavalier zu tun hat, der ja seine Dekadenz in Wien und unter der Herrschaft Maria Theresias erlebte, weiß ich nicht, spielt aber auch bei Uwe Tellkamp eine Rolle und am Schluß gibt die 1961 in Karl Marx Stadt geborene, am Literatur-Institut Leipzig ausgebildete und in Berlin lebende Autorin Kerstin Hensel noch den Warnhinweis, daß alles frei erfunden ist.
Wers glaubt wird selig und hat vielleicht trotzdem zwanzig Jahre nach der Wende ein Stück Geschichte gelernt, obwohl das Buch schon 2008 erschienen ist.
Ich habe es, obwohl es mich manchmal ein wenig ratlos machte, begierig gelesen, kenne ich ja die Autorin persönlich und habe sie, 1990 und 1992 in der Linienstraße, die auch in dem Roman eine Rolle spielt, besucht, sie aber aus den Augen verloren. So daß das bei fix poetry gewonnene Buch, das ich schon vor einem Jahr bei “Morawa” in Händen gehabt habe, ein Anlaß sein könnte, wieder in Kontakt zu kommen.

Bloomsday und Apostoloff

Gestern war wieder der 16. Juni, der Tag an dem James Joyces “Ulysses” spielt und seine Fangemeinde spielt verrückt, trinkt Bier, bzw. veranstaltet Lesemarathone.
In Wien nur gelegentlich, so hat vor ein paar Jahren das Lesetheater den ganzen Tag an verschiedenen Orten aus dem Roman gelesen. Ich war, wie ich mich erinnern kann, am Donaukanal und im WUK dabei, dazwischen habe ich mit Margot Koller telefoniert und meine Diagnostik gemacht.
Den Roman selbst habe auch ich nicht gelesen, ich wollte zwar, weil ihn Patrik Kames dem Alfred schenkte, so ist er lange im Harlander Badezimmer herumgelegen, als ich aber so weit war, zu beginnen, ist die Anna gekommen und hat ihn mitgenommen.
Pech, da aber mein SUB sehr groß und das Schreiben ohnehin das Wichtigste, ist das nicht so schlimm und als ich voriges Jahr nach Feldkirch gefahren bin, um meine Frauenlesung dort abzuhalten, habe ich am Bahnhof eine Inschrifttafel gefunden, daß der Meister hier einmal angekommen ist und gestern hat sich Wien live mit seinem Chef Helmut Schneider der Sache angenommen und ab neunzehn Uhr im Cafe Korb Anzeigenaquisiteure, aber auch Prominente, wie Otto Brusatti aus dem Roman lesen lassen und das Beste, es gab eine Live stream Übertragung aus dem Internet, im Ö1 am Morgen einen Leporello, der darauf hinwies und Otto Brusatti hat sich im Pasticcio auch darauf bezogen.
Ich konnte also meine Stunden machen und da ich mich nicht unbedingt zur “Ulysses” Fangemeinde zähle, bin ich nachher mit “Lärchenau” in die Badewanne gestiegen und als ich mit dem zweiten Teil fertig war, habe ich mir den Rest der Lesung gegeben und berichte davon, damit das Literaturgeflüster nicht zu unvollständig ist und heute war ich in der alten Schmiede, denn da gabs unter dem Titel “Literatur studieren und erleben” eine gemeinsame Veranstaltungsreihe mit dem Institut für Germanistik und da wurde die Preisträgerin des Leipziger Buchpreis 09 Sibylle Lewitscharoff eingeladen und las aus ihrem preisgekrönten Roman “Apostoloff” und da die Vorlesungen im Institut für Germanistik offenbar früher anfangen, begann es schon um siebzehn Uhr. Ich hatte Glück, daß ich vorige Woche bei der Bolius Veranstaltung daraufkam und noch keine Stunden eingetragen hatte, so daß ich pünktlich war.
Viele junge Menschen im Publikum, aber auch Mechthild Podzeit-Lütjen, weil, wie Kurt Neumann sagte, auch das literarisch interessierte Publikum wissen soll, was auf der Universität passiert.
Und das war interessant, der Roman von der Ich-Erzählerin, die hinten im Auto sitzt, vorne ihre fiktive Schwester und der Chauffeur Apostoloff und den erhängten Vater nach Bulgarien überführt und dabei monologartig ihre Gefühle außert.
Sibylle Lewitscharoff meinte, sie brauchte die fiktive Schwester als Puffer der Aggressionen der Ich-Erzählerin und erzählte von ihrem Vater, der in der Stuttgarter bulgarischen Gemeinde, wie alle anderen Exil-Bulgaren, sofort eine blonde Schwäbin heiratete und sich mit zweiundvierzig Jahren erhängte, das war der bulgarische Geheimdienst oder die Mutter vermuteten die bulgarischen Verwandten und es kommt noch eine schäbische Großmutter beim Spätzlekochen und ein besonderer Schuhkasten vor.
Das Buch heißt “Apostoloff” und nicht “Die Asche meines Vaters”, weil Lewitscharoff Romane, meistens Namen als Titel haben, wie beispielsweise “Montgomery”, den ich gelesen habe.
Die Ähnlichkeit mit der “Asche meiner Schwester” ist mir auch aufgefallen, denn da fährt ja die Schwester mit einem Hund und einem Psychologen nach Marokko, um die Asche auszustreuen, hier geht es um die Überführung des Sarges, obwohl ich das nicht ganz verstanden habe, weil der Vater ja offenbar früher gestorben ist, mich das aber nicht zu fragen traute.
Es ging auch um “Holzfällen” und um Thomas Bernhard in der Diskussion und über die Frage, worüber Schriftsteller schreiben dürfen oder nicht, wenn sie gut sein wollen. Über die Eltern ja, über Freunde und Geschwister nicht, meinte Sibylle Lewitscharoff, das habe ich auch nicht ganz verstanden, es war aber sehr beeindruckend, wie geheimnisvoll und spannend die Autorin gelesen hat, die auch meinte, daß man das Tragische spannend beschreiben muß.
Das wars, ich bin dann gleich gegangen, ohne Mechthild Podzeit Lütjen mein neues Buch zu zeigen, ich hatte nur “Das Haus” in der Tasche, weil ich vorher in Baumgarten bei einem Supervisions-Vorgespräch war und jetzt gehe ich in die Badewanne, um “Lärchenau” fertigzulesen.

Jeannie Ebner und Monika Bargmann

Im Institut für Wissenschaft und Kunst in der Berggasse finden die tollsten Vorträge, Buchpräsentationen und Seminare im meist kleinen bis sehr kleinen Rahmen statt.
Im Mai gab es die Buchpräsention “Gina Kaus -Schriftstellerin und Öffentlichkeit”, vor einem Jahr stellte Raimund Bahr seine Nachlaßarbeitspläne zu Erika Danneberg vor und heute gab es in der Reihe “Frauennetzwerke in Wissenschaft und Kunst” für die Susanne Blumesberger verantwortlich ist, Monika Bargmanns Vortrag zu “Jeannie Ebner als Mentorin österreichischer Schiftstellerinnen nach 1945”, das war, nachdem ich vor allem in ihren letzten Lebensjahren einige sehr beeindruckende Begegnungen mit der Dichterin hatte und auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog vor einem Jahr gestoßen bin, natürlich interessant, so daß ich hingegangen bin, obwohl ein Befund zu schreiben war und das Epsylon noch nicht eingetragen und ich bin ein paar Minuten nach halb sieben in den Vortragssaal gekommen, wo die Referentin und die Moderatiorin, sowie Evelyn Adunka und noch ein Paar gesessen sind.
Ein totaler Luxus im Vergleich zu gestern in der Wotruba-Kirche, wo der ORF die Prominenten interviewte, während sich dafür kaum jemand interessierte, obwohl das Institut für Wissenschaft und Kunst regelmäßig die Progammhefte versendet und der Eintritt gratis war.
Ich kenne Jeannie Ebner wahrscheinlich aus den Siebzigerjahren, als ich angefangen habe, mich mit Literatur zu beschäftigen und ich habe einem meiner frühen Texte auch ein Zitat von ihr vorangestellt.
“Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!”
Ich glaube, das ist aus der “Wildnis früher Sommer”, das ich in den Siebzigerjahren gelesen habe und habe ihr, glaube ich, auch einmal etwas geschickt. Persönlich kennengelernt habe ich sie viel später, in der Gesellschaft für Literatur, da stand sie schon etwas hilflos herum, erzählte jedem, daß sie nur mehr Kartoffelpürree essen könne und sich vor dem Mittersteig fürchte, bei dem Frauenspaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger haben wir sie auf einer Bank sitzen gesehen, da hat sie uns auch gleich viel erzählt und Paul Wimmer hat sie bis vor ihrem Tod vor fünf Jahren betreut.
So weit meine Begegnungen mit der Dichterin, als ich “Holzfällen” gelesen habe, hatte ich keine Ahnung von den Anspielungen, die habe ich, glaube ich, erst durch die Dissertation der Frau Millner begriffen. Ich habe eben nicht Germanistik studiert, sondern bin Autodidaktin und vor mehr als einem Jahr bin ich beim Surfen, da habe ich auch angefangen, mich richtig mit dem Internet zu beschäftigen, auf Monika Bargmanns Jeannie Ebner Blog gekommen, den ich seither verfolge und auf die Bibliothekarin gestoßen, die ihre Diplomarbeit über die Dichterin schrieb, aber durch den Tod von Wendelin Schmid-Dengler das Thema gewechselt hat.
Jetzt schreibt sie über Science Fiction oder so und hält darüber morgen auch einen Vortrag im Rahmen der Bezirksfestwochen in der Wien Bibliothek, da kann ich aber nicht hingehen, weil ich Stunden habe, bin aber auch kein so besonderer Science Fiction Fan.
Monika Bargmann ist sicher eine Blog-Pionierin und führt einige und heute habe ich sie persönlich kennengelernt.
Es ist zwar von den Frauennetzwerken bald zu den Männer übergegangen. Hatte Jeannie Ebner ein Verhältnis zu Thomas Bernhard? Sie hat es in ihren Briefen bestritten, aber Alois Vogel oder war es Alois Eder hätte das einmal in einem “Tag für Tag” so gesagt. Und dann kamen noch so brisante Klatschgerüchte, wie hatte sie Verbindung zu Nazi-Dichtern oder gar zum CIA in ihren Briefen zur Sprache.
Jeannie Ebner hat jedenfalls die Frauen sehr gefördert und war der Meinung, daß sie viel solidarischer als Männer miteinander umgehen.
Da muß ich widersprechen, ich habe mit den Frauengruppen, die ich kenne, eher negativere Erfahrungen gemacht und mich stärker ignoriert als von Männern gefühlt, die haben mich eher einmal irgendwohin eingeladen, bei Frauen habe ich das Konkurrenzdenken stärker empfunden, aber bei Jeannie Ebner war das anders und Monika Bargmann, die den Nachlaß ordnete, hat viele Dankschreiben gefunden und auch den Briefwechsel mit Hilde Spiel zitiert.
Da fallen mir natürlich die drei Förderer der Fünfziger und Sechzigerjahre ein, Hans Weigel auf der einen, Hermann Hakel auf der anderen Seite und Rudolf Felmayer dazwischen. Aber es gab natürlich auch die Erika Danneberg und die hat Monika Bargmann ebenfalls erwähnt. Es war also ein interessanter Abend, wo ich sehr viel lernte oder Vorhandenes auffrischte.
Jetzt muß ich nur schauen, daß ich mit dem Kerstin Hensel Buch weiterkomme, damit ich es endlich rezensieren kann und meinen SUB Beitrag zu Ernesto Cardenal habe ich inzwischen auch gefunden und zwar ist das ein Sammelband mit Gedichten aus Nicaragua, den ich wahrscheinlich von einem der Büchertürme der Literatur im März mitgenommen und nicht gelesen habe, jetzt könnte ich das beispielsweise tun.

Begegnung mit Ernesto Cardenal

Ab Donnerstag bin ich zu Hause geblieben und habe an der Sophie Hunger geschrieben. Es ist ganz gut gegangen, Donnerstag und Freitag Szenen, gestern habe ich das Ganze wieder durchkorrigiert und heute bin ich zu meiner Schulfreundin Edith Brocza hinausspaziert, denn in gewisser Weise hat sie mich ja zur “Radiosonate” angeregt.
Sie wohnt in einem kleinen Haus in Mauer mit Buchgeschäft, das Ende 2007 schloß und die Bücher, die bei den Flohmärkten nicht wegegangen sind, hat ihr der Buchhändler in Schachteln in den Hausflur gestellt, so daß sie mich Anfang Jänner anrief und sagte, ich soll mit Plastiksackerln kommen und mir nehmen was will.
Ich wollte natürlich viel und habe davon noch viele SUBs in meinen Regalen, das heißt Stapel ungelesener Bücher, wie ich von diversen Bibliomania-Seiten weiß, die ich am Wochenende entdeckte, die um dagegen anzukämpfen eigene Bücher-Fastenaktionen veranstalten und die “Radiosonate” beginnt damit, daß Elsa Eisenstein, als sie von ihrer verpatzten Silvesterparty nach Hause kommt, in ihrem Hausflur über drei Bananenschachteln mit Büchern stolpert, die zur freien Entnahme aufliegen, weil die Buchhandlung Wurmser geschlossen wurde.
Dafür habe ich ihr ein Belegexemplar versprochen und sie hat mir, als ich sie Dienstag Abend deshalb anrief, gefragt, Ernesto Cardenal ist am Sonntag in der Wotruba-Kirche, interessiert dich das?
Wow, Ernesto Cardenal ist ja eine Legende, die einem seit den Studententagen verfolgt, Revolutionär, Priester, Kulturminister, Dichter, Held Nicaraguas.
Ich habe zwar, was mich ein wenig wundert, keine SUBs von ihm, aber die Erika Danneberg, auf deren Archiv ich gestern zufällig stieß, verehrte ihn und für Ruth Aspöck, sowie für andere aus der Volksstimmeszene ist er sicher auch ein Idol.
Und der kommt nach Wien und liest in der Wotruba-Kirche und ich weiß nichts davon? Inzwischen habe ich im Programm der österreichischen Gesellschschaft für Literatur gesehen, daß die eine Busfahrt dorthin organisierten.
Die Edith mailte mir am Freitag, daß die Kirche als Eintritt eine freie Spende von zwanzig Euro verlangt und daß an Ernesto Cardenal der GlOBArt Arward verliehen wird, damit wäre es für mich erledigt gewesen, aber die treue Seele schrieb dazu, ich lade dich ein.
So bin ich also mit drei Büchern nach Mauer hinausmarschiert, die Edith will eine “Radiosonate” dem ehemaligen Buchhändler schenken, damit er sich freut, leider die Menschenbilder mit der Anna Jeller versäumt, die Wotruba-Kirche aber war ganz voll und ich traf auch einige bekannte Gesichter, zum Beispiel den Sascha Manowicz und die Edith stellte mir auch unsere Naturgeschichtelehrerin vor, die zur Pfarrgemeinde gehört, es waren aber auch die literarisch und politisch Interessierten da, die Frau Bundesminister hat begrüßt, vor uns ist Peter Simonischek mit seinem Sohn Dominik gesessen, der mit Adolf Holl und Freda Meissner Blau, die Grußbotschaften gesprochen hat.
Sehr viel Prominenz und auch entsprechend viele Kamerateams, die die Prominenten interviewten.
Prälat Joachim Angerer, der die Laudatio hielt, hat vom heiligen Ernesto gesprochen und dieser ließ den Übersetzer ausrichten, daß das übertrieben ist.
Es gab ein Konzert und eine Lesung der neunzehnhundertsechzig erschienenen Psalmen mit deutscher Übersetzung und nachher Brot und Wein und schönes Wetter vor der Kirche, die ja auch eine Sehenswürdigkeit ist.
Ich habe die Frau Minister angesprochen und mich erkundigt, wie die Ernst-Jandl Preisverleihung war?, sie war aber leider nicht dort, weil in Venedig …
Und ich bin wieder zurückmarschiert und hoffe, daß etwas Inspiration für die Sophie Hunger hängen geblieben ist. Vielleicht finde ich noch ein paar SUBs mit den Gedichten, zumindest in Anthologien müßte etwas enthalten sein und wenn nicht, dann ist das Erika Danneberg-Archiv, das Raimund Bahr, ihr Nachlaßverwalter unter dem Titel “Bruchstücke” anlegt, auch sehr interessant.

Jandl-Preis und Schreibklausur

Vom 12. bis zum 14. Juni wird bei den Lyriktagen in Neuberg an der Mürz, der Ernst Jandl Preis, der 2001 in Gedenken an Ernst Jandl, der 2000 verstorben ist, vom Bundesministerium für Unterricht und Kunst gestiftet wurde, an den experimentellen Dichter Ferdinand Schmatz vergeben, der, 1953 geboren wurde und seit 2007 Tutor beim Literaturkurs Klagenfurt ist.
Den Jandl Preis bekommen experimentelle Lyriker. Jörg Drews, Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayröcker und Klaus Reichert sind heuer in der Jury.
Preisträger waren Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul Wühr, und ich weiß davon, weil das Bundesministerium früher ein großes und ein kleines Programmheftchen aussandte. Jetzt wurde eingespart, wer fährt von Wien aus schon nach Neuberg an der Mürz, wenn er nicht die Spesen ersetzt bekommt?
Das Programm habe ich aber in der alten Schmiede gefunden und war auch zweimal dort, heuer nicht, weil Alfred ja in Italien und ich keine Autofahrerin.
Als 2003 Felix Philipp Ingold der Preisträger war, war ich in der GAV Neuaufnahme Jury und habe mir die meist ebenfalls experimentellen Texte durchgesehen und da hat Benedikt Lebedur eingereicht und der hat auch die Laudatio gehalten.
2005 war Michael Donhauser an der Reihe und ich bin mit Alfred und seinem Freund Karl an Mürzzuschlag vorbeigefahren, weil wir das Wochenende wandern wollten, aber leider hat es am Samstag geregnet, so daß Karl zurückfahren wollte und da habe ich gesagt, ich will einen Zwischenstop.
Das gab ein Problem, weil der Karl nicht wollte, so ist er mit dem Zug zurückgefahren und wir haben im Bahnhof von Neuberg an der Mürz eine schöne Lesung mit dem Wolfram Berger gehört, dessen Sohn mit Nazis raus Parolen auf der Jean wahrscheinlich neben der Großmutter im Publikum gesessen ist.
Erika Kronabitter war da, die mich damals zu den Text- und Kritiktagen nach Vorarlberg eingeladen hat und mir von einem tollen Gespräch mit Staatssekretär Morak vorgeschwärmt hat und 2007 sind wir von Harland am Samstag hingefahren und das war toll.
Einen Teil der Lesungen gehört, von da kenne ich Stephan Schmitzer, im Hof des Münsters gabs Wein und Brote und am Bahnhof von Neuberg an der Mürz, der ein tolles Gebäude ist, bin ich neben der Frau Minister gesessen, die sich zur Preisverleihung im Festsaal umgezogen hat und nach der Preisverleihung an Paul Wühr sind wir nach Harland zurückgefahren, so daß sich der Aufwand in Grenzen hielt.
Heuer geht das nicht, meine liebe Freundin Edith Brocza hat mir aber für Sonntag schon ein Ersatzprogramm mit Ernesto Cardenal in der Wotruba Kirche geschickt.
Und dieses verlängerte Wochende habe ich ohnehin vor, mich in Schreibklausur zu begeben, um an “Sophies Krisenwelt” weiterzuarbeiten und das habe ich gestern auch schon sehr intensiv getan.
Etwa siebzig Seiten und fünfundvierzig Szenen gibt es schon und ich bin diesbezüglich etwas ambivalent.
Einerseits ist es gut gegangen, drei oder vier Szenen habe ich gestern geschrieben, es gibt drei Handlungsstränge, die Sophie mit Karl Lakner und Franka Stein, der Postbeamte Felix Baum, der mit Valerie Oswald auf Reisen geht und dann noch Hertha Werner mit den Kindern.
Das habe ich jetzt insofern abgeändert, daß ich die Sophie Hunger Szenen reduziere. Die Valerie Oswald Geschichte und die Reise bis nach Budapest ist schon ziemlich klar, das bietet auch das Grundgerüst, zu Hertha Werner habe ich jetzt eine kurdische Sozialarbeiterin zum Hausbesuch geschickt, das ist das Originelle und einen Messie Therapeuten an der SFU wird es auch geben.
Bei der Sophie Hunger ist noch vieles unklar und da gab es auch die meisten Veränderungen. Passiert das jetzt in ihrem Kopf oder real am Donaukanal? Wird sie durch das Literaturquiz süchtig oder findet sie neue Freunde? Das wird so sein und der Karl Lakner ist kein Gespenst und die Franka Stein keine Vampirin und der Nachrichtenhintergrund mit dem Nachrichtensprecher HUAE tritt in den Hintergrund.
Ich schreibe wieder recht flüssig, mit ein paar Szenen im Voraus, die sich langsam weiterentwickeln.
Zufrieden bin ich nicht, denn der Zensor im Kopf, das ist nicht neu, das hatte ich schon, was wird Christa Nebenführ dazu sagen?, ja vorhanden und den bekomme ich auch nicht weg, wenn ich daran denke, daß jetzt auch schon die Schreibwerkstätten zum “Mut zur Lücke” raten.
Ganz klar, daß man für den ersten Entwurf nicht den Nobelpreis bekommt, wie Jacqueline Nagel oder Vellguth, wie sie sich jetzt nennt, von Schriftsteller-werden.de, in ihrem Artikel schreibt. Nur bei mir ist das nicht so. Denn da habe ich immer gehört, das ist nicht gut, jeder Satz muß stimmen und das wird sich nie ändern, da kannst du machen was du willst! Und solche Hammer bekomme ich nicht so leicht heraus, obwohl ich sie für Unsinn halte. Denn es ist ja so. Da stehen zwanzig Bücher in meinem Regal und werden nicht wahrgenommen, so daß ich denke, es geht schon wieder nicht, das ist zu flach, zu naiv oder was auch immer.
Und das mit dem Ausgeschrieben trifft natürlich auch zu. Was ist die Alternative? Aufhören? Ja natürlich, aber dann fehlt ein wichtiger Teil in meinem Leben und daher tue ich es nicht, weil es ja auch ein psychologischer Blödsinn wäre. Aber sehr lustig ist der Gedanke, du kannst machen, was du willst, du hast keine Chance, natürlich nicht und das ist schon eine alte Diskussion.
Das habe ich schon in den Siebzigerjahren meinem alten Freund Rudolf Blazejewsky geschrieben und der hat mich, Pfarrer vom Beruf, getröstet, daß nur wichtig ist, daß es mir Freude macht und nicht, was die anderen sagen.
Da habe ich empört zurückgeschrieben, daß das zuwenig ist. Ich will schon Erfolg, denn der Handke und die Jelinek, die damalig Großen, bekommen ihn ja auch. Was er wieder nicht verstanden hat. Und ich ertappe mich jetzt oft dabei, daß ich wie er denke und dann zucke ich zusammen, denn das ist es nicht! Das ist so mein Dilemma.
Und wenn die Sophie Hunger vielleicht nicht mein originellstes Werk werden sollte, weiß ich warum und vielleicht wird es auch noch. Es ist ja erst der Rohentwurf, vielleicht kommt die Inspiration, wenn ich z.B. am Sonntag zur Wotruba-Kirche gehe, um Edith Brocza ihre Belegexemplare zu bringen.

Buchaussendung und Romane vom Nationalsozialismus

Heute wollte ich eigentlich mit der Anna essen gehen, dann ist aber Ruth Aspöck gekommen, weil ich ihr noch ein Buch wegen meiner Geburtstagslesung geben wollte und sie die damals aktuellen schon hatte.
Sie hat mir auch ein Buch mitgebracht, nämlich “Selbstportrait” aus der fröhlichen Wohnzimmeredition, wo sich die fröhliche Wohnzimmergemeinde, Freunde und Prominente in dreißig Portraits jeweils mit Text und Bild vorstellen.
Am Nachmittag habe ich meine doppelte Buchaussendung gemacht.
An sich ja leider eine völlig sinnlose Aktion, wenn ich da am Schreibtisch sitze, mit Herzblut schöne Briefe verfasse, die Bücher in Kuverts fülle, auf das Postamt trage und meistens nicht einmal eine Antwort kommt.
So gesehen könnte ich die zweiundzwanzig Euro Porto gleich aus dem Fenster werfen, der Caritas spenden, etc, andererseits die Nationalbibliothek verlangt ein Belegxemplar und verzeichnet die Bücher auch in einen Katalog, der bis nach Leipzig und zu Google kommt, Helmut Schönauer hat sich wieder für Rezensionen angeboten und der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur schicke ich die Bücher eigentlich auch ganz gern und Evelyne Polt-Heinzl antwortet mir auch.
Ansonsten habe ich mich wieder für Lesungen, Rezensionen und eine Sendung im ORF angemeldet und auf das Literaturgeflüster hingewiesen.
Früher habe ich meine Texte sehr oft an Verlage und Literaturzeitschriften herumgeschickt und mich für Preise und Stipendien beworben. Das tue ich jetzt kaum mehr. Dafür habe ich meine Bücher, meine Lesungen und natürlich das Literaturgeflüster.
Am Abend gab es in der alten Schmiede wieder Textvorstellungen zum Thema Nationalsozialismus mit diesmal nur zwei Lesungen, nämlich Uwe Bolius “Hitler von Innen” und Otto Licha “Geiger” moderiert von Renate Zuniga.
Ich bin wegen Uwe Bolius hingegangen, den ich schon lange kenne, erstens wohnt er in der Nähe und hat 1989 auch Kerstin Hensel eingeladen, da haben wir uns dann in seiner Wohnung am Margaretenplatz getroffen. Dann war er auch in der GAV, ist von dort wegen der Rushdie-Geschichte aber ausgetreten.
Ich habe mit ihm bei dieser Halbpreisveranstaltung – Schreibwerkplatz in einer sehr leeren alten Schmiede in der Energiewoche im Februar 2004 um siebzehn Uhr gemeinsam gelesen, ich aus der Globalisierungsnovelle, er aus dem Book on Demand “heinrich, hanna, gert”, deshalb habe ich ihn dann eingeladen, als ich 2005, die Veranstaltung “Selbstgemacht, die Literatur neben dem Literaturbetrieb”, im Literaturhaus machte, die Zusammenarbeit war etwas schwierig, weil Uwe Bolius unbedingt wollte, daß ich die Bremer Bod Autorin Hella Streicher einlade.
Er ist aber sicher ein interessanter Mann und hat sich mit der Liebesgeschichte Hitlers zu seiner Nichte Geli Raubal auch ein schwieriges Thema ausgesucht, nämlich den Versuch Hitler als Mensch gerecht zu werden und aus realen Personen eine Fiktion zu machen.
Den zweiten Autor kannte ich nicht, da ging es auch um reale Personen, nämlich um den jüdischen Geigenlehrer, der nach Tanger flüchten konnte, während seine Eltern dem Holocaust zum Opfer fielen. Otto Licha schreibt die Geschichte von der Figur des Vaters aus, der, weil ihm auf der Flucht die Finger abgefroren sind, den Sohn zum Geigenspielen drängt, der darüber in die Psychiatrie kommt oder wie Renate Zuniga in ihrer Einleitung sagte, wie das so ist, wenn Geschichte nicht aufgearbeitet wird, die Neurosen wuchern weiter.
Es war ein beklemmender Abend mit dem Versuch schwierige Fragen zu beantworten, die man wahrscheinlich gar nicht beantworten kann.
Es war sehr voll in der alten Schmiede und die Diskussion interessant, wenn die Beklemmung auch spürbar war.
Frau Bolius hat die Diskussion beendet, indem sie auf die schönen Cover des Limubs-Verlags, die meistens oder immer Häuser zeigen, hinwies.
Erika Kronabitter hat ihre Bücher auch dort, ihr altes und ihr neues, das, wie das von Manfred Chobot, der neben mir gesessen ist, im Herbst erscheinen wird.
Es war ein interessanter Abend und jetzt kann ich mich, da morgen ein Feiertag ist und ich, da Alfred in Italien ist, nicht nach Neuberg an der Mürz zum Ernst Jandl Preis fahren kann, für den Rest der Woche in Schreibklausur begeben.

Die neuen Bücher

Die neuen Bücher

Die neuen Bücher

Schon sind sie da, die neuen Bücher, die mich 2008 und die erste Hälfte von 2009 stark beschäftigt haben.
Der Roman “Die Radiosonate oder das einsame Jahr” und die Erzählung “Das Haus”. Die “Radiosonate” ist mein bis jetzt dickstes Buch. Das kann ich also auch. Ich bin ja eine eher barocke Schreiberin, die von Monsterwerken a la “Turm” träumt und dann immer unzufrieden ist, wenn die Idee für den Jahrhundertroman irgendwann versandet. Aber Kritiker aufgepasst, die Radiosonate hat 328 Seiten und Leser des Literaturgeflüsters konnten die Entstehung hautnah miterleben.
Beim “Haus” jedenfalls von der Idee im Zelt bis zum schon nicht mehr vorhandenen Korrekturexemplar.
Die “Radiosonate” war im Rohkonzept fast fertig, als ich im Juli 2008 mit dem Blog begonnen habe und dann hieß es korrigieren, korrigieren.
Es ist also ein schönes Werkergebnis, das ich kurz vor dem Geburtstag meinen Lesern präsentieren kann.
Beide Bücher sind bei digitaldruck.at erschienen. Da gab es bei der “Radiosonate” einen, wie ich zugegeben muß, halbherzigen Versuch, es vielleicht doch noch einmal mit einem “richtigen” Verlag zu versuchen.
Die anderen schaffen es auch, warum geht es bei mir nicht?
Das Ergebnis hat mich überzeugt, daß es so bleiben wird.
Eva Jancak erscheint im Digitaldruckverfahren und nicht im Eigenverlag.
Weil ich die Semmeln, die ich beim Bäcker kaufe, zwar bezahle, aber wenn ich mir das Mehl, das ich für die, die selber backe, in der Getreidemühle male, trotzdem keine Bäckereibesitzerin bin.
Ich kann mich wiederholen, ich bin stolz darauf und die Trauben, das glaube ich, auch sehr ehrlich, nicht nicht mehr allzusauer und wenn sie es trotzdem sind, dann schmecken saure Trauben gut, denn von allzu Süßem bekommt man Diabetes!
Wenn man es genauer wissen will, muß man sich die Bücher anschauen und sie lesen. Auf meiner Homepage www.jancak.at gibt es Leseproben, da kann man sie auch bestellen und ich wiederhole meinen Aufruf für das “Ein Jahr Literaturgeflüster – Geburtstagsfest”.
Wer mir bis zum ersten Juli seine Meinung zum “Literaturgeflüster” schreibt, kann sich eines der beiden Bücher aussuchen und gratis probelesen. Er braucht das Buch auch nicht zurückgeben oder weiterschicken.
Dasselbe gilt für Rezensionen. Wer mir eine Rezension auf seinem Blog oder sonstwo schreiben will, kann sich bei mir melden.
Ich bin sehr stolz, es sind sehr schöne Bücher und ich habe am Wochenende wieder eine Diskussion über das Verlagfinden oder nicht finden, “Braucht man einen oder tut es das Internet oder das BoD auch?” im literaturcafe.de gelesen.
Die ist zwar schon zwei zwei Jahre alt, aber trotzdem interessant, denn da spießen sich die Meinungen. Obwohl man gar nicht glauben sollte, wie kompliziert das Ganze ist. Denn eigentlich ist es ja einfach. Es gibt immer weniger Leute, die lesen und immer mehr, die schreiben. Dann gibt es die Bestseller wie Harry Potter, die Fantasy- und Kriminalromane und die vielen unverlangten Manuskripte, die täglich von Verlag zu Verlag geschickt werden. Obwohl Suhrkamp oder Aufbau von den Tausend eingesandten in sechs Jahren, vielleicht zwei verlegen. Dann gibt es die sogenannten Zuschußverlage, die ihr Geschäft mit der angeblichen Eitelkeit der Autoren, an die ich nicht glaube, machen und ein paar tausend Euro für tausend Bücher, die wahrscheinlich nie gedruckt und sicher nicht verkauft werden, verlangen und die Häme der Autoren, für die, die da hereinfallen.
Es ist meiner Meinung nach auch nicht notwendig. Denn seit es den Digitaldruck gibt, kann ich mir sehr schnell und auch sehr billig meine fünfzig bis hundert Stück oder soviel ich brauche, drucken lassen und immer zwei davon in die Tasche stecken und mich selbst promoten.
Es spießt sich aber leider trotzdem, denn jetzt schreien die Kollegen auf.
Im Internet kann man die Diskussion verfolgen, daß man dann nie mehr einen richtigen Verlag findet und auf ewig völlig weg vom Fenster des Literaturbetriebs ist.
Und das muß nicht sein, denke ich. Denn entscheidend ist ja, was in den Büchern steht. Und ich kenne die Geschichten mit den Kleinverlagen und die Klagen meiner Autorenkollegen, daß es damit nicht klappt, weil die Verleger so furchtbar sind!
Da denke ich, ich mache es selber und kann es haben, wie ich es will.
Nur will ich natürlich schon wahrgenommen werden, selbstverständlich und auch lesen und hätte gerne eine Rezension.
Die habe ich auch, denn es gibt ja Ausnahmen und auch die Textvorstellungen in der alten Schmiede, die da ein wenig offener ist, während es an anderen Orten tatsächlich zum Verzweifeln ist.
Z.B. Christa Nebenführ aber auch meine Schwierigkeiten mit dem Literaturhaus sind wahrscheinlich dadurch begründet und dann habe ich keine ISBN Nummer, ich weiß.
Aber ich weiß auch, daß ich mir die kaufen könnte und selbst darauf verzichte, weil ich mit trotzig hoch erhobenen Kopf denke, dann mach ich es lieber ganz allein, was meine Kollegen schon gar nicht zu verstehen scheinen.
Denn da habe ich schon Bemerkungen erlebt, wie “Da ist mein Ruf zerstört, wenn ich mit jemanden, der im Eigenverlag verlegt, in der gleichen Zeitschrift abgebildet bin!”
Nur zufällig hat die Kollegin ihr Buch auch bei DigiBuch/ Melzer machen lassen, aber einen Verlagsnamen daraufgeschrieben.
So ist das und ich kenne mehrere Beispiele, die das belegen.
Ich habe aber jetzt zwei neue schöne Bücher, neunzehn “selbstgemachte”, sowie die “Hierachien”, die mir Jack Unterweger machte und dann die beiden Fachbücher übers Stottern, die im Fischer Taschenbuchverlag bzw. bei Orac erschienen sind.
Eine eigene Buchpräsentationen wird es wahrscheinlich nicht geben, es sei denn, es lädt mich jemand dazu ein.
Aber ich habe die “Radiosonate” bei meinem Geburtstagsfest vorgestellt, am Volksstimmefest daraus gelesen und aus dem “Haus” bei meiner Frauenlesung im Amerlinghaus und beim Tag der Freiheit des Wortes ein Stückchen aus dem Kapitel “Die roten Schuhe”.
“Ich wünsche dir mit neuen Büchern viel Erfolg!”, hat mir Dietmar Füssl gestern geschrieben. Danke ich kann es brauchen!