Die Geschichte in den Geschichten

Montag Abend war es wieder schwer, denn auf beinahe jedem literarischen Ort gab es eine hochkarätige Veranstaltung und ich hatte mich zu entscheiden.
In der alten Schmiede las Paul Nizon, der schon im Jänner lesen hätte sollen und in der Hauptbücherei gab es einen Leserinnenzirkel zum Thema Sommerlektüre und da gehe ich gerne hin und als das Thema “Wende” war konnte ich nicht. Dann waren im Amerlinghaus wieder die von Richard Weihs, Michaela Opferkuh und Franz Hütterer veranstalteten “Wilden Worte” und da hatte ich mir vorgenommen, hinzugehen und wenigstens im zweiten Teil meine neuen Bücher vorzustellen, aber da gibt es ja nur die Korrekturexemplare und im Literaturhaus gab es Montag und Dienstag Ditha Brickwells Werkstattgespräche und das ist zumindestens Teil zwei, denn bei Teil eins habe ich mich beworben, ich glaube mit “Wilder Rosenwuchs”, denn die Geschichten zum Literaturbetrieb sind ja ein Thema über das ich gerne diskutiere.
Es wurde nichts daraus, aber letzten Februar mailte mich Ditha Brickwell, die in Berlin lebt, an, lud mich ins Cafe Hummel auf eine heiße Schokolade ein, kaufte mir “Und Trotzdem” ab und schien vom “Novembernebel” begeistert, so daß ich glaubte, sie lädt mich ein, aber leider, leider diesmal nur historische Romane aus den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts und da habe ich zwar natürlich etwas, nämlich “Das Haus”, die Geschichte von hundert Jahren Steinhof, aber leider nur das Korrekturexemplar und das auch nicht mehr, denn das habe ich in der Hoffnung, daß morgen meine Bücher kommen, Ditha Brickwell verkauft und eine Chance für Teil drei, wenn da nicht zufällig utopische Romane das Thema sind.
Ich hatte alle Veranstaltungen im Kalender angestrichen und bin ins Literaturhaus gegangen. Denn historischen Romane sind ja interessant und ich wollte auch Ditha Brickwell und Silvia Bartl von meinen neuen Büchern erzählen, am Dienstag kann ich nicht, denn da ist unser Kassenjourfix.
Also Montag mit dem “Haus”- Exemplar losmarschiert und es war auch intensiv. Zuerst hat Inge Rowhani-Ennemoser ihren bei Mandelbaum erschienen Roman “Nachrichten vom Verlust der Welt – Spuren einer Familie” vorgestellt, den kannte ich aber schon und zwar wurde das Buch am Tage der Nobelpreisverkündung 2002, beim Gewerkschaftstreff in der Strudelhofgasse, den es damals noch gab, vogestellt. Dann kam ein Buch an die Reihe, das noch nicht erschienen ist, nämlich Wolfgang Fritz “Die Geschichte von Hans und Hedy. Chronik zweier Hinrichtungen”, das im Herbst bei Milena erscheinen soll.
Den Juristen und Mitarbeiter in der Finanzverwaltung habe ich nicht gekannt und daß der Milena Verlag, der ja als Frauenverlag von Elfriede Haslehner mitbegründet wurde, inzwischen, wie dem Programm zu entnehmen ist, fast nur Männer verlegt, finde ich schade, so beklemmend die Geschichte von dem proletarischen Ehepaar, das in der Erwerbslosensiedlung Leopoldau Hasen züchtete und leider einen Abziehapparat von widerständischen Kommunisten in ihrem Häuschen stehen hatte, was ihnen 1941 das Leben kostete, auch war.
Wie auch Inge Rowhani-Ennemosers Familiengeschichte, die wenn ich mich nicht irre, auch an der Begründung des Frauenverlags 1978 oder 1979 mitbeteiligt war, sehr spannend ist, die Geschichte mit dem Koffer alter Briefe ihrer Mutter, die sowohl mit einem jüdischen Postbeamten in der Herklotzgasse, als auch mit einem Wehrmachts-Soldaten der in Stalingrad gefallen ist, verheiratet war und ihre Tochter Lotte mit einem Kindertransport nach Schweden schickte, was die ihr nie verziehen hat.
Vorher habe ich Michael Baiculesco von dem um einen Euro gekauften in der Buchlandung gekauften “Germano”-Buch erzählt, was ihn sehr erstaunte und Silvia Bartl “Das Haus” gezeigt und erzählt, daß es zum Thema passt.
“Natürlich, natürlich”, hat sie etwas gepresst geantwortet.
Natürlich nicht, es ist aber so und Herr Blaha vom Augustin hat mir viel von Psychiatrie bzw. Antipsychiatrie erzählt.
Ernst Kölz war da und hat mir berichtet, daß er nicht mehr komponiert. Und nach der Pause kam György Dalos mit seinem Buch “Jugendstil” an die Reihe, bei dem die Leute lachten.
Da ging es um sehr viel Amnesie während einer Straßenbahnfahrt durch Wien, in der die ehemalige Geliebte auftaucht und der Held, der in den Westen gegangen ist, um ein angesehener Wissenschaftler zu werden, kann sich partout nicht mehr an die Kovacs, Nemeths etc. mit denen er zu Schule ging, erinnern.
Dann gab es eine Diskussion um den Ungarnaufstand 1956, bei dem György Dalos dreizehn war und bedauerte, daß es keine Romane dazu gäbe und zeigte gleich eine mögliche Handlung dazu auf.
Er hat ein Sachbuch darüber geschrieben und ich kenne zumindestens Ivan Ivanji “Ein ungarischer Herbst”, das bei Picus erschienen ist und habe zuerst Ditha Brickwell, dann György Dalos darauf angesprochen, der das Buch zwar kannte, aber meinte, das wäre eine Biographie, ein Roman ist etwas anderes.
Ich glaube aber Ivan Ivanji versteht das Buch als solchen und die Gattungsbezeichnung “Roman” ist auch am Umschlag angegeben.
Nachher gab es Brot und Wein, Weintrauben und Tomaten und sehr viel Informationsmaterial und es war ein sehr interessantes Werkstattgespräch über das Thema Schreiben, obwohl ich darüber ja schon etwas weiß.
Und Richard Weihs und Franz Hütterer werde ich, wenn sie erschienen sind, jeweils eines meiner neuen Bücher, in der Hoffnung vielleicht im Herbst als Gast eingeladen zu werden, zu schicken und da, die Hoffnung, wie ich immer höre, zuletzt stirbt, habe ich vielleicht eine Chance.

Sophie Hungers Krisenwelt

Wieder ein aktueller Schreibbericht, weil ich im Literaturgeflüster auch Auskünfte über meine Schreibfortschritte geben will. Erstens ist das eine gute Dokumentation, zweitens freue ich mich immer über die Schreibberichte der anderen. Deshalb finde ich Cornelia Travniceks Blog so interessant, weil man da hautnah am literarischen Geschehen mitnaschen kann.
Anni Bürkl führt ein literarisches Tagebuch, und wenn mir andere Autoren, in diesem Falle sind es Frauen, auf meine Frage, was sie gerade schreiben, antworten, darüber spreche ich nicht, hat mich das immer sehr geärgert. Glauben sie, ich schreibe es ihnen etwa weg? Das geht gar nicht, bin ich mir sicher, auch wenn ich über mein aktuelles Schreiben schreibe, müssen der oder die, die es nachahmen wollen, selber kreativ werden und da kommt am Ende etwas anderes heraus.
Über die “Haus” Entstehung habe ich Anfangs des Jahres schon viel geschrieben und für mich war das sehr interessant. Die Dokumentation des großen Romans, der eine knappe Erzählung wurde, die in ein paar Tagen geliefert wird.
Und das Schreiben ist da sehr schnell vor sich gegangen und ein bißchen anders, als das, was ich sonst so schreibe. Ich war in ein paar Monaten fertig und habe mich dann leer und ausgebrannt gefühlt.
Manische Schreibprozesse kenne ich auch, sie sind bei mir zwar selten. Bei dem Jugendbuch “Lore und Lena”, das 1993 entstanden ist, hat mich das Manuskript aber total berauscht und habe es bis aufs Klo mitgenommen und bei der Radfahrt mit dem Alfred und den Francs um den Neusiedlersee die Gruppe ein paar Mal verloren, weil ich so darauf konzentriert war. Das Buch ist zum Teil auch im Autobus, als ich mit dem akademischen Reisedienst vier Tage nach Lemberg und Krakau gefahren bin, entstanden und das ist die Parallelle zur Sophie Hunger, wo ich sehr aktiv in Italien war, fünf Szenen in Bozen, zwölf auf der Sizilienreise geschrieben habe. Dann habe ich mit dem Schreiben aufgehört, weil ich es zuerst eintippen und durchlesen mußte und das ist jetzt getan. Gestern bin ich fertiggeworden. Derzeit gibts im Rohkonzept dreiundfünfzig Seiten und fünfunddreißig Szenen, wobei ich Szene vierunddreißig noch schreiben muß. Anfang März war ich völlig ausgeschrieben. Ich habe zwar gleich wieder angefangen, irgendetwas treibt mich dazu, ich bin ja eine besessen Schreibende, habe aber nicht recht gewußt, was.
So klar wie beim “Haus”, das ich auf dem Campingplatz von Tatranska Lomnica und auf einigen Bergtouren konziperte und dann ein halbes Jahr liegenließ, bis ich es in ein paar Wochen heruntergeschrieben habe, war es nicht.
Die Idee, daß ich über die Wirtschaftskrise schreiben will, ist zwar bald gekommen und ich trage auch ein paar Themen in mir, die ich immer wieder anschreibe, aber noch offen sind.
Ein bißchen habe ich mich in den Literaturquiz geflüchtet und ein paar Wochen vor Ostern bei einem Recherchegang ein paar Handlungspunkte festgelegt. Der Name Sophie Hunger ist mir auf der Fahrt nach Leipzig eingefallen, als ich vom Spaziergang nach Hause gekommen bin, habe ich eine ältere Frau mit zwei kleinen Mädchen gesehen, das war das Vorbild für die Hertha Werner, die sich um ihre Enkeltöchter kümmert, weil die Mutter ein Messie ist, die von ihrem Mann verlassen wurde.
Meine psychotherapeutischen Fallerfahrungen spielen natürlich auch eine Rolle, das ist sicher eine Ressource, die ich noch nicht gesehen habe, als mich in den späten Achtzigerjahren Friedl Jary für Radio Österreich International in einem Interview darauf ansprach. Und der Postpool interessiert mich natürlich auch. Das ist ja ein Wahnsinn, wie da mit Menschen umgegangen wird.
Da hatte ich dann schon drei Handlungsstränge. Sophie Hunger wird als freiberufliche Lektorin freigesetzt, so einen Handlungsbeginn gibt es schon bei der “Begrenzten Frau”. Aber man schreibt immer denselben Roman, ein Leben lang, das ist das Motto zur “Die Zusteigerin oder die Reise nach Odessa”. Dann kam von meinen Literaturquizorgien der Einfall mich mit Vampiren oder anderen Fantasyfiguren zu beschäftigen. Die Idee eine Sucht zu beschreiben, ist auch interessant, davon bin ich aber abgekommen. Die Arbeiterbibliothek der Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts, die ich von meinem Vater erbte, habe ich auch schon beschrieben. Dann kam das Brunngraber Buch und inzwischen begibt sich die arbeitslose Sophie von ihrem selbstgewählten Winterschlaf auf den Donaukanal und knüpft eine Freundschaft zu dem alten Mann, der sich Karl Lakner nennt und aus meiner Wunschvampirin ist die Friedhofsrednerin Franka Stein geworden.
Dann gibt es die Seitenstränge, den ausrangierten Postbeamten Felix Baum, der wenig Erfahrungen mit Frauen hat und bei seiner Mutter wohnt, Valerie aber auf ihrer Suche nach Hubert begleitet. Die Idee habe ich von der letzten Reise mitgenommen, den Namen Oswald habe ich gewählt, weil ich in Bozen den Oswaldweg gegangen bin.
Das ist es, alles noch ein wenig vage, die Schneeflockenmethode, die Jackeline Nagel auf ihren schriftstellerwerden.de so propagiert, funktioniert bei mir nicht wirklich. Ich bin eher eine spontane, aber auch schnelle Schreiberin. Die mit einer Idee beginnt, die ich in mein Notizbuch aufschreibe und sich Szene für Szene vorwärtstastet, aber immer nur vier oder fünf im Voraus, so daß sich alles noch verändern kann und das passiert bei diesem Text besonders stark.
Daß ich einen Handlungsfaden brauche, habe ich schon geschrieben. Beim Wiener Stadtroman war es der Tag, zerlegt im Viertelstundenrhythmus, bei der “Radiosonate” das einsame Jahr. Hier könnte es Valeries Suche nach Hubert sein, als sie in Budapest angekommen ist, ruft ihre Mutter an und sagt, Hubert kommt zu dir zurück und sie antwortet “Danke schön!”
Wie es mit der Großmutter und Sophie Hunger weitergeht, weiß ich noch nicht so ganz. Vor allem bei den Karl Lakner Szenen hänge ich noch ziemlich in der Luft und muß meine Kreativität spielen lassen.
Was mir in Italien auf jeden Fall gelungen ist, abgesehen von der Titelfindung, vorher ist es unter “Wirtschaftsroman” gelaufen, ist, daß ich wieder ein bißchen Lust an der Sache bekommen habe. Vorher war ja das Burnout. Anni Bürkl, aber auch Jacqueline Nagel haben das in ihren Blogs beschrieben. Vorsicht bei den Szenen, die langweilen. Während ich mir jetzt vorstellen kann, das Ganze im Sinne des Nanowrimowritings mit ein bißchen Freude und Neugier kommen zu lassen. Trotz anderer Meinungen, bin ich inzwischen schon ein bißchen selbstbewußt und denke, daß ich schreiben kann und ich schreibe ja sehr viel und auch die Tatsache, daß ich jetzt schon fast ein Jahr beinahe täglich einen literarischen Artikel fabriziere, ist sicherlich sehr hilfreich.
Ich merke ja an meinen Mails oder Befunden, daß mir das leichter, als meinen nicht schreibenden Kollegen fällt und es gibt auch die Meinung, alle zehntausend Seiten kommt ein Qualitätsvorwärtssprung.
Also auf eine neue spannende Arbeit, bei der ich die immer noch vorhandenen Zensoren im Kopf, weiter loswerden will und mir, was sicher wichtig ist, Zeit lasse, die Figuren und die Handlung kommen zu lassen und nicht vorschnell abzubrechen.
Alfred ist heute wieder für zwei Wochen mit seinem Freund Karl nach Italien gefahren, da kann ich mich neben meiner psychotherapeutischen Praxis in eine Schreibklausur begeben und da ich das Geschriebene jetzt auch immer ausdrucken und durchlesen kann, bin ich an der Weiterarbeit nicht behindert.

Stadtflanerie

Umherschweifen im Grätzel des Buches. Die Wiederholung der viel beachteten März-Flanerie des Aktionsradius im Monat der Langsamkeit habe ich eigentlich versäumen wollen. Habe ich ja noch viel einzutippen und dann meldet sich das schlechte Gewissen. Ich bin ja eine fleißige Schreiberin, manche nennen es besessen. Aber der angekündigte Spaziergang von der legendären Buchhandlung Brigitte Salanda, bei der Otto Lambauer seine Bücher kauft, zum Mandelbaum-Verlag und dann noch zu der Bibliothek von unten mit der größten österreichischen Auswahl an anarchistischer Literatur lockte natürlich und passte auch zu der gestrigen Veranstaltung.
Also habe ich, als meine Stunden gemacht und die begonnene Szene fertig geschrieben war, Otto Lambauer gemailt, ob er Interesse hat und bin mit dem Stadtplan losgezogen.
Denn ich war noch nie in der legendären a.Punkt – Buchhandlung. Die Buchhandlung Jeller kenne ich, dort gehe ich oft vorbei, meine Bücher tausche ich aber bevorzugt, bekomme sie geschenkt oder ziehe sie höchstens aus der Ein-Euro-Kiste, aber die Buchhandlung der Buchhändlerin, bei der die Achtundsechziger ihre Bücher kauften, ist sicher interessant.
Ich habe die Fischerstiege leicht gefunden, vor der Buchhandlung saß schon Martina Handler, die die Führung organisierte und erzählte von zwei Damen, die auch kommen würden und, daß die Buchhandlung ausfallen würde, weil Frau Salanda leider keine Zeit hat. Aber sie würde einem sicher was erzählen, wenn man sie in ihrem Geschäft aufsucht, stattdessen gehen wir ins Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes in der Wipplingerstraße.
Sie erzählte dann, es waren noch zwei Männer dazugekommen, eine der beiden Damen war die Margaretner Mundartdichterin Roswitha Miller, ein bißchen was über Brigitte Hermann, die ihre Kunden speziell betreut und genau weiß, was sie ihnen empfehlen kann, wenn sie das Geschäft betreten, das erzählt auch Otto Lambauer, daß er nur liest, was ihm seine Buchhändlerin empfiehlt.
Ich habe mich der Gruppe vorgestellt und meine Bücher hergezeigt. “Und trotzdem” und das Musterexemplar vom “Haus”.
Dann sind wir in die Wipplingerstraße marschiert, konnten uns ein paar Gratisbücher aussuchen, erhielten einen tollen Vortrag über die Aufgaben des Dokumentationsarchiv und seine Buchproduktion und durften uns kurz in der Dauerausstellung umsehen, die ich schon gekannt habe, weil sie gerade eröffnet wurde, als ich für den “Stadtroman” recherchierte und einmal wurde dort ein Buch der Kramer Gesellschaft vorgestellt. Dann gings ein Stückchen die Wipplingerstraße hinunter, das Haus in dem der Mandelbaumverlag untergebracht ist, war mir auch bekannt. Denn erstens war da ja die Brücke-Druckerei, wo die Akin gedruckt wurde und dort war einmal ein Auge-Fest am ersten Mai und dort, wo heute die “Bibliothek von unten” ist, war 2003 ein Kulturtreff den Martin Auer machte und dort gab es einen Open Mike, bei dem ich einmal mit Christa Urbanek gelesen habe.
Beim Mandelbaum Verlag war ich noch nicht, der hätte nur einmal fast die “Wiener Verhältnisse” verlegt, zumindest hat mir das Ruth Aspöck so angedeutet. Es ist aber nichts daraus geworden und Michael Baiculescu, der Verleger, sagte uns auch, daß er nur am Rande Literatur verlegt, da die unbekannten Autoren nicht gelesen werden, während er die bekannten nicht bezahlen kann. Er verlegt also spezielle Kochbücher, bestimmte Reiseführer, besondere Hörbücher und Kataloge für das jüdische Museum. Ich habe aber ein paar literarische Bücher des Mandelbaum-Verlags, nämlich das von Charles Ofoedu “Morgengrauen”, Stefan Pollatscheks “Dr. Ascher und seine Väter”, das mir einmal Konstantin Kaiser zum Geburtstag schenkte und Traude Verans Buch über den jüdischen Friedhof in der Rossau ist auch bei Mandelbaum erschienen. Susanna Germanos Roman einer Kindheit habe ich einmal bei der “Buchlandung” um einen Euro gekauft, darüber gab es eine angeregte Diskussion, wir lernten die Praktikantin kennen und stiegen in den Keller. Da gibt es nämlich die “Bibliothek von unten” und das “Archiv der sozialen Bewegungen” und da wird auf hundertvierzig Laufmetern alles gesammelt, was links aber nicht parteipolitisch ist.
Sehr interessant, denn ich bin daraufgekommen, daß ich in Harland auch so ein Archiv habe, da ich von den Volksstimmefesten vor 1989 alle DDR Broschüren, die dort auflagen, nach Hause schleppte und gesammelt habe. Und die sind zwar nicht wertvoll, aber nicht mehr zu bekommen und Martina Handler interessierte sich auch dafür, denn da will der Aktionsradius einmal einen Schwerpunkt setzen. Es war also die ideale Ergänzung und eine weitere Variante des literarischen Wiens.
Jetzt habe ich zwei neue Bücher, nämlich “Österreicher und der zweite Weltkrieg” aus dem Jahr 1989 und eines über den Zeitzeugen Fritz Bock, die ich mir demnächst in der Badewanne anschauen werde.

Veranstaltungsdilemma

Gestern bin ich nicht ins Literaturhaus gegangen, sondern habe die ersten drei Szenen in den Laptop eingetippt. Vorher habe ich meine Musterbücher durchgesehen und beim Umschlagtext der “Radiosonate” prompt einen Fehler gefunden. Es war ein wenig hektisch, als wir es abgeschickt haben, das Manuskript ist ein Monat herumgelegen, dann haben wir noch nach einem Tip von Anni Bürkl das Titelbild geändert.
Heute wollte ich in die alte Schmiede zur Präsentation der Enzyklopädie des Wiener Wissens “Von Alpha bis Zirkular” – Literarische Runden und Vereine in Wien von Alexandra Millner, habe aber gestern bei den Mails eine Einladung zum “Wien live”-Cocktail “EU u. Wien” – Hannes Swoboda im Gespräch mit Otto Brusatti gefunden und umdisponiert.
Von 18 – 20 Uhr im Kunsthallen-Cafe am Karlsplatz, bis zwanzig vor hatte ich eine Stunde und noch rasch die Fragen einer Schülerin, die eine Projektarbeit über die Behandlungsmethoden bei unipolaren Depressionen schreibt, beantwortet und bin ein bißchen zu spät gekommen.
Es war aber noch ziemlich leer. So habe ich mir ein Glas Wein geholt, Hannes Swobodas Broschüre “Kein Ende der Geschichte” durchgeblättert und hörte ihn zu einer Dame sagen, daß er froh sei, daß der Wahlkampf in ein paar Tagen beendet ist und hinter mir zitierte einer spöttisch “Abendland in Christenhand”, als ich mich umdrehte, war es Otto Brusatti.
Ich habe nur einen Teil der Diskussion gehört und auf ein mögliches Buffet verzichtet, die alte Schmiede lockte und meine Meinung zur EU habe ich schon 1994 oder 1995 abgegeben.
In der Schönlaterngasse war es ebenfalls sehr leer. Später tauchten aber Evelyne Polt- Heinzl, Daniela Strigl und Markus Köhle auf.
Nils Jensen habe ich schon vorher die Hand gegeben und ein bißchen mit Alexandra Millner gesprochen, die war ja Praktikantin in der Rahlgasse, hat die Anna unterrichtet und mich zu einer Lesung in die Schule eingeladen. Da habe ich mich gewundert, daß es ihr gelungen ist, das Honorar über das Schulservice zu organisieren, später habe ich sie bei dieser Wespennest Festveranstaltung getroffen und herausgefunden, daß sie viel im literarischen Leben organisiert. Sie hat dann einen Sohn bekommen, ich habe sie eine Zeitlang nicht gesehen, jetzt scheint sie wieder aktiv im literarischen Leben zu sein.
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Hubert Christian Ehalt seine Enzyklopädie vor, es gibt schon fünf Bände über Männer, Krisen, Jugendkultur etc und jetzt die literarischen Vereinigungen von 1900 – 2000 und die hat Alexandra Millner schön zusammengefaßt.
Es begann mit den literarischen Salons von Berta Zuckerkandl und ging zur Kaffeehausliteratur über.
Nach dem Krieg gab es Hans Weigel und Hermann Hakel, die die jungen Frauen förderten und die Wiener Gruppe im Strohkoffer etc.
1971 war ein wichtiges Jahr für die österreichische Literatur, der Arbeitskreis der Literaturproduzenten wurde gegründet, Wilhelm Szabo engagierte sich für den Literaturkreis Podium und die IG Autoren entstanden, 1973 wurde die GAV gegründet. Die Zeitschrift Wespennest entstand in dieser Zeit und Frischfleisch und Löwenmaul, im Amerlinghaus und in der alten Schmiede entstanden wichtige Veranstaltungsorte.
Dann gab es einen Sprung, bzw. fehlte Alexandra Millner eine Seite ihres Manuskripts, aber der Arbeitskreis schreibender Frauen ist ebenfalls in den späten Siebzigerjahren entstanden, das Buch erwähnt, wenn ich nichts übersehen habe, nur die Arbeitsgemeinschaft Autorinnen, die von Elfriede Haslehner gegründet, von Barbara Neuwirth übernommen wurde, sich noch heute in der VHS-Ottakring trifft und eine der ersten Schreibwerkstätten war.
Ich werde beim Lesetheater angeführt, beim Linken Wort nicht.
Es war Alexandra Millner, wie sie ausführte, aber ein Anliegen zu den Vereinen auch die Namen greifbar zu machen.
Nachher gab es eine Diskussion mit Gustav Ernst, dem literarischen Urgestein, der schon bei der zweiten Nummer des Wespennests dabei war, um selber die Produktionsmittel in die Hand zu nehmen und verlegt zu werden und Herbert J. Wimmer, den Kurt Neumann als vernetzten Einzelgänger bezeichnete und der sich mit Elfriede Gerstl, Soziologen und bildenenden Künstlern beim Stammtisch des grünen Ankers traf.
Gustav Ernst freute sich, daß das Buch die Bedeutung der Siebzigerjahre hervorhebt und Kurt Neumann warf die Frage auf, wohin die Autoren heute verschwinden und bedauerte die Anonymität des Internets, aber ich sehe in den literarischen Blogs eine Möglichkeit die Produktionsmittel in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden, ein Beispiel ist das Literaturgeflüster und eine Einzelkämpferin bin ich sicher auch, mit der Vernetzung klappt es nicht so ganz.
Die jungen Autoren bewerben sich um den Bachmannpreis und hätten im Book on Demand und Digitaldruckverfahren auch die Produktionsmittel in der Hand, leider darf man mit solchen Publikationen dort nicht antreten.
Alexandra Millner erwähnt in ihrem Buch die Schule für Dichtung und Markus Köhle den Poetry Slam und es ist sicher interessant, die geballte Kraft des literarischen Wiens der letzten hundert Jahre greifbar zu haben, so ist das Buch sicher zu empfehlen, obwohl es schon einige solcher Dokumentation gibt.
Es war also eine gute Entscheidung in die alte Schmiede zu gehen und morgen liest dort Janko Ferk bei den Erzählmustern III , aber da wird die Anna kommen und sich ihre Sizilien-Mitbringsel holen und vorher gibts noch eine Veranstaltung “Vom a.punkt zu der Bibliothek von unten” und zu viel schreiben habe ich ja auch.

Bachmannpreisgeflüster

Am Dienstag wurden, habe ich bei meiner Rückkehr gelesen, in Klagenfurt bei einer Pressekonferenz die Namen bekannt gegeben, die heuer bei dem Wettbewerb lesen dürfen und da mich im vorigen Jahr die Blogberichte zwischen den Lesungen auf die Idee zum Literaturgeflüster gebracht haben, will ich über diese sicher wichtige Literaturveranstaltung schreiben, die es seit 1977 gibt und die zuerst ziemlich angefeindet war, sich inzwischen aber als der Literaturpreis durchgesetzt hat, bei dem alle lesen wollen, weil dort die Verlage und die Medien sind.
Als 1977 Humbert Fink und Marcel Reich Ranicky auf die Idee zu dieser Veranstaltung kamen, hatten sie es schwer, Teilnehmer zu finden. Sie haben, glaube ich, die Großen angeschrieben und die haben nach der Reihe abgesagt. Die IG-Autoren haben in einem ihrer Bücher darüber berichtet. Die Idee der öffentlichen Lesung und der Life-Kritik ist von den Autorenverbänden als entwürdigend abgelehnt worden.
Ich hätte, glaube ich, immer gerne lesen wollen und habe mich auch zweimal dafür “beworben”, obwohl man das am Anfang gar nicht konnte. Zumindestens offiziell hieß es, du mußt eingeladen werden und das hat Brigitte Guttenbunner aus dem Arbeitskreis schreibender Frauen, die 1978 oder 1979 gelesen hat, auch so gemacht. Sie hat ihren Text “Hände falten” hingeschickt und ist eingeladen worden. Den ersten Preis hat bekanntlich Gert Jonke gewonnen und dann war es, glaube ich, zu DDR Zeiten, auch die Gelegenheit für die DDR Autoren, sich im Ausland zu präsentieren und an Westgeld zu kommen, sie wurden rundum eingeladen, zumindest hat mir das Kerstin Hensel so erzählt, wie ich sie 1989 anläßlich ihrer Lesung persönlich kennengelernt habe.
Die Österreicher waren, finde ich, immer unterrepräsentiert, jedes Jahr werden zwei oder drei auserwählt, heuer sind es vier, einmal hat Ludwig Laher ganz allein gelesen und da hat mir Ruth Aspöck gleich gesagt, er wird den Preis nicht gewinnen.
Und den sogenannten Bachmannpreis Preis haben bisher auch nur zwei Österreicher bekommen, nämlich Gert Jonke 1977 und 1995 völlig überraschend Franzobel, den vorher kaum jemand gekannt hat und der dadurch berühmt geworden ist.
1996 bin ich hingefahren, habe mich in ein Hotel eingemietet und mir die Veranstaltung angehört und das war sehr spannend. Die Texte hat man damals aus Verlagsgründen nicht bekommen, wenn man nicht angemeldet war.
Jetzt kann man sie sich im Internet ausdrucken, es war aber interessant mitzuraten. Josef Winkler ist zum zweiten Mal angetreten, Lydia Mischkulnig, Richard Obermayr, Arno Geiger, Felizitas Hoppe, Yoko Tawada etc. haben gelesen und ich bin bis zum Ende mit der Meinung der Jury konform gelegen. Mir hat der Text von Yoko Tawada am besten gefallen, dachte aber, das trauen sie sich nicht, der Winkler, der aus seinem Indientext gelesen hat, wird den Preis bekommen. Dann tauchte aber ganz am Schluß Jan Peter Bremer mit seinem Monolog “Der Fürst spricht” auf und alle waren begeistert, was ich nicht verstanden habe.
Seit einigen Jahren kann man sich die Veranstaltung im Internet anschauen, was ich regelmäßig betreibe und habe dadurch schon viele deutsche Autoren und Autorinnen kennengelernt, deren Texte es später billig bei der Buchlandung gibt.
Der Text, den Arno Geiger 1996 gelesen hat, der damals noch ganz unbekannt war, hat mir sehr gefallen, er hat dann bald ein paar Bücher bei Deutike gehabt. 2004 hat er noch einmal gelesen, ist auch nicht so besonders aufgefallen, hat dann aber mit seinem Roman “Es geht uns gut” einen großen Erfolg gehabt.
Das Lesen dort ist also schon sehr wichtig und jetzt hat sich die Einstellung dazu auch total verändert und seit einigen Jahren braucht man auch die Empfehlung eines Verlages, damit man sich bewerben darf.
Was ich wieder nicht ganz verstehe, denn was passiert, wenn ich es ohne trotzdem tue? Vorher habe ich keine Antwort bekommen, bekomme ich jetzt eine Mahnung und einen Strafbescheid?, habe ich, als es eingeführt wurde, gefragt, was von Michaela Mondschein nicht verstanden wurde.
Nun ja, man darf sich mit einer Verlagsempfehlung bewerben und jeder Juror darf zwei Autoren vorschlagen. Für die jungen Autoren ist es sicher eine Chance, auch wenn sie nicht gewinnen und es gibt seit einigen Jahren auch den Literaturkurs, für die noch Jüngeren und Klagenfurt ist, so heißt es, der schönste Betriebsausflug der Literatur und es gibt, glaube ich, auch eine eigene Fußballmannschaft.
2005 habe ich mich mit Harald Klauhs von der Presse angelegt, als der ein paar Tage bevor der Wettbewerb begonnen hat, meiner Meinung nach sehr abgehobene Kommentare von sich gegeben hat und alles sehr viel besser wußte.
Damals haben Susanne Heinrich gelesen und Gerhild Steinbuch und Gabriele Petricek nicht, weil deren Text schon veröffentlicht war.
Für mich ist es trotzdem spannend und ich verfolge den Wettbewerb mit großer Begeisterung und habe mir heute gleich, als ich meine Mails durchhatte, die Namen der vierzehn Auserwählten angesehen, vier Österreicher bzw. Österreichinnen sind dabei, von denen ich Linda Stift und Andrea Winkler kenne, beide sehr begabte Nachwuchsautorinnen. Dann noch Phillip Weiß und Caterina Satanik aus Österreich, die, wie ich gelesen habe, noch nie etwas veröffentlicht hat, vielleicht ist sie das Wundertalent, aber wie erwähnt, die Preisträger sind meistens Deutsche und einer wird pro Veranstaltung regelmäßig niedergemacht, wie im letzten Jahr der Schweizer Pedro Lenz.
Es ist aber eine wichtige Veranstaltung, auch wenn es daneben noch sehr viel anderes gibt und das habe ich damals auch Harald Klauhs gemailt. 2006 hat Kathrin Passig völlig überraschend den Hauptpreis gewonnen und dazu gesagt, sie hätte den Text auf die Veranstaltung hin konstruiert.
Es stellt sich natürlich auch die Frage, wie das der Bachmann gefallen hätte und was der Preis überhaupt mit ihr zu tun hat? Lyriker dürfen ja nicht lesen.
Cornelia Travnicek hat herausgefunden, daß von den zehn angekündigten Literaturkursplätzen (jetzt heißt es bis zu zehn in der Ausscheibung) nur neun vergeben wurden.
Das ist interessant, in Zeiten wie diesen wird überall eingespart, das gehört offenbar zum Zeitgeist.
Ich frage mich, was passiert, wenn alle, die sich jetzt darüber ärgern und gerne die Vertretung für den verlorenen Zehnten wären, hinfahren, sich mit einem Schild in den Park vor das ORF Theater setzen, ihre Texte lesen und sich selber ihren Preisträger suchen?
Mit entsprechender Unterstützung ließe sich sicher ein bißchen Action daraus machen, in den Siebzigerjahren hätte sich vielleicht auch Josef Haslinger als Ersatzlektor angeboten und wenn dann noch das Fernsehen in der Nähe ist …
Ja, das sind die Stoffe aus denen meine Romane sind, darüber oder über etwas Ähnliches habe ich schon geschrieben und es sind auch die sozialen Aspekte, die mich interessieren.

Italienische Schreibewoche

Giardini Naxos

Giardini Naxos

Von einer Woche in Sizilien und einer Hin- und Rückfahrt von zwei Extratagen melde ich mich zurück und habe einiges zu berichten.
Ich bin ja in der Mitte des Monats nicht so gerne weggefahren, weil erstens Warten auf die Probebücher, dann ist die Diagnostik Abrechnung am zwanzigsten noch nicht gegangen und ich lasse ja bekanntlich Sachen nicht so gerne liegen und Ditha Brickwell hat mir zum Schluß auch noch geschrieben, daß bei der Veranstaltung zu der sie mich eigentlich eingeladen hat, am 6. und 7. Juni im Literaturhaus auf Wunsch der Fördergeber aus historischen Romanen aus den Dreißigerjahren von Erich Hackl, Ludwig Laher, Inge Rowhani, Ursula Krechel, Wolfgang Fritz und Gyorgy Dalos, (die bekannteren halt), gelesen werden.
Bei meinem letzten Eintrag habe ich geschrieben, daß ich auf einen kreativen Schub im Sinne der Ortsveränderung setze, auf eine internationale Schreibewoche, wie auch Irene Rauch vom Writers Studio eine Schreibereise zum Nabel der Welt in der Maremma anbietet, um die große Mutter Erde schreibend zu erkunden.
So habe ich meine Sachen zusammengepackt und bin Mittwoch um sechs mit einer großen und einer kleinen Tasche in Alfreds Auto gestiegen.
Ein weiterer Hinderungsgrund war die Präsentation des letzten Gerstl-Buchs um 19 Uhr in der alten Schmiede.
Ich habe aber meine grüne Schreibemappe und mein kleines lila Buch für die Schreibnotizen ausgepackt und hatte, bis wir in Sizilien ankamen, ca zehn Szenen geschrieben.
Im Auto während der Staus auf der Reise durch Italien und meine bis dato etwas vagen Handungsstränge haben sich auch ausgeweitet. So weiß ich nun, daß Valerie Oswald und Felix Baum, während sie Valeries verlorenen Gatten suchen, auch eine große Reise machen, die sie über München, Berlin und Dresden bis nach Prag und Budapest führen wird. Am Ende haben sie sich ineinander verliebt und Valerie erfährt von ihrer Mutter, daß Hubert zu ihr zurückkommen will, weil ihn seine Sekretärin verlassen hat.
Die eine der beiden Schreibemappen, die ich mitgenommen habe, war auf diese Art und Weise bald voll. Ich bin ja eine, die zuerst alles mit der Hand schreibt und dann die Rohfassung in den Laptop tippt, wenn ich sie noch lesen kann.
Es ging sehr gut, durch das Land zu fahren und die Geschichte weiterzuspinnen, nur als wir dann in Avola waren, hatte ich das Gefühl, das Getippte lesen zu müssen, um die Geschichte weiterentwickeln zu können.
Ich hatte von Alfred aber ohnehin Ralf Nestmeyers “Literarische Streifzüge – Sizilien” bekommen, die ich lesen wollte, weil es ja vielleicht etwas sonderbar ist, in der sizilanischen Landschaft, in der schon Odysseus herumgefahren ist, von der wunderbaren Stärkung einer psychisch labilen Frau, die ihren Gatten von Graz bis Prag nachfährt und sich die Reisen durch die sozialen Netze der Caritas-Notschlafstellen bestens organisiert, zu schreiben oder natürlich nicht, auf jeden Fall war die Reise mehrdimensional.

Plakat / Noto

Plakat / Noto

Denn wir sind am Mittwoch bis nach Arnoldstein gefahren und haben im Hotel geschlafen und dann am Donnerstag bis Paestum durch Italien, am Freitag mit der Fähre nach Messina und dann in Sizilien herum. Von Avola nach Selinunte, sind am Strand spazierengegangen, haben das Blumenfest in Noto versäumt und als wir nach Trapani wollten, wo wir schon vor fünfzehn Jahren bei der Karfreitagsprozession waren, ist bei Alfreds Auto das Öl ausgeronnen, also sind wir einen Tag früher aufgebrochen. Haben das Auto in Agrigent reparieren lassen und sind den Rest der Zeit auf einem Campingplatz in der Nähe von Taormina gewesen, in der Stadt auf den Bergen, in die man mit dem Lift vom Parkhaus hinauffahren kann und sich die Bräute auf dem großen Platz mit Meeresblick fotografieren lassen und in Nestmeyers Buch habe ich von der Fußreise, die Johann Gottfried Seume 1801 von dem sächsischen Städtchen Grimma nach Syrakus machte, gelesen, der dann gleich von Friedrich Christian Delius Erzählung “Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus” hinüberwechselte und da geht es weniger um Goethes Italien Sehnsucht, als um die Ausreise aus der DDR und das führt wieder zu Kerstin Hensels Buch, das ich zwar mitgenommen, aber nicht sehr weit gelesen habe. Denn wenn ich mich nicht mit meinem Roman, zu dem mir jetzt auch der Titel “Sophies Hungers Krisenwelt” eingefallen ist, beschäftigt habe, habe ich in den “Tausend Lektionen Italienisch” geblättert, damit ich mir mein Essen in der Originalsprache bestellen konnte.

Wahlplakat

Wahlplakat

Goethe hat die Sehnsucht nach Sizilien getrieben und dort blühen die Zitronen, bzw. hängen sie jetzt an den Bäumen, an denen wir vorübergefahren sind. Luigi Pirandello hat 1934 den Nobelpreis bekommen und in Agrigent gewohnt und sein Haus haben wir schon bei unserer ersten Sizilienreise besucht. Dann gibt es noch Guiseppe Tomasi di Lampedusa, mit seinem “Gattopardo”, den ich gelesen habe, als wir das erste Mal nach Sizilien gefahren sind, aber das ist auch eine Insel, wo die Bootsflüchtlinge aus Afrika stranden und in Italien ist natürlich auch EU- Wahlkampf und unter einem dieser Plakate habe ich mich von Alfred fotografieren lassen.

Beim Etna auf einen kleinen Krater hinaufgestiegen und am Parkplatz Honig gekostet, es gibt dort viele Sorten und am Samstag wieder durch ganz Italien zurück.
Das Weiterschreiben lockt natürlich und den nötigen Abstand habe ich, wie ich hoffe, auch gefunden. Auf jeden Fall habe ich, als ich nicht mehr geschrieben habe, über mein Schreiben nachgedacht und der Urlaub war natürlich schön und heiß. In Sizilien gab es an die dreißig Grad. Die Rückfahrt war ein wenig kühler und in Wien hat mich schon der Streß erwartet, nämlich meine Probebücher, die inzwischen bei der Hausbesorgerin gelandet sind und ein neues Buch habe ich von fix poetry auch gewonnen, während das von Lillyberrys Geburtstagsaktion noch immer nicht gekommen ist. Und noch eine Neuigkeit, außer der Bachmannpreisleseliste, über die ich extra schreiben will, gibt es zu berichten.
Walter Kappacher ist der neue Büchner-Preisträger, wie mir Christoph Janacs fürsorglich gemailt hat.

Urlaubsmeldung und Geburtstagsaufruf

Mit Kerstin Hensels “Lärchenau”, Ralf Nestmeyers “Literarischen Streifzügen”, ein paar italienisch Lehrbüchern und meinem Manuskript, werde ich morgen mit dem Alfred für den Rest des Monats nach Sizilien fahren.
Anfang Juni gibts den Bericht, die in der vorigen Woche entbrannte Diskussion über Lust und Frust des Schreibens kann ja weitergehen.
Vielleicht schalten sich auch die literarischen Experten und Autoren meiner Stammleser ein?
Ich habe mir ohnehin gedacht, da es im Juli das Literaturgeflüster ein Jahr geben wird, ähnlich, wie Lillyberry eine Geburtstagsaktion auszurufen und jedem ein Buch von mir zu versprechen, der seine Meinung über das Literaturgeflüster schreibt.
Was gibts sonst bis dahin zu vermelden?
Jubel, sowohl “Die Radiosonate oder das einsame Jahr” als auch “Das Haus” sind an digitaldruck.at abgeschickt, da wirds hoffentlich bald zwei neue Bücher geben, die man auch gewinnen kann.
Am Wochenende war ich in Harland und habe in der Badewanne Wolf Wondratscheks “Mozarts Friseur” zu lesen begonnen und kann dieses Buch meiner eifrigen Kommentarschreiberin Maria Heidegger wirklich nur empfehlen, da sie hier auf Anhieb zwei Antworten ihrer Fragen findet.
Und zwar kann man hier nicht nur lesen, daß nur singende Menschen bedeutend sind, es gibt auch ein herrliches Kapitel über den Kunstbetrieb und zwar hat der Friseur in seinem Geschäft in der Griechengasse drei Uhren hängen, die er am Flohmarkt gekauft hat. Eine, die wie ein Ei ausschaut, die andere mit Zwiebelmuster, beide gehen nicht, die dritte um fünfunddreißig Minuten zu spät, was solange Ärger bei seinen Kunden auslöst, bis er auf die Idee kommt, sie Installation zu nennen. Dann kommt gleich der Museumsdirektor und will das Kunstwerk kaufen und erkundigt sich nach Namen, Alter und Herkunft des Künstler, Daten, die der Friseur hurtig erfinden muß.
So geht es also auch.
Und eine Antwort auf eine meiner Fragen habe ich inzwischen auch bekommen.
So habe ich am 23. Dezember, als ich noch Uwe Tellkamps “Turm” gelesen habe, wissen wollen, wer das literarische Vorbild für Judith Schevola ist?
Dieser Beitrag hat sehr viele Suchaufrufe bekommen und seit gestern weiß ich, daß Dirk vom Forum LeseLust, schon am 9. November (meinem Geburtstag) meinte, daß das Vorbild wohl, die 1950 in Chemnitz geborene Angela Krauß ist, die 1988 den Ingeborg Bachmannpreis bekommen hat und eine Freundin Kerstin Hensels ist, die ein Jahr später in Klagenfurt gelesen hat, den Preis hat damals Wolfgang Hilbig bekommen, der am 2. Juni 2007 in Berlin verstorben ist.
Es ist wirklich interessant zu sehen, daß sich ganze Leseforen, sowohl mit dieser Frage, als auch mit dem Uwe Tellkamp Buch beschäftigen.
Es stimmt also nicht, wie Jessica Beer und auch ich selber meinten, daß ein so dickes Buch keine Leser findet, es gibt sie und es wird im Internet und sicher auch woanders, darüber geschrieben.
Ich fahre aber jetzt nach Sizilien, wenn ich zurückkomme, werden wir schon wissen, wer heuer in Klagenfurt lesen und am Literaturkurs teilnehmen darf, die anderen müssen auf andere Art und Weise weitermachen.
Ich mit einer kleinen Aussendung meiner neuen Bücher und am neuen weiterschreiben, aber da dümple ich leider immer noch dahin. Bin nicht so recht motiviert und auch ein wenig ausgeschrieben.
Einen Feedback- und Motivationsschub müßte ich bekommen, damit es wieder aufwärts geht. Das wäre schön und würde ich mir wünschen.
Na vielleicht findet sich sowas in Sizilien, daß ich in der Sommerfrische so richtig weiterschreiben kann.

Das Haus

Wieder eine Vorschau auf ein Buch, das es hoffentlich bald gibt:

Kirche

Kirche

Das Haus

Vier Frauengenerationen stehen im Mittelpunkt der Erzählung „Das Haus“ von Eva Jancak. Anhand der Lebensgeschichten von Klara Gerstinger, deren Tochter Johanna, deren Enkelin Sarah und der Urenkelin Naomi zeichnet Eva Jancak trotz der Kompaktheit der Erzählung einen breiten Bogen über 100 Jahre österreichische Geschichte, vor allem auch über 100 Jahre österreichische Frauengeschichte. Und beim Lesen merkt man, dass es so viel Neues nicht gibt, dass bereits zu Johannas Jugendzeiten, in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts es möglich war, ein selbstbewußtes Leben als Frau zu führen und daß auch im 21. Jahrhundert Frauen unter starkem gesellschaftlichen Druck stehen. Sympathisch gelingt es Eva Jancak, ohne die Gräuel des Nationalsozialismus zu verleugnen und ohne es an klaren Worten fehlen zu lassen keine Schwarz-Weiß Malerei zu betreiben und sie zeigt so einmal mehr
ihre besondere Fähigkeit, empathisch Figuren in all ihren Facetten zu zeichnen. Männer spielen in dieser Erzählung eine Nebenrolle. Auf sie ist wenig Verlass, Beziehungen zu ihnen sind meist brüchig.

Gedenktafel

Gedenktafel

Pavillion

Pavillion

Den Rahmen der Erzählung bildet ein groß angelegter Rückblick der Protagonistinnen am Vorabend von Klaras 100. Geburtstag, der mit der 100 Jahr Feier des Otto Wagner Spitals zusammenfällt, an das Klara, Johanna und Sarah als Psychiaterinnen schicksalhaft gebunden sind. Und so gibt die Erzählung auch einen Überblick über 100 Jahre Psychiatriegeschichte.
Bilder sind es, die die Gedanken an die Vergangenheit anregen, Bilder, die Naomi, die Urenkelin, für ein Schulprojekt von der Urgroßmutter bekommen soll und in anschaulichen Bildern stellt „Das Haus“ ein Jahrhundert Zeitgeschichte dar.

Otto Lambauer

Margaretner Literaturgeschichte

Nachdem sich in den letzten Tagen eine hitzige Diskussion über Wert und Unwert von Lesungshonoraren entbrannt hat, in der letzten Zeit viel über Margareten die Rede war und sich Frau Heidegger mehr Infos über den Literaturbetrieb wünscht, möchte ich hier meine Margaretner “Lesungs- und Literaturgeschichte” beschreiben, die sehr interessant ist.
1997 bin ich in den Bezirk gezogen, vorher habe ich schon fünf Jahre eine Praxis in der Reinprechtsdorfer Straße gehabt und irgendwann in der Bezirkszeitung gelesen, daß es in der Pannaschgasse ein Literaturfest gibt, bei dem man lesen kann.
Ich habe mich gemeldet, das Fest hat sich als Wahlveranstaltung zur EU-Wahl herausgestellt. Ich habe aus der “Verwechslung gelesen”, Hannes Swoboda hat mir das Mikrofon zurechtgerückt, ein Kind hat geschrieen, “Wann bist du endlich fertig?”, Frau Bezirksrat Steininger hat die Lesung freundlich abgekürzt und der Leiter der Szene Margareten dückte mir das Veranstaltungsprogramm in die Hand.
So bin ich mit der Szene Margareten und Frau Steininger in Kontakt gekommen, die mich zu sehr schönen Frauen-VIP-Veranstaltungen in eine Vinothek am Bacherplatz, wo auch die Belgrader Bürgermeisterin zu Gast war, eingeladen hat. Sie war einmal auf meinem Geburtstagsfest, wo Elfriede Gerstl am Programm stand und hat mich 2002 zu einer Lesung in die Szene Margareten eingeladen.
Leider habe ich versäumt nach dem Honorar zu fragen, später erfahren, es gibt keines, nun ja, wenn es schon versprochen war, habe aber herausgefunden, daß andere sehr wohl Honorar bekamen und da ich auch wußte, daß die städtischen Büchereien Honorare zahlen und die Lesungen in der Büchereifiliale stattfinden, habe ich gefragt, ob die Bücherei nicht das Honorar übernehmen kann, was zur Folge hatte, daß ich wieder ausgeladen wurde, obwohl das Programmblatt schon gedruckt war und die Lesung angekündigt.
Eine peinliche Situation mit der ich mich an den Bezirksvorsteher und an die IG Autoren wandte, was zuerst nichts bewirkte, in weiterer Folge hat Konstantin Kaiser, der vor mir gelesen hat, sein Honorar durch die Büchereien bekommen und ich wurde zwei Jahre später durch Stephan Teichgräber, der inzwischen die Lesungen organisierte, wieder eingeladen und jetzt gab es ein Honorar, das auch in etwa den Vorschlägen der IG Autoren entsprach.
Es war eine schöne Lesung aus “Tauben füttern”, die Frau Bezirksrat war da und hat mir die Bücher zurückgebracht, die ich ihr für die erste Lesung zur Verfügung stellte.
Dann gab es eine zeitlang Wettbewerbe in der Szene Margareten bzw. der städtischen Bücherei, an denen ich mich beteiligte.
Stephan Teichgräber veranstaltete die “Goldene Margarite”, 2004 und 2005, die Bücherein haben einen Festwochenwettbewerb, wo ich 2006, mit “Amadeas kleine Nachtmusik” sogar den Preis, einen Buchgutschein über 250 Euro, gewonnen habe, mit dem ich mir bei Thalia sehr schöne Bücher aussuchen konnte.
Jetzt gab es die Margareten ART, der Bezirk tut etwas, um seine Kunst zu präsentieren, das ist keine Frage und ich finde auch den Einfall, in der Szene Margareten, die Margaretner Dichter und ihre works in progress vorzustellen, sehr gut, denn das sind immer sehr schöne und interessante Lesungen, wo man das Entstehen von Gegenwartsliteratur hautnah miterleben kann.
Susanne Ayoub habe ich dort kennengelernt, Armin Baumgartner hat gelesen, Monika Wogrolly, Daniela Schmeiser, Ernst Hinterberger, Paul Wimmer, ect.
Es gibt ein Gästebuch, wo man die Namen und die Lesungen nachlesen kann und das ist sicher interessant und lobenswert.
Die Frage bezüglich Honorar bleibt trotzdem offen, denn gibt es keines, werden immer Namen fehlen und die Präsentation wird nicht vollständig sein.
Und Margareten hat ja viele Dichter und Dichterinnen, siehe meinen Eintrag zum Margaretner Osterspaziergang, aber auch da bin ich das erste Mal mit Frau Bezirksrat Steiniger durch den Bezirk gegangen und wir haben Jeannie Ebner getroffen, was mich sehr berührte.
Der Bezirk hat aber auch Friederike Mayröcker eingeladen und einmal gab es, glaube ich, eine Ausstellung mit den Puppen von Friederike Mayröckers Mutter und El Awadalla, die Gewinnerin der Millionenshow, hat, glaube ich, bei einem Fest am Siebenbrunnenplatz mitgemacht, war aber unzufrieden, weil es kein Honorar gegeben hat und sie ist eine bekannte, selbstbewußte und politisch sehr aktive Literatin, die an der Wienzeile wohnt.
Nun ja, Margareten hat literarisch viel zu bieten. Heuer gabs den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters und jetzt die Margareten ART und meine Margaretner Erlebnisse habe ich in der Erzählung “M.M. oder die Liebe zur Germanistik” beschrieben, in der es um die frühpensionierte Lehrerin Margarete Marek, ihre Dissertation über Jura Soyfer und ihre Liebe zu dem jungen Dichter Jury aus der Ukraine geht, aus der ich beim Osterspaziergang viel gelesen habe.

Theodor Kramer Preis

Armin Eidherr

Armin Eidherr

Felix Mitterer

Felix Mitterer

Am Freitag fand in der ehemaligen Minoritenkirche in Krems-Stein, die Theodor Kramer Preisverleihung an Ilana Shmueli und Josef Burg statt.
Seit 2001 gibt es den Preis für Schreiben im Widerstand und Exil schon, genau so lang, wie ich den Tag der Freiheit des Wortes organisiere.
2001 fand er noch im psychosozialen Zentrum ESRA in der Tempelgasse statt und wurde an Stella Rottenberg vergeben.
Konstantin Kaiser ist die treibende Kraft, hat auch bei der GAV um Unterstützung eingereicht und er wollte 2001 auch von mir, daß ich den “Tag der Freiheit des Wortes” nach seinen Wünschen organisere und zum Beispiel Stella Rottenberg einlade.
Aber da habe ich mich durchgesetzt, Erwin Rennert und ihn eingeladen und kann jetzt auch ganz gut mit ihm.
Ab 2002 findet die Veranstaltung im Krems in Verbindung mit dem Niederösterreichischen Literaturhaus statt. Ein paar Mal waren wir dort, meistens so, daß wir danach das Wochenende in Harland verbrachten. Ich glaube bei der Preisverleihung an Michael Guttenbrunner, Jakov Lind und Georg Stefan Troller und vielleicht noch bei der an Milo Dor und Robert Sommer waren wir dabei. Bei den anderen Malen hatten wir in Wien zu tun und waren beispielsweise im Theater oder sonst wo.
Von Wien aus fährt ein Bus, da kommt dann immer der Werner Grüner, aber auch andere Leute, die ich von Wien kenne. Es gibt ein tolles Buffet, Wachauer Laiberln, Schinken und Käse und die ehemalige Kirche, die jetzt zur sogenannten Kulturmeile gehört, ist auch ein schöner Veranstaltungsort.
Und der Preis für Schreiben in Exil und Widerstand ist auch eine wichtige Sache, den meist ein sehr alter Dichter oder Dichterin bekommt, jetzt eben Josef Burg, der 1912 geboren wurde, in Czernowitz lebt, auf jiddisch schreibt und sich selbst, wie ich in der Laudatio hören konnte, als Dichter der Bukowina betrachtet.

Ich war schon im Oktober bei der ihm gewidmeten Veranstaltung im alten Rathaus und habe in meinem Artikel “Von Frankfurt nach Czernowitz” auch darüber berichtet.
Marianne Gruber und Erhard Busek haben Josef Burg, glaube ich, am 2. Mai in Czernowitz besucht und den Preis überbracht, davon wurden Dia projeziert, die den strahlenden alten Dichter mit den langen weißen Haaren zeigten.
Der Salzburger Germanist Karl Müller hat eine Rede gehalten, Armin Eidherr die Laudatio und Felix Mitterer, der auch im alten Rathaus gelesen hat, hat wieder eine beindruckende Erzählung vorgestellt.

Ilana Shmueli

Ilana Shmueli

Die zweite Preisträgerin war Ilana Shmueli, die 1924 in Czernowitz geboren wurde und in Jerusalem lebt.
Sie war anwesend, hat ein paar Gedichte gelesen und auch an Theodor Kramer erinnert, der ja der Namensträger, dieses Preises ist. Danach gab es, wie bereits beschrieben, Wein, Wachauerlaiberln, Schinken, Käse und Weintrauben und auch ein paar Nüße, weil das Theodor Kramer in einem Gedicht so beschrieben hat.
Da wir heuer unsere Plätze weiter hinten hatten, gab es nicht so viel Kommunikation, weil ich außer Werner Grüner und Konstantin Kaiser, nicht wirklich jemanden näher kannte.
Es war aber trotzdem interessant, der Alfred hat es traurig genannt, was wahrscheinlich am Text gelegen hat, den Felix Mitterer gelesen hat.
Es gab auch einen großen Büchertisch, Alfred hat zwei kleine Büchler von Josef Burg gekauft hat, nämlich das letzte, das damals im alten Rathaus vorgestellt wurde “Ein Stück trockenes Brot” und dann noch “Begegnungen – eine Karpatenreise”.
Also wieder Lesestoff, von dem ich gar nicht sicher bin, ob ich das jemals schaffe, und heute Vormittag bin ich zum Schottentor in die Buchhandlungen Kuppitsch marschiert und habe mich nach dem Bücher Flohmarkt erkundigt, bzw. habe ich in der kleineren Filiale, auch noch die Reste gefunden, die Memoiren der Gina Kaus aber leider nicht.