Siebenundzwanzigster Nanotag

Wem es interessiert, es geht munter weiter mit dem Schreiben meines sechsten Corona-Textes, wow, da liege ich wahrscheinlich wirklich an der Spitze und das macht mir keiner so bald nach, obwohl ich weiß, das kritische Corona-Texte nicht sehr gefragt sind. Aber das Thema interessiert mich, obwohl ich schon weiß, daß man derzeit wahrscheinlich nicht wirklich über dieses Thema schreiben kann, denn man weiß ja nicht, wie es weiter und ausgehen wird?

Diese Angst hatte ich schon bei meinem ersten Text, dem “Frühlingserwachen”, dann kam ein relativ unbeschwerter Sommer und dann dachte ich, jetzt muß endlich ein dystopischer Roman her, beim ersten Text hat der Alzheimerpatient Egon, die Pandemie als eine Invasion vom Mars oder dritten Weltkrieg erlebt. Beim dritten Buch ließ ich die Mathilde am Ende in ein Nichtgeimpften-Ghetto ziehen und habe schon gedacht, daß das sehr utopisch und wahrscheinlich nie möglich ist.

Jetzt haben wir den Lockdown für Ungeimpfte und die Drohung auf ein ungemütliches Weihnachten, während Bundeskanzler Schallenberg, wie der jetzt heißt, von denen “Die alles richtig machten!”, spricht und dabei die, die sich impfen ließen, dann bei einer Orf-Gala herumschunkelte und sich dabei filmen ließ, während auch die Geimpften inzwischen strengen Lockdown haben, weil die Zahlen wieder hoch, die abgebauten Intensivbetten rar, das überforderte Personal weg und die neue noch viel gefährlichere Virus aus Südfafrika gegen das vielleicht die Impfung nicht wirkt, schon am Kommen ist.

Grauslich, grauslich, spricht alles gegen gemütliche Weihnachten natürlich und nachdem mein Feminisbuchbuch, da haben wir jetzt auch eine Genderdebatte, sich auch sosehr mit Corona, beschäftigte, daß ich damit nicht beim Volksstimmefest lesen durfte, aber da gab es ja schon 3G und das Vierte, das “Seitengewitter” sich schon mit der Diskrinierung der Ungeimpften, die “Dann halt nicht überall ihr Leberkäsesemmerl essen dürfen!”, beschäftigte, da habe ich auch noch, das ist Utopie gedacht.

Jetzt fürchte ich fast, der Lockdwon für NI hört niemals auf und man kann froh sein, wenn einem nicht der Führerschein entzogen wird, man seine eventuele Spitalsbehandlung selber zahlen muß oder wenn die Impfpflicht kommt, ins Gefängnis muß, etcetera.

Also alles ganz schön utopisch oder auch nicht und, wie schreibe ich jetzt darüber? In die Zukunft gehen und da ein Drehbuch für einen dystopischen Film schreiben oder einen, der beschreibt, wie es in Wien 2020/21, war. Geht natürlich auch nicht wirklich, denn ich weiß ja nicht, wie man im Jahr 2099 über die Pandemie denkt und wie es da utopisch aussieht?

Wie man überwacht wird? Welche KI es gibt, weiß ich auch nicht. Habe den Plot also jetzt auch schon ins Jahr 2053 zurückverlegt, weil ich dachte, daß ich da realistischer schreiben kann und einen Ausgangspunkt gab es auch, hat da ja einer, glaube ich, wirklich bei einer Tankstelle herumgeschoßen weil ihm die Kassieriern “Maske auf!”, angeschnauzt hat. Das habe ich nach Wiener Neustadt verlegt und am fünfzehnten November mit dem Schreiben angefangen. Dann, glaube ich, fünf Szenen gehabt, die noch ein bißchen holprig klangen, zum Beispiel, die Stellen mit der Berta-KI.

Dann dachte ich, jetzt muß ich nach 2021 zurück und den Andreas Brunner, wie mein Tankstellenschießer heißt, erzählen lassen. Das war vorigen Donnerstag, dann fuhr ich nach Harland und hörte mir die Beschlüße über die Impfpflicht und den Lockdown für alle an und da hatte ich dann natürlich nicht die Konzentration zum Weiterschreiben, die Literatur im Odeon, wo Ilija Trojanow , den ich ja für sehr intellektuell halte, sagte, “Die idioten, die für das Recht krank zu werden kämpfen, marschieren jetzt vorbei!”, war auch und ich dachte “Ich kann es nicht, ich kann es nicht! Hör auf damit, wer will das Lesen und der Alfred der unter der Pandemie, sehr leidet, kommt mit dem PDF-Erstellen auch nicht nach. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr lang habe ich das nicht ausgehalten, obwohl ich mich tapfer bemühte, mir das Wochenendtrödeln zuzugestehen.

Am Montag ist mir dann, glaube ich, eingefallen, daß ich die Geschichte ins Jahr 2053 zurückverlegen und den Text neuschreiben könnte. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich habe die elf Seiten, die ich damals hatte, nicht weggeworfen, sondern durchkorrigiert. Der Bernie Winter ist verschwunden, die Joana hat keinen Freund, hat aber, als ich weitergeschrieben habe, inzwischen im Flugzeug einen gefunden, denn daß es gut ist, die Joana nach Wien fliegen zu lassen, habe ich auch bald gedacht.

Bei den “Wiener Verhältnissen”, das Reverenzbuch und mein erstes “Digi”, fliegt die Hanna Richter nach New York, um ein Buch über den Jakob Mandelbaum zu schreiben, der ist der Ururgroßvater der Joana und die Hanna Richter habe mich entschloßen ist ihre Großmutter und als die Hanna nach NY fliegt, spricht sie ihr Sitznachbar, ein Geschäftsmann an, das dachte ich, mache ich auch.

Aus dem Geschäftsmann ist aber der dreißigjährige Joshua Schuster geworden, der als Assiszentprofessor des historischen Instituts nach Wien fliegt, über Karl den Großen forscht und dann mit der Joana im Stadtpark vor dem Johann Strauß-Denkmal Walzer tanzt. Die Tankstelle in Wiener Neustadt gibt es nicht mehr und der Andreas Brunner läßt sich bis jetzt wenigstens nicht finden. Velleicht taucht er, das ist aber nur so eine Idee, dann bei der Filmpremiere in New York auf. Die Joana besucht aber Lena Richter, Hanna Richters Tochter, die ja ihren Werner verlassen hat, bevor sie nach New York flog, um sich dann mit Jakob Mandelsbaums Enkel zu verheiraten und die ist eine art alter ego, lebt in einer betreuten Seniorenwohnung, hat drei Bücher, wie das “Frühlingserwachen”, das “Notizbuch” und die “Mathilde” geschrieben, die sie der Joana zur Recherche gibt und der Joshua vermittelt den Kontakt zur Magda Wurminger, Andreas Brunners damaliger Freundin, die ihm, ja weil er sich nicht impfen ließ, verlassen hat.

So weit so what. 12 370 Worte, zwölf Szenen und siebenundzwanzig Seiten habe ich jetzt und, wie es weitergeht nicht viel Ahnung. Daß sich aber ein Roman nicht in vier oder sechs Wochen schreiben läßt, weiß ich inzwischen auch, obwohl ich da noch immer, wie ich fürchte, sehr ungeduldig bin, das wird sich wohl auch nicht so ganz ändern lassen.

Jetzt ist schon der siebenundzwanzigste Dezember, der “Nano” also bald vorbei und keine Spur von den fünfzigtausend Worten, trotzdem ist aber mein “Nichtnano”, der mich auch noch weiter beschäftigen wird, sehr interessant und mal sehen, wie es weitergeht, ich bin sehr gespannt und lasse es meine Leser wissen.

1431

Buch acht des Öst, der Jeanne d`Arc-Roman der 1984 geborenen Sophie Reyer, die ja sehr fleißig ist, schon einmal auf der Shortlist gestanden ist, sehr viele Bücher geschrieben hat, sowohl für Erwachsene und Kinder in den verschiedenen Genres und auch fürs Theater tätig ist und ich auch schon bei einigen ihrer Lesungen war.

Ein historischer Roman oder eine Biografie, da gibt es jetzt ja einige. Franzobel hat da auch so etwas geschrieben.

Über die “Jungfrau von Orleans”, wo man ja das Schiller-Stück wahrscheinlich aus der Schule kennt, die französische Nationalheldin, die zumindestens im Elsaß ,in vielen Dörfern einen Platz mit ihrem Namen und ein Denkmal hat, nun auch von Sophie Reyer in einer schönen etwas geheimnisvollen Sprache beschrieben und wenn man wenig über die Geschichte weiß, lohnt es sich sicher das Buch zu lesen.

Wie historisch es ist, ist wahrscheinlich die Frage, da haben sich wohl schon sehr viele Legenden darum gebildet. Irgendwo habe ich gelesen, daß es nur die Gerichtsakten, aber wenig Persönliches über Jeanne d´ Arc gibt, die ja mit Neunzehn hingerichtet wurde. Ein Bauernmädchen,, das von Stimmen befehligt in Männerkleidung in den Krieg gezogen ist, in Reims den Dauphin krönte und schließlich 1431 am Scheiterhaufen verbrannte.

Sophie Reyer beschreibt das in einundzwanzig Kapitel, mit Prolog und Epilog und das Interessante ist jedes Kapitel ist zweigeteilt, von hinten zurück sozusagen. Am Anfang steht das Jahr 1431, dem Todesjahr. Johanna ist gefangen und wird von einem Beichtvater betreut, der sie aushorchen soll. Dann geht es in ihr Leben, in die Kindheit am Dorf, die Beziehung zur Großmutter, die Stimmen, wo Gott oder die Engeln Johanna auf ihre Mission vorbereiten und dann das schon Erwähnte, das bei Schiller zu sehen aber auch nachzugooglen ist.

Schön ist die Sprache, da habe ich mir einiges angestrichen.

“Was hast du Kind? Was rennst du denn so?”, fragt die Großmutter einmal.

“Der Tod – er ist hinter mir her!”, ruft Johanna aus.

“Woher weißt du das?”

Er kommt alle holen, sagt der Dorfpfarrer!”

“Dann halte dich an Gott!”

“Der ist soweit oben!”, Seite 23

“Kann der Tod sterben?”, fragt Johanna.

“Ja” Und jeden Sommer kommt er als Leben wieder und singt sein Lied!”, Seite 35.

“Doch seine Worte sind weit weg von ihm, er scheint nichts zu fühlen. Manche reden wie Regen, denkt Johanna da. Ganz ohne Belangen.” Seite 75.

“Er schwankt zwischen Trunksucht und Ausschweifungen. Ein Bündel neurotischer Sympotme”, Seite 105, Ob man im fünfzehnten Jahrhundert diesen Eindruck schon gekannt hat?

“Wir ergeben uns keinem Weib. Und auch nicht diesen ungläubigen Hurenböcken, die dir folgen!”, tönt es da aus seinem Mund.” Seite 147.

“Die Geburt bestimmt unser Ende. Überall zeigt sich der Tod!”, sagt Gott, “stirb jetzt ein bisschen hier, damit du dann in Ruhe weitergehen kannst!”, Seite 177.

“Das ist alles”, endet das Buch und wahrscheinlich nicht so bei Schiller zu finden ist, daß Sophie Reyer auch die Gewalt durch die Soldaten an Johannes, die ihr an den Röcke gehen, so daß sie sich weigert diese zu tragen, zeigt und das Ganze vielleicht auch ein bißchen an die Transgenderproblematik denken läßt.

Nicht auf die Shortlist gekommen, aber sicher interessant, Sophie Reyer und ihr Schreiben kennenzulernen.

Preis der Literaturhäuser an Ingo Schulze

Der “Preis der Literaturhäuser”i wurde in Leipzig, glaube ich, fast immer am Freitag als Letztes auf dem “Blauen Sofa” verliehen. Nachher gab es Wein und Brezeln, einmal am Vormittag Kaffee, warum weiß ich nicht mehr und der Preis besteht aus einer Lesetournee durch verschiedene deutschsprachige Literaturhäuser und sehr lange war das Literaturhaus Wien nicht dabei.

“Warum?”, habe ich Silvia Bartl einmal gefragt, als sie in Leipzig war, als sich dort die GAV präsentierte, 2007 war das glaube ich.

“Gute Frage!”, war ihre Antwort.

Später habe ich dann verstanden, daß das Wiener Literaturhaus kein richtiges Literaturhaus war, weil es mit verschiedenen anderen Institutionen verbunden war. Seit einigen Jahre ist das aber anders und da habe ich 2016 Ulf Stolterfoht im Literaturhaus präsentiert von Oswald Egger gehört und 2020 Marlene Streeruwitz, die ihre Tournee Pandemie bedingt überhaupt nicht oder nur verspätet und digital antreten konnte, 2021 hat ihn Ingo Schulze bekommen und, ob der seine Tournee schon ganz halb oder gar nicht absolviert hat, weiß ich nicht genau.

Ich war auch nicht bei der Verleihung auf dem “Blauen Sofa” auf der digitalen Buchmesse im Mai, seit dieser Woche gibt es Österreich aber wieder strengen Lockdown also keine Liveveranstaltungen, so saßen Robert Huez mit seinem Team, Wolfgang Popp und dem 1962 in Dresden geborenen Autor wahrscheinlich allein im Literaturhaus und Ingo Schulze sollte auch, diesmal der alleinige Juror des heurigen “Frieds-Preisträgers” Frank Witzel, von dem ich zwei Bücher gelesen habe und der Preis sollte auch am Sonntag in der Literaturhausbibliothek gestreamt, werden, wurde, aber, wie ich gerade gelesen habe, auf den Frühling verschoben. Also nur einmal Ingo Schulze und den habe ich einmal, wahrscheinlich in den Neunzehnneunzigerjahren in der “Alten Schmiede” gehört.

Die Wende war vorbei und ich habe mich ja sehr für die DDR-Literatur interessiert und die auch öfter in der “AS” gehört, aber die war vorüber und die Geschichte von dem Mann in dem Taucheranzug, der vor einem Fischrestauraunt steht und dort an die Passanten Flyer verteilt, hat mich sehr beeindruckt. Daß die Geschichte aus den “Simplen stories” ist, habe ich erst jetzt in der Diskussion von Wolfgan Popp erfahren. Ich habe das Buch aber, glaube ich, mal gefunden oder aus der Abveraufskiste gezogen und habe von ingo Schulze überhaupt sehr viele Bücher und einige davon auch gelesen.

Das “Neue Leben” den großen Wenderoman, glaube ich, auf einen unserer Sommeraufenthalte in der hohen Tatra.

“Adam und Evelyn” ist 2008, “Peter Holtz”, 2017, da habe ich sccchon Buchpreisgelesen, auf der deutschen Buchpreisliste, da habe ich schon Buchpreis gelesen und die “Rechtschaffenden Mörder” war 2020 für den “Leipzger Buchpreis” nominiert. Da habe ich noch geglaubt hinzukommen. Die Pandemie hat es verhindert und jetzt führte Wolfgang Popp, der im Ö1 moderiert und auch schon einige Bücher geschrieben hat, durch das Werk.

Ingo Schulze dessen Bücher ja alle sehr genau die Wende und die ehemalige DDR beschreiben, erwähnte, was mir bisher offenbar entgangen ist oder ich vergessen habe, daß er die “Rechtschaffenden Mörder,” wo mir ja der erste Teil sehr gut gefallen hat, während ich die anderen eher aufgesetzt fand, in Joseph Roth-Manier geschrieben hat, während er die “Short stories” an die amerikanischen Shortstoriesmanier und beim “Peter Holtz” an den Schelmenroman orientierte.

Ingo Schulze hat aus den “Rechtschaffenden Mördern” gelesen und sehr viel darüber erzählte. Eine interessante Lesung, die ich wieder im Livestream und während ich noch die siebente Szene meiner “Arbeitstitel-Geschichte” mit der ich jetzt doch weitergekommen bin und inzwischen 6316 Worte habe, korrigierte, verfolgte.

Crossing Borders III

Es ist offenbar die Zeit der Literatur- und Autorengespräche. so gibt es in der “AS” die “Stichwort-Reihe”, im Literaturhaus “Im Gespräch” mit dem Verein Neugermanistik, dann gibt es noch die “Dichterinnen lesen Dichterinnen” und dann das “Crossing Borders” eine Kooperation mit dem BMEIA und dem Q21 im Museumsquartier. In der “Gesellschaft” hat es in der letzten Zeit auch einige BMEiA-Veranstaltungen ,von den Österreich Bibliotheken gegeben und die Crossing Borders sind, wenn ich es richtig verstanden habe, ein Austausch von österreichischen Autoren, die sich um einen Auslandsaufenthalt bewerben und ausländische, die in Wien, das Museumsquartier beziehen oder dort eine Stipendiatswohnung haben.

Zwei solche Veranstaltungen hat es im Literaturhaus schon gegeben, die ich versäumte, jetzt war eine mit Andrea Grill, Asja Bakic moderiert von Jana Volkmann, die ich eigentlich als Moderatorin der AS oder als Autorin kenne, also auch crossing over und interessant war auch, daß da zwei eigentlich schon alte Bücher vorgestellt wurden.

Die 1982 geborene bosnisch kroatische Autorin Asja Bakic, die offenbar nach Wien gekommen ist, hat ihren im “Verbrecher-Verlag” erschienenen Erzählband “Mars” präsentiert, der von Alida Bremer übersetzt wurde und offenbar in Kroatien schon 2015 erschienen sind. Es sind phantastische Geschichten, die sehr unheimlich wirken, in denen viel Geheimnisvolles passiert und die auch von Andrea Grill, die den Band offenbar schon kannte, so empfunden wurde und noch ungewöhnlicher war vielleicht, daß die 1975 in Bad Ischl geborene Andrea Grill einen Erzählband präsentierte, der schon 2012 erschienen sind “Liebesmaschine N.J.C”.

Meine Erklärung dazu wäre, daß das deshalb so war, weil das Buch bei oder nach einem New Yorker Stipendiumsaufenthalt von Andrea Grill entstanden ist. Das letzte Buch das von ihr erschienen ist, ist “Cherubino” das ja 2019 auf der deutschen Longlist stand. Andrea Grill erzählte etwas von den KIs, die das Buch behandeln, was ich beim Lesen gar nicht so verstanden habe, denn ich habe ja, wenn ich mich richtig erinnere, das Buch einmal aus einer Abverkaufskiste gezogen und das erste Mal, glaube ich, bei der ersten “Rund um die Burg” neu in dem Landtmann-Theater gehört.

Die beiden Autorinnen haben jeweils Ausschnitte aus ihren Erzählungen gelesen und dann wurde über das literarische Leben oder die Arbeitsbedingungen der Autorinnen diskutiert, wo vor allem Asja Bakic sehr unzufrieden war und meinte, daß die Autoren schlechte Arbeitsbedingungen hätte.

Andrea Grill, die heuer den “Wildgans-Preis” bekommen hat erklärte, daß sie sich, seit dem sie beim “Bachmann-Preis” gelesen hat, sich als Schriftstellerin bezeichnet hätte oder da eigentlich erst Schriftsteller, weil das die Bachmann auch so tat, aber jetzt wird ja gegendert und übersetzen tun die beiden auch. Andrea Grill, die eigentlich Biologin ist, aus dem Albanischen, Asja Bakic aus dem Englischen und Französischen aber auch Mascha Kaleko, Marlen Haushofer und Gabriele Tergit,, die ja jetzt, glaube ich, erst wieder entdeckt wird.

Eine interessante Diskussion, wo es eigentlich mehr um das Soziale oder in die Einsichten in das Autorinnenleben, die mich ja bekanntlicherweise sehr interessieren, ging und natürlich haben Bücher Haltbarwerte und man kann sie auch nach zehn Jahren lesen, ob die “Liebesmaschine” aber noch erhältlich ist, bin ich mir nicht so sicher. Da die Buchhandlungen aber jetzt ohnehin wieder geschlossen haben, kann ich auf die Bücherschränke verweisen. Besser wären zwar die Bibliotheken, aber die haben ja ebenfalls zu.

Die Natur bei Stifter und bei Han Kang

“Stichwort Natur” hieß die heutige Veranstaltung, wo Brigitte Schwens-Harrant mit Lydia Mischkulnig und Christa Zöchling zu diesem Thema zwei Bücher von Adalbert Stifter und der Koreanerin Hang Kang besprachen. Eine interessante Mischung habe ich gedacht.

Denn der “Hochwald” wurde 1842 geschrieben, die “Vegetarierin” 2007, die eine Erzählung spielt im Böhmerwald, der Roman in Korea, auf dem ersten Blick würde ich da gar keine Gemeinsamkeiten sehen und die Natur in der “Vegetarierin auch nicht erkennen, die ich ja gelesen habe.

Stifter habe ich auch sehr viel gelesen, als Studentin, ob der “Hochwald” dabei war, weiß ich gar nicht mehr, kann mich aber auch an ein Naturexeperiment erinnern, daß ich plante und mit dem ich entsetzlich gescheitert bin. 1975 wird das wahrscheinlich gewesen sein. Das Semester zu Ende. Die Elfi hat mich, glaube ich, in die “Fromme Helene” zum Essen eingeladen und ist dann in die Schweiz zum Servieren gegangen und ich mit einer Tasche Bücher, unter denen die von Stifter waren, auf den Almweg, in der besten Absicht dort den ganzen Sommer zu verbringen.

Zwei, drei Tage habe ich das, glaube ich, ausgehalten und der “Hochwald”, den die drei begeistert beprachen ist auch nur eine scheinbare Idylle. Es spielt im dreißigjährigen Krieg und ein Vater will seine zwei Töchter Johanna und Clarissa heißen sie, glaube ich, vor den Angreifern im Hochwald verstecken. Da denkt man jetzt wahrscheinlich an Vergewaltigung, Adalbert Stifter hat das wahrscheinlich reiner beschrieben und die drei Frauen zeigten sich auch von den Bildern sehr begeistert, den Szenen, wo die Mädchen im Wald Schmetterlinge finden und daraufkommen, daß sie im Winter nicht überleben können und wie sie sich durch den Wald zu ihrer Burg schleichen und dort nur Ruinen sehen. Dann spinnen und musizieren natürlich, wie es damals üblich war.

Die Natur bei Hang Kang ist der Körper der Frau, die scheinbar mittelmäßig plötzlich zu essen aufhört , um zur Natur zu werden und vom Vater zum Essen gezwungen und von der Schwester in eine Klinik eingewiesen wird. Drei Perspektiven, die des Ehemannes, der mit den Veränderungen seiner Frau nicht zurechtkommt, die zweite des Schwagers, der den Körper der Vegetarierin bemalen möchte und die dritte der Schwester.

Brigitte Schwens-Harrant sah in dem Buch die Auflehnung gegen die Gesellschaft. Es geht um die Gewalt des Vaters gegen die Tochter, der ihr ganz brutal das Fleisch in den Mund schiebt. Ein sehr interessantes Buch, das als ich es gelesen habe, das Buch der Saison war, die Beziehung zum Stifter habe ich nach wie vor nicht gefunden, habe von Han Kang aber noch ein anderes Buch gelesen, das ähnliche für uns ungewöhnliche Motive hat.

Dreiundzwanzigster Nanotag

Heute müßte ich eigentlich 38 318 Worte haben, um bis zum dreißigsten mit dem “Nano” fertig zu sein. In den bisher acht Malen, wo ich mitgemacht habe,, war ich, glaube ich, immer zu diesem Zeitpunkt schon fertig. Ein paar Mal habe ich, ich gebe es zu, schon früher angefangen und bin mit etwa zehntausend Worten eingestiegen. War auch einige Male mit dem Text fertig, bevor ich die fünfzigtausend Worte hatte. Dann habe ich angestückelt. 2019 zum Beispiel vier Szenen angefügt, die ich später aus dem Text wieder hinausgenommen habe und beim Korrigieren sind immer wieder Worte weggekommen.

Da ich auch während des Schreibens immer wieder korrigiert habe, sind auch ein paar Worte verschwunden, aber diesmal habe ich gerade, ich habe am fünfzehnten November mit dem Schreiben angefangen, 4.385 Worte. Am letzten Donnerstag, bevor wir nach Harland gefahren sind, waren es 4386, fünf Szenen und über elf Seiten. Die fünf Szenen spielen im Jahr 2099 in New York. Die Drehbuchautorin Joana Bernard, die Ururenkeltochter des Jakob Mandelbaums aus den “Wiener Verhältnissen”, geht mit ihrem Lebenspartner, dem Fotografen Bernie Winter auf die Party des Poduzenten Harry Goldstein, der sie auf einen Zeitungsartikel aus dem Jahr 2021 aufmerksam macht, wo in Wien oder in Wiener Neustadt, der EDV Techniker Andreas Brunner, ein ausgegebener Corona-Leugner, von seiner Frma entlassenen und von seiner Freundin, der Krankenschwester Sabine verlassen wurde, im betrunkenen Zustand, eine Tankstellenkassiererin angeschoßen hat. Sie soll ein Drehbuch für einen geplanten Film dafür schreiben. So weit war ich bei Szene fünf.

Joana sitzt in der Küche, hat Schnitzel gebraten, die Haushalt-KI serviert veganen Cafe latte und sie nimmt sich den Artikel vor.

Dann war ich bei der Frage, wie weiterzumachen? In New York bleiben und die Joana entwickelt den Plot oder nach Wien ins Jahr 2021 zurückgehen und die Andrea Geschichte schreiben?

Donnerstag Abend war ich bei Variante zwei, habe einen Seitenumbruch gemacht und “Wien 2021” geschrieben, dann sind wir nach Halrand gefahren und am Freitag wurde sowohl der vierte Lockdown für alle, die Ungeimpften sitzen schon seit einer Woche dort, als auch eine allgemeine Impfpflicht, ab Februar bekanntgegeben, was mich daran hinderte, wie geplant die “Wiener Verhältnisse” noch einmal zu lesen, um mich zu informieren, wie alt die Hanna Richter und der Henry, etcetera, waren, beziehungsweise meine bisherigen, Corona Bücher um Stoff für den Andreas Plot zu haben, beziehungsweise diesen zu skizzieren.

Ging nicht, denn das das ginge dann vielleicht konträr an der Realität vorbei und ob in New York 2099 wirklich die KIs herumfahren, weiß ich eigentlich nicht. Mir ist zwar noch ein Ärztekammerpräsidentroboter eingefallen oder einige Minister die stereotyp “Impfen ist wichtig, gehen Sie dorthin!”, hinunterbeten, aber sonst nichts viel. Da bin ich vor meinem Laptop gesessen, habe mir OE24 und Livestreams angesehen und gedacht “Ich kann es nicht, ich kann es nicht, da habe ich mich wieder einmal übernommen!”

Ich kann mich erinnern, Anfang 1984, als ich schon im Mutterschutz war, bin ich ich durch die Cafehäuser gegangen und habe die “Elfi-Geschichte”, die eine Psychose entwickelte, schreiben wollen und bin daran gescheitert. Dann hatte ich noch ein paarmal ein paar sehr überspitzte Ideen, wie zum Beispiel, die unbefleckte Emfpängnis der Jungfrau Maria zu beschreiben, wurde auch nichts daraus.

Also habe ich das Wochenende vertrödelt. Am Samstag auf den Markt gefahren, dort die Doris Kloimstein getroffen, ihr die Bücher mitgebracht, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben, dort gilt wegen G2 keine Getränke, die nicht in Flaschen sind, da hat man seinen Impfpaß am Standl vorweisen müßen, auch ein bißchen seltsam und eigentlich nicht wirklich nachzuvollziehen, daß das das Virus abhält und ich habe auch gemerkt, daß meine Kondition langsam nachläßt, wenn ich beispielsweise nicht nach Harland komme, um dort Rad zu fahren, da habe ich mich schon etwas mühsam abgestrampelt und ausgekeucht, habe aber in der Harlander Bücherzelle bei Amtshaus Anni Bürkls “Schwarztee” gefunden, was ich ohnehin schon lange lesen wollte.

Wird sich aber wahrscheinlich auch beim gemütlichen Weihnachtslesen nicht ausgehen und am Nachmittag habe ich wieder gesurft und gesurft. Die Bücher manchmal durchgeblättert und das Notizbuch herausgeholt, dann aber doch in den Computer geschaut, gab es da ja die “Literatur im Herbst” im “Odeon” und daneben plotten, ist wahrscheinlich nicht wirklich möglich. Die große Demo in Wien gabs auch und dazu einige Lvestreams und die Demo, wo bis hunderttausend Teilnehmer waren, war, glaube ich, bis ins “Odeon” zu hören, worauf Ilija Trojanow meinte “Da demonstrieren Idioten für ihr Recht krank zu werden!”, was die meisten wahrscheinlich nicht deshalb taten.

Am Sonntag Rudolfshöhe und dann wieder “Odeon” und gestern habe ich auch getrödelt und gedacht “Ich kann es nicht, ich kann es nicht! Laß es sein!”

Aber vielleicht den Plot verändern und von vorne anfangen.

Es muß ja nicht 2099 sein. Das habe ich ja gedacht, in die Zukunft zu gehen, damit ich über den Tellerrand hinaussehen kann. Kann ich aber auch nicht wirklich. Denn erstens weiß ich trotzdem nicht, wie die Pandemie, ausgegangen ist und vor allem weiß ich nicht wie schaut es 2099 in New York aus?

Also vielleicht ein bißchen zurückgehen. Bisher habe ich die Joana 2053 auf die Welt kommen lassen, jetzt denke ich, ich laße es 2053 spielen. Die Joana ist siebenundzwanzig und der Henry Mandelbaum war mit der Hanna Richter verheiratet. Ihre <mutter lebt noch, die Großmutter ist vor einem Jahr gestorben. Sie geht auf die Party, bekommt den Auftrag, reist nach Wien, wo sie sowohl ihre Halbtante, Hanna Richters Tochter, als auch den dreiundsechzigjährigen Andreas Brunner besucht, der ihr seine Geschichte erzählt.

Also das Ganze nochmals schreiben, es “Wien 2021” nennen und den Vorfall, wo Andreas Brunner betrunken herumschließt im November 2021 ansiedeln. Der Lockdown für Ungeimpfte und die Impfpflicht ist beschloßen, die Freundin hat ihn verlassen, der Job ist weg und ich kann die Szenerie schildern, hoffe ich oder auch was andern schreiben, weil ich ja bezüglich Corona immer noch zu dicht daran bin und außerdem derzeit ein wenig gegen den Strom zu schwimmen scheine.

Also mal sehen, der “Nanowrimo” wird es sowieso nicht, das war ohnehin schon klar, aber vielleicht bringe ich bei der wieder sehr schwierigen Ausgangslage doch einen gescheiten Plot zusammen oder habe ich mich wieder übernommen.

Iranischer Abend in der “Alten Schmiede”

Ab heute also mindestens drei Wochen lang wieder reine Livstreamveranstaltungen, ob man das möchte oder nicht, weil wieder allgemeiner Lockdown und damit, die Leute, die sich impfen ließen, das auch akzeptieren, ab Februar allgemeine Impfpflicht, dann kann man wahrscheinlich mit 2Gplus und FFP2-Maske hingehen.

Aber heute Livestreamabend, von der “Literatur im Herbst”, wo man noch mit Maske und 2G plus noch hineingehen konnte, um in die Literatur von zweisprachigen und doppelten Identitäten einzutauchen. Also wieder in die “Alte Schmiede” streamen, wo es ähnlich weiterging, nämlich zwei iranische Autoren, wo einer in Graz geboren wurde, moderiert von Johannes Tröndle.

Der erste Autor, der 1963 in Graz geborene Sama Maani, der in Österreich, Deutschland und Iran aufgewachsen ist, der Psychiater und Psychoanalytiker ist, habe ich, wenn ich mich nicht irre, schon bei meinem “Buch-Wien-Livestreaming” gehört.

Jedenfalls hat er dort seinen Roman “Zizek in Teheran” vorgestellt und tat das auch in der “Alte Schmiede”.

Das klingt schon einmal interessant, scheint aber ein sehr interessierter sechshundert Seiten Roman zu sein, der verschiedene Ebenen, verschiedene Protagnoisten hat und auch in Versform geschrieben zu sein scheint. Der mit bisher unbekannte Autor, hat zwei Stellen gelesen und Johannes Tröndle einleitend erzählt, daß es ja einen slownischen Philosophen namens Slavoj Zizek gibt, ob das derselbe Zizek ist, der nach Teheran fährt, habe ich nicht ganz mitbekommen. Es liegt jedenfalls ein Buch von dem Philosophen in einer Teheraner Buchhandlung auf und eine Gefängnisebene scheint es auch zu geben.

Interessant, interessant und reizt natürlich zum Lesen, um sich auszukennen. Vielleicht finde ich es mal in den Schränken

Nach einer Pause kam Angelika Reitzer zum Lesetisch und stellte den 1956 in Teheran geborenen Amir Hassan Cheheltan vor, der nach verschiedenen Stationen wieder in Teheran lebt und von Jaleh Lackner-Gohari gedolmetsch wurde, die gleich übersetzte, daß er schon drei Mal in der “Alten Schmiede” gelesen hat und ich ihn also auch schon bei der “Literatur im Herbst” gehört habe und das Buch, das vorgestellt wurde, heißt “Der Zirkel der Literaturliebhaber”.

Eine Coming of age-Geschichte, wo ein Junge in einem solchen Literaturzirkel aufwächst und kindgerecht mit der Lteratur in Berührung kommt, was ich wieder sehr interessant fand, autobiografisch zu sein scheint, weil der Autor übersetzen ließ, daß ihn nur seine Kindheit und die Literatur interessieren würde und er auch nur darüber schreiben könne.

Identissimo im Odeon

Die “Literatur im Herbst” gibt es ja schon seit dreißig Jahren und ist, glaube ich, die Folgeveranstaltung der “Literatur im März” die es vorher von Walter Famler und der “Alten Schmiede” organisiert im MQ und an anderen Orten gegeben hat.

Es hat, glaube ich, auch einige Zeit gedauert, bis ich das erste Mal hingegangen bin, weil ja zeitgleich meistens mein literarisches Geburtstagsfest war. In den ersten Jahren gab es meist ein osteuropäisches Land, das literarisch vorgestellt wurde.

Auch Griechenland, denn das war, glaube ich, das erste Mal, daß ich im Odeon-Theater war, an Bulgarien, die Ukraine, kann ich mich erinnern, dann kam der Donauraum, da sind wir auch mit dem Schifft von Bratislava nach Wien gefahren, Jugoslawia revisited, das Mittelmeer, Norwegen, der Iran, Japan, waren auch einmal das Thema, der Feminismus oder das Gendern von Angelika Reitzer, organisiert, dann ging es um die “Dialektik der Befreiung“, um den utopischen Raum und im Vorjahr um die “Kraft in der Literatur”.

Da war dann nicht mehr im Odeon, sondern in der “Alten Schmiede” wo es auch meistens am Samstag oder Sonntagvormittag Diskussionsrunden gab. Denn im Vorjahr hatten wir ja auch den Lockdown, also eine reine Livestreamveranstaltung, und viele Programmpunkte waren auch abgesagt, weil die geplanten Autoren nicht anreisen konnten.

Jetzt gab es noch eine Liveveranstaltung im Odeon-Theater, allerdings mit 2G und, ich glaube, seit heute braucht man noch dazu einen PCR-Test und eine FFP2 -Maske und für den Außenstehenden, der das vielleicht in fünfzig Jahre liest oder vor fünf Jahren gelesen hätte, würde das schon hübsch utopisch klingen, allerdings hatten die Veranstalter Glück, denn ab Montag gibts ja nicht nur den Schutzlockdown für die Ungeimpften, sondern den totalen und eine geplante Impfpflicht ab Februar. Da werde ich sicher noch darüber schreiben, aber jetzt per Stream in Odeon und das Thema, das Walter Famler mit ilija Trojanow, ausgewählt hat, klingt auch sehr interessant und total aktuell, nein um Covid geht es nicht, denn das ist na nur ein Thema der Schwurbler,h obwohl im Vorjahr Marlene Streeruwitz ihren Covid- Roman vorgestellt hat, sondern um das was man schon beim “Bachmannlesen”, bei der Frankfurter BM und der “Buch Wien” beziehungsweise, wenn man, wie ich die deutsche Buchpreisliste gelesen hat, hören konnte.

Nämlich um Identität, als die Literatur mit Migrations, Flucht- Divers oder auch anderen Hintergrund und der Veranstaltungstitel heißt “Identissimo” nicht “Identiti”, mein fast Lieblingsbuch der heurigen deutschen Liste, inzwischen ist ja noch der Schmalz mit dem “Winter” dazugekommen und nein, Mithu Sanyal wurde nicht eingeladen, aber doch einiges bekannte, was ich schon vom Buchpreislesen oder sonstwoher kannte.

Walter Famler hat im gewohnten “Literatur im Herbst-Design” eröffnet, die Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat eröffnet und ist dann zu einer Kino-Premiere verschwunden.

Dann kam der Eröffnungsvortrag des mir bisher ziemlich unbekannten Deniz Utlu, der 1983 in Hannover geboren wurde, der aber auch einen Beitrag in “Eure Sprache ist unser Albtraum” hatte und der sich mit “Identität und Literatur “, wie im Programm stand oder “Identität und Schreiben” beschäftigt und die Literatur von Autoren mit Migrationshintergrund oder anderen Kulturen, die dann vielleicht darauf festgelegt werden und nur die entsprechenden “Exil-Preise” bekommen, ist sicher interessasnt.

Nach der Pause kam am Freitag Angelika Reitzer und stellte die 1972 in London geborene Sharon Dodua Otoo, die 2017 den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, im Vorjahr, glaube ich, die Klagenfurter-Eröffnungsrede hielt und jetzt ihren Debutroman “Adas Raum” vorstellte, der manchen auf der Buchpreisliste fehlte und bei dem es um die Lebenseschichte von vier Frauen in verschiedenen Jahrhunderten geht.

Im Anschluß gab es dann ein Gespräch zwischen Deniz Utlu, Sharon Dodua Otoo und Ilija Trojanow über das Schreiben mit den verschiedenen Identitäten, also darf man beispielsweise als schwarze Frau über den Holocaust schreiben oder als weiße ein schwarzes Gedicht übersetzen oder, daß alle türkischen Autoren in einen Topf geworfen werden.

Am Samstag wo ja in Wien die großen Demos stattfanden, begann es im Odeon mit dem 1981 in Sarajevo geborenen Tijan Sila von dem ich schon zwei Bücher gelesen habe. Der dritte Roman “Krach”, wo es um eine Punkband und einem jungen Mann namens Gansi geht, wurde von Iilja Trojanow moderiert, der seine Einleitung gleich damit begann, “Während wir uns hier der Literatur widmen, demonstrieren draußen Idioten für die Freiheit krank zu werden”, nun das würde ich nicht ganz so sehen, bin aber auch in Harland, weil ich jetzt ja schon vier Wochen nicht mehr dort war, hatte auch ein wenig Angst wegen der Maskenpflicht und jetzt auch, wenn ich die Bilder sehen, wo Demonstranten weggezerrt werden und höre, daß eine Frau ein Plakat trug, wo daraufstand “1939 hat es angefangen”, höre aber auch, daß sich da Hunderttausend eingefunden haben, denen die Demo wichtiger als die Literatur war.

Mit der 1983 in Prizren geborenen Meral Kuryeshi, die der türkischsprachigeen Minderheit im Kosovo angehörte, in Bern lebt, die Bücher “Elefanten im Garten” und “Fünf Jahreszeiten” geschrieben hat und im Vorjahr beim “Bachmann-Preis” gelesen hat, ging es weiter. Sie wurde von Lydia Mischkulnig vorgestellt, die ihre Einleitung auch damit begann, daß sie sich freue, daß die Zuschauer hier und nicht am Ring wären, wo das Tränengas spritzte ,und da kann ich mich an 2000 und meine erste Widerstandslesung die am Ballhausplatz jeden Donnerstag von El Awadalla und Traude Korosa organisiert wurden, erinnern, wo Lydia Mischkulnig vor mir gelesen hat.

Dann hätte die 1988 geborene Shida Bazyar, deren Eltern aus dem Iran geflohen sind, mit ihren “Drei Kameradinnen” kommen sollen, wo es ja drei aufmüpfigen junge Frauen geht, hat aber abgesagt, so daß es mit einem “Langen Abend der Poesie” weiterging, wo es Lyrik, Rap, und spoken word, der von Mieze Medusa moderiert wurde.

Der erste Lyriker, der präsentiert wurde, war der 1979 in Nettal geborene Dincer Gücyeter, dessen neuer Gedichtband “Mein Prinz, ich bin das Ghetto” heißt und der einen kurzen Brief verlas, den sein Vater 1966 nach seiner Ankunft in Deutschland an seinem Vater schrieb, wo er Geld für ein Kleid für die Mutter schickte, sagte, daß er jetzt in einer Fabrik arbeiten würde und sich bald einen Mercedes kaufen würde. Dann kam der Brief den er an seinen Vater schickte und auch einen, den er von seinen Kindern bekommen hat und auch Briefe an die Gäste verteilte.

Dann kam der 1994 geborene Elias Hirschl, der Poetry-Meister war und wie Mieze Meduasa erwähnte mit seinem “Salonfähig”, das ich noch lesen muß, zum Bestseller wurde und auch den “Priessnitz-Preis” bekommen hat und als Prosaautor eingeladen wurde.

Sein Text hieß “Analyse der Relikte” und beschäftigte sich mit den Tagebüchern seiner Großmutter, die er nach deren Tod von seiner Tante bekommen hat und die er total fiktionalisiert hat, also weit in die Zukunft ging.

Mieze Medusa erwähnte dann das neue Kunstprojekt auf der Schwedenbrücke, das Gedicht “Winterantwort” von Ilse Aichinger und kam dann zu der 1993 im Iran geborenen Tanasgol Sabbagh, die seit 2011 auf den Slam-Bühnen unterwegs ist und auch schon mal in der “AS” gelesen oder geslamt hat und eine Antwort auf Ilse Aichinger gab und sich sehr gegen Rassismus einsetzt und einen Text über “Den Körper der Frau” vortrug.

“Es ist als ob es tausend Spiegel gäbe und hinter tausend Spiegeln nur sich selbst”, was ein bißchen an Rilke erinnert, aber gleich zu den Fotos in Instagram weiterging und dann noch einen Text, vortrug, der “Satzende” hieß.

Dann kam der in Berlin lebende Autor Temye Tesfu, der einen sehr politischen Text über Deutschland vortrug.

Vier Autoren von denen ich nur Elias Hirschl kannte und die dann noch in einer zweiten Runde das poetische Schaffen einer internationalen jungen Autorenszene zeigten.

So kam von Dincer Gücyeter noch ein Text “Aus einem Poesiealbum eines Lkw-Fahrers”, in dem auch der Titel seines Buches “Mein Prinz, ich bin das Ghetto” vorkam.

Elias Hirschl hatte dann noch eine Kurzgeschichte, die von den Erfahrungen einer Kellnerin auf einer Datingplattform handelte, wo man sich sehr gut fragen konnte, wo die Identitäten blieben.

“Leute machen” hieß der Text von Temye Teesfu, wo es um verkleidete Menschen ging und auch Tanasgol Sabbagh hatte noch einen Auftritt.

Dann kam der fünfte im Programm nämlich der 1995 in Nairobi geborene und in Zürich lebende Rapper Ryler Smith, der wie er sich vorstellte, durch Musik zu seiner Identität fand.

Am Sonntag stellte dann die “Wespennest-Ko-Herausgeberin” Andrea Zederbauer, die 1976 in Paris geborene Elisa Diallo, die eine bretonnische Mutter und einen guineisischen Vater hat und die seit 2009 in Mannheim lebt, in einem Verlag arbeitet und nun ihren Gang nach Deutschland beziehungsweise das Erlangen der Staatsbürgerschaft in einem Essay beschrieb.

Anschließend beschäftigte sich Elisa Diallo, wie, das mit dem Sprachwechsel und dem Deutsch sprechen, der Mutter .oder Zweitsprache ist, wobei sie den Ausdruck “gebrochenes Deutsch” verwendet, was fast zwangsläufig zu dem “Broken German” von Tomer Gardi, der ja vor ein paar Tagen in der “Gesellschaft” zu Gast war und eigentlich auch ganz gut in die Identitätssuche der mehrsprachigen Autoren gepasst hätte.

Dann stellte Walter Famler den 1972 in Ägypten geborenen und seit 1995 in Deutschland lebenden Publizisten Hamed Abdel-Samad und sein Buch “Schlacht der Identitäten – zwanzig Themen zum Rassismus” vor.

Im Anschluß gab es dann eine Diskussion zwischen Ilija Trojanow, der am Anfang erklärte, welche Schwierkeiten er schon mit seiner Geburtsurkunde hatten, die in Sofia gar nicht mehr auffindbar war, Elisa Diallo und Hamded Abdel-Samad über das “Leben zwischen starren Rassismus und fließender Identität”, also dem Vorurteil, daß jede muslimische Frau ein Kopftuch trägt, obwohl die das in Deutschland gar nicht mehr so oft tun oder die Frage, daß es keine schwarze Farbe auf der Regenbogenfahne gibt? Eine heftige Diskussion zwischen den beiden Autoren, die nicht immer einer Meinung waren.

Und dann gings zur großen Abschlußveranstaltung nämlich zu der Lesung des 1945 in Somalia geborenen Nuruddin Farah, der nach verschiedenen Exilerfahrungen, jetzt in Kapstadt lebt, der viele Preise gewonnen und drei große Romantrilogien geschrieben hat. Das Gespräch wurde von Ilija Trojanow geführt, der ja, glaube ich auch in Kapstadt gelebt hat und der vorgestellte Roman heißt “Im Norden der Dämmerung”.

Eine interessante Veranstaltung, ein interessantes Thema, über das sich sicher viel nachdenken und damit die Weihnachten, egal ,ob geimpft oder ungeimpft gemütlich werden, viel lesen läßt und nein, ich glaube, nicht, lieber Ilija Trojanow, daß die Vierzig-, Fünfzig oder vielleicht sogar Hunderttausend, die da am Samstag auf die Straße gingen, für die “Freiheit krank zu werden” demonstrierten, sondern wahrscheinlich dafür, daß ihre Menschenrechte gewahrt werden, obwohl ich nicht dabei war, sondern mir den Stream genauso, wie den aus dem “Odeon” angesehen habe.

Ich werde mich wahrscheinlich nicht impfen, lassen, hoffe aber trotzdem, das nächste Jahr wieder live dabei sein zu können, obwohl man über den Stream natürlich auch viel mitbekommt und krank werden kann man dabei auch nicht, zumindestens was Corona betrifft und außerdem würde ich mir, das wird wahrscheinlich illusion bleiben, für das nächste Jahr eine Aufarbeitung des Corona-Themas wünschen und kann da gleich anmerken, ich habe auch einige Bücher, die sich dafür gebrauchen lasen, vor allem aber meine Blogartikel, drei schon veröffentlichte Bücher, zwei noch zu erscheinende und an dem sechsten, das ich derzeit schreiben möchte, komme ich angesichts der sich derzeit überstürzenden Ereignisse nicht wirklich weiter, habe inzwischen 4386 Worte, aber beim “Nano” schreibe ich ja nicht wirklich mit. Velleicht gelingt es mir aber trotzdem noch die Situation und sie sich auf beiden Seiten anfühlen kann, in Worte zu fassen.

Mein Lieblingstier heisst Winter

Hurrah, hurrah, das deutsche Buchpreislesen ist jetzt abgeschlossen, bei der Öst bin ich bei Buch sieben, Ferdinand Schmalz “Mein Lieblingstier heißt Winter,” dem 1985 in Graz geborenen Dramatiker, den ich im “Musa” kennengelernt habe und der 2017 mit einem Kapitel daraus den “Bachmann-Preis” gewonnen hat.

Bei den O-Tönen hat er mit Klaus Kastberger das Buch vorgestellt und hat da in vierzig Minuten tour wahrscheinlich, wie am Klappentext steht “Eine abgründige tour quer durch die österreichische Gesellschaft” gemacht.

Hinter dem Absperrgitter stehend und von den vorbeiflanierenden Passanten abgelenkt,habe ich davon nicht viel mitbekommen, wohl aber die melidiös klingende Kunstsprache Wie ausgestorben liegt der da der Ot”, a la Nestroy, Bernhard.

Der allseitig erwähnte Horvath ist mir nicht so aufgefallen und, daß es da um einen Tiefkühlverkäufer nahmens Schlicht steht. Ja, Frau Heidegger, falls Sie mich noch lesen sollten, Ferdinand Schmalz hält es auch mit den sprechenden Namen. So hat der Vertreter der dem Herrn Dr. Schauer jede Woche ein Rehragout bringt, offenbar ein einfaches Gemüt und der Herr Dr. Schauer hat Krebs und einen makrabren Einfall.

Ja der Tod ist ein Wiener und ein makabres Geschäft oder doch nicht so ganz, tanzen doch die Leichen munter am Zentralfriedhof, wie das Klischee verlautet und der der jüngere Steirer, der, glaube ich, in Wien lebt und meistens einen Hut trägt, scheint davon auch einiges mitbekommen zu haben und den Parcour durch die österreichische oder wahrscheinlich auch internationalen Korruption skurril ausgestattet zu haben.

So will sich der Krebskranke in der Tiefkühltruhe einfrieren lassen und der Schlicht, wie es heißt, soll seine Leiche versorgen.

“Er der Schlicht, sieht sich in seinem Innersten, in seiner tiefsten Prägung, als, wie man so sagt, wüsten Chrarakter.”

Aber als der kommt, um sie abzuholen ist sie nicht da. Nur das aufgetaute Rehragout liegt herum und die Tochter Astrid, eine Zahntechnikerin taucht auf und beauftragt den Schlicht nach Papas Leiche zu suchen.

Einen Dinosaurier Park gibt es auch und eine Reinigunsfirmainhaberin namens Sabine Teufel. Die hat den Herrn Ministerialrat Kerniger, ihren Klienten, erpresst, weil er Naziweihnachtsschmuck sammelt, was wohl nicht wirklich verboten ist.

Dann gibt es noch einen, der sich in sein Haus einmauern läßt. Ja, der Tod muß ein Wiener sein und Wien hat einen morbiden Ruf, so landet der Schlicht auf seiner Leichensuche auch einmal im Spital, wo ihm ein Säugling in den Arm gelegt wird und das zweite Ml wird er Gegenstand eines “Lebendbegräbnis”, liegt dann scheintot in der Pathologie. Kann dem Tod noch einmal von der Schaufel springen.

Aber vorher war er noch bei einem makabren Abendessen bei der Frau Dr Bitter und deren Gatten, die diesen erst aus seinem künstlichen Koma erlösen muß, bevor sie ihm die Stopfleber serviert, die der dann ausspuckt.

Makaber, aber alles sehr musikalisch in schönster Bernhard-Manier, aber viel weniger negativ, man sieht, würde ich ihm unterstellen, das Lächeln auf Ferdinand Schmalzs Lippen, der diesen Namen wohl Ferdinand Schmatz gestohlen hat, mit dem er das Buch geschrieben hat, das herrlich altmodisch ist und einer wahrscheinlich auch konservativen Wiener Kommunistin daher gut gefällt. Bei den Buchpreisbloggern habe ich gelesen, daß es zu den Experimentellen gehören würde. Für den deutschen Geschmack vielleicht. Ich würde es eher der traditionellen österreichischen Theatertradition zuordnen und hätte es mir auf beide Shortlists auf einer war es und vielleicht sogar auf den Öst gewünscht.

Metropolis

Über die 1920 Jahre gibt es sehr viele Bücher, die ich zum Teil schon im Vorjahr gelesen habe, vor kurzem eines über den Februar 1933 in Berlin, das sich speziell mit der Rolle der Dichter, wie Thomas Mann, Alexander Döblin, Heinrich Mann, etcetera beschäftigte und jetzt, Zufall, wie es sie gibt, ist mir ein Krimi des 2018 verstorbenes Philip Kerrs, den ich einmal in der Hauptbücherei gesehen und zwei Bücher von ihm gelesen habe, in dem er mit seiner Bernie Gunther Reihe bis ins Jahr 1928 zurückgeht und da teilweise Personen, wie in “Berlin 1933” vorkommen und ich muß sagen, das ist das Buch von Philip Kerr, das mir bisher am besten gefallen hat, obwohl es auch da einige sehr ungewöhnliche Ermittlungsweisen und einiges nicht wirklich logisch ist, sowie, glaube ich, Handlungslücken gibt, aber es ist wahrscheinlich das Thema und das Berlin, in den Neunzehnzwanzigerjahren, was wieder sehr dicht und beeindruckend beschrieben wird, das mir sehr gefiel.

Den vorletzten Bernie Gunther Krimi habe ich ja gelesen. Der jetztige, den Philip Kerr kurz vor seinen Tod fertiggestellt haben dürfte, beschreibt den jungen Bernhard Gunter, der gerade in die Mordkommission kommt. Beim lesen habe ich mir gedacht, wenn es da schon eine ganze Reihe von Bernie Gunther Bücher gibt, muß der im letzten, den ich gelesen habe, schon eine ganze Reihe Ungesetzlichkeiten auf den Buckel haben und spannend auch, daß sich Kerr in seinem Romanen mit dem historischen Berlin beschäftigte und sich da gut auszukennen schien.

Also Berlin 1928. Der erste Weltkrieg ist zehn Jahre vorbei, auf den Straßen Berlin laufen die “Krüppel” “in ihren verschliessenen Uniformen auf denen noch die Orden hängen und betteln, weil sie ihre Beine im Krieg verloren haben und die Frauen, die ihre Arbeit verloren haben, müssen sich prostituieren.

Auch sehr interessant, das Buch ist in drei Teilen, wie ein Tryptichon gegliedert und das gibt es von Otto Dix, der in dem Buch auch vorkommt, nach dem Prolog von Ian Rankin zu sehen, der erste Teil “Frauen” zeigt einen solchen “Krüppel”, Teil zwei “Niedergang”, zeigt eine Jazzclubszene und Teil drei heißt “Erotik”.

Im Teil drei geht es um Prostituiertenmorde, da wurden vier oder fünf Frauen von einem “Winnetou” genannten Mörder skalpiert und Bernie Gunther wird von der Sitte in die Mordkommission berufen, um bei der Aufklärung zu helfen. Der war auch im Krieg, ist daher kriegsgeschädigt und säuft sich seine Traumen weg. Eigentlich hätte ein Inspektor Reichenbach die Stelle bekommen sollen. Aber der ist nicht nur Jude, sondern geht auch recht gewalttätig bei seinen Ermittlungen um. Der Chef der Mordkommission ist ein Dr . Weiß, sein Stellvertreter heißt Ernst Gennat und beide sind historische Personen und man kann im Anhang über ihr weiteres Schicksal lesen.

Die Polizisten unterbezahlt halten die Gesetze auch nicht so ganz ein, sondern leeren am Tatort manchmal auch die Geldbörsen der Opfer aus oder dealen vielleicht ein bißchen.

Also ein starkes Sittenbild Berlins und das ist sehr dicht beschrieben. Dann kommt es zu einem Schnitt, denn “Winnetou” verwandelt sich in einen “Dr. Gnadenschuss”. Bernie Gunther beginnt bald zu ahnen, daß das das vielleicht dieselbe Person sein könnte, denn die Frauenmorde hören auf, stattdessen werden plötzlich die Bettler umgebracht und Dr. Gnadenschuß, wie er sich nennt, hat Bekennerschreiben an Zeitungen wie beispielsweise das “Tageblatt”, die ja in “Berlin 1933” auch vorkommt, wo er sich dazu bekennt Berlin von den “unnötigen Krüppel” zu befreien und wieder schön sauber machen.

Dr. Weiss kommt auf die Idee, daß sich Bernie Gunther als Lockvogel mit einem “Krüppelknarren” auf die Straße stellt, um den Mörder zu fassen. Er geht mit einer Saxophonspielerin, die in seiner Pension wohnt, auch ins “Sing-Sing”, das ist ein Lokal, das es auch gegeben hat, wo es einen elektrischen Stuhl gibt und Bernie Gunter wird auserwählt das Opfer zu spielen, das sich vor den Schaulustigen guiilitieren lassen muß. Da kommt Gunther mit dem Vater des letzten Frauenopfers in Kontakt. Der mischt sich in die Aufklärung ein und Gunther wird als Bettler verkleidet von einer Jugendbande angriffen und blöderweise hat er vorher die Pistole verloren, so daß er froh sein kann, daß plötzlich sein Kurt Reichenbach kommt, ihm hilft und ihm seine Pistole gibt.

Einen Mordfall kann Gunter auch noch beobachten, den soll Reichenbach aufklären. Aber der verschwindet und ist, stellt sich heraus, der Prostituierten- und Bettlermörder. Aber statt die Sache aufzuklären und ihn festzunehmen, hat der Vater ihn entführt und ermorden lassen, beziehungsweise vor ein Gericht bestellt und überredet Gunther, die Sache zu vertuschen. Denn wem hilft es, wenn die Witwe plötzlich die Gattin eines Mörder war?

Einen eigenen Mord oder Notwehr, als Dr. Weiss angegriffen wurde und die Kollegen holte wollte, hat er auch vertuscht. Dafür klärt er den schon erwähnten Mord auf, was ich sehr seltsam finde und mich stört.

Ansonsten ein sehr interessantes Buch, das mir aber manchmal etwas zu lang und auch unlogisch vorkam. So hatte Kurt Reichenbach in seinem Auto ein scharfes Messer, einen Hammer und eine Perücke liegen, die ihn an Mörder auswiesen. Das denke ich, wird die Witwe wohl gefunden haben, als sie sich um den Nachlaß kümmerte oder das Auto verkaufen wollte.

Und der Titel, bezieht sich auf Fritz Langs Film und mit dessen Frau, die Drehbuchautorin Thea von Harbou, die Nationalsozialistin war, trifft sich Bernie Gunter auch, um sie bei einem Drehbuch zu beraten.

Also interessant, wie es in Berlin in den Zwanziger und Dreißigerjahren aussah und wieder interessant, wieviele Bücher es darüber gibt.