Der Zopf

Jetzt kommt das erste “Frankreich-Buch”, das ich, als wir schon auf der Il d´ Oleron waren, zu lesen begonnen habe.

Ein Geschenk, der lieben Doris Kloimstein und die Autorin Laetitia Columbani wurde auch 1976 in Bordeaux geboren, wo wir auf unserer Reise auch einen Tag waren und der Bestseller-Roman hat eigentlich nicht sehr viel mit Frankreich zu tun, handelt er doch von drei Frauen, wo eine in Indien, eine in Sizilien und eine in Montreal lebt und die drei Handlungsstränge, werden, wie in der Beschreibung steht, kunstvoll miteinader verknüpft.

Da ist also Smita, eine Unberührbare, die vom Kloputzen lebt, Ratten ißt und sich nichts anderes wünscht, als, daß ihre Tochter in die Schule gehen kann, damit ihr dieses Schicksal erspart bleibt. So wird gespart und gespart und als es so weit ist, kommt die kleine Tochter weinend zurück, weil der Lehrer sie aufgefordert hat, den Klassenraum zu kehren. Smita holt sich das Geld zurück und flüchtet mit ihrer Tochter zu einem Verwandten, wo sie bessere Möglichkeiten hat. Die Reise wird auf einen Wallfahrtsort, der gläubigen Smita unterbrochen, wo sich die Beiden die Zöpfe abschneiden lassen und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Der zweite Handlungssgtrang, Zöpfe sind ja drei ineinanderverbunden Haarstränge, wie am Buchanfang steht, führt nach Sizilien. Da gib t es die zwanzigjährige Giulia, deren Vater eine Perückenmanifaktur aufgebaut hat. Der hat jetzt einen Unfall und Guilia erkennt, daß er hoch verschuldet ist. Die Manufaktor also aufgegeben werden oder Guilia einen reichen Mann heiraten muß. Sie hat aber schon einen Sikhs als Geliebten und der macht sie auf die schönen indischen Haare aufmerksam, die die Manufaktur retten können und dann geht es nach Montreal zu Sarah, die ist etwa vierzig und erfolgreiche Anwältin. Sie hat zwei Kinder und ist so etwas wie eine Workoholic, als bei ihr ein Krebs diagnostiziert wird. Das versucht sie solange zu verbergen, bis sie von ihrer Kanzlei hinausgemobbt wird und am Ende schöpft sie durch eine Perücke, die in Sizilen erzeugt wurde und in der sich wahrscheinlich Smitas und Lalitas Haare befinden, neue Kraft und geht in ein neues Leben.

Ein wenig plakativ geschrieben, aber ein Versuch sich für die Kraft der Frauen einzusetzen. So gibt es auch ein Motto von Simone de Beauvoir in dem Buch zu finden, das den “mutigen Frauen” gewidmet ist.

“Eine freie Frau ist das genaue Gegenteil eines leichten Mädchens”.

Wie wahr und jetzt müßte ich noch “Das Haus der Frauen” lesen, das sich auch schon auf meinen Bücherstapeln befindet.