Doch durch Frankreich gefahren

Noventana

Ich habe es ja schon gebloggt, daß wir eigentlich gleich, als wir von der Main-Radfahrt zurückgekommen sind, nach Frankreich fahren wollen. Der Alfred, der sich ja seit 2020 in Pension befindet, ist sehr reiselustig. Ich bin das weniger und weil ich auch noch das Gstöttmeier-Buch lektorieren mßte, ist sich das für den Juli nicht ausgegangen.

Arles, Camping City

Aber für den August gleich nach Alfreds Geburtstag sind wir losgefahren. Für mich völlig ungeplant, weil ich mich auf eine Reise eigentlich nicht besonders vorbereitet. Das heißt am letzte Tag die Reisetasche packe, eine für die Kleider, eine andere für die Bücher und da hatte ich ja eigentlich eine schöne Zusammenstellung französischer Bücher. Aber Anfang August noch Rezensionsexemplare, die ich lesen sollte. Darunter vier Krimis, einen Andrej Kurkow und oh Überraschung, das dritte Buch der heurigen deutschen Buchpreisliste. Dann habe ich noch ein paar französische Bücher dazugepackt.

Arles

Aber nicht zu viele, weil ich ja bei der Radreise nur ein oder zwei Bücher gelesen habe, aber wenn man zweimal drei Tage nur im Auto sitzt, liest man eben mehr.

Ich hätte mich doch besser vorbereiten sollen, wohin die reise geht. Habe ich aber nicht. Also war das ganze eine große Überraschung und der Alfred hatte in seinem Reiseplan auch einige Lücken. Nur, daß es nach Südwestfrankreich gehen sollte und da auch die liebe Doris Kloimstein treffen wollte, war fix und auf der Rückreise in Bregenz vielleicht die Erika Kronabitter, damit es ein bißchen literarisch wird, was mir ja immer sehr wichtig ist.

Oloron-Sainte-Marie

Also ist es am Freitag den elften August über Italien losgegangen. Als wir gerade am Wörthersee vorüberfuhren hat mich die Ruth Aspöck angerufen und wissen wollen, wie das Gespräch mit der Julia Danielczyk am Vortag bei den O-Tönen war und hat sich sehr gewundert, daß wir schon unterwegs sind, dabei habe ich ihr das am Mittwoch bei Afreds Geburtstagsessen im Waldviertlerhof und auch schon vorher ganz genau erklärt.

Also bis nach Gemona, dort den Trailer aufgebaut, in den Ort gegangen und ein nettes Gespräch mit der jungen Wirtin in einem Gasthaus gehabt, die uns schöne Ferien wünschte.

Dann ist es noch einmal durch Italien gegangen, am am nächsten Tag, weil sehr voll, schon geglaubt, keinen Campingplatz zu finden, hat dann aber doch geklappt, so daß wir nicht, wie schon befürchtet, im Auto schlafen mußten und dann ist es nach Frankreich und zwar nach Arles gegangen.

Einen schönen Campingplatz gefunden und ein bißchen in der Stadt herumspaziett, das Amphietheater angesehen und dann der erste längere Aufenhaltsort war Oloron St. Marie. Eine schöne kleine Stadt in den Pyrenäen oder im Baskenland. Deshalb hat sich der Alfred auch eine solche Mütze gekauft. Wir haben uns die Stadt angeschaut, in einem Restauratn eine berühmte Suppe und einen baskischen Kuchen gegessen. In der Touristeninformation ein paar Werbefilme in einer Art Kino angesehen und einen Ausflug nach Lourdes haben wir am Marienfeiertag auch gemacht.

Drei Tage sind wir auf den Camp geblieben, wo wir die einzigen Österreicher waren. Dann ist es weiter ans Meer bis an die spanische Grenze gegangen. Ein bißchen sind wir auch darüber gefahren, haben Paella gegessen und uns schöne kleine orte angesehen. In Biarritz waren wir auch. Haben in der Markthalle einen Cremant getrunken und Sardellenfilets gegessen und als wir an das Cap Ferret gekommen sind, wo es sogar einen Campingplatz mit lauter Deutschen, wo wir aber keinen Platz bekommen haben, gegeben hat, habe ich einmal sehr gute und sehr teure Muscheln in einer Knoblauchsauce gegessen und dazu viel Rotwein getrunken. Da waren wir auch in Bordeaux. Dort habe ich mich dann auch über die neue deutsche Buchpreisliste informiert und befriedigt festgestellt, daß ich schon drei Bücher gelesen habe und in dem Weingut Smith Havt Lafitte, das ich oder dessen Weine, ich schon vom Herrn Fischer kannte, waren wir auch.

Bordeaux

Am Abend auf den Campingplätze also viel Rotwein getrunken und ein bißchen Radfahren waren wir auch.

Die Campingplätze sehr schön und in Naturschutzgebieten gelegen und dann ist es bis an die Landessptize oder an die Il d’Oleron nach Saint Denis gegangen, wo die Doris Kloimstein schon seit vielen Jahren Urlaub macht und sich dort ein Häuschen mietet und das war natürlich spannend. Denn wenn man von einem Campingplatz zum anderen fährt und zu Mittag in ein in den Führern empfohlenen Restaurants essen geht, bekommt man nicht viel mit von dem Land und der Umgebung und das kleine Städtchen St. Denis in das uns die Doris herumführte, war auch sehr interessant. Den Markt haben wir genau besichtigt und an den Stränden Muscheln gesucht und den Leuchtturm bewundert.

Saint-Denis-d’Oléron

Ein verlängertes Wochenende sind wir dort geblieben, von der Doris liebevoll bekocht und auch den Bücherschrank besucht und mich ein bißchen in der französischen Literatur umgeschaut. Denn ich habe ja in der Straßergasse fünf Jahre Französisch gelernt. Leider ist nicht sehr viel hängen geblieben.

Also ein wenig aufgefrischt und dann ist es wieder vier Tage lang zurückgegangen, weil der Alfred keine zu langen Strecken fahren wollte. Also noch ein bißchen Land gesehen. Einen sehr schönen Campingplatz haben wir in der Nähe von Clermont-Ferrand gefunden, wo man schön Frühstücken konnte und es auch viele Freizeitangebote gegeben hat.

Aber wir waren nur eine Nacht dort und sind dann weiter nach Annecy gefahren, wo wir an der Seepromenade entlangspaziert sind, in dem schönen Städtchen am Fluß Crepes gegessen. Dann ging es über die Schweiz nach Bregenz, wo wir zwar die Erika Korabitter nicht getroffen haben, aber an der Seepromenade entlanggeradelt sind. Zuerst den Bücherschrank suchten, wo ich ein Buch von Reihard Bilgeri gefunden habe und dann in der Sunset Bar auch einen “Hugo” getrunken haben und jetzt wieder zurück.

“Urlaub aus!”, wie der Alfred so schön sagt. Mein Französisch habe ich ein ein bißchen aufgefrischt und jetzt gleich hinein in den Veranstaltungsreigen. Denn am Wochenende gibt es wieder das Volksstimmefest, wo ich zwar wieder nicht lesen werde, aber der Alfred nicht versäumen wollte. Sonst wären wir wahrscheinlich eine Woche länger geblieben. Mir aber sehr recht ist, denn jetzt beginnt ja das große Buchpreislesen und da bin ich ohnehin im Rückstand und muß mich beeilen, alles aufzuholen. Dafür habe ich aber alle meine mitgenommen Bücher und noch ein paar mehr aufgelesen, denn im Auto auf der Autobahn und am Abend auf den Campingplätzen hat man genügend Zeit dazu.

Gebete der Einsamkeit

Ich tausche ja mit der lieben Doris Kloimstein seit einiger Zeit, wenn ich sie am Markt von St. Pölten treffe, immer wieder Bücher aus. Ich bringe ihr die, die ich in den offenen Schränken finde und ich für interessant halte und sie hat mir schon einiges sehr Interessantes gegeben, wo ich mit dem Lesen inzwischen gar nicht mehr nachkomme.

Clermont-Ferrand

Da die Doris ihre Ferien seit Jahren aber in Frankreich verbringt, haben sich auch einige von französischen Autoren auf meiner Leseliste angesammelt und die habe ich mir herausgesucht, als ich die Leseplanung für die Frankreichreise machte. Die hat dann erst im August statt im Juli stattgefunden und da hatte ich noch eine Reihe von Rezensionsexemplare zu lesen, so daß ich gar nicht mehr alle mitnehmen konnte. Für den “Zopf” ist es sich noch ausgegangen. Dann war ein dünnes Büchlein der letzten Nobelpreisträgerin dabei und als ich zum “Fetzen” greifen wollte, ist mir ein noch dünneres Büchlein von Antoine de Saint-Exüperi in die Hände gefallen, daß mir die Doris vor einigen Jahren, glaube ich, gegeben hat. Jedenfalls vorher, als ich Jörg H Trauboths “Bonjour St. Ex” gelesen habe. Denn da habe ich mich an das Büchlein erinnert und der Autor hat mich darauf aufmerksam gemacht, was ohnehin in dem Buch steht, daß die meisten Texte darin aus “Der Stadt der Wüste” stammen, die Antoine de Saint-Exupery neben dem berühmten “Kleinen Prinzen” noch geschrieben hat.

Das stimmt nicht ganz, denn der erste Text “Für Antoine” stammt von seiner Frau Consuelo. Die Anderen sind aus dem Buch und der Verleger merkt an, daß die Reihenfolge geändert wurde, beziehungsweise gibt es unter jeden Text, die Seitenangabe, wo man das Gedicht oder Gebet in “Der Stadt der Wüste” finden kann.

Camping Huttopia Royat

Es sind mehr poetische Texte als Gebete, wird noch angefügt und Antoine de Saint Exupuery wurde 1900 in Lyon geboren. An dieser Stadt sind wir auf der Rückfahrt auch vorbeigekommen. Es gibt dort auch einen Flugplatz, der seinen Namen trägt und der Flieger ist ja 1944 bei einem Aufklärungsflug über Südfrankreich abgeschossen worden.

Also durch die Gebete, was auf dem Campingplatz bei Clermont Ferrand sehr schnell geschehen ist, denn das Buch hat ja nur einundsechzig Seiten und dreiundzwanzig Texte und da gibt es das “Gebet der Einsamkeit”, die “Hymne auf die Stille”, die “Hymne auf die Nacht”, “Gott in der Wüste”, die “Stille des Friedens”, etcetera.

Und jetzt durch das Buch, was für eine Frau, die weder gläubig noch katholisch ist, sehr interessant war, ein bißchen über Antoine de Saint Exuperys Gedankenwelt zu erfahren.

So schreibt er in der “Hymne auf die Stille”: “Stille du Musikantin der Früchte!- Stille der inneren Worte, denn es ist gut, wenn du Gott wiederfindest”.

In “Stille, Hafen der Schiffe” klagt er “Oh du Schwätzer! Wie sehr haben sie die Menschen verdorben”, an.

In “Der Friede ist ein Baum” schreibt er “Erleuchte mich, Herr. Lass mich an Weisheit zunehmen, damit ich versöhne.”

“Es lügen alle” finde ich auch sehr interessant, wo er schreibt:

“Es lügt der Liebende, der dir vorgibt, dass Tag und Nacht das Bild seiner Geliebten in ihm wohne. Ein Floh lenkt ihn davon ab, denn der Floh sticht. Oder auch nur die Langeweile, denn dann gähnt er”.

Das finde ich sehr originell und wird sich bei mir einprägen und hängen bleiben.

Es ist also ein sehr interessantes Buch und es war sicher sehr eindrucksvoll sich auf der Rückreise nach Wien ein wenig in die gläubige Gedankenwelt des Autors des “Kleinen Prinzen” einzulesen, von dem meine Französischlehrerin in der Straßergasse immer leidenschaftlich schwärmte und den Hut des Napoelons auf der Tafel aufzeichnete.

Das andere Mädchen

Ende Juli hat der Alfred ein Grillfest gemacht und dazu all die Bekannten eingeladen, die von Corona übergeblieben sind und da ist auch die liebe Doris Kloimstein gekommen, die neben der Ruth in den ärgsten Lockdown- und 2G-Zeiten, eigentlich die einzige war, mit der ich damals Kontakt hatte und die hat mir ein kleines dünnes Büchlei, der letzten Nobelpreisträgerin, der 1940 geborenen Annie Ernaux “Das andere Mädchen” mitgebracht und da bin ich daraufgekommen, daß ich das Buch nach Frankreich mitnehmen könnte und außerdem ist mir noch eingefallen, daß ich ja ein anderes Ernaux Buch im Bücherschrank von Lohr gefunden habe.

“Erinnerungen eines Mädchen” heißt es und einen Augenblick lang habe ich geglaubt, daß es sich um das selbe Buch handelt, ist es aber nicht und auf die “Erinnerungen” habe ich vergessen, als ich im Juli mir die französische Reiselektüre zusammengestellt habe, obwohl wir damals ja nicht dorthin fahren wollten und von Annie Ernaux war in den letzten Jahren viel zu hören und ihre Bücher, sie ist auch eine, die ihr eigenes Leben beschreibt, was jetzt ja als Autofiktion sehr modern ist, sehr gelobt.

Gelesen hatte ich noch nichts von ihr. Also vielen Dank für das Geschenk und das vierundsiebzig Seiten “Suhrkamp-Buch” habe ich gelesen, als wir schon auf der Rückfahrt waren.

Es gibt einige Fotos auf dem Cover und in dem Buch. Am Cover ist Annie Ernaux Vater mit einer Verwandten und der verstorbenen Schwester Ginette zu sehen, die Annie Ernaux nie gekannt hat, weil sie schon vor ihrer Geburt an Diphterie verstarb. Daran knüpfen sich nun einige Fragen, darunter berühmte, mußte sie sterben damit Annie geboren werden durfte und muß sie sie ersetzen?

Fragen die ich eigentlich für unnötig finde, ob wohl sich damit ja Bücher schreiben lassen, denn die Antwort heißt natürlich nein! Aber an solche Ereignisse knüpfen sich natürlich die berühmten Familiengeheimnisse und Annie Ernaux hat von ihrer Schwester auch durch ein zufälliges Gespräch ihrer Mutter mit einer Nachbarin oder einer Kundin erfahren und da hat diese eine wenig sensible Außerung gemacht, die sich bei der kleinen Annie eingeprägt hat.

“Sie war viel lieber, als die da!”, hat sie gesagt und das hat Annie Ernaux wahrscheinlich veranlasst Jahre später einen Brief an die nie gekannte Schwester zu schreiben. Einen Brief, den diese, wie sie ebenfalls schreibt, nie lesen wird.

“Selbstverständlich ist dieser Brief nicht an dich gerichtet, und du wirst ihn nicht lesen. Andere Menschen, Leserinnen und Leser, die beim Schreiben für mich genauso unsichtbar sind wie du, werden ihn in den Händen halten.”

Es gibt zwei Fotos in dem Buch von dem Haus in dem Annie Ernaux als kleines Mädchen mit ihren Eltern lebte, die dort ein Geschäft oder eine Kneipe hatten und die Sprache, die von Sonja Finck übersetzt wurde, ist sehr schön und eindrucksvoll und macht Lust mehr von Annie Ernaux und ihrem Leben zu lesen. Bei den Erinnerungen”, die ein wenig dicker sind, hätte ich Gelegenheit dazu und da gibt es auch ein Foto von der jungen Frau am Cover zu sehen.

Der Zopf

Jetzt kommt das erste “Frankreich-Buch”, das ich, als wir schon auf der Il d´ Oleron waren, zu lesen begonnen habe.

Ein Geschenk, der lieben Doris Kloimstein und die Autorin Laetitia Columbani wurde auch 1976 in Bordeaux geboren, wo wir auf unserer Reise auch einen Tag waren und der Bestseller-Roman hat eigentlich nicht sehr viel mit Frankreich zu tun, handelt er doch von drei Frauen, wo eine in Indien, eine in Sizilien und eine in Montreal lebt und die drei Handlungsstränge, werden, wie in der Beschreibung steht, kunstvoll miteinader verknüpft.

Da ist also Smita, eine Unberührbare, die vom Kloputzen lebt, Ratten ißt und sich nichts anderes wünscht, als, daß ihre Tochter in die Schule gehen kann, damit ihr dieses Schicksal erspart bleibt. So wird gespart und gespart und als es so weit ist, kommt die kleine Tochter weinend zurück, weil der Lehrer sie aufgefordert hat, den Klassenraum zu kehren. Smita holt sich das Geld zurück und flüchtet mit ihrer Tochter zu einem Verwandten, wo sie bessere Möglichkeiten hat. Die Reise wird auf einen Wallfahrtsort, der gläubigen Smita unterbrochen, wo sich die Beiden die Zöpfe abschneiden lassen und auf eine bessere Zukunft hoffen.

Der zweite Handlungssgtrang, Zöpfe sind ja drei ineinanderverbunden Haarstränge, wie am Buchanfang steht, führt nach Sizilien. Da gib t es die zwanzigjährige Giulia, deren Vater eine Perückenmanifaktur aufgebaut hat. Der hat jetzt einen Unfall und Guilia erkennt, daß er hoch verschuldet ist. Die Manufaktor also aufgegeben werden oder Guilia einen reichen Mann heiraten muß. Sie hat aber schon einen Sikhs als Geliebten und der macht sie auf die schönen indischen Haare aufmerksam, die die Manufaktur retten können und dann geht es nach Montreal zu Sarah, die ist etwa vierzig und erfolgreiche Anwältin. Sie hat zwei Kinder und ist so etwas wie eine Workoholic, als bei ihr ein Krebs diagnostiziert wird. Das versucht sie solange zu verbergen, bis sie von ihrer Kanzlei hinausgemobbt wird und am Ende schöpft sie durch eine Perücke, die in Sizilen erzeugt wurde und in der sich wahrscheinlich Smitas und Lalitas Haare befinden, neue Kraft und geht in ein neues Leben.

Ein wenig plakativ geschrieben, aber ein Versuch sich für die Kraft der Frauen einzusetzen. So gibt es auch ein Motto von Simone de Beauvoir in dem Buch zu finden, das den “mutigen Frauen” gewidmet ist.

“Eine freie Frau ist das genaue Gegenteil eines leichten Mädchens”.

Wie wahr und jetzt müßte ich noch “Das Haus der Frauen” lesen, das sich auch schon auf meinen Bücherstapeln befindet.

Bei den Kloimsteins in Saint Denis d Oleron

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, nicht besonders reiselustig, sondern eine schreibende Frau für die, die Literatur sehr wichtig ist und ihre Ferien eigentlich eher für das Schreiben nützen will. Statt von einem Ort zum anderen zu fahren, im Hotel oder auf dem Campingplatz zu übernachten, zu Mittag in ein vom Führer empfohlenes Roman essen zu gehen und von Land und Leute eigentlich nicht viel mitzubekommen.

Das kann man, wie die Kloimsteins, die ja, glaube ich, schon seit zwanzig Jahren jedes Jahr auf die Il d`Oleron auf Urlaub fähren und sich dort ein Häuschen gemietet haben. Die Doris mit dem Rad auf ihren Schreibeplatz am Meer fährt, die dort gelebt habende Autorin Anne-Marie Mechain übersetzt und uns, wenn wir sie am Markt von St Pölten treffen, davon erzählt und die Doris Kloimstein, die im Dezember 1959 in Linz geboren wurde, kenne ich schon lang.

In der Zeit, wo wir von St. Pölten nach Wien pendelten, habe ich sie, glaube ich bei einer Regionalversammlung der IG Autoren in NÖ kennengelernt. Sie hat, glaube ich, Theaterwissenschaft studiert, am Theater von St. Pölten gearbeitet. War auch die Obfrau der LitGes und hat das Etcetera herausgegeben und auch einige Buchveröffentlichungen, von denen ich auch einiges gelesen habe.

Lège-Cap-Ferret

Seit einiger Zeit treffe ich sie regelmäßig am Markt von St. Pölten und mit den Scriptorium im Stift Seitenstätten zu dem sie mich 2020 eigeladen hat, hat es ja Corona mäßig leider nicht geklappt.

Sie macht auch PEN-Veranstaltungen im Stadtmuseum und als wir diesen Sommer ihr wahrscheinlich am Markt erzählten, daß wir leider nicht im Juli nach Frankreich fahren werden, sind wir wahrscheinlich auf die Idee gekommen, das im August zu tun und sie da auch einige Tage auf der Insel zu besuchen und das haben wir auch getan.

Vom Cap Ferret sind wir sozusagen als letzte Frankreichetappe dorthin gefahren und sie und ihr Mann Lothar haben uns dort gut bekocht. Denn das Häuschen, das sie von einem Freund gemietet haben, liegt ziemlich dicht am Markt, der jeden Tag offen hat, wo man Muscheln, Austern, etcetera kaufen und auch gleich in dem kleinen Cafe an der Ecke verzehren kann und die Doris hat von einer Madame, wie sie mir stolz erzählte, französisch kochen gelernt. Französisch spreichen auch. Alles original und so haben wir Huhn mit Kartoffeln und Karotten nach einem Originalrezpt bei ihr gegessen. Muscheln und auch Kabeljau in Weißweinsauce mit Kartoffelpürre und sind mit ihr an den Nachmittagen mit dem Rad zum Leuchtturm gefahren und an die verschiedenen Stränden, wo man Muscheln, Schnecken und auch die Surfer beobachten konnte.

Am Abend ein Bier oder einen Aperol Spritz in dem Cafe. Am Morgen haben wir uns dorthin die Croissants mitgenommen und den Cappuccino dazu bestellt. Die Croissants konnte man in der Boulangerie kaufen. Beziehungsweise relativ lange Schlange davor zu stehen, um an die Baguettes und die Croissants zu kommen.

Durch das idyllische Städtchen sind wir spaziert. Die Doris hat uns den Garten ihres Vermieters gezeigt. Durch den Friedhof sind wir geschlendert und das Haus in dem Anne-Marie Mechain gelebt hat, hat uns die Doris auch gezeigt.

Vier idyllische Tage auf der insel also. Am donnerstag sind wir angekommen, habeen unser Zelt auf den Campingplatz gestellt und die Festungen aus dem zweiten Weltkrieg, die es dort gibt, angesehen und sehr viel von dem savoir vivre, das es in Frankreich gibt, mitbekommen und vor allem der Alfred war sehr begeistert von dem Markt und schwärmt wahrscheinlich davon sich dort einzumieten und vierzehn Tage oder auch vier Woche über den Markt zu schlendern, dort Fische, Gemüse und Wein einzukaufen und das dann zu kochen.

Einen kleinen Bücherschrank aus dem ich für die kleine Lia einen französischen Astrix gezogen habe, hat es auch gegeben.

Ich habe mir ein kleines Schundheftchen und Erika Pluhars frühe Tagebücher ,von dort mitgenommen und mir den Bücherflohmarkt den es dort zu sozialen Zwcken gibt, auch angesehen. Neben einem Sandler auf einer Bank im kleinen Park bei dem Veranstaltungshaus bin ich gesessen, habe auf den Alfred gewartet und das savoir vivre studiert. Es war sehr schön und sehr interessant, kann ich sagen und das Reisen lohnt sich vielleicht doch.

Zu Maria Himmelfahrt nach Lourdes

Am fünfzehnten August, dem Feiertag, an dem meine 1915 geborene Mutter, ihren Geburtstag hatte, sind wir ja öfter unterwegs und dann ist es immer die Frage, ist dort, wo wir sind, ein Feiertag oder nicht?

In Litauen, wo wir das Thomas Mann-Häuschen besuchen wollten, interessanterweise schon. Dafür in Ansbach, wo wir vom Elsaß zurückgekommen sind, nicht. So haben wir dort noch Millch und Brot eingekauft. In Bern, wo wir vor einigen Jahren waren und ich mich über die damalige deutsche Longlist informieren und gleich eines der Bücher kaufen konnte, glaube ich auch nicht und ob das jetzt in Frankreich

so war, habe ich eigentlich nicht mitbekommen.

Denn da sind wir ja, gerade in Loron Ste. Marie angekommen, nach Lourdes gefahren und an diesen berühmten Wallfahrtsort ist wahrscheinlich immer etwas los und so hatten auch die Souveniershops und Restaurants offen.

Ich bin ja, wie ich auch immer schreibe, nicht katholisch und auch nicht gläubig und so hatte es für mich nur den touristischen Effekt sich das Ganze einmal anzusehen, wie wir das auch auf unerer Polen- und baltischen Staatenreise mit Tschenstochau getan haben. Ich habe aber das “Lied von Bernadette” gelesen, als ich 2014 durch meine Bücherschrankfunde sozusagen einen Werfel-Schwerpunkt hatte.

Lourdes also voll und vorher sind wir durch verschiedene französische Städtchen mit alten Häusern gefahren und Lourdes sehr voll. Sehr schwer einen Parkplatz zu bekommen, obwohl die interessanterweise gar nichts gekostet hatten und da fällt mir ein, daß der, wo wir dann doch einen Platz fanden, gratis war, weil Feiertag.

Also doch, sonst hätte ich das, wie schon geschrieben, nicht gemerkt und weiß auch gar nicht, ob mehr Touristen oder Pilger als sonst gekommen waren.

Aber die haben wir gesehen. Einige Nonnen, auch viele Kranke in Rollstühlen und besonderer Kleidung oderUniforemen. Viele Inforstände. Eine große Kirche und einen solchen Kreuzgang. Einen sehr großen, vergoldeten, wo die Pilger teilweise knieten oder auf Knien die Stiegen zu den Stationen hinaufkrochen.

Die Grotte haben wir geshen und es war sehr eindrucksvoll. Verstehen, daß man an das Wunder glaubt, kann ich zwar nicht wirklich, es ist aber psychologisch sicher zu erklären und Lourdes ist jetzt eine reiche Stadt, während es früher, vor dem Wunder oder der Erscheinung ja ein armes Städtchen war und auf der Rückfahrt sind wir noch einmal vor einer Kirche stehen geblieben und sind einen etwas verfallenren, aber eigentlich schöneren Kreuzgang hinaufgegangen, während unter am idyllischen Flüßchen die Kanufahrer vorüberfuhren.

Also sehr beeindruckend den Marienfeiertag auf einer Wallfahrtstädte zu verbringen und gut gegessen haben wir auch.