Zu Maria Himmelfahrt nach Lourdes

Am fünfzehnten August, dem Feiertag, an dem meine 1915 geborene Mutter, ihren Geburtstag hatte, sind wir ja öfter unterwegs und dann ist es immer die Frage, ist dort, wo wir sind, ein Feiertag oder nicht?

In Litauen, wo wir das Thomas Mann-Häuschen besuchen wollten, interessanterweise schon. Dafür in Ansbach, wo wir vom Elsaß zurückgekommen sind, nicht. So haben wir dort noch Millch und Brot eingekauft. In Bern, wo wir vor einigen Jahren waren und ich mich über die damalige deutsche Longlist informieren und gleich eines der Bücher kaufen konnte, glaube ich auch nicht und ob das jetzt in Frankreich

so war, habe ich eigentlich nicht mitbekommen.

Denn da sind wir ja, gerade in Loron Ste. Marie angekommen, nach Lourdes gefahren und an diesen berühmten Wallfahrtsort ist wahrscheinlich immer etwas los und so hatten auch die Souveniershops und Restaurants offen.

Ich bin ja, wie ich auch immer schreibe, nicht katholisch und auch nicht gläubig und so hatte es für mich nur den touristischen Effekt sich das Ganze einmal anzusehen, wie wir das auch auf unerer Polen- und baltischen Staatenreise mit Tschenstochau getan haben. Ich habe aber das “Lied von Bernadette” gelesen, als ich 2014 durch meine Bücherschrankfunde sozusagen einen Werfel-Schwerpunkt hatte.

Lourdes also voll und vorher sind wir durch verschiedene französische Städtchen mit alten Häusern gefahren und Lourdes sehr voll. Sehr schwer einen Parkplatz zu bekommen, obwohl die interessanterweise gar nichts gekostet hatten und da fällt mir ein, daß der, wo wir dann doch einen Platz fanden, gratis war, weil Feiertag.

Also doch, sonst hätte ich das, wie schon geschrieben, nicht gemerkt und weiß auch gar nicht, ob mehr Touristen oder Pilger als sonst gekommen waren.

Aber die haben wir gesehen. Einige Nonnen, auch viele Kranke in Rollstühlen und besonderer Kleidung oderUniforemen. Viele Inforstände. Eine große Kirche und einen solchen Kreuzgang. Einen sehr großen, vergoldeten, wo die Pilger teilweise knieten oder auf Knien die Stiegen zu den Stationen hinaufkrochen.

Die Grotte haben wir geshen und es war sehr eindrucksvoll. Verstehen, daß man an das Wunder glaubt, kann ich zwar nicht wirklich, es ist aber psychologisch sicher zu erklären und Lourdes ist jetzt eine reiche Stadt, während es früher, vor dem Wunder oder der Erscheinung ja ein armes Städtchen war und auf der Rückfahrt sind wir noch einmal vor einer Kirche stehen geblieben und sind einen etwas verfallenren, aber eigentlich schöneren Kreuzgang hinaufgegangen, während unter am idyllischen Flüßchen die Kanufahrer vorüberfuhren.

Also sehr beeindruckend den Marienfeiertag auf einer Wallfahrtstädte zu verbringen und gut gegessen haben wir auch.