Literatur und Wein in Göttweig und Krems, Bilderbuchkino und Bücherflashmob in St. Pölten

Lorenz Langenegger
Stefan Gmünder, Liao Yiwu, Übersetzerin, Christoph Mauz

Ab Donnerstag fand in Krems und Göttweig wieder das sogenannte internationale Literaturfestival “Literatur und Wein” statt, das vor über zwanzig Jahren von Sylvia Treudl initiert wurde und seit einigen Jahren sind wir dabei.

Der Alfred hat es entdeckt und Karten dafür gekauft, einmal war ich mit einem Gipsbein dort, 2020 und 2021 ist das Festival dann Pandemie bedingt ausgefallen.

Anna Kim

Im Vorjahr waren wir wieder dabei und auch heuer sind wir am Donnerstagabend nach Krems ins Literaturhaus gefahren. Zwar habe ich nicht den gewünschten Gratiseintritt bekommen und für den Samstagabend im Brunnensaal gab es für die lange Lesenacht auch keine Karten mehr und am Donnertstag war es im Nö-Literaturhaus auch besonders interessant, nämlich der chinesische Dissident Liao Yiwu von dem ich schon ein Buch gelesen habe, der seit 2011 in Berlin lebt und trotzdem kein Deutsch spricht, weil ihm das Schreiben wichtiger ist.

Etwas was in Zeiten wie diesen, wo man die Kinder zwingen will, in der Pause Deutsch zu sprechen, besonders interessant war und interessant war auch, daß Liao Yiwu auch schon ein Buch über Wuhan geschrieben hat, wo ich mich auf das Lesen freue und da hat Stefan Gmünder, der das Gespräch moderierte, den Autor gefragt, ob man die chinesischen Zuständie, das soziale Kreditsystem nicht auch in Europa einführen könnte?

Juri Andruchowytsch

“Ja!”, hat er geantwortet.

“Wenn Putin oder ein anderer Diktau die Macht übernimmt!”

Ich fürchte aber, die Einführung hat schon stattgefunden und interessant war auch, daß Liao Yiwu mehrmals Orwell “1984” dabei erwähnte.

Dann ging es nach Harland und ich nicht ans Bloggen, weil mein Computer Donnerstagmittag eingebrochen ist, so daß ich den Beitrag erst ein paar Tage später nachholen konnte und am Freitagabend gab es dann die erste “Lange Lesenacht”, wofür wir Karten bekommen haben und da begann es mit Lorenz Langenegger, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe, ihn öfter in der “AS” aber auch bei der “Literatur und Wein” gesehen habe und sein neues Buch “Was man jetzt noch tun kann” scheint sowohl ungewöhnlich als auch etwas skurill zu sein, hat doch der Protagonist, dessen Vater gestorben ist und dessen Firma er übernehmen soll, plötzlich eine Frau in seinem Ohr.

Anna Kim, deren “Geschichte eines Kindes” ich ja schon beim letzten deutschen Buchpreisbloggen gelesen habe, folgte und dann kam Juri Andruchowytsch und las aus seiner “Radionacht”, das ja schon im Wiener Badezimmer liegt.

In der Pause gab es wieder Wein zu goustieren und den wunderbaren Blick von der Terrasse auf das Land.

Judith Hermann
Thomas Sautner

Judith Hermann folgte und las aus ihrer Poetikvorlesung, die sich seltsamerweise mit einer Begegnung mit einem Psychiatier beschäftigte. Da habe ich nicht ganz verstanden was das mit ihrem Schreiben zu tun hat und sollte vielleicht das ganze Buch lesen, habe aber wahrscheinlich keine Zeit dafür.

Dann folgte Musik von “Wiener Blond”, die ich schon einmal im Kremser Literaturhaus hörte. Das sind Verena Doublier und Sebastian Radon, die ihre modernen Wienerlieder vorstellten und mir gut gefallen haben. Dazwischen kam noch Thomas Sautner von dem ich auch schon was gelesen habe und der sich in seinem neuen Buch mit “Zwei alten Männern” beschäftigte.

Der Samstag war dann sehr rund. Denn für den Vormittag hatte ich zwei Karten, konnte mich also für die Lyrik oder für das Transflair mit Juri Andruchowytsch entscheiden, die zweite Karte aber nicht zurückgeben, habe dabei meinen treuen Kommentierer Manfred Lagler-Regall getroffen und mich mit ihm unterhalten. Dann wanderte ich in die Altstadt hinein, habe mir Fisch und Chips beim “Nordsee” geholt, eine Jacke und ein Shirt gekauft und bin dann in die Nachmittagslyrik gegangen, wo die Kroatin Nada Topic Gedichte über ihren Vater und ihre Schwester las.

Sternlesen in St. Pölten

Ferdinand Schmatz wieder sein “Strand der verse lauf” vorstellte und Roul Schrott aus seiner “Inventur des Sommers” las und dann ist es ins Karikaturmuseum gegangen, weil es dort eine Ausstellung über den Kinderbuchautor und Illustrator Erwin Moser mit einem sogenannten Bilderbuchkino gab, wo ich mich mit dem Alfred, der Anna und der kleinen Lia traf und da war es interessant zu sehen, wie konzentriert da die Kinder eine Stunde aus den Bücher von “Kiri”, “Koko” und und und zuhören konnte und richtig am Sonntag war ja der Welttag des Buches, der diesmal fast an mir vorbei gegangen wäre, wenn ich nicht vor ein paar Tagen von der Sternlesung der Marlen Schachinger im Radio gehört hätte, die einen Bücherflashmaob am Rathausplatz in St. Pölten veranstaltete und dort zum Welttag Bücher an die Interessierten verschenkte, um das Lesen zu fördern.

Eine Aktion für mich könnte man so sagen oder Gottseidank, daß wir keine Karten für den Brunnensaal bekommen haben. Denn Milena Michikos Flasars “Oben Erde, unten Himmel” habe ich ja schon gehört und gelesen und auch das Buch der letzten österreichischen Buchpreisträgerin Verena Rossbacher. Roul Schrott schon bei der Lyrik-Lesung hörte, also eigentlich nur Peter Stamms und Arno Geigers neue Bücher versäumt und dafür in der Stadtbibliothek eine Diskussion über die Bedeutung des Lesens gehört, das GAV Mitglied Heinz Kröpfl kennengelernt und seine Bücher, wie die von Hans Augustin, Renate Aichinger und einige der Marlen Schachinger bekommen.

Also sehr intesiv und man sieht, es gibt nicht nur die “Literatur und Wein”, wo man ordentlich Eintritt zahlen muß, was sich wahrscheinlich nicht alle leisten könnten oder wollen, die Literatur von unten, die die Bücher unter die Leute bringen und für das Lesen begeistern will und die Kinderlesung im Karikaturmuseum, die zwar wahrscheinlich auch nur Mittelschichtkinder anlockte, aber sehr beeindruckend war und am Sonntag ging es wieder zur Sektmatinee nach Krems, wo Birigt Birnbacher und Christoph Mauz Texte zum Thema Kindheit lasen und Christoph Stradner dazu auf dem Cello spielte.

Rotwein trinken in Krems

Ich bin ja, wie meine Leser wissen werden, eine, die gerne ein Gläschen Rotwein trinkt, zum Essen, bei Literaturveranstaltungen, Vernissagen, wo immer was zum Trinken angeboten wird, etcetera.

Rowein, keinen Weißen, ich weiß auch nicht wieso, mir der nicht schmeckt.

Die süßen Sachen, wie Sekt mit Hollersaft, trinke ich aber recht gerne und mixe mir in meinen Rotwein auch Orangensaft hinein oder trinke ihn mit Erdbeeren.

Das sind dann meine Aperitivs, die ich mir selber mache, Bier trinke ich keines und auch keinen Schnaps. Aber das Gläschen Rotwein gerne, das es noch im Literaturhaus oder auch bei anderen Veranstaltungen gibt.

Wir haben könnte man so sagen, auch unseren Lieblingswinzer, nämlich den “Herzinger” in Nußdorf an der Traisen, wo wir gerne zu den Verkostungen gehen. ich gehe mit dem Alfred seit 2013, auch zum Literaturfestival “Literatur und Wein”, das es jetzt ja schon seit zwanzig Jahren von Sylvia Treudl in Krems und Göttweig gibt.

Krems und Göttweig, das sind die Ausgangspunkte meiner heutigen Ostersonntag-Glosse, denn in Krems ist mir schon früher aufgefallen, wir hatten eine Zeitlang Einladungen zu den Vernissagen der dortigen Kunstgalerie oder, wie das damals hieß, jetzt gibt es ja ein neues Kunsthaus dort und dort gab es nachher Wein in rauhen Mengen, aber leider nur weißen, was mich dann immer etwas unschlüßig werden ließ, ob ich den jetzt lassen oder trinken sollte?

Die “Buch Wien” hatte zwar, glaube ich, auch einmal nur einen weißen als Ö1 Wein ausgewählt und als wir vor einem halben Jahr bei der Buchpräsentation von Eva Roßmann waren, hat es Brot und Käse und weißen Wein aus den Weinviertel gegeben, den ich, glaube ich, nach einigen Zögern auch getrunken habe, denn Käse mit Wasser schmeckt nun mal nicht so gut.

Ja und als Robert Streibl vor ein paar Jahren sein “April in Stein” in der Justizanstalt, die dem Literaturhaus genau gegenüber liegt, vorstellte, hat es nachher auch ein Burffet und Wein, aber richtig nur weißen gegeben, so daß sich bei mir eingprägte Krems und Rotwein, das geht doch nicht, was man vielleicht auch ein bißchen beim “Literatur und Wein-Festival” sehen kann, weil die dort anwesenden Winzer, meistens auch einen “Riesling” oder “Vetliner” präsentieren. Man aber im Verkostungssaal schon zwischen einen oder zwei Roten wählen konnte, die ich dann bevorzugt getrunken habe und machmal auch die Achsel zuckte, wenn mich jemand belehrte, daß es in Krems und vielleicht auch in der Wachau eben bevorzugt Weißwein gibt. Das scheint sich inzwischen auch zu verändern. Denn die Winzer hatten bei der letzten “Literatur und Wein” auch auf ihren Roten und da bevorzugt auf den “Pinot Noir” hingewiesen, von dem ich beim Festival auch einige Gläschen getrunken habe und dann auch einen Zweigelt.

Aber als ich am Samstag in der Mittagspause in das Kulturbeisl der neuen NÖ- Galerie oder Kunsthaus, ich weiß nicht genau den offizellen Namen, ging und einen roten Spritzer bestellte erlebte ich eine Überraschung. Das heißt zuerst nicht, denn die Kellnerin nickte, machte keine Berichtigung, sagte auch nicht, haben wir nicht. Eine andere brachte mir aber einen Weißen und war dann auch ein wenig ungehalten, als ich den nicht haben wollte.

“Wir haben keinen roten Spritzer!”

Also etwas anderes. Also einen “Hugo” den ich auf der Karte gesehen habe, weil ich die süßen Schlatze ja, wie schon beschrieben, gerne mag, aber meisten nicht bestelle, weil sie teuerer, als die normalen Spritzer sind und die Kellnerin erklärte mir auch sogleich, daß, das ohnehin auch Weißwein wäre, aber trotzdem.

Es kam dann von der ersten Kellnerin serviert ein Aperiol Spritz serviert, das ist diese orange Flüßigkeit, die ich auch nicht so mag.

“Also bringen Sie mir ein Achtel Rot und ein Glas Wasser!”, sagte ich noch, weil ich inzwischen auf der Karte gesehen hatte, daß es das um vier Euro achtzig gab, aber tatsächlich keinen roten Spritzer.

Ich bekam dann einen “Hugo”, der auch nicht viel billiger war, vermutete, daß es der selbe Weißwein mit einer Zitronenscheibe war, den ich zuerst zurückgehen ließ und fragte beim Bezahlen die Kellnerin, warum es keinen roten Gespritzen gäbe, das wäre doch nicht so schwierig?

“Doch haben wir!”, sagte die sehr freundlich und “Berufen Sie sich, wenn Sie wieder kommen auf mich!”

Was ich dann am Sonntag nach der Sektmatinee auch tat. Die Kellnerin war nicht da und der Kellner erklärte mir sehr freundlich, daß sie nur die eine Rotweinsorte hätten, die zu teuer zum Spritzen wäre.

Also habe ich das Achterl getrunken und mich nur ein bißchen geärgert, als mir die Kellnerin dann ein zweites brachte, das ich gar nicht bestellt hatte. Das liegt aber wahrscheinlich am Service und der mangelden dortigen Kommunikation und nicht an der Frage, warum es in Krems nur so wenig Rotwein gibt?

Wird der dort nicht bestellt, denn es kann ja nicht so schwierig sein, sich einen Hauswein anzuschaffen und den dann aufzuspritzen. Aber Krems ist, habe ich kapiert, ein Weißweingebiet, was sich jetzt vielleicht langsam ändern wird. Aber inzwischen noch so ist, denn, wenn man am Samstag nach dem Wandern und der Lesung im Literatuhaus seinen Weinbon einlösen will, gibt es dort dann auch nur Weißen, während es in Göttwein diesmal, glaube ich, sogar schon fünf oder sechs Rotweinsorten gegeben hat und der Winzer aus dem Kamptal außer seinen “Muskateller” auch den “Pinot Noir” angeboten hat.

“Hast du keine anderen Sorgen?” höre ich meine Leser fragen.

Habe ich, ja natürlich, habe, ich. Die politische Situaton finde ich nicht so gut, das Gipsbein das ich noch habe, hindert mich an den Veranstaltungsbesuchen und in Wien und in Harland haben wir genügend Rotweinflaschen liegen, die der Alfred am Markt oder beim “Herzinger” kauft und wenn er demnächst nach Kuba fliegt, werde ich wahrscheinlich wieder zum “Hofer” gehen und mir dort ein paar “Hollersprudelspritzflaschen” kaufen und  das junge Duo “Wiener Blond” hat mich am Sonntag in Göttweig ohnehin belehrt, daß es nicht versteht, warum sich die Wiener die guten Weine immer mit Soda mischen?

Das tun, glaube ich, nicht nur die Wiener, heißt doch in Deutschland, der Gespritze “Schorle” und “Spritzer” sind, glaube ich, derzeit auch modern.

Das Burgenland ist ein Rotweinland, im Elsaß habe ich auch “Pinot Noir” getrunken und so oft komme ich ja nicht nach Krems und wenn ich das, das nächste Jahr zum “Literatur und Wein-Festival” tue, bin ich wahrscheinlich schon so fit, daß ich in der Samstag Mittagspause wieder in die Stadt Krems gehe und mir dann beim “Nordsee” ein Fischbrötchen kaufe und dazu Mineralwasser trinke oder mich in das Restaurant bei der Schiffstation sitze, wo es, glaube ich, auch Roten gibt.

Ein wenig seltsam finde ich es zwar schon, daß ein Restaunt eine Reihe Spritzer aber keinen roten anbietet. Aber vielleicht ist der in Krems nicht so begehrt, ein “No go!” oder etwas, was man im Land der “Rieslings”, “Vetliner” oder “Kaiserspritzer”, wie mich im letzten Jahr die Fremdenführerin beim Spaziergang belehrte, dort der “Hugo” heißt und dann viel billiger ist, aber “Kaiserspritzer” hat es, glaube ich, in dem Kulturbeisl auch keinen gegeben.

Zum zwanzigsten Mal Literatur und Wein

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Franzobel

Franzobel

Das Literaturfestival in Göttweig und Krems von Sylvia Treudl und ihrem Team vom NÖ Literaturhaus veranstaltet, feiert sein Jubiläum und wir sind zum sechsten Mal dabei.  Alfred ist auf die Idee gekommen jährlich dort hinzufahren, mir wäre es ganz ehrlich zu teuer, aber interessant ist es allemal, obwohl ich die meisten Autoren kenne und einige der präsentierten Bücher auch schon gelesen habe.

Das Motto heuer lautete “Vorwärts – die Zukunft nicht vergessen” und deshalb war der Auftakt im niederösterreichischen Literaturhaus Krems auch gleich politisch oder eigentlich nicht, denn angefangen hat es auch mit etwas schon bekannten, nämlich dem Trio Lepschi, um den Krimiautor Stefan Slupetzky und die blödeln ja mehr oder weniger auf Deutsch und nachgemachten Französisch, was mir manchmal gefällt, manchesmal auch nicht, beziehungsweise mir dann zu lustig ist.

Josef Haslinger

Josef Haslinger

Dann kam Franzobel und der ließ ins Programmheft drucken, daß er nach dem “Floß der Medusa” wieder in die Gegenwartt will und so schreibt er gerade einen Roman, der noch keinen Titel hat und in einer Diktatur spielt.

Kathy Zarnegin

Kathy Zarnegin

In Österreich haben die Rechten oder so gewonnen, der Regierungschef heißt Meister und es geht um einen Mann, der unschuldig ins Gefängnis kommt und um den Opernball geht es auch.

So hätte der Roman auch heißen können, verlautete Franzobel launig, wenn es nicht schon einen anderen dieses Namens gäbe und dessen Autor saß in der erste Reihe und kam nach Franzobel dran, las auch einen unveröffentlichten Text und sagte ebenfalls  dazu, daß das für ihn ungewöhnlich sei, offenbar war das, die Forderung an die Auftaktautoren Unveröffentlichtes zu lesen und politisch ist es auch.

Franzobels Werk, das habe ich noch vergessen zu erwähnen, scheint ein Krimi zu werden. Jedenfalls kommt wieder der Kommissar Groschen vor und Josef Haslinger, der wie Syliva Treudl einleitete mit dem “Opernball” und dem “Vatermord” berühmt geworden ist. Beide Romane habe ich gelesen, aber noch lange nicht darüber gebloggt. Dass habe ich nur mit “Jachymov” getan, schreibt gerade ein Theaterstück mit dem Namen “Die Rennerprobe”, denn da probt gerade eine aufgelöste Theatergruppe ein Stück über Karl Renner in einem Parteilokal  und drei Stellen daraus hat Josef Haslinger vorgelesen.

Bachtyar Ali

Bachtyar Ali

Zu dem Festivalpass hat es wieder einen Goodie-Beutel “Lesen ist dem Menschen zumutbar” mit dem Programmheft,  zwei Weinbons, den fünf sonderpublikationen “Versopolis – Wo Lyrik zuhause ist 16- 19, die diesmal am Samstag in der Galerie Göttlinger vorgestellt werden, der anderen Sonderpublikation, wo  ein Text von Ilija Trojanow “Wein und Wort und “Acht Glas Gedichten” von Sandra Hubinger enthalten sind, sowie dem Buch “Wein.Wandern – ein literairscher Verführer durch die Wachau und das Kamptal”, der 2013 am Eröffnungsabend vorgestellt wurde, gegeben.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Und das Weinwandern hat mich damals ja so beeindruckt, daß ich es mit “Kerstins Achterln” in der Hand bei  der nächsten Weinverkostung in Nussdorf an der Traisen wiederholte und dort im Weingut Herzinger waren wir am Freitag auch kurz bevor wir auf den Göttweiger Berg hinaufgefahren sind, weil der Alfred für sein Fest, das er demnächst für seine Betriebsratkollegen gibt, Wein kaufen wollte.

Wein gab es dann auch im Stift Göttweig und da wurde diesmal zum zwanzig Jahre Jubiläum der Weinbegleiter ausgetauscht. Das war diesmal ein Herr Müller und es gab keine Doppelmoderationen mehr und auch keinen Winzer, der seinen Patenwein, nachedem er ihn kurz besprochen hat, dem jeweiligen Autor auf den Tisch stellte, der dann meistens ohnehin nicht daraus getrunken hat.

Es gab auch diese Weine  nicht mehr oben im Verkostungssaal mit den entsprechenden Winzern. Dort lag nur mehr eine durchnummerierte Liste mit den jeweiligen Weinen auf und der ehrenamtliche Weinbegleiter empfahl dem p. t. Publkum, sich am besten im Laufe der Veranstaltung durch die Weine durchzukosten.

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow

Etwas was für einen Autofahrer, der ja irgendwie vom Kremser Berg wieder hinunter muß, falls er nicht im Stiftshotel schläft, leicht fahrläßig wäre,  für mich aber da unter den dreiundzwanzig Weinen, nur drei Rote, ein Zweigelt und zweimal Pinot Noir waren, sehr leicht und durch diese habe ich mich auch durchgekostet und begonnen hat die Lesung mit zwei mir bisher unbekannten Autoren, nämlich mit der in Teheran geborenen und in der Schweiz lebenden Kathy  Zarnegin, deren Roman über eine junge Frau, die beschließt Schriftstellerin zu werden, namens “Chaya” ich mir vom Alfred schenken ließ.

Arno Geiger

Arno Geiger

Jetzt muß ich ihn nur noch lesen, habe das aber mit Peter Henischs “Suchbild mit Katze”, das ich mir vor zwei Jahren vom Autor in Göttweig signieren ließ, auch noch nicht getan, aber gut man soll die Hoffnung nie aufgeben und auch der zweite Autor, der im Nordirak geborene Bachtyar Ali, der in den Neunzigerjahren nach Deutschland kam, war mir bisher unbekannt, obwohl sein erster Roman”Der letzte Granatapfel” einen eher berkannten Namen trägt, da habe ich aber ein anderes Buch gelesen und jetzt hat der Autor, beziehungsweise Christoph Mauz, die deutsche Fassung aus dem zweiten Roman “Die Stadt der weißen Musiker” gelesen, wo einer von Amsterdam in den Irak zurückfliegt und dort einer schönen Frau Noten überbringen soll und Sylvia Treudl betonte in ihrer Einleitung die märchenhaften Elemente mit denen der Autor die Grausamkeiten des Krieges zu erzählen weiß.

Interessant ist auch, daß der Autor vor uns in der Warteschlage am Büchertisch gestanden ist und sich  drei Bücher kaufte, etwas was ich noch nicht beobachtet habe und sehr toll finde.

Diknu Schneeberger Trio

Diknu Schneeberger Trio

Der nächste Autor war mir dagegen  wohl bekannt und ich habe auch sein Buch, wenn auch als PDF gelesen, nämlich Paulus Hochgatterers  “Der Tag an dem mein Großvater ein Held war”.

Dann kam die erste Musikeinlage des “Diknu Schneeberger-Trios” und dann kam wieder etwas “Weinbegleitung”, nämlich Iliya Trojanow mit einer Winzerin und einer Weinflasche auf dem Tisch

Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Denn Iliya Trojanow, der Weltensammler, der in der “Alten Schmiede” auch Weltbefragungdiskussionsrunden verastaltete und im Augartenspitz zum öffentlichen Diskurs aufrief, hat sich im letzten Jahr offenbar auf das Weingut Salomon Undhof begeben, dort ein Weintagebuch geführt, das er im nächsten Jahr vorstellen will und sogar einen eigenen Wein kreieirt. Er hat auch einen Text über “Wein und Wort” geschrieben, den er vorgelesen hat und dann kam nach einer Pause Arno Geiger, der sich in seinem letzten Buch  “Unter der Drachenwand”,  ähnlich wie Paulus Hochgatterer mit den letzten Kriegstagen beschäftigt hat und von einem jungen Mann erzählt, der nach der Matura gleich an die Front geschickt wurde und jetzt offenbar unter der “Drachenwand” seine erste Liebe erlebt.

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Ich habe Arno Geiger ja als ganz jungen Mann 1996 in Klagenfurt lesen gehört und war von seinem Text sehr beeindruckt, während mir sein Buchpreisroman und auch “Alles über Sally” nicht so sehr gefallen hat.

Dann gabs noch einmal Gitarrenmusik und Sylvia Treudl rief zum Besuch der noch folgenden Veranstaltungen auf und am Samstag wurde es wieder dicht.

Ich bin wieder zu “Transflair”, dieser Diskussionsreihe mit Klaus Zeyringer gegangen. Im letzten Jahr habe ich das ja ausgelassen und bin stattdessen zu “Versopolis” ins “Salzstadl” gegangen.

Marion Poschmann

Marion Poschmann

Diesmal wären die Lyrikveranstaltungen in einer Galerie gewesen und  die Transflairveranstaltung mit dem Thema “Wir sind zu gut für diese Welt -Über Helfersyndrom und gesteuerte Verblödung”, war auch besonders interessant, stellten doch Norbert Gstrein von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, seinen neuen Roman “Die kommenden Jahre” und der Philosoph Robert Pfaller sein Buch über die “Erwachsenenensprache” vor  und da geht es, obwohl mir diese Definition eigentlich unlogisch erscheint, weil man ja eigentlich “erwachsen” sprechen und nicht davor gewarnt werden sollte, um die Debatte mit der politischen Korrektheit, beziehungsweise über die Triggerwarnungen, die die Amerkaner geben, wenn in einem Film beispielsweise Sex etcetera vorkommt.

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

“Beide Bücher beginnen mit einer Reise nach Amerika, am Vorabend der Wahl von Donald Trump”, leitete Klaus Zeyringer ein und bei Robert Pfaller war die Ausgangslange eine Warnung, daß ein Film, den er sich im Flugzeug ansehen ansehen wollte, seine Gefühle verletzten könnte, während es in Norbert Gstreins Roman um einen Gletscherforscher und seine Frau geht, die eine syrische Familie bei sich aufgenommen hat und sich beim Helfen zusehen und filmen läßt, also höchst aktuell und politisch.

Zu Mittag bin ich  auch wieder bei der Wanderung mitgegangen, die eigentlich ein Spaziergang durch die Altstadt von Stein und sehr kurz war.

Antonio Fian

Antonio Fian

Anschließend haben Bodo Hell und der Schweizer  Leo Tour, der auf Rätroromanisch schreibt und, wie Bodo Hell Hirte war oder ist, aus ihren neuen Büchern gelesen.

Der Abend in Göttweig brachte wieder sehr viel Bekanntes. Eigentlich habe ich das meiste außer dem Work of Progress von Christoph W. Bauer, der aber auch schon öfter bei “Literatur und Wein” gelesen hat, gekannt.

So gab es die beiden in Japan spielenden Romane von Marion Poschmann und Milena Michiko Flasar, die sehr direkt von dem Spannungsbögen sprach, den sie auf Seite zwanzig eingebaut hat und dann noch sagte, “Eigentlich hätte ich Ihnen auch gern die Stelle vorgelesen, wo Herr Kato das erste mal Familie spielt, aber leider ist dafür keine Zeit mehr, also müssen sie das Buch selber…..”

Wiener Tschuschenkapelle

Wiener Tschuschenkapelle

Auch Doron Rabinovicis “Außerirdische” habe ich schon gelesen weil es im Vorjahr auf der Longlist des östBp stand und Antonios Fians Wunschdramolette, die sich Sylvia Treudl und Michael Stiller zum Geburtstag wünschten, habe ich  schon einige gekannnt und auch die Musikbegleitung, die “Wiener Tschuschnkapelle” habe ich bei “Literatur und Wein” schon gehört.

Dazwischen ist noch einmal der neue Weinbegleiter aufgetreten und hat zum eifrigen Verkostung, der ausgesuchten Weine aufgerufen, als ich das dann in der zweiten Pause tun wollte, waren zwei der drei Rotweine schon weg, so daß sich Sylvia Treudl beim p. t. Publikum  entschuldigte und Slavco Ninic von der “Tschuschnkapelle” launig meinte, daß er das nächste Mal den griechischen Wein, den er vorher besungen hatte, zur Veranstaltung mitbringen würde.

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Vielleicht sollte man auch wieder zur vorigen Weinbegleitung zurückkehren, denn, wie heißt das doch so schön “Never chance a winning team” und bisher hat es, soviel ich weiß, sehr gut geklappt.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Am Sonntag ging es wieder weiter mit einer Sektmatinee, wo diesmal das Duo Matthias Bartolomey mit dem Cello und Klemens Bittmann, Violine und Mandola, den Auftakt gab und dann noch eine Schlußrunde spielte, dazwischen war außer, wie, glaube ich, in jedem Jahr vorher, der, wie im Programmheft steht “begnadete und mitreissende Vorleser Christoph Mauz, der unter dem Titel “Das erste Vierte(r)l” Texte von Karl Kraus, Anton Kuh, Fritz Herzmanovsky-Orlando, Peter Hammerschlag und Roda Roda, vortrug, Heinz Janisch, den den von der “Ohrenschmaus-Jury” kenne, aber zum ersten Mal Texte von ihm hörte, am Programm.

Er hat eine Menge Kinder- und allgemeine Betrachtungsbücher geschrieben. So hat er sich zum Beispiel nach dem Tod seines Großvaters in dessen Haus gesetzt und Anekdoten über die Gegenstände und Gerüche die es dort gab aufgeschrieben und ein Kinderbuch über ein Wettrennen, das statt von Pferden von Kamelen gestaltet wurde, gibt es auch.

Spannend, spannend, das zwanzigste internationale Literaturfestival “Literatur und Wein” von denen ich die letzten sechs hautnah und sehr intensiv miterlebte.

BartolomeyBittmann

BartolomeyBittmann

Meine Chance dort einmal zu lesen, ist zwar nicht so groß, weil ja nicht berühmt, inzwischen bin ich aber, glaube ich, dort schon ziemlich bekannt und werde von den Leuten immer wieder angesprochen und auch Alfreds Fotos sind sehr begehrt, so daß ich ständig meine Visitenkarten verteile und auf das “Literaturgeflüster” hinweise und es ist wahrscheinlich auch sehr interessant, wenn man immer wieder nachlesen kann, was in den letzten Jahren dort passierte und wenn ich eine kleine Kritik an Sylvia Treudls Moderationen anbringen darf:

Meiner Meinung nach verwendet sie zu oft das Wort “großartig” und “wunderbar” bei ihren Vorstellungen. Aber natürlich  werden immer nur ganz besondere, das Haus füllen könnende Autoren eingeladen und  Enthusiasmus ist bei einer Moderatorin wahrscheinlich auch sehr wichtig.

Neunzehntes internationales Kulturenfestival Literatur & Wein

John Burnside

John Burnside

Tim Parks

Tim Parks

“Literatur und Wein” von Sylvia Treudl gegründet, gibt es schon neunzehnmal.

Ich bin das fünfte Mal dabei, da es da der Alfred entdeckte und seither so getreulich, die Karten dazu kauft. Zum zweiten Mal schon den Festivalpaß, um neunzig Euro, wo man überall hingehen kann, am Samstag überschneiden sich die Veranstaltungen und einen Thalia-Beutel mit drei Weinbons und dazu noch die Sonderpublikationen, die es zum Festival gibt, bekommt und ich lasse mich ja ganz gerne einladen, denke aber, daß ich immer noch das meiste davon in Wien auch umsonst hören kann und diesmal war es auch im großen und ganzen mit Ausnahme der Eröffnung so.

Ich bin ja eine, die sich die Programme immer nur ganz vorher oder erst bei der Veranstaltung anschaut, wie ich auch die Reisehandbücher, die mir der Alfred für unsere Reisen schenkt, immer erst am Orte des Geschehens lese.

Aber als ich mir am Donnerstag Vormittag das Heftchen durchgeblättert habe, habe ich gewußt, warum mir der Lehrer, der auch ein Stammbesucher ist, vor kurzem in der “Alten Schmiede” sagte, er würde nur am Donnerstag und dann noch ins “Salzstadl” und am Sonntag hingehen.

Anna Weidenholzer

Anna Weidenholzer

Peter Henisch

Peter Henisch

Denn da waren die beiden Stars, John Burnside und Tim Parks, während man am Freitag und am Samstag in Göttweig, das hören wird, was ich zum Teil schon vom letzten deutschen und österreichischen Bp kenne und daher einige der Bücher schon gelesen, beziehungsweise noch auf meinen Stapeln habe.

Aber der Schotte John Burnside, der seit einiger Zeit durch die Blogs wandert und der in in Italien lebende Tim Parks, von dem ich schon ein Buch gelesen habe, sind in Österreich, glaube ich, nicht so oft zu sehen und zu hören.

Deshalb dachte ich auch, daß das Literaturhaus sehr voll sein wird.

War dann aber gar nicht so und der Alfred vermutete, diese Namen sind in Österreich nicht so bekannt.

Also einen guten Platz bekommen, im letzten Jahr war das nicht so.

Die offiziellen Begrüßungsrunden entfielen diesmal, so begrüßte nur Michael Stiller und stellte die beiden Autoren vor, mit denen dann Sylvia Treudl ein Gespräch auf Englisch führte.

Anna Mitgutsch

Anna Mitgutsch

Katja Lange-Müller

Katja Lange-Müller

Christoph Mauz, den ich ebenfalls von den früheren Veranstaltungen kenne, las wieder die deutsche Üersetzung und der 1955 geborene, John Burnside, der in live, weil er inzwischen Bart trägt, ganz anders aussah, als auf dem Programmheftfoto, ist mit dem Buch “Lügen über meinen Vater” berühmt geworden.

Er ist, wie Klaus Stiller erwähnte, auch ein berühmter Lyriker und wird das am Samstag im “Salzstadl” beweisen. Bei der Eröffnung am Donnerstag las er aber aus einem Buch, kein Roman, wie Klaus Stiller noch betonte, wo es um seine Alkohilikerkarriere ging.

“High, ich bin John und ein Alkoholiker!”

Der 1954 in Manchester geborene Tim Parks, der auch als Übersetzer bekannt ist, ist in der letzten Zeit mit seinem Buch “Worüber wir sprechen, wenn wir über Bücher sprechen”, durch das Netz gegangen.

Jetzt hat er mit Christoph  Mauz aus seinem Buch “Thomas & Mary”, gelesen, wo es um ein seit dreißig Jahren zusammen seiendes Paar geht.

Michael Fehr

Michael Fehr

Die Band Alma

Die Band Alma

Am Anfang verliert Thomas seinen Ehering, dann kommen die beiden nicht zusammen, weil der eine immer schon mit dem Gesicht zur Wand schläft oder sich so stellt, wenn der andere ins  Bett geht. Dann sind sie schon getrennt, haben aber noch ein eigenes Konto, beobachten, die gegenseitigen Ausgaben und machen sich darüber ihre diesbezügliche Gedanken.

Spannend spannend, die beiden Autoren persönlich kennenzulernen und in der orangen Büchertasche “Bücher sind dem Menschen zumutbar”, wurde die Bachmann ein bißchen verschwandelt, befand sich noch ein Buch aus der “Edition Aramo”, nämlich die von Sylvia Treudl herausgegebene Anthologie “An der schonen lauen Donau”, die wahrscheinlich bei einem der früheren Festivals präsentiert wurde.

Am Freitag ging es dann, wie erwähnt mit mir schon bekannten Texten und Autoren weiter. Anna Weidenholzer mit zwei Szenen aus “Weshalb die Herren Seesterne tragen”, ein Buch das ich, wie Anna Mitgutsch “Annäherung”, die damit auf die  Shortlist des öst Bp kam und Katja Lange-Müllers “Drehtür”, dBp Longlist schon gelesen habe.

Sabine Gruber

Sabine Gruber

Jonas Lüscher

Jonas Lüscher

Peter Henisch war mit “Suchbild mit Katze” auch auf der österreichischen Shortlist, sein Buch habe ich aber noch nicht gelesen, jetzt habe ich es mir vom Alfred schenken lassen und muß nur noch überlegen, wann ich es lesen werde, da es ja nicht wirklich sinnvoll ist, wenn ich es an das Ende meiner Leseliste setzte.

Dazwischen spielten “Alma” das sind vier junge Frauen und ein junger Mann, die jodelten, geigten, sangen und auf ihre Art und Weise, die Volksmusik wieder oder neubelebten. Sie haben wie Sylvia Treudl in ihrer Einleitung sagte, einen Preis gewonnen und ich habe sie schon einmal im Theater am Spittelberg bei einem der Adventrundgänge gehört.

Dann kam noch der 1982 geborene Schweizer, der 2014 beim “Bachmannlesen” mit seinem speziellen Kriminalroman “Simeliberg” einen der Preise gewonnen hat. Jetzt hat sein drittes Buch, achtzehn Erzählungen mit dem Titel “Glanz und Schatten” herausgegegeben, das überall sehr gelobt wird.

Auch Sylvia Treudl rühmte seine spezielle Art der Performkunst, mit der ich aber  meine Schwierigkeiten hatte und ich die märchenhaften Erzählungen von “Ida und der Wolf” und dem Mann, der im Mückenschwarm steht und immer eine sticht und sticht”, eigentlich nicht so literarisch finden konnte.

John Wray

John Wray

Michael Krüger

Michael Krüger

Am Samstag ging es  mit der üblichen “Transflair-Veranstaltung” im Literaturhaus am Vormittag und dem Weinwandern am Nachmittag weiter, was ich auch eigentlich wieder machen wollte.

Aber das Wetter war am Freitag nicht so schön und das Vormittagsprogramm nicht so interessant und dann gibt es ja, als Alternative Lyrik im “Salzstadl” und so habe ich das Mainstreamprogramm gelassen, umdisponiert und es nicht bereut.

Denn da gibt es seit zwei Jahren diese kleinen Lyrikheftchen aus dem EU-Sonderprojekt “Versepolis”.

Da werden immer fünf Lyriker eingeladen und übersetzt, die Heftchen kann man sich mitnehmen, die Autoren lesen aber auch vor und das “Salzstadl” ist auch ein uriges Kulturwirtshaus an der Donaulände.

Es war auch nicht so voll, denn die Lyrik ist ja eher ein Insiderprogramm.  Wolfgang Kühn moderierte, Sylvia Treudl las die deutschen Übersetzungen vor und so bin ich die kleinen Lyrikhefterl, die ja sonst eher ungelesen im Regal landen, durchgegangen und habe ich Kayombo Chingonyi kennengelernt, der zur Generation der BAME-Dichter gehört, Valentina Colonna aus Italien.

Reinhard P. Gruber

Reinhard P. Gruber

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

VorarlbergerInnen bei Literatur und Wein

Rolf Hermann aus der Schweiz kenne ich schon vom vorigen Jahr, gehört er doch zu den “Gebirgspoeten”.

Stanka Krastelj aus Slowenien habe ich vielleicht schon einmal bei der “Buch-Wien” gehört, aber Indre Valantinaite aus Litauen war mir unbekannt und als Gast gab es noch Fiston  Mwanza Mujila dessen Kultroman “Tram 83” ich noch lesen muß und der mit kräftiger Stimme daraus und Gedichte las.

Zu Mittag habe ich im Salzstadl gegessen und ein paar nette Gesprächen mit den Leuten am Tisch geführt und dann ist es gleich weiter mit dem Lyrikprogramm gegangen, denn John Burnside ist ja auch ein Lyriker und stellte mit seinem Übersetzer seinen jüngsten Gedichtband “Anweisungen für einen Himmelsbestattung” vor, in dem er sich unter anderen wünscht, wenn er tot ist nackt auf ein Feld gelegt zu werden, so daß ihm die Krähen, Hunde, Ratten fressen können. Ein etwas perverser Wunsch könnte man so sagen und es kam dann auch Michael Krüger, der “Ex-Hanser Verleger” mit seiner Naturlyrik und dann Anja Utler und Andrea Grill, die ja in der anderen Sonderpublikation des Jahres einen sehr experimentellen Text “Wie Wasser sei ein Fluss” hatten, den sie gemeinsam lasen.

Antonio Fian

Antonio Fian

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Dann war noch Zeit für einen realen Spaziergang an der Donau bevor es mit dem Bus wieder nach Göttweig ging und diesmal gab es für mich auch einiges zu entdecken.

Obwohl die erste Leserin Sabine Gruber auch auf der Shortlist des öst Bp stand, ich sie aus ihrem “Daldossi” sowohl im MUSA als auch bei den Ö-Tönen lesen hörte und das Buch inzwischen auch im Schrank gefunden habe.

Von dem Schweizer Jonas Lüscher, der als nächstes kam und der mit “Frühling der Barbaren” auf einer der deutschen Listen stand und auch den Schweizer Bp gewonnen hat, habe ich zwar dieses Buch inzwischen auf meinem Harland Stapel, er hat aber inzwischen ein neues Buch, das derzeit überall besprochen wird aus dem er gelesen hat.

Die Musikeinlagen bestanden am Samstag aus der mir bisher unbekannten  “Tsatsiki  Connection” einer Gruppe, die sich aus zwei Türken, einen Griechen und dann noch aus einem NÖ-Literaturhaus Mitarbeiter zusammensetzt, die sehr schwungvoll aufspielten.

Dann kam  der Austro-Amerikaner John Wray, von dem ich vielleicht schon etwas beim letzten “Frankfurt Surfen” gehört habe, der aus seinem drei Generationen Roman “Das Geheimnis der verlorenen Zeit” las und dann noch einmal Michael Krüger mit seinem bei “Haymon” erschienenen Roman “Das Irrenhaus” und das kann man wahrscheinlich autobiografisch interpretieren. Denn der Held zieht sich zurück, will oder soll alle seine Verpflichtungen abgeben, er zieht aber in eine Wohnung, in der vorher ein Schriftsteller mit dem Namen Faust wohnte, bekommt dessen Post und beschließt auch Schriftsteller zu werden.

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Maciej Golebiowski (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Alexander Shevchenko (klezmer reloaded)

Interessant dazu finde ich natürlich, daß ich  auch einmal über eine Dora Faust, die gerne Schriftstellerin wäre, geschrieben habe und Reinhard P. Gruber mit seinem “Hödlmoser”, seinem “Schilcher Alphabet” und anderen Texten habe ich schon gehört.

Er wird, glaube ich, weil so lustig, öfter bei “Literatur und Wein” eingeladen, obwohl es ja in Göttweig und Krems eigentlich um ein “Veltliner-” oder “Riesling-Alphabet” gehen müßte und man in Niederösterreich, die Steirer höchstwahrscheinlich auch nicht für den Nabel der Welt hält.

Da aber seit Jahren, wie ich am Freitag erfahren habe, eine Vorarlberger Frauengruppe zum Festival fährt, kann man sich auch für die Steiermark interessieren und spannend ist auch, daß ich mit einer Studentin gesprochen habe, die ihre Diplom oder Masterarbeit über Literaturfestivals schreibt und dabei “Literatur und Wein” untersucht.

Und am Sonntag ging es  weiter mit der tradionellen Sektmatinee beziehungsweise mit “grünjandl”.

Das heißt Antoio Fian hat Texte und Dramulette von und über Otte Grünmandl gelesen und Christoph Maunz gab eine Jandl-Performance, wo er einige Jandl-Texte in Mundart las, die mich eher an H.C.Artmann erinnerten,  beziehungsweise mich fragen ließen, ob Jandl wirklich soviel Mundart geschrieben hat.

Musik gabs vom Duo “Klezmer reloaded” mit Maciej Golebiowski und Alexander Shevchenko.

Danach sind wir diesmal wieder nach Göttweig hinauf gefahren und haben auf der Terrassse, weil das Wetter jetzt ja schön und sonnig war, des Restaurants zu Mittag gegessen.

WELT.ALL.TAG bei “Literatur und Wein”

Viktor Jerofejew

Viktor Jerofejew

Miljenko Jergović

Miljenko Jergović

Das internationale Kulturfestival “Literatur und Wein” findet inzwischen, wie Sylvia Treudl bei der Eröffnung stolz erzählte, zum achtzehnten Mal in Krems und Göttweig statt, zum vierten Mal sind wir dabei.

Das Motto lautete heuer “WELT.ALL.TAG” und begonnen hat es am Donnerstag im Literaturhaus Krems mit einer Lesung des  1966 in Sarajevo geborenen und seit 1993 in Zagreb lebenden Miljenko Jergovic, der aus seinem atuobiografisch klingenden Roman “Vater” gelesen hat, in der Beziehung des Sohnes zu seinem Vater, einem Arzt, geschildert wird.

Dann folgte der  1947 in Moskau geborene Viktor Jerofejew mit seinen  2013 bei “Hanser” auf Deutsch erschienenen Roman “Die Akimuden”, der ein bißchen an Bulgakovs “Der Meister und Margarita” erinnert.

Jedenfalls wird Moskau von einer Horde Untoter übefallen, einige nisten sich in der Wohnung des Erzählers ein und der Autor erzählte im Interview, daß man mit Satire viel besser Kritik am System üben kann und scheint das mit seinem Roman, der sehr witzig und fantastisch klang, auch bewiesen zu haben.

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Eva Jancak, Margarita Kinstner

Eva Jancak, Margarita Kinstner

Am Freitag ging es dann in Göttweig mit der Begrüßung des Abtes und der Doppelconfercne, Literatur-und Weinvorstellung, weiter und zwar begann Margarita Kinstner, die ich ja vom Cafe Anno, bziehungsweise dem Blog von Thomas Wollinger kenne und die mit ihren Debutroman “Mittelstadtrauschen” ja sehr schnell bekanntgeworden ist.

Inzwischen gibt es einen zweiten Roman “Die Schmetterlingsfängerin”, im vorigen Jahr erschienen, der ein bißchen an mir vorbei gegangen ist, wo es um die Entscheidung einer Lehrerin geht, ihrem Freund oder Mann nach Sarajevo zu  folgen und dort sein Kind zu bekommen.

 

War eine sehr spannende und erfrischende Lesung, dazwischen bin ich das  Exemplar von Jan Böttchers “Y”, das wiedermal zu viel zu mir gekommen ist losgeworden und das erste Glas Wein mit Blick von der Terrasse auf die Donau wurde auch getrunken und ein paar Leute begrüßt.

 

Judith Kuckart

Judith Kuckart

Pedro Lenz

Pedro Lenz

Die 1965 geborene Schweizer Schriftstellerin Ruth Schweikert von der ich “Augen zu” im Vorjahr gelesen habe und “Ohio” an die Reihe kommen sollte, wenn ich mit meinen Stefan Zweig Schwerpunkt, den ich mir bezüglich meines derzeitigen Romanprojekts aufgelegt habe, fertig bin, folgte mit “Wie wir älter werden” und dann kam Ernst Molden mit seiner Band und stellte ein Projekt  vor wo es um die Au, den Nationalpark und das Wasser ging und erzählte, daß er einen Auftritt wie diesen liebe, eine halbe Stunde singen, dann zwei Stunden die besten Weine trinken, denn dazwischen ging es ja weiter mit der langen Lesenacht und dem “Weltalltag” mit dem 1935 in Meran geborenen Joseph Zoderer, dem Mann mit dem Hut, den Sylvia Treudl sowohl, als Klassiker als auch als Gegenwartsautor vorstellte, seine Werke werden jetzt von “Haymon” wieder aufgegelgt und so las er aus den “Farben der Grausamkeit” und da war es für mich spannend zu sehen, wieviel man von seiner Lektüre vergißt, beziehungsweise fielen mir einigen originelle Wortschöpfungen und Wenungen auf, an die ich mich nicht erinnern konnte.

Mit der Büchnerpreisträgerin von 2012, der 1960 in Hameln geborenen Felicitas Hoppe, die ich 1996 in Klagenfurt, als sie dort einen der Bachmannpreise gewann, kennenlernte, ging es weiter und das war für mich wieder eine Überraschung, habe ich ja mit dem “Picknick der Friseure” das 2913 gelesen habe, nicht besonders viel anfangen können und das sagte ich auch in der Pause zu Wolfgang Kühn, als er mich fragte, wie es mir das Festival gefällt?

Wolf Wondratschek

Wolf Wondratschek

Karl-Markus Gauß

Karl-Markus Gauß

Jetzt las sie aus dem 2012 erschienenen Roman oder erfundenen Autobiografie “Hoppe” und da war ich eigentlich auch sehr skeptisch. Dann hat mir diese Fabulierkunst und die Geschichte einer Felicitas die mit ihrem Vater alleine in Canada aufwächst, beziehungsweise Eisschlittschuhläuferin ist und hunderttausend andere Dinge macht, die in der echten Biografie nicht aufscheinen, aber sehr gefallen.

Dann gabs noch mal Molden und nochmal Pause, dann folgte Antonio Fian, auch ein alter Bekannter von “Literatur und Wein”, wie mir überhaupt auffiel, daß sich einige Autoren oder Musiker wiederholen und immer wieder eingeladen werden und der las eine Menge seiner Dramulette  und ist auch Gegenstand  einer der Sonderpublikationen, die es in diesem Jahr wieder gab.

Der Samstag war dann wieder rund und zwar begann es im Literaturhaus Krems mit einer weiteren “Transfair-Folge: Von Staatsfeinden, Paranoia und zivilen Ungehorsam”, wo Klaus Zeyringer mit Kathrin Röggla und dem Tierschützer Martin Balluch über ihre Bücher diskutierte, während es eine Parallelveranstaltung mit fünf internationalen Lyrikern aus Italien, Slowenien, Wales, Deutschland und Polen, zu deren Veröffentlichungen es auch je eine Sonderpublikationen “Veropolis – wo Lyrik zu Hause ist”, gegeben hat, die es zur freien Entnahme gab, beziehungsweise bei den “Festivalpaß-Goodies”waren.

Harri Stojka

Harri Stojka

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Ich habe mich  für das  Literaturhaus entschieden, wo Klaus Zeyringer die Fiktion zu diesem Thema  dem Realismus gegenüber stellte.

Arbeitet ja die 1971 in Salzburg geborene Kathrin Röggla von der ich “Wir schlafen nicht” gelesen habe und die ich auch schon bei verschiedenen Veranstaltungen gehört hat, ja mit realistischen Material aus dem sie ihre Texte macht.  sie las auch einen, wo das Wort “Schweigeminute” in  Formen variiert wurde, während der Tierschützer Martin Balluch, der mit seinem Hund ins Literaturhaus gekommen ist, ein Buch über seinen Prozeß geschrieben hat und daraus zitierte.

Am Nachmittag bin ich wieder auf die Wanderung, diesmal mit dem Winzer Urban Stargards, der schwedische Wurzeln hat, auf die Steiner Weinrieden gegangen. Danach las Christian Futscher, den ich vor kurem im “MUSA” hörte, aus seinem bei “Czernin” erschienenen satirischen Text “Was mir die Erdmänchen erzählen”, in dem sehr viele Tiere vorkommen.

Mit dem Bus ist es dann nach Gottweig zum zweiten Leseabend gegangen, wo ich die mir bisher unbekannte Judith Kuckart kennenlernen, die das Publikum wählen ließ, welche Geschichte es aus ihrem neuen Erzählband hören wollte und dann von einer Schauspielerin las, die in einer Bäckerei arbeitet und dabei offenbar sehr viel flunkert.

Sonnenuntergang auf Göttweig

Sonnenuntergang auf Göttweig

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Den Schweizer Pedro Lenz, der dann folgte, kenne ich durch das “Bachmannlesen”, er las ein langes Gedicht, scheint auch viel in der Berner Mundart zu schreiben und lobte seinen “Patenwein” aus dem Weingut Hirsch.

 

Der 1943 geborene Poppoet Wolf Wondratschek, der nach dem ersten Musikblock, der diesmal wieder von Harri Stojka und seiner Band gestaltet wurde, gehörte wohl zu den bekanntesten Autoren, die am Samstag auftraten. So hielt ihm Sylvia Treudl auch eine sehr leidenschaftliche Einführung. Er las ein Stück aus seinem schon 2002 erschienenen Roman “Mozarts Friseur”, wo es um drei alte und falsch gehende Uhren geht, die ein Museumsdirektor für ein Kunstwerk hält, so daß der Friseur schnell eine Biografie herum erfindet.

Politisch wurde es wieder mit Karl Markus Gauß und seinen Journalen, aus denen er einige Kostproben gab und Stefan Slupetzky mit seinen “Lemming-Romanen” ein bekannter Krimiautor, mit denen der den “Glauser-” und den “Perutz Preis” gewonnen hat, sowie auch Musiker, hat jetzt mit “Der letzte große Trost”, sowohl einen Familien als auch autobiografischen Roman geschrieben, den er nach der zweiten Musikeinlage vorstellte.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Die Gebirgspoeten

Die Gebirgspoeten

Mit dem Trio “LEPSCHI” in dem Stefan Slupetzky, Tomas Slupetzky und Martin Zrost spielen und das ich schon einmal im Wiener Literaturhaus hörte, ist es in der Sektmatinee am Sonntag in Krems weitergegangen und die  stand im Zeichen der Schweiz-Östereischichen Freundschaft, kamen doch nach einem Musikauftakt die “Gebirgspoeten”, die aus den Schweizern Rolf Hermann, Achim Parterre und Matto Kämpf bestehen, die in karierten Hemden auftraten und sich, wie im Programm steht, mit “Den Mythen und Klischees der Schweiz” auseinandersetzen zu Wort und danach wieder der Schauspieler Christoph Mauz mit einem “Willkommenskultur” getitelten Programm, das aus Texten von Karl Kraus zum Beispiel aus den “Letzten Tagen der Menschheit” und Anton Kuh bestand und da  hundert Jahre alte literarische Betrachtungen, die wie Christoph Maunz erklärte, erstaunlich heutig klingen, excellent aufführte und so ist dieser “Weltalltag” in Göttweig und Krems mit vielen Weinproben, bekannter und unbekannter Literatur zu Ende gegangen und während das Team um Sylvia Treudl das Programm für das nächste Jahr zusammenstellt, bleibt zu hoffen, daß er die  Welt vielleicht ein bißchen besser macht.