Retrograndin Heidi Pataki

“Retrogranden aufgefrischt” ist eine von Markus Köhle kuratierte Reihe in die “Alte Schmiede”, die sich verstorbenen Literaten widmet, wo immer einige Autoren eingeladen werden, sich mit dem verstorbenen Autor zu beschäftigen. Da gab es schon einen Abend über Elfriede Gerstl, über Hansjörg Zauner und eine, die sich Adelheid Dahieme widmete und nun war die 1940 geborene und 2006 verstorbene Heidi Pataki an der Reihe, die 1991 bis 2006 die Präsidentin der GAV war und von der ich immer noch die Gedichtzeile “Als Emanuel Kant die Fenster putzte..” in Erinnerung habe. Kennengelernt habe ich sie, glaube ich, in den Siebzigerjahren, als ich schon in der Otto Bauergasse wohnte und zu einer gratis Veranstaltung in den Z-Club ging, wo sie aufgetreten ist.

Ich war bei ihrem Begräbnis, wo sie am Zentralfriedhof ein Ehrengrab hat und 2007 als wir von Ruths Dichterkarawane zurückgekommen ist, gab es im Literaturhaus eine Veranstaltung, die ihr gewidmet war, von der ich immer noch ein Plakat in meinen Schlafzimmer hängen habe.

Eine experimentelle Dichterin, die schon 1968 ein Buch bei “Suhrkamp” herausbrachte, das Markus Köhle in seiner Einleitung hochhielt und dann erzählte, daß er mit ihrem “Amok und Koma” auf den Zentralfriedhof gefahren ist, um ihrer zu Gedenken.

Markus Köhle hat diesmal Petra Ganglbauer, Bodo Hell, dessen “Bewegten Bäume” das ja auf der Öst, steht, gerade lese und die Slamerin Elena Sarto eingeladen, der GAV-Präsidentin und langjährige “Neue Forum- Redaktuerin” zu gedenken.

Petra Ganglbauer, die offenbar Corona hat, hat sich entschuldigt, so hat August Bisinger den Film gezeigt, der auch bei den “Fünfzig Jahre feiern” lief, wo Heidi Pataki in seinen Garten eines ihrer Gedichte liest und Bodo Hell frisch von der Alm zurückgekommen, wo er Gerhard Jaschke einen Zirbenschnaps überreichte und ihm einiges davon berichtete, erzählte, daß er einmal mit Heidi Pataki nach Vorarlberg gefahren ist und da mit ihr über den “Hexenzauber” handelte, diskutierte.

Er hat aus ihren “Herbstpresse- Büchern” gelesen und die 1999 geborene Slamerin beschäftigte sich mit der Feministin Pataki, die eine Position vertreten hat, die sie vermißt, weil es heute heißt, daß man das nicht mehr braucht.

Retrogranden aufgemischt. Es ist gut sich mit der 2006 verstorbenen experimentellen Dichterin zu beschäftigen und ihre Bücher wiederzulesen.

Damals im Literaturhaus konnte man sich Seiten aus dem “Otto Müller-Buch ” mitnehmen und das 1972 erschienen “J u. V-Büchlein”- “Fluchtmodelle” sowie “Die kurze Pause” aus der “Herbstpresse” befinden sich in meinen Regalen.

Die nächste Veranstaltung wird Gerhard Kofler gewidmet sein, der bis zu seinem Tod Generalsekretärder GAV war und als Markus Köhle bei seiner ersten Generalversammlung war, ist Gerhard Kofler auf der einen Seite und Julian Schutting auf der anderen Seite von Heidi Pataki gesessen und ich kann mich an eine Veranstaltung in der “Gesellschaft für Lliteratur” erinnern, wo Heidi Pataki eine Mütze mit roten Stern trug, wovon es ein Foto gibt, daß sich auch irgendwo in meinen Regalen befinden müsste.

Schweiz auf Österreich gereimt

Das literarische Schmiedejahr hat bei mir fast mit Markus Köhle geeendet und begonnen hat es richtig, wieder mit dem 1975 in Nassereith geborenen Poetry Slamer, GAV-Mitbglied und “AS- Moderator oder nur zur Hälfte, denn als Erstes hat Johannes Tröndle, die 1984 in Bern geborene Anais Meier und ihren Schelemen oder komischen Roman, jedenfalls hat sie einen solchen Preis gewonnen, Anti kriminalroman “Mit einem fuss draussen” und da geht es um den selbsternannten Kommissär Gerhard, das ist ein Sozialhilfeempfänger, der seinen Tag an einem Teich beginnt, um dort eine Yogaübung auszuführen und sich zu erden oder mit dem Universium zu verbinden.

Der hat eine starke Sprache und sieht eines Tages ein Bein im Teich. Das will er bergen und den Krimi aufklären, um Ruhm und Ehre solcherart zu erlangen und Anais Meier, deren Buch in jeder Auflage eine andere Farbe hat und selbst auch einen sehr farbenträchtigen Pullover trug, erzählte, wie sie zu ihrem Debutroman gekommen ist und zwar hat sie in Ludwigsburg an der Filmakademie Drehbuch studiert und da von einer Dozentin gesagt bekommen, daß sie nicht immer über Randgruppen schreiben soll, weil das die Kinogeher nicht interessieren würde, das hat sie dazu verlasst den Roman zu schreiben und sie hat auch eine Zeitlang in einem Haus gwohnt, wo sie das Vorbild für diesen Gerhard gefunden hat.

Interessant, interessant, der Antikrimi und interessant auch der neue Roman von Markus Köhle, “Das Dorf ist wie das Internet es vergißt nichts” und daraus habe ich den Autor schon im Literaturhaus lesen gehört und zwar ist der eine Hommage auf Köhles Heimatort Nassereith und der Held, ein Lukas ist sein Alterego nämlich ein Werbetexter und Poetry Slamer, der im Zug nach Nassereith fährt, weil er dort einen Literaturpreis oder ein Stipendium bekommen soll und im Speisewagen interessante Gespräche, zum Beispiel eines über das Radio Eriwan oder dessen Witze mit einem Kurt führt.

Dieser Lukas forscht auch an einem Ortsnamenlexikon und Markus Köhle hat in dem Buch immer wieder Texte oder Geschichten eingebaut und das ganze in der Köhlschen Manier brillant vorgetragen.

Der Schmiedesaal war auch entsprechend voll. Mieze Medusa war da, Astrid Nischkauer, Peter Clar, Ilse Kilic und und und…

Gelacht wurde ebenfalls sehr viel und am Schluss begeistert applaudiert.,

Adelheid Dahimene aufgefrischt

Die 1956 in OÖ geborene Adelheid Dahimene habe ich 1996, kennengelernt, als sie in Klagenfurt gelesen hat. Daraufhin war sie dann im Herbst auch bei “Rund um die Burg” und 2010 ist sie, sie war offenbar eine starke Raucherin an einen Lungenkrebs gestorben. So heißt auch ein posthum bei “Klever” herausgekommenes Buch, das ich als eines der ersten im Schrank gefunden habe “Rauchernovelle” und nun hat sich Markus Köhle in seiner “Retrogranden aufgefrischt” ihrer angenommen und dazu Ilse Kilic, Judith Nka Pfeifer und die ebenfalls in Wels lebende Dominika Meindl aufgefordert, ihre Eindrücke über sie aufzuzählen oder aus ihren Werken zu lesen.

Dazwischen hat das immer auch Markus Köhle getan und so habe ich erfahren, daß die blonde Frau mit den langen Haaren, in Wels ein Lteraturzentrum geleitet hat. Jetzt macht das Dominka Meindl und fünfundzwanzig Bücher hat Adelheid Dahimene auch geschrieben. Gedichte und Kinderbücher und das war spannend, denn ich bin heute sehr früh in die “AS” gekommen, mußte ich dort vor sechs zu Anna Jeller um dort den bestellten Kindergedichtband von Michael Hammerschmid “Wer ist Erster”, den ich der Lia zu Weihnchten schenken will, abzuholen. Das habe ich gelesen, während Ilse Kilic, Markus Köhle und die anderen die Veranstaltung vorbereitet haben und dann ist es losgegangen mit der excellenten Moderation von Markus Köhle, der seine Doris grüßte, weil es offenbar heute einen Livestream gab, zum letzten Mal, wie er betonte und Mieze Medusas Buch habe ich auch heute endlich ausgelesen.

Adelheid Dahimene auch eine Mttlere im Literaturbetrieb und Ilse Kilic hat zu ihren Texten etwas gezeichnet und an das “Fröhliche Wohnzimmer” erinnert, in dem die Oberösterreicherin offensichtlich auch publizierte und die 1975 geborene Judith Nika Pfeifer aht Adelheid Dahiemene auch weitergedichtet und manchmal auch die Ursprungstextzeilen projeziert. Essen war für die Autorin offensichtlich sehr wichtig. Zwetschken und Zwiebel und Dominkia Meindl hat dann das Bildmaterial mitgebracht und erzählt, wie schwierig es sich in einer FPÖ dominierten Stadt leben läßt.

Die starke Raucherin, viele Bilder mit einer Zigarette in der Hand hätte eine Antwort dazugehabt. Es gab ein Bild von Waltraud Seidlhofer und Gregor M. Lepka, der 2016 verstorben ist und Markus Köhle schloß wieder mit einem Gedicht. Dreizehn hat er glaube ich rezitiert oder nach- und neugedichtet.

Ich wußte gar nicht daß Adelheid Dahiemene eine solche experimentelle Autorin war. Monika Vasik, Peter Clar und andere waren da und es war sehr interessant.

Schneller, höher und so weiter

Am dreundzwanzigsten Juli sollen in Tokyo die olympischen Sommerspielen beginnen, die eigentlich schon im Vorjahr stattfinden hätten sollen, Corona bedingt verschoben wurden und ob und wie sie heuer stattfinden sollen ist auch noch nicht so klar, Dieter Bandhauer vom “Sonderzahl-Verlag” hat aber Markus Köhle und Peter Clar den Auftrag für ein Olympia-Buch gegeben, das heute in der “AS” vorgestellt wurde, obwohl es laut “Amazon” und anderen Internetvorschauen erst im Mai oder Juni erscheinen soll.

Es scheint aber schon erschienen zu sein, zumindest hielten es die beiden Autoren in den Händen, JohannesTröndle moderierte und es begann mit einem Prologo oder einem Namenstext, wo der 1975 geborene Markus Köhle, der als Poetry Slamer begann und jetzt sehr viel in der “AS” und auch wo anders moderiert sich mit dem 1981 geborenen Peter Clar, der, glaube ich, auch im Jelinek Forschungszentrum tätig ist und mit dem ich öfter beim Volksstimmefest las abwechselnd, die nicht im Buch vorkommenden Sportarten verlasen.

Dann kamen einige Artikel aus dem Buch, beginnen mit Ringen, Turnen, Schwimmen, schließlich Skaten, was heuer zum ersten Mal im Tokyo präsentiert werden sollte und Johannes Tröndle erklärte, dann im Gespräch, daß in dem Buch unterschiedliche Textarten enthalten sind. De Lexikoneinträge wurden schon im Vorspann erwähnt, dann gibt es aber Kurzprosatexte aber auch viel Sporttechnisches, etcetera, am Schluß hat Markus Köhle auch noch von seiner Dreisprungerfahrung, die er früher selbst betrieben hat, vorgelesen, hat er doch am Anfang erzählt, daß er bis zu seinem sechzetnten LA sehr sportlich gewesen war, dann kam eine musikalische Phase, dann ist er in der Literatur hängen geblieben, die er heute noch betreibt und am Schluß gab es noch einen nicht im Buch enthaltenen Text, der mit Radfahren und Reiten begann und mit einem Schlußwort endete.

Lesen förderte Johannes Tröndle noch auf. Mal sehen, ob das Buch schon erschienen ist, aufder “Sonderzahl-Seite”, wo auch zwei Fotos von den beiden Autoren in sportlicher Betätigung zu sehen ist, steht etwas von März.

Also gibt es es vielleicht doch schon, ich werde es mir nicht kaufen, bin ich ja nicht sehr sportlich und interessiere mich für die olympischen Spielen wahrscheinlich genausowenig,wie vor Fußball. Aber dafür interessieren sich ja auch einige oder mehrere Literaten, so daß ich auch schon einige Fußballbücher gelesen oder in meinen Regalen habe und Johannes Tröndle hat in seiner Einleititung auch etwas von einer Korrespondenzenpoesie oder einen Gedichtbriefwechsel erwähnt, die, die Beiden ebenfalls geschrieben oder herausgegeben haben, also auch etwas zu lesen, wenn man sich wie ich für Sport nicht so sehr interessiert und auf die jeweiligen Homepages hat Johannes Tröndle auch noch hingewiesen

Slammer.Dichter.Weiter

Ich bin ja keine so besondere Freundin des Poetry Slams, obwohl ich inzwischen ganz regelmäßig zu den Veranstaltungen ins Literaturhaus gehe, daß aber Markus Köhle eine Staffel in der “AS” hatte, ist mir bisher entgangen und ich bin auch  nicht so engagiert zu der Veranstaltung von Anna-Lena Obermoser und Simon Tomaz gegangen, habe mich aber, kann ich gleich verraten, geirrt, denn “Slammer.Dicher.Weiter” ist eine sehr interessante Veranstaltung, die den Rahmen der Poetry Slams sprengt, wo zehn Leute gegeneinander antreten und das Publikum schreien und klatschen darf.

Das heißt geklatscht werden soll dabei auch, es gibt aber kein Wettlesen, sondern Markus Köhle, der ja auch ein begnadeter Slamer war, stellt immer einem Wiener und einen Slamer aus dem Bundesländern vor. Dazu gibt er ihnen auch drei Dichter zur Auswahl auf den oder sie dann dichten müßen und er moderiert das Ganze und liest ein paar Texte von den vorgestellten Dichtern vor.

Klingt spannend, ist es auch, obwohl mir weder die Pinzgauerin, die jetzt in Graz lebt, Anna-Lena Obermoser und die bewußt  Dialekt verwendet, noch der Wiener Simon Tomaz ein begriff war, aber der ist glaube ich gar kein jrichtiger Slamer sondern eher ein sehr poetischer Vertreter der experimentellen Poesie.

Doch schön der Reihe nach, denn Simon Tomaz ließ mich, als ich den Saal betreten wollte, würfeln, wozu das gut war, erklärte er später und Markus Köhle stellte zuerst die beiden Slamer vor, dann begann Anna-Lena Obermoser mit einem typischen Slam zum thema “Schen ist”, während Simon Tomaz die Bundeshymne rezitierte, aber nicht wirklich die echte, sondern eine mit Aussparungen, in die dann die erwürfelten Worte eingetragen wurden.

Klang ein weinig mühsam, würde ich sagen, aber da kamen schon die drei Dichter und Dichterinnen die Anna-Lena Obermoser zur Auswahl hatte, Christine Busta, Günther Falk und Elfriede Gerstl sie hat sich für die Gerstl entschieden und zwei ihrer Gedichte in ihren Text hineinverwoben, während sich Simon Tomaz für Konrad Bayer von der Wiener Gruppe und einem “Kasperl auf dem elektrischen Stuhl” entschieden hatte. Sein Text darauf war im Vortrag eines Kasperltheaters gehalten. Der Polizist und das Krokodil trauchten noch zusätzlich auf und sehr politisch, ich glaube, es ging auch um die Kanzlerfrage und die gestern stattgefundene Wahl, war sein Text auch.

Markus Köhle rezitierte dazwischen immer wieder Elfriede Gerstls Postkartentexte und ergänzte, daß Gerhard Rühm auch einmal die Bundeshymne variiert hat, dann kamen noch ein paar Runden, wo die beiden ihre eigenen Texte vortrugen. Anna Lena Obermoser hatte, glaube ich, noch was zu der Gerstl und ich fand die Veranstaltung, die weit über den Poetry Slam hinauging, wie schon erwähnt, sehr interessant.