Zwei neue Bücher über die Zwischenkriegszeit

Wieder “Wien-Reihe” in der “Alten Schmiede” und ich bin wegen einer Terminverschiebung hingekommen. Habe ich die “Wien-Reihe”, als sie noch “Literatur im MuSA” hieß, sehr gern verfolgt, weil hier immer die “Wien Stipendiaten” und Preisträger vorgestellt werden. Man weiß, wer ein Stipendium kommt und sich auch in die Texte einhören kann und diesmal war es wirkich interessant, obwohl ich das gar nicht vermutet hätte, stelten doch die die 1970 geborene Tanja Paar und der 1981 geborene Paul Ferstl ihre jeweiligen Works on Progess vor, mit denen sie das “Canetti-Stipendium” bekommen habe.. Das geht über drei Jahre, so daß längere Projekte fertig gestellt werden können und beide Bücher beschäftigen sich mit der Zwischenkriegszeit.

Tana Paar habe ich, glaube ich, schon einmal bei den “O Tönen” gehört, sie hat zwei Bücher geschrieben, die “Unzertrennlichen” und die “Zitternde Welt” und ihr neues Projekt trägt den Titel “Der Scheitel der Frau” spielt im Jahr 1928 am kleinen Semmering.

Dort haben die Reichen und auch weniger Reichen ihre Sommerfrische verbriacht und Tanja Paars Großvater war dort Bahnhofvorstand und die Großmutter mit einer orthodoxen Jüdin befreundet. Darüber dreht sich das Buch von dem es offenbar nur das Kapitel gibt, das Tanja Paar gelesen hat. Sie hat sich dazu einen Bleistift mitgenommen und einiges angestrichen, was sie noch verändern will, beispielsweise zwei Namen, verraten daß in ihren Büchern immer eine Narbe vorkommt und, daß sie erst in der Recherchephase ist und das Buch von 1928 bis 1938 spielen soll und der mir bis jetzt eher unbekannte Paull Ferstl, der auch schon ein paar Bücher geschrieben hat, hat seinen Roman “Rostrot” im Februar 1934 in der Steiermark angesiedelt und da werden nach dem Februaraufstand zwei Buben von der Polizei festgenommen und gefoltert.

Intereressant, interessant, die Beschäftigung mit der Zeit vor hundert Jahren, wo man ja die Paralellen zur Jetztzeit ziehen könnte. Haben wir doch jetzt auch eine Verarmung und eine Inflation und die Schwarzen hetzen gegen die Roten, weil sich Andreas Babler, der neue SP- Chef Marxist genannt hat und das dann gleich wieder zurückgenommen hat.

Julia Danielcyk fragte nach den sprachlichen Vorbildern.Tanja Paar nannte Hermynia zur Mühlen und Vicki Baum. Paul Ferstl glaube ich noch Jura Soyfer, aber eigentlich hat er sich eher mit der Fantasy und der Science Fiction beschäftigt und ich würde die Bücher gerne lesen. Mal sehen, wann sie erscheinen werden.