Verschiedene Lesarten einer Bibliothekarin

Nach meiner sechs Uhr Stunde ins Literaturhaus gehetzt und gerade noch zu Daniel Terkls Einleitung zurecht gekommen, der Peter Marius Huemers “Bibliothekarin” erschienen bei “Septime” vorstellte.

Das dritte oder vierte Buch des 1991 in Haag am Hausruck Geborenen, der auch Blogger ist und einen Literaturpodcast hat, wurde, was mich überraschte, von dem Grazer Autor Stefan Schmitzer vorgestellt, der gleich zu Beginn verschiedene Lesharten vorstellte.

Man kann das Buch als eine Dystopie ,lesen und ich würde nachdem was ich gehört habe, das tun und denke inzwischen, daß man eine Studie darüber machen könnte, welche Dystopie-Konzepte während der Lockdowns und der Pandemie entstanden sind, ohne das Wort Corona zu erwähnen.

Man kann die unverläßliche Erzählerin entdecken und verschiedene philopsphische und experimentelle Lesarben gibt es wohl auch. Zumindest kann man das aus Stefan Schmitzers Vorstellung herauslesen und es geht um eine Bibliothekarin, die in einer finsteren Welt einer Abteilung F23 lebt und von dort offenbar einen Ausbruch versucht, beziebungsweise, die Welt mit verschiedenen Botschaften zu vernetzen beginnt.

Vorher ist sie in einer anderen Abteilung geboren worden und dort auch zu Schule gegangen. Jetzt lebt sie im Dunklen.Ist ganz allein und muß alte Bücher katalogisieren.

Dann wirds etwas kompliziert. Denn im Programm steht, sie darf die Bücher nicht lesen. Tut es offenbar aber doch und, wie es ausgeht hat der junge Autor auch nicht verraten. Nur gemeint, daß er fünfhundert Seiten gebraucht hätte, um das Ganze aufzulösen. Es also irgendwann gelassen hat und hat jetzt drei Stellen vorgelesen.

Von den Plätzen war eigentlich nur die dritte Reihe besetzt und das waren offenbar Freunde oder Freundinnen des Autors. Eine Frau im roten Kleid hat fotografiert und alle sind dann mit Weißweingläsern im Kreis gestanden und haben angestoßen. Der Autor und Stefan Schmitzere dann auch mit mir und eine Frau, die offenbar nicht zum Kreis der Eingeweihten gehört hat, hat mich angesprochen und von mir wissen wollte, ob ich das erste Mal im Literauhaus war?

Das war ich natürlich nicht und komme auch am Freitag wieder, um dann das erste Mal seit 2009 wieder offiziell zu lesen.

Inoffziell und ohne Honor habe ich das dann 2016 getan und als ich meine Flyer auflegen wollte, habe ich gesehen, daß da schon ein dicker Stoß gelegen ist und bei den Bücherschränken bin ich auch fündig geworden. Bin ich ja irgendwie auch eine Bibliothekarin oder eine Literaturbesessene, die sich mit Bücherbergen und Bücherauflesen beschäftigt und dort drei Bücher von Alfred Komarek gefunden.