Martin Amanshauser Reisen

Der 1968 in Salzburg geborene Sohn von Gerhard Amanshauser Martin Amanshauser von dem ich einmal beim “Standard” “Nil” oder “Alles klappt nie”, so genau weiß ich das nicht mehr, ich habe jedenfalls beide Bücher in meinem Bibliothekkatlog habe, ist seit 1999 Reisejournalist, hat eine Kolumne “Amanshausers Welt” in der “Presse”, einige Bücher darüber geschrieben und hatte in der”Alten Schmiede” auch mal eine Reihe, wo er über das falsche oder richtige Reisen referierte.

Damals hatte er, wie Kurt Neumann heute in der “Alten Schmiede” einleitete, auch eine “Stunde der literarischen Erleuchtung”, die offenbar dem Reisen gewidmet war und jetzt, nach dem eine neues Reisebuch erschienen ist, wieder eine solche und da stellte er Roger Willemsen “Die Enden der Welt” vor, ein Buch das ich schon gelesen habe.

Am 14. August einen Tag vor seinem sechzigsten Geburtstag habe ich es gelesen, am 7. Februar vor einem Jahr ist er gestorben und ich bin eigentlich auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, weil ich an “Das hoheHaus – ein Jahr im Parlament”, das ich auch einmal im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe, dachte, aber Martin Amanshauser ist  ein Reiseschriftsteller und beschäftigt sich mit diesen Themen und interessant ist auch, daß ich das meiste von Roger Willlemsens Reisebilder schon wieder vergessen hatte.

Martin Amanshause lobte ihn aber sehr und meinte, daß er wahrscheinlich nicht in “Wikipedia” recherchierte und las sichdurch das Buch und dann kam ein für mich bisher unbekannter Autor, der 1951 geborene Bill Bryson, ein Amerikaner, der aber schon lange in England lebt,  irgendwann nach Amerika zurückgekommen ist und ein Buch über das vergessene Amerika “Straßen der Erinnerung” geschrieben hat, das wie Kurt Neumann in der Einleitung erklärte,von den Orten handelt, wo die Leute leben, die Donald Trump gewählten haben. Der, beziehungsweise sein Tower kommt in dem Buch, es ist 1989 in Englisch, 2006 auf Deutsch erschienen und Martin Amanshauser meinte, daß er mit diesen Reisen, die amerikanische Kleinstadt finden wollte, dafür ist er über die Highways gefahren und hat das offenbar sehr langweilig gefunden.

Seltsamerweise gibt es aber auch ein paar Kapiteln über New York, die Martin Amanshauser vorstellte und dann kam ein Kapitel über La Vegas, wo er einige Dollars umwechselte, die dann verspielte und beim Hinausgehen eine Frau beobachtete, die sechshundert Dollar gewann, die in deinem Kübel packte und die er bedauerte, weil es wie wahrscheinlich etwas zynisch meinte nun dauern würde, bis sie essen gehen könne.

Martin Amanshauser deutete noch an, daß er keine Spieler wäre und einmal in Hongkong, glaube ich, mit einem sehr unguten Gefühl zwanzig Dollar gewechselt hätte, da kann ich anmerken, daß ich, der Reisemuffel 1989 mit dem Alfred und der kleinen Anna auch fünf Wochen in Amerika war, in New York, Hollywood, San Fransico, Conneticut und in Las Vegas, abe,rdort in den Casinos nur die Gutscheine einlöste, die man dort, glaube ich, bekam.

Ich kann mich so an einen Krabbencocktail erinnern und an ein blaues Häferl, das ich irgendwo noch immerin einer Schachtel auf einem Regal haben sollte.

Dann kam eine Pause, die diesmal zum Glück nur eine halbe Stunde dauerte, in der Margit Heumann, Erika Kronabitter, Dine Petrik erschienen und Markus Köhle Martin Amanshauser neues Buch “typisch Welt 111 Geschichten zum weiter reisen” die offenbar zum größten Teil seine Kolumnen sind, vorstellte.

Die handeln von siebzig Ländern und Martin Amanshauser ist, wie Markus Köhle erzählte, viel unterwegs auf privaten und auf Pressereisen, zehn bis zwölf Mal im Jahr, ergänzte, glaube ich, der Autor und erzählte dazu, daß es sich dabei, sowohl um Reisen zum Neudsiedlersee, als auch in den Nepal handelte und las sich auch da durch das Buch.

Las Geschichten, die in Gambia aber auch in Italien oder Österreich, etcetera spielen.

Das Publkum durfte  auch Länder nennen und mit dem Weiterreisen wird es bei mir wahrscheinlich ein wenig hapern, bin ich nicht sehr reiselustig, obwohl ich mir kurz überlegte, ob ich nicht das Buch, das  ein schönes Cover hat, nicht anfragen soll?

Ich tue es wahrscheinlich nicht, das “Bananenblatt” eine Zeitschrift aus dem “Holzbaum-Verlag” hat aber auch gerade eine Sondernummer zu diesem Thema, die noch kommen sollte und ich selber gehe auch übermorgen auf eine Reise zu einer Lesung nach Salzburg zum Thema “Angekommen”, wo es um die Flüchtlingswelle geht und da kann ich diesen Artikel vielleicht mit einer Frage aus dem Publikum an Martin Amanshauser beenden, wohin er noch gerne fahren oder was seine Traumziele wären?

“In das unzerstörte Syrien!”, war seine Antwort.

Fieberkopf mit Analyse

“Ein kleines Symposium”, nannte Kurt Neumann die heutige Doppelveranstaltung in der “Alten Schmiede”.

Zuerst eine “Stunde der literarischen Erleuchtung”, in der sich Herbert J. Wimmer stehend, damit er sich nicht vor Lache krümmte, mit Wolfgang Bauers Roman in Briefen “Fieberkopf” beschäftigte und dann kam der1960 geborene “Wartholz-Preisträger” Christian Steinbacher, der sich in seinem “Klever Buch” “Kollegiales Winken-Gebrauchs- und Gelegenheitstexten” unter anderem mit dem “Fieberkopf” beschäftigte und der, in den Sechzigerjahren erschienen, ist ein, wie es Christl Greller nannte, normal beginnendes und sich dann ins Surreale stieigerndes Werk.

Da schreiben sich zwei Männer, Heinz  und Frank von Graz nach Villach Briefe und überkreuzen sich dabei. Sie erzählen Alltägliches und fragen dabei immer wieder nach einem Thermometer, den der eine kaufte.

Vom Thermometer ist es zum Fieber nicht weit und im achtundzwanzigsten Brief sind wir auf einmal in Neuseeland aber auch in einem Iglu, Hubert Fabian Kulterer und Max Ricobona, zwei reale Kulturgestalten, kommen vor. Aber auch zwei sich kopulierende Lokomotive,  eine Frau, die die Farben wechselt, ein Kapktän, der zwei Körper, aber nur ein Hirn hat und so weiter und so fort.

Christian Steinbacher sollte es nach der Pause einen Ulk nennen und auch auf das frische erschienene “Feribord” Nummer 24 hinweisen, in dem von ihm ebenfalls Ulkgedichte erschienen sind und trug dann seine Analyse in einer wahren Performance vor.

Sehr viel Prominenz im Publikum, Marie Therese Kerschbaumer beispielsweise, Gerhard Jaschke, etcetera, etcetera und auch einige Leute, die sich den Band der “Droschl-Werkausgabe kauften, um diesen fulminanten Ulk oder Kunstwerk nachzulesen.

Wendelin Schmidt-Dengler hat das Nachwort dazugeschrieben und Herbert J. Wimmer erzählte die Geschichte, daß der damalige Bauer Verleger Wolfgang Bauer nach Frankfurt berief und ihn einige Zeitlang einsperrte, damit er seinen fulminenten Roman zu Ende schrieb, nun das ist ihm gelungen, der “Residenz Verlag” soll mit H. C.Artmann einmal etwas Ähnliches gemacht haben und nun haben wir zwei experimentelle Bücher, mit denen man das Werk, sowie die entsprechende Analyse nachlesen kann, aber ich habe ja immer noch ein Buch von Chritian Steinbacher, das ich einmal auf dem Bücherturm der “Literatur im März Veranstaltungen” fand und noch nicht gelesen habe und Wolfgang Bauer,  1941-2005, habe ich, lang lang ists her, einige Male bei “Rund um die Burg” aber auch bei anderen Gelegenheiten gehört.

Von Friedrich Polakovics zu Philipp Blom

Statt noch einmal zu Ruth Aspöck in den Repbulikanischen Club, die dort ein literarisches Werkstattgespräch mit Lesung und Musik hielt, bin ich am Dienstag zu einer Doppelveranstaltung in die “Alte Schmiede”, nämlich wieder zu einer “Stunde der literarischen Erleuchtung”, wo Daniel Wisser Friedrich Polakovics “Versuch über den Krieg” vorstellte, gegangen.

Der Name Polakovics erschien mir bekannt, obwohl ich ihn nicht recht einordnen konnte, aber dann kam mir die Erleuchtung, das ist doch der, der die “Neuen Wege” herausgegeben oder mitgestaltet hat, wie ein Herr im Publikum, der sich als Hermann Hakels Sekretär entpuppte, zurechtrückte und der Literaturbetrieb der fünfziger und der sechziger Jahre ist auch einer, der mich sehr interessiert und wo ich schon einiges gelesen habe oder bei einigen Veranstaltungen war.

Friedrich Polakovics 1922 geboren 2011 gestorben, der von seiner Ausbildung bildender Künstler war, wie Daniel Wisser, offensichtlich ein Polakovic Kenner erzählte, wurde 1944 zur Wehrmacht eingezogen und hat 1966 im Alter von 44 Jahren darüber geschrieben. Man sieht die Zahlenspiele.

Der “Versuch über den Krieg” trägt auch noch den Titel “Das Buch von den zweimal elf Jahren”, ist 2003 bei “Wieser” herausgekommen,  inzwischen offenbar vergriffen und in zwei Teilen gegliedert, beziehungsweise montiert, denn es erzählt von den Kriegserlebnissen des Obergefreiten und Funkers, in Frankreich, in der Gefangenenschaft bis zu Heimkehr und dann bezieht es sich im zweiten Teil auf die Zeitungsberichte, die in den Sechzigerjahren erschienen sind, die von Kriegsverbrechern, die freigesprochen wurden, beziehungsweise, der politischen Situation dieser Zeit erzählen.

Polakovics hat nach der Heimkehr in den “Neuen Wegen” mitgearbeitet, diese dann wegen eines Gedichtes, das er nicht abdrucken durfte, verlassen, hat dann H. C. Artmanns “Med ana schwoazzzn Dintn” mit dem er befreundet war, herausggeben, hat viel übersetzt und bis zu seiner Pensionierung, als Zeichenlehrer gearbeitet, dort aber offenbar seinen Schülern viel vorgelesen und er hat, wie der Herr im Publikum erzählte, auch sehr schöne Balladen geschrieben.

Daniel Wisser zitierte zwischen den Textstellen, die er las auch Andreas Okopenko oder zeigte die “Neuen Wege” her.

Dann ging es in den Keller zu einem anderen mir eher unbekannten Namen, nämlich zu Philipp Blom und seinem Romandebut “Bei Sturm am Meer” und erfuhr erst aus Gesprächen, das der 1970 in Hamburg geborene nicht nur ein Historiker, sondern auch ein Moderator von “Von Tag zu Tag” ist und schaute mir am Büchertisch seine historischen und philosphischen Werke an, “Böse Philosophen”, die “Zerissenen Jahre – 1018-1938” und eines über 1900-1908 und jetzt der erste Roman, der vergleichsweise ein eher triviales Thema, nämlich eine Familiengeschichte oder eine Midlifekrise zum Inhalt, aber einen sehr umfangreichen Plot hat und aus verschiedenen Perspektiven in verschiedenen Erzählsträngen erzählt wird.

Da fährt einer namens Ben, nach Amsterdam zum Begräbnis seiner Mutter, muß dort fünf Tage ausharren, weil die Urne verloren gegangen ist, in dieser Zeit schreibt er einen Brief an seinen in Wien verbliebenen vierjährigen Sohn, er ist vierzig und bestimmt, daß der Sohn, den Brief erst in vierzig Jahren bekommen soll.

Man sieht, die Zahlen, Zufall oder nicht, spielen auch hier eine Rolle.

Er schreibt in dem Brief über seine Familie, seine aus Holland nach Deutschland zurückgekehrte Mutter und seinen verschwundenen Vater, den er in diesen Tag offenbar wiederfindet und erfährt, daß er gar nicht gestorben ist und zu seinem Sohn und seiner Freundin wird er vielleicht auch nicht mehr zurückkehren, sondern ihn genaus verlassen, wie ihn sein Vater einmal verlassen hat.

“Ein ideales Weihnachtsgeschenk!”, scherzte  der Autor und eine ältere Stammbesucherin schien für ihn auch sehr  zu schwärmen.

Mich würde da wahrscheinlich Friedrich Polakovics Kriegerzählung, ein sehr sperriges Buch, das mich ein wenig an Theodor Sappers “Kettenreaktion Kontra” erinnert hat, mehr interessieren.

Das Buch ist aber verriffen und das einzige antiquarische Exemplar wurde auch sofort aufgekauft, wie Daniel Wisser, beziehungsweise Kurt Neumann erwähnten, aber ich lese gerade ohnehin ein anderes interessantes Buch, das vom Krieg und seinen Folgen, nämlich Verna B Carletons “Zurück in Berlin” erzählt und zu Philipp Bloms Amsterdam Schilderungen  fällt mir der Buchmessenschwerpunkt Niederlande und Flandern ein und so habe ich wieder zwei  literarische Entdeckungen gemacht.