Kleine Schule des Fliegens

Buch sieben des österreichischenen Buchpreises der 1971 in Bregenz geborenen Christina Walker die ich mit ihrem Debut “Auto” bei den O-Tönen -hörte, in dem kleinen feinen “Braumüller-Verag” erschienen, ist sehr interessant und man kann spekulieren, ob es eine literarische leicht surreale Antwort auf die Krisen unserer Zeit ist?

Da sitzt ein Mann, Alexander Höch, nach einer Chemotherapie wahrscheinlich sehr geschwächt in der Wohnung seines Bruder. Seine Frau Eva, offensichtlich eine Psychotherapeutin hat ihn dorthin “verbannt” weil seine Wohnung renoviert wird. Eine seltsame Frau, namens Melitta Miller taucht auf, die sich um ihn kümmern und für ihn einkaufen soll. Das klappt nicht so ganz, denn er kommt zu seinen Kaffee erst, als er ihn selber im Supermarkt holen geht und in der Wohnung passieren auch seltsame Dinge. Federn und Gummistücke tauchen auf und dann liegt auf einmal auch eine Waffe auf dem Tisch. Die ist zur Krähenabwehr gedacht, denn diese Vögeln bevölkern plötzlich die Plantane gegenüber und Melitta Miller, die vorsorglich maskierte Heimhelferin entpuppt sich, als eine Vertreterin der Krähenabwehr und fordert Alexander Höch auf, der offenbar auch ein Schrriftsteller ist und alles aufnotiert, zu diesem Zweck Schreckschüße abzugeben, denn “Die Krähenabwehr ist ein sozialer Akt.” Es gibt auch eine Gegenseite, die die Krähen mit Nüssen füttern und zur Beobachtung in ihren Autos sitzen und nebenan befindet sich ein Seniorenheim und da werden die Alten durch die Schreckschüße irritert, beziehungsweise an ihre Kriegserlebnisse erinnert.

So geht es dahin, ein Hund, den Alexander Höch von einem verstorbenen Klinikkollegen geerbt hat, taucht auch noch auf und am Schluß liegt Melitta Miller tot am Boden, weil sie offenbar auf einen Baum klettern wollte und Alexander Höch sitzt am Gang auf einen Koffer und wartet, daß die Polizei ihn befragen oder verhören kommt. Es kommen aber nur sein Bruder Georg, seine Frau Eva und seine Tochter Lilly, die ihn überraschen und nicht erschrecken wollen und die letzten Sätze lauten “Als ich mich von dem Koffer am Gang erhob, schwebte eine kleine schwarze Feder am Boden. Ich schaute in den Garderobenspiegel. Nicht jeder hat einen Charakterkopf. Eigentlich hätte ich meinen Kopf für völlig kahl gehalten. Da war auch sonst niemand in der Wohnung, von dem die Feder am Boden sein hätte können. Meine Feder also. Die letzte. Ich hob sie auf und steckte sie zurück hinters Ohr, bevor ich nach Hause ging.”

Ein kleines feines und ein wenig geheimnisvolles oder surrealistisch aufgeladenes Buch über die Einsamkeit unseres Lebens, wo sich die Menschen in Vögel verwandeln können und dann gejagt oder geschützt werden, von dem ich sehr froh bin, daß es auf die öst. Liste kam, denn sonst hätte ich es höchstwahrscheinlich übersehen, was neben den lauten Stimmen und x-maligen Bernhard und Winkler Provinz Wiederholungen doch etwas schade wäre.