Literarisches aus Belarus

Kontrast zu gestern Abend,” als ich heute um viertel acht, ich hatte wieder eine sechs Uhr Stunde, die Gesellschaft für Literatur” betrat, war die Tür verschlossen und im ersten Stock sehr laut, da fand offenbar eine Party statt und in der “Gesellschaft” vielleicht zehn Leute.

Ines Scholz eröffnete gerade und stellte die Damen am Podium vor und da war Annemarie Türk von “Traduki”, Aylin Rieger von der “S. Fischer Stiftung” und die Schauspielerin Cornelia Köndgen. Annemarie Türk, die sich inzwischen, glaube ich, auch schon in Pension befindet, erzählte daß man von der Belarusischen Literatur oder der Situation dort, nur wenig weiß und ich dachte, ha? ist Sasha Filipenko, von dem ich ja vier Bücher gelesen habe nicht auch von dort?

Natürlich ja, aber bei der “S. Fischer Stiftung” geht es um etwas anderes und an diesem Abend um belarusische Frauen und da gibt es dort einen “Pflaumbaum-Verlag”, der von der Nobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch, glaube ich, gestiftet wurde, um die dortigen Autorinnen zu fördern, genannt nach einer Jahuinjenija Pflaumenbaum, die in den neunzehnhundertzwanziger bis dreißiger Jahren literarische aktiv war und dann nach ihrer Heirat mit einem belarustischen Dichter literarisch verstummte.

Dieser Verlag hat nun eine Anthologie herausgegeben “Anthologie der Dichterinnen”, die diese “S. Fischer Stiftung” nun, glaube ich, in Europa bekanntmachen will.

Dann hat Cornelia Köndgen einige Gedichte aus dieser Anthologie gelesen und ich dachte, uje die Namen, da habe ich sicher Schwierigkeiten, sie richtig zu schreiben.

Das Original wahrscheinlich in russischer Sprache war auch zu sehen, sechzig Dichterinnen sind darin, glaube ich, enthalten und eine davon ist die 1969 in Smarhon geborene Tania Sarkynkina, deren Gedicht “Frühstück aus nichts” der Veranstaltung den Namen gab und sie schreibt ähnlich, wie Maja Haderlap ihre Gedichte auf russisch, Haderlap schreibt die auf Slowenisch und die Prosa zum Beispiel “Engel des Vergessens” oder das neue Buch auf Deutsch und Tani Skarkynkina ihre Prosa auf Smarhonisch”, eine Mischung aus Polnisch und Russisch, glaube ich, und da wurden Auszüge aus der Erzählung “Nach dem Klassentreffen” gelesen und das ist ein sehr politischer Text, der in die Vergangenheit zurückgeht. Da hat Annemarie Türk nachgehackt und wissen wollen, ob da die Schriftsteller schneller als die Historiker sind?, was die Autorin, die von Margarita Höckner gedolmetscht wurde, glaube ich,etwas überforderte.

Dann kamen auch die sieben Gedichte, die in der Anthologie enthalten sind und vorher wurden noch einige andere belarusische Autorinnen vorgestellt, deren Bücher auch auf Deutsch erschienen sind, da gibt es ja Volja Hapejeva, die ich, glaube ich, schon in der “Alten Schmiede” oder in pandemischen Zeiten über den Livestream hörte und Eva Vieznaviec Roman “Was suchst du Wolf?”, ist bei “Zsolnay” erschienen. Eine andere in Wien lebende Autorin war auch da und nacher gab es wieder Wein. Vielleicht den der gestern über geblieben ist, würde ich vorlaut unken und ich habe mich nett mit den jungen Damen der “Gesellschaft” unterhalten, ihnen von meinen Buchpreis-Leseeindrücken erzählt und Annemarie Türk dann um das Leseprobenheftchen angeschnorrt, das des beim “23 poesiefestival berlin” gegeben hat, woraus die deutschen Übersetzhungen gelesen wurde, damit ich die Namen richtig schreiben kann, aber um die habe ich mich jetzt gedrückt.