Da war ich eigentlich noch nie

Im Sommer liest man Sommerbücher, auf diese idee hat mich eigentlich “leselustfrust” vor jahren einmal gebracht, mein langer Sub hindert mich inzwischen daran, das zu tun, aber manchmal kommen die Bücher auch so auf mich zu, wie es mir mit”Der Wunderkammer des Reisens in Deutschland so” ging, denn da gibt es ja den “Verlag des kulturellen Gedächtnisses” das,wie soll ich sagen schöne bibliophile Raritäten verlegt. Mit der “Wunderkammer der deutschen Sprache” hat es angefangen und jetzt geht es um das Reisen durch Deutschland, was ja in Zeiten, wie diesen ein bißchen schwierig ist oder eigentlich auch nicht, denn es sollen ja jetzt alle reisen,womit sich das Delta Virus dann auch munter verbreitet,die Maturanten es aus Mallorca nach Österreich brachten oder wie es das Cover zeigt, eine Reise in die Vergangenheit, sieht man da ja einen alten Fotoapparat, eine Frau mit einer Reisetasche und Stöckelschuhen, einenSchifahrer und und und…

“Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an das Reisen in Deutschland denken?”, wird da im Vorwort gefragt und ich, die ich ja im Nachbarland wohne, denke da an die Reisen nach Hamburg und Hannover, als Zehnjährige, dann meine Leipzig Frühlinge, die Radreise mit der Ruth 2007 von Ybbs nach Regensburg, dann die Radreise von Ulm nach Regensburg und und und von oder nach Passau sind wir auch ein paarmal mit der Anna geradelt und die ersten Reisen habe ich mit meinen Eltern auch in ihrem altenVW-Käfer unternommen.

Also in der Badewanne oder am Balkon liegen und zumindestens geistig in dem schön illustrieren Buch durch Deutschland reisen,wo wieder einmal alle diesbezügliche Bereiche erwähnt werden und es von der Vergangenheitdurch in die Gegenwart geht. Mit dem Finger auf der Landkarte kann man das natürlich ebenfalls machen und da die diesbezüglichen Zuordnungen treffen und dann gibts auch noch das Brauchtum, also die “Waldkirchner Rauhmacht”,die “Oldenburger Kohlfahr”tbis hin zur “Leipziger Buchmesse”, die ja früher im März stattfand. Es gibt das Reisen mit der Kutsche, wie man das um 1840 machte oder die Fußreisen, die früher en vogue waren. Da gibt es dann Ratschläge, was man dazu alles mitnehmen soll? Die literarischen Museen und Gedenkstätten werden auch angeführt, wie den “James Krüss Turm” oder das “Michael Ende Museum” in Bayern. Die Zoos werden auch angeführt und da habe ich gelernt, daß es auch einen in Leipzig gibt, da war ich noch nie führe ich an. Aber vielleicht komme ich noch einmal dorthin. Und um die ganze Welt kann man ja angeblich mit der Eisenbahn fahren oder sollte das einmal können und das Buch führt eine lyrische Kritik an “Oh Eisenbahn,was bist du kommen, hast WanderersRuhe uns genommen!”

Schon 1880 hat man sich um denUmweltschutz Sorgen gemacht und dann geht es auch schon zu den Nationalparks. Souveniers sind natürlich auch ein Thema, da gibt es die Stocknägel, die man sich mit einem hübschen Bildchen auf seinen Spazierstock pinnen kann und dann sind wir auch schon bei den Hotels und was die machen, damit die Gäste nicht die Bademäntel oder das Leintuch als Souvenier mitnehmen?

Da fällt mir Heinrich Spoerls “Wenn wir alle Englein wären”, ein Buch von meiner Großmutter, ein ,wo das da auch einmal ein Thema war. Dazu passen dann die Kurorte mit ihren Kurschatten. Das hat ja Stefan Zweig, glaube ich im “Brennenden Geheimnis” ganz schön beschrieben, wo der Knabe eifersüchtig auf den Liebhaber der Frau Mama war, sie dann aber nicht verriet. Das Rotlichtmilieu muß natürlich auch erwähnt werden. Da gab es ja in Berlin in den Neunzehnhundertzwanzigerjahren regelrechte Bordellführer, die die Touristen anlockten oder auch in die Irre führten und eine “Dampfschifffahrt ins Reintal” und wie das 1828 so war, wird auch beschrieben. Zum Kunstgenuß gehören außer den schon erwähnten Schriftstellerstuben, auch die Freiluftmuseen.

1862 ist Theodor Fontane durch die Mark Brandenburg gewandert und hat ein Buch darüber geschrieben, das Sagen, Ortsbeschreibungen, Geschichen, etcetera, enthält. eine über das Schloß Freienwalde, das Witwe von Friedrich Wilhelm II bewohnte, die von ihren Enkelkindern dort oft besucht wurde, ist in dem Buch auch abgedruckt und Johanna Schopenhauer hat sich 1828 über die reisenden Engländer im Rheinland die ihrer Meinung nach arrogant auftraten und “Die ganze Ordnung” störten, mokiert.

Dazu passen die Auszügeaus einem Englisch- Lehrbuch für Kellner ,1924, denen beigebracht wurde, wie man sich auf der Station im Hotel und auch beim Billardspielen unterhält. Dann kommen die Zimmermädchen an die Reihe, die 2019 beschrieben, wie sich die an den Gästen revanchieren, die Zahnbürsten benützen, mit den Handtücher das Klo reinigen, die Kleider anprobieren, etcetera.

Otto Julius Bierbaum hat 1909 das “Erste Autoreisebuch der deutschen Literatur” geschrieben und meinte “Es wird zwar, wie ich glaube, nicht mehr lange dauern und das Reisen im Automobil ist etwas gewöhnliches , vor der Hand aber gehören löngere Reisen dieser Art noch zu den Seltenheiten”

Hinweise für den Familienausflug gibt es auch, sowie eine kurze Geschichte des Verkehrsfunks, wo das Bild von einer Reihe von VW-Käfers die im Stau stehen am Beeindrucksten ist und Ludwig Ganghofer hat 1892 den Radführerschein gemacht, den man damals offenbar brauchte und dann über seine Radtouren geschrieben.

Radtouren für Frauen, beziehungsweise Bücher darüber gibt es auch. Das hat die Radfahrpionierin Amalie Rother 18987 geschrieben und darin auch erklärt, warum sich die Französinnen nicht auf Radtouren machen. Denn Ersten waren sie zu unselbständig, zweitens konnten sie ihren Kosmetikkoffer nicht auf das Rad mitnehmen. Obwohl es schon damals den Service gab, sich seinen Koffer ins Hotel vorschicken zu lassen.

In der DDR war das Campen sehr beliebt, weil es zu wenige Hotels gab. Die Campingplätze haben meist auch sehr schöne stimmige Name und wenn man in der DDR schon campte, hat man da wahrscheinlich auch fotografiert. So hat in den Neunzehnhundertfünfzigerjahren Walter Dreizner, der 1961 bei seinem Bruder in den USA war, in die DDR zurückkehrte, was er bereute, 1957 einen “Urlaubsfotoratgeber” herausgegeben, wo er Tips gab, wie man “Die Sonne ins Bild” bringt oder die Köpfe auf den Fotos nicht abschneidet.

Johanna Schopenhauer, die Mutter des Philosophen,die sich ihr Leben, als Reiseschriftstellerin verdienen mußte und die offensichtlich sehr kritisch war, hat noch einen Artikel über lärmende Kinder im Hotel, die sie störten geschrieben und dann geht es beim Thema Reisen auch sehr wichtig, zur Eisenbahn und da um den Knigge, beziehungsweise dem richtigen Benehmen im Zugabteil eine “Mitropa-Speisekarte” aus dem Jahr 1957 ist abgedruckt. Da konnte man Ochsenschwanzsuppe und PragerSchinkenbrot um drei Mark neunzig zum Frühstück essen und ein Gedicht aus der “Mitropa-Zeitung”, wo einer die “Kraftsuppe” lobte ist auch abgedruckt:

“Ich sitze gern an schönen Tagen, so mittags zwischen zwölf und zwei, im weißgedeckten Speisewagen, bei einer Tasse Kraft mit Ei”.

Dann gehts um Fliegen und das ist auch interessant. Denn darüber haben sowohl Kafka als auch Ringelnatz gedichtet.

Das Kegeln und das Golfen wird beschrieben und dann natürlich auch das Schifahren und wir haben uns durch das Buch gelesen. Der Urlaub ist vorbei. Da gibt es auch einen Artikel und ich kann das schön illustrierte Buch wieder nur in den höchsten Tönen loben und das Lesen in Zeiten, wie diesen, wo man nach seinem Mallorca- oder wo auch immer Urlaub vielleicht in Corona-Zeiten in Quarantäne muß, sehr empfehlen. Am Balkon oder auf der Terrasse kann man das vortrefflich, muß dabei weder Maske tragen noch einen 3G-Nachweis bringen und ist so auf diese Art und Weise sowohl durch Deutschland, als auch durch das letzte Jahrhundert gereist.

Micky Cola

Jetzt kommt ein ungewöhnliches buch, mit einem ungwöhnlichen Cover und einem ungewöhnlichen Autor aus dem “Gmeiner-Verlag” Nein der “Gmeiner-Verlag” ist für den 1957 in Wien geborenen Gerhard Loibelsberger, der die “Naschmarktmorde” und das “Schönbrunner-Finale” geschrieben hat,nicht ungewöhnlich. Das Genre ist es, handelt es bei seinem neuen Werk doch, wie am buchrücken stehtum einen “futuristischen Thriller” und dann steht noch “Dies ist die Story eines Songwriters, der seine Epoche in Liedern von seltener Kraft und archaischer Schönheit beschrieb.”

“Aha, könnte man da sagen, denn daß Gerhard Loibelsberger vielleicht auch nochMusiker ist oder war ist nicht so ungewöhnlich, da hat er anerkannte Kollegen, auf die das auch zutrifft, vielleicht sind also die elf Songsm die man sich auf sein Hand hinunterladen kann, von ihm sein. Auf einer der ersten Seiten steht noch, daß das Buch einem Mike Lynn gewidmet ist, mit dem er vor vielen jahren die Figur des Micky Cola erfunden hat und dann noch, daß alle schokierenden Passagen der Ex-Frau gewidmet sind. Die arme Frau könnte man denken, denn wahrscheinlich kann viel in dem Buch als kraftvoll oder schockierend empfunden werden. Es gibt zwischen den Kapitiln, die englische Namen tragen Illustrationen, ein “City Rap Glossar” gibt es auch, wo erklärt wird, daß “bitsch” “Hündin,Schlampe” und “bien sur”, “na sicher” heißt, was insofern erwähnendswert ist, daß in dem Buch viel Französisch gesprochen wird und dann sind wir schon in der schönen neuen Zukunftswelt und natürlich ist die nicht schön sondern dystopisch.Das kann in Corona-Zeiten garnicht anders sein. Es ist eineWelt wo das Coca Cola, das Einheitsgetränk ist. Das mag vielleicht noch von früher stammen und der Micky Cola wird eigentlich nur MC genannt. Der ist ein Popstar oder Rocksängder und irrt im ersten kapitel durch eine regendüstere Welt in seinem Trenchcoat, findet überall verstümmelte Leichen, hat auch kraftvolle Sexerlebnisse und eine bmt-Technologie (brainsteered micortechnolgy), das ist ein plasmartiger Mikrochip, die den humanoiden Normalverbrauchern hinterm Ohr implantiert wurde. Es gibt kein Geld mehr und nur die Außenseiter wie auch MC einer ist, verwenden noch solches. Aber der hat auch einen Avatar oder eine kyernetische Hündin, die er durch Kaugummi kauen ernährt. Klingt ganz schön kompliziert und ist es auch das erste Kapitel, wo noch vieles von der futruristischen Gewalt in der futoristischen Welt erklärt wird.

Dann wird MC verhaftet, muß in die “Mmines of Waste” zur Zwangsarbeit. Aber von dort wird er von der schönen la Madame der das “South Florida Mines of Waste” gehört, wo es noch Sonne und Gemüse gibt, während der Normalverbraucher ja in einer Regenwelt lebt, befreit. Buns fliegen herum und im dritten Kapitel kommt er dann in “Hells <kitchen” wohnt dort in einem Hotel, das von einem halben Zebra geführt wird. Das er dann auch fick. Der Koch ist eine Fledermaus, und die erklärt ihm, wie die Normalverbraucher ernährt werden. Dda gibt es “Frankn´ furter Dogs, Champignon gratinee, Monkey burgers, die alle aber aus was ganz anderem, als erwartet, bestehen. Reis ist die Mangelware und den bekommen nur die Oligarchen und im nächsten Kapitel zieht MC überhaupt in den Krieg gegen die “Wiedervereinten Nationen”.

Da wird er dann Wolfsmann genannt und begegnet im nächsten Kapitel Gott, der sein Vater ist und der ihm dann alles, was man vielleicht bisher noch nicht verstanden hat, noch einmal erklärt. Es git die “Knights of knowledge” und auf einigen Seiten sind nur Großbuchstaben geschrieben, die das Lesen fast unmöglich machen.

Das Cover ist bunt und im Coca-Cola Stil. Es könnte, fürchte ich, Kinder auf das Lesen aufmerksam machen, wofür dasBuch absolut nicht geeignet ist. Aber interessant schreibe ich mal, die Altherrenphanatsien des ersten Weltkriegsspezialisten und die aktuelle Corona Situation, die einen ja wirklich in Dystopien bringen kann, mag da wohl auch förderlich gewesen sein.

Das Duell

jetzt kommt ein Geburtstagsbuch au dem Jahr 2019, ja ich bin spät daran, denn da habe ich mir von der Anna ja einen “Thalia-Gutschein” schenken lassen, mir fünf Bücher dort besorgt und erst den “Hammer” davon gelesen. Jetzt kommt Volker Weidermanns, dem FAZ- oder Spiegelredakteur, der das literarische Quartett geleitet hat “Ostende”, “Träumer”, über die Weimarer Rebublik geschrieben hat, “Duell”, die Beziehung zwischen dem deutschen Kulturpapst Marcel ReichRanicki und dem Nobelpreisträger Gunter Grass daran. Und das ist ja zweifellos ein Buch,das mich interessiert, habe ich ja, glaube ich, sogar ein Buch Reich Ranickis über Günter Grass, habe ein paar seiner “Quartette”, ich bin ja keine Fernsehfrau, gesehen, sein Buch “Mein Leben” gelesen und nach seinem Tod, 2013, den sehr berührenden Film darüber gesehen.Von Günter Grass habe ich glaube ich, einiges, aber nicht sehr viel gelesen, ihn einmal bei einer Ausstelungseröffnung im Wien Nuseum, wo er grüßend hereingekommen ist, er war damals, glaube ich, schon Nobelpreisträger und auch später einige Male in Leipzig gesehen.

Volker Weidermann beginnt mit einem Foto,wo zwei alte Herren in Lübeck zeigt, als Grass “Weites Feld” erschienen ist, das ich gelesenhabe, hat MRR es im “Quartett” zerissen, was dann auf dem “Spiegel-Cover” abgebildet war und als sie sich das letzte Mal gesehen habe, hätten sie sich, wie, einer ausrief, umarmen sollen,es aber nicht getan.

Dann geht es in die Jugend und in das dritte Reich zurück, denn der eine wurde ja 1920 in Wloclawek, der andere 1927 in Danzig geboren, MRR oder Marcel Reich, wie er damal hieß, war der Sohn einer von der deutschen Literatur sehr begeisterten Mutter, die ihm die Liebe zu dem Land beibrachte. Der Neunjährig ewurde in das Land Goethes geschickt, machte dort Abitur und wurde noch bevor er studieren konnte, nach Polen ausgewiesen, lebte dort mit seinen Eltern in der Wohnungseines Bruders, der Zahnarzt war, lernte seine Tosia kennen, deren Vater sich erhängte, wurde, als die Deutschen kamen, Dolmetscher im Judenrat, wurde ins Ghetto einquartiert, wo er die Todeslisten schreiben mußte. Seine Eltern wurde deportiert, er floh mit Tosia im Februar 1943 überlebte den krieg durchs Geschichten erzählen bei einem Arbeiterpaar und meldete sich dann mit Tosia bei der polnischen Armee, wo sie in der Zensurabteilung beschäftigt waren, während GG in Danzig ein begeisteter Hitler-Junge, aber auch von der deutschen Literatur sehr begeistert war, beide haben viel gelesen und Karl May, glaube ich, nicht besonders gemocht, grass hat sich dann, bevor der Kunstbegeisterte studieren konnte, mit siebzehn zur Waffen SS gemeldet, worüber er lang geschwiegen hat und sich erst später in der “häutung der Zwiebel”,glaube ich,outete. er wurde 1948 an der Kunstakademie in Düsseldorf aufgenommen,seine Anna heiratete, die 1954 mit seiner Schwester, seine Gedichte an die “Gruppe 47” schickte, worauf er dann dort eingeladen wurde. Er lernte dort die Bachmann und Celan kennen, ging mit Anna nach Paris, wo er an seiner “Blechtrommel” zu schreiben begann.Reich-Ranicki oder Ranicki wie er seinen Namen in Polen umwandeln mußte wurde erst 1994 entlarvt, daß er für den polnischen Geheimdiest gearbeitet hat. Er ging mit Toisia als Botschafter nach London, wurde dort aber, weil zu arrogant und nur über Literatur und Musik schwafelnd, diffamtiert ,zurück beordert, kam ins Gefängnis wo er Anna Sehers “Siebentes Kreuz las, die neben Thomas Mann ein weiteres Idol für ihn wurde. 1958 lernte er im Hotel Bristol inWarschau Günter Grass kennen, den er zuerst für einen bulgarischen Agenten hielt. Bei der Gruppe 47 gewann die “Blechttrommel” aber den Ppreis der Gruppe. Reich Ranicki, derinzwischen nach Deutschland zurückgekehrt war,veriß und hielt “Katz und Maus” den dritten Teil, der “Danziger Trilogie” für das bessere Buch, schrieb in allen Redaktionen wieder unter den Namen Reich Kritiken und stieg bald, als haber Pole, halber Deutscher und ganzer Juder zum gefürchtesten Kritiker Westdeutschlands auf, der alles wollte, nur nicht als unterwürfig und sich als Bittsteller gebärdend.

Das Duell, der Konkurrenzkampf zwischen Kritiker und Staatsdichter, der manchmal auch als privat bezeichnet wird, Weidermann nennt es auch Boxrunden,geht weiter, Grass schreibt den dritten Teil seiner Danzinger Trilogie, schreibt auch Gedichte, die außer die, die politisch sind, MMR gefallen, Grass beginnt für Willy Brandt, dem SPD-Politiker Partei zu ergreifen und erregt sich auch über den Bau, der Berliner-Mauer am 13. August 1961 und empört sich da über das Schweigen der Schriftsteller, etwas, was man, wie vieles andere, in dem Buch, auch auf die heutige Situation beziehen kann.

Nach den “Hundejahren” kam das “Tagebuch einer Schnecke”, da ist, glaube ich, MRR als Geschichtenerzähler verewigt. Dafür will er Honor, bekommt ein Auqarell versprochen und einen “Butt” serviert. Er haßt zwar Fische und hat Angst vor den Gräten. Der nächste große Roman wird aber erscheinen und MRR bekommt endlich in der FAZ eine fixe Anstellung. In der Hamburger “WELT” hat man sich vor den “Rabauken” gefürchtet. Er geht dann auch in Pension, und bekommt das “Literarische Quartett” als Gegenleistung. Da wird dann zuerst das Indientagebuch, denn dorthin ist GG vor MRRs scharfer Zunge geflüchtet, zerrissen. Später passiert das dann, wie schon beschrieben mit dem “Weiten Feld”, den Fontane-Roman, der in den Neunzigerjahren, nach dem Zerfall der DDR erschienen ist und eine lebenslange Haßfreudschaft scheint geboren.

1999 ist dann MRRs berührende Biografie herausgekommen,der den arroganten überheblichen Kritiker in einem anderen Licht sehen ließund GG hat den Nobelpreis bekommen. Da gab es, glaube ich ,noch einen Kampf bezüglich der Gratulation und dann kommt es, schreibt Weidermann zu der Frage, wer den Kampf grwinnt?

Der, der länger lebt? Das wäre Günter Grass der am 13. April 2015 in Lübeck gestorben ist, da waren wir gerade in Ungarn, Marcel Reich-Ranicki, da gab es vorher noch den Skandal um den Fernsehpreis, den er nicht genommen hat und Werbung für das Telefon hat er, glaubeich, auch gemacht, ist am achtzehnten September 2013 gestorben, war aber älter.

Also hätte er das Duell wenn es wirklich eines gegeben hat, gewonnen, der eine hatte eine Holocaust- Vergangenheit und ist dann zum scharfen deutschen Kritikergeworden. Der andere hat seine Hitler Jugend vielleicht nie kompensiert, hat sich dem Realsozialismus und der SPD zugewandt und so waren die beiden, die beide aus Polen kamen, sehr verschieden und ich schließe das Leseerlebnis mit der Feststellung, daß ich mehr GG lesen sollte und auch das “Mein Grass-Buch” wiederlesen., Ich habe da ja einiges in den Regalen, aber leider keine Zeit. Die Weiderische Kurzfassung ist wahrscheinlich nurein Ersatz und eine Erinnerung und, daß es keine Kritiker mehr a la MMR gibt, bin ich eigentlich sehr froh, denn ,ich glaube, daß niemand beurteilen, kann was jetzt ein gutes oder ein schlechtes Buch ist. Dieses füge ich an, war aber interessant und wieder viel gelernt.

Sommerliches Mittagessen mit der Ruth

Ruth Aspöck, die frauenbewegte Frau, die einige Jahre lang ihren Verlag “Die Donau hinunter”, hatte und jetzt evangelische Theologie studiertit, ist eine alte Freundin. 2007 haben wir sie auf ihrer Radreise von Ybbs nach Regensburg begleitet, Zu ihren Buchpräsenttionen bin ich gegangen, ihre Bücher habe ich gelesen und besprochen und jetzt in den Corona-Zeiten gehört sie eigentlich neben Doris Kloimstein zu den wenigen Literaten zu denen ich noch Kontakt habe.

Früher hat sie zu Saisonschluß Feste veranstaltet und ist dann in ihr Haus im Mühlviertel aufgebrochen. Das gibt es jetzt nicht mehr. Zu einem sommerlichen Mittagessen hat sie uns heute aber trotzdem eingeladen, nach dem sie mit ihren Prüfungen fertig ist. Wui, könnte ich sagen und halte ein Zweitstudium für ein besonderes Gedächtnistraining, das ich mir beispielsweise nicht antun würde, aber ich habe ja immer noch meine Praxis und dann mein Schreiben und seit es das Corona-Virus gibt, lebe ich in Wien ja eigentlich sehr eremitisch, bin manchmal auf Demonstrationen und auch auf die Bank gegangen, um meine Zahlscheine zu beheben, die Ruth haben wir auch öfter getroffen oder sie zum Mittagessen eingeladen und jetzt ein sommerliches Mittagessen.

Was bringe ich da, die ich immer noch mein “Literaturgeflüster” feiere zu diesem Ereignis mit?

Richtig, mein neues und das dritte Corona-Buch “Mathilde im Coronaland” und dann noch die “Wunderkammer der deutschen Sprache”, denn da gibt es jetzt ein Buch über die “Reisen in Deutschland”, Das habe ich mir betellt, aber das mit der “Wunderkamer der Sprache” bekommen. Also ein schönes Geschenk. Der Alfred hat ein paar Flaschen Wein mitgebracht, die er dann auch eifrig getrunken hat und zum Essen gab es eine Kartoffel-Artischcokensuppe, Karpfen mit Paprika und dann noch Eismarillenknödel. Das klingt toll und war es auch und dann noch ein bißchen im Stadtpark flanieren. Da war es mit den drei G-Regeln dann etwas schwierig, obwohl die Ruth ja geimpft ist. Aber auf denKarlsplatz kann man sich ja auf eine Parkbanksetzen und da einen Aperol Spritzer, einen Campari Soda und ein Bier trinken. Da haben wir dann auch den Georg Becker gesehen, der zu einem Theaterabend aufgebrochen ist und zu besprechen gab es auch einiges. So hat uns die Ruth in die Steiermark eingeladen, wo sie eine Sommerwohnung gemietet hat und wir unseren Campinganhänger aufstellen können. Da ist es dann auch die Frage, wie es mit den drei Gs werden wird.

Die Ruth schreibt an ihren neuen Roman. Ich habe die “Alte Frauen-Geschichte”gerade beendet und es ist die Frage, wie es mit der Literautur weitergehen wird. Die Sommerlesereihe im Cafe Prückl hat gestern begonnen. Dazu hat mich die Christl Greller eingeladen und die Birgit Schwaner kontrollierte, die 3Gs. Wie es mit dem Volksstimmefest, das es jetzt wieder geben wird, ist auch nicht so klar. Ich gehe mit den drei Gs ja nicht hin.

Richard Schubert,der heuer den”Kramer-Preis” bekommen wird, hat es aber schon auf dem Programm und worüber kann man noch literarisch diskutieren? Über die Bücher, die erscheinen werden und di e, die man selber schreibt. Vielleicht auch über das Fußballmatsch Italien gegen Spanien, das heute im Halbfinale stattfindenwird. Ich interessiere mich ja nicht so sehr dafür. Also bleibe ich bei den Büchern,werde morgen einen intensiven Praxistag erleben und dann mit dem Alfred wieder nach Harland fahren, um dort den neunundachtzigsten Geburtstag der Schwiegermutter feiern.

Mal sehen, ob mich das Bootshaus, das läßt. Ich wünsche ihr alles Gute und breche nach dem mogigen Praxistag in die literarische Sommerfrische auf,wo ich “Wer wir waren korrigiere und vielleicht einen schönen Sommer erleben werde. Ich bin gespannt und werde bis zum Fünfzehnten noch weiter mein “Literaturgeflüster” feiern und eine Deutschlandsreise, die ich noch lesen muß, ist dai scher auch sehr interessant.

Mit 3G Literaturgeflüster feiern

Hurrah, hurrah, das “Literaturgeflüster” meinen Blog mit dem ich seit dem 3. juli 2008 mein literarisches Leben, mein Schreiben, meine Bücher, etcetera beschreibe, gibt es nun seit dreizehn jahren. Mein literarisches Leben seit fast fünfzig, habe ich mir da ja 1971, als ich Schülerin der Straßergasse war, irgendwann beschlossen, nach meiner Matura zu schreiben und Pyschologie zu studieren. Beides habe ich auch gemacht. In den Literaturbetrieb, bin ich, wie ich hoffte, leider, leider nicht hineingekommen. So habe ich nach vergeblichen Versuchen einen Verlag für meine Bücher zu finde, sie seit cirka 2000 selbst herausgegeben und 2008, wie beschrieben zu Bloggenangefangen um darüber zu berichten.

Das muß denke ich gefeiert werden und so habe ich vor einigen jahren angefangen, das auch entsprechend zu tun. Es gibt immer am Jahrestag den entsprechenden Feierartikel und da der dritte Juli ja meistens der Ferien- beziehungsweise Sommerfrischebeginn ist, wo ich nach Harland starte, habe ich mir auch irgendwie angeöhnt, da ins Traisencenter zu radeln. Ein bißchen zu flanieren, ein bißchen einzukaufen,ein Eis zu essen, etcetera und das dann Literaturgeflüsterfeier zu nennen.

Im ersten jahr, 2009, kann ich mich erinnern, daß ich da nach dem entsprechenden Artikel nach St Pölten in die Stadt geradelt bin. Da gab es, glaube ich, noch das Hauptstadtfest und ich habe schon gedacht, ein Glas Sekt wäre jetzt nicht schlecht. Die entsprechenden Glückwünsche sind auf dem Blog auch gekommen und zum zehnten Jahrestag habe ich eine Flasche Hollundersekt und eine kleine Torte beim “Fruth” eingekauft und dasgepostet. Gewinnspiele habe ich auf meinem Feierartikel auch manchmal veranstaltet. Aber da war die Nachfrage ja nie sehr groß, so daß ich mich auf das eigene Feiern verlegte, hat mir das ja Pastor B aus Hamburg schon 1978 geraten,das nur für mich zu tun und so bin ich auch im letzten jahr, wo wir schon Corona hatten, ins Traisencenter gefahren, habe da beim “Hager” einen Flammkuchengegessen, weil man beim McDonald`s, wo ich das sonst meistens machte, glaube ich, nur bargeldlos konnte, habe dann im Eissalon auch einen Eiscafe gegessen und mich da mit dem Kellner einbißchen gestritten, da er auf meinen Zehner nur “Danke!”,sagte und erst beim dritten urgieren, daß das Eis ja nur fünf Euro kostete, den Rest herausgab. Das ist heuer flach gefallen, weil man ja in den Geschäften eine Maske und sonst, die drei Gs braucht und das Hautpstadtfest gibt es, glaube ich, auch schon lange nicht mehr.

Dafür habe ich gedacht, weil dreizehn ja irgenwie meine Glückzahl ist,fange ich am ersten Juli mit dem Feiern an und mache “Dreizehn Literaturgeflüster-Tage”. Aber wie macht man das? Eigentlich auch nicht viel anders, als sonst, von Dienstag bis Donnerstag, meine Praxis und dann in Harland Radfahren. da am Samstag Markt, am Sonntag Rudolfshöhe und am Freitag kann ich ja in der Radlerschenke einen Spritzer trinken, weil da braucht man keinen Test. Im Vorjahr bin ich ja viel in der “Seedose” gewesen, aberdas ist sich bisher nicht ausgegangen, beziehungsweise bräuchte ich da ja, die drei Gs, eh schon wissen.

Also habe ich am Mittwoch in Wien schon meinen Artikel im Voraus geschrieben, am Donnerstag den Ersten, dann in Harland nur eine kurze Runde, der Rohtext ist schon fertig und am Freitag hat es dann geregnet. Ich bin mit dem Rad in Richtung Wilhelmsburg gefahren , denn da gibt es kurz vor der Brücke, wo man abbiegen kann, wenn man in die Stadt beziehungsweise zum Friedhof will, wo ich meistens mein Rad deponierte, einen Rastplatzu, wo es eine Wasserquelle, ein Bankerl und auch einige Infotafeln gibt und habe da meine Notizen gemacht. Da der Rohtext schon fertig ist, der nun korrigiert werden will, hatte ich nicht viel zu notieren. Auf dem Parkplatz, den es ein paar Meter weiter gibt, haben sichein paar dunkle Auot abgeparkt und ich habe mir gedacht, was ist da los? Ein Paar, eine junge Frau mit Jeans und einer grünen jacke, ist mit zwei Hunden ausgestiegen, die michdann gleich beschnuppert haben. Beim Rückweg habe ich sie dann noch einmalgesehen. Es war cirka halb zwölf. Die Radlerschenke öffnet um elf, es waren aber, weil das Wetter schlecht, keine Leute da und so bin ich, weil ich mir vorher auch ein paar schöne orange Blumen pflückte, wollte ich die nicht verwelken lassen und ein Blumenstrauß ist ja auch ein schönes Bloggeschenk. Am Nachmittag habe ich dann, weils geregnet hat im großen Bücherzimmer die ersten elf Szenen durchkorrigiert und ich muß wieder sagen, es geflällt mir gar nicht so schlecht, obwohl die Kritiker vielleicht wieder sagen werden, das ist zu wenig literarisch, sondern eher ein Kinderbuch.

Ist egal, ich werde es durchkorrigieren und literarisieren so viel ich kann. Am Samstag war das Wetter wieder besser und ich bin mit dem Rad indie Stadt und zum Markt gefahren. Die Doris Kloimstein dort zu treffen, wäre ja auch ein literarischen Ereignis und wir hätten aufden Blog anstoßen können. leider war sie auf einer anderen Geburtstagsfeier.

Es gibt beim Bootshausaber jetzt ja eine neue Bücherzelle und da lag, hurrah,hurrah ThomasSautners “Fuchserde” darin und beim “Thalia” gibt es ja wieder einen Abverkauf, obwohl die Taschenbücher, die da verkauft werden, jetzt schon fast fünf Euro kosten, also eigentlich nicht so billig sind.

Aber wir fahren wenn wir inharland sind am Samstag immer auf denMarkt, wo sich wieder die Leute, um die Tische drängen, weil ich aber doch ein wenig achtsam bin, habe ich mich weiter hinten vor einem Hauseingang auf eine Stufe gesetzt, Birnencidre statt Sekt getrunken, eine Leberkässemmel gegessen und dann noch ein Marilleneis.

Am Sonntag gings dann auf die Rudolfshöhe und am Montag zurück nach Wien, wo uns die Ruth am Dienstag zu einem sommerlichen Mittagessen eingeladen hat und da kann ich mich mit ihr ja über ihr feministisches Leben unterhalten und sehen, was ich davon für die Lore brauchen kann und ein paar interessante Bücher kann und werde ich inzwischen auch noch lesen, bevor es vom ” Literaturgeflüster” feiern weiter in die allgemeine Sommerfrische geht.

Corona in Buchenwald

Jetzt habe ich meinen vor einer Woche geposteten Vorsatz,diesmal kein bei der Lese.Auslese vorgestellten Bücher zu bestellen, gebrochen, denn ich bin ja eine Sammlerin von CoronaBüchern und habe einige von ihnen schon gelesen, bin aber an dem Corona-Buch des 1929 geborenen ivan Ivanij, dem österreichisch- serbischen Diplomaten und Schriftstellers, der einmal Dolmetscher Titos war,vorüber gegangen, habe ich von ihm doch schon einige Bücher gelesen und wahrscheinlich “Nicht schon wieder Buchenwald!”, gedacht und “Was kann ein über Neunzigjähriger über Corona schreiben?” Wieder einmal weit gefehlt und sich sehr geirrt. Denn das Buch, ich habe wieder ein E-Book gelesen, ist höchst interessant, humorvoll geschrieben und zeigt eine ganz andere Seite des Themas auf, mit dem ich mich ja selber sehr intensiv beschäftigt habe. Wir schreiben April 2020, der fünfundsiebigjste Jahrestag der Befreiuung des KZ-Buchenwalds und da war eine große Feier geplant. Neunundvierzig Überlebende sollten mit ihren Begleitern anreisen. Dann kam Corona und alles wurde natürlich abgesagt. Zwölf der alten Herrn hielten sich nicht daran und stellten den Antrag auf eigene Kosten doch kommen zu können. Es wird beraten. Lehnt man ab, hat man schlechte Nachrede. Also müßen alle unterschreiben, daß sie es auf eigenes Risko unternehmen und werden in dem berühmten Hotel Elephant in Weimar einquartier. Einer der alten Herren ist offenbar ein Alter Ego des Autor, Sascha oder Alexander Mihalyi-Mihajlovic, der seinen Namen öfter gewechselt hat. Er kommt mit Sohn und dessen Freundin angereist und wird gemeinsam mit dem Amerikaner Franco, der eigentlich ein Italiener ist in das Hotel gefahren. Dort werden sie begrüßt, eine junge Ärztin bringt einen Fragebogen und verspricht eine spätere Untersuchung. Die anderen reisen an und am nächsten Morgen erleidet Franco schon beim Frühstück einen Hustenanfall. Er wird sofort ins Universiätsklinkum in Jena transportiert. Vor der Türe formieren sich die maskierten Wächter, die allen befiehlt im Speisesaal zu bleiben. Der russische Militär Igor spricht von der SS. Die eleganten Politiker beruhigen, Alle müssen in ihre Zimmer in Quarantäne. Dorthin wird eine Videokonferenz verlegt, Saschas Sohns übernimmt die Moderation und Sascha, der sich den “Decamerone” mitgebracht hat, schlägt vor, den in den Quarantänetagen nachzuspielen. Denn da war ja im vierzehnten Jahrhundert, die Pest in Florenz und so haben sich zehn junge Leute mehr oder weniger schlüprige Geschichten erzählt. Die junge Ärztin, die alle untersuchen muß, heißt Gerda Meier. Ihr Urgroßvater war ein großer Nazi. Sie hat deshalb Schuldgefühle und sich von ihrer Familie getrennt. Das Hotel übernimmt alle Kosten und bietet sogar koschere Küche an, die die elf Atheisten nicht wollen und außerdem in der Hotelküche höchstwahrscheinlich gar nicht richtig durchzuführen ist. So erzählen die alten Herren, die aus allen Teilen der Welt kommen, Botschafter oder Zeugen Jehovas sind und nicht alle Juden waren ihre Geschiche. Einige handeln von den Zuständen im KZ, wo es einen griechischen Boxer gab,einen spanischen Freihitskämpfer, der von JorgeSeprun geschützt wurde. Der Dichter H. G. Adler, dessen Gedichte ich gelesen habe und die auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt wurde, wird erwähnt, sowie Ovids Verbannung an das schwarze Meer und der Golem wird natürlich auch erwähnt.

Nach und nach erweitert sich auch der Bewegungsradio der elf Buchwaldianern, am 11. April, dem Befreiungstag dürfen sie sogar von einem Kamerateam begleitet ins KZ fahren. Da kommt auch der alte Franco mit dem Krankenwagen hin, wird von seiner Enkelin, einer indianischen Ureinwohnerin, wie man das jetzt ja sagen muß, begrüßt. Es gibt auch eine junge Holländerin, die nach Anne Frank benannt wurde und ihrer Namensvetterin, beziehungsweis deren Vater Otto, eher kritsch gegenübersteht und eine schöne Geschichte von einem Jungen, der operiert werden mußte, aus der narkose dann hinuausgeprügelt wurde und enttäuscht war, weil er da gerade in dem Lager Bergen Belsen, wo er sich befand, von Zwetschenknödeln träumten.

Franco kommt auch zurück und erzählt seine Geschichte, die Quarantäne ist herum, die Arztin betont, daß man noch so wenig über dieses Virus weiß, rät allen sich weiter untersuchen zu lassen und wundert sich, daß von den zwölf nur einer erkrankte und dieanderen negativ waren. Dann verläßt man wieder Buchenwald und kehrt zurück in sein Leben und ich denke, daß die Verknüpfung zwischen Buchenwald und Corona eine interessante Variante ist, die sich da der alte Dichter über die Pandemie ausdachte oder, wie er sie für seine Themen verwendete.

Dreizehn Jahre Literaturgeflüster

hHurrah, hurrah, es gibt ihn dreizehn jahre meinen Blog, den ich ja am dritten juli 2008 begonnen habe, damals nicht recht wußte, wohin die Reise geht und seither sind über dreißig Bücher gestanden, ich habe 4621 Artikeln geschrieben, und bis zum letzten Jahr unzählige Veranstaltungen besucht, zum Buchpreisbloggen angefangen viel gelesen und und und...

Mein Blog ist mir sehr wichtig, habe ich einmal einem Kritiker geschrieben, der ihn für unnötig hielt, ist er, obwohl ich ja eigentlich damit aufhören könnte, weil er, wie ich fürchte, in den Weiten des Netzes untergeht. Er ist mir aber wichtig, weil er für mich die Präsenz im Literaturbetrieb bedeutet, das habe ich einmal Hans Raimund geschrieben, alsder mich fragte, was ich damit bezweicken will?

Mich im Literaturbetrieb sichtbar machen, schaut her ich bin auch noch da, natürlich, aber da bin ich in den dreizehn jahren, wie ich fürchten muß, eher von der Literatur weg, als hin gekommen. Denn damals habe ich für die GAV ja noch den “Tag der Freiheit des Wortes” und die “Mittlerenmeine Frauenlesung” organisiert und im ersten Jahr haben mir Cornelia Travnicek, Anni Bürkl, der Otto, Andrea Stift, Consens und und und kommentiert, dann kamen meine drei Kritiker, beginnend mit der Frau Heidegger, der JuSophie und dem Uli habe immer noch versucht über mein literarisches Leben aufmerksam zu machen. Anfangs habe ich den Blogja auch wo vorgestellt und bin auch wo eingeladen worden, dann hattte ich meine Lesungen am Volksstimmefest, die “Poet-Night” und die Verlage haben angefangen mir Bücher zu schicken. Das Lesen funktioniert also und das Schreiben auch, denn ich habe ja wie schon geschrieben sehr viel geschrieben, da ich aber meine Bücher selber mache, bin ich wohl ab da vom Literaturbetrieb weg oder vom Regen in die Traufe gekommen.Denn “Eigenverlag, nein das wollen wir nicht !”Es gab zwar gelegentlich Lesungen bei den Textvorstellungen, aber seit des Corona gibt, bin ich da auch weg vom Fenster, obwohl ich gerade in Corona-Zeiten viel und auch viel über Corona geschrieben habe. Drei CoronaBücher sind entstanden, das Corona Texte-Buch aus dem “Literaturgeflüster” ist am fertigwerden, aber da ich ja mit Maske und drei G nirgends hingehe, natürlich selber schuld,weil so stur, habe ich seit März 2020 nirgends gelesen, gut die Volksstimmefestl-Lesung hätte es so und so nicht gegeben. Aber bei der “Poet-Night” hatte ich abgesagt und auch das Skriptorium zu dem mich Doris Kloimstein eingeladen hat.

Da wird zwar “Noahs Fest” in der diesbezüglichen Anthologie erscheinen, aber keine Lesungen und auch keine aktive Teilnahme an Veranstaltungen und wenn ich auch da oft ignoriert wurde, so bin ich jetzt literarisch vollkommen vergessen, obwohl ich schreibe und schreibe und im “Geflüster” auch viel darüber berichte. So gibt es ja auch das “Literaturgeflüsterbuch- mein Schreiben-meineBücher”, wo die gesammelten “Geflüster Texte”, wo ich mein Schreiben vorstelle. ich finde also das “Literaturgeflüster” ist ein enormes Archiv über mein Schreiben, mein Lesen, die Veranstltungen, die ich besuche und auch über das gesellschaftliches Geschehen, für mich sehr wichtig, deshalb werde ich es auch weiterbetreiben und werde weil dreizehn ja so eine schöne Zahl , meine Lieblingszahl ist,das “Geflüster” auch entsprechend dreizehn Tage feiern und damit habe ich am ersten Juli auch schon angefangen und werde das auch bis zum dreizehnten Juli weitermachen. Am dritten Juli 2008 bin ich bald in die Sommerfrische aufgebrochen. jetzt gibts die verlängerten Sommerfrischenwochenenden, wo ichin Harland radfahre, in der Badewanne lese und ansonsten weil ichmit dem Rohtext ja fertig bin, mein “Wer wir waren-projekt” korrigieren werden und bis zum Dreizehnten wenn ich eine Artikellücke habe, immer versuchen, ein literarisches Schmankerl geben und berichten, wo ich mit meinen dreizehn jahren Literaturgeflüster, meinen einundfünzig selbstgemachten Bücher und meinen fast fünfzig jahren Schreiben stehe. Das Literaturgeflüster” ist für mich seh rwichtig, wiederhole ich also, es ist mein literarisches Archiv, mein Fenster in die Welt, da ich ja Corona bedingt beziehungsweise 3 G und Masken verweigernd, sehr zurückgezogen lebe und mein Fenster in den Literaturbetrieb beziehungsweise mein literarisches Geflüster, daß es mich auch noch gibt und das Schreiben und das Lesen für mich sehr wichtig ist und ich diesbezüglich auch schon viel erlebt, erfahren und unternommen habe. Also auf in das vierzehnte “Literaturgeflüsterjahr” wo ich natürlich auch berichten werde, wie es Corona mäßig weitergeht, gerspannt bin, wieviele Bücher ich noch schreibe und wo ich vielleicht noch lesen werde und, ob ich vielleicht doch endlich mal, wie ich es mir ja sehr wünsche entdeckt und bekannt werde.

Und hier das Archiv: 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Mit dem Rohtext in die Sommerschreibwerkstatt

Der Sommer ist da, wir haben mit den verlängerten Sommerfrischenwochenenden schon angefangen und ich habe am sechsten Juni, glaube ich, mit meinem neuen Text “Wer wir waren oder hundert Seiten Depression” schon angefangen und seither sehr intensiv daran geschrieben. Im Februar, alsich noch an meinen letzten Projekten gearbeitet habe, ist mir die idee nach dem Hören einer Lesung aus der “Alten Schmiede” gekommen. Einen Roman über eine feministische Großmutter, ihren Sohn und ihre Enkeltochter zu schreiben. Dann ist noch die Idee mit der Nachbarin deren Kind ihr vom Jugendamt weggenommen ist, dazu gekommen und aus dem Richard, dem Sohn, ist dann noch das Corona-Thema dazu gekommen. Da kann ich nicht aus, geht wahrscheinlich nicht,wenn ich in der Gegenwart schreibe, kommt das Testen und das Maskentragen, ob ich will oder nicht, dazu und eigentlich war ja mein Plan,als ich mit dem Korrigieren des “Corona-Texte-Buches” fertig geworden bin, mit demText in eine Sommerschreibwerkstatt zu gehen und vorher ordentlich dafür zu recherchieren, weil mir die Idee ,die ich damals der Margit Heumann kommentierte, Anfang Juni, als ich anfangen konnte, sehr weit entfernt war.

Dann bin ich aber wieder sehr schnell hineingekommen und bin jetzt noch, bevor ich zum zweiten Sommerwochenende aufbreche mit dem Rohtext zumindestens vorläufig fertig greworden und ja, es ist wieder sehr kurz geworden, wenn ich im Rahmen, des “Nanos” schreibe, stückle ich meistens an, um die geforderten fünfzigtausend Worte zu erreichen. Schreibe ich außerhalb ist es mir eigentlich egal und habe mich schon damit abgefunden, daß ich keine tausend Seiten Schreiberin bin und man soll ja auch verdichten.

Also ich habe jetzt 34 571 Worte, fünfundsiebzig Seiten und 31Seiten. Ich habe es einmal, glaube ich, zwischenkorrigiert und bin auch einen Tag auf Romanrecherche gegangen und muß es jetzt natürlich gründlich überarbeiten, anfügen, hinzufügen.Noch dazu, daß die drei Handlungsstränge sicher noch nicht fertig sind ,denn bei der Lore will ich ja ihr feministisches Leben aufarbeiten und habe da trotz des Titels keine hundert Seiten, sondern höchstens zehn bis zwölf. Das läßt sich also sicher noch genauso überarbeiten, wie der Richard-Strang, der von seiner Zeitung entlassen wurde, weil er auf einer Anti-Corona-Demo war und jetzt seinen eigenen Kanal aufbaut und der dritte Strang hat die meiste Action, denn da kämpft sich die Ricki Neuwirth ja ihr Kind zurück. Also mal sehen und ich breche nachdem ich morgen ja mein dreizentens Jahr “Literaturgeflüster” feiern werde, in das zweite Sommerfrischenwochenende auf, da werde ich halt korrigieren, hinzufügen, abändern…

Ich weiß, ich bin nicht sehr gut darin, weil es meistens mehr oder minder so bleibt, wie es beim Rohtext war. Also werde ich vor dem Laptp sitzen , aber vielleicht das feministische Leben noch eentsprechend ergänzen und dann habe ich ja, was die dreizehn Jahre betrifft vor, das entsprechend mit dreizehn Tagen zu feiern. Aber wie tut man das eigentlich? Ich habe mir da ja schon mal früher eine Laudatio geschrieben und zweimal entsprechende Feiern mit Lesungen abgehalten. Aber dreizehn Tage feiern? Dazwischen meine Praxis machen, in Harland radfahren, korrigieren. Aber vielleicht doch jeden Tag ein literarisches Schmankerl daraus picken und darüber bloggen. Vor allem, wenn ich, weil es ja jetzt keine Veranstaltungen gibt und ich nicht sieben Bücherin der Woche lese, einen entsprechenden Artikel schreiben. Mal sehen ,wie es wird?

Heute wäre also schon der zweite “Literaturgeflüsterfeiertag”, am ersten habe ich einen Roadtrip nach Albanien gemacht und dabei auch ein bißchen Selbsterfahrung erlebt. Am dritten kommt der entsprechende Feierartikel und dann gibt es nächste Woche ein Treffen mit der Ruth. Früher hat die ja immer Saisonabschlußfeste gegeben. Jetzt hat sie eine kleine Wohnung und lädt wahrscheinlich nur uns ein, aber da ja die Ruth eine alte Feministin ist, kann ich da ein bißchen für meine Lore recherchieren und werde das auch tun und dann bis zum dreizehnten Juli seien wir gespannt, was ich über mein Schreiben und mein Korrigieren berichten kann.

Auf in einen schönen Sommer, es gibt ja jetzt sogenannte Lockerungen, allerdings nicht in Wien. Da gibt es sogar Verschärfungen, die aber eher die Kinder betreffen und ansonsten, die drei Gs. Da weiß ich aber, daß ich mir in der Radlerschenke einen Spritzer holen kann, wenn ich den in fünfzehn Minuten trinke und da ich da ja wahrscheinlich nicht so viel zu recherchieren habe, bin ich da bald fertig. Ansonsten vielleicht ein kleines Schreibschmankerl geben. Das wäre ja auch interessant und ansonsten lesen.

Das mit den Sommerbüchern habe ich angesichts meiner langen Backliste in den letzten jahren ja ohnehin eher ausgelassen, möchte aber in der Backlist zumindestens meine Geburtstagsbücher vom letzten und vorletzten jahrlesen, bis dann im August die nächste deutsche Buchpreisliste kommt und da habe ich noch viel zu lesen und richtig, die O- Töne gibt es wieder auch und da müßte ich ja wahrscheinlich maskenlos in den Hof hineinkommen und dort halt wieder herumstehen, mals sehen, wie es geht? Ich bin gespannt und hoffe natürlich auch, daß sich mein Rohtext noch qualifizieren läßt.

10 Tage im Herzen der Ferne

Ein neugierig machender Titel und ein Buch über Albanien, was für mich der Ausschlag war, mich dafür zu interessieren. Im Sommer einen Roadtrip machen. Eine Reise in ein mir unbekanntes Land, das ist interessant und, wie dann in dem Buch zu lesen stand, daß von einem Manager namens Nico Mateew stand, der bulgarische Wurzeln zu haben scheint, mehr biografische Angaben waren nicht zu finden, kommt oft manches anders, als man denkt und das ist dann der Reiz daran. So ist das Buch, das ist auch interessant im “Book on Demand Verfahren”, das die “Randome Verlagshausgruppe” anbietet, erschienen ist, sondern eher die Geschichte eines Ausstiegs mit anschließender Sinnerfüllung. Wieder etwas Philosphoisches, aber leichter zu lesen als der Liebeskrimi von Sabine Haupt und auch gut nachvollziehbar. Beginnen tut es mit den Ferien bei der Großmutter und ihren Kalendersprüchen. Der Sinnvollste davon lautet “Wer wenig braucht ist frei”, etwasm was das Kind oder Jugendliche damals nicht verstanden hat. Dann kommt das Öpkonomiestudium und der der Einstieg in eine Firma, was alles im ersten Teil “Der Werdegang” an Hand von leicht erfaßbaren Metaphern erklärt wird. So erlebt er gleich die Pensionsfeier eines Kollegen. Der Chef lobt ihn sehr, am nächsten Tag ist er vergessen. Ein Kollege fragt ihn, warum er den ganzen Tag in den Computer schaut? Die Kollegen tragen alle Anzüge und Kostüme und verbergen darin ihre Persönlichkeit. Eines Tages übergibt ihm der Chef ein paar Schachteln mit dem Auftrag das Archiv zu ordnen. er verschiebt die Schachteln, weil er nicht weiß, was er damit anfangen soll. Eine Woche später räumt der Portier die Schchteln weg und der Chef bringt neue, was fast an Kafka erinnernd könnte. So geht es ins erste, zehnte, elfte Jahr. Er findet eine Frau, bekommt drei Kinder und fährt einmal zu der väterlichen Familie nach Bulgarien, wo ihn der Onkel erstaunt fragt, was er so macht? Er kommt zurück, erleidet einen Bandscheibenvorfall, muß in die Röhre und beschließt sich dann nochmals Urlaub zu nehmen und nach Albanien zu fahren und dort einen Film über das Land und seine Küche zu drehen. Dazu sucht er sich zwei Filmemacher ,einen Chinesen und einen Amerikaner, bucht sich einen Fremdenführer und bricht in das arme Land auf,über das er sich vorher bei “Wikipedia” informierte. im Flugzeugkommen sieschon mit dem abgeschobenen Edy ins Gespräch, der Chinese hat sich für das arme land underdressend angezogen und fällt damit auf und der Fremdenführer bringt sie statt, wie ausgemacht zu einem Taxifahrer, zu seinen Schwiegereltern, wo das erste Essen stattfindet. Der Schwiegervater serviert Raki, das selbstgebraute Nationalgetränk und hat Schwierigkeiten, die, wie auch die anderen, vorgefertigen Fragen, wie “Was verdienen Sie?” und “Was sind ihre größten Sorgen?” zu beantworten. Am nächsten Tag kommt der Fremdenführer zu spät in das Hotel, dann kommen sie auch zu spät zu dem Biobauern, wo das nächste Interview stattfinden soll. Das macht aber nichts, stellt sichheraus, denn der Koch, den sie am Nachmittag interviewen, wäre auch zu spät gekommen. Der ging in den Neunzigerjahren nach Italien als Hilfsarbeiter, lernte dort das Kochen, errichtete in Rom ein Restaurant und ging dann, eine typische Antwort, um seinem Land etwas zurückzugeben nach Albanien zurück und errichtete auch ein Restaurant, wo er die traditionelle Küche etwas revolutionieren wollte. Vier Großmütter sollen das laut plan in der küche ausprobieren und über das land schimpfen. Sie kommen aber herausgeputzt, bekommen im Extrazimmer serviert und sind eigentlich recht zufrieden oder merken keinen Unterschied. Der Kindergarten Nr. 34 wird besucht, denn die sind, wie, glaube ich, auch in der SU alle nummeriert und tragen keine putzigen Namen, wie “Schneewittchen” oderso.Die Kindergärtnerinnen tragen, was für uns ein wenig altmodisch wirkt, sterile weiße Kittel und die Köchinheißt Salije, was auf Albanisch die “Tugendhafte” bedeudet, was Nico Mateew immer genau anführt, will ihrem Land auch was zurückgeben und kocht daher immer frisch mit naturbelassenen Lebensmittel und schüttelt den Kopf auf die Frage, ob das biologisch ist, weil sie mit diesem Begriff nichts anfängt und auch interessant in Albanien gibt es keinen McDonald`s weil, wie der Fremdenführer meint, sich niemand dafür interessiert oder die Lebensmittel nicht aus heimiischen Anbau hätten stammen dürfen. Sie reisen dann nach Berat der Stadt mit den tausend Fenstern und erleben unvergeßliche Stunden bei einer Familie in einem kleinen Haus, wo sie keine Ahnung haben, wo die Bewohner schlafen, verspeisen dann in einer Tankstelle, den von einem TV-Koch bekommenen kuchen, besuchen ein Galadinner, das der Präsident für seine Bürger gibt. Da kommen sie zu spät, weil der Fremdenführer vorher auf einer Autobahn halt macht, um sich mit einer Frau, die dort auf einem Fahhrad Popcorn verkauft, zu unterhalten. Kommen aber doch rechtzeitig und erfreuen sich an den Tanzenden, die alle glücklich “Albanien, Albanien!”, singen, was man in Deutschland wohl nicht so tun könnte.

Von einem Restaurant geht es zum anderen. Eines befindet sich in einem Bunker, in einem anderen Spitzenrestaurant werden in Vorraum die Speisen billig an die Leute verkauft, die sich die Sternpreise nicht leisten können. Ein anderer Restaurantbsitzer dreht den Fragebogen, den Nico Mateew mitgebracht hat, einfach um und stellt die Fragen an die Filmemacher. Aber da ist es schon klar, daß die Aussteiger, die Seele und die Zufriedenheit in dem kleinen, angeblich so armen Land, das auf Nachhaltigkeit setzt, weil ihm gar nichts anderes überbleibt, gefunden haben. Nach zehn Tagen geht es dann zurück .Nico Mateew erflebt ein Weihnachtsfest mit seiner Familie und reist dann später mit dieser nochmals hin, um die Großmutter Domenica zu besuchen und auch die Töchter erkennen, daß es in Albanien glückliche Menschen gibt.

Ein interessantes Buch, das einen sehr ungewöhnliches Blick auf ein bisher wahrscheinlich unbekanntes Land bietet. Ein richtiges Sommerbuch könnte man meinen, das Lust auf eine Reise nach Albienen macht, die der Alfred auch starten will, obwohl Nico Mattew seine unvergeßliche Reise ja im Dezember machte und zehn Tage, sowohl für einen Film, als auch für einen Selbsterfahrungstrip wahrscheinlich viel zu kurz sind.

Lichtschaden.Zement

Von Amerika komme ich jetzt in die Schweiz und zu einen “philosophischen Liebeskrimi und intellektuellen Liebesroman der 1959 in Giessen geborenen und seit 1980 am Genfersee lebenden Literaturwissenschaftlerin Sabine Haupt.

Das klingt interessant und ist auch genereübergreifend. Die Probleme der Welt umfassend wird da die Lebesgeschichte zwischen der Hotelmanagerin Hella und dem ehemaligen Priester Raffaele, der nach Panikattacken, als Verwalter in einer Zementfabrik arbeitet, beschrieben. Zement ist auch das treibende Thema, um das sich in dem sehr schön gestalteten Buch, das im Verlag “die brotsuppe”, erschienen ist, wo die beiden Protagonisten kapitelübergreifend ihre Geschicthe erzählen,alles dreht.

Es geht auch in die Vergangenheit zurück und in die Zukunft, beziehungsweise in die Gegenwart, wo die Zementmafia in Europa eine Mauer bauen will, um die Flüchtlinge nicht ins Land zu lassen und ins Mühlviertel ins Lager Gusen, wo Hitler offenbar auch ein Zementwerk aufbauen wollte und Raffaeles Vater dort traumatisert wurde. So schreit er nächtens auf, was nicht nur Raffaele, sondern auch dessen Bruder Angelo sehr irritiert. Der erleidet eine Psychose, hält sich für einen Dämon und wird in der Psychiatrie interniert, wo er am Ende des Buches auszubrechen versucht. Hella will dagegen im SPA-Bereich ihres Hotels eine Zementtherapie einführen, vor allem, um Raffaeles Verknöcherungen, er leidet an Rückenproblemen, zu heilen.

Klingt ganz schön kompliziert und ist es auch. Sehr genau und sorgsam ausgearbeitet und wahrscheinlich auch gut recherchiert, auch wenn vermutlich viel zu viel in die dreihundert Seiten hineingepackt wurde, wo man wahrscheinlich zehn Romane schreiben hätte können.

Es geht auch, um die Frage nach der unsterblichne Seele, an die die pragmatische Hella nicht glaubt und den nicht so philosophisch orientierten Leser werden vielleicht die Handlung und die Spannung fehlen, obwohl es die natürlich gibt. Vor allem am Schluß werden die Protagonisten durch einen unterirdischen Stollen getrieben, geraten der Mafia in die Hände und ich habe wiedermal erfahren, wie vielseitig die Gegenwartsliteratur ist und wieviel sie, den über den Tellerrand schauenden Leser bieten kann.