Lebenslange Sommerlesereihe

Die Sommerlesereihe der Literaturzeitschrift “Podium”, im Cafe Prückl, beziehungsweise in der “Alten Schmiede” gibt es seit 1993.

Damals hat sie Claudia Erdheim eingeführt und zehn Jahre gemacht, dann kam Christa Nebenführ und organisierte und moderierte  bis heuer, denn im nächsten Jahr hat sie bei der Eröffnungsveranstaltung in der “Alten Scmiede” angekündigt, wird es Birgit Schwaner übernehmen, die eher experimentelle Autorin, die, ich erst am Freitag im Amerlinghaus hörte und die mich immer freundlich grüßt und das heurige Motto, das den ganzen Monat jeweils am Dienstag und am Freitag meistens im Cafe Ürückl nur am Schluß wird im Cafe Florianihof gelesen, durchgeführt wird, heißt “lebenslang”.

Voriges Jahr war es das “Glück”, vor zwei Jahren war es “Literatur und Arbeit”, “unsterblich”, das Pendat ist es auch einmal gewesen, “Schlaf” und die “Zahl 40” und und und…

Ich bin weil ich ja bis vor zwei Jhren im sommer immer Sommerfrische in harland bei St. Pölten machte und nur Montag und Dienstag in Wien war, meistens nur zur Auftaktveranstaltung gegangen und habe auch ein bißchen Schwierigkeiten mit Christa Nebenführ, die mir ja einmal sehr deutlich sagte, daß ihr meine Texte nicht so gefallen würden.

Seit dem die Sommerfrische aber nur mehr aus verlängterten Wochenenden besteht, habe ich angefangen auch ein bißchen ins Cafe Prückl zu gehen, so war ich vor zwei Jahren glaube ich einmal und im letzten Jahr jeden Dienstag dort, heuer weiß ich es nicht so recht, weil es ja wieder das Filmfestival am Karlsplatz gibt und ich gesehen habe, daß ich am nächsten Dienstag bis acht Stunden habe und da würde ich zu spät kommen, während es sich für den Karlsplatz ausgeht.

Lebenslang also ein interessantes und auch sehr allfassendes Thema und zur Auftaktveranstaltung hat Christa Nebenführ in die “Alte Schmiede” Ljuba Arnautovic, Harald Darer und Barbara Keller eingeladen und sagte, in ihrer Einleitung, daß sie heuer jeweils ihren persönlichen Bezug zu den lesenden Autoren nennen würde, im letzten Jahr hat sie, glaube ich, gesagt, um wieviele Jahre sie jünger oder älter als die Autoren ist.

So erzählte sie also, daß sie mit Ljuba Arnautovic in der Autorenwohnung am Grundlsee war, dort mit ihr sehr viel spazieren gegangen ist und sie ihr dabei die Handlung ihres kürzlich erschienen Romans, der eigentlich die Geschichte ihrer Familie ist, erzählte.

Da war ich ja bei der Präsentation in der “Gesellschaft für Literatur” und die 1954 in Russland geborene Autorin hat so ziemlich dieselben Stellen, wie damals aus ihren Debut “Die Verborgenen” gelesen, nämlich die mit den Kleidern an der Donau und den Besuch der Polizisten bei der alten Frau und dann noch die, wo die Brüder am 12. 2. 1934 auf ihre Eltern warteten und das war für mich, die ich das Buch ja noch immer nicht bekommen habe, sehr interessant und bei den O Tönen, das kann ich gleich verraten, wird Ljuba Arnautovic auch lesen und auf der Debutpreisliste steht sie auch. Vielleicht kommt sie da auf die Shortliste, da kann ich dann das Buch nochmals anfragen oder bekomme es als PDF zur Verfügung gestellt.

Harald Darer habe ich glaube ich in der “Kolik- Lounge” im Schauspielhaus kennengelernt und von ihm “Herzkörper” gelesen, sowie mir einmal bei einem Literaturhausflohmarkt “Schnitzeltragödie” gekauft, aber noch nicht gelesen.

Christa Nebenführ hat einmal eine Rezension, ich glaube, über sein erstes Buch geschrieben und gelesen hat er aus einem Manuskript der “Blaumann”, wo es um eine Arbeitersiedlung, die nach Ungarn verlegten Fabriken und den ersten Mai geht und ein Text, der mich wieder einmal im Stil und der Machart an Thomas Bernhard erinnerte.

Die letzte Leserin, die 1944 geborene ehemalige Deutschlehrerin Barbara Keller, war einmal Schülerin bei Christa Nebenführs Schreibwerkstätten und hat 2016 den “Alois Vogel- Preis” mit der Geschichte “Seine Geschichte” gewonnen, wo es um einen Flüchtling geht, der seine Geschichte an Hand der Erlebnisse und der Toten mit denen er mit einem Schlauchboot über das Meer gefahren ist, immer wieder auf andere Art und Weise erzählt.

Sehr interessantder Auftakt zum Sommerlesen oder Sommerhören. Das Programm der anderen Juliveranstaltungen habe ich mir mitgenommen und bin nun gespannt zu welchen Lebenslang – Lesungen ich diesen Sommen  kommen werde.

Zehnter Geburtstag mit Cheesecake und Holundersekt

Es ist soweit, das Literaturgeflüster gibt es zehn Jahre und das ist eigentlich sehr sehr toll! Für mich auf jeden Fall, für die anderen, die sich vielleicht nicht so sehr für den Wiener Literaturbetrieb, mein Lesen und mein Schreiben und meinen Wunsch in diesem ein Plätzchen zu bewahren, vielleicht nicht so sehr.

Die nennen das dann sinnlosen Content, was es aber, glaube ich, trotz meiner falschen ß, zu vielen Beistrichen und manchen Flüchtigkeitsfehlern nicht ist, denn es ist, glaube ich, für den, den es interessiert, vielleicht schon ein Service nachzuschauen, wer vor acht Jahren in der Alten Schmiede gelesen hat, wo Cornelia Travnicek in ihrer Frühzeit auftrat und und…

Und auch wenn das Geflüster nicht vollständig ist, denn es gibt ja pro Tag mehrere Literaturveranstaltungen und ich kann nur zu höchstens einer gehen, ist der Content, mein literarisches Archiv, wie ich es nenne, doch enorm und wahrscheinlich auch die Veränderungen, die es in den letzten zehn Jahren in der Literaturwelt gegeben hat.

Denn da haben sich die Selfpublisher, die ja vorher mehr pfui als hui waren, zumindestens auf den Messen etabliert. Der österreichische Buchpreis hat  entwickelt, ich blogge wild und auf eigene Faust seit 2015 den deutschen Buchpreis und lese mich durch diese Bücher und wer aller den “Ohrenschmaus” seit 2008 gewonnen hat, kann man bei mir auch finden und als ich im Juni 2008, damals war das Bachmannpreislesen trotz W oder EM noch im Juni, bei Christiane Zintzen, die und deren “Inadäquat” es auch nicht mehr , vom Bachmann-Colloquium las und sah, wie sich die Blogger in den Lesepausen untereinander austauschten, etwas was so vielleicht auch nicht mehr existiert, denn inzwischen gibt es ja auch Facbook, Twitter, Instagram, alles was mich nicht interessiert und von dem ich keine Ahnung habe, stellte ich an den lieben Alfred die Frage, kann ich das auch?

“Ja!”, hat der gesagt, “da kannst du dann über die Veranstaltungen, die du besuchtst und die Bücher, die du liest, schreiben und ich habe am Morgen des dritten Juli noch sehr zaghaft mit ein paar Zeilen begonnen und mir gedacht, “Uje, uje, das können dann alle lesen!”

Es kam dann gleich, was heute auch nicht mehr so interessiert, ein Kommentar von einer niederösterreichischen Leserin und im Jahr drauf hatte ich eine Handvoll Gleichgesinnte, die mich und meinen Blog interessiert lasen und ich dachte, das kann sich entwickeln, obwohl ich wahrscheinlich gar nicht so richtig wußte, wohin es sollte?

In den Literaturbetrieb natürlich und zur literarischen Anerkennung ganz klar, denn ich habe ja vor fünfundvierzig Jahren nach meiner Knödelmatura in der Straßergasse, sowohl Psychologie zu studieren, als auch zu schreiben angefangen und habe mich ein paar Monate später dann gefragt, wohin das führen wird?

Nun zu über vierzig selbstgemachten Büchern im Jahre 2018, zu zehn Jahre “Literaturgeflüster”, nach wie vor regelmäßigen Veranstaltungsbesuch, ich fahre im  Frühlich mit dem Alfred nach Leipzig und bin da inzwischen Bloggerin akkreditiert und seit ich etwas aufmüpfig beschlossen habe, als sich 2015, die hochoffiziellen Buchpreisblogger etablierten, das für mich auch zu tun, kann ich mich vor den Anfragen der  Verlage nicht mehr retten. Im Badezimmer und an der Schlafzimmerwand stapeln sich die Büche, aber ich habe schon immer gern gelesen und als ich 2010 gedacht habe, daß ich jetzt die Bücher die ich von den Büchertürmen der Literatur im März veranstaltung nach hHause gebracht habe, auflesen werde, haben sich die offenen Bücherschränke gegründet und  meine Bücherstapeln sind weiter angewachsen.

Zehn Jahre Bloggen – zehn Jahre “Literaturgeflüster” und ein inzwischen alltägliches Gejammer und Geplauder über den Literaturbetrieb und das ist, ich weiß auch nicht wieso, vielleicht wegen meiner mangelnden technischen Kenntnisse und der Facebook und Twitterverweigerung, vielleicht auch wegen meiner Rechtschreibfehler, inzwischen ein sehr isoliertes geworden, ein Monogeflüster vielleicht.

Drei Kritiker, Spamer oder Trolle habe ich im Lauf der Zeit gehabt und ein paar andere die “Wui so was Schlechtes habe ich noch nie gelesen, oder Sie schreiben, daß noch wirklich mit scharfen ß!”, geschrieben haben und einmal einen harschen Kommentar von Hans Raimund der mich fragte, was ich mit meinem oberflächigen Geplauder will?

Aber so lieblos finde ich das gar nicht und es ist für mich so wichtig und so werde ich höchstwahrscheinlich auch weiter machen, obwohl so ein Blog höchstwahrscheinlich doch nicht der Weg in den Literaturbetrieb ist, der meine wahrscheinlich nicht, denn wenn ich inzwischen auch, was Anfangs so gar nicht beabsichtigt war, meine Bücher in diesen präsentiere, sie vorstelle, immer bei Erscheinen ein Bild von ihnen poste, Gewinnspiele mache, Fragen dazu stellen, die Anfangssätze präsentiere und auch eine Leserunde dazu gestalten will, läuft das nicht so wie ich will

Denn selbstgemachte Bücher ohne ISBN Nummer sind wahrscheinlich immer noch pfui ohne hui und die anderen Blogger haben so viel zu lesen, daß sie wahrscheinlich gar nicht daran denken, etwas Selbstgemachtes in die Hand zu nehmen, obwohl Elisabeth von leselustfrust, das es, wie ich gesehen habe, jetzt wieder gibt, gibt, hat das 2009 mit dem “Haus” von selbst getan, aber gut alles ändert sich und in Zeiten der Datenschutzverordnung, des Twittern und des Instagrams ist auch das Kommentieren sehr zurückgegangen, hatte aber bei der ein Jahresfeier einen Glückwunsch vom Otto, von der Cornelia Travnicek und und der Andrea Stift, bei der ich ausprobiert habe, ob sie sich melden wird, wenn ich ihren Namen in meinen Blog schreibe, was heute wahrscheinlich auch nicht mehr passieren würde, bin ich gespannt, wieviele Reaktionen ich auf mein zehn Jahresfest bekomme, was eigentlich etwas sehr Schönes ist, denn es gibt nicht soviele Blogs, die es schon solange gibt.

Zum fünften Geburtstag und da war ich vielleicht in einer Krise, weil da ja gerade der harsche Kommentar von Hans Raimund kam, der mich, wie ich gestehen kann, sehr getroffen hat, hat es ein großes Gewinnspiel gegeben.

Dreißig Fragen zu dreißig Büchern und keiner  hat sich gemeldet, der sie beantworten und die Bücher haben wollte. Vielleicht waren die Fragen auch viel zu schwer, denn an selbstgemachgte Bücher kommt man ja auch nicht so leicht heran, obwohl es ja hier die Vorschauen gibt und auf meiner Website immer auch ein Probekapitel.

Aber das war für mich vielleicht auch ein Auftakt mehr von meinem Schreiben und über meine Bücher zu erzählen und es hat dann ja auch bald das “Literatur-Geflüster-Texte-Buch” gegeben, das ich und das ist vielleicht ein schöner Zufall heuer im April in der “Alten Schmiede” vorstellte, während es vor fünf Jahren eine Sendung über mich und mein Bloggen in einem freien oberösterreichischen Radio gab und im Amerlinghaus habe ich meinen Blog in einer von Ilse Kilic initiierten Veranstaltung ja noch viel früher vorgestellt.

Und heuer habe ich gedacht, fange ich mit dem Jubeläumsjahr schon viel früher an und so gibt es hier ab Jänner Artikel über meine letzten dreizehn Bücher, die Bücher in denen das Schreiben, die Bücherschränke, die depressiven Frauen, ein Rolle spielen. Es gibt einen über Kinderbücher und einen über das politische Geschehen in meinen Büchern, das mir ja auch sehr wichtig ist und es wird zum zehn Jahresjubiläum ob das jetzt hier jemand liest oder nicht wieder ein Gewinnspiel geben und zum Anlaß passend zehn Bücher zu gewinnen geben.

Wer alos eines davon gewinnen will, soll mir einen Kommentar, einen Glückwunsch, seine Meinung, eine Frage, etcetera schreiben und kann solange der Vorrat reicht, sich  ein Wunschbuch aussuchen.

Ansonsten stoße ich virutell mit meinen Lesern oder auch nur mit mir selbst und dem Alfred, der den Blog ja getreulich als Blogwart und durch seine schönen Fotos begleitet, an mit Holundersekt und einem Stück der guten Fruth-Torte an und der Rudi kann, wenn er das lesen sollte, sein Bierglas auf mich und das “Literaturgeflüster” erheben, denn er ist ja auch ein treuer Wegbegleiter, der mich und den Blog,, glaube ich, von Anfang an begleitet hat und hier nun eine Auswahl meiner Bücher, die seit 2008 erschienen sind.

Ich verlose oder vergebe also:

  1. “Das Haus” (2009) Vorschau, Präsentation
  2. “Mimis Bücher” (2010) , Vorschau, Präsentation
  3. Absturzgefahr” (2011), Vorschau,
  4. “Die Wiedergeborene” (2012), Vorschau, Präsentation
  5. “Literaturgeflüster-Texte.Buch” (2013) , Vorschau, Präsentation
  6. “Dreizehn Kapitel” (2014), Vorschau,
  7. “Miranda Schutzengelchen (2015), Vorschau, Präsentation
  8. “Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier prekärer Literaturstudentinnen”(2016)”,Vorschau, Präsentation
  9. Claire-Klara-Clarisse oder wilder Lavendel (2017),Vorschau, Präsentation
  10. “Besser spät als nie” (2018),Vorschau, Präsentation

Was sicher ein kleiner Streifzug durch meine literarisches Werk und meine Themenvielfalt ist, den man auch an Hand der Schreibberichte, die immer in den Vorschauen angegeben sind, mitverfolgen kann.

Alle Bücher sind beim “Digitaldruck” erschienen und weil das Jahr 2008, wo alles angefangen hat, da nicht vertreten ist, vergebe ich als besonderes Schmankel, mein erstes “Digitaldruckbuch” “Novembernebel”, das noch vor “Literaturgeflüsterzeiten”  erschienen ist und daher im Blog nicht angekündigt wurde, wohl aber auf meiner Website zu finden ist, für den, der sich dafür interessiert oder für den elften Kommentierer oder Kommentiererin und jetzt “Alles Gute zum Geburtstag, “Literaturgeflüster!” Wer stoßt mit mir auf den Bloggeburtstag an?”

Zauner lesen

Den am 2. Dezember 1959 in geborene und am 30. Juni 2016 verstorbenen Hans Jörg Zauner habe ich in der GAV und im Umkreis des “Fröhlichen Wohnzimmers” kennengelernt, obwohl er in seiner Dichtung, glaube ich, radikaler und experimenteller, als Ilse Kilic und Fritz Widhalm war. Er hat auch in der “Editon neue Texte”, die von Heimrad Bäcker herausgegeben wurde, verlegt und war ein “Ritter-Autor”, wenn man bei “Wikipedia” nachgooglet, staunt man über die Vielzahl der Texte, die er herausgebracht hat. Er hat auch eine Menge Preise bekommen und 1996, wie immer im rosa Anzug und einer futoristischen Brille in Klagenfurt als Erster gelesen, in dem Jahr, wo ich mir den Spaß gegeben habe und einmal auf eigene Faust und eigene Kosten hingefahren bin.

Gewonnen hat er nichts und kam glaube ich auch nicht in die Endauswahlrunde und dann habe ich ihm auch noch ein bißchen später einmal in einer Galerie bei einer experimentellen Lesung gehört. Im vorigen Jahr war ich im Cafe Prückl bei der Sommerlesereihe, als ich von seinem Tod, er ist, glaube ich, nach einer Narkose nicht mehr aufgewacht, erfahren habe.

Heute gab es in der Sommerlesereihe des Lesetheaters eine von Christine Huber initierte Gedenkveranstaltung, wo  wieder Freunde und Weggefährten und nicht die üblichen Lesetheaterleser, sondern Gerald Jatzek, Christian Futscher, Kurt Neumann, Jopa Joakin, Ilse Kilic und Fritz Widhalm, Peter Pessl, Thomas Havlik, Richard Obermayr und Erhan Altan, die ganze experimentelle Riege halt, eingeladen hat, aus dem 2016 bei “Ritter” erschienenen Buch ” 99.144 gedichtnasenlöcher schiessen auf mich bis alles passt” und ich muß sagen, ich habe nicht gewußt, daß Hans Jörg Zauner ein solcher Hardcoverexperimenteller war, wie man wahrscheinlich schon am Titel des Buches erkennt.

Eine Aneinanderreihe lauter schöner neu zusammengesetzter Worte und kein Sinn. Ja nicht einmal ganze Sätze. Wo bleibt da der Inhalt, kann die realistisch schreibende Autorin, die ja schon einiges in Sachen Experiment gewohnt ist, fragen? Hat das auch, beziehungsweise große Mühe, alles zu verstehen und die Worte möglichst aufzuschreiben, denn von Sinnerfassen konnte nicht die Rede sein.

Trotzdem war es sehr eindrucksvoll, haben doch Ilse Kilic und Fritz Widhalm im Duett gelesen, Erhan  Altan hat sich seinen Zauner teilweise auf Türkisch übersetzt oder ihn übersetzt bekommen und Richard Obermayr, der zufälligerweise wie ich mich erinner kann 1996 auch in Klagenfurt gelesen hat und der für mich eigentlich zusammen mit Andrea Winkler der Inbegriff der Sprachrauschler ist, aber der bildende Künster Hans Jörg Zauner ist mit Sicherheit experimenteller,  hat eine mich beeindruckende Variation auf die Worte “Ach bleib” gelesen und hinzugefügt, daß diese Variationen das Thema bis zu Unkenntlichkeit verzerren kann.

Da fällt es der realistischen politischen psychologisch schreibenden Autorin schwer, den Sinn der Sache zu verstehen. Obwohl es sicherlich ein schöner Wortrausch und Neusprachschöpfungsregen war, der von den Lesenden teilweise als Gedicht bezeichnet wurden. Nun Gedichte sind für mich etwas anderes, trotzdem war es interessant, sich an Hans Jörg Zauner in seinen rosa Anzug und seine schmale Brille zu erinnern.

Ich habe mich auch mit einem Chemiker, den ich vorige Woche bei der Ungar-Lesung in der “Alten Schmiede” getroffen habe, auch lange über die Zaunersche Sprachkunst unterhalten, dabei auf den Alfred gewartet, der wieder aus Amerika zurück ist, der kommen wollte, es aber nicht bis dreiviertel neun, wo ich gegangen bin, schaffte

Dämmer und Aufruhr

Jetzt kommt der “Roman der frühen Jugend”, also die  poetisch gefärbte Autobiografie, pünktlich zum siebzigsten Geburtstag, wahrscheinlich nach dem Tod der Mutter geschrieben, des 1948 geborenen Bodo Kirchhoff, der seine Bücher seit 2012 bei FVA verlegt und da 2016 mit seiner Novelle genannten, “Widerfahrnis”, den dBp gewonnen hat, der ja eigentlich ein Romanpreis ist.

Aber Dichtung und Wahrheit liegen ja sehr dicht beeinander, das sieht man auch an dem Roman, dem am Schluß eine Zeittafel angefügt ist und ich bin mit Bodo Kirchhoff, glaube ich, 2002 mit seinem “Schundroman”, den ich mir damals zum Geburtstag wünschte und wofür ich mich fast ein wenig schämte in Berührung gekommen.

Dann habe ich weil FVA es mir getreulich schickte, die wiederaufgelegte und 1984 erstmals erschienene “Mexikanische Novelle” gelesen, die mir wie “Widerfahrnis” trotz seiner sehr schönen aber doch sehr künstlichen “machohaften” Konstruktion nicht so sehr gefallen hat und im letzten Jahr die Erzählung “Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt”, wo in fast Bernhardesker Manier auf zig Seiten beschrieben wird, warum eine Einladung zu einer solchen nit angenommen werden kann.

Und jetzt also die Kindheitserinnerungen zum Siebziger des eleganten weißhaarigen Herrn, Liebling aller Frauen, füge ich ein wenig vorlaut an und kann ergänzen, das das Buch wieder sehr gekonnt komponiert wurde und es ein wahrscheinlich sehr erfolgreiches Männerleben war, was da beschrieben wird.

Der Hauch des Eror weht überall, das ist sicher eine Kirchhoffsche Spezialität, von mir, der um fünf Jahre jüngern, die erstaunt feststellte, daß ich nur ein Jahr später als er zu studieren begann und sonst vielleicht ähnliche pubertäre Schwierigkeiten erlebte, obwohl das mit dem Eros war bei mir sicher nicht so stark ausgeprägt, Camus und Satre habe ich aber nach meiner Knödelmatura auch mit Begeisterung gelesen und schreiben wollte ich auch, aber das hat Kirchhoff, obwohl es schon frühere Versuche gab, erst nach seinem Militärdienst begonnen, denn da wollte er ja eigentlich Maler werden, ein Winsch den ich nie hatte, manchmal belächelt.

Aber es liest sich, das kann ich nicht bestreiten gut, das über vierhundertfünfzig Seiten Buch, das kunstvoll in eine Rahmenhandlung gewickelt ist.

Da ist einmal er alternde Schriftsteller oder Sohn genannt, der sich mit einer Schachtel mit Bildern in eine kleine Pension in Italien zurückzieht, wo er einmal als Kind mit einen Eltern, bevor die sich trennten, einen Sommeraufenthalt verbrachte.

“Wer spricht da, wenn einer von früher erzählt, auf sein ertes Glühen in der Kindheit blickt, wessen Stimme macht hier den Anfang, sagt Es  war einmal – ein unvergesslicher, gültiger Alpensommer”, lautet der erste lange Satz.

Und da sind wir schon wieder ein paar Jahre früher, nämlich im Jahr 1952, wo der Vierjährige mit seiner “Damemammi”, einer Schauspielerin aus Wien und deren Mutter, einer ehemaligen Opernsängerin, von ihm oft die “Hüterin” genannt, einen Sommer in Kietzbühel verbringt und da wird die Erotik, wie in Zweigs “Brennenden Geheimnis” mit aller Bravour berührt und die Beziehung zu der Mutter bleibt auch das Thema des Buches.

Es gibt auch einen Vater, einen Hamburger, der vom Krieg mit einem Holzbeim zurückgekommen, sehr früh mit der jungen Wiener Schauspielerin verheiratet wurde und als der erste frühe Kitzbüheler Sommer, mit den beiden Hüterinnen, die der Kleine aber doch schon, wie ein Kavalier begleitet, erlebt, ist die Mutter wieder mit der Schwester schwanger.

Von vorn nach hinten in dreiHandlungssträngen, werden die frühen Jahre des großen Dichters erzählt. Da ist einmal sein Aufenthalt in der Pension, wo er die Tage in seinem Zimmer verbringt, die Bilder aus der Schachtel nimmt, sich in seine Erinnerungen vertieft, während draußen am Strand nach und nach die Badeliegen und die Sonnenschirme weggeräumt werden, weil, eine gekonnte Metapher, der Herbst des Lebens oder auch nur des Jahres beginnt. Es gibt auch eine wahrscheinlich noch ältere Pensionsbewohnerin, die Amerikanerin Missis Bennet, die immer auftaucht und den Dichter danach fragt, warum er nicht an den Strand geht und sie war damals, in dem letzten Sommer, in dem seine Eltern, noch glücklich waren, auch schon da. Durch einen Zufall hat die Famlie, ihr sonst bewohntes Zimmer bekommen, an das sie ihn lächelnd erinnert und es gibt dann auch ein Plakat von der kleinen Stadt, in den Fünfzigerjahren, das ein Paar zeigt, das die Eltern sein könnten und das die Amerikanerin kauft und den Abreisenden, später, wenn alles geschrieben und geschehen ist, zur Erinnerung schenkt.

Dann geht es durch das Leben, das man hinten in der Biografie, getreulich nachlesen und vergleichen kann, “Wikipedia” ist dagegen eher schwach bestückt. Da steht eigentlich nur wenig von den frühen Jahren.

Nur, daß es in dem Internat, in das der Jüngling nach der Trennung der Eltern, die sie den Kindern lang verheimlichten und stattdessen glückliche Familie spielten, gegeben wurde, einen Mißbrauchsvorfall gegeben hat.

Der wird in dem Buch fast mit der selben erotischen Leichtigkeit erzählt und darüber hinweggegangen und dann gibt es auch immer wieder, die Besuche des alternden Schriftstellers in der Seniorenredidenz der fast Neunzigjährigen, wo er sie bis zu ihren Tod begleitet und mit ihr immer wieder über die erlebte Kindheit spricht.

Die Sommer wurden also gemeinsam mit der Mutter und der Großmutter meistens in Kitzbühel verbracht. Später zog die Familie, weil der Vater in geschäftlichen Schwierigkeiten war, in den Schwarzwald. Hier ging der Sohn zu Schule. Machte seine ersten erotischen Erfahrungen. Verliebte sich in eine schöne Arzttochter, bei deren Eltern, die Großmutter in Untermiete lebte. Mit zehn kam er in das Internat am Bodensee, die Heimutter Frau Guth war sehr streng. Der Kantor führte den Knaben in ein verbotenes Geheimnis über das man nicht sprechen dürfte und verschwand dann schnell. Dafür kam ein Freund, der sich später mit der jüngeren Schwester verheiratete. Es wurde Satre, Camus und noch einiges andere gelesen, nach dem Abitur in den legendären Jahr 1968 ging es, man glaubt es kaum, zum zweijährigen Militärdienst. Reisen nach Amerika und Mexiko, wo wohl auch die “Mexikanische Novelle” begonnen wurde, folgten und wiederum erstaunlich, kam es 1978 schon zum ersten Vertrag mit “Suhrkamp”, vom autor, der bald nach Frankfurt in die Stadt, wo die Mutter nach der Scheidung lebte und dort sowohl in einer Agentur, als auch unter den Namen Evelyn Peters und andere Pseudonyme Liebesromane und Krimis schrieb,  “der berühmte Verlag in der Lindenstraße genannt” und vorher, das Buch ist ja nicht chronologisch geschrieben, sondern springt lustig hin und her, besuchte der frührreife Fünzehnjährige in den Ferien, die Mutter in ihrer Frankfurter Wohnung, die dort mit einem Herrn Kurt lebte oder von ihm besucht wurde. Der gab dem Knaben je zwei fünf Mark Stücke. Sein Taschengeld hatte er schon vorher in einem Pornokino ausgegeben, schwindelte der Mutter vor, das Portemonnaie wurde gestohlen, die gab ihm mitleidig dreißig Mark aus ihrem, damit er sich einen schönen Nachmittag in Frankfurt, während sie arbeite machen könne, Kaffeehaus und Kino schlug sie vor.

Er ging in eine Buchhandlung, kaufte sich dort Tennesse Wililams “Mrs Stone und ihr römischer Frühling”, las es bei einer Cola im “plüschigen Cafe Schwille, das kaum mehr einer kennt” aus und wollte dann über das berüchtige Bahnhofsviertel ins Kino gehen. Eine Nutte sprach ihn an, verlangte dreißig Mark, der Jüngling hatte aber nur mehr fünfundzwanzig. So gab er das Geld dahin und hatte dann keines mehr für den Kinobesuch. Mußte der Mutter also vorschwindeln, er hätte den Film gesehen. Das Buch war aber gelesen. So war das Fabulieren für den Fantasiebegabten nicht sehr schwer, der inzwischen ein Mann geworden war, schon mit Vierzehn oder Zwölf, etwas das man sich heute nicht mehr vorstellen kann, seine Zigarretten rauchte, wie überhaupt alle, der Mutter Liebhaber, die Heimleiterin, der Verführer Kettenrauchen waren und der alt gewordene Schriftsteller sitzt in Italien über seinen Bildern, denkt an die tote Mutter und an seine Kindheit zuirück.

Hier endet das buch, mit der Rückfahrt aus dem kleinen Strandhotel  Beau Sejour in Alassio, das Paket öffnend, das ihm Missis Bennet mit dem Plakat gegeben hat, während draußen am Gang, die Polizisten, die afrikanischen Flüchtlinge verhaften. Seinen Paß, weil ja ein Weißer, nicht sehen wollen. Die biografieschen Notizen gehen aber weiter, führen auch nach 1984 die Werke an, erwähnen, daß Bodo Kirchhoff, sowohl in Frankfurt, als auch am Gardasee lebt und dort mit seiner Frau schon lange Schreibkurse gibt. Dem Buch ist auch ein kleiner Folder beigelegt, wo man die Bücher des Autors sehen und auch die Adresse finden kann, bei der man sich für diese Schreibkurse am Gardasee anmelden kann.

Das werde ich wohl nicht tun, vielleicht aber noch etwas anderes von Bodo Kirchhoff lesen. Vielleicht schickt es mir FVA in den nächsten Jahren zu oder ich nehme es von meinem reisengroßen SUB, denn  ich habe, wenn ich mich nicht irre, inzwischen auch noch andere Kirchhoff Romane gefunden.

Nobels Testament

Jetzt könnte eigentlich, wie ich es beim Schreiben ja immer gerne mache, ein wenig Rechercheliteratur, für mein “Work in Progress”, das heißt die “Unsichtbare Frau” kommen, geht es da doch in einem Seitenstrang, um den Nobelpreis für Literatur und seine Vergabe, kommen.

Aber Erstens geht es in Liza Marklunds “Nobels Testmament” um den Nobelpreis für Medizin, wie ich erst beim Lesen daraufgekommen bin, da ich das 2006 erschienene Buch, da ich den NB selbstverständlich für den für Literatur gehalten habe, schon immer haben wollte, Liza Marklund wahrscheinlich 2007 in Leipzig auch daraus am blauen Sofa lesen hörte und das Buch vor ein paar Jahren im Schrank gefunden und es auf meine heurige Liste gesetzt habe und da ist es dann während des Entstehens der “Unsichtbaren Frau” gestanden und gestanden und ich habe gar nicht daran gedacht, es für Recherchezwecke vorzuziehen.

Erst jetzt, da ich mit dem Korrigieren hoffentlich schon bald fertig bin und dem Alfred sogar schon am Sonntag, ein allerdings noch sehr fehlerhaftes Manuskript gesendet habe, bin ich darauf gekommen, daß ich das Buch, wie ich es auch sehr gerne mache, als Sommerlektüre, ein Krimi ist ja leicht und sommerlich, vorziehen könnte und jetzt habe ich es gelesen und bin ein bißchen verwirrt, denn es war zwar einerseits sehr spannend, andererseits auch eine ziemlich kunterbunt zusammengewürftelte Geschichte, wo fast alles und jedesThema verarbeitet wurde.

Von der 1962 gebobrenen schwedischen Autorin, habe ich, glaube ich “Primetime” gelesen, ein Buch, daß mir meine Freundin Elfi einmal zu einem meiner Geburtstagsfeste mitbrachte und “Mias Flucht”, wo es um einen angeblich oder wirklich authentischen Fall geht und “Prime time” hat mir, glaube ich, schon nicht so gefallen. Wahrscheinlich habe ich es auch sehr verwirrend gefunden.

Annika Bengtzon ist die Hauptfigur. Sie ist eine Journalistin im Abendblatt und weil es eine ganze Annika Bengtzon Reihe gibt, und “Nobels Testament” irgendwo in der Mitte angesiedelt ist und “Primetime” 2002, erschienen, wahrscheinlich auch, ist es nicht so leicht zu lesen, weil sehr viel von den vorigen Krimis offenbar vorausgesetzt wird und man sich nicht auskennt.

Es beginnt mit der Nobelpreisgala, da tanzt Annika Bengtzon mit einem Journalisten der Konkurrenz und dann wird sie angerempelt. Ein Schuß fällt und der Nobelpreisträger für Medizin, der gerade mit der Vorsitzenden der Kommission tanzte, wird ermordet.

Annika hat gar nicht so viel gesehen, nur die gelben Augen des “Kätzchens”, der Auftragskillerin, wird aber trotzdem von der Polizei verhört und bekommt, was ich ein wenig unlogisch finde, ein Redeverbot. Noch unlogischer ist allerdings, daß sie daraufhin für ein halbes Jahr beurlaubt wird und, daß das, was auf den ersten hundert Seiten passiert, eigentlich nicht sehr spannend ist.

Im zweiten Teil im Mai geht es dann weiter. Da ist Annika, die sich mit ihrem Mann Thomas einem Juristen, der im Ministerium für die Terrorismusbekämpfung zuständig ist, ständig streitet und auch Alpträume hat, weil er sie offenbar in einem der vorigen Teile betrogen hat, in ein Haus an den Stadtrand gezogen, das sie sich von dem Geld kaufte, daß sie offebar auch in einem vorigen Fall, als Finderlohn bekam. Dort hat sie einen “verrückten” Nachbarn, der ständig mit der Polizei droht, wenn sie ihr Auto vor dem Haus stehen läßt, aber mit seinem in ihren Garten fährt und in diesemauch einen Maibaum aufpflanzt. Ihre zwei Kinder werden im neuen Kindergarten gemobbt und ihr Mann ist auch nicht da, weil er für die Terrorismusbekämpfung neue Überwachungsgesetze ausheckt, die ihr ein Dorn im Auge sind.

Es wurde auch in ihrer Redaktion umstrukuriert, die Büros verkleindert, die Mitarbeiter ausgelagert und eigentlich denkt sie, sie bekommt den golden Handeshake angeboten, wird aber als freie Tagesreporterin im Mai wieder angestellt und da geht es dann mit dem Fall los, denn es werden hintereinander, die Mitarbeiter des Karolinska Instituts, dessen Direktorin, das ermordete Nobelpreismitglied war, ebenfalls ermordet.

Dazwischen geht es noch um sehr viel Kleinkram. Der Nachbar pudelt sich auf, als Thomas seinen Chef und seine Kollegen zu einem Abendessen einlädt. Er macht seine Frau lächerlich und ich wundere mich nur, wieso sie sich entschuldigt und nicht die Polizei holt, wenn er mit seinem Autor in ihren Garten fährt. Dann fällt Kalle, der Sohn im Kindergarten noch von der Schaukel. Ein Arschlochkind hat ihn huntergeschubbst und Anika geht wütend hin, und droht ihm an, es umzubringen, wenn es das noch einmal tut.

Da kann man diskutieren, ob das nicht vielleicht ein bißchen übertrieben ist. In einem Roman muß das alles sein. Ich weiß, da kann man nicht einfach sagen “Du pass auf, ich will nicht, daß du meinem Kind was tust!”

Es wirkt aber und es wird auch noch ein Kleinterrorist abgeschoben und Anika zerstreitet sich mit ihrem Thomas endgültig, bevor die Molotows Cocktails in ihr Haus fliegen. Sie die Mordfälle aufgeklärt hat und mit den Kindern flüchten kann und begreift, daß er nicht widerkommen wird und was den Alfred Nobel und sein Testament betrifft. Richtig darum geht es natürlich auch. Da werden E-Mails geschrieben, die über sein Leben und seine Beziehungen zu Frauen, wie beispielsweise der Berta Kinsky, nicht der Baronin von Suttner, Auskunft geben und auch, um eine schöne Vatermörderin aus vorigen Jahrhunderten, über die Alfred Nobel offenbar wirklich ein Theaterstück geschrieben hat.

Spannend und geheimnisvoll der Schwedenkrimi, obwohl ich micht die ganze Zeit fragte, wieviel, die vielen Themen, die da hineingepackt wurden und da habe ich jetzt noch gar nichts über die Stammzellenforschung an der im Karolinska Institut geforscht wurde und um die Intrigen und die Machtspielchen, die es dort gibt, geschrieben, miteinander zu tun haben?

Wahrscheinlich ist das Buch trotzdem unterhaltsam und angenehm zu lesen und die schwedische Krimiautorin versteht ihr Geschäft, obwohl sie, wie ich gelesen habe, ihre Anika Bengzton Reihe inzwischen beendet hat.

Wohnzimmertag

“Das fröhliche Wohnzimmer” der kleine Verlag von Ilse und Fritz, der glaube ich, jetzt schon so an die dreißig Jahre oder länger oder kürzer besteht, präsentiert seine Bücher in den verschiedensten Veranstaltungen.

Früher hat es die xxx-small im Amerlinghaus zur Adventzeit gegeben, die “Wohnzimmertage” gibt es auch, die aber, glaube ich, meistens am Freitag stattfinden, wo ich mich ja öfter am Land befinde, es gibt die Veranstaltungen im Glückschweinmuseum und und und…..

Im “Read!!ingroom” hat sich das “Fröhliche Wohnzimmer” präsentiert und einmal beziehungsweise Autoren von dort in St. Pölten im Sonnenpark.

Früher hat es kleine feine experimentelle Einzelpublikationen gegeben, da hat der Rudi, glaube ich, mit der Hand seinen ersten “Willi” geschrieben, jetzt gibt es, glaube ich, vorwiegend Anthologien, wo das “Wohnzimmer” befreundete Autoren (also mich nicht, denn ich bin ja nicht experimentell, wohl aber die Ruth manchmal einlädt), so daß ich da schon eine kleine Anthologiensammlung habe und die “Wohnzimmertage” dienen, wenn ich es richtig verstanden habe, dazu, die Anthologien zu präsentieren.

Zumindest standen zwei davcon am Programm, die auch am Büchertisch auflagen und gekauft werden konnten.

Wolfgang Helmhart, Ilse Kilic, Nikolaus Scheibner und Birgit Schwaner haben gelesen. Fritz Widhalm hat moderiert und die Amerlinghausgalerie war sehr voll mit den Fans der Wiener experimentellen Szene.

Ruth Aspöck war da, die Filmemacherin Linda Christanell, Hermann Hendrich und der Rudi, der in bewährter Manier wieder durch den Raum gerufen hat, Jopa Joakin, Michaela Hinterleitner, Patricia Brooks, Waltraud Haas und und und…..

Gelesen haben die Autren, sowohl aus den erwähnten Anthologien “DieKunst sich in 26 Richtungen gleicheitig zu sträuben” und “Edle Dichtung”, aber auch aus anderen Werken.

Wolfgang Helmhart hat, glaube ich, gleich mit einer anderen Anthologie begonnen, die “Doch aber” hieß und Ilse Kilic brachte zuerst zwei Gedichte, eines hieß “Mein Bluthochdruck” und beschäftigte sich höchst akktuell mit dem Älterwerden.

Dann kam der Text aus der “Edlen Dichtung”, der sich  “Kleine tausend Fragezeichen” betitelt und ähnlich wie Anna Herzig gestern in der “Alten Schmiede” viele Fragen stellte.

“Gibt es ein Recht auf Unwissen?” lautet eine solche oder “Warum mögen mich manche Menschen nicht und warum kann ich andere nicht leiden?” und so weiter und so fort, um dann in zwei weitere Gedichte, nämlich der “Mut” und noch ein anderes zu münden.

Nikolaus Scheibner hob die beiden erwähnten Anthologien hoch und beschäftigte sich, eigentlich sehr logisch in der “Edlen Dichtung” mit dem Schreiben. Dann brachte seinen Text aus der anderen und dann noch Gedichte aus eigenen Bänden, beispielweise eines, das sich mit dem  Badezimmer oder Badewanne beschäftigte und Birgit Schwaner, die ich ja ursprünglich vom Lesetheater beziehungsweise der Poet Night kenne, brachte auch ihre Texte aus den drei schon erwähnten Wohnzimmeranthologien und las am Schluß noch aus ihrem letzten bei “Klever” erschienenen Buch “Jackls Mondfahrt”, wo es, um den Sohn, der Frau geht, die in Salzburg einmal als Hexe verbrannt wurde.

Das war der Wohnzimmerjtag I in der brütendenen Sommerhitze oder einer sehr warmen und sehr lauten Amerlinghausgalerie. Ende August wird dann, wie Fritz Widhalm verlautete, der zweite Teil folgen, aber da werde ich höchstwahrscheinlich in Harland oder bei den O Tönen sein.

Zweimal Veränderung in der Alten Schmiede

Nach dem gestrigen Gedenken an H. R. Ungar waren heute im Schmiedesaal die Buffettische wieder weggeräumt und Markus Köhle hat am Lesepult Pltz genommen und zwei Autorinnen mit ihren neuen Büchern vorgestellt.

“Bischkek, Istanbul, Brunnenmarkt Wien und fremde Beziehungswelten”, steht im Programm geschrieben, vorgestellt hat er Daniela Emmingers neues Buch “Kafka mit Flügel”, als Liebesroman, Reiseroman, Horror, Thriller, Science Fiction und ich habe sicher noch einiges vergessen bei der euphorischen Beschreibung, war auf das Buch aber sehr gespannt, denn es ist ja meine drittes Emminger-Buch aus dem ich hörte, habe ich doch sowohl “Gemischter Satz”, weil es auf der östListe stand gelesen,“Die Vergebung muß noch warten”, entweder im “Wortschatz” gefunden, wenn ich es mir nicht doch beim Adventflohmarkt in der Grünangergasse gekauft habe und das frühe Ritter-Buch, “Leben für Anfänger” auch ein Bücherschrankfund, liegt in meinem Badezimmer und steht auf meiner heurigen Leseliste, aber ob ich das Lesen schaffen werde?

Das hochgelobte neue Buch ist jedenfalls sehr dick und handelt, wie Markus Köhle weiter erklärte, von Veränderungen und Verwandlungen.

Gibt es da ja eine Tierärtzin, die große Verluste erleidet, so daß sie sich, um sich nicht umzubringen, auf die Suche nach einem kirgisischen Freund, einem Schmetterlingsforscher begibt, sie reist nach Kirgistan und da passierten seltsame Dinge, werden da doch die Seelen der Schmetterlinge transformiert und verwandelt und das wäre meine Assoziation zu Kafka, der ja eigentlich sonst nicht vorkommt.

Daniela Emminger hat drei Szenen vom Anfang der Mitte und den  Schluß gelesen, wie das Buch ausgeht, aber natürlich nicht verraten, sondern in der Diskussion erzählt, daß sie über Verluste schreiben wollte, sich dazu nach Kirigistan, dem ihr fremden Land begeben hat und da ist dann die Geschichte entstanden, an der sie drei Jahre gearbeitet hat.

Die mir bisher unbekannte Anna  Herzig, die in der Nähe des Brunnenmarkts lebt und 1987 geboren wurde, hat, glaube ich auch drei Jahre an ihrem “Sommernachtsreigen” gearbeitet und das ist eine Dreieckesgeschichte, eine Frau, ihr Mann und ihr Liebhaber und die Frau, die Erzählerin namens Johanna, träumt von Istanbul, während die Geschichte ihren Ausgangspunkt an der Bus- oder Straßenbahnhaltestelle beim Brunnenmarkt hat.

Anna Herzig hat sich auch durch das Buch, das eine Liebeserklärung an Wien ist, gelesen und anfangs viele Fragen gestellt, beziehungsweise vorgelesen.

“Wie heißt du?, wo kommst du her und kannst du diesen Kredit zurückzahlen,etcetera” und einer der Helden kauft sich auch viele Kartenspiele und vieles andere passiert auch in dem Buch, in dem sich die Personen verändert und, wie bei Schnitzler sich offenbar auch in einem Öiebesreigen ergehen.

Und so habe ich diese Woche außer zwei junge Männer auch zwei Autorinnen persönlich kennengelernt, wobei ich von der 1975 geborenen Daniela Emminger schon zwei Bücher gelesen habe.

Vom Doml zur Ungar-Gedenklesung

Wieder einmal Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropaische Literatur zum Utopie-Workshop und zum letzten Mal in diesem Semester, die letzten zwei Male hat ja Stephan Teichgräber dessen einzige Zuhörerin ich inzwischen bin, abgesagt und diesmal haben wir uns endlich einmal ein bißchen mit Jewgenij Samjatins “Wir” beschäftigt, was ein sehr interessanter Text ist, kein Roman, sondern die Tagebuchnotizen eines Mathematikers, der sich mit dem “Integral” beschäftigt und das dritte in der Ausschreibung angebebene Buch “Die Stadt der Katzen” haben wir vollends ausgelassen, weil ich über das Buch im Internet nicht viel gefunden haben, vom Samjatin habe ich mir etwa hundert Seiten ausgedruckt und nicht gelsen, das gebe ich zu, daß ich da derzeit mit meiner Leseliste beschäftigt bin und wenn ich nicht sehr aufpasse, mir wahrscheinlich heuer das dopppelte Buchpreislesen abschminken werde könne und ich kann, glaube ich, nicht sehr aufpassen, habe ich mir ja gerade vorhin zwei Rezensionsexemplare bestellt und heute auch zwei andere bekommen habe.

Ich habe mich aber zumindest theoretisch mit der utopischen Literatur beschäftigt, bin da daraufgekommen, daß Margaret Atwoods “Report der Magd” ein solcher ist und Karin Peschkeas “Atolyse Wien” die Geschichten vom Untergang Wiens, ist zwar nicht utopisch, aber zumindest eine Utopie und Stephan Teichgräber hat sich für das Buch, das ich heute in den Workshop mitgenommen habe, auch sehr interessiert.

Ansonsten haben wir uns über Hüseyn Simek, der ja auch auf Zaza schreibt, eine Sprache, die Stephan Teichgräber lernen wollte, unterhalten und noch über den einen oder anderen literarischen Gegenstand und am Abend bin ich in die “Alte Schmiede” zu einer Veranstaltung gegeangen, die ich eigentlich schon woanders gehört habe, nämlich zur Präsentation der bei “Mandelbaum” erschienene Gedichtesammlung “Die Freiheit des Vogels im Käfig zu singen”, des am 12. 2. verstorbenen Heinz R. Ungars, die ja im Rahmen der Krit Lit im Weinhaus Sittl vorgestellt wurde.

Das Todesdatum des 1938 geborenen höchst politischen Dichters ist eigentlich ein sehr schönes und würde Hein R. Ungar wahrscheinlich nicht auf Thomas Bernhard sondern auf die Februarkämpfe beziehen und während im Weinhaus Sittl das Sturmgewitter sang und Ottwlad John performierte, hat Kurt Neumann diesmal Weggefährten und auch junge Dichter die einen Bezug zu Hein R Ungar haben, eingeladen zwei bis drei Gedichte aus der Sammlung vorzugtaagen und so sind Peter Rosei, Marie Therese Kerschbaumer, Gerhard Jaschke, Gerhard Ruiss, Ilse Kilic, Christine Huber, Wilhelm Pevny, Konstatnin Kaiser, Michael Hammerschid bis hin zur Cornelia Travnicek aufgetreten und haben an den berühmten Dichter erinnert, der vorher selbst das Wort hatte, nämlich einen Auschnitt aus seiner 2006 gehaltenen Schmiede-Lesung auf der Videowall gab, da ist ein schönes Bonmot haften geblieben, das dann von Peter Rosei wiederholt wurde.

“Es ist uns noch nie so gut gegangen, wie jetzt”, sagten die Gänse kurz vor Martini”.

Wie wahr und wenn wir nicht aufpassen ist es jetzt vielleicht schon wieder fünf vor zwölf und da macht es wenig Sinn sich darüber zu streiten, ob man einen Zweigelt trinken darf,  weil der Herr Zweigelt, der diese Rebensorte entdeckte, offenbar ein bekennender Nazi war.

Georg Herrnstadt hat noch drei Lieder gesungen und im Anschluß gab es ein vom “Mandelbaum” gestiftetes Buffet mit besagter Rotweinsorte, Krautrouladen, Ravioli, Brötchen, Kuchen und und…..

Sehr fein also und auch viele Gespräche mit bekannten Gesichtern, Dine Petrik war da, Ottwald <john, Werner Grüner und sogar Silyia Bartl, die früher lang lang ists her, das Programm im Literaturhaus machte und mich von dort hinausgeschmissen hat und es war sehr berührend an den toten Schöpfer der Proletenpassion und vielen anderen sehr politischen Liedern zu denken und an ihm im Gedenken mit oder ohne Zweigelt anzustopßen.

Zwei junge Männer

Heute ist es sich wieder gerade für die Abschlußveranstaltung, hetz, hetz, in die “Gesellschaft für Literatur ausgegangen”. Der Sommer naht und da werden ja in Wien die Gehsteige aufgerollt, die Theater schließen, die Sommerfestivals machen auf, man geht auf Sommerfrische oder fliegt in den Urlaub und in der “Gesellschaft für Literatur” tagte offenbar ein Seminar für Bibliotheksmitarbeiterinnen oder hielt hier ihre Abschlußveranstaltung ab.

Das stand so im Programm, denn die Einleitung einer Frau Ulla Krauss-Nussbaumer habe ich versäumt, dafür bin ich höchstwahrscheinlich neben ihr in der ersten Reihe gesessen, denn alles andere war schon besetzt und im zweiten Raum saßen auch ein paar Menschen, aber den mag ich ja nicht sehr. Also hat Zuspätkommen doch seinen Vorteil, liebe Frau Elisabeth, obwohl es wieder nicht anders ging, denn die Lesung der zwei jungen Männer, die heute in der “Gesellschaft” auftraten, hat mich sehr interessiert und das ist auch, für alle, die es noch nicht wissen sollten, der Grund, warum ich so regelmäßig und so oft zu literarischen Veranstaltungen gehe.

“Reduktion auf das Wesentliche”, hat es Manfred Müller genannt und das habe ich gehört, bin ich doch gerade in die Einleitung von Lukas Meschiks “Die Räume des Valentin Kemp” geplatzt und gerade der  1988 in Wien geborene Autor hat, war der Grund warum ich mich für den Gesellschaftsbesuch entschloßen habe, habe ich doch seine 2010 erschienenene “Anleitung zum Fest”, erstanden, glaube ich, aus einem “Morawa-Abverkauf” gelesen, denn ich lese ja sehr viel, auch wenn das momentan bei mir sehr sehr langsam vor sich geht und als der junge Mann  das Lesepult betreten hat, war ich erstaunt, wie jung der Dreißigjährige, der auch Musiker ist, aussah und richtig “Unter Dreißig”, hätte man diese Veranstaltung auch nennen können.

Manfred Müller hat vorher viel über das bei “Limbus” erschienene Buch erzählt, da wacht eines Tages ein junger Mann auf und befindet sich in einem Raum oder eigentlich in fünf Räume, denn er wird nach und nach in diese verlegt. Zuerst ist er aber nur in einem, ein Tisch, ein Bett ein Kasten, in dem immer wieder die Lebensmittel, die er braucht, hineingelegt werden, ein Klo, eine Duschkabine und auf dem Tisch Papier und ein gut gefülltes Federpenal, die zum Aufschreiben einladen, also ist es auch eine Schreibpoetik, wie Manfred Müller erklärte und das plötzliche Gefangensein läßt wahrscheinlich an die “Wand” denken” und den Kafka-Experten natürlich an den Franticek.

Manfred Müller hat ein bestimmtes Werk erwähnt, das die Nicht-Kafka-Expertin gar nicht kennt. Ich habe, ich gestehe es, auch wenn ich mich damit als unliterarisch qualifiziere an die “Verwandlung” gedacht und an die “Wand” natürlich auch und Lukas Meschik hat das Ganze sehr sehr genau beschrieben und hinzugefügt, daß der gute Valentin Kemp nach und nach in andere Räume verlegt wird und Menschen kommen auch vor, aber mehr hat er nicht verraten, denn man soll sich das Buch ja kaufen, aber ich habe gestern Martin Horvaths “Moor im Hemd oder wie ich auszog die Welt zu retten” gefunden und die letzte Woche an der neuen Autobiografie von Bodo Kirchhoff gelesen.

Also keine Zeit, keine Zeit, obwohl mich das Buch schon interessieren würde und dann kam der noch jüngere, nämlich 1992 geborene Lehrer Mario Wurmitzer und der hat eine Fluchtgeschichte in eine Märchenwelt verpackt.

Da sitzt eine schwangere Frau am Spinnrand, um für den König Gold zu spinnen, der von seinen Untertanen immer mehr und mehr verlagt, so daß ein Ich und ein Du, ein junger Mann und eine unge Frau, erklärte Manfred Müller zu den Partisanen flüchten wollte und das bei “Luftschacht” erschienene Buch heißt “Im Inneren desKlaviers”, denn dorthin ziehen sich die Beiden offebnar zurück und es ist kein Debut, hat doch Mario Wurmitzer schon einen Jugendroman geschrieben und Theaterstücke schreibt er auch.

Interessant, interessant, die Abschlußveranstaltung. Manfred Müller wünschte noch einen schönen (Lese)sommer und morgen und übermorgen wird es für mich noch in die “Alte Schmiede” gehen.

Afrikanischer Prinz aus Cuba

Das Lesetheater hat ja eine jährliche Sommerlesereihe im Garten des Weinhaus Sittl, die heute mit einer von Ruth organisierten Lesung eröffnet wurde. Ist sie ja eine Cuba Expertin, weil lange dort gelebt, studiert und gearbeitet und sie hat in ihrer Reihe die “Donau hinunter”, die es seit 2007 nicht mehr gibt, als eines ihrer Bücher einen Gedicht- und Prosaband von Nicolas Guillen, den, wie sie im Programm schrieb “Großen Poeten der Negritude der zwanziger und dreißiger Jahre”, den füge ich hinzu, hierzulande keiner kennt.

Ich habe zwar das kleine rote Bändchen, 2002 erschienen, von ihr und Renata Zuniga übersetzt des von 1902 bis 1989 lebenden Dichters einmal von ihr bekommen und als wir zur Verlagsaufgabe 2007 die Donau hinunterradelten, gab es zwar eine Guillen Lesung, Ottwald John hätte da, glaube ich, lesen sollen, Robert Eglhofer hat es dann für ihn getan, weil alles andere zu umständlich, aber wir sind ja nur bis Regensburg mitgeradelt, also habe ich diese Gelegenheit versäumt und heute wäre ich auch fast in die “Alte Schmiede” gegangen, weil da ein anderer ihrer Autoren nämlich Hermann J. Hendrich bei den “Textvorstellungen” las, als ich mich aber vorigen Sonntag mit ihr traf, um noch einmal ein Kunstwerk des öffentlichen Raums zu beschreiben, hat sie mich darauf aufmersam gemacht und mir versprochen, daß sie mir einen Platz reservieren würde, also dann.

Also hingegangen, Erika Brunngraber war schon da, Ilse Kilic, alles Leute die auf der großen Donauradreise mitgefahren sind, waren schon da und gelesen haben Werner Grüner, Ottwald John, und noch eine Dame, Fritz Widhalm hat die Musik geregelt, wo original kubanische Klänge zu hören waren, Werner Grüner hat eine original kubanische Fahne aufgehängt und Ruth Aspöck hat eingeleitet und ein bißchen was zum Leben des Dichters gesagt, der aus einer reichen aus Afrika kommenden Familie stammte, ins Exil  gehen mußte, 1959 nach Kuba zurückkam und dort sehr populär wurde. Viele seiner Gedichte wurden vertont und zu “legendären Volksliedern” fügte sie noch hinzu und sie sind auch sehr politisch.

Es begann aber ganz einfach mit einem “Flötensolo”

“Die Flöte seufzte ihre Trauigikeit, die Flöte sagte: Kein Kummer ist so groß wie mein Kummer”.

Dann ging es weiter mit der Sonne nach Regen, dazu spannte Ottwald John, der später noch Rosen in das Publikum schmiß, einen Regenschwirm auf und bei Werner Grüner wurde es dann sehr politisch und auch sehr lang mit einem Gesang auf “West indies”:

“West Indies! Kokosnüsse, Tabak und Branntwein.

Hier lebt ein dunkles heiteres Volk,

konservativ und liberal.

Arbeite ich nicht, töten sie mich

und sie töten mich, arbeite ich,

so oder so töten sie mich,

so oder so töten sie mich”

Mit einem “Sklavenschiff” ging es dann weiter:

“Ich kam mit einem Sklavenschiff

Man brachte mich her

Zuckerrohr und Peitsche die Fabrik

Brennende Sonne,

Brauner Schweiß

Füße im Eisenblock”

Sehr politisch und anklagend, wie man sieht, als es aber in die “Fremden Länder”, vielleicht Exilstationen, wie in den “Winter von Paris” ging, wurde es auch nicht besser:

“Im Winter von Paris

gehts denen schlecht

den sans-abris

gehts denen schlecht

den sans-logis

gehts denen schlecht

den sans-nourri

gehts denen schlecht

im Winter von Paris”

Dazwischen immer wieder, wie schon beschrieben, Musikeinlagen und so hat man einen kleinen Einblick in die Welt eines kubanischen Dichters bekommen. Ein Grund vielleicht die kommentierten Neudrucke, der “Edition die Donau hinunter” zu lesen. Aber die gibt es ja schon elf Jahre nicht mehr und das Buch wird wahrscheinlich vergriffen sein, obwohl die Ruth noch ein paar Exemplare zu haben scheint, zumindestens lagen einige davon am Lesetisch auf und ich müßte es, das ich erstaunlich schnell in meinen Regalen gefunden habe, so daß ich gut zitieren konnte, auch noch lesen.

Was wahrscheinlich auch zu empfehlen ist, da die Akustik, wie ich hörte in dem gar nicht so gut besuchten Gasthausgarten gar nicht so gut war, die Musik eher leise zu hören war und außerdem sehr laut und eindringlich, die Lesenden immer wieder von Vogelgezwitscher übertönt wurden.