Morgen mehr

Jetzt kommt ein Buch von meiner Leseliste und zwar eines das ich mir im November von Annas Geburtstagsgutschein kaufte.

Wenn man so will ein ganz besonderes Buch, von dem ich schon geschrieben und berichtet habe, denn ich habe ja ein Faible für Buchexperimente und das ist das bei “Hanser” erschienene Buch, des Bachmannpreisträgers von 2008, von dem ich schon “Den Kaiser von China” gelesen habe, gewesen.

Eigentlich hätte ich ja gewarnt sein könnte, da mir der Roman ja zu lustig und vielleicht auch ein bißen zu unsinnig gewesen war und der 1975 geborene Tillmann Rammstedt steht ja offenbar für solche Experimente, als ich zu Anfang des letzten Jahres von diesen “Crowdfunding Projekt” hörte und es auch ein bißchen, so weit das möglich war verfolgte.

Denn da hat ja Tillmann Rammstedt häppchenweise jeden Tag ein Kapitel und “Morgen mehr” geschrieben und man konnte sich das, wenn man, glaube ich, sieben Euro dafür zahlte, dieses schicken lassen, man konnte auch mehr zahlen, dann hat man auch das Buch dazu bekommen, daß dann im Mai darauf erschienen ist.

Und im Internet hat man jeden Tag ein Bild von Tillmann Rammstdet und ich glaube auch die Kapitelüberschrift gesehen und konnte Kommentare abgeben, an die sich der Autor, glaube ich, auch gehalten hat.

Ein Probekapitel hat es  auch umsonst geben, viel mehr habe ich nicht mitbekommen, war aber von der Idee angetan und auch neugierig und jetzt, da ich mit den Frühjahrsrezensionsexemplaren vorläufig fertig bin, mir dieses Buch von meiner Leseliste genommen.

Von dem Crowdfundingprojekt ist am Kappentext nicht mehr viel zu finden. Da steht nur, daß da einer ist, der noch nicht geboren ist und nun nach seinen künftigen Eltern sucht.

An sich eine fantastische Idee und ich kann mir, da ich mit dem Lesen jetzt fertig bin, auch vorstellen, wie es Tillmann Rammstedt beim Schreiben gegangen ist.

Da hatte er also diese Idee und hat jeden Tag ein Kapitel geschrieben und es ist, würde ich mal unken, ein Nonsensesroman daraus geworden oder eine Räubergeschichte ganz im Tilmann Rammstedtschen Stil.

Die Mutter ist also in Frankreich und gerade dabei sich von einem anderen schwängern  zu lassen, der künftige Vater soll gerade in den Main versenkt werden und dann passieren bis zum Happyend  und zur Geburt des Helden, die unglaublichsten Sachen und ich habe beim Lesen öfter den Kopf geschüttelt.

Habe mich gewundert, daß so  ein Roman entstehen kann, der dann bei einem Publikumsverlag erscheint und auch noch gute Kritiken hat. Kann mir auch Tillmann Rammstedts Vegtgnügen, das er beim Schreiben hatte, vorstellen und sogar, das vielleicht auch beim nächsten “Nanowirimo” zu versuchen.

Mir eine Idee auszudenken und dann jeden Tag einfach tausendsechshundert Worte ohne Plan mit open end vor mich hinzuschreiben.

Ich füchte nur, das wird mir nicht gelingen, da ich dazu wohl zu wenig Humor habe und zu ernsthaft bin und die Schreibstulen raten da wohl auch, sich ein Konzept, einen Anfang, eine Mitte, einen Schluß zu machen.

Ich würde also wahrscheinlich wieder im gutgemeinten Mittelmaß mit meinen depressiven Frauen steckenbleiben, während Tilmann Rammstedt, die Mutter mit einer Liste, der verschwundenen Schwester durch Frankreich schickte. Sie soll dort die Zeit anhalten, während der Vater, der von seiner Freundin Claudia verlassen wurde, von einem Möchtegerngangster namens Dimitri oder Uwe im Main versenkt werden sollte.

Das gelang aber nicht, drei Herren im Pelz tauchten auf, um das zu verhindern und auch noch ein Junge mit einem Sack Geld.

Die rasen alle nach Paris, die Mutter fährt von Marseille, wo sie sich anfangs beindet, auch dorthin und es kommt, das kann ich gleich verraten, zu einem Happyend.

Der Junge wird geboren oder war vielleicht schon da. Das letzte Kapitel ist auch noch in Orange gedruckt und ich bleibe zurück und schüttle den Kopf.

So kann man auch einen Roman schreiben, natürlich ja und wenn ich da noch an das Blogbuster-Projekt und die überstrengen Kritiker dort denke, frage ich mich vielleicht, was war das Neue und das Berührende daran und komme nicht umhin zu denken, neu ist die Form des Entstehens natürlich ja.

Berührend? Mich hat die banale Nonesensgeschichte eher negativ berührt und dann war aber wieder das “Wow!”, da und das “So geht es auch!” und die Neugier das vielleicht wirklich im November zu versuchen und zu schauen, wo ich damit bleibe oder wie weit ich damit komme?

Knallmasse

Nun kommt noch ein Buch aus dem kleinen feinen besonderen “Hommunculus-Verlag” und eines, das nach Art und Ausstattung eher zu Philiph Krömers “Ymir”, als zu den “Bloggerleseerfahrungen” passt.

Nämlich die, wie am Buchrücken  steht, vom Autor vollständig überarbeitete Neuausgabe, des schon 1993 erschienenen kosmischen Märchen “Knallmasse”, des 1953 in Erfurt geborenen Ulrich Holbein, den ich im ersten Augenblick mit Wolfgang Hohlbein verwechselt habe.

Aber da scheint es keinen Zusammenhang zu geben, obwohl, die Art des Schreibens vielleicht gar nicht so verschieden ist.

Oder doch natürlich,  selbverständlich, denn der “Weltliebhaber” und “Ökodandy”, wie in der Biografie  zu lesen ist, scheint den Fotos nach, die von ihm imNetzt zu finden  sind, ein schräger Vogel oder sehr alternativer Typ zu sein.

Von der Geschichte weiß ich das, die ich ja keine besonders Science Fiction Liebhaberin und Kennerin bin und mich bei den verschiedenen Unterformen dieses Genres auch nicht auskenne, nicht so genau.

Denn auf den ersten Blick könnte man Buch fast für ein Jugend- oder Kinderbuch halten und sagen, daß, die darin geschilderten Inhalte, auch wenn sie etwas kompliziert geschrieben und verwirrend aufgebaut wurden, gar nicht so ungewöhnlich sind.

Wenn aber Jörg Drews auf den Buchrücken “Toll technizistisch geht es zu in dieser Mischung aus romantischen Märchen und verjuxter Sciecne und Fantasy-Fiction”, schreibt, kann und wird das nicht stimmen. Noch dazu, wenn ein so kleiner  spezieller “Indie-Verlag”, das Buch herausgebracht hat.

Trotzdem würde ich sagen, die Illustrationen, die auch von Ulrich Holbein stammen, sind das Besondere an dem Buch und sie sind genauso künstlerisch ungewöhnlich, wie die bei “Ymir”.

Der Inhalt, na ja, das habe ich vielleicht schon so ähnlich in einem anderen Jugendbuch gelesen, wenn ich mir auch vorstellen kann, daß Ulrich Holbein, dabei genauso lang und kompliziert herumgetüffelt hat, wie Arno Schmidt bei seinen Werken.

Es beginnt aber wie in einen Science-Fiction-Film. Knallmasse ist ein Roboter und ein Zentralschulpflichtiger im Staate Dezibel, wo alles laut und hart ist und dröhnt und dasLand von der Frau Dr. Dr. Dr. Dr Druckmüller regiert wird, die nie jemals gesehen wurde, aber stündlich “Guten Morgen!”, wünscht und ihrem Volk, ähnlich wie bei “1984”, die Grundregeln erklärt.

Mit dem Omnibus muß der Zentrallschulpflichtige in die Zentralschule, eingepfercht zwischen hundert anderen Robotern, die Namen, wie Quarzschemel, Breitsockel, Randfutter, etcetera haben und ständig “Ich liebe Blindenschrift!”, “Mein Lieblingsfach ist Biologie!” und ähnliches herunterleiern.

Dann geht es in den Unterricht von Frau Dr. Schallreiter, Frau Dr. Kackflasche, und Frau Dr. Druckbeuter, richtig, die Namen weisen wahrscheinlich auf kein Kinderbuch hin, die ihren Schülern, beziehungsweise das System des Staates Dezebel erklären.

In der ersten Stunde namens “Weltgeschichte” passiert das. Dann werden die Nachfahren der ausgestorbenen Menschheit die “Wulminetten”, die vom Weltall eigefangen wurden, als  Schauobjekte den Schülern vorgestellt. In der dritten Stunde geht es um Körperertüchtigung der harten Roboter und da passiert Knallmasse ein Mißgeschick. Er entwickelt plötzlich Gefühle für das Weiche, Runde, das in dem Staat verachtet wird und soll deshalb verschrottet werden.

Inzwischen entweichen auch noch die beiden “Wulminetten”, namens Wurlipello und Wammarilli, die auch noch ein nicht ausgebbrütetes Ei in sich trägt  und  entfliehen mit Knallmasse, der aber blind und auch von einem Kraftschlauch abhäng ist, in das “kunterbunte Weltall”.

Das macht den zweiten Teil des Buches aus, und während der erste noch einigermaßen klar und durchschaubar war, wird es nun vollend verwirrend, denn Knallmasse muß lernen, sich zu ernähren, wenn es keinen Kraftstecker gibt.

Er kann aber keine Bananaen behalten, weil sein Mund eine Sackgasse ist, er braucht auch ein Auge, so brechen sie, mit einem alten Zwillingspaar, das sie inzwischen gefunden haben, in eine Brillenfabrik auf.

Verschiedene Verzehrspiegeln erschweren das Unterfangen. Kanallmasse bekommt auch noch Besuch von seinem Freund Kotzbirne, er hat auch den Kopf von Frau Dr. Stuhlmenge, die auf der Jagd nach neuen Schauobjekten im Weltall war, als Geißel gefangen genommen.

Im Traum taucht auch noch die Frau Dr. Dr. Dr. Dr. Druckmüller auf und will die beiden zurückholen.Knallmasse aber widersteht und bleibt, muß noch einige Abenteuer erleben, bevor er auf die “Stundeninsel” gelangt, das ist die, wo es früher Uhren gab, und dort zu einem blühenden Denkmal werden darf.

Wie schon erwähnt, bin ich vielleicht nicht die richtige Interessentin für das Buch, habe es, da ich mir nicht sicher war, ob das jetzt etwas Trivales oder sehr kompliziert Konstruiertes ist, vielleicht auch zu ungeduldig und schnell gelesen.

Die Illustrationen haben mir aber gefallen  und ich finde es auch spannen durch den “Hommunculus-Verlag” oder eigentlich durch das “Debutpreislesen” einen interessanten Autor kennengelernt zu haben, der sonst vielleicht an mir vorbeigegangen wäre.

Eine unerwartete Aufforderung

“Bitte sehr, Signora, Signore!”, sagte Guiseppe, drehte, wie nur er es zu tun verstand, an seiner weißen Serviette und stellte die beiden Rotweingläser vor sie ab.

Vor sie und Moritz Lichternstern, der den Kellner freundlich anlächelte, sich bei ihm bedankte, dann sein Glas erhob und ihr zuprostete.

“Auf uns, laß es dir schmecken, Mathilde!”, sagte er und lächelte sie so an, wie er es vor über dreißig Jahren in Berlin getan hatte. Vor dreißig Jahren und neun Monaten, um genau zu sein, in den Räumen des Starverlags, wo er nach Abschluß seines Literaturstudiums gerade eingetreten war und sie auch erst seit ein paar Monaten, als Sekretärin tätig gewesen war.

“Wohl bekomms!”

So waren sie einander damals auch in den kleinen Buschenschenken an der Spree gegenübergesessen, hatten sich angelächelt, einander zugeprostet, den Wein genossen und sie, die mit ihren fast dreißig Jahren ja kein wirklich junges Mädchen mehr gewesen war, hatte sich in ihn verliebt und war damals wahrscheinlich genauso rot geworden, wie es ihr jetzt passierte.

Der Unterschied war nur, daß sie damals wahrscheinlich weiß getragen hatte oder fröhliche Farben. Ein leichtes Kleid mit Blumenmuster, während sie heute schwarz gekleidet waren. Sie in einem Kostüm, er im korrekten schwarzen Anzug, der trauernde Witwer und die traurige Schwester, obwohl beides  nicht stimmte und zumindestens was sie betraf, erstunken und erlogen war.

Sie trauerte nicht um Natalie, die vor zwei Wochen einem Krebsleiden erlegen war. Gar nicht und keine Spur. Nicht die Bohne und hatte allen Grund dazu. Die Schwester war ihr piepegal, auch wenn sie, wie sie auf dem Partzettel gelesen hatte, ihrem schweren Leiden tapfer erlegen war, kümerte sie das nicht und sie säße jetzt nicht hier in einem schwarzen Kostüm, das sie zuletzt beim Begräbnis ihrer Mutter getragen hatte, hätte Lilly sie nicht so gedrängt und regelrecht unter Druck gesetzt, doch zu dem Begräbnis zu gehen.

“Bitte Mama!”, hatte sie gesagt und ihre Stimme hatte versöhnend geklungen.

“Tu es mir mir zu liebe, ich weiß, daß du dich mit Tante Natalie nicht verstanden hast! Sie ist aber deine Zwillingsschwester und soll man nicht vergeben und verzeihen?”, hatte das Töchterlein geflötet und sie hatte nachgegeben, das Kostüm aus dem Kasten geholt und war mit zitternden Knien und sehr gegen ihren Willen auf den Zentralfriedhof gefahren. Denn sie wollte nicht vergeben und verzeihen. Würde das nie tun und hatte solcher Art der begnadenten Psychoanalytikerin keine Rose in den Sarg geworfen. Sie hatte ihr auch keinen Kranz bestellt, sondern war nur Lily wegen, die nach Töchterart vergeben und versöhnen wollte und noch keine Ahnung hatte, daß das vergebliche Mühe war und nie und niemals geschehen würde, auf den Friedhof gefahren.

Daß sie hier Moritz treffen würde, den sie dreißig Jahre nicht gesehen hatte, hatte sie da noch nicht gewußt, obwohl sie es sich denken hätte können oder eigentlich auch nicht, war er doch, wie sie einmal gehört hatte, von Natalie längst geschieden und er trug, wie sie sehen konnte, auch keinen Ring an seinem Finger seiner schönen Hand.

“Grüß dich, Mathilde!”, hatte er gesagt, sich über ihre Hand gebeugt und, wie ein Charmeur einen leichten Kuß darauf gedrückt. Dann war er nicht von ihrer Seite gewichen, nebenan waren sie in der ersten Reihe in der Aufbahrungshalle gesessen, denn die berühmte Psychoanalytikerin und begnadete Frau, wie sie sich ihre Schwester immer vorgestellt hatte, war offenbar doch nicht so beliebt gewesen, da sie und Moritz die einzigen Trauergäste waren.

Das stimmte wohl nicht so ganz und war erlogen, rief sie sich jetzt selbst zur Ordnung zurück. Das war natürlich nicht der Grund. In Berlin trauerten wahrscheinlich, die ehemaligen Patientien, aber Natalie hatte darauf bestanden, in Wien im Grab der Eltern bestatten zu werden und da sie schon dreißig Jahre in Berlin lebte und dort ihre Praxis hatte, waren ihre Freunde eben dort und der Weg von Berlin nach Wien war lang. Nur Moritz hatte ihn genommen, obwohl er von Natalie geschieden war und Lily, ihre Nichte lebte in  New York, war dort Kuratorin am österreichischen Kulturinstitut und konnte auch nicht kommen. Deshalb hatte sie sie überredet hinzugehen. Hatte regelrecht  darum gebettelt. Und sie hatte nachgegeben und war Moritz in der Aufbahrungshalle in die Arme glaufen. War während der Trauerworte des Pfarrers neben ihm gesessen, hatte mit ihm dem Sarg gefolgt und, als sie sich anschließend verabschieden wollte, war er auch an ihrer Seite geblieben, hatte sie angesehen und gefragt, ob sie nicht ihr Wiedersehen feiern wollten?

“Wir haben uns lange nicht gesehen, Mathilde!”, hatte er gesagt und dazu gefügt,”Ich habe dich nicht vergessen und oft an dich gedacht!” und dann von ihr wissen wollen, wie es ihr ginge.

“Geht es dir gut, Mathilde?”, hatte er gefragt. Sie hatte genickt und gelogen und dann noch einmal genickt, als er sie fragte, ob sie nicht ein Glas Wein trinken wollte und dann noch einmal gelogen und war mit ihm mit der Straßenbahn in die Pizzeria Venezia, ihrem Stammlokal, wo sie nun schon fast dreißig Jahren jeden Abend ihr Gläschen trank, gefahren, wo sie Guiseppe, der in Wahrheit Mehmet hieß und türkischer Kurde und kein Italiener war, anstarrte, denn in den Jahren, wo er hier bediente, war es noch nie vorgekommen, daß sie Begleitung in das Lokal gekommen war. Da war sie immer allein gewesen und er hatte sie wohl für eine einsame alte Frau gehalten. Ließ sich seine Verwundertung aber nicht ansehen, sondern hatte sie sofort angelächelt und “Ist das Ihr Gatte, Signora?”, gefragt.

Er hatte das wohl selbst nicht geglaubt, dennn dann hätte er ihn wohl kennen müßen und sie hatte auch energisch den Kopf geschüttelt “Der Gatte meiner Schwester!”, geantwortet und auf ihr schwarzes Kostüm und seinen dunklen Anzug gezeigt.

“Beim Begräbnis haben wir uns getroffen!”, hatte sie noch hinzugefügt und Guiseppe hatte einsichtsvoll  genickt. War dann verschwunden, um zehn Minuten später mit den beiden Achterln Valpolilcella wiederzukehren, mit denen sie nun ansteißen und Moritz schaute sie lang und tief und eigentlich unverschämt an, wie sie dachte. Aber ehe sie ihm das sagen konnte, hatte er sein Glas zurückgestellt, in seine Anzugstasche gegriffen und von dort ein Foto herausgeholt, das er ihr unter die Nase hielt und auf dem sie verblüfft, einen orangen Kleinbus erkannte, der auf einer staubigen Straße entlangfuhr.

“Das ist mein Freund und little helper, mit ihm bin ich von Berlin hergefahren, Mathilde, um Natalie die letzte Ehre zu erweisen, wie das so schön heißt. Aber um ehrlich zu sein, auch dich zu treffen! Denn du weißt ja sicher, daß meine kurze Ehe ein Irrtum war und ich längst bereute, dich damals verlassen zu haben! Aber du weißt vielleicht auch, Fehler kann man wiedergutmachen, soll es auch, wenn man schon über siebzig ist und von seinem Verlag, für den man  noch ein paar jahre tätig sein wollte, in Pension geschickt wurde. Ein paar Jahre habe ich noch Zeit,  ihn zu verändern! Deshalb habe ich mich gefreut, dich heute zu treffen! Wenn ich ich ehrlich bin, habe ich darauf gewartet! Bin eigentlich mehr wegen dir, als wegen Natalie nach Wien gefahren und jetzt sind meine Wünsche in Erfüllung gegangen, ich sehe dich seit dreißig Jahren wieder”, sagte er und wollte wohl noch etwas dazusetzen, wurde aber von Guiseppe unterbrochen, der mit den Speisekarten auf sie zugekommen war, sie vor sie hinlegte und sich erkundigte ob sie etwas essen wollten?

“Später vielleicht!”, antwortete Moritz, schlug die Karte auf und steckte das Foto in seine Jackentasche zurück. Dann hob er noch einmal sein Glas und sah sie an.

“Nach meiner Pension habe ich mir vorgenommen eine Weltreise zu machen! Mit dem Bus wollte ich durch Europa zu fahren. Aber wie soll ich das allein, als einsamer Mann? Das wäre wohl nicht ganz das Richtige!”, sagte er, brach ab, griff er noch einmal in die Tasche, holte das Foto erneut heraus und legte es vor sie auf die Speisekarte, die sie gerade aufgeschlagen hatte, um sich einen Insalata Mista zu bestellten, schaute sie tief an und sagte, sie glaubte nicht richtig zu hören und ihn falsch zu verstehen “Lass uns abhauen! Einfach wegfahren und das Leben genießen, Mathilde!”

Seine Augen glänzten dabei, als er ihre Hand berührte. Sie wurde aber, wie sie befürchtete, rot, machte eine abwehrende Bewegung und schüttelte auch, wie sie sich später zu erinnern glaubte, den Kopf.

Zwei Monate Schreibvorbereitung und Blogbuster-Preis

Wie geht es weiter mit meinem Schreibcampprojekt? Zur Erinnerung, da stelte ich mir ja schon seit ein paar Wochen die Frage, was mache ich, wenn ich mit meiner “Bibliotheksgespenstgeschichte” fertig bin?

Da gibt es ja die Idee über eine Frau zu schreiben, die jeden Abend in einer Pizzeria ein Gläschen Wein trinkt, ich habe da auch ein bißchen was aufgeschrieben, einen Moritz Langenegger oder Lichtenstern dazu erfunden. Dann gedacht, ich könnte über zwei ungleiche Zwillingsschwestern schreiben, eine Idee die ich vor Jahren schon einmal hatte, aber wirklich befriedigt hat mich das nicht, denn ich habe ja schon so oft über depressive Frauen geschrieben, “dröflzig” würde es mein Kritiker Uli nennen und das wäre dann auch nichts Neues.

Also die Idee mit Geschichten anzufangen, mit Studien und Recherchen, denn die Idee ein paar Tage lang durch die Stadt herumzulaufen, sowohl ein wenig Sightseeing zu betreiben, einukaufen, aber auch Ideen und Notizen zusammeln habe ich schon lange.

Vorige Woche bin ich mit dem “Frühstück” fertiggeworden und dann gab es einige literarische Veranstaltungen und nicht wirklich Zeit mit meinen Ideen zu beginnen. Auch zum Fensterputzen, das Ritual, das ich seit einigen Jahren habe, wenn ich mit einer Geschichte, fertig bin, bin ich noch nicht wirklich gekommen.

Das habe ich für morgen Freitag vor, denn da habe ich nur eine Stunde, also Zeit für mich und meine Recherchen und als ich die Idee hatte, vielleicht mit ein paar Kurzgeschichten anzufangen, die hatte ich ja schon vor einem Jahr einmal, als ich die “Berührungen” geschrieben habe, da war ich nicht ganz sicher, ob ich da jetzt “Wurfgeschichten” oder einen “Roman” schreiben wollen,  bin sehr bald beim Roman gelandet und jetzt bin ich auf Annika Bühnemann Schreibchallenge “10 Geschichten in drei Tagen gestoßen”, die sie in Juni mit anderen machen will.

Das passt perfekt, da mitzumachen, habe ich gedacht oder vielleicht doch nicht so ganz, denn noch ist es ja Anfang Mai  und ich bin nicht der Typ da ein Monat zu warten.

Aber Annika Bühnemann bereitet ihre Geschichten auch vor und ich kann ja schon im Mai damit beginnen, habe ich gedacht und mir vorgenommen im Mai und Juni ein sogenanntes “Schreibcamp” zu veranstalten, also möglichst noch nicht an meiner Geschichte von der Mathilde Schmidt zu schreiben und dann in vier bis sechs Wochen damit fertig zu sein, sondern erst danach beginnen und dazwischen Stoff und Ideen sammeln oder diesbezügliche Kurzgeschichten verfassen.

Das erste Mal habe ich schon vor Ostern von diesen Ideen und meiner Strohwitwenschaft geschrieben, die ich habe, wenn der Alfred  mit dem Karli nach Amerika fährt, da hat sich dannn die Ruth gemeldet, mir von einem Folder über die “Kunst im öffentlichen Raum” erzählt und mir vorgeschlagen, die dann aufzusuchen und darüber zu schreiben.

Gut, habe ich gedacht, aber mit der ersten Geschichte schon letzten Samstag begonnen, denn da gibt ja Annika Bühnemann im Zuge ihres Projekts per Twitter Tips und Schreibanleitungen und die Idee “Eine Szene über die Hausarbeit” zu schreiben hat mir gleich gefallen.

Da könnte ich dann über mein Fensterputzen schreiben, habe ich gedacht, da ich aber sehr schnell und ungeduldig bin, es nicht geschafft, solange auszuharren und darauf zu warten, sondern gleich nach dem “Franz Werfel-Symposium”, losgeschrieben, weil ich mich da über einen Mann geärgert habe, der mir nicht glauben wollte, daß ich schon über vierzig Jahre schreibe.

Ein bißchen könnte die Verärgerung auch von meinen Leser Uli stammen, der sich ja freut, mich Hobbyautorin zu nennen, also war da schon eine namenlose Erzählerin, die ihre Fenster putze, sich über ihre Erlebnisse am Literaturhausbuffet ärgerte und die erste Geschichte, “Die Stipendiatin” war geschaffen, die jetzt erst als zweite oder dritte erscheinen wird.

Denn als ich am ersten Mai vom Maiaufmarsch zurück war und nicht recht wußte, was ich jetzt machen soll? Hbe ich mein schwarz-rotes Notizbüchlein aufgeschlagen und mir meine Notizen bezüglich Mathilde Schmidt durchgelesen. Da habe ich dann gedacht, daß sie eine fünfunddreißigjährige Tochter namens Liy hat, die in New York im österreichischen Kulturinstitut arbeit und die ruft an und will von ihr, daß sie zum Begräbnis ihrer Tante, Beziehugsweise Schwester Natalie geht.

Das könnte der Anfang oder  dasEnde sein. Dazwischen liegt die Geschichte der Zwillingsschwestern oder die der Eltern, die überfordert waren, als sie plötzlich Zwillinge hatten, obwohl sie nur einen Namen für eine Tochter, ein Kinderzimmer hatten und überhaupt nur ein Kind wollten.

So ist Mathilde mitgelaufen, hat sich immer im Schatten ihrer Schwester gefühlt, die aufs Gymnasium durfte, Medizin studierte, zu Weihnachten die Geschenke, den Balletunterricht, die Sprachreise, etcetera bekam, während für Mathilde kein Geld dafür da war und sie gerade nach der Hauptschule eine Bürolehre machte.

Sie hat es dann geschafft, Verlagssekretärin zu werden und hat dann dort, in Berlin vielleicht, den jungen Verlagsangestellten Moritz Lichtenstern kennengelernt und sich ihn verliebt.

Dann ist ihre Schwester aufgetaucht, hat ihn ihr weggeschnappt und ihn geheiratet. Mit ihm, der später Verlagsleiter wurde in Berlin gelebt, während Mathilde nach Wien zurückgegangen ist, ihre Tochter Lily gebar von der Moritz nichts wußte, woanders gearbeitet hat und jetzt fünfundsechzig ist, einsam und schon lange in Pension. Lily in New York und sie geht jeden Abend in die Pizzeria, die sich in dem Haus, in dem sie wohnt befindet und trinkt dort ein Glas Wein oder zwei, die  ihr der Kellner Guiseppe, der eigentlich Mehmet heißt, türkischer Kurde ist und Medienwissenschaft studiert, serviert.

Jetzt ist die Schwester, die sie seither nicht mehr gesehen hat, in Berlin gestorben, sie will aber in Wien begraben werden und Lily will, daß Mathilde zum Begräbnis geht.

“Bitte, Mama!”

Dort sieht sie Moritz wieder, mit dem sie in die Pizzeria ein Glas Wein trinken geht und er könnte ihr, der auch schon in Pension ist und in Berlin lebt, das Bild von einem orangen Kleinbus zeigen, ihr in die Augen schauen und “Lass und abhauen. Eingach wegfahren und das Leben genießen!”, sagen.

“Wie geht es weiter?”, hat Annika Bühnemann unter diesen Schreibimpuls geschrieben und das könnte der Anfang oder das Ende der Geschichte sein. Der Anfang vielleicht, dann kommt die oben zitierte Geschichte und am Schluß fährt sie mit ihm nach Berlin oder fliegt nach N.Y zu Lily, um ihr zu sagen, daß er ihr Vater ist.

Das weiß ich noch nicht so genau, das könnte aber die dritte oder vierte Challenge-Geschichte werden, denn die zweite und die, die als erste veröffentlicht ist, habe ich schon am Dienstag, auch zu einen von Annika Bühnemanns Schreibimpulsen geschrieben.

Da ging es, um eine “Szene, in der “Ein Abhängiger seiner Sucht nicht nachgehen kann” und da habe ich der Mathilde Schmidt eine Lungenentzündig angedichtet. Sie liegt in ihrem Fieber in ihrer Wohnung und kann nicht zu Guiseppe in die Pizzeria Venezia hinuntergehen und nicht ihr Glas Rotwein trinken.

Ob ich die Geschichte in meinem Roman verwenden kann, weilß ich noch nicht so genau, denn ich bin ja noch nicht so weit. Will ich ja die nächsten zwei Monate ein “Schreibcamp” also sowetwas wie ein selbstzuerkanntes Stipendium machen und ob dann ein Roman daraus wird, will ich ja eigentlich erst im Juli in der Sommersfrische in Harland bei St. Pölten entscheiden, die ja wahrscheinlich wieder nur aus verlängerten Wochenenden bestehen wird.

Ich bin aber, das habe ich schon geschrieben, sehr schnell und ungeduldig und Annika Bühnemanns Schreibimpulse scheinen auch goldeswert zu sein, denn das gibt es noch einen, den ich brauchen könnte, nämlich den von der jugendichen Figur, die herausfindet, daß ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind” und das könnte Lily sein, die herausgefunden hat, daß Moritz Lichtenstern ihr Vater ist und die daraufhin ihre Mutter anruft und sie auf das Begräbnis zwingt.

Für alle die jetzt verwirrt sind, diese Geschichte ist noch nicht geschrieben und auch die nicht mit dem Bus. Das habe ich mir eigentlich für den Freitag, wenn ich mit dem Fensterputzen fertig bin vorgenommen, diese zwei Geschichten zu schreiben und gleich oder erst später zu veröffnetllichen, da wir ja inzwischen noch mit der Ruth und den Rädern um den Bodensee fahren und dafür habe ich schon ein bißchen vorgeschrieben.

Es ist aber erst Donnerstagnachmittag, ich sitze da und habe Zeit zwischen meinen Stunden. Was mache ich da? Da werde ich ganz kribbelig und zum Fensterputzen sind eineinhalb Stunden zu wenig, da fange ich erst am Freitag an, aber die Geschichten könnte ich schon vorschreiben und dann gleich oder später veröffenlichen….

Mal sehen, wie es sich ergibt, meine Leser können gespannt sein und sich, wenn sie wollen darauf freuen. Das erhöht die Suspense und ich habe erst einmal damit begonnen meine Romanideen ein bißchen genauer vorzustellen und auch  ein bißchen zu erklären, wie das mit dem zwei Monaten Schreib- und Ideencamp” sein wird über das ich sicher noch berichten werde.

Ja und eine Romanvorbereitungsidee hatte ich ja auch noch.

Da will ich ja, bevor ich zu schreiben anfange, das “Longlist-Lesebuch” des “Blogbuster-Preises”, des “Preises der Literaturblogger”, den Tobias Nazemi ins Leben gerufen hat, durchlesen und da kann ich jetzt auch gleich den stolzen Preisträger der Veranstaltung verkünden, der heute im Hamburger-Literaturhaus vergeben wurde und dort konnte, ich wegen meiner sechs Uhr Stunde genausowenig hin, wie in die “Alte Schmiede”, wie ich es eigentlich vorhatte.

Aber der Preis wurde zum Glück im Internet übertragen, es gab einen Livestream, so daß ich  verraten kann, ein Torsten Seifert hat mit seinem B. Traven-Roman oder Biografie, den er auch schon im Eigentverlag veröffentlicht hat, das war bei diesen Preis nicht ausgeschlossen, gewonnen.

Die anderen zwei Shortlistkanditaten, wie die vierzehn von der Longlist und die zweihundertfünfzig, die bei den fünfzehn Literaturbloggern einreichten, sind, wie üblich übrig geblieben.

Aber ich kann ja in meinen zweimontigen Schreibcamp dank Annika Bühnemann und ihrer Challenge auch ein kleines Experiment wagen und, wie es fast scheinen könnte, meinen nächsten Roman oder einen kleinen Teil davon in Kurzportionen veröffentlichen.

Könnte ja sein, daß ein Literaturblogger oder ein anderer Interessierter mich entdeckt.

Vom Centrope ins MUSA

im Centrope-Workshop ist es heute mit der semanitsichen Ebene weitergegangen. Das Programm zum “Literarischen Lenz-Literaturfestival”, das vom achtzehnten bis neunzehnten Mai im Theaterbrett stattfindet, gibt es auch schon.

Da werden Edith Kneifl,  Gabo Schein, IlijaTrojanow, Petr Porkovec, Michal Hvorecky, Eva Rossmann, Mila Haugova, Stefan Slupetzky, Denes Krusovsky und Irena Douskova lesen.

Aber da werden wir wahrscheinlich in Harland sein, so daß ich mich mit der literarischen Analyse begnügen muß und die semantische Ebene, wo es um Metaphern und Symbole geht, ist ja auch sehr interessant. Wir haben Peter Roseis und Stefan Slupetzkys Texte analysiert  und sollen das auch zu Hause mit einer Texteite machen, aber für mich ging es wieder ins MUSA, wo diesmal Gabriele Petricek die zum dritten Mal das “Canetti-Stipendium” zu erkannt bekam und und der Stadt Wien Stipendientat Jopa Joakin Jopa Jotakin präsentiert wurden.

Im MUSA gibt es auch eine neue Ausstellung, die am Montag eröffnet werden wird, Jörg Hartigs “Realpopp” und zu den beiden Stipendiaten sind einige Bekannte, wie Hermann Hendrich, Fritz Widhalm,Gerhard Jaschke, Michaela Hinterleitner, Alice Harmer und noch einige andere gekommen.

Gabriele Petricek, die auch einmal bei den “Mittleren” gelesen hatte und zuerst eine Ausbildung in der Modebranche machte, las eine Tetcollage, wo es um Jacky Kennedys Chanellkostüm, eine Schriftstellerin und auch eine Gebirgswanderung ging.

Dann kam Jopa Jotakin, den ich aus dem “Fröhlichen Wohnzimmer” kenne und der jetzt, glaube ich, im GAV-Sekretatiat arbeitet. Ich habe ihn schon bei einer Lesung in St. Pölten gehört, er spricht, steht in seinem Lebenslauf Finnisch und Dada, hat experimentelle Texte, wo er mit seinem Körpereinsatz, aber auch mit Musik und anderen performanten Mitteln arbeitet und er hat mir bis jetzt auch sehr gefallen.

Diesmal möchte ich mich aber von seinen Kochrezepten, die  teilweise ziemlich unerträglich zu hören waren, distanzieren, denn gebackene Mäuse, wo die lebenden Tiere in den Germteig getaucht und dann herausgebraten werden, schmecken mir, glaube ich, nicht und ich finde sie auch nicht sehr literarisch und die Faschistenleiberl sind wahrscheinlich auch nicht das, was ich mag, weil ich ja kein Freund des Rechtsradikalen Gedankenguts, aber auch keiner von Gewalt bin.

Den Leuten hat es wieder sehr gefallen und sie haben auch beim “Häupl-Salat”, wo der Wiener Bürgermeister, der in eine Marinade von Rot-und Weißwein gegoßen wurde, gemeint war, sehr gelacht.

Dann habe ich zwei Gläschen Wein getrunken und drei Stück Brot gegessen und beim Weggehen, Jopa Jotatkin gesagt, daß es mir nicht gefallen hätte.

“Macht nichts!”, hat er mir fröhlich geantwortet. Mir aber schon, weil ich ja gegen Gewalt bin und mir auch bei der Literatur etwas Dertariges nicht gern vorstellen und darüber lachen  möchte.

Danach bin ich schnell nach Hause gegangen, denn da gab es ein Fest, hat der Alfred ja seine WU-Betriebsratkollegen eingeladen und ihnen Schinken mit Melone, Schweinslungenbraten in Kartoffelpanier und danach noch einen Tpfenstrudel gemacht.

Ein sehr gutes Essen von dem ich noch ein bißchen mitbekommen habe und das war gewaltfrei und so stelle ich mir das Leben und die Literatur eigentlich auch vor.

Schreibgruppe: Sucht

Annika Bühnemann gibt schon seit einiger Zeit Tips, beziehungsweise Anregungen für ihre im Juni geplante Challenge “Zehn Geschichten in dreißig Tagen” zu verfassen.

Eine davon lautet: “Beschreibe eine Szene, in der ein Abhängiger seiner Sucht nicht nachgehen kann. Achte auf Emotionen + Gefühle” und das hat mir sehr gefallen, umsomehr da ich mit manchen Anregungen, beispielsweise mit der “Wie es wäre wenn ein Kaninchen, die Weltherrschaft übernehme?”, nicht so viel anfangen kann, obwohl es etwas Ähnliches höchstwahrscheinlich schon gibt.

Und da ich ja letzten Dienstag mit dem “Frühstück” fertig geworden bin und eigentlich noch nicht so schnell mit meiner nächsten Depressionsgeschichte anfangen will, habe ich mir ja sozusagen zwei Monate für Studien und Recherche vorgenommen und da auch schon die erste Challenge-.Geschichte: “Schreibe eine enthusiastische Szene über Hausarbeit” geschrieben, wenn die auch erst nächste Woche, wenn wir schon auf der Bodensee-Radfahrt sein werden, erscheint.

Es gibt da auch noch eine dritte Schreibanregung mit einem Bild mit einem Bus und der Aufforderungen. “Lass uns abhauben”- Emils Augen glänzten. “Einfach wegfahren und das Leben genießen!”

Und gestern am ersten Mai habe ich mir auch schon ein paar Gedanken darüber gemacht, wie es mit meiner Geschichte gehen könnte?

Da sehe ich ja immer eine Frau in der Pizzeria an der Straßenecke sitzen, wenn ich von der “Alten Schmiede” nach Hause gehe und da habe ich mir gedacht, daß sie Mathilde Schmidt heißen könnte, ihr dann eine Tochter namens Lily, die in New York lebt, angedichtet und gedacht, daß die Tochter wollen könnte, daß sie zum Begräbnis ihrer Tante, beziehungsweise Schwester Natalie gehen soll und dort trifft sie deren Ex-Mann und Lilys Vater Moritz Lichtenegger wieder und dem habe ich eigentlich die Sucht anhängen wollen.

Dann habe ich mich aber entschlossen, Mathilde Schmidt, 65, die einmal Verlagssekretärin war und die ihr Achterl immer in der Pizzeria Venezia trinkt, eine solche, beziehungsweise eine Lungenentzündung zu verpassen und mir das, als Thema für die heutige Schreibgruppe gewünscht, die sehr klein gewesen ist, nur die Ruth und Peter Czak waren da, es ist aber trotzdem ein sehr intensives Schreiberlebnis geworden, das ich hier als erste oder zweite Challenge-Geschichte vorstellen will:

“Sie hatte von einem Glas Rotwein geträumt, von einem herrlichen Valpolicella aus der Toscana, den ihr Guiseppe, der Kellner im “Venezia” extra empfohlen hatte.

“Wir haben  heute ein spezielles Tröpferl, Signora!”, hatte er geflüstert, die Flasche hochgehalten, an der weißen Serviette mit der er vorschriftsmäßig ihren Hals umschlungen hatte, gewischt und ihr die rote Flüßigkeit in das Glas geschenkt.

“Buon Appetito, Signora!”, hatte er  noch gewünscht, die Speisekarte zugeschlagen, um, die von ihr gewünschte Pizzastange mit Prosciutto und Mozarella in der Küche in Auftrag zu geben und sie hatte nach dem Glas gegriffen “Grazie, Guiseppe!”, ebenfalls geflüstert, dann den guten Saft getrunken und getrunken….

Und danach aufgewacht mit einem krächzenden Hals und einem brennenden Gefühl im Kopf und als sie sich an die Stirne griff, war die naß vor Schweiß und der excellente Valpolicella war verschwunden und nie dagegwesen. Auf dem Nachtkästchen neben ihrem Bett stand nur auf dem Stövchen, der russische Tee mit Hong und Zitrone, den ihr die Frau von der Volkshilfe, die derzeit jeden Morgen und jeden Abend zwanzig Minuten nach ihr schaute, vorsorglich hingestellt und sie daran erinnert hatte, daß sie davon trinken könne, bis sie morgen um halb neun wieder kommen würde, um neuen Tee zu kochen und ihr das Frühstück zu bereiten.

“Damit Sie etwas zum Erfrischen haben, Frau Schmidt!”, hatte sie ebenfalls fürsorglich gesagt. Dann hatte sie ihre Jacke und ihre Tasche genommen und war gegangen. Hatte sie mit ihrem Fieber, der Lungenentzündung und dem krächzenden Hals zurückgelassen und sie hatte auf die Uhr geschaut und  wehmütig gedacht, daß das die Zeit war, wo sie jeden Abend in die Pizzeria Venezia, die sich in ihrem Wohnhaus befand, hinunterzugehen pflegte, um sich bei ihrem Lieblingskellner Guisellpe, der, wie sie vermutete, in Wahrheit Mehmet hieß und kurdischer Türke war, ein Glas Valpolicella und dazu einen Insalata mista oder eine Prosciutto Mozarella- Pizzastange zu bestellen.

Wie sie das seit fast dreißig Jahren tat, seit es die Pizzeria an der Ecke ihres Hauses gab. Am Abend ging sie hinunter, setzte sich in das Lokal, um eine Kleinigkeit zu essen und ein Glas Rotwein zu trinken oder auch zwei.

Jeden Abend, seit fast dreißig Jahren. Nur heute ging das nicht. Gestern und vorgestern war sie auch nicht dort gewesen, denn da plagte sie eine hinterlistige Lungeentzündung, die ihr ihr Hausarzt Dr. Wolfgruber diagnostiziert hatte. Antibiotica und Penecelin verordnete und ihr die Frau von der Volshilfe schickte, die ihr ihr Bett machte, Tee kochte, die verordneten Medikamente verabreichte und sehr freundlich war.

Sie servierte ihr Kamillentee oder russischen mit Zitrone, aber keinen Rotwein. Dafür hatte sie kein Verständnis und schien, wie sie aussah auch eineAntialkoholikerin zu sein, die nur den Kopf schütteln würde, wenn sie von ihren Gelüsten wüßte.

Von ihren geheimen Gelüsten und den Schweißperlen, die sich jetzt auf ihrer Stirn gesammelt hatten. Denn jetzt war es schon drei oder sogar schon fünf Tage her, daß sie bei Guiseppe in der Pizzeria Venezia gewesen war, wie sie das schon seit fast dreißig Jahren regelmäßig jeden Abend tat. Ob sie ihm abging und er sie vermißte? Aber vielleicht hatte Dr. Wolfgruber, der seine Praxis auf der anderen Straßenseite hatte, ihm Bescheid gegeben oder die Frau von der Volkshilfe hatte ihn informiert, daß sie an einer Lungenentzündung litt und  die nächsten Tage oder vielleicht Wochen ausfallen würde.

“No problema!”, würde der wohl mit einem strahlenden Lächeln seiner weißen Zähne antworten.

“No problema, Signora!” und ihr alles Gute wünschen. Aber gut war es nicht, wie sie merkte, als sie nach nach ihrer Stirne griff und dann mit einer verzweifelten Bewegung zu dem Stövchen, dessen Kerze längst aufgegangen war und die Tonkanne befühlte, in dem sich der von der Frau von der Volkshilfe angepriesene heiße Tee mit Zitronensaft und Honig befinden sollte, der ihr so gar nicht schmeckte.

Überhaupt nicht tat er das, wenn man von einem wunderbaren Tröpfchen, einem Valpolicella aus der Toscana geträumt hatte oder war es ein Chianti, den ihr Guiseppe angepriesen hatte und sie mußte in ihrem Bett und in ihrem Fieber ausharren,  konnte nicht hinuntergehen und sich von ihm das edle Tröpchen servieren lassen.

Brachte es nicht zusammen, ihre Kräfte reichten dazu nicht aus. Auch wenn sie sich nicht genieren würde, im Nachthemd, die drei Stockwerke bis zur Pizzeria Venezia hinunterzusteigen. Als Stammgästin die sie ja seit fast dreißig Jahren war, konnte sie sich das sicher leisten. Sie konnte aber nicht. Ihre Kräfte reichten nicht dazu aus.

Das hatte sie schon gestern ausprobiert und war nicht weitgekommen. Sie konnte nicht einmal in das Vorzimmer zu ihrem Festnetzanschluß hinauswanken, um Guiseppe anzurufen und sich von ihm das edle Tröpferl heraufbringen lassen. Konnte und schaffte es nicht, obwohl ihre Sucht mit allen Sinnen danach lechzte.

Denn jetzt war es, wie sie auf ihrer Uhr ersah, schon weit nach Mitternacht. Die Pizzeria Venezia würde geschlossen sein und Guiseppe-Mehmet nach Hause in die Gemeindewohnung im fünfzehnten Bezirk, wo er mit seinen Eltern und seinen Schwestern lebte, gegangen sein und sie mußte im Trockenen bleiben. Konnte sich nur den Schweiß von der Stirne wischen, der sicher von ihren Entzugserscheinungen und nicht von der Lungenentzündung herkam.

Sich sich mit einem kalten abgestandnenen Zitronentee begnügen, der ihr, wie sie sicher war, nicht schmecken würde. Mußte ausharren und würde bis die Frau von der Volkshilfe morgen, um halb neun wieder kam, dachte sie verzweifelt und ihre Stiirn war naß vor Schweiß und ihre Hände zitterten, als sie jetzt doch nach der Teekanne griff, um sich von den Zitronentee in die bereitstehende Tasse einzuschenken.

Nachtkastlbuch

Barbara Claudia Keller, die ich während unserer Lesung in Salzburg trat und die ich, glaube ich, bei dem “Sichten und Vernichten-Symposium” im Literaturhaus vor einigen Jahren kennenlernte, wo ich meinen “Lieben Godt-Text” vorstellte, hat mir das Manuskript ihres kürztlich bei “Arovell” erschienenen “Nachtkastlbuch – Ein Kaleidoskop” geschickt, in dem die, wie bei den biografischen Anfaben steht, nach einigen Umsiedlungen ist Salzburg lebende Autorin, die, glaube ich, auch als bildende Künstlerin tätig ist, Texte in verschiedenen Genren aufgeschrieben hat.

Ein Buch fürs Nachtkastl oder Lektüre vor dem Schlafengehen, etwas diesbzügliches habe ich ja schon gelesen, könnte man so sagen und interessant ist, glaube ich, auch, daß Barbara Claudia Keller, das Claudia ihrem Namen dazugefügt hat, weil es eine andere Autorin namens Claudia Keller gibt, die glaube ich , kürztlich, den “Alois Vogel Preis” gewonnen hat, in einem Art Vorwort geschrieben hat, daß man das Buch, das sogar Witze und Kochrereztpe enthält, an jeder Stelle zu lesen anfangen kann. Also kein Streß vor dem Einschlafen, sondern beliebige Lektüre.

Barbara Claudia Keller schreibt von “Verknüpfungen und Verknotungen” und davon, daß “ihr Vorrat an Andekdoten und Geschichterln” unerschöpflich sei.

So läßt sie ihre Leser daran teilnehmen, sorgt sich vielleicht auch ein bißchen, nicht genügend davon zu haben, denn die Zahl der lesenden Menschen geht ja, wie ich immer höre zurück, während die der Schreibenden anstieigt.

So gibt es auch ziemlich am Beginn “Betrachtungen übers Schreiben”, wo Barbara Claudia Keller einen kleinen Excurs in die Welt der Schreibwerkstätten gibt, von der Biblio– und der Poesietherapie schreibt, das Korrigieren, Verknüpfen, Erweitern und auch einige Schriftsteller erwähnt.

Ein Text, den ich sehr interessant finde und der vielleicht auch  viel über das Buch, seine Absicht und sein Zustandekommen verrät.

Schade finde ich daher, daß er nicht gleich nach dem Vorwort kommt, sondern zuerst eine Geschichte über einen Mann, der offenbar eine junge Asiatin geheiratet hat und nun Sorge hat, daß sie ihn vergiften will und er sie deshalb vorsorglich auf einen Glaubenskongreß nach Ausland schickt, kommt, die meiner Meinung nach, besser etwas weiter hinten, Platz gehalbt hätte.

Dann kommen einige der schon erwähnten “Notate” und “Witze”, darunter die Geschichte, wie die Autorin mit einer Pyjamahose zu den Salzburger Festspieln geht.

An den Witzen gefällt mir nicht, daß sich einige von ihnen übere ältere Menschen lustig machen. Aber das ist halt so bei den Witzen, daß sie meistens nicht mein Fall sind und mir nicht gefallen.

Dann kommt es schon zu den Kochrezepten, wo man nach Barbara Claudia Kellers Anleitung Rahm-Gemüse-Suppe, Rahmkoch, aber auch Müsili- oder Cornflakekuchen nachkochen kannn.

Dann geht es auf den “Christkindlmarkt” und anschließend erzählt die Autorin, wenn man es lesen will, ihre Negativerfahrungen während einer chinesischen Medizinbehandlung. Da kommt auch die Anekdote vor, daß bei einer Akkupunkturbehandlung, die Akkupunkturnadel vergessen wurde, wodurch es zu unnötigen Schmerzen kam.

Dann kommen und das halte ich für einen wesentlichen Teil des Buches, die Reisegeschichten.

Barbara Claudia Keller macht offenbar gernBusreisen, ist das schon mal einer dieser Werbefahrten, die ich früher ja auch gerne machte und darüber geschrieben habe, aufgesessen. Ist auf “Kulturfahrt  ins Frankenland” und sogar nach Bulgarien gefahren, beziehungsweise geflogen und mit einer Blasenentzündung, beziehungsweise einen doppelten Fersensporn von dort zurückgekommen. Aber den hatte sie schon vorher. Deshalb gibt es auch eine Geschichte über ihre Krankenhauserfahrungen und einen Mundartext, wie sie mit dem Radl in die Stadt fuhr, den ich als Wienerin schwer lesen konnte, gibt es auch und wenn ich noch eine kritische Anmerkung machen darf, so ist, glaube ich, das Zitat, daß “Angesichts des Todes alles lächerlich” ist, das auf Seite fünfundzwanzig steht, von Thomas Bernhard und nicht von Ingeborg Bachmann stammt.

Dann kommt Barbara Claudia Keller zu Erich Fried von dem  einen  Lyrikbband gelesen und über ihn nachgegooglet hat.

Es gibt  auch den “Fried-Preis” und da zitiert Barbara Keller die Aussage eines FAZ-Kritikers über “mittelalte deutsche Preisträgerinnen, von denen er meint, “daß sie erstens nicht schreiben können und zweitens nichts zu sagen haben”.

Wer das wohl gewesen sein könnte? Wenn ich da mal schnell nachgoogle, komme ich darauf, daß den in den letzten Jahren Esther Dischereit, Terzia Mora und Judith Hermann gewonnen haben.

Alles anerkannte renommierte Autorinnen, aber die Kritiker sind ja oft sehr kritisch und es ist wahrscheinlich besser selber nachzulesen und sich zu informieren, als sich auf ihr Urteil zu verlassen.

Barbara Claudia Keller geht aber wieder auf Werbereise, diesmal, um darüber zu schreiben und berichtet so genau von den alten Leuten mit den Gehhilfen und Schirmmützen,  sowie den dünnen Gratiskuchen und den kleinen Nudelpackungen, die man dort geschenkt bekommt.

Dann gehts nach Rom, Rumänien und in die Mazuren. Da ist der Bus mit Barbara Claudia Keller über München durch ganz Deutschland gefahren, bis er endlich an die berühmten Seenplatte in Ostpreußen angekommen ist.

So war dieser Urlaub für sie sehr enttäuschend. Wir haben das ja auch vor ein paar Jahren mit dem Auto und dem Anghänger gemacht und waren zufrieden.

Aber Billigbussreisen und Werbefahrten können anstrengend sein. So bin ich ja auch einmal mit dem akademischen Reisebüro in vier Tagen über Krakau nach Lemberg gefahren. Das war anstrengend, meine schon zitierte “Reise nach Odessa” erzählt davon, obwohl das akademische Reisebüro keine Werbefahrt machte. Ich habe mir aber das schöne Cover für mein Buch von dort mitgenommen.

Barbara Keller ist auch noch in die Türkei gefahren, hat sich dort ein wenig geneppt gefühlt, Göreme besichtigt, billige Ansichtskarten und auch einen Schal bekommen und ich finde das Buch, beziehungsweise die Mischung von Notaten, Sprichwörtern, Rezepten, Reisen durchaus sehr interessant und es auch immer wieder spannend, was in Österreich und auch anderswo so alles geschrieben wird, was  in den Buchhandlungen vielleicht gar nicht so leicht  zu finden ist.

Realitätsgewitter

Jetzt kommt ein Buch, von dem ich vor ein paar Monaten in “Ex Libris” gehört habe, das ich ja gar nicht so oft konsumiere.

Das Buch, der mir unbekannten Autorin Julia Zange namens “Realitätsgewitter“, das im vorigen November erschienen ist und von dem der Moderator sagte, die Eltern hätten die Autorin daraufhin geklagt oder eine einstweilige Verfügung verlangt.

Das ist interessant und macht neugierig, also habe ich mir das Buch gestellt, das nur hundertfünfzig Seiten stark ist und am Cover ein sehr eindringliches Bild einer schwarzen Katze mit gelben Augen trägt. Das macht auch neugierig.

Am Buchrücken, hat dann Maxim Biller, der gestrenge Kritiker, der inzwischen aus dem literarischen Quartett ausgestiegen ist um wieder mehr zu schreiben geschrieben: “Das kann nur Julia Zange:Alle zehn Jahre ein Buch schreiben, das man nicht mehr vergisst!”

Das macht noch mehr neugierig also goolge ich nach und erfahre bei “Wikipedia”, daß die Autorin, eine trotzig dreinschauende blonde junge Frau, entweder 1983 oder 1987 geboren ist, 2006 den renommieren “Open Mike” gewonnen hat. 2008 den Roman “Die Anstalt der besseren Mädchen” bei “Suhrkamp” herausgegeben hat und als Schauspielerin in Berlin lebt.

In der Biografie, die im Buch enthalten ist, steht keine Altersangabe und zusätzlich zu dem schon Erwähnten, steht noch, daß sie  als Redakteurin tätig ist.

Interessant, interessant. Der Klappentext verrät, “daß ‘Marla alles super hingekriegt hätte, die Vorlesewettbewerbe, das Abi und vor allem das richtige Lächeln an den richtigen Stellen. Dann ist sie in die Großstadt gezogen und fühlt sich verloren, bis sie, um ihrer Einsamkeit zu entkommen, sich in ihre Heimat zurück und ans Meer begibt, wo sie sich dann selber findet.”

Das von dem “Erwachsenenwerden und dem sich Selberfinden”, steht auch noch einmal am Buchrücken und irgendwo habe ich noch etwas von sehr vielen Facebookfreunden gelesen.

In den fünfzehn Kapiteln des Buches wird dann gar nicht soviel Vorgeschichte erzäöhlt, sondern man wird gleich hineingeworfen in das Leben, der jungen Frau, die zu Weihnachten allein in ihrer WG ist. Die finnische Mitbewohnerin ist nach Hause gefahren. MarlasEltern sind in Indien,  SMSen, daß es keinen Weihnachtsbaum und keine Weihnachtsgans dort gibt und kündigen ihr später noch den Scheck, weil sie jetzt alt genug ist, für sich selbst zu sorgen.

Sie hat aber ihr Philosophiestudium abgebrochen und kein Geld, aber viele Freunden, einen Ben, einen  Dylan, einen Lorenz, die sie zum Teil schon von ihrer Schulzeit kennt, zum Teil  kennenlernt, während sie durch das Berliner Leben taumelt.

Da sie Geld braucht, sucht sie eine Stellung, so geht sie in ein Geschäft hinein, das eine Aushilfe sucht. Aber dafür ist sie nicht passend genug angezogen und man braucht, als Aushilfe in einer Boutique offenbar auch ein abgeschlossenes Studium und andere Sprachkenntnisse, als Englisch und ein bißchen Französisch. Also wird nichts aus dem Job.

Englisch wird in dem Buch aber ohnehin sehr viel geredet, ist Marla doch total global vernetzt und die Freunde die sie in den Bars und Lokalen trifft, kommen oft auf dem Ausland.

Ein Holger verschafft ihr dann, sie hat inzwischen eine Zara-Klamottentüte zurückgetragen und mit den fünfundzwanzig Euro, die sie dafür bekommen hat, Lebensmittel eingekauft, einen Job als Redakteurin in einem Modemagazin. So reist sie herum und geht zu Pressekonferzenen, interviewt Star und seltsame Typen, die ein “Forever life” Konzept entwerfen und mißbilligend auf sie schauen, wenn sie sich zwei Stück Zucker in ihren Cappucino kippt und sich ein Tomaten Mozarella Ciabatta bestellt.

Dann wird die Oma neunzig und sie fährt nach Haus. Die Eltern hatten mal eine Fabrik, die der Großvater, der schon vierundneunzig ist, gegründet hat. Jetzt  arbeitet der Vater in einem Center für Medical Research und die Mutter hat in dem Haus, wo sie wohnen eine Praxis als Lebensberaterin.

Als Marla dorthin kommt, empfängt sie nur die ihr unbekannte Haushaltshilfe. Später kommt die Mutter, sagt zuerst “Marla mein Schatz, ich hab dich vermißt. Du siehst gut aus,-viel erwachsener!”

Dann “Ich kann inhaltlich nicht mit dir reden, Marla. Wenn du etwas Tiefergehendes mit mir besprechen möchtest, können wir das gerne mit einem Psychologen oder Mediator machen”

Dann wieder “Natürlich, ich liebe dich mehr als mein Leben, Marla” und schließlich:

“Ich schlage vor, du übernachtest bei deinen Großeltern oder fährst wieder zurück in dein Drecksloch. Ansonsten werde ich nämlich dieses Haus verlassen!”

Marla geht in ihr ehemaliges Zimmer, die Mutter in ein Hotel, was ihr der Vater, der vor dem Fernseher sitzt, mitteilt, als sie in der Nacht von Schreien, die sie im Garten hört, aufwacht.

Jetzt verläßt sie mit der geklauten Kreditkarte des Vaters das Haus und fährt nach Sylt. Am Bahnhof kauft sie sich noch die ersten Zigaretten ihres Lebens und ein Feuerzeug mit einer Katze. In der Villa der Eltern hing auch ein Katzenbild, das die Kinder einmal den Eltern schenkten, die Mutter aber daran etwas auszusetzen hatte.

In Sylt bekommt sie in einem Hotel, das in einem Hochhaus liegt, ein Zimmer für vier Tage, trifft einen Ole, den sie über eine Kontaktbörse kennenlernte, fährt mit einem Elektrorad den Strand entlang und dann wieder nach Berlin zurück, wo die Mitbewohnerin sie empfängt und sie schließlich zum Essen ruft.

Wie das mit der Selbstfindung und dem Erwachsenwerden ist, habe ich nicht ganz mitbekommen, wie mir überhaupt der Klappentext etwas konstruiert erschien und ich das Buch auch nicht als Roman, sondern, zugegeben als, scharf und pointiert geschriebene Episoden interpretieren würde.

Einen Roman müßte man erst darauf komponieren, würde die Kritikerin in mir sagen und dazu fällt mir auch noch auf, daß das Buch, das zu Weihnachten beginnt und bis zum Sommer 2016 handelt, der Brexit und der Anschlag von Nizza wird erwähnt und immer wieder taucht das Portrait von Andela Merkel auf, wenn es schon im November erschienen ist, sehr schnell geschrieben worden ist.

Der Titel “Realtitätsgewitter” deutet wohl auf die Überforderung der jungen Frau hin und da habe ich ja schon einige diesbezügliche Romane gelesen, die die Überforderung der jungen Leute von heute zeigen, aber damals vor hundert oder achtzig Jahren, ist es wahrscheinlich auch nicht viel besser gewesen.

Wenn die Eltern von Frau Zange klagten, müßten sie sich wohl betroffen und angesprochen gefühlt haben, in diesem Fall wäre wohl wirklich ein Gespräch mit oder auch ohne Psychologen und Mediator zu empfehlen.

Ansonsten kann ich nur sagen, daß mir die Autorin bisher unbekannt war, daß ich die Episoden scharf und pointiert geschrieben empfunden habe und sie wohl auch sehr viel von der Überfordertheit ausdrücken, denen die jungen Leute heute wohl ausgesetzt sind und was man vielleicht auch lesen will.

Ansonsten ist es dieser Marla, trotz ihrer harten oder neurotischen Eltern, eigentlich nicht so schlecht gegangen. Der Job war ja da und die Freunde, wenn vielleicht auch oberflächlich auch und ob sie sich nach vier Tagen Sylt wohl wirklich gefunden und erwachsen ins Leben zurückgekeht ist, erscheint mir fraglich.

Wär schön wenn das so einfach wäre und wer hat das einmal zu mir gesagt, ein Roman ist etwas ganz anders und braucht wohl auch mehr, als vier Monate, um zu entstehen.Er muß auch berühren und etwas Neues, noch nie dagewesenes beinhalten?

Nun berührt haben mich die pointiert beschriebenen Szenen schon. Neu ist der Inhalt wahrscheinlich nicht und in Berlin, Wien und woanders, werden wahrscheinlich noch viel mehr entwurzelte junge Leute herumlaufen, die per Facebook kommunizieren, moderne Klamotten haben und sich mit ihren Eltern nicht verstehen.

Interessant ist vielleicht auch noch die “Amazon-Bewertung”, die ich ja sehr gerne zu Rate ziehe. Von ein bis fünf Stern ist da alles zu finden und zu den pointierten Bildern, mit denen auch das moderne Szene Berlin beschrieben wird, durch das Marla torkelt, fällt mir noch das “Mimikry-Spiel des Lebens-Buch” ein, das ja auch bei “Aufbau oder zu der Verlagsgruppe gehörendenen Verlag” erschienen ist und das in einem Sommer in diversen Künstlerwohnungen entstanden ist, die vielleicht denen gleichen, durch die Marla zieht und literarische Anspielungen kommen in dem Buch auch einige vor, scheint Marla oder ihrer Autorin ja sehr belesen.

Franz Werfel-Stipendium und Schmidt-Dengler Lesung

Im Literaturhaus gibt es derzeit ein dichtes Programm, nämlich die Jubiläustagung zu “25 Jahre Franz Werfel-Stipendium”, mit einer Tagung zum Thema “Literatur als Erotik”, die schon am Donnerstag angefangen hat und bis Samstag weitergeht.

Das “Franz-Werfel-Stipendium” richtet sich an ausländische Hochschullehrer, die zu österreichischer Literatur forschen und wird von Konstanze Fliedl betreut und am Donnerstag, während ich im Rathaus war, hat es mit einer Veranstaltung mit Gustav Ernst, Robert Menasse, Anne Cotten und Lydia Mischkulnig unter der Leitung von Daniela Strigl begonnen. Also sehr hochkarätig. Eine Ausstellung dazu gibt es auch und am Freitag ist es dann mit den Referaten der Stipendiaten weitergegangen. So hat Graziella Predoiu aus Rumänien über Leopold von Sacher Masochs “Venus im Pelz” gesprochen. Dann folgte ihr Jan Budnak aus Tscheien und der stellte die deutschmährische Moderne am Beispiel einer Geschichte von Franz Schmamann vor, die mich stark eine der Erzählungen von Mela Hartwig erinnert hat.

Ein Mädchen geht über ein Feld um einer Zwangsheirat zu entgehen, wird dabei von einem Gendarmen vergewaltigen, kann sich nur durch Totschlag retten, traut sich aber nicht, um nicht der Schande und dem Spott ausgelieftert zu werden, das zu erzählten. so wird sie zum Tod verurteilt.

Vahidin  Preljevic aus Bonien-Herzegowina, kam dann wieder nach Österreich zurück und beschäftigte sich mit der Josefine Mutzenbacher, die ja Felix Salten zugeschrieben wird. Er meinte, aber daß die Urheberschaft nicht bewiesen wäre, Salten hätte das abgestritten, Schnitzler hat einmal geschrieben “Das kann nur der Salten geschreiben” haben,  Karl Kraus wurde auch vermutet und ich fragte mich, warum es eigentlich so sicher ist, daß das ein Mann geschrieben hat. Vielleicht ist es wirklich eine “Wiener Dirne” oder wie man heute sagen würde, eine Sexarbeiterin gewesen.

Dann gab es eine Pause und da entdeckte ich, daß am Büchertisch ein Haufen der Büchlein die bei den Wiener Vorlesungen entstanden sind, zur freien Entnahme auflagen.

So zum Beispiel eines von Edward Timms, den ich ja erst vorige Woche hörte über “Karl Kraus und der Kampf ums Recht” und eines von Sigurd Pauöl Scheichl “Zur Aktualität von Karl Kraus  “Letzte Tage der Menschheit”, aber auch einige von Ruth Klüger. So habe ich mir meine Tasche vollgestopft.

Es ging dann noch weiter mit Jean Bertrand Miguoue aus Kamerun, der über die “Erotik des Wortes. Dchtung als Form des Voyeurismus am Beispiel von Altenberg, Kafka und Musil” referierte und ein Büchlein über Peter Altenberg hat es auch gegeben.

Dann kam Gabor  Kerekes aus Ungarn, der zeigte welche österreichischen Bücher wann in Ungarn aufgelegt wurden und wie wenig erotisch die Literatur in Ungarn zur Zeit des Stalinismus war.

Dann ging es weiter am Nachmittag, ich mußte aber in den BÖP, denn da gab es ein Verlagspsychologentreffen. So habe ich einige Vorträge, aber auch die Präsentation der Publikation zu “25 Jahre Franz Werfel-Stipendium” versäumt. Die ist aber aufgelegen, als ich am Abend wiederkam, denn da hat es nicht nur ein Buffet, sondern vorher die neunte “Schmidt-Dengler-Lesung” gegeben, die diesmal Peter Nadas gehalten hat, den ich ja erst vor ein paar Wochen im Literaturmuseum hörte.

Er stellt seine noch nicht auf Deutsch erschienenen Memoiren “Aufleuchtende Details” vor und ganz besonders spannend war es, daß auf einmal die Anna “Hallo, Mutter!”, sagte, da sie mit ihrer Freundin Anna Linder, die ja Literaturwissenschaftlerin ist, gekommem ist, um sich den Vortrag anzuhören.

Am Samstag wurde es dann morderner und zwar ging es mit Christina Spinei aus Rumänien weiter, die über Ingeborg Bachmann, beziehungsweise Hans Weigels sogenannten Schlüsselroman “Die unvollendete Symphonie”  ihre Beziehung zu Paul Celan referierte.

Die Ungarin Edit Kiraly referierte über die “Kussschule” in Andreas Okopenkos “Lexikonroman”.

Dann kam die Polin Anna Dabrowska und referierte über das Erotische in Semier InsayifsRoman “Faruq”, den ich nicht gelesen habe, so daß ich über seine Erotik nicht viel sagen kann, ich kenne den 1995 geborenen Sohn eines Irakers und einer Österreicher, eher als Literaturvermittler, hat er ja den “Siemens-Literaturpreis” organisiert und hat in der “Gesellschaft für Literatur” auch eine Jugendschreibwerkstatt.

Nach der Mittagspause ging es weiter mit Clemens J. Setz, da referierte die Polin Mart Wimmer über die “Frequenzen” Indigo” und “Die Liebe in Zeiten des Mahlstädter Kindes” und da schieden sich die Geisgter, wurden einige Stellen in Setz Werk ja als kitsch gefunden und das war, soweit ich mich erinnern kann, mein Eindruck bei dem Erzählband, der ja den “Leipziger Buchpreis” gewonnen hat, auch, während ich von der “Stunde zwischen Frau und Gitatte” sehr begeistert war und diesem “verrückten” Buch gern den dBp gegeben hätte und erotisch ist der Monsterroman, glaube ich, auch ganz schön.

Dann ging es noch um Ann Cottens Erzähltband, der “Schaudernde Fächer” und um Paula Köhlmeiers “Maramba”, das ich ja einmal im “Wortschatz” gefunden habe und weil wir bei den Bücherfunden bin, kann ich gleich erwähnen,  daß am Samstag, was mich ganz besonders freute, Luigi Reitans “Flucht in der Literatur – Flucht in die Literatur”, die “Wiener Vorlesung” vom 15. März 2016, das heuer in Leipzig vorgestellt wurde, auflag.

Das wars dann schon für das allgemeine Publikum, dann gab es noch Kaffee und die Reste vom gestrigen Buffet und ein paar gute Erdbeerwürfeln, ich habe mich mit ein paar Besuchern unterhalten, meine Bücher hergezeigt, über mein Schreiben erzählt, während es für die Stipendiaten zum Strategiegespräch über die künftigen Themen ging und dann gab es für sie, glaube ich, noch einen Heurigenbesuch, während ich nur sagen kann, daß es eine sehr sehr interessante Tagung war, obwohl das Thema Erotik wahrscheinlich zu weit und zu hoch gegriffen war.

Es ist nicht alles nur erotisch, aber das ist ein Thema, das wahrscheinlich alle anspricht und wie man sieht, hat die österreichische Literatur sehr viel davon zu bieten.

Von Franz Werfel, ein ziemlich zeitgleich mit Leo Perutz in Prag geborener deutschsprachiger Dichter, der aber, wie Manfred Müller, am Dienstag in der “Gesellschaft für Literatur” erzählte, nicht so viel, wie Perutz oder Kafka gelesen werden würde, habe ich übrigens “Das Lied der Bernadette” und den “Veruntreuten Himmel”  gelesen.

Die vierzig Tage des Musa Dagh” warten noch auf mich.

 

Dreitausendmal

Es ist soweit, wenn die WordPress-Statistik stimmt, ist das jetzt der dreitausendste Artikel, den es seit Juli 2008 gibt und mit dem ich versuche der Öffentlichkeit mein literarisches Leben zu präsentieren.

Dreitausend Artikel, ich habe sie selbstverständlich nicht nachgezählt, aber wui, eine gigangtische Zahl und auch eine schöne Gewohnheit, daß ich mich da seit fast neun Jahren abend für abend und machmal auch am Morgen oder zu Mittag, je nach dem wie es sich ausgeht, hinsetze, um über mein literarisches Leben zu schreiben.

Und eine, die ich auch nicht mehr missen will, denn das “Literaturgeflüster” und das kontinulierliche Reflektieren über mein Schreiben, mein Lesen und das, was so im Literaturbetrieb passiert und was sich davon für mich mitbekommen  läßt, ist sehr wichtig für mich geworden oder war es  höchstwahrscheinlich schon immer.

Aber, wie man früher für die Schublade schreiben mußte, wenn man nicht das Glück oder das Talent hatte, einen Verlag zu finden, ich habe das offenbar nicht und weiß noch immer nicht warum, denn an den paar Rechschreib- und Flüchtigkeitsfehler kann es ja nicht liegen, aber meine Kritiker werden es mir vielleicht sagen und sich jetzt relativ einfach schnell und billig selber publizieren kann, was ich auch seit 2000 ziemlich regelmäßig und auch schon sehr viel tue, kann man sich jetzt auch im Netz darstellen, was ich eigentlich sehr schön finde.

Jeder kann das und einige nützen auch diese Gelegenheit und so gibt es in diesem, wie mein Kritiker Uli, der aber inzwischen selber bloggt, sagen würde, auch schon einen riesigen sinnlosen Content in ihm, den dann keiner liest, weil man ja vielleicht selber damit beschäftigt ist, zu bloggen, zu schreiben, zu facebooken, Istagramm zu bedienen und und…

Ich bin ja und darf das mit meinen schon fast vierundsechzig Jahren vielleicht auch ein bißchen sein, eine altmodische Person, die also nur bloggt und nicht facebooked, twittert und bei Instagrammaktiv ist und die das Bloggen auch als eine Art literarisches Archiv betrachtet.

Ich blogge nur über mein literarisches Leben, das aber ziemlich umfangreich und genau und ich kann mich auch noch sehr genau erinnern, als ich 2008, nach dem Bachmannpreis, den ich damals sehr intensiv im Netz verfolgte und da auch auf einige Blogger stieß, die sich in den Pausen daraüber austauschten, den Alfred fragte, ob ich das auch kann und eigentlich keine Ahnung hatte, wie ich das machen will.

“Klar!”, hat er gesagt.

“Da kannst du über die Bücher schreiben, die du liest und die Veranstaltungen, die du besuchst und so ist das dann auch gewesen und das andere, hat sich eigentlich automatisch und wie von selbst entwickelt.

Denn gelesen habe ich schon immer viel und bezüglich der “Tahalia-Kundenrezensionen”, die es damals gab, hatte ich auch schon Bücher besprochen.

Zu Veranstaltungen gehe ich, glaube ich, seit meiner Matura und literarisch schreibe ich auch seither, habe inzwischen über vierzig selbstgemachte Bücher und auch einige andere, einige Texte in Anthologien, einige in Literaturzeitschriften, habe einige, zugegeben eher kleine Preise gewonnen, war und bin immer noch in einigen Jurien.

Die Literatur ist nicht mein Haupt- sondern ich habe, wie das so schön heißt, einen BrotberufHobbyautorin, würde ich mich nicht nennen, wer das mag, kann das gerne tun, für mich stimmt es nicht, denn das Schreiben und das Bewegen im Literaturbetreib ist meine Lebensform, die Psychologie und die Psychotherapie sind die Gebiete von denen ich leben und inzwischen habe ich auch schon eine Pension, auch wenn meine Praxis und meine beiden Kassenverträge weiterlaufen.

Viel Erfolg habe ich mit der Literatur nicht gehabt. Ich schreibe das ja  immer und es stimmt wahrscheinlich auch, daß ich mich in den dreitausend Artikel immer wieder ein bißchen wiederhole, daß ich 1978 wird das vielleicht gewesen sein, von meinen beiden Freunden,  Monika J., die inzwischen schon gestorben ist und Gerhard K., der als Psychologe Karriere machte, sehr kritisiert wurde, als ich ihnen meine “Einladung zum Tee” zeigte.

Auch das verstehe ich noch immer nicht so ganz, daß das sein muß, wenn eine junge Frau, die etwas schüchtern ist, mit einer ihrer ersten Geschichten kommt.

Klar, daß sie damit nicht den Nobelpreis bekommt, auch, wenn sie sich das vielleicht erhofft, da würde ich auf jedenfall “Schön!”, sagen, und “Ich sehe, das ist dir sehr wichtig!” und dann kann ich noch immer, wenn ich das unbedingt will, hinzufügen “Aber auf das und das, könntest du vielleicht achten!

Nun gut, die Monika hat mich in den “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” gebracht und dort bin ich auf einmal hautnah, neben und nicht im Literatubetrieb gewesen. Habe aber Frauen wie Elfriede Haslehner, Marie Therese Kerschbaumer, Christa Stippinger und und kennengelernt, mit denen ich mich zum Teil noch heute treffe und in die GAV bin ich über sie und in Umwegen auch gekommen.

Dann meine Texte herumgeschickt und herumgeschickt und nicht die gewünschte Resonanz bekommen. 2000 hat mir der Alfred, den ich inzwischen kennenlernte, mein erstes Buch zum Geburtstag geschenkt “Die Wiener Verhältnisse”, die “Hierarchen” sind inzwischen in der “Edion Wortbrücke” herausgekommen und “vernichtend” kritisiert worden, was ich auch nicht so ganz berstehe.

Langer Rede, kurzer Sinn, inzwischen gibt es schon über vierzig selbstgemachte Bücher und wem es interessiert, ich bin mit dem Korrigiern von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” gerade fertig geworden und habe den Text dem Alfred geschickt, damit er mir das PDF für mein drei oder vierundvierzigstes Selbstgemachtes Buch, so genau merke ich mir das gar nicht mehr, machen kann, das ich dann hier vorstelle, wenn es das Foto gibt und ein Gewinnspiel ,wo man es gewinnen kann, wird es auch wieder geben.

Die Resonanz auf meinen Blog ist ja nicht so groß, wie ich es vielleicht gerne hätte, zumindest melden sich die Leute bezüglich meiner Gewinnspiele nicht zu Hauf, obwohl ich, wenn ich zu Veranstaltungen gehe, immer wieder von Leuten, die ich gar nicht persönlich kenne, angesprochen werde, daß sie meinen Blog kennen und die Verlage schicken mir auch vermehrt Bücher, damit ich sie bespreche und das tue ich auch gerne, denn das Lesen macht mir noch immer Spaß und so habe ich eben im Juli 2008 mit meinen ersten Artikel über mein literarisches Leben begonnen.

Der war sehr kurz und damals hatten wir in Harland auch kein Internet, so daß es noch keine tägliche Artikel gab. Jetzt gibt es die und ich gebe zu, ich plane sie auch schon im Voraus und überlege mir auch genau zu welchen Veranstaltungen ich gehen soll, weil sie blogtechnisch, wie das vielleicht so blöd heißt, interessant sein könnten.

Ich lasse mir manchmal Bücher, wenn ich sie zum Beispiel auf der “Alpha Gala” oder einer anderen Veranstaltung bekomme “für das Literaturgeflüster” signieren, das hat einmal Michaela Falkner im Literaturhaus so gemacht, als ich ihr vom “Literaturgeflüster” erzählte und seither sage ich das manchmal, obwohl ich kein Signiertyp bin und mir nie Bücher zu den Veranstaltungen extra mitnehme.

Zum tausendsten Mal habe ich einen extra Artikel geschrieben und wenn ich mich nicht irre zum fünfhundersten Mal auch, dann habe ich es schleifen lassen.

Jetzt habe ich gedacht, es wäre eine gute Idee extra daraufhinzuweisen und noch einmal zum hundersten oder tausendsten Mal über mich zu schreiben. En wenig eitel vielleicht, aber das Bild mit der “Literaturgeflüsteradresse” von denen ich immer noch einige habe, hat der Alfred drucken lassen und gedacht, daß ich es vor zwei Jahren in Leipzig verteilen könnte.

Gebracht hat es nicht sehr viel oder doch vielleicht, hat mir Daniel Wisser ja dieses Mal im Leipzig bei der Happy Hour am Österreichstand erzählt, daß ihm ein Freund in Amerika auf meinen Blog aufmerksam gemacht hat, wui!

Also dreitausendmal und dann bald den neunten Bloggeburtstag und nächstes Jahr gibt es das Literaturgeflüster zehn Jahre. Da hat mir der Alfred schon vorgeschlagen, daß ich mich mit einem Banner vor die Hauptbücherei stellen soll. Das mache ich natürlich nicht, aber einen Artikel mit einem großen Gewinnspiel wird es  geben und wer jetzt vielleicht das “Literaturgeflüster-Texte-Buch“oder ein anderes Buch von mir haben will, der soll sich bei mir melden. Ich schicke es ihm gerne zu oder treffe mich mit ihm, wenn er oder sie in Wien wohnen sollte und auch zu Literaturveranstaltungen geht.

Solange der Vorrat reicht oder ich, wie ich heute, als ich meine zwei letzten Bücher, nach Leipzig zur deuteschen Biblitohek schickte, merken konnte, daß das sehr teuer ist, das Porto zahlen kann, wie es so schön heißt, schreibe ich dazu und da ich meistens niemand auf meine Gewinnspiele meldet, habe ich hier keine Angst, überrant zu werden, schrenke aber vorsorglich, die Zahl der zu gewinnenden Bücher auf drei ein.

Mir ist das Schreiben und das Lesen sehr wichtig. Das Eigene und das Fremde, wie es ebenfalls so schön heißt, deshalb ist das “Literaturgeflüster” und die Möglichkeit mich damit im Netz zu präsentieren, für mich eine gute Idee, die ich auch weiter betreiben werde, auch wenn ich selbstverständlich weiß, daß sich niemand so besonders dafür interessiert und höchstens den Artikel liest, wenn ich seinen Namen oder seine Veranstaltung erwähnte.

Aber das macht eigentlich gar nichts oder es ist natürlich, wie es ist und ich mache was und so gut, wie ich es kann, mit meinen Flüchtigkeits- und meinen Rechtschreibfehlern.

Die Ersten schleichen sich zwangsläufig ein, wenn man in einer Stunde mit dem Artikel fertig sein will, weil man ja noch anderes,  Familie,  Beruf, das Lesen, das Schreiben, das Spazierengehen, etcetera hat und auch noch schlafen muß und das Zweite war mir, wie ich ja ebenfalls immer schreibe, schon in meiner Schulzeit nicht so wichtig.

Aber ich kann es, das Schreiben und das Lesen und ich praktiziere es auch regelmäßig, so wie ich es kann, mit meinen selbstgemachten Büchern, die ja inzwischen auch ein gänoiger Weg sind und mit meinen Blogartikeln.

Ich freue mich also über den Dreitausensten, hätte mir im Juli 2008 nicht gedacht, daß es so viele werden und sie mir so wichtig sind und denke sie sind inzwischen ein sehr schönes Literaturarchiv.

Mein Persönliches, an dem ich auch andere gerne teilnehmen lasse, auch wenn ich sehr viel jammere, mich wiederhole, etcetera,  bin ich, wie ich bin, schreibe, wie ich es kann und freue mich ganz ehrlich, wenn es ihm geben sollte, schon auf meinen Fünftausendter.