Was bleibt, wenn wir sterben

Jetzt kommt ein Sachbuch oder ein Erfahrungsbericht einer Trauerrednerin “Was bleibt, wenn wir sterben”, der 1975 in London geborenen und in Hamburg lebenden Louise Brown, das ich jetzt erst lese, obwohl Allerheiligen schon vorrüber ist. Da ist das Buch aber schon vorher zu mir gekommen, beziehungsweise gab es einen “Diogenes-Bloggertalk” mit Louise Brown. Aber als ich mich da einloggen wollte, war das Internet kaputt, so habe ich das Treffen versäumt. Inzwischen ist die Oma verstorben, also habe ich das Buch schon im September bekommen, da der Alfred es seinem Trauerredner zeigte und jetzt ein Buch über ein Thema, das in unserer Gesellschaft ja sehr verdrängt wird.

Ich habe, weil wahrscheinlich alte Eltern und als junge Frau viele alte Freundinnen, ein etwas näheres Verhältnis habe, in Lainz bei der Pflegehelferinnenaus- und Fortbildung auch Sterbeseminare gehalten und mich auch sonst sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und ich kenne auch einige Autoren, die Trauerreden, als Nebenbeschäftigung halten. In der “Sophie Hungers” habe ich auch eine solche eingebaut.

Am Cover sind ein paar Vögel zu sehen und es beginnt in der Einleitung mit dem schönen Bild von den Apfelbäumchen in der Kapelle, beim Begräbnis eines Ehepaares, das innterhalb von ein paar Tagen gestorben ist und Louise Brown, die früher Journalistin war, erinnert sich, immer, wenn sie am Markt einen Apfel kauft, daran.

Zur Trauerrednerin ist ist nach dem Tod ihrer Eltern geworden und den Tod, den sie als erstes erlebte oder sich erinnern kann, war der ihres Hamsters.

Eine Frage, die ich mir stelle, ist, wie wird man Trauerrednerin? Gibt es dazu eine Ausbildung, wie geschrieben, ich kenne ein paar Autoren, die das nebenbei machen und war auch auf einigen Begräbnissen, wo die Angehörigen diese Rolle übernommen haben oder die von GAV-Mitgliedern haben dann die GAV-Präsidenten übernommen. so hat Robert Schindel beim Begräbnis von Gerhard Kofler, das Kadish gesprochen.

Das Buch ist in drei Teilen gegiedert, der erste heißt “Konfrontation mit dem Tod”. Da beginnt sie mit ihren Eltern, geht dann über eine hundertjährige Autoeinfahrerin zum Humor über und zu der Frage, ob ein Begräbnis immer todernst sein muß?

Beim Bebräbnis ihrer Mutter wurde Bach gespielt, woran siesehr unangenehme Erinnerungen hatte. Mit Humor kann man die Angehörigen aber aufheitern oder entspannen und der Alfred hat seinen Trauerredner von den Reisen erzählt, die seine Eltern machten. Die Gescichte mit der Mortadella, die sie als sie mit dem Alfred am Moped in den Sechzigerjahren nach Italien fuhren, kauften, weil sie billig war und sich dann daran überessen haben, fehlte dabei. Aber die wahrscheinlich auch nicht so lustig, aber vielleicht typisch für seine Eltern.

Eine Schwierigkeit mit dem Buch habe ich noch, daß da nicht so genau zwischen der Sterbebegleitung und dem Trauerreden unterschieden wird, denn der Trauerredner kommt mit der Person ja erst in Kontakt wenn sie schon gestorben ist, beziehungsweise, die Angehörigen befragt, wie er war? Deshalb ist es wahrscheinlich müßig zu überlegen, wie der Sterbende den Angehörigen Kraft geben kann. Aber Louise Brown bezieht sich oft auf den Tod ihrer Eltern, der für sie viel verändert zu haben scheint und schreibt, daß die Mutter sie im Krankenhaushaus fragte, ob es besser werden wirdund was man darauf antworten soll, wenn man weiß, sie wird bald sterben?

“Ja, natürlich!”, ist meine Antworte, denn man kann ja den Tod, als Erlösung des Leids auch so verstehen und da fällt mir wieder der “Professor Bernhardi” ein, der mich schon als Jugendliche sehr beeindruckt hat. Da ist die Sterbende ja in einer Art Euphorie und denkt schon gesund zu sein, wenn da der Priester mit seiner Monstranz kommt, um ihr die letzte Ölung zu erteilen, erleidet sie einen Schock, den ihr der Professor ersparen wollte, obwohl sie wahrscheinlich ohnehin gestorben wäre, so aber glücklicher, wenn auch ohne den letzten Segen.

Das ist vorbei, aber ein sehr beeindruckendes Stück und Louise Brown hat vorher an ihrer Schulzeit erinnert, wo man täglich das “Vater unser hinuntergleiert, also “But deliver us from the evil”, sie hat aber noch nicht lesen könnend, “eagle” also “Adler” verstanden und sich den dann mit seinen Schwingen vorgestellt.

Nützlich sind die Kapitel, wo sie beschreibt, wie schwer es ist ein Haus oder Wohnung auszuräumen und von welchen Gegenständen man sich trennen muß oder soll. Heute hört man ja ,alles wegschmeißen, was man nicht braucht. Aber die fünfzehn teekannen des Vaters oder Krawatten des Ehemannes können hilfreich sein oder auch stören. Also muß man, glaube ich, selbst entscheiden, wie man damit umgehen soll und richtig, Louise Brown, die ja nach den Tod ihrer Eltern den Beruf wechselte, hatte keine spezielle Ausbildung, als sie ihre erste Angehörige anrufen sollte. Bei uns ist das, glaube ich, umgekehrt, da ruft man den Trauerredner an. Sie saß aber vor dem Telefon und wußte nicht, was sie sagen sollte?

Der Bestatter riet ihr dann zu “Guten Tag, ich bin die Trauerrednerin, mein herzliches Beileid, auch wenn ich Ihre Mutter nicht gekannt habe!”

Das erinnert mich an die Ärztin oder Stationsschwester im Wilhelminenspital, in das mein Vater ja schon sterbend gekommen ist, aber trotzdem nach seinem Tod, wahrscheinlich aus Abrechnungsgründen noch auf die Station aufgenommen wurde und die Schwester oder Ärtzin, das dann zu mir sagte, obwohl sie meinen Vater nicht gekannt hat.

Was sagt man also?

“Mein aufrichtiges Beileid!”, wenn man beim Begräbnis an den Angehörigen vorbeimarschiert, was dann meistens nicht ganz ehrlich ist. Da ist das Englische wieder mal besser, wenn man “I am sorry for your loss!”, sagt. Da kann ich anfügen, daß ich beim Begräbnis meiner Schwiegermutter, die ich ja seit März 2020 niemanden mehr die Hand gebe, das beim zweiten aufgab und dachte, das kann ich jetzt nicht mehr, denn jetzt muß ich ja das Beileid entgegennehmen und mir nachher gleich die Hände wusch.

Im zweiten Teil “Leben mit der Trauer”, die Teile sind nicht immer scharf voneinander abgegrenzt, sondern schwappen wie ich finde ineinander über und Loise Brown gibt sowohl Fallbeispiele, als auch Erfahrungen aus ihrem Leben, wundert sie sich ein bißchen, daß die Angehörigen, das Begräbnis meistens schnell und konventionell hinter sich bringen wollen, könnten sie doch ihre eigenen Reden halten und oder sogar den Sarg selber tischlern. Ich denke, daß das wohl mit der Trauer zusammenhängt und da wären wir schon beim Thema und da kann ich mich erinnern, daß beim Tod meines Vater, die Trauer erst viel später kam und viel länger, als erwartet dauerte, denn bis zum Begräbnis war ich durch die Formalitäten abgelenkt.

Dann kommt Louise Brown zu den Konflikten, die beim Trauergespräch auch höchstens nur angedeutet werden. Natürlich denke ich und die Trauerrednerin ist auch keine Therapeutin und man soll dem Toten ja nichts Schlechtes nachsagen, muß aber die Konflikte, die man mit dem Vater oder der Mutter vielleicht trotzdem hatte, höchstwahrscheinlich aufarbeiten.

Die nächste Idee finde ich originell, nämlich sich seine Trauerrede selber schreiben und ich kann mich erinnern, daß ich beim Begräbnis der Valerie Szabo das erste Mal erlebte, daß die Familie die Reden hielt, beziehungsweise ihre Texte las.

“Wow!”, habe ich gedacht und dann den “Letzten Versuch” geschrieben, den könnte ich der Anna übergeben oder in meinem Testament festlegen, daß das gelesen werden soll.

Das habe ich damals kurz gedacht und denke jetzt, ich werde es nicht tun, denn, nach mir die Sintflut! Mein Leben leben, wie mein Bebgräbnis werden wird ist mir egal obwohl ich eigentlich schon ein Wunschdatum, nämlich den 13. 3. 1933 hätte und mir als ich dreiunddreißig war dachte, daß ich mit sechsundsechzig sterben möchte und dann kommt Louise Brown zu der Frage des Warum?, die, die Angehörigen wahrscheinlich manchmal an sie stellen und für die es höchtwahrscheinlich keine Antwort gibt.

“Die Endlichkeit annehmen” , heißt der dritte Teil und hier beginnt Louise Brown mit der Natur und dem Hund, den sie hat, weil seine Besitzerin ihn nicht länger versorgen konnte. Dann wird sie wieder sehr persönlich und schreibt, daß es ihr schwerfällt zuzugeben, daß sie zwei Jahre brauchte, bis sie das Grab ihrer Eltern besuchen konnte. Ich finde das sehr sehr normal obwohl man sich das meistens nicht leeisten zu können glaubt, denn das Trauern braucht Zeit und die Frage, was bleibt, der Buchtitel, ist auch sehr interessant zu interpretieren.

Denn da heißt es ja, der Tote lebt in einem weiter. Louise Brown meint, es wäre die Erinnerung in der er lebt und die, füge ich an, verändert sich und insofern lebt der Verstorbene dann doch in einem weiter und es sind auch die Spuren, die bleiben.

Louise Brown scheint das zwar ein wenig anders, wie ich zu interpretieren, aber ich werde, glaube ich, ihn meinen Büchern weiterleben. Denn die bleiben wahrscheinlich in der einen oder anderen Form, auch wenn sie die Anna in zwanzig Jahren in die Mülltonne kippt oder in den Bücherschrank stellt und dann verbreiten sie sich sowieso. Interessant ist bei mir, daß ich das bei meinen Körper anders sehe, denn da will ich keine Organentnahmen und mich auch verbrennen lassen, damit mich niemand ausgraben kann.

Louise Brown hat da auch ihre eigene Vorstellung, die sich verändert haben und da kommt dann schon die Frage, will man alleine oder im Kreise seiner Lieben sterben?

Vorher wird noch das “Death Cafe” erwäjhnt, wo man zusammen kommt und über das Sterben spricht. Eine Art Sterbeseminar, wie es das in der Krankenpflegeausbildung gibt und das, wie ich auch Erfahrung weiß, meistens sehr gefürchtet wird.

Natürlich, der Tod wird meistens verdrängt, weil er Angst macht und ich denke der eigene Tod wird wahrscheinlich auch ganz anders ausfallen, als man es sich gewünscht oder vorgestellt hat. Trotzdem finde ich es gut, darüber nachzudenken und weil wir schon beim Sterben im Keis der Lieben sind, ist das, was auch Louise Brown so thematisiert, etwas, was seit zwei Jahren meistens verwehrt wird. Da stirbt man ja zwangsweise allein im Krankenhaus oder Pflegeheim und da berichtet sie von einer Frau, die auf ihre übliche Frage, wie es ihr ginge “Beschissen!”, antwortete, denn sie durfte ihre Mutter schon lange nicht mehr besuchen und da sind wir, glaube ich, schon bei der Veränderung des Themas Sterben, denn das wurde durch Corona verändert, wo man das ja nicht soll, aber höchstwahrscheinlich trotzdem muß und wenn man hört, es wird nur noch “Geimpft, genesen oder gestorben!”, heißen, um zur Impfung zu motivieren, kann man nur antworten “Stimmt!”

So wird es sein, wenn auch wahrscheinlich nicht gleichzeitig, sondern nacheinander, denn auch die Geimpften werden irgendwann und wenn auch an etwas anderen sterben und den Virus kann man wahrscheinlich auch bekommen ohne es zu merken oder krank zu werden.

Ein interessantes Buch, das ich jeden nur empfehlen kann, denn es kann nicht schaden sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Man lebt dann sicher besser und unbeschwerter denke ich und wer davor Angst haben sollte, dem kann ich den Ausspruch von Prof Musalek wiedergeben “Wo der Tod ist, ist man nicht und wo man ist ist der Tod nicht!”, also keine Angst sich mit dem Thema zu beschäftigen, an seine Verstorbenen denken und sie in sich weiterleben lassen, wenn man möchte. Ihnen zu verzeihen ist wahrscheinlich auch ganz gut, wenn das nötig sein sollte, aber auch das braucht wahrscheinlich seine Zeit und die sollte man sich ruhig geben und ich gehe eigentlich nicht so gerne auf Friedhöfe, um dort Blumen zu gießen, verstehe es aber gut, wenn eine alte Frau oder ein alter Herr dorthin gehen, um ihren Mann oder seine Frau zu besuchen und sich mit ihnen zu unterhalten. Darüber gibt es Bücher und Filme und ich habe auch schon darüber geschrieben.

Die Gegenstimme

Jetzt kommt schon das fünfte Buch der Bloggerdebutshortliste, und es ist eines über dessen Wahl ich, wie bei “Adas Raum” sehr froh bin, denn ich lese mich ja gerne durch die österreichische Gegenwartsliteratur, habe da auch eine Lesung gestreamt und hätte es mir wahrscheinlich bestellt, wenn ich nicht so eine elendslange Leseliste hätte. Jetzt habe ich es gelesen und, daß es ein politisches Buch ist, das auf die Liste gekommen ist, freut mich auch, denn ich lese ja gerne politische Bücher und das Thema “Anschluß” interessiert mich ja auch sehr.

Der 1983 in OÖ geborene Thomas Arzt, ist, wie Ferdinand Schmalz Dramatiker und das merkt man seinem Text auch an. Verwendet er doch eine Art Kunstsprache, in der die Sätze nicht zu Ende geschrieben werden und bei den Worten oft das “e” fehlt. Das habe ich bei meiner “Mimi” auch gemacht. Hier wird dadurch der oberösterreichische Dialekt, glaube ich, erhöht, denn die Geschichte, die in einem oberösterreichischen Dorf, am zehnten April 1938 spielt, der Tag, wo man für den Anschluß stimmen konnte oder mußte, hat, glaube ich, autobiografischen Hintergrund.

War es doch der Großonkel des Autors, der damals als einziger im Ort mit “Nein” gestimmt hat. Meine Mutter hat das in Wien, glaube ich, auch getan und Thomas Arzt macht nun aus dem Tag ein literarisches Szenario, denn es gibt eigentlich keine Handlung und auch keinen Spannungsbogen, deshalb tut man sich, speziell im deutschen Raum mit dem Lesen Anfangs wahrscheinlich ein wenig schwer, denn Thomas Arzt reit in seinem Buch die Stimmen der Dorfbewohner aneinander.

Da gibt es den zweiundzwanzigjährigen Karl Bleimfeldner, den Schustersohn, der in Innsbruck Geschichte studiert. Der kommt zur Abstimmung heim ins Dorf und hat die einzige Gegenstimme abgegeben. Die anderen wollen das zum Teil vielleicht auch, traun sich oder können das dann aber nicht. Denn es gab zwar eine Wahlkabine, aber da sollte man eigentlich nicht hinein und die nationalsozialistische Dorfjugend ist auch von Haus zu Haus gegangen und hat die Leute zur Abstimmuing getrieben, beziehungsweise markiert, wenn sie noch nicht dort waren.

Da gibt es die Cilli, die Bürgermeistertochter, die ist ein nationalsozialistisches Mädel oder doch nicht so ganz, denn sie schminkt sich und raucht und das sollte, glaube ich, die “Deutsche Frau” nicht tun. Ihr Freund Oskar ist ein strammer Nazi und so zieht sie mit ihren Geschwistern in die Berge hinauf, um nach dem Karl zu suchen, denn der ist mit seinen Eltern und Geschwistern nach der Abstimmung zu einer Jausenstation gezogen und dann im Wald verschwunden. Vorher hat er sich noch mit seinem Vater überworfen, weil der ein “Ja-Sager” war und gefragt ob er in Zukunft sein Geschäft aufmöbeln will, in dem er Soldatenstiefel schustert?”

Aber der hat den Patres im Koster die Schue kostenlos gemacht, damit der Sohn studieren durfte und die Mutter hat dort die Wäsche geflickt.

Man sieht, es ist nicht so einfach mit dem “ja” oder “nein” sagen und das kann man auch an der heutigen Situation merken.

Ein interessantes Buch und ich bin froh, es jetzt gelesen zu haben und schon sehr gespannt, was die Bloggerjurie dazu sagen wird?”

Plakat- und Coversuche

Nach Wien zurückgekommen geht es weiter in das neue Jahr, in das Lese- und Schreibjahr, beim Lesen ist das Bloggerdebut daran, da lese ich mich gerade durch den Thomas Arzt und was mein Schreiben betrifft, gibt es ja wieder den “Plan dein Romanschreibjahr-Kurs”.

Ich korrigiere mich ja gerade durch den “Arbeitstitel”, diese relativ kurze Erzählung und schaue, daß das “Seitengewitter” und die “Die hundert Seiten” erscheinen können. Die liegen ja beim Alfred. Der Beschreibungstext ist da die Cover fehlen noch. Da bin ich bei schon zweiundfünfzig vorhandenen Indiebücher ein wenig ratlos, was ich nehmen soll? Ein Foto ja. Ein paarmal hat mir da die Anna das Design gezeichnet, einmal hat der Alfred eine Ilustratorin beauftragt und beim “Corona-Texte-Buch” hat er das Foto von der Jesuitenwiese ganz über das Buch gezogen, was das Erscheinungsbild stark verbesserte.

“Ein Foto von einer Wiese!”, hat er bei den “Hundert Seiten” gesagt und da ist mir das Foto vom Volksstimmefest eingefallen, was er mal vor Jahren machte und ein Graffiti “My body my Choice” hat er vor kurzen auch entdeckt, aber das mußte erst fotografiert werden.

Fotografieren war überhaupt das Stichwort, denn da gibt es ja eine Plakataktion der Rechtswälte Hölllwarth & Scheer, die gegen die Impfpflicht auftreten und die haben ein paar hundert oder so “Gemeinsam gegen Spaltung der Gesellschaft- Plakate” in ganz Österreich aufhängen lassen und man soll sich darunter aufstellen und sein Gesicht zeigen. Also ein Selfie machen und es ihnen dann schicken. Schickt man fünfzehn bekommen die ersten zehn ein Flasche Chamapagner.

Da sind wir wahrscheinlich nicht schnell genug oder auch nicht so gut bei Fuß. Aber in der Krongasse gibt es schon ein paar Häuser weiter von unserer Wohnung zwei Plakate und in der Schäffergasse, wo einmal der Helmut Eisendle wohnte, auch. Die in der Krongasse habe ich schon am Montag gesucht, als wir von Harland zurückgekommen sind. Aber da war es finster, also haben wir die Fotografiertour auf heute verschoben.

Spazierengehen darf man ja auch im Ni-Lockdown und das Fotogrrafieren des Graffitis am Donaukanal kann man auch als Arbeitstätigkeit sehen. Trotzdem war es wieder haarig. Denn es gab, als wir um zwei , als es noch hell genug war, eine Pressekonferenz bezüglich der neuen Maßnahmen, denn das Omikron- Virus hält ja die ganze Welt in Atem und die Zahlen sind seit Silvester enorm angestiegen, so daß man hört, die Infrastruktur fällt zusammen, wenn halb Österreich in Quarantäne ist und da gab es schon vor zwei zu hören, die Maskenpflicht in Freien kommt, wenn kein zwei Meter Abstand gehalten werden kann, damit man keinen Lockdown braucht, denn da schreien jetzt ja der Handel und die Gastronomen auf, daß sie das nicht wollen.

Also Maskenpflicht im freien, was wahrscheinlich meine Marktbesuche und die Demonstrationen betrifft. Also nur Onlinedemonstrationen und das Bloggen darüber und heute konnte man die Fotos beziehungsweise einen Spaziergang machen. Was ich eigentlich auch für nötig halte, denn wenn ich jetzt bis Sommer nicht aus dem Haus komme, ist das sicher nicht gesund und ich merkte das ja schon in Harland, daß mir das Radfahren immer schwerer fällt

Also um zwei bei schönen Wetter zwei Fotos in der Schäffergasse gemacht, dann über den Ring zum Donaukanal spaziert und dort das Graffiti suchen. Das gab es bei der Salztorbrücke und dann über die Stadt zurück. Beim “Demel” stand schon eine ganze Schlange wahrscheinlich, um den berühmten Kaiserschmarren an. Masken habe ich dabei nicht viele gesehen. Aber das kommt wahrscheinlich erst in ein paar Tagen.

Also ein schöner Spaziergang. De Straßen waren ziemlich voll und, ich glaube, es waren auch einige Touristen dabei. Schanigärten gab es auch zu sehen, wo die 2G kontrollierten dann in Decken gehüllt im Freien saßen und einen Kaffee schlürften. Sah ein bißchen makaber aus. Aber das ist wahrscheinlich die ganze Situation und jetzt schauen wir, wie es mit Omikron weitergeht?

In Kitzbühel hat das Virus ja, glaube ich, über Weihnachten durchgeschlagen, so daß sich dort ein Gastronom einen Lockdown wünschte, weil er kein Personal mehr hatte, aber dieses war nicht krank. Also gibt es auch veränderte Quarantäneregeln und schauen, wie es mit dem Virus und der Impfpflicht weitergeht und über die Frauen, über die meine Emma mit Hilfe ihres Onkel Bernhard einen Roman schreiben will, habe ich mir auch Gedanken gemacht und bin da auf die “Fromme Helene”, also eine Trinkerin, gekommen, da habe ich auch meine “Kerstin” und das Gretchen, die kommt vielleicht in der “Dora Faust” ,vor und dann auf die Effie Briest, die ich erst lesen muß, gedacht.

Aber das kommt erst später, wenn ich mit dem Korrigieren des “Arbeitstitel” fertig bin und bis dahin gibt es noch eins zwei “Romanjahrplan-Seminare” und dann kann ich noch meine Romanidee auf ihre Lesertauglichkeit abklopfen.

Schreibfortschrittsbericht

Am Tag vier des “Plan dein Romanschreibjahr-Kurses” der Romanschule von Jurenka Jurk, den ich heuer wieder mehr oder weniger fleißig mache, bin ich. während ich ja noch meine Kurzstory “Arbeitstitel Wien 2021” korrigieren, da bin ich jetzt schon bei Szene 22, bin ich gestern Nacht, nachdem ich vorher ein paar Mal geschrieben habe “Ich habe keine Idee! Ich bin ausgeschrieben!”, auf eine Idee für etwas Neues gekommen.

Eigentlich war es während des gestrigen Kursvideos, des Zaungastcoaching wo man die Korrektur einer Szene eines Fantasyromans von Verena Blumengeld beobachten konnte, auf den ersten Einfall gekommen. Denn da hat eine Teilnehmerin von einem achtzigjährigen Onkel gechattet, der Lektor ist und gefragt, ob sie sich an ihn wenden soll oder ob der im Stil vielleicht schon veraltet ist?

Und alte Menschen springen mich ja immer an. So habe ich ja im “Seitengewitter” auch einen achtzigjährigen Psychiater, der in einer Seniorenresidenz lebt und sich nicht impfen und nicht testen lassen will, keine Maske trägt und deshalb mit der Oberschwester in ständigen Clinch gerät und da habe ich gedacht, das ist spannend. Dann bin ich schlafen gegangen und in der Nacht oder war es schon am Morgen in der Badewanne beim Lesen von “Adas Raum” wahrscheinlich, die ja in einige Identitäten springt, habe ich wieder an meine “Alten Frauen” gedacht.

Da habe ich mich ja vor einiger Zeit in die “Alte Schmiede” gestreamt, wo Mieze Medusa ihren neuen Roman vorstellte und dabei erwähnte, daß es keine alten Frauen in der Literatur oder keine alten Autorinnen gibt. Da habe ich ihr ein Mail geschrieben und mich empört.

“Kennen Sie alte Romanheldinnen?”, hat sie mich gefragt. So schnell fallen einen dann keine ein, obwohl meine Protagonistinnen natürlich mit mir älter werden, dann habe ich die “Hundert Seiten” geschrieben”, wo es ja um eine feministische Oma, einen Corona kritischen Sohn und eine Enkeltochter die nach ihrer Corona-Matura Gender studieren will, geschrieben und in der Badewanne habe ich gedacht, ich könnte eine junge Autorin nehmen, eine Ana, Amma oder Amalia, um nicht zu sagen Ada, die einen Roman über alte Frauen schreiben will oder die miteinander verknüpft. Also ein paar Romanheldinnen hernehmen und sie miteinander verbindet und zu dem alten Onkel geht sie zur Beratung und tauscht sich mit ihm darüber aus.

Das habe ich in mein Notizbuch geschrieben und werde weiter meinen “Arbeitstitel” korrigieren. Wenn ich damit fertig bin, ich schätze so im Februar, März wird das sein, kann ich ja in die Planung gehen und mir da auch Jurenka Jurks Romanfahrplan als Vorbild nehmen oder meine Romanidee abklopfen.

Da hat es in den letzten Jahren ja immer ein eigenes Webinar gegeben. Am Sonntag gibt es das wieder, aber diesmal über einen ganze n Tag und kostenpflichtig. Aber ich kann, da ich das Seminar ja schon machte, das allein ausprobieren, schreibe ich ja schon länger als die meisten Coaches und bei den Arbeitsblätter, die ich bisher ausfüllte, habe ich meistens geschrieben, daß ich eigentlich keine wirkliche Veränderungsmöglichkeit sehe.

Iich kann natürlich versuchen besser ,tiefer, bunter, etcetera zu werden, aber eigentlich geht mir ja die Aufmerksamkeit, der Verlag, der mich nimmt, damit ich nicht immer mit meinen fünfzig selbstgemachten Büchern dastehe oder einen Preis, den ich gewinne, sehe aber keine Möglichkeit da etwas zu verändern, denn ich habe ja schon ein Marketing. Also die Vorschauen, die Gewinnspiele, die Buchpräsentation. Um Lesungen habe ich mich auch immer bemüht, aber da sind meistens nicht sehr viele Leser hingekommen und jetzt im Lockdown mit 2G und FFP2-Maske fällt das auch noch weg.

Aber natürlich ist mein Wunsch wieder etwas Längeres zu schreiben und vielleicht von Corona wegzukommen. Das wird zwar schwer sein, wenn der Text in der Gegenwart spielt, wie zum Beispiel bei den “Hundert Seiten” und da die Masken und das Testen wegzulassen. Das wäre ja nicht realistisch, aber wenn ich mit ein paar Romanpersonen arbeite und die zum Leben erwecke, bin ich ja in einer anderen Zeit und habe dann damit kein Problem.

Das wird ein wenig Vorarbeit nötig machen und das will ich ja auch. Mich tiefer in die Materie einarbeiten und vielleicht nicht so schnell sein. Mal sehen, jetzt ist ja noch der Kurs und da ist heute wieder das Thema “Show not tell”, cdran, da habe ich ja schon zweimal eine Szene geschrieben und dann in mein Romanplanjahr oder in die Recherche, wenn ich mit dem Korrektieren des “Arbeitstitel” fertig bin. Da weiß ich schon das Cover

Denn da nehme ich meine “Wiener Verhältnsse” her, wo die Edith Brocza einmal die Freiheitsstatue für einen Wiener Beserlpark gehalten hat, was auch ein wenig irritierend war, obwohl ich das Foto ja nicht gemacht habe. Denn wenn man es genau nimmt, ist der Text eine Fortsetzung meines erstens “Digis”. Denn die Joana Bernard ist die Ururenkeltochter des Jakob Mandelbaums, der in den “Verhältnissen” der Held war, der ist in der Reichskristallnacht oder im Novemberprogrom von Wien über Frankreich nach New York emigiriert. Seine Ururenkeltochter und die Enkeltochter der Hanna Richter, die ihm damals interviewte, reist von N Y nach Wien, um ein Drehbuch über die Pandemie von 2021 zu schreiben.

Eine Coveridee für die “Hundert Seiten” haben wir auch schon, nämlich ein Foto, das der Alfred einmal am Volksstimmefest machte, das passt vielleicht zu der Grillparty der Lore Spielberg und bezüglich des “Seitengewitters” hat der Alfi ein Graffity gesehen “My body my choice”, das er fotografieren will.

Man sieht es geht etwas weiter und wenn ich meine Leser für meine fünfzig selbstgemachten Bücher interessieren könnte, würde mich das freuen, weiß aber nicht wie das geht und so schnuppere ich bei den kostenlosen Kurs ein wenig mit, der ja immer sehr informativ ist, obwohl ich keine wirklichen Veränderungsmöglichkeiten sehe, denn mich hat ja immer das mangelnde Feedback, “Wow, so schlecht!”, was mir hier zum Beispiel einige Leser, wie beispielsweise auch der Uli schrieben, in der GAV, das einmal Thomas Rothschild meinte und ganz am Anfang als ich der Monika und dem Gerhard meine “Einladung zum Tee” zeigen, haben die auch gesagt “Das schlecht, aber wir wissen auch nicht wie man es besser machen kann!”

Das ist jetzt vorbei. In der Romanschule oder in der diesbezüglichen Ausbildung bekommt man sicher konstruktives Feedback und dann kann man seinen Roman auch selber herausbringen oder an Verlage schicken. Das habe ich vor 2000 auch einige Jahre lang gemacht. Aber jetzt versuche ich das nicht mehr, denn jetzt habe ich ja meinen Blog, und der ist mein Fenster zur Welt auch wenn ich ich vielleicht mein treuester Fan bin.

Adas Raum

Buch vier des Bloggerdebuts “Adas Raum” von der 1972 in London geborenen Sharon Dodua Otoo, die 2016 mit einem sprechenden Ei, glaube ich, den Bachmannpreis gewonnen hat und dann dort einmal die Eröffnungsrede ,hielt und da fragt man sich warum stand das nicht auf der “Deutschen Buchpreisliste” oder besser noch warum hat es nicht gewonnen, ganz ehrlich ich würde es vor die “Blaue Frau” reihen, aber mal sehen, vielleichts klappts mit dem Bloggerdebut. Meine Stimme hat es, glaube ich, aber ich muß ja noch den Thomas Arzt lesen, also nicht vorgreifen. Es ist jedenfalls, was ja nicht schwer ist, das beste Buch das ich in diesem Jahr gelesen habe und das letzte von 2021 war Martina Cavaldetschers “Erfindung des Ungehorsams” und da ist interessant, daß man da schon die namensgebende Ada, die mir bisher unbekannt war, kennenlernen konnte.

Augusta Ada King-Noel, Countess of Lovelace, 1815-1852, die Tochter des Lord Byron, Mathematikerin und Computerpionierin, die wie Sharon Dodua Otoo andeutet auch ein Verhältnis mit Charles Dickens hatte.

Martina Cavaldetscher beschreibt sie in Verbindung mit einer Sexpuppe und deren Erzeugerin, Sharon Dodua Otoo macht es noch tiefgründiger und ausgefuchster und geht nach Westafrika ins fünfzehnte Jahrhundert zurück. Da stirbt ein Kind der ersten Ada, dem sie unbedingt ein Fruchtbarkeitshalsband ins Grab oder ins Wasser in das sie den Leichnahm schmeißen will, mitgeben will und es endet in Berlin mit der Geburt eines Kindes, das die dortige Ada dort zu Welt bringt, die kommt aus Ghana und hat einen Putzmann als Vater. Das Armband spielt auch eine Rolle und zieht sich durch das ganze Buch, das den Feminismus, wenn ich ihn richtig deute, mit der Fruchtbarkeit verbindet und Ada ist viele.

Die Urmutter im fünfzehnten Jahrhundert, die schon erwähnte Ada Lovelace und dann eine Ada die in einem KZ 1945 das Bordell bedienen muß.

Da wurde Sharon Dodua Otoo, glaube ich, bei der “Literatur im Herbst” gefragt, ob eine Frau mit afrikanischen Wurzeln über ein deutsches KZ und den Holocaust schreiben darf?

Sie darf natürlich, wie eine weiße Frau über den afrikanischen Kolonialismus, eine Hetero Frau über Lesben oder Tran oder eine, die wie ich, nie einen haschte über den ersten Joint,, denn man muß ja nicht in der Bratpfanne liegen um zu wissen, was ein Fisch dort fühlt, ein Zitat das Jurenka Jurk, glaube ich, gern erwähnt.

Aber zurück zum Buch, das in Schleifen erzählt wird und ständig von einer Ada zu der anderen switscht und ,um das Ganze noch komplizierter oder origineller zu machen, der Erzähler wechselt auch ständig seine Identität. Einmal ist er ein Besen mit dem Ada I geschlagen wird, dann der Türkneifer von Ada Lovecrafts Residenz, dann das Zimmer im KZ-Bordell oder der Paß in dem die letzte Ada von London , glaube ich, nach Deutschlad reist oder war es von Ghana nach London?

Autobiografische Details der Autorin sind wahrscheinlich auch zu finden und was auffällt, ist die Originalität die ja schon im Frühstückei beim “Bachmmann-Preis” zu finden war und der Paß, der Türöffner, etcetera spricht dann auch noch mit dem lieben Gott und läßt sich von ihm die Welt erklären.

“Nu is aba jut, sagte Gott, Jib ihm das Ding zurück”.

Nun ja, wir sind in Berlin oder auch in Totope, bzw. in Khonstein bei Nordhausen oder in Stratford-le-Bow und die einzelnen Kapitel tragen Namen, wie “Unter den Zahnlosen”, “Unter den Betrogenen”,” Unter den Glücklichen” und das wird dann, weil es ja die Schlefen gibt, auch noch wiederholt.

Ein tolles Buch. Ein originelles mit einer starken wortgewaltigen Sprache. Illustrierte Frauenbildchen gibt bei den Kapitelanfängen auch und ich wiederhole, das erste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe und wenn ich ein wenig schneller gewesen wäre, hätte ich es auch noch nach dem der Martina Cavaldetscher, das den Schweizer Buchpreis bekommen hat, aber kein Debut ist, gereiht.

Mit neuen Kalendern und gegen Spaltung der Gesellschaft ins neue Jahr

Wir sind wieder nach Wien zurückgekommen um den Rest der Weihnachtsferien dort zu verbringen. Das heißt die Weihnachtsdekorationen in den Keller räumen. Die alten Kalender herunternehmen und die neuen für 2022 aufgehängt und da habe ich wieder ein paar schöne, abgesehen von denen, die die Hilfslorganisationen jährlich schicken.

Da schickt die “Hilfsgemeinschaft der Blinden” immer einen mit einem schönen Bild und auf der Rückseite mit einem Kochrezept.

“Vier Pfoten” hat einen, auf denen Tiere abgebildet sind. Da gibts im Jänner einen Bär zu sehen und dann hat mir heuer auch der “Ohrenschmaus”, der Literaturpreis für und von Menschen mit Lernschwierigkeiten, wo ich seit 2007 in der Jury bin, einen zugeschickt.

Da gibt es einiges Bekanntes zu entdecken. So hängt im Jänner ein Gedicht von Michael Wilhelm an der Wand:

“Ich bin ein Schreiberling

Ein dicker Mensch

Ich bin ein WC Hocker

Ich bin ein Blindgänger

Als Mensch könnte ich auch durchgehen”

“Das Leben ist … ausgefüllt von lieben Menschen

….mit Auf und Ab wunderschön

Ich will mehr davon”, schreibt Cornelia Oberladtstätter im Februar.

Peter Gstöttmaier der “söbständi-Dichter” ist im März verewigt und so geht es weiter mit David Tritschner, Sebastian Zipser, Mustafa Akmaz, Silvia Hochmüller bis zu Julian Messner im Dezember, der über den “Rhythmus seines Herzschlages” schreibt, alles schön illustriert und alles glaube ich auch ehemalige Preisträger und da sind wir schon bei den Literaturkalendern, die ich ja vom Alfred Jahr für <jahr getreulich zu Weihnachten bekomme.

Da gibt es diesmal den der “edition momente” mit “Momenten der Erinnerung”.

Da gibts in der Woche vom dritten bis neunten Jänner eine junge Simone de Beauvoir im roten Pullover zu sehen.

“Ich kroch in die Höhlung unter dem Schreibtisch und hockte dort, in Finsternis gehüllt. Es war da dunkel, es war warm, und das Rot des Moquettenteppichs tach mir lebhaft in die Augen. So verging meine allererste Zeit. Ich schaute, tastete und machte in warmer Geborgenheit Bekanntschaft mit der Welt.”

Und den berühmten “Arche Literatur Kalender” zum Thema “Aufbrechen& und Ankommen” gibt es auch. Da sieht man Siri Hustvedt und Paul Auster am Cover und in dieser Woche Nora Bossong von der ich ja zwei Bücher gelesen habe und dann vielleicht nicht ganz so literarisch, aber in meiner Wohnung wohlgefüllt gibt es wieder einen immerwährenden Kalender aus dem “Holzbaum-Verlag”.

Da habe ich ja scchon einen von Oliver Ottitsch, im Jahr 2021 gab es auch einen und jetzt geht es um “Yogatoons”, die man sich ja gerne immerwährend ansehen kann. Also streifen wir durch. Den “Sonnengruß” mit einem verbrannten Maxl gibts am Cover. Alff hat das gezeichnet.

Im Jänner will ein Yoga Fan “Oh Hatha Yoga?”, von einer verkrümmten Figur wissen. Aber nein “Hat er nicht. Er ist nur unglücklich gestürzt.”

Im Februar hat Birgit Dodenhoff drei Elefanten im Achtsamkeitsseminr gezeichnet, während es im März zu einen “Mediationskurs” mit Nilpferden geht.

Den April hat Clemens Ottawa gezeichnet “Ach… Ihr Mann macht jetzt Yoga?”, fragt eine Frau.

“Ich Bitt ´Sie nicht albern sein! Besoffen ist er und aufstehen will er…” Ja das Leben ist schwer und kann zu Verwechslungen führen.

Semrad hat im Mai” Yogavideos behind the Scenes”, die man sich unbedingt ansehen sollte, gezeichnet.

Fussel hat im Juli ein “Autogenes Training für Hunde” und “Yoga im Mittelalter” beginnt in der Folterkammer “mit ein paar einfachen Dehungsübungen.”

Weiter gehts mit Reinhard Alff im Oktober und November, das eine Mal mit einer “Antiraucher-Kur ” das andere mit Energiesparlampen bis es dann im Dezember zu “Yoga für Fotgeschrittene” geht”

Also auf in ein schönes, literarisches, tierisches oder auch nur humoristisches Yogajahr und wenn man gegen die “Spaltung der Gesellschaft” etwas machen will, kann man sich an der Plakataktion der der Rechtsanwälte Höllwarth und Scheer beteiligen, wo man sein Gesicht zeigen kann.

www.keine Impfpflicht.at

Junge mit schwarzen Hahn

Jetzt kommt schon Buch drei der diesjährigen Bloggerdebuts tund es ist eines das mir bisher unbekannt war. Das Debut der 1974 in Hanover geborenen Stefanie vor Schule und da ist es interessant welchem Genre es zuzuordnen ist? Ist es ein Märchen, eine Parabel, ein Entwicklungsroman?

“Eine außergewöhnlicher Debutroman und eine literarische entdeckung”, steht am Buchrücken.

Ich hätte es eher für das Außenseiterbuch gehalten, das meistens auf den Bloggershortlists gibt. Das ist es wohl nicht und erinnert auch ein bißchen an den “Halbbart”., der ja auch dei “Diogenes” erschienen ist. Es spielt in der Vergangenheit und in Zeiten während oder nach einem Krieg. Mittelalter habe ich irgendwo gelesen. Ich würde eher an den dreißigjährigen Krieg tippen und es spielt in einem Dorf, in das ein Maler kommen soll, um die Kirche auszumalen. Der wird von den drei Dorfältesten, den Seidel, den Sattler, und den Henning dorthin geführt, aber sie finden den Schlüßel nicht. So schicken sie den elfjährigen Martin, das ist der Junge mit dem schwarzen Hahn, den alle für den Teufel halten, ins Nachbardorf, um den Pfarrer danach zu fragen, denn das Dorf hat keinen eigenen.

Der Martin ist ein aufgewecktes Kind, aber auch irgendwie ein Ausgestoßener, denn sein Vater der einmal bei den “Schlafspielen” teilnehmen wollte und darob verrückt wurde und darauf seine Frau und seine Kinder erschlug. Jetzt lebt Martin im Dorf, ist ein bißchen in die Franzi verliebt, die im Gasthaus hilft und weil er ein kluges Kind ist, errät er auch das Geheimnis, wo der Schlüßel ist, verrät es den drein, die recht derb und brutal zu ihm sind, nicht, sondern schlägt ihnen vor eine kleine Tür einzubauen.

Der Maler malt nun den Christus mit dem Martingesicht und die Maria mit dem der Franzi, was die Dorfbewohner nicht goutieren. Der Martin soll nun mit der Godel auf den Markt und wird dabei Zeuge, wie ein Reiter ihr Baby raubt. Das ist schon früher so vorgekommen und so beschließt der kluge Martin mit dem Maler fortzugehen und die Babies zu retten.

Er verläßt aber dann den Maler, weil der ein bißchen liderlich ist. Er trifft auf den Reiter, rettet ihn und kommt in ein Schloß, wo der Maler eine Familie malen soll. Das war, glaube ich, schon vorher und das Makabre an der Sache ist, daß der Junge, der mitgemalt werden soll, schon tot ist. Ein Diener zündet dann auch noch das Schloß an, so daß alle flüchten mußen.

Der Junge mit dem Hahn, den er oberhalb oder auch unterhalb seines Hemdes trägt und der sprechen kann, trfft dann auf einen Spaßmachen und kommt mit ihm in das Schloß der Fürstin, die eine recht grausame Person ist. So finden sie zum Beispiel vor dem Schloß, die Leiche einer ihrer Hofdamen, denn die Fürstin verträgt, wie die Königin im Schneewittchen nicht, wenn jemand jünger, als sie ist. Die Fürstin, die die Kinder rauben läßt, stellt sich heraus, ist schon recht alt und die Knder werden auch immer wieder ausgetauscht und um einen Wunsch an die Fürstin zu haben, muß Martin, wie sein Vater auch an den “Schlafspielen” teilnehmen. Da darf man nicht schlafen. Martin gewinnt und sagt der Fürstin, er will die Knder zurückbringen. Die bekommt er aber erst, nachdem sie stirbt. So bringt er den Jungen und das Mädchen wieder an ihr Elternhaus zurück.

Ihn treibt es dann in sein Heimatdorf, obwohl der Maler mit dem er wieder zusammen ist, davon abrät. Aber er hat Sehnsucht nach der Franzi, um die die drei Ältesten würfeln. Aber Martin verrät nun das Geheimnis, um den Schlüßel. Den hatte der verrückte Organist, der inzwischen tot aufgefunden wurde, in seiner Tasche. Franzi und Martin bekommen sich und die drei Ältesten würfeln weiter.

Eine interessante Geschichte, deren Sinn und roten Faden ich nicht ganz verstanden habe und auch nicht so genau weiß, was die einzelnen Metaphern und die Fingerzeige, die darin vorkommen, bedeuten sollen, beziehungsweise nicht ganz weiß, was die Parabel ausdrücken will?

Die Sprache ist schön. Martin und die Dorfbewohner sind arm. Der Krieg wütend und alles stinkt und ist ungepflegt, wie im “Hammer”, und die Welt ist wie man wohl auch schon in anderen Büchern gelesen hat und wahrscheinlich auch so festgestellt hat, unendlich grausam, nur Martin schön und gut und weiß auch was er will, was ich ebenfalls nicht ganz verstanden habe.

Ins Roman- und Lesejahr

Nachdem die Ruth nach dem Frühstück wieder abgereist, beziehungsweise an der Traisen entlang zum Bahnhof spaziert ist, habe ich Zeit an mein neues Romanschreibjahr zu denken, was ich ja eigentlich seit 1973 mehr oder weniger intensiv betreibe, so daß inzwischen über fünfzig selbstgemachte Bücher, Romane, Erzählungen etcetera entstanden sind. In der letzten Zeit hat mich ja das Thema Corona sehr beschäftigt, so daß es außer dem “Corona-Texte-Buch”, das dritte Buch mit gesammelten “Literaturgeflüster-Texten”, schon drei Corona Bücher gibt, die bereits erschienen sind.

Das “Frühlingserwachen” , das “Braunrot karierte Notizbuch”, die “Mathilde im Coronaland” und im letzten Jahr habe ich zwei Corona-Texte, die “Hundert Seiten Depression” und das “Seitengewitter”, die jetzt beim Alfred liegen herausgebracht.

“Arbeitstitel Wien 2021” wo ich aus dem Jahr 2053 auf 2021 zurückschaue, korrigiere ich gerade. Das ist ja ein eher kurzer Text, also sechsundvierzig Seiten, fünfundzwanzig Szenen und bis dato 21897 Worte, was alles eigentlich keine Romane sind. Aber meine Leser wissen es wahrscheinlich, daß ich dank Jurenka Jurk, die inzwischen eine “Romanschule” und neun Angestellte hat, das neue Jahr seit einigen Jahren mit einem Romanschreibworkschop beginne.

“Plan dein Romanschreibjahr”, ein fünf Tage Kurs, den sie seit einigen Jahren kostenlos anbietet und den ich seit einigen Jahren begeistert mitmache, obwohl ich mit der “Heldereise” und auch damit, ein ganzes Jahr einen Text zu planen und ihm erst dann hinunterzuschreiben, nicht sehr viel anfangen kann.

Dazu bin ich, das wissen meine Leser wahrscheinlich auch, viel zu ungeduldig, deshalb sind meine “Nanos” meistens auch kürzer und ich oft schon in der halben Zeit fertig, aber die Arbeitsblätter und Bögen, die Jurenka Jurk da zur Verfügung stellt, fülle ich immer beharrlich aus.

Die ist ja Schreiblehrerin aus Leidenschaft und wenn ich auch ganz ehrlich nicht mehr glaube, daß ich den Sprung in die Professionalität oder in den Erfolg noch schaffe, bin ich, das wissen oder glauben meine Leser, wie der Uli beispielsweise, nicht, doch sehr begierig dazuzulernen und mich zu verbessern, obwohl ich ganz ehrlich auch nie sehr viel mit der Frage, warum ich eigentlich schreiben will, was anfangen kann.

Um mich selbst zu verwirklichen wahrscheinlich und mich auszudrücken und da werden, glaube ich, ganz bestimmt, auch Spuren übrig bleiben, lasse ich mir ja meine Bücher seit 2000 immer fünfzigmal drucken, verteile und verschenke sie und der Rest liegt in meinen Regalen und besonders was die Corona-Bücher betrifft, denke ich, daß die für die Nachwelt, meine kleine Enkeltochter Lia beispielsweise, interessant sein können.

Das Schreiben ist mir sehr wichtig, und daß ich damit nicht den Erfolg hatte, den ich eigentlich wollte, verstehe ich vielleicht immer noch nicht so ganz und ich weiß auch nicht, wie es ab 2022 und überhaupt damit weitergehen wird. Denn wenn man schon über fünfzig Büchergeschrieben hat, ist man wahrscheinlich ein wenig ausgeschrieben.

Aufgeben natürlich nie. Das ist ganz klar, aber kann ich noch jemals über etwas anderes als über Corona schreiben? Das weiß ich jetzt noch nicht. Es gibt aber, wie schon beschrieben, jetzt noch drei Bücher, die fertig werden müßen.

Das wird mich im neuen Jahr beschäftigen. Was dann kommt, weiß ich nicht. Wenn ich den “Arbeitstitel” soweit fertig habe, daß er an den Alfred geht, kann ich ja wieder Fensterputzen und dann im Februar oder März wahrscheinlich auch wieder in der Stadt herumlaufen um zu recherchieren.

Das ist in den Lockdown-Zeiten für Ungeimpfte ja vielleicht ein wenig schwierig oder auch nicht, denn das Recherchieren gilt ja wahrscheinlich als Arbeit und das dürfen auch die Ungeimpften und vielleicht ist dann auch schon das neue Virus durchgerauscht und die Impfpflicht sowie der Lockdown wieder aufgehoben. Das würde ich mir wünschen und darüber werde ich auch sicher schreiben, ob es so kommt oder auch nicht und Jurenka Jurk, die Unentwegte hat mir im Vorfeld auch schon Links zu einem Artikel geschickt, wie man zu seinen Themen kommen kann?

Da ist nicht unbedingt viel Neues dabei. Denn ich bin ja, als seit 1973 erfolgfrei Schreibende nicht unbedingt ein Neuling, sondern ein Profi, auch wenn das niemand glaubt und habe auch schon den Trick angewendet, mir ein Buch aus dem Regal zu klauben, eine Seite aufzuschlagen und die Worte die ich dann finde, für einen Text zu verwenden.

Mit dem Wort “Bierdose” oder “Dosenbier” habe ich das schon einmal gemacht und beim Recherieren sammle ich ja auch immer einiges an, was ich mir dann in mein Notizbuch schreibe.

Ob das dann ohne Corona geht, weiß ich nicht, muß auch gar nicht und heute ist von der Romanschule und dem “Fünf Tage-Kurs” auch schon wieder, das erste Arbeitsblat gekommen.

Zwanzig Minuten vermutet Jurenka Jurk, daß man täglich braucht, um sich damit auseinanderzusetzen. Bei mir ging das, weil ich das ja, glaube ich, jetzt schon zum dritten Mal machte, wieder schneller, war aber trotzdem interessant und informativ, meine Romanziele und meine Zeit dazu zu planen.

Zeit habe ich, dank Corona ja, glaube ich, genug. Die nötige Disziplin auch. Den Plan für den neuen Roman noch nicht, müßen ja erst die noch unveröffentlichen Bücher fertig werden.

Was ich dazu brauchen werde, ist natürlich die Anerkennung und der Erfolg und da schauts ja dank Corona oder leider deshalb nicht sehr rosig aus, weil man ja ohne 2G plus und Maske wahrscheinlich nirgends lesen kann, das heißt über Zoom und Online wahrscheinlich schon und meine Vorschauen, meine Gewinnspielet etcetera, wird es ja wahrscheinlich wieder geben.

Da habe ich dank Annika Bühnemann, die ja immer Vermarktungskurse hat, in den letzten Jahren auch sehr viel gelernt. Ich habe zwar wenig Reaktionen darauf, stelle aber trotzdem immer meine Gewinnspielfragen. Früher hatte ich immer zwei Bücher in der Tasche, um sie bei Veranstaltungen, wo ich war, herzuzeigen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt. Aber im Blog gibt es nach wie vor Schreibberichte und dann wird 2022 sicherlich wieder ein Lesejahr werden.

Bin ich ja ziemlich entschlossen, mein Buchpreislesen weiterzumachen. Also die für den Leipziger Buchpreis nominierten, die für den deutschen, österreichischen und Schweizer Buchpreis nzu lesen und dan wahscheinlich wieder in der “Bloggerdebut-Jury” sein. Da lese ich jetzt ja die 2021 Bücher, bin da gerade beim dritten, beim”Jungen mit schwarzen Hahn” und habe auch noch einige Bücher, die ich von der 2021 auf die 2022-Liste hinübergenommen habe.

Geburtstagsbücher, habe ich auch noch nicht gelesen. Also gibts auch da wahrscheinlich genug zu tun und da ist es ja auch, was mich trotz Ungeimpften-Lockdown und 2G plus am gesellschaftlichen Leben erhält, obwohl ich mir wieder vorgenommen habe, bei den Neuanschaffungen vorsichtig sein.

Daß ich ohne Maske und Impfzeugnis keinen Buchladen betreten darf, halte ich für einen Vorteil. Es gibt aber die Bücherschränke und die darf man besuchen und da tue ich auch immer noch sehr begierlich und die Verlage kann man auch anschreiben.

Ich finde es ja spannend, daß ich da ein paarmal, das erste Mal von einer Veranstaltung, das zweite Mal vom Volksstimmefest kommend an der Anna Jeller vorbeigegangen bin und da einmal Vicki Baums “Hotel Berlin” das zweite Mal “Barbi Markovics “Die verschissene Zeit” liegen gesehen habe, dann nach Hause ging und das Buch bei “Wagenbach” und “Residenz” anfragte.

Das geht also auch, obwohl ich schon glaube, daß die Lockdowns und die 2Gs die Leute vom der Kultur wegbringen kann und mich hats ja dazu gebracht, meine literarische Karriere als beendet zu betrachten. Damit gehts mir sogar ganz gut, obwohl ich natürlich weder zum Schreiben noch zum Lesen aufhören werde und wenn jemand vielleicht doch meine literarische Qualitäten erkennen sollte, würde mich das freuen.

Die Tür ist offen. Aber ich muß mich ja nicht hinausdrängen, sondern kann mich entdecken lassen. In diesem Sinne werde ich mich also auch 2022 in den “Fünf Tage-Kurs” stürzen und da, bin ich sicher, wieder was daraus lernen und in mein neues Schreibjahr mitnehmen.

Mit der Ruth ins neue Jahr

Auf in das dritte Corona-Jahr, wo wahrscheinlich die Omikron-Variante auf uns wartet und die Zahlen nachdem die Silvesterparties um zehn zu Ende gingen, in die Höhe schnellten, wo die Impfpflicht auf uns zukommen wird, obwohl schon dreißigtausend Leute ihre Einwände auf den Gesetzesentwurf brachten und man, weil die Weihnachts– oder Silvesteramnestie für die Ungeimpften auch noch gilt, bis zehn Personen feiern kann, ist man geimpft kann man mit fünfundzwanzig Leute feiern, muß aber eine Maske aufsetzen und ab zehn, wenn auch die Lokale schließen, fünfzehn hinauswerfen.

Also ganz schön kompliziert und zeigt wahrscheinlich die Widersprüche auf, die wir jetzt haben.

“Für Geimpfte ist Corona vorbei!”, hat der Exexbundeskanzler, der jetzt nach Amerika geht, im Sommer gesagt. Jetzt haben sich siebzig Prozent zwei -bis drei mal geimpft. Das Omikron-Virus schießt aber trotzdem in die Höhe und da müßen die Politiker natürlich vorsorgen.

Also als Lockdown fünf für alle zu Ende war, Sperrstunde bis elf für die Geimpften. Dann hieß es Silvesterparties dürfen gefeiert werden und dann, weil die Zahlen in Europa in die Höhe schoßen, Sperrstunde um zehn. Das ist gegen das Vorjahr ein Erfolg, denn da mußte man ja zu Hause bleiben, was, glaube ich, keinen Widerstand erregte. Aber da waren die Leute noch nicht geimpft. Jetzt war der aber vor allem bei den Gastronomen da. Die riefen “Das macht uns kaputt und Sperrstunde um zehn ist ein Wahnsinn! Denn da gehen die Leute nur nach Hause und feiern trotzdem weiter, stecken sich an, aber wir machen kein Geschäft!”

Die Regierung blieb stur, die radikalen Impfgegner, da gibt es übriges eine Untersuchung, die herausgefunden hat, daß, die Rechtsradkale natürlich, sowie Schwurbler und hört, Leute ohne Bildung aber dafür esoterisch sind, an die Homöopathie und an das Leben nach dem Tod glaubend, nun ja, nun ja, ich finde mich da nicht wieder und kenne auch ein paar andere Leute, die da nicht hinein passen und ich bin sowieso wieder in Harland und kann da nicht auf die Partydemonstration gehen, auf die illegale, wie die Medien betonen, sonst hätte ich es wahrscheinlich getan und Silvester war bei uns in den letzten Jahren sowieso ganz ruhig. Die Oma ist im Bett gelegen und wollte mit uns nicht um Mitternacht anstoßen, die Betreuerin Martina, die die letzten zwei Jahre da war, wollte das auch nicht, die Anna hatte ihre eigenen Freunde, also haben wir die Covid-Regeln total erfüllt und sind gerade, um zwölf auf der Terrasse gestanden und haben ein paar Raketen abblitzen gesehen. Vorher waren wir ein paar Jahre bei der Hilde Schmölzer und noch früher beim Martin und der Gerlinde in der Porzellangasse. Die Gerlinde war einmal bei uns in Harland und einmal auch die Ruth und heuer haben wir die auch eingeladen, wenn schon nicht zehn Personen, aber die kriegen wir beim besten Willen nicht zusammen.

Also die Ruth und die ist schon am einunddreißigsten, um zehn Uhr angekommen und zu Silvester auf die Rudolfshöhe, das ist bei uns auch schon Tradition. Immer am Nachmittag, denn im Dunklen fahre ich nicht Rad und steige nicht vom Berg. Diesmal sind wir schon zu Mittag hinaufgefahren und da war das Wetter wunderschön. Sonne und siebzehn Grad und die Leute sind in T-Shirts herumgelaufen. Also auch ganz schön verrückt. Wir haben wie im Vorjahr eine Flasche Sekt mitgenommen. Denn da war ja, wie erwähnt, strengster Lockdown und die Leute sind mit ihren Sekt- und Bierflaschen auf den Blumenkisterln gesessen. Jetzt war Rstaurantbetrieb und Takeaway fünfzig Meter von der Hütte zu essen und Sekt haben wir noch weiter entfernt genossen und dann ins Haus Silvester feiern und auf ins neue Jahr das hoffentlich ein besseres und wir mit dem Virus endlich leben lernen werden, weil man es ja wahrscheinlich doch nicht ausrotten kann, auch wenn die Generäle in den Krisenkonferenzen in Kampfanzügen aufmarschieren.

Meine Neujahrswünsche? Meine Leser werden es nicht fassen, ich wünsche mir wieder mir weniger Bücher zu bestellen und lieber die alten meinen Sub zu lesen. Ob das schaffe, weiß ich das nicht, da bin ich schon einmal grandios gescheitert und dann die Impfpflicht beeinspruchen, wieder mehr auf Demos gehen,, wenn es sein muß auch auf die der FPÖ, würde lieber auf die der Grünen und der Linken gehen und beim Lichtermeer ein Kerzerl anzünden, das natürlich auch. Gegen die Spaltung für das Miteinander und hoffen, daß das Virus vorübergehen kann.

Auf ins neue Jahr, das hoffentlich ein besseres werden wird. Am Montag wieder nach Wien zurückfahren und dazwischen die Bloggerdebutshortlist lesen und heute nach dem Neujahrskonzert die Ente mit dem Rotkraut und den Erdäpfelknödel essen, die der Alfred zubereiten wird.

Die Aufdrängung

Obwohl es ja noch ein Schweizer Buchpreisbuch zu lesen gibt, beginne ich, um in keinen Zeitdruck zu geraten mit den Bloggerdebuts. Das heißt eines “Mama” habe ich ja schon gelesen und war eigentlich nicht so begeistert davon.

Die Gewinnerin des “Aspekte-Literaturpreises”, die 1988 in Basel geborene Ariane Koch, wobei wir gleich in der Schweiz bleiben, hat mit ihren Debut ja schon großes Aufsehen erregt und interessant ist auch, daß das 176 Seiten Buch als “Suhrkamp TB” herausgekommen ist, was vielleicht auch ein wenig ungerwöhnlich ist und als ich beim Frankfurter Surfing wahrscheinlich, den Inhalt hörte, war ich eigentlich gar nicht so begeistert, habe vielleicht an Dürenmatt gedacht, später an “Warten auf Godot”.

Von Kafkas “Verwandlung” habe ich auch etwas gehört, weil irgendwo ein Käfer vorkommt. Von der überschämenden Phantasie der Autorin steht im Klappentext zu lesen und auch, daß man den Inhalt in zwei Sätzen zusammenfassen kann.

Das ist es ja, was ich immer brauche. Da wird eine Frau von einem Mann oder ist es ein Tier mit Fell und Krallen, Gast genannt besucht und wird also aufgedrängt und dann verläßt sie das Haus in dem sie in einer Kleinstadt neben einer Bergpyramide lebt und bricht in die weite Welt hinaus.

Also ein Coming of Age-Roman ganz klar, obwohl das absurde Theater oder die überschäumede Phantasie der Autorin, die auch am Theater tätig ist, nicht zu überlesen ist.

Also, da ich den Inhalt schon zusammenfaßte, komme ich an den schönen Sätzen, der schönen Sprache nicht vorbei. Davon habe ich mir einiges angestrieichen und auffällig ist dabei die Zweideutigkeit mit der Ariane Koch zu spielen scheint.

“Meine Eltern sind zwar weggegangen, aber ihre Art, sich in der Architektur zu befinden, ist geblieben.”, ist einer davon.

Die Widersprüchigkeit ist dann bei “Ich hatte eiinmal einen Freund, der sich daran erfreute, dass ich ständig Sätze mit einerseits und andererseits begann, ohne die Begriffe korrekt zu verwenden. Anstatt gegensätzliche Ansichten kundzutun, addierte ich damit frei immer die gleiche Meinung.” oder

“Ich finde es wichtig, daß der Gast begreift, dass es keine Selbverständlichkeit ist, dass er hier in Unterhosen herumgehen kann.”, bis zu “Ich reise, aber ich komme nicht fort, denke ich.”

Und um doch etwas vom Inhalt preiszugeben, das Haus hat zehn Zimmer, neun bewohnt die Erzählerin, das zehnte bekommt der Gast, in dem wohnen oder leben aber die Staubsauberrüssel, wohl ein utopisches element in dem Roman, der eigentlich aus lauter mehr oder weniger kurzen Sequenzen, manchmal nur aus einzigen Sätzen, besteht.

Die eltern haben ihr das Haus überlassen, die Angst die Geschwister könnten kommen, um es zu unternehmen ist ständig da. Manchmal kommen auch Gäste, um zu irritieren und hinterlassen Gegenstände, daneben gibt es eine “Rondellbar”, wo sie den Gast kennenlernte oder war es der Bahnhof, wo sie sich ihn abholte und im Interview im “Blauen Sofa” bekannte Ariane Koch, daß nicht ganz klar ist, wer sich jetzt aufdrängt, ist es der Gast oder ist es die Erzählerin?

Die wahrscheinlich, denn die schwadroniert über ihr Leben oder wird erwachsen, löst sich von ihrer Familie ab und zieht am Ende in die weite Welt hinaus, um das zerstörte Haus, die Fischgräber und die Staubsauberrüssel zurückzulassen. richtig, eine Katzenverscheuchsirene gibt es auch.

“Die Aufdrängung” hat das Zeug zum Klassiker”, schreibt “Zeit Online” am Buchrücken.

“Man tut diesem grandiösen Debut nichts Schlechtes, wenn man es in Relation zur fixen größe Kafka setzt, denn dieser Roman wird dadurch nicht kleiner. im Gegenteil.” schreibt die “Neue Zürcher Zeitung”

Soweit würde ich nicht gehen, ich glaube man tut der Autorin auch nichts Gutes damit, bis jetzt zählt das Buch aber zu meinen Favoriten, obwohl noch einiges folgt, auf das ich schon sehr gespannt bin.