Ö -Töne in der Arena 21

Klaus Kastberger

Klaus Kastberger

Die Ö-Töne finden ja im Freien, im Haupthof des Museumsquartier und im Nebenhof bei den Boule Bahnen   statt und wenn es regnet in der Arena 21, dort wo auch die “Ohrenschmaus-Preisverleihungen” stattfinden, aber diesmal war es anders, denn diesmal war Friederike Mayröcker mit ihren “Fleurs”, den dritten Teil nach “Etudes” und “Cahier” an der Reihe und die wollte nicht im Freien lesen.

Als Debutantin gab es Verena Mermers “”die stimme über den dächern”, das schon vor einem Jahr bei “Residenz” erschienen ist und ich sie daraus auch schon im Literaturhaus lesen hörte.

Wenn Friederike Mayröcker liest ist es immer sehr voll und ich kann mich schon an “Alte Schmiede” Veranstaltungen, noch in dem alten Raum den man über den Hof erreichte, wo ich dann eingeklemmt in der Menge im Vorraum gestanden bin und versuchte mich kleinweise Schritt für Schritt nach vorn zu kämpfen. Bei “Scardanelli” ist das, glaube ich, so gewesen und einmal zu einer Saisoneröffnung, weil ich manchmal ja noch um sechs eine Stunde habe und dann erst um dreiviertel aus meiner Praxis wegkomme.

Diesmal hätte ich sogar eine um sieben gehabt, die ist aber entfallen, so war ich schon vor halb acht im Museumsquartier, wo schon der Alfred einen Platz in der dritten Reihe besetzt hatte, das letzte Mal sind wir ja sehr schlecht und weit hinten gesessen und das Eintrudeln der Menschen beobachten konnte.

Judith Massar vom “Leseloop” hat ja vor einer Woche ausführlich von den Ö-Tönen berichtet und da gemeint, daß die, eine Beobachtung, die ich eigentlich nicht machte, von sehr vielen jungen Menschen besucht werden. Diesmal war es, glaube ich, auch nicht so, obwohl dann eine Gruppe junger Leute auch noch eintraf, die meisten waren, glaube, ich in meiner Altersklasse und noch älter und natürlich sehr viele Fans und Prominente.

So habe ich glaube ich Susanne Scholl gesehen, die Frau Schmid-Dengler, Christel Fallenstein ist natürlich gekommen, Julia Danielczyk und und und Klaus Kastberger, der ja inzwischen Professor in Graz und Leiter des Grazers Literaturhauses ist, moderierte, beziehungsweise las er zuerst Daniela Strigls Text, die ja die Debutantenreihe betreut, vor und die 1984 in St. Egyden am Steinfeld geborene Verena Mermer, habe ich vor fast zwei Jahren bei dieser Literaturwerkstatt in der “Gesellschaft für Literatur” kennengelernt und dann vor einem Jahr am “Volksstimmefest” gemeinsam mit ihr gelesen.

Verena Mermer

Verena Mermer

Ihren Roman, der von vier jungen Leuten in Baku handelt, zwei davon heißen Frieda und Che und lassen an Frieda Kahlo und Che Guevara denken, habe ich ja leider nicht mehr bekommen, dafür habe ich sie aber vor kurzem auch bei Christa Nebenführs Sommerlesereihe “Literatur und Arbeit” gehört und es war wieder interessant, in den Roman einzutauchen, dürfte Verena Mermer ja, was sie wahrscheinlich von den anderen Debutanten ein bißchen unterscheidet, eine politische Autorin mit sozialen Anspruch sein und dann kam die Grand Dame der Literatur, beziehungsweise Klaus Kastberger mit einer seiner hintergründigen Ansprachen, so tauchte dabei wieder der Satz von all den Preisen, die sie mit Ausnahmen des einen aus Stockholm gewonnen hätte und er meinte auch, daß sie im “Falter” als Mischung zwischen weltabgewandter Dichterin und Popstar bezeichnet worden wäre und bezeichnete ihre Literatur  als eine Mischung zwischen Lyrik und Prosa. Assoziationen, die so modern und realistisch sind, daß sie auch das Internet einbeziehen.

Begonnen hat er aber mit dem großen Goethe oder mit dem Duden, wo man zwischen “Altertum” und “Altersweisheit” das “Alterswerk” findet, das der Johann Wolfgang zelebriert hätte, in dem er seinen Schreibtisch aufräumte und seinen Nachlaß festlegte, etwas das Friederike Mayröcker in Ermangelung eines Schreibtisches und weil sie ja nicht sterben, sondern hundertzwanzig werden will, nicht tut.

Sie zelebriert nicht ihr Alter, sondern schreibt unaufhörlich vor sich hin und hat daher schon an die hundert Bücher verfasst, beziehungsweise hat sie zu zählen aufgehört.

Dann kam die Lesung aus “Fleurs” und eine Seite aus dem gerade entstehenden Prosawerk und ich finde diese  Traumsequenzen, die mir diesmal besonders auffielen, sehr beachtlich.

Viel Applaus und Ergriffenheit und eine lange Schlange Menschen, die sich mit Büchern zum Signieren anstellten, das muß für die alte Dame, denke ich, auch sehr mühsam sein, dann noch ein oder zwei Stunden zu signieren und mit ihren Fans Small talk zu betreiben.

Friederike Mayröcker

Friederike Mayröcker

Ich habe ja nicht sehr viele ihrer Bücher, weil man die seltsamerweise im Schrank nicht findet, nur einmal habe ich in der “Seedose” das in den Fünfzigerjahren erschienene Frühwerk “Larifari” gefunden, das wahrscheinlich noch in einem ganz anderen Stil geschrieben ist und jetzt kann ich raten, ob sie auf die Liste für den österreichischen Buchpreis kommt?

Mit “Ich schütttelte einen Liebling”, das ich gelesen habe, ist sie ja sogar auf die Shortlist des dBp gekommen, obwohl das ja  kein Roman ist, aber das ist ja, wie man immer merkt, ein sehr dehnbarer Begriff und F M eine, wie Klaus Kastberger noch bemerkte, die überhaupt nicht narrativ schreibt, aber die Grand Dame des österreichischen Literaturbetriebs und eine von den wenigen Ehrenbürgerinnen der Stadt Wien, vielleicht ist Julia Danielczyk mit ihrer Assistentin deshalb zur Lesung gekommen und mir ist dazu die “Rund um die Burg-Veranstaltung” vor Jahren, ich glaube es war, um nine eleven, eingefallen, wo Ilse Aichinger, um die Mittagszeit vom “Literaturhaus” eingeladen zu lesen war und ihre Zeit überzogen hatte. Nachher hätte Dietmar Grieser kommen sollen und während, die alte Dame, ich glaube von den Filmen oder etwas entsprechendes las, murrten die älteren Damen im Publikum “Wir wollen den Grieser hören!”, was ich ihm einmal erzählte.

Aber hier war das anders, der Applaus lang, der Saal sehr voll und die Veranstalterin sehr gerührt und sprach von einem nicht zu vergerssenden eindrucksvollen Abend.

Wiener Kaffeehauskrimi

Ich gehe ja meistens durch die Buchhandlung “Morawa”, wenn ich in die “Alte Schmiede” gehe und schaue da auch nach den “Flohmarkt-Abverkäufen”, zu den Veranstaltungen, die es dort gibt, gehe ich aber eher selten, das heißt ein zweimal war ich dort, ich glaube immer im Rahmen der Kriminacht und als ich im Juni durchgegangen bin, habe ich mir das Veranstaltungsprogramm mitgenommen, da mein Sommer ja heuer anders ist und ich mich von Dienstag bis Donnerstag in Wien befinde und das Literaturprogramm das es gibt, quer durchkonsumiere und es gibt ein solches, die “Sittl-Lesereihe”, das “Podium-Sommerprogramm”, die “Ö-Töne” und dann die Filmfestivals am Karls– und am Rathausplatz, die ja nicht unbedingt mit Literatur etwas zu tun habe und ich auf den Rathausplatz gehe, wenn ich nichts anderes finde.

Am Montag habe ich dann im “7*-Stern-Wohnzimmer” selber gelesen und daß es am 10. August in  der Buchhandlung Morawa eine Krimipräsentation von Hermanns Bauer “Kostümball”, einen “Gmeiner-Krimi gibt, habe ich dem Programm entnommen.

Nun lese ich ja ganz gerne, wenn auch etwas verschämt Krimis, beziehungsweise nehme ich sie mir, wenn ich sie in den Bücherschränken finde und komme dann oft nicht zum Lesen, aber ich gehe zu den “Leo-Perutz-Preis-Veranstaltungen” und manchmal auch zur Kriminacht oder den entsprechenden Festivals und diesmal eben zu dem Wiener Kaffeehauskrimi von einem Herrn namens Hermann Bauer, von dem ich noch die etwas gehört habe, der aber ein in den Fünzigerjahren geborener Lehrer ist und schon den neunten Kaffeehauskrimi um das Cafehaus Heller mit dem Kellner Leopold geschrieben hat und die offenbar auch immer im Sommer in der Buchhandlung Morawa präsentiert, die mir, da ich ja bisher immer meine Sommerfrische machte und mich an den Wiener Montaggen auf den Rathausplatz begab, entgangen sind.

Sehr viele Besucher, zu den anderen kommen die offenbar immer, zu mir nie, aber Hermann Bauer, der ein extravertierter Typ zu sein scheint, hat sie offenbar alle eingeladen und auch herzlich begrüßt.

Ein paar Stammbesucherinnen, die ich kannte, waren auch dabei, darunter die Angela, die ich von der Wien-Bibliothek kennen und immer im MUSA treffe und Hermann Bauer zog dann bald auch durch sein Programm, erzählte, daß er immer oder jetzt schon öfter literarische Krimis schreibe.

Nestroy, Rilke etcetera waren schon an der Reihe, jetzt is Raimund daran und so hätte das Buch auch “Raimund-Zauber” heißen sollen, der Verlag hat aber umdispniert, weil in Deutschland kein Mensch Ferdinand Raimunds Zaubermärchen kennen würde und hat ihm einen Brief geschrieben “Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, daß Ihr Buch jetzt “Kostümball” heißt.

Nun ja, so einen Brief habe ich von Franz Joseph Huainigg, bezüglich eines “Ohrenschmaus-Lyrikpreisträgers”, den es dann so nicht gegeben hat, auch einmal bekommen undbezüglich der Titelgebung kann ich mich nur freuen, daß ich mir meine Bücher selber mache, mir das also nicht passieren kann.

Dem extrovertierten Hermann Bauer war das offenbar egal und so zog er im Schnellverfahren durch seinen Krimi und erwähnte das Personal.

Im Cafe Heller soll ein Kostümball mit einer Zaubereinlage und einer Raimund Gesangsvorführung “Brüderlein fein” stattfinden, ein Typ plant dort aber einen Mord zu begehen, der Zauber offenbar die Leute auszunehmen und die Freundin des Leopolds will mit diesen immer Walzer tanzen, was der aber nicht will.

Das Ganze beginnt in der Silvesternacht, der Ball findet offenbar erst später statt und als Hermann Bauer dahin kam, war seine Lesezeit fast um, so zog er im Schnellverfahren durch das Event und endete mit dem Satz “Leopold es ist ein Mord passiert!” und war dann noch so freundlich das Mordopfer zu verraten.

Danach war Gelegentheit zum Plaudern, beziehungsweise zum Signieren. Eine Weinverkostung gab es auch und im nächsten Jahr vielleicht die Präsentation des zehnten Hermann Bauer Krimis, an dem er, wie er sagte, schon schreibt, mal sehen, ob es sich ausgeht hinzugehen und wie das dann mit meiner Sommerfrische werden wird?

Halbzeit bei den O-Tönen

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Der vierte Abend des heurigen Literaturfestes im Museumsquartier, das diesmal wieder im Haupthof stattfand und als ich mit dem Alfred vor halb acht dort eintraf, war es schon ziemlich voll und schwer einen Platz zu finden, den wir dann ganz hinten, eine Reihe vor Nadine Kegele und anderen Jungliteratinnen zu denen auch Pia Piuk, die diesmalige Debutantin, kamen, fanden.

Brigitte Schwens-Harrant, Jurymitglied des österreichischen Buchpreises und Staatspreisträgerin für “Literaturkritik” moderierte und stellte auch die Debutantin vor, deren Buch ich inzwischen gelesesen habe und das mich sehr beeindruckt hat.

Leider waren beim Vorgelesen bekommen die vielen abgebrochenen Sätze, in denen Pia Piuk ihre hyperaktive Protagonistin durch das Leben taumeln, beziehungsweise durch die Luft fliegen läßt, fast störend, beim Selberlesen habe ich es nicht so bemerkt, trotzdem ein spannendes Buch und  sehr beeindruckend der Realismus mit dem die Debutantinnen das harte Leben des Erfolgs und Scheiterns im Neoliberalismus schildern und dann kam als Hauptlesender Michael Köhlmmeier mit seinem “Das Mädchen mit dem Fingerhut”, eine Mischung zwischen Märchen oder Flüchtlingsschicksal, das ich in Leipzig, wo das Buch am blauen Sofa vorgestellt wurde, versäumte, das, wie Brigitte Schwens-Harrant in ihrer Einleitung erklärte, durch die Parabel besser rüber kommt, als wenn die harten Fakten der unbegleiteten Flüchtlingsschaft direkt angesprochen würden.

Da weiß ich zwar nicht so genau, ob ich dem zustimme, es gab auch diesmal kein Gespräch, so daß Michael Köhlmeier nichts erklärte und man gleich in Medias Res geworfen wurde oder mit der Einleitung der Moderatorin auskommen mußte.

Petra Piuk

Petra Piuk

Michael Köhlmeier

Michael Köhlmeier

Es geht jedenfalls, um ein wahrscheinlich namenloses, stummes, sechsjähriges Mädchen, das von einem Onkel auf einen Markt zu einem Bodgan geschickt wird.

Es versteht die Sprache nicht oder nur mangelhaft, hat von diesen Onkel und einigen Frauen aber Unterweisungen bekommen. So stellt es sich einfach hin und schaut, bis es zu Essen bekommt und wenn es das Wort “Polizei” hört, fängt es an zu schreien.

Auf diese Weise geht es eine Weile gut, bis der Onkel, der das Kind  jeden Abend von dem Geschäft des Bodgans, wo es den Tag verbringt, abholt, nicht mehr erscheint und es alleine loszieht, in einer Mülltonne landet und schließlich in einem Cafe von der Polizei aufgegriffen wird.

In Zeiten, wie diesen ein interessantes und sehr wichtiges Thema und ein Buch warhscheinlich, das man auch auf den beiden Listen, die es ja in ein paar Wochen gibt, finden wird.

Der 1949 geborene Michael Köhlmeier ist ja vor zwei Jahren mit seinen “Zwei Herren am Strand”, ein Buch, das ich inzwischen gefunden habe, auf die Longlist gekommen, ein Jahr früher mit seinen “Joel Spazierer” nicht.

Brigitte Schwens-Harrant hat noch ein paar andere Kählmeier Werke aufgezählt und nächste Woche wird es mit der Grande Dame, Friederike Mayröcker weitergehen, deren “fleurs” ja auch der österreichischen Liste stehen kann, die am sechsten September veröffentlicht wird.

Ein schöner, spannender und recht kurzer Abend. Gustav Ernst habe ich auch noch im Publikum gesehen.

Literatur und Musik im Ground Zero

Die Einladungen zu den “Pfeifer-Kunst-Projekten” in der “Galerie Kunst Studio 38” in die Pazmanistengasse am “2. im 2. um 20 Uhr” bekomme ich schon lange, bin aber nie hingegangen, weil ich unterm Jahr ja mit  der “Alten Schmiede”, “Literaturhaus”, “Gesellschaft für Literatur”, etcetera,  beschäftigt bin, aber diesmal stellte Christian Schwetz, der Stiefsohn meiner Cousine Irmi sein neues Buch “Am Anfang war das A” vor und dem, den ich nach Ostern im vorigen Jahr beim Bücherdienstag im “Read!!ingroom” kennenlernte, habe ich ja einmal versprochen zu einer seiner Lesungen zu kommen und diesen etwas anderen Sommer etwas anders zu nützen, beziehungsweise möglichst alle Wiener Literaturangebote zu besuchen, statt immer nur auf den Rathausplatz zu gehen, habe ich mir auch vorgenommen.2

Heute war überhaupt ein literarisch interessanter Tag, ist doch die Kiste mit den “Nika-Exemplaren” angekommen, beziehungsweise konnte ich sie mir bei einem Weinhändler in der Ziegelofengasse  abholen, weil der aber erst um zehn Uhr sein Geschäft öffnet, habe ich vorher noch die ersten vier Szenen des Pedant dazu, der “Sommergeschichte” abgestoppt, denn hurra, hurra, als ich Samstags total erschöpft vom Hochschab zurückgekommen bin, hatte ich eine Einladung von Bernadette Zeilinger, die ich bei einem der “Margaretner Feste für Kunst und Kultur” kennenlernte, ob ich mit ihr am nächsten Montag nicht eine Spontanlesung im Kulturcafe 7* machen will und ich war zuerst auch noch so blöd ihr abzusagen, weil ich diesen Sommer ja am Montag in Harland bin, als ob ich nicht schon am Nachmittag nach Wien zurückfahren könnte?

Nun gut, das wurdegeklärt und ich habe mir beim ehemaligen literarischen Agenten in der Schäfergasse noch ein paar billige Bücher gekauft, dann habe ich mir Spaghetti gekocht, der Irmi, die zufällerigerweise heute auch zu Besuch gekommen ist, ein paar Krapfen aufgetaut und nach meinen zwei Stunden, meine inzwischen schon sehr kleine Bücheraussendung gemacht und eine Widmung in ein Buch geschrieben “Viel Spaß beim Lesen, Eva Jancak”, um es, wie es jetzt immer mache, bevor ich zur Post ging, in den “Wortschatz” zu legen. Als ich zurückkam, war es schon weg und ich dachte noch, das würde mich interessieren, wer es genommen hat, als ich ein paar Stunden später einen Anruf von einer Frau bekam, die sich für das Buch bedankte.

Dann bin ich in die Pazmanitengasse eingetroffen und war erstaunt Hilde Langthaler, ihren Mann Richard und Hermann Hendrich, neben Christian Schwetz anzutreffen und eine Ausstellungseröffnung, gab es in dem Gasthaus, in dem das “Studio 38” angesiedelt ist, auch.

Nach der Eröffnung und der Begrüßung ging es in den Keller, denn die heutige Veranstaltung war ein Crossover, der verschiedensten Ausdrucksformen und so hat zuerst Sabine W. Kaup ihre “Gedankensplitter” vorgestellt, und von “Liebe”, “Freundschaft”, “Tod”, etcetera gelesen.

Dann kam schon Christian Schwetz von dem eine Reihe von Büchern am Büchertisch zu finden waren und  das vorgestellte, war eine Reise durch das Alphabet, vom “A” des Dada, bis zum “Z” und dazwischen gab es Musikbebleitung, Gesang und Gitarre von “Novsad”, die schon viele Schwetz-Texte vertont haben.

Sehr interessant diese Reise durch die verschiedenen Buchstaben, das Aufwachsen in Floridsdorf und das Leben in Favoriten kam vor und die Reise durch das Leben “Wann i erst…., was dann wieder und wieder nichts geworden ist.

Ein eindrucksvoller musikalisch, literatrischer, fotografischer Abend, dazwischen bellte noch der Hund des Veranstalterpaars und nachher ging es wieder hinauf in das Gasthaus zum sich Unterhalten.

Richard Langthaler wird im nächsten Monat ausstellen, einen Karl Kraus Abend wird es geben und mal sehen ob es mich wieder Mal am zweiten in den Zweiten verschlägt.

Zwei Tiroler mit viel Freiheit

Friederike Gösweiner

Friederike Gösweiner

Nachdem ich letzte Woche die O-Töne ausgelassen habe, weil ich Eva Schmidt schon in der “Alten Schmiede” gehört und Irmi Fuchs Debut schon gelesen habe, habe ich mich diesen Donnerstag mit dem Alfred im Museumsquartier getroffen.

Die O-Töne finden ja abwechselnd im Haupthof und bei den Boule Bahnen, je nach Prominenz der Lesenden offenbar, statt.

Wenn es regnet geht es ins Quartier 21, wo übernächste Woche auch Friederike Mayröcker lesen wird, diesmal also in dem kleinen Hof, dafür zwei Moderationen, da Daniela Strigl offenbar die Debutreihe betreut, während die Hauptlesenden  von abwechselnden Hauptmoderatioren angekündigt werrden, der diesmal Klaus Zeyringer war, der auch  bei “Literatur und Wein” den Samstag moderiert und ein Bild der diesmaligen Debutantin gibt es schon in meinem Blog, hat sie ja Alfred in Leipzig im Österreich-Cafe fotografiert und auch ihr Buch gekauft, während mir die 1980 in Tirol geborene Autorin bisher eher unbekannt war.

Ihr Roman  “Traurige Freiheit” ist bei “Droschl” erschienen und handelt von der schönen neuen freien Arbeitswelt des Prekariats, ein trauriges Buch, wie Daniela Strigl ankündigte, beziehungsweise hat es Karl Markus Gauss so beschrieben, das von einer Hanna handelt, die mit einem Jakob, einen Arzt, in einer Stadt wie Innsbruck lebt und in Berlin die Chance auf ein Volontariat bekommt.

Norbert Gstrein

Norbert Gstrein

Jakob will zwar keine Fernbeziehung, eine Freundin stellt ihr aber eine Wohnung zur Verfügung, das Volontariat geht offenbar schief, zu Jakob kann sie  nicht zurück, so bleibt sie in Berlin, hat kein Geld, arbeitet tagsüber in Bibliotheken, nimmt Abends Schlaftabletten.

Das Leben ist hart und Daniela Strigl hat in ihrer Einleitung auch noch vom Scheitern gesprochen.

Friederike Gösweiner bedankte oder beschwerte sich danach, daß sie als Vorhut lesen müsse oder dürfe und meinte, daß der ebenfalls Tiroler Norbert Gstrein, der, glaube ich, aber inzwischen in Hamburg lebt, ihr Buch schon Korrektur gelesen habe, der lobte es dann sehr, bevor er mit seiner “Freien Welt” begann und da habe ich die Buchvorstellung auch schon in der “Alten Schmiede” gehört und da las Norbert Gestrein aus dem Roman, wo ein österreichischer Schriftsteller namens Hugo, den Lebensspuren des jüdischen Schriftstellers John, der kein Opfer sein will, aufspürt, fast die gleichen Stellen, nur bei der ersten, wo die Beiden ein Jahr vor Johns Tod durch die Wüste fahren, bin ich mir nicht ganz sicher, dann kam aber die Stelle mit dem Nachruf in der Buchhandlung in San Francisco und auch die letzte Stelle wo er nach Israel fliegt und mit John Mauthausen besucht, habe ich, glaube ich, schon gehört.

Neu war für mich, daß Norbert Gstrein, wie Klaus Zeyringer betonte, seine Schreibprozesse immer in seine Romane einbezieht und das finde ich  sehr interessant und am Schluß wies der Autor noch auf ein Buch von Claude Simon hin, das er in den offenen Bücherkästen Hambrugs gefunden habe und das man lesen solle.

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Man soll vielleicht auch “In der freien Welt” lesen,  jedenfalls konnte man sich das Buch, wie auch das von Friederike Gösweiner signieren lassen und ich bin gespannt oder erwarte es mir eigentlich, daß es entweder auf die deutsche oder österreichische oder vieleicht sogar  auf beide Buchlisten kommt und dann bin ich gespannt, ob es zu mir kommt.

Ansonsten warten in meinen Regalen von meinen Bücherfunden ja noch “Die englischen Jahre” und “Das Handwerk des Tötens” auf mich. “Einer” und “Anderntags”, die Frühwerke habe ich aber, glaube ich, auch noch nicht gelesen.

Ins Cafe Prückl zur Sommerlesereihe

Jetzt bin ich doch ins Cafe Prückl zur Sommerlesereihe der Literaturzeitschrift “Podium” gegangen, da war ich  einmal einmal vor langer Zeit, in den letzten Jahren habe ich es aber nur in die “Alte Schmiede” geschafft, da aber in diesem Sommer alles ein bißchen anders ist, den Abend im Hinterzimmer des berühmten Kaffeehauses mit der Originaldekoration aus den Fünfzigerjahren, wie ich bei “Wikipedia” ergooglet habe, verbracht.

Ein paar Stammbesucher aus der “Alten Schmiede” habe ich getroffen,  Monika Vasik ist vor mir hineingegangen, einen roten Spritzer bestellt, dann kam schon Christa Nebenführ begrüßte und wies auf den Folder und der Podium Adresse hin, wo man  alle Informationen über den “Literaturkreis Podium”, seine Aussendungen und Ausschreibungen erfahren kann.

Dann stellte sie die Krimiautorin Eva Holzmair vor, deren “Rose, Löwe, Romarin”, ich glaube, zum letzten Geburtstagsfest von Judith Gruber-Rizy bekommen habe, diesmal las sie eine Geschichte aus ihrem Erzählband “Heimkommen”, die um das Thema “Arbeitswelt” ging.

Die Erzählerin besucht einen alten offenbar dementen Mann in seinem Altersheim, einen ehemaligen Streckengeher, das waren offenbar die Bahnbeamten, die die Schienen nach Schäden absuchten, den sie sich sozusagen als Vater adapotierte, weil sie mit ihrer jugendlichen Mutter, die sie bei ihren Bekanntschaften oft vergaß, ihre Schwierigkeiten hatte.

Dann kam als nächster Leser Mathias Mander, ich glaube, ein “Podium-Urgestein”, den ich schon Mal in der “Gesellschaft für Literatur” hörte und auch einen seiner “Garanas-Bände” gelesen habe. Ein sehr umtriebiger Autor mit einer sehr langen Werkliste, den Christa Nebenführ sehr genau und sorgsam einführte, wofür er sich auch bei ihr bedankte und das Lob an sie  zurückgab.

Er las zwei Szenen aus einem seiner Theaterstücke, in dem es wieder, um Wirtschaftskorruption, offenbar sein Spezialgebiet ging, eine Glasfirma, soll um Geld zu verdienen, bei Waffenschiebereien mitmachen, der Buchhalter oder Betriebsleister versucht das aber zu verhindern.

Der dritte Autor, ein junger Mann aus Linz, Stephan Roiss, war mir völlig unbekannt.

Sein Text, der Christa Nebenführ sehr gefallen hat “Im Hinterland der Sprache”, war wie er selber meinte sehr schwierig zu verstehen, kein üblicher narrativer Text, aber voll Sprachgewalt und Formulierungskunst, wie Christa Nebenführ abschließend formulierte und nächste Woche geht es noch an zwei Abenden, dem Montag und den Mittwoch weiter, da werden unter anderen noch Margit Hahn und Manfred Chobot lesen, aber höchstwahrscheinlich werde ich nicht mehr hinkommen.

Im nächsten Jahr, das hat Christa Nebenführ auch schon erwähnt, wird “Literatur und Glück” das Thema sein, was sicherlich interessant werden wird.

Dreiminutenspiele

Außer den “O-Tönen” und den “Podium-Veranstaltungen” gibt es noch eine “Sommerlesereihe”, nämlich des “Lesetheaters” am Montag im “Weinhaus-Sittl” und da war ich in den vorigen Sommern schon ein paar Mal, denn Montag war ich in den letzten Jahren ja in Wien und diesen Montag auch, obwohl ich heuer ja statt einer Sommerfrische ein verlängertes Sommerfrischenwochenende in Harland bei St. Pölten mache und das Programm ist für mich auch nicht so interessant, da mich ja die Prosa und die Lyrik, mehr als das Theatralische oder auch das Heiter-Lustige, was da oft gegeben wird, interessiert.

Im Vorjahr war ich aber, glaube ich, bei einer Joe Berger und einer Rolf Schwendter-Veranstaltung und, die von Hahnrei Wolf Käfer und Susanne Schneider organisierte Veranstaltung war auch besonders interessant, weil sie offenbar GAV-Autoren aufgefordert haben, Texte  zu liefern und eine Thematik, die sich wie ein roter Faden durch den Abend zog, scheint es auch gegegen zu haben.

Nämlich besonders aktuell das Thema Flucht, obwohl es auch andere Texte gegeben hat, die sich nicht darauf bezogen, sondern sich eher mit dem in die Welt treten von Zwillingen beschäftigt haben, etcetera.

Leider habe ich nicht alle Titel und alle Namen der Autoren verstanden, aber einige der Urheber, wie Renate Welsh waren im Publikum und der Garten war wieder sehr gefüllt, so daß wir gerade noch einen Platz ganz hinten gefunden haben.

Julia Danielcyck, die “Literaturbeauftragte der Stadt Wien” war da, Reinhold Schrappeneder ist später gekommen und hat sich bei mir erkundigt, ob es seinen Text schon gegeben hat.

Und immer wieder, wie ein roter Faden zog sich auch der Satz “Sind Sie eigentlich geflohen oder haben Sie Ihr Land freiwillig verlassen?” durch die Texte und dann kam die Antorten “Ich bin freiwillig gekommen, aber nur weil ich mußte!”

Eine Antwort, die der Fragesteller dann nicht verstand oder in Zweifel zog.

Ein Text, der von Martin Auer sein dürfte, der auch noch ein Stück “Ausgestreckte Hände” hatte, der die Sprache oder Sprachlosigkeit der Bettelnden thematisierte.

“Bitte, Entschuldigung, Alles Gute!” und das Ganze noch im Singsang gesprochen.

Gut gemeint und gut thematisiert könnte man sagen und dazu passend oder unpassend, der “Mo-Verkäufer”, der von der Kellnerin vertrieben wurden.

Und, als ein Stück gelesen wurde, das von einer Beziehungsproblematik handelte “Bleib!”, hat der Mann oder die Frau  flehentlich ausgerufen, haben auch  einige die Veranstaltung verlassen, was Gelächter im Publikum provozierte.

Stücke von Julian Schutting, Gerhard Ruiss, Manfred Ach, mit dem ich einmal in der “Klimt-Villa” gelesen habe.

Von Rolf Schwendter gab es ein Stück, daß sich mit Fluchtbewegungen der anderen Art beschäftigte.

“Transport” hat es geheißen und eine Einladung eines Universitätsprofessors zu einer Live Rundfunksendung behandelt, die an einem bestimmten Tag stattfinden sollte. Da konnte der Betreffende aber nicht, weil er vorher und nachher je eine Veranstaltung hatte, die Moderatorin ließ aber nicht nach, Zeit und Geld spielte keine Rolle, so hatte er dann widerwillig zugesagt und das Telefon verflucht. Rolf Schwendter war ja ein Gegener desselben und hat ja auch ein Buch über die “Unmöglichkeit des Telefonierens” geschrieben. Möglicherweise ist der Text daraus und am Schluß schickt er ein Telegramm, daß er die Veranstaltung krankheitshalber Absagen muß.

Von Dietmar Füssel, dem Unermüdlichen, von dem ich ja schon viele Bücher gelesen habe, gab es zwei seiner schwarzen Texte, wo ein in ein Schwein verwandelter Mann von einer Hexe gebraten wurd, obwohl er Gott doch vorher bat, ihn wieder zurückzuverwandeln und von einem, der verwandelt wird, weil er den schon Verfluchten fragt, wie es ihm geht und Manfred Chobot mit dem ich ja im Jänner in Salzburg lesen werde, hatte auch ein Stück.

Antonio Fian, den ich ja vorige Woche, am Montag, während es im Sittl “Die wilden Siebzigerjahre” gegeben hat, hatte zwei Stücke, die sich auch mit Flucht und Ausgrenzung beschäftigten und es war ein toller Abend über den man viel nachdenken konnte.

Leider habe ich mit dem Alfred vorher ausgemacht nachher auf den Rathausplatz zu gehen, das habe ich im Vorjahr  auch so gemacht, aber heute hat es da eine Pop-Veranstaltung gegeben, die mich nicht so sehr interessierte.

Als ich also umdisponieren wollte, hat der Alfred nicht mehr mitgemacht und mich zu “Dance  Rhythmus – Beat Boxing” und “Iggy Pop plays Baloise Session” geschleppt, so daß ich jetzt wahrscheinlich einiges vergessen habe, was ich über die Veranstaltung noch schreiben hätte können.

Beginn der O-Töne

Die “O-Töne”, das “Literaturfest im Museumsquartier”, das es, glaube ich, seit 2004 gibt, wo im Sommer jeden Donnerstag ungefähr, die österreichische Gegenwartsliteratur vorgestellt wird, die man dann auch auf den Buchpreislisten findet, habe ich bisher bedingt durch meine “Sommerfrische” eher versäumt.

Das heißt, 2010 war der Alfred, glaube ich, mit dem Karli in den Masuren und da  bin ich an zwei Wochen hingegangen, einmal, glaube ich, zum Wolfsgruber und dann hat Clemens Berger sein “Streichelinstitut” vorgestellt und bei der Eröffnung war ich auch.

Aber heuer ist ja alles anders, da gibt es ja keine wirkliche “Sommerfrische” sondern nur ein verlängertes Wochenende und wenn wir schon am Donnerstag fahren, dann höre ich mir zuerst die O-Töne an, habe ich mit dem Alfred ausgemacht, die heuer offenbar auch ein bißchen anders sind, denn es gibt vor der Hauptschiene mit Autoren, wie Friederike Mayröcker, Thomas Glavinic oder Michael Köhlmeier immer eine Debutantenlesung, um wie die Veranstalterin bzw. Daniela Strigl, die Moderatorin sagte, auf die junge Gegenwartsliteratur hinzuweisen, vielleicht auch, weil es ja heuer außer dem österreichischen Buchpreis  einen für Debutanten gibt.

Ich habe heute sehr intensiv an meinen “Berührungen” korrigiert und bin cirka um halb sieben mit dem ersten Durchgang fertig geworden, so daß ich mich etwas früher in Richtung “Museumsquartier” aufmachte, weil ich auch nicht wußte, wie das mit dem Platzandrang ist.

Katharina Winkler mit ihrem derzeit auf jeden Blog erscheinenden Roman “Blauschmuck, von der ich gar nicht wußte, daß sie Wienerin ist, sie lebt in Berlin, war die Debutantin, Thomas Glavinic mit seinem “Jonas-Komplex”, den ich schon ein bißchen auf dem blauen Sofa in Leipzig hörte, das Hauptprogramm, so daß eigentlich ein großer Andrang zu erwarten war.

Das Wetter war aber nicht sehr gut, die Veranstaltung fand trotzdem ich Haupthof statt und ich habe einen ziemlich guten Platz in der zweiten Reihe bekommen.  Petra Eckert, die ich vom “Residenz-Verlag” kenne, gehört auch zum  Organisatorenteam und kümmerte sich um die Platzreservierungen. Der Lehrer aus Retz war da, die Autogrammsammlerin und eine “Alte Schmiede Stammbesucherin”, junge Männer verteilten Sackerln mit den Goodies, denn das Festival wird vom “Falter”, vom “Standard”, von der “Bawag-PSK”, sowie vom Bund und der Stadt Wien gesponsert.

Und noch etwas war neu für mich, so gab es vor den angekündigten Lesungen ein Konzert, das heißt ein junger Mann, namens Markus Klein spielte ein paar Lieder und erwähnte mehrmals, daß er sich freue, das in Wien tun zu dürfen.

Das Wetter hielt an und Daniela Strigl erzählte ein bißchen etwas zu Katharina Winklers Roman, der auf sehr subtile Art und Weise von Gewalt erzählt.

Eine junge Frau, eine Kurdin tut das und erzählt von dem Blauschmuck, das heißt die Gewaltverziehrungen, die die Männer ihren Frauen antun, die dann noch stolz darauf sind, erzählt von der arrangierten Hochzeiten, der Entjungferung und von der Reise zu dem Land, wo es die Jeans gibt, die ja ebenfalls eine blaue Farbe haben.

Wirklich ein ungewöhnlicher Ton und ein offenbar interessantes Buch, das ich vielleicht einmal finde und dann kam der 1972 in Graz geborene Thomas Glavinic, beziehungsweise wurde er von Daniela Strigl zu seinem “Jonas Komplex” interviewt, der mir ja kein unbekannter ist und es ist wahrscheinlich auch ein Buch mit einem siebenhundert Seiten Umfang, das dann im Herbst auf mindestens einer der Buchlisten stehen wird. So ist es gut, sich damit zu beschäftigen und ich hatte mich schon am Vormittag mit dem steirischen Erfolgsautor beschäftigt, hat sich der doch irgendwie mit Stefanie Sarnagel angelegt und liefert sich mit ihr per Facebook einen Kampf, wo sie sich gegenseitig beschimpfen.

Nun gut, daß ich Thomas Glavnic manchmal ein wenig zu aggressvi empfinde, habe ich, glaube ich, schon geschrieben. Jetzt denke ich aber, das ist irgenwie sein Vermarktungsstil und er war am heutigen Abend auch sehr freundlich, bedankte sich beim Publkum, daß es trotz der Kälte ausharrte, um ihm zuzuhören und erzählte auch etwas von seinem Jonas, der ja inzwischen in drei seiner Romane, “Der Arbeit der Nacht” und noch “Dem größeren Wunder vorkommt”.

Interessant, daß Thomas Glavinic seine früheren Romane ja alle in verschiednen Stilen geschrieben hat, jetzt scheint er den seinen gefunden zu haben. Und der “Jonas Komplex” hat, wie Daniela Strigl einleitete, auch drei Erzählstränge, es gibt dem Jonas, den Millionär, der sich irgendwie in Richtung Südpol aufmacht oder sich von seinen Anwalt auf einsame Inseln verschicken läßt, wo er dann nackt herumliegt. Es gibt auch einen dreizehnjährigen Jungen und einen Ich-Erzähler, der Drogen konsumiert, mit einer Tierärztin einen Sexvertrag hat, während der junge seine Lehrerin verblüfft, in dem er der Klasse ein Referat über die verschiednen Selbstmordarten hält.

Thomas Glavinic hat  einen sehr klaren und deutlichen Stil zu lesen, so führte er sein Publkum trotz Kälte durch das Buch, das wahrscheinlich interessant und spannend ist, aber ich bin ja abgesehen vom “Das bin doch Ich” kein wirklicher Glavinic-Fan, habe noch den “Kameramörder” auf meinen Lesestapel und bin gespannt, ob mir der “Jonas Komplex” beim Buchpreisbloggen begegnen wird.

Nächste Woche geht es  weiter mit dem Open Air Programm, wo die Veranstalterin schon ein schöneres Wetter angekündigt hat und ich bin auch nicht ganz sicher, ob ich hingehen soll, weil ich Eva Schmidt ja schon einmal in der “Alten Schmiede” hörte und den Debutband der Irmi Fuchs auch schon gelesen habe.

Dann würden wir nicht so spät nach Harland kommen, was ja von Vorteil wäre.

Podium-Sommerlesereihe

Die “Sommerlesereihe des Literaturkreises Podium”, Lesungen zu einem bestimmten Thema, die meistens im Cafe Prückl, aber auch in der “Alten Schmiede” und an anderen Orten stattfinden, gibt es seit 1993.

Da hat sie Claudia Erdheim eingeführt, seit 2003 wird sie von Christa Nebenführ weiterorganisiert und da hatte ich, mit meinem  Wunsch auch mitzumachen, Schwierigkeiten, weil ihr meine Art zu schreiben, beziehungsweise meine Texte nicht gefallen und zu jammerig sind.

Ich bin auch kein Mitglied des “Literaturkreises Podium”, habe aber früher einige Texte in der Zeitschrift gehabt und war auch manchmal bei den Abschluß oder Eröffnungsveranstaltungen,  die in der “Alten Schmiede” stattfanden.

Im Cafe Prückl war ich weniger, bin ich den Sommer  auch meistens in meiner Sommerfrische und nicht in Wien, aber heuer ist es anders, da ist es sich für die letzte Veranstaltung in der “Alten Schmiede” ausgegangen und das heurige Podium Thema “Literatur und Arbeit” ist  auch sehr interessant.

Eigentlich ist es meines, könnte man so sagen, habe ich dazu doch viel geschrieben,  bin  wahrscheinlich auch so gut, wie die die anderen Eingeladenen, schreibe ich ja realistisch und kenne mich bezüglich der Arbeitswelt auch ein bißchen aus.

Die Reihe hat auch auch schon am vorigen Mittwoch im “Vorwärtsgebäude”, der ehemaligen Arbeiterzeitung stattgefunden, da war ich in der “Alten Schmiede” und am Montag, als die erste Prückl Lesung mit Armin Baumgartner, Elfriede Bruckmaier und Karin Ivancsics war, auch.

Und heute fand die Veranstaltung mit Malte Borsdorf, Konstantin Kaiser und Verena Mermer in der “Alten Schmiede” statt. Christa Nebenführ moderierte und erzählte von einem Essay den Konstantin Kaiser 1987 für das “Wiener Tagebuch” geschrieben hat.

“Hinter die Mauer gehen- Exkurs über Arbeitsweltliteratur”, hat er geheißen,  den hat er Christa Nebenführ geschickt, die ihn daraufhin eingeladen hat, Gedichte zur Arbeitswelt zu lesen und den Essay am Ende der Veranstaltung als Diskussionsgrundlage verlas und der war sehr interessant, beziehungsweise sehr polemisch, bezog sich Konstantin Kaiser doch auf den damals existierenden “Max von der Grün Preis”, auf die “Werkkreise der Literatur der Arbeitswelt” und meinte, daß eine Literatur der Arbeitswelt auch eine “Befindlichkeitsliteratur” wäre und daher in Frage gestellt werden sollte.

Das sehe ich ein bißchen anders, denn als ich 1973 literarisch zu schreiben angefangen habe, gab es gerade Michael Scharangs “Charly Traktor” und die realistischen Romane von Wolfsgruber und Innterhofer, die heute vielleicht schon wieder vergessen sind. Sie waren ein realistisches Aufblitzen in einer ansonsten eher experimentellen Literaturszene, aber wahrscheinlich das, wie auch ich schreiben wollte und so habe ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” auch begonnen, beziehungsweise habe ich mit ihm, das war, glaube ich, 1982, beziehungsweise Bärbl Danneberg, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Sigrid Faber, Erika Danneberg, Brigitte Gutenbrunner, ein Wochenende in der Steiermark auf einer Alm mit dem “steirischen Werkkreis der Literatur der Arbeitswelt” verbracht. Dann kam auch der “Max von der Grünpreis”, wo ich regelmäßig meine Texte, zum Beispiel, meine “Slavica”, mit der ich dann auch einmal nach Kärnten, als es dort kurzfristig einen “Preis der Arbeit” gegeben hat, eingeladen wurde, schickte.

In Linz habe ich nie etwas gewonnen, mit der “Slavica” nur fast, wie mir einer der Juroren sagte, wurde aber 1987 zu einer Schreibwerkstatt eingeladen, wo ich Traude Korosa und auch den lieben Rudi kennenlernte, der damals Linzer Stadtschreiber war. Ilse Kilic hat in diesem Jahr, glaube ich, einen der Preise gewonnen.

Der “Max von der Grünpreis” wurde dann auch eingestellt, wie es auch die “Werkreihe zur Literatur der Arbeitswelt”, die in den siebziger Jahren bei “Fischer”, glaube ich, herausgegeben wurde, längst nicht mehr gibt.

Den “Luitpoldt-Sternpreis”, wo ich mich auch beteiligt habe und auch ein paarmal was gewonnen habe, gibt es ebenfalls nicht mehr und vielleicht auch keine Autoren mehr, die sich mit der Arbeitswelt befassen.

Das stimmt, glaube ich, nicht so ganz, denn es gibt ja noch einen Werkkreis um Gerald Grassl und Christian Schreibmüller“Volksstimmefest” auftreten und es gibt das “Linke Wort” beim “Volksstimmefest” und da wird ja auch “Literatur zur Arbeitswelt” gelesen, aber die Arbeitswelt hat sich seit den Siebzigerjahren sicherlich geändert,  ist glänzender, aber auch viel brutaler geworden.

Die  1984 geborene Verena Mermer, die  auch schon beim “Linken Wort” gelesen hat und die ich im Rahmen, der von Semir Insaif geleiteten Schreibwerkstatt in der “Gesellschaft für Literatur” kennenlernte, schreibt, glaube ich, in einer sehr modernen frischen Art von der Welt der Sekretärinnen und Kellner oder Köchinnen in Cateringsfirmen. Während der  1981 in Reutlingen geborene Malte Borsdorf, einen viel konventionelleren Textauszug brachte, schreibt er doch an einem Roman über die Hamburg er Sturmflut von 1962, “Die Arbeit der Scheuerleute”, wo es um Solidarität, Unterdrückung und Ausbeutung ging.

Dazwischen las Konstantin Kaiser seine Stadtgedichte, zitierte Theodor Kramer und Siglinde Bolbecher und in der Diskussion über die Begehrlichkeit und die Befindlichkeit der Arbeiterliteratur ging es auch weit in die Geschichte zurück.

Christa Nebenführ zitierte einen Roman von Alexander Chronin, man könnte aber auch B. Traven oder Hans Fallada anführen oder überhaupt die “Büchergilde Gutenberg Bücher”, die sich in der Bibliothek meiner Eltern in der Wattgasse befanden.

Christa Nebenfür stellte auch die Frage, ob die Arbeiterliteratur nicht auch von bürgerlichen Schriftstellern geschrieben wurde?

Zum Teil sicherlich, zum anderen Teil wurden durch den “Max von der Grün” und den “Luitpold Sternpreis” und die “Werkkreise zur Arbeitswelt”, glaube ich, auch Arbeiter zum Schreiben animiert, die aber inzwischen wieder damit aufgehört haben dürften und die “Werkreihe” hat vielleicht auch nicht so viele Leser gehabt, weil realistische Literatur ja auch nicht für so vollwertig gilt.

So gesehen ist die “Podium-Sommerlesereihe” sicherlich sehr interessant und wichtig. Montag bin ich ja diesen Sommer nicht so oft in Wien, aber vielleicht geht es sich an den Mittwochen noch aus hinzugehen und das “Linke Wort” beim “Volksstimmefest” hat heuer auch ein ähnliches Thema, das allerdings genaugenommen “In Arbeit” heißt, so daß man hier auch seine “Work in Progress” vorstellen kann, was zu Christa Nebenführs Eingangsfrage, ob “Literatur nicht vielleicht auch Arbeit” ist, zurückführt und die Antwort lautet ganz eindeutig ja, in meinen Schreibberichten, kann man die meine ein bißchen nachvollziehen.

Antonio Fians Schwimmunterricht

Oder Band sechs der bei “Droschl” erschienenen Dramolette, die am Montag in der “Alten Schmiede” von Angelika Reitzer moderiert und vorgestellt wurden.

Ich weiß nicht, ob ichs schon mal geschrieben habe. Ich habe ein “Feibord” in Harland, wo alle Staatsstipendiaten und Preisträger eines Jahres einen Text drin hatten.

Viele bekannte Namen, Werner Herbst hat damals den “Preis der Stadt Wien” bekommen, Gerhard Ruiss sitzt am Titelbild am Klo, Paulus Hochgatterer, Karl Markus Gauss waren damals bei den Stipendiaten und natürlich der 1956 in Klagenfurt geborene Antonio Fian.

Sein Text, daran kann ich mich noch erinnerm, hieß oder handelte vom “Konstantinhügel” im Prater und dann ist Antonio Fian, der vor ein paar Jahren einmal auf der Longlist des dBps stand, ja bekannt für seine “Dramolette”, die wie Angelika Reitzer genau erklärte, zuerst im “Falter” und jetzt im “Standard” erscheinen und sechs jeweils bei “Droschl” erschienene Bände gibt es auch.

Angelika Reitzer hat genau die Namen aufgezählt und die Erscheinungsjahreszahlen dazu gesagt “Was bisher geschah”, “Was seither geschah”, “Alarm”, “Bohrende Fragen””Man kann nicht alles wissen” und  zuletzt erschienen “Schwimmunterricht” und da habe ich, glaube ich, von den fünfzehn vorgetragenen Dramulette, die ersten sieben schon bei “Literatur und Wein” in Göttweig gehört.

Die erste nicht, denn das war eine Rede, im Stehen vorgetragen und erinnerte mich sehr an die, die Armin Baumgartner im Amtshaus Margareten vor kurzem vortrug, die mich wieder an Gert Jonke erinnert hat, aber das war ja auch ein Kärtner und von Antionio Fian von  dem ich den Erzählband “Helden Ich Erzähler”, auch bei “Droschl” erschienen und den ersten “Dramuletten-Band” in meinen Regalen habe, habe ich auch meine Lieblingsdramulette, die ich ja gelegentlich, nicht regelmäßig und systematisch, am Samstag im “Standard” lesen.

Vom ersten habe ich vielleicht auch schon geschrieben, habe ich Antonio Fian ja schon öfter bei Lesungen gehört, das ist das von der schwerhörigen alten Frau und ihrer durch künstliche Befruchtung entstandene Tochter, die zum Kasper lernen gehen will und jetzt aus aktuellen Anlaß, das zur Wahlwiederholung.

Die FPÖ hat eine Kameria in der Wahlzelle damit alles mit rechten Dingen zu geht, anbringen lassen und ist entsetzt, wieviele Leute den anderen wählen, das kann man nicht anfechten, das mit der Kamera schon.

Antonio Fian begann also mit seiner “Nonsenserede” die er 2013 für die “Wiener Festwochen” geschrieben hat, dann kam ein Gespräch mit Angelika Reitzer, die auf Nestroy, Kraus und Bernhard hinwies und die Dramuelette analysierte und dann die ersten sieben Stücke, die ich schon in Göttweig hörte, das von “Bin Ladens Tod”, den die ganze Welt begrüßt, die drei Muttertagsstücke, von dem Sohn, der kein T aussprechen kann und die Mutter und die Großmutter machen ihn lächerlich, die zwei von den Schülern, die sich wegen einem Mädchen verprügeln und die Lehrerinnen schauen zu und das mit der Radikalisierung und auch das, wo der Fleischfresser in Kärnten beim Daten einer Vegetarierin gegenübersitzt. Das siebente war dann das, wo Günther Grass am Wörtersee sitzt und dann wurde es, weil die Lesung ja in der “Alten Schmiede”, im “Literarischen Quartier” stattfand, literarisch, wie Antonio Fian, zu dem Erich Hackl und noch andere Interessierte gekommen waren, feststellte, ja richtig, das habe ich jetzt vergessen, Angelika Reitzer sprach Antonio Fian noch auf Andre Heller an, den er in seinen Stücken sehr oft erwähnen wüde.

Es kamen dann aber noch einige, die von Norbert Gstrein und Marlene Streeruwitz handelten und der Kafka, beziehungsweise sein “Amerika” blieb über, Marcel Reich Ranicky, der österreichische Torberg oder Hans Weigel tauchte auf und Sigrid Löffler und man bekam Lust sich in die Dramulette einzulesen, die sehr politisch, aber auch sehr literarisch sind und ich habe ja noch einiges liegen, welch Glück, daß ich eine solche Büchersammlerin bin und auch den “Standard” gelegentlich lese.

Und warum es “Schwimmunterricht” heißt, kann ich zum Schluß auch noch veraten. Das Titelstück war nämlich die Zugabe und handelte von einem Kärntner Vater, der seinem Sohn, das Schwimmen beibringt und ihm dabei einige “Flaschen” gibt.