Wildgans- und andere Preise

Ich bin ja eine eifrige Preisgeherin, zum “Wildgans-Preis” bekomme ich seit einigen Jahren durch Barabara Neuwirth, eine der Jurorinnen, die Einladung, zum “Alpha” inzwischen auch, zum “Bachmannpreis” bin ich auf eigene Kosten 1996 einmal gefahren und habe da den jungen Arno Geiger kennengelernt, der inzwischenauch den “Wildganspreis”, den der Industrie, bekommen hat, den, wie es in der Ausschreibung heißt, die Dichter und Dichterinnen bekommen sollen, die schon einiges geschaffen haben, deren Hauptwerk aber noch zu erwarten ist, was heißt, wie mir Barbatra Neuwirth vor einigen Jahren einmal erklärte, daß sie noch nicht über sechzig sind da war ich, glaube ich, knapp darüber und habe mich geärgert, aber wenn man so neben dem Preisgeschehen steht und von allen übrersehen wird, wie ich, hat man sowieso keine Chance und so ist es wahrscheinlich keine Trost, daß Erich Hackl, der ihn heuer bekomen hat, 1954 geboren wurde.

Es gibt auch, aufmerksame Leser werden es bemerken, eine Neuerung, wurde der Preis ja bisher, glaube ich, im Oktober vergeben, diesmal ist es Mai und Erich Hackl ist ein politischer Autor und ein Chronist, so stellte ihn jedenfalls Marianne Gruber, auch eine Jurorin, in ihrer Laudatio vor und bezog sich dabei hauptsächlich auf “Abschied auf Sidonie”, das habe ich, wie “Auroras Anlaß” gelesen und auch noch  “Als ob ein Engel”, das mir der liebe Otto einmal zu meinem Geburtstagtsfest brachte und der Präsident der Industriellenkammer hielt die Einleitung, wo er die Wichtigkeit von Literatur und Bildung für das Wirtschaftsleben betonte und auch, daß man nie vergessen darf.

Erich Hackl hat es nicht, aber sonst nicht sehr viele Gemeinsamkeiten, wie er in seiner Dankesrede betonte, zur Industriellenkammer, ist er doch gegen die EU und für die Vermögenswsteuer, nur für die Gesamtschule ist er und wahrscheinlich auch für Alexander van der Bellen, aber davon war in seiner Dankensrede nicht die Rede und nachher gab es wieder Sandwich und sehr feine petit fours und Gespräche, mit denen, die sich mit ihr unterhalten haben.

Arno  Geiger war da, Evelyne Polt Heinzl, Petra Hartlib machte den Büchertisch und deren “Wundervolle Buchhandlung” habe ich ja vor kurem im offenen Bücherschrank gefunden.

Ansonsten gibt es auch noch einige Nachrichten aus dem Literaturbetrieb, bei dem ich ich ja komplett daneben stehe, obwohl ich mich so sehr für ihn interessiere, daß ich schon fast acht Jahre blogge und eigentlich schon glaube, wie ich auch Marianne Gruber sagte, daß ich gar nicht so schlecht schreibe, aber das ist natürlich nur meine Meinung, stimmt schon, klar, so wurden heute auch die Namen der vierzehn ausgewählten Autoren und Autorinnen bekannt gegeben, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, der  vom neunundzwanzigsten Juni bis dritten Juli stattfinden wird und die aus acht Nationen kommen, Israel, GB, Frankreich, Serbien, Tüprkei, neben den schon bekannten Ländern, wie Deutschland, Schweiz und Österreich und von denen ich nur Stefanie Sargnagel, Sascha Macht und Sevin Özdodan kenne, bei Bastian Schneider war ich mir nicht ganz sicher und für den Literaturkurs wurde Theodora Bauer eingelanden, auf deren Debutroman ich ja noch warte und beim Wartholz Literaturpreis, der ja immer im Februar stattfand, gibt es heuer auch eine Änderung, findet der ja erst im Juni statt und Cornelia Travnicek, Robert Prosser, Marlen Schachinger Katharina Tiwald, Josef Kleindienst, Didi Drobna, Jürgen Lagger  und Ursula Wiegele gehören zu den mir bekannten Finalisten.

 

 

Eine moderne Zeitgenossin

Die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl ist ja schon seit längeren bemüht Marie von Ebner Eschenbach, die vor hundert Jahren, genau wie Kaiser Franz Joseph, gestorben ist und ihr Werk zu entstauben.

Hat sie ja gemeinsam mit Evelyne Polt-Heinzl und Ulrike Tanzer, die vierbändige “Residenz-Werkausgabe” herausgegeben, deren zweiten Teil ich gelesen habe und eine Biografie  “Berühmt sein ist nichts”, herausgegeben.

Es gab im März ein Marie Ebner Eschenbach-Symposium und Ruth Klüger hat vor ein paar Wochen im Wiener Rathaus die Festrede gehalten und heute wurde dies im Rathaus im Rahmen der “Wiener Vorlesungen” durch einen Vortrag von Daniela Strigl “Marie von Ebner-Eschenbach- Zeitgenossin der Moderne”, ergänzt und  Elisabeth Orth, die Burgschauspielerin, hat zu Beginn  die Erzählung “Die Großmutter” gelesen, wo eine arme alte Frau ins anatomische Institut kommt und nach der Leiche ihres Enkels, ihres einzigen Verwandten fragt.

Ja, die Baronin, die als Komtesse Dupsky 1830 in Mähren geboren wurde, war schon sehr sozialkritisch und hat sich für alle Stände und Gesellschaftsschichten eingesetzt und Daniela Strigl betonte in ihrem Vortrag wieder das Bild der Matrone, der alten Frau, die wir im Kopf haben, wenn wir an die Ebner Eschenbach denken, von der wir in der Schule höchstwahrscheinlich “Krampambuli” und “Die Spitzin” gelesen haben.

Sie hat betonte Daniela Strigl selbst an diesem Image eifrig gearbeitet, das vergessen machte, daß sie einmal jung gewesen ist und so verwegen, daß sie im Damensattel in den ersten Stock des Schlosses Zdislawitz geritten ist und dann wollte sie schon als unges Mädchen, die berühmteste Dichterin aller Zeiten und als Dramatikerin der weibliche Shakespeare werden, obwohl solches für eine Adelige ja als nicht standesgemäßt galt.

Sie hat aber geschrieben und geschrieben, nach dem sie mit einem Stück durchgefallen ist, hat sie das Drama aufgegeben und ist zur Prosa übergegangen, hat das in ihrer Familie verteidigen müßen, berühmt ist aber doch geworden und um 1900 die erste Ehrendoktorin der Universität Wien.

Dann kam die Aufzählung der Werke, “Unsühnbar” ist dabei und die Erzählungen, die auch Ruth Klüger in ihrem Vortrag erwähnte, wo es um das Thema Vergewaltigung gegangen ist.

Die Gräfin war auch sehr widerspüchig, einerseits modern, dann wieder konservativ und mit den Dichterkreis. um Jung Wien mit Freud und Schnitzler hatte sie ihre Schwierigkeiten, weil wahrscheinlich zuviel Sexualität, aber als Schnitzler ihr geschrieben hat, hat sie höflich geantwortet.

Der Festsaal in dem diese Vorlesung stattfand, war sehr voll, ich bin neben meiner Hauptschulkollegin Christa U. die ich manchmal bei literarischen Veranstaltungen treffe, gesessen und gemeinsam haben wir uns gefreut, daß jetzt doch Alexander van der Bellen der neue Bundespräsident geworden ist, ob das auch die Gräfin Dubsky gefreut hätte, die mit Grillparzer befreundet war, wissen wir nicht.

Sie wurde jedenfalls wie Daniela Strigl erwähnte, auch in der DDR verlegt, in ausgewählten Ausgaben, wie sie betonte und eine solche habe ich vor kurzem im Schrank gefunden, eine 1982 bei “Aufbau” in der Bibliothek der Klassiker erschienenes “Werk in einem Band”, in dem es am Beginn das berühmte Matronenportrait gibt, eine Photografie um 1900, also wahrscheinlich schon die Frau Ehrendoktor , darin enthalten sind:  “Die Freiherren von Gemperlein”, “Krambambuli”, “Er läßt die Hand küssen”, “Das Gemeindekind” und der “Vorzugsschüler”.

“Das Gemeindekind” habe ich ja noch in einer anderen Ausgabe einmal gefunden und einen Band mit “Krambambuli und andere Erzählungen”, habe ich auch.

Also sehr viel Lesestoff für eine, die sich ja eigentlich auch mehr für die zeitgenössische Literatur, als für das Neunzehnte Jahrhundert interessiert, sich aber gerade durch Zweig und Doderer gelesen hat, beziehungsweise den letzteren immer noch liest und das hat Hubert Christian Ehalt in der Diskussion von Daniela Strigl, die ja eine sehr schlagfertige und redegewandte Diskutantin ist, wissen wollen.

Wie das mit der Literatur des Neunzehntenjahrhunderts ist?  Daniela Strigl hat ja ihre Habilitation über Marie Ebner von Eschenbach geschrieben, bei der Literaturwissenschaft und auch in den Schulen ist ja wegen der Zentralmatura wenig Platz und Zeit dafür und leider hat der “Residenz-Verlag” nur eine vierbändige Ausgabe gestattet, sonst hätte man auch ihre Autobiografie “Aus den Kindertagen” wiederauflegen müßen.

Es war also sehr interessant nach soviel Zweig, den ich in den letzten Wochen gelesen habe, wieder mein Wissen über die Baronin aufzufrischen, obwohl es mich ja auch schon wieder nach dem Zeitgenössischen drängt.

Daniela Strigl antwortete Hubert Christian Ehalt auf die Frage, wie es ihr damit geht, daß sie sich davon manchmal durch die Lektüre aus dem neunzehnten Jahrhundert erholt. Ich würde dagegen sagen, daß ich mich jetzt schon auf das Literaturrätselspielbuch “Mimiky” aus dem “Aufbau” bzw. “Blumenbar-Verlag” freue, das vielleicht noch vor dem Urlaub zu mir kommt, um mein zeitgenössisches Literaturwissen aufzufrischen, beziehungsweise zu überprüfen und das neue Buch von Annika Bühnemann soll auch zu mir kommen, es geht also rund zu mit meinem literarischen Wissen, wo ich, wie ich glaube, ja auch ohne literaturwissenschaftlichen Studium ziemlich bewandert bin und mich auch für Selfpublishing, Chicklit, Thriller und anderes interessiere, aber diesen Vortrag über die moderne Aphoristikerin, Erzählerin, Dramatikerin, etcetera sehr genossen habe und die Biuografie sollte ich vielleicht auch einmal finden, das wäre schön, obwohl ich  ja ohnehin schon so viele Bücher habe.

Polemik und Essays in der Rotlichtbar

Ich habe es ja schon einmal geschrieben, am Freitag gibt es eher wenige literarische Veranstaltungen, beziehungsweise gehe ich , seit der Alfred in Altersteilzeit ist, an diesem Tag nicht so gerne wohin und wir sind da manchmal auch schon in Harland.

Auf der anderen Seite drängt es mich aber täglich zu bloggen und da wir nächste Woche  auf Urlaub fahren, habe ich meine Artikel, die bis dahin erscheinen sollen, auch schon in etwa vorausgeplant.

Kurzer Sinn der langen Rede, ich brauchte für heute eine Veranstaltung, über die ich schreiben kann, fand aber nur im Literaturhaus eine, die mir nicht besonders literarisch erschien und dann ein Musikprogramm in der “Alten Schmiede”, also auch etwas über das ich nicht unbedingt bloggen will und dann erreichte mich das Programm des “Aktionsradius”, die jetzt Veranstaltungen in der “Arene Bar” in der Margaretenstraße, also nicht sehr weit von mir, haben und da gab es am Freitag eine Buchvorstellung, Richard Schuberth von dem ich ja noch ein Buch auf meiner Leseliste habe, stellt Mladens Savics bei “Drava” erschienene Essays, Reflexionen und Polemiken  “Mücken und Elefanten” vor und das Problem war gelöst.

Kenne ich ja Richard Schuberth, der mir immer seine Aussendungen schickt, als kritischen Denker, wir haben glaube ich auch schon ein- oder mehrmals am Volkkstimmefest gelesen, deshalb bin ich vielleicht auch in seinem Verteiler, die “Arena-Bar” kannte ich nicht, zumindestens nicht als literarischen Ort.

Es gibt dort aber eine Literaturrreihe, einen Rotlicht Poetry Slam”, wo nächste Woche  Christian Schreibmüller auftritt, gibt es auch und der heißt wahrscheinlich so, weil der Ort dieser literarischen Veranstaltung, die klassische Nachtbar ist, also Rotlicht, roter Samt und goldene Stühlchen, dort wo es früher  vielleicht Sex und Eroitk  gab und die Sektkorken knallten, jetzt aber gelesen wird und vor Jahren war ich einmal am Vormittag an so einem Ort, da hat glaube ich, der “Molden-Verlag” eingeladen und man konnte über das künftige Verlagsprogramm abstimmen.

Jetzt stellte der1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der 1985 nach Österreich kam und 1988 nach Kanada übersiedelte, dort Philosophie studierte und 2007 wieder nach Wien kam, seine sechsundzwanzig Essays vor und der scheint ein sehr origineller ungewöhnlicher Geist zu sein, ein linker kritischer Denker, der aber allgemein verständlich und verrgnüglich schreibt, wie ihn ihn Richard Schuberth  einleitete.

Einige seiner Texte sind schon im “Augustin” erschienen, so hat auch Robert Sommer, der im Publikum war, die Lesung vermittelt und dann ging es durch die radikalen Thesen und zu den Fragen, wo heute die Intellektuellen stehen?

Mladen Savic, hat die Texte nur jeweils kurz angelesen, so daß man sich das Buch dann auch zum Selbstkostenpreis und mit Unterschrift, wie das so üblich ist, kaufen konnte und begann mit der Rolle des Intellektuellen und der Frage des Geistes, der für Mladen Savic sehr wichtig zu sein scheint und der auch beklagte, daß manche Leute nurund demonstrieren, aber nicht diskutieren wollen.

Es ging dann  um Bildung,  aber auch um die Schere zwischen arm und reich oder überhaupt über die herrschenden Verhältnisse.

Ein Essay ging über Platon, beziehungsweise Sokrates, ein anderer erklärt das Werk Nietzsches, wozu der Philiosophieprofessor Konrad Paul Lissmann fünfhundert Seiten brauchte, wie Richard Schuberth anmerkte, in knappen zwölf Seiten und Mladen Savic erklärte dazu, daß er in der Schule den Lehrern durch seinen Wunsch zu diskutieren negativ aufgefallen ist, so daß ihm seine Mutter mit vierzehn Nietzsche schenkteund ihn damit verdorben, beziehungsweise zu dem Philosphen hingeführt hat.

Es gab aber auch einen Essay über die Wirtschaftskrise und einen über die Medien und danach eine Diskussion, wo es wieder, um die Bildung, aber auch über die Wahlprognosen für den kommenden Sonntag ging, die den Autor aber nicht besonders aufregte, ist er ja auch international ausgebildeter Wahlbeobachter und ich habe wieder einen neuen literarischen Ort und einen interessanten, unkonventionellen Autor kennengelenrt, obwohl die Philosophie ja nicht unbedingt mein Spezialgebiet ist.

Literatur Fälschungen

Im Literaturhaus wurde heute ein sehr interessantes und auch ungewöhnliches Buch präsentiert, “Mimikriy, der große Literaturschwindel”, erschienen bei “Blumenbar” und als ich vor ein paar Wochen im Literaturhaus gesessen bin und das neue Programm studierte, ist mir die Veranstaltung aufgefallen, da ich ja eine Büchersammlerin, eine literarische Rätselraterin und Literaturquizzinteressierte bin und weil mir “Aufbau” immer seine Bücher schickt, habe ich es  angefragt, leider bin ich dabei aber auf die Beantwortung der Herbstvorschauwünsche gekommen, so daß mein Wunsch wahrscheinlich untergegangen ist, was aber gar nichts macht, denn erstens habe ich ja schon eine so elendslange Bücherliste, daß ich bezüglich meines Recherchelesens nicht und nicht zu meinem “Vicki-Baum-Schwerpunkt komme, von allen anderen Plänen ganz zu schweigen und zweites stand im Programm, konnte man das Buch ja auch bei der Veranstaltung gewinnen und da ich ja keine so ganz unbedarfte Literaturkennerin bin, habe ich mir eine gewisse Chance ausgemalt, erstelle ich mir ja immer selber meine Leserätsel und wahrscheinlich auch meine Literaturspiele und, um ein solches handelt es sich auch bei “Mimikry”, dem von Philipp Albers und Cornelius Reiber herausgegebenen Buch, das auf Grund eines Spieles entstanden ist, das im letzten Sommer in Berlin stattfand und zwar wurden da immer einige Literaturexperten, Autoren, Kritiker, Intellektuelle etcetera zu einer Runde eingeladen und dann wurde aus dem jeweiligen Bücherregal ein paar Bücher herausgesucht, erinnert mich ein bißchen an meine “Wurf- und Greifworte” mit denen ich mich ja in letzter Zeit bevorzugt beschäftigte.

Aber da wurden ein paar Seiten aus einem Buch vorgelesen, um auf den literarischen Stil des Autors hinzuweisen, danach der erste Satz und dann mußten die Anwesenden so zwischen fünf  und acht Personen, Rona von Rönne war dabei und Iloma Mangold, der aber angeblich immer falsch geraten hat, einer war der Spielleiter, die nächsten Sätze weiterschreiben.

Der Spielleiter schrieb die Richtigen und nachher mußte man raten, welcher Satz  vom Originalautor aus dem Originalbuch war. Da gab es, glaube ich, achtzig Bücher und einige Runden und so ist dann die Idee entstanden,  ein Buch daraus zu machen, wo die jeweiligen Spielabende mit Fotos und den falschen und den richtigen Texten enthalten sind.

Die beiden Herausgeber erzählten das, dem ziemlich leeren Literaturhaus, obwohl, glaube ich, in dem Vorraum sogar die Videowand hergerichtet war, falls ein großer Andrang wäre, weil ja als Literaturexperten und Rätselerrater Tex Rubinowitz, der Bachmannpreisträger vor zwei Jahren, bei dem ich schon einmal in einem sehr vollen Literaturhaus war und dann noch Hanna Engelmeier eingeladen wurden.

Das Publikum durfte  mitraten und das tue ich ja sehr gerne und würde ja auch einmal beim Literaturquizz der “Buch-Wien” teilnehmen, so waren Zettel ausgeteilt und dann ging es los mit den vorbereiteten fünf beziehungsweise sechs Bücher.

Das erste war von Werner Herzog, die “Eroberung der Nutzlosen”, der ja, glaube ich, eher ein Filmregisseur war, so hatte ich keine Ahnung, was ich raten sollte und bin auch falsch gelegen, die beiden Experten lagen aber richtig, obwohl Tex Rubinowitz immer ziemlich herumredete und den Ahnungslosen markierte.

Beim zweiten war es dann leichter, denn “Amerika” ist so ziemlich der einzige Kafka den ich gelesen habe und daß Karl Roßmann dorthin geschickt wurde, weil er das Dienstmädchen seiner Eltern geschwängert hat, habe ich mir gemerkt, obwohl ich mir das Buch, glaube ich, schon als Studentin kaufte.

Dann durfte man zwischen Houllebeque und Beigbeder wählen, das Publikum entschied sich für die “Ausweitung der Kampfzone”, das habe ich dann richtig erraten, während ich mir bei Nietzsche “Also sprach Zarathrustra” und Felizitas Hoppe “Hoppe”, die ich ja vor kurzem in Göttweig aus diesem Buch lesen hörte, mehrere Alternativen vorstellen hätte können.

So brachte ich es dann schließlich auf vier richtige Antworten, habe das Buch aber trotzdem nicht gewonnen, das tat eine junge Kunststudentin, deren Hund man dann bewundern konnte und Wein und Bier und mehr oder weniger intellktuelle Gespräche gab es auch und wenn ich mit den “Berührungen” dann fertig bin, kann ich ja wieder nach meinen “Wurf und Greifgeschichtenbüchern” fassen und sozusagen für mich selber “Mimikry” spielen und mir aus dem gefundenen Wort meine eigenen Geschichten machen und den Spaß meine eigenenen Romananfänge aufzuschreiben, habe ich mir auch einmal gemacht.

Frauenarchivtag und Ritter-Verlagsportrait

Das ist mein zweiter Archivbesuch in dieser Woche und der dritte in diesem Jahr, denn zum Frauenarchivtag, der seit einiger Zeit zum Geburtstag von Rose Ausländer von den Frauenarchiven gefeiert wird, gab es eine Führung und einen Kurzworkshop von “Stichwort” – dem Frauen-und Lesbenarchiv, das mir seit Jahren sein Programm und seinen Folder zuschickt.

Da gab es, glaube ich, einmal einen Literaturwettbewerb und einige Veranstaltungen, die ich damals noch im fünfzehnten Bezirk besucht habe, inzwischen ist das Archiv in die Gusshausstraße gewandert und weil ich dachte, eine Führung durch ein Frauenarchiv wäre ganz gut, bin ich hingegangen, bin ich ja irgendwie auch frauenbewegt, so hatte ich meine literarische Sozialisierung ja im “Arbeitskreis schreibender Frauen”, der Ende der Siebziger Jahre, glaube ich, der erste in Wien war, den es in dieser Art und Weise gegeben hat. In der “AUF war ich zwar nie direkt, bin aber durch Ruth Aspöck, Hilde Langthaler  Elfriede Haslehner, etcetera damit in Kontakt gekommen.

Die gibt es in dieser Weise auch nicht mehr, vor ein oder zwei Jahren ist aber ein großes Buch herausgekommen, bei dem die Ruth beteiligt war, bei der Eröffnung der Buchhandlung ChickLit war ich und die Hilde Schmölzer ist ja auch eine sehr frauenbewegte Frau und hat glaube ich eines der ersten Bücher über “Frau sein und Schreiben” in Österreich verfaßt.

Also neugierig und sehr gespannt und dann in einen kleinen Lesesaal mit fünf oder sechs Pulten gesessen, Jacke und Taschen ganz streng in der Garderobe abgeben, mußte man im Literaturarchiv nicht, im Literaturhaus in der Bibliothek glaube ich schon, aber da gebe ich hauptsächlich zu den “Erich Fried Preisverleihungen” und da steht die Bibiane streng vor den Bücherreihen und schimpft, wenn sich eine Hand den Bücherreihen nähert, um sich eines vielleicht anzuschauen.

Zwei Frauen begrüßten und erzählten von den Beständen und den Sammlungen, eine Preisliste hing auch irgendwo auf, was die Beratungsstunden, das Bücherausleihen, das Kopieren, etcetera kostet, man kann sich also in den Lesesaal setzen, das Archiv nicht online abrufen und in die Bestände auch nicht so hinein, aber wir, zwei Frauen waren außer mir, zur ersten Führrung, um zwei auch gekommen und sonst können, auch ganz streng und inzwischen schon ganz ganz selten, nur Frauen in die Bibliothek hinein.

Es gibt also eine Plakat- eine Film- eine Bücher- eine Zeitschriften und eine Zeitungsausschnittsammlung und in dem Kurzworkshop ging es  über das Archivieren oder wenn ich es richtig verstanden habe, das, wie man bei seinen Recherchen zu der nötigen Information bekommt. Regel für das Benützen des Archivs gab es auch, nur mit Bleistift schreiben, damit das Originalmaterial keine Flecken und auch keine Kratzer bekommt. Wir bekamen drei Übungsbeispiele und dazu Photokopien und konnten uns ein bißchen darin üben, das Alter eines Flugblatts zu erkennen, wenn beispielsweise nur 11. 5. und keine Jahreszahl angegeben ist und auch überlegen, wie man zur Zusatzinformation kommen kann.

Interessant, interessant, obwohl ich ja nicht wirklich archivarisch arbeite oder doch vielleicht ein bißchen bezüglich meines Bücherkatalogs und jetzt habe ich, zwar handelt es sich dabei um keine Autorin, aber zwei Novellensammlungen von Stefan Zweig mit teilweise überlappenden Erzählungen zu lesen und da ist es auch sehr interessant, die Sammelbände von den Originalausgaben zu unterscheiden.

Kaffee und Kuchen gab es anschließend auch, obwohl Margit Hauser sagte, Essen und Trinken und Bibliotheksbereich streng verboten ist und im Eingangs- oder Sekretariatsbereich, dort, wo man seine Taschen in Garderobekästen verstauen konnte, lagen Schachteln mit Büchern zur freien Entnahme, möglicherweise Doppelbestände oder unbrauchbares Material und so daß ich  meine Bestände mit einem Jutta Schutting Roman aus dem Jahr 1983, in diesem Fall vielleicht besonders interessant, da das Archiv außer den Frauen auch den Transgenderpersonen offen ist, ein Buch von Alice Schwarzer über Simone de Beauvoir und einen Band über Sir Galahad, aufstocken konnte.

Und am Abend ist es dann in die “Gesellschaft für Literatur” gegangen und zu einem “Ritter-Verlagsportrait”.

“Seltsam!”, werden meine Stamleser jetzt vielleicht sagen.

“Du liest doch keine “Ritter-Bücher”, obwohl du ja einige in deinen Regalen und auf deiner Leseliste stehen hast, warum gehst du dann immer zu der experimentellen Literatur, wenn du selber so realistisch und offenbar auch so wenig abgehoben schreibst, daß du keinen Lesetermin in der “Gesellschaft für Literatur” bekommst?”

Stimmt, aber ich interessere mich eben für jede Art von Literatur, wahrscheinlich weil ich endlich mal herausfinden will, was die anderen besser, als ich können und als ich die Herrengasse erreichte, fand ich dort ein erstaunlich “unexperimentelles Publikum”, das sich zu kennen schien, sich untereinander begrüßte und vielleicht auch ein bißchen steirisch redete. Die Verwandten und Freunde von Günter Eichberger, der mit Ronald Pohl und Stefan Schweiger auf der Leserliste stand?

Dann wurde lang gewartet, weil der Lektor Paul Pechmann noch nicht eingetroffen war und danach hielt Marianne Gruber ein rührendes Pläydoyer für den “Ritter-Verlag”.

Ich sage da ja immer nur ganz prosaisch “Das ist sehr experimentell!”.

Marianne Gruber schwärmte von den kleinen Büchlein, die der Verlag jetzt schon über dreißig Jahre, da war ich ja  einmal bei einem Jubläum in der “Alten Schmiede”, herausgibt,  die keinen großen Leserkreis haben, wahrscheinlich nie auf der dBp Liste stehen, aber dafür zum Denken abseits der Mainstraims und der Serien anregen und die sie am liebsten alle lesen möchte.

Dann kam Paul Pechmann, sagte, er erspare dem Publikum die dreißig Jahre Verlagsgeschichte und kam gleich zu den Autoren, die auch schon von Marianne Gruber vorgestellt worden waren.

Stefan Schweiger ein in Berlin lebender Sozialpsychologem der Philosophie und Literaturwissenschaft studierte, wie das gehen kann, habe ich nicht ganz verstanden, begann mit dem Band “liegen bleiben” und ich habe jetzt vergessen zu erwähnen, die gelben “Ritter-Bücher” haben jetzt ein anderes Cover und sind ein wenig weniger gelb und Stefan Schweiger, kein narritiver Erzähler, leitete ihn der Lektor ein, begann mit dem Kapitel “Kein Band”, dasm so würde ich es definieren aus einer Art aneinandergereihten Aphorsmen in sehr schönen, aber auch sehr komplizierten manchmal lateinischen  Worten bestand und der 1965 auch beim “Standard”  arbeitende Ronald Pohl, der mit mir im gleichen Jahr in die GAV eingetreten ist und den ich schon bei einigen Lesungen hörte, war wieder O Ton seines Lektors diesmal weniger experimentell, dafür spielte er in seinen Gedichten mit der Sprache, brachte Jazz Elemente hinein, erzählte von der Kindheit, den Tanten, dem Bisamberg und Pötzleinsdorf, etcetera und der Band heißt “die akte des vogelsangs”, woraus ich ihn auch schon lesen hörte.

Den 1959 geborenen in Graz lebenden Günter Eichberger kenne ich von der GAV und er hat auch einmal am Rathausplatz in einem Zelt bei den steirischen Tagen gelesen, beziehungsweise mit Olga Flor und Martin Wanko, die steirische Literatur präsentiert und der war erstaunlich unexperimentell, dafür würde ich sagen, eher lustig, sein Band heißt “Wimperntierchen” und ist eine Art Krimi, beziehungsweise geht es dabei um einen Auftragsmörder, der allerdings ein persönliches Tagebuch führt und dieses dann ins Netz stellt. Das wird allerdings nicht sehr oft gelesen und wenn nicht für wahr gehalten und weiter kann ich nichts erzählen, denn da hörte er mit dem Lesen auf, sagte “Den Rest können Sie kaufen” und las etwas aus einem neuen Buch, wo es um das Ich und das hirnlose Denken, beziehunsweise die Erziehung geht und dann noch als Bonaus Track eine Szene aus einem Theaterstück, das Hubsi Kramer schon einmal im Kabelwerk spielte und das glaube ich “Der König, die Königin und der Narr” heißt zumindest las er die drei Rollen mit verstellter Stimme.

Danach sagte Marianne Gruber “Sie wissen liebes Publkim, Sie können fragen, müßen aber nicht!”

“Und die Autoren müßen nicht antworteten!”, ergänzte Günter Eichberger launig. So standen alle auf und begaben sich zum Büchertisch, wo die Bücher, wie Marianne Gruber ebenfalls verkündete, schon auf die Käufer warteten und sich einen Platz auf ihren Nachtisch wünschten.

Aber meiner ist ohnehin schon sehr voll. Ein paar “Ritter-Bücher” liegen auch darauf oder in der Nähe, zum Beispiel “Birnall”, des im vorigen September verstorbenen Helmut Schranz  oder Max Höflers “Texas als Texttitel – ein Rabiatkomödienroman”, das ich, glaube ich, voriges Jahr im Schrank gefunden habe, als ich zum “Erich Fried Festival” in das Literaturhaus ging.

Baustelle Europa und Tag der Freiheit des Wortes

Ich habe ja vor kurzem geschrieben, daß meine Lesungsmöglichkeiten immer seltener werden, so weiß ich heuer noch nichts vom Volksstimmefest und beim “Margaretner Fest für Kunst und Kultur”, habe ich mich zwar unsprünglich angemeldet, dann aber gemerkt, daß ich Anfang Juni in Kroatien sein werde und heute ist wieder der “Tag der Freiheit des Wortes” zum Gedenken an den 10. Mai 1933, wo die Nazis die Bücher verbrannten, worunter Stefan Zweig, den ich ja gerade lese, sehr litt und das ist der Tag einer traditionellen GAV-Veranstaltung beziehungsweise Massenlesung.

Zwei hat es davon ja gegeben, als ich 1987 dort aufgenommen wurde, die “Lyrik im März” und den “Tag der Freiheit des Wortes”, der ist dann unter Gerhard Kofer Ende der neunziger Jahre irgendwie eingeschlafen, 2000 hat ihn dann Petra Ganglbauer wieder veranstaltet, 2001 ich im NIG, da gab des Kontroversen mit Konstantin Kaiser,   2002 hat es dann Rolf Schwendter im Literaturhaus gemacht und von 2003 bis 2009 ich im Literaturhaus, mit dem ich dann ja meine Schwierigkeiten hatte, 2010 hat es Petra Ganglbauer wieder organisert und mich dazu eingeladen, danach wurde ich nicht mehr eingeladen, bin manchmal hingegangen manchmal nicht und heuer, wo es Ilse Kilic wieder im Literaturhaus organisierte, habe ich mir das Kommen vorgenommen.

Dann kam gestern eine “Eilmeldung” vom lieben Rudi zu einer Veranstaltung im Amtshaus Margareten zum Thema “Baustelle Europa”, die ich zuerst für das “Fest für Kunst und Kultur” gehalten habe.

Es war aber eine andere Veranstaltung, der fünfte Bezierk ist ja bezüglich Kultur sehr rührig, Matthias Handwerk veranstaltete da “ein Dauerprojekt in allen Genres”, das heißt, wie beim “Fest für Kunst und Kultur” mit den bildenden Künstlern, aber auch Kurzlesungen mit dem Rudi und Armin Baumgartner, der ja früher die Literatur im little Stage organisierte, Musik von Chris Peterka und Harry Stoika gab es auch und weil es schon um sechs angefangen ist und ich auf dem Weg zum Literaturhaus ja fast daran vorbeikomme, bin ich zur Eröffnung hingegangen, beziehungsweise habe ich die von der Bezirksvorsteherin dann schon fast wieder versäumt, zu der der Künstler bin ich aber zurechtgekommen und der liebe Rudi hat wieder zwei Texte aus dem Cafe KPÖ gelesen und dann wieder zwei Gedichte, darunter die berühmten Schreie.

Der 1968 geborene Armin Baumgartner, der 2014 den “Alois Vogel Preis” bekommen hat, hatte einen, wie ich meine stark an Gert Jonke angelegten Text über eine “Rede an die Nation die ich nie gehalten habe und nie halten werde”, dann habe ich noch rasch eine Glas Wein getrunken und mir die Ausstellung angeschaut und bin im Literaturhaus gerade zu Barbara Zwiefelhofers Einleitung zurechtgekommen, die sich freute, daß die Veranstaltung wieder im Literaturhaus stattfindet.

Diesmal zehn zum größten Teil experimentellen  Autoren und es gibt jetzt auch immer ein Thema, nämlich “Was kann die Sprache” und Wolfgang Helmhart, den ich ich ja meistens im “MUSA” treffe, begann mit Musikbegleitung auf die sprachlichen Variationen zur Freiheit der Sprache im Wort hinzuweisen.

Michaela Hinterleitner folgte mit zwei Texte, die ich schon gehört habe, nämlich mit dem sehr politischen der weiß gefärbten vormals blauen Wäsche, über Flüchtlinge die im Meer ertrinken und dann den des “Allesfressers”.

Auch Magdalena Knapp Menzels Text “Am Anfang war das Wort”, habe ich glaube ich schon beim “Volksstimmefest” gehört.

Margret Kreidl las aus dem 2004 erschienenen Buch “Der Geschmack der Fremde”, das bei “Sonderzahl” erschienen ist und dann bald bei den Büchertürmen der “Literatur im März” zu finden war, wo es um gemeinsames Kochen beziehungsweise Gespräche mit Flüchtlingen im Integrationshaus ging.

Martin Kubaceks Text den ich hauptsächlich von seinen Moderationen in der “Alten Schmiede” kenne, war auch sehr interessant, er las nämlich kurze Szenen, die mit “Stiege”, “Delfter Porzellan” etcetera betitelt waren und erklärte dazu, daß es Begegnungen mit Menschen wären, die er in dem Haus machte, in dem er seine Schreibwohnung hatte. 1938 wurden dort die Juden vertrieben, jetzt sind andere Flüchtlinge eingezogen, die Schwierigkeiten haben einander zu verstehen und miteinander zu kommunizieren.

Hilde Langthaler, die ich vom “Arbeitskreis schreibender Frauen” kenne und die auch bei meinen Veranstaltungen meistens gelesen hat, las einen Text aus ihrem Buch “Im Gegenlicht”, wo es, um die Angst einer Frau vor der Begegnung mit einem Fremden geht und Birigt Schwaner habe ich, glaube ich, schon einmal in der “Alten Schmiede” aus “Polyphems Garten” gehört, wo es um eine sehr radilkalisierte Welt, wo Diktatur herscht, das Internet abgeschaft, das Lesen verboten, an Ray Bradbury “Fahrenheit 451” angelehnt, wie sie erklärte, gehört und Günther Vallasters Text war ebenso witzig, er bezog sich, glaube ich, auf Alice im Wunderland, politisiert,  zwischendurch zog er immer wieder Bücher mit seinen Texten, so zum Beispiel die von El Awadalla herausgegebene Anthologie zu den “Widerstandsleseungen”, wo ich auch einen Text drinnen habe, oder das “Feribord 16” heraus, wo es um Hasentexte geht heraus und las sie vor.

Die 1963 in Klagenfurt geborene Ursula Wiegele hatte einen Text über einen rumänischen Schauspieler, der sich mit der Sprach schwer tut und zuletzt kam Thomas Havlik mit einer seiner Performances, der mir dann auch seine Texte zeigte und mir “Syllabers Shooter-30 Milliarden Silben”, ein in der “Edition ZZOO” erschienenes Heftchen schenkte, so daß ich mich in seine Sprachkunst einlesen kann.

Dann gab es wieder Wein zu trinken und Gespräche über die politische Situation, die ja momentan auch nicht sehr erfreulich ist und ich habe nach dem “Fest der Freude am achten Mai” am Heldenplatz heuer wieder einmal dem “Tag der Freiheit des Wortes”, beziehungsweise der Bücherverbrennung, der Nazis am 10. Mai 1933 gedacht und wenn ich wieder öfter lesen könnte, würde das auch nicht schaden.

 

Vom Literaturarchiv zu den Wilden Worten

Seit ich im November auf der Buch-Wien bei Ö1 Quizz mitgemacht habe, ich ich Mitglied im Ö1 Club und kann mich da für Veranstaltungen und Themenführungen anmelden. So bin ich heute Nachmittag mit dem Alfred im Literaturarchiv der Nationalbibliothek gewesen, wo seit den Neunzigerhahren Nachläße, Vorläße etcetera archiviert, aufgearbeitet, etcerta werden und es seit einem Jahr auch das Literaturmuseum im Grillparzerhaus gibt, wo ich erst vorige Woche in der Sonderausstellung war.

Das trifft sich gut, habe ich gedacht, mein literarisches Wissen durch eine Führung im Literaturarchiv aufzufrischen, das ich in der Hofburg in der Gottfried von Einem Stiege befindet und ich war da auch schon einmal vor Jahren als Alexandra Millner ihr Buch über “Spiegelmotive in der Literatur” vorstellte.

Im Salzburger Literaturarchiv sind wir im Jänner mit Margot Koller gewesen und dort haben sie uns eines von Stefan Zweigs Notizbücher, das jetzt auch in den “Berührungen” vorkommen wird, aus dem Tresor geholt, diesmal führte Volker Kaukoreit, die Gruppe von ausgewählten Ö1 Hörern und den kenne ich als ich einmal für den “Tag der Freiheit des Wortes”, der ja morgen wieder im Literaturhaus stattfindet, ein Interview im Radio Orange machte und er bezüglich einer “Fried Veranstaltung”, weil er ja im Vorstand der “Erich Fried Gesellschaft” ist und auch immer zu den “Erich Fried Veranstaltungen” ins Literaturhaus kommt  und ich da einmal auch etwas von ihm beziehungsweise Heinz Lunzer bezüglich eines Zitats aus einem Reiner Kunze Buch etwas von ihm wissen wollte.

Er saß also vor einem Pult im Lesesaal und fragte sein Publikum, was es glaube, was das Literaturarchiv für Aufgaben hat?

Die Vorläße, die Nachrichten, die Handschriften, die Tagebücher, die Briefe, etcetera der österreichischen Literaturen ab 1900 sammeln und ihre Schriften herausgegeben und außerdem seit einem Jahr auch noch das Literaturmuseum bestücken, wer im Literaturarchiv gesammelt wird, kann man sich im Netz genau ansehen, es gibt auch Kriterien für Vorlaßankäufe, denn wenn jemand mit den Gedichten seiner Oma kommt, ist das ja nicht so interessant, nein die Dichter müssen schon Fried, Jandl, Kafka, Drach, Doderer, etcetera heißen und Robert Schindel hat einen Vertrag abgeschloßen, daß er auch seine Mails zur Verfügung stellt, denn die Briefe werden ja jetzt nicht mehr mit der Hand geschrieben und Originalmansukripte wird es bald auch keine mehr geben.

Noch gibt es sie aber und sie werden archiviert und die österreichischen Dichter vor 1900, wie Grillparzer beispielsweise werden in der Wien-Bibliothek aufbewahrt.

Danach ging es zu den Schachteln und Volker Kaukroreit und zu  einem Buch mit den berühmten Skizzen Doderers zu seinen Dämponen, die ich, glaube ich, schon einmal in der Nationalbibliothek gesehen habe,  der Fried Spezialist, holte ein Notizbuch von Erich Fried hervor und ließ es durch die Runde gehen, dazu gab es, damit die Führung spannender ist, die Kopie aus dem Paß des siebzehnjährigen Frieds, als der Österreich verlassen mußte.

Einen Vorbereitungszettel zu einer Lesung gab es auch zu sehen, beziehungsweise einen wo Stichworte aufnotiert waren, woraus Fried später das Gedicht “Auf der Suche” machte, das wurde auch verteilt, dann ging es hinauf zu den Räumen mit den Archivschachteln, Volker Kaukoreit führte herum und zeigte uns dann sein Zimmer mit den vielen Fried Schachteln.

Dreihundert Nach-oder Vorlässe werden im Literaturarchiv betreut, dreißig betreut er, sein Spezialgebiet ist aber Fried, worüber er auch eine Dissertation geschrieben hat, weshalb erals Spezialist nach Wien geholt wurde, um den “Fried Nachlaß” aufzuarbeiten.

Thomas J. Hauck

Thomas J. Hauck

Wahrscheinlich wird auch der 1969 verstorbene Gerhard Fritsch im Literaturarchiv gesammelt und wahrscheinlich gibt es dort seinen berühmten Roman “Fasching” zu bewundern, hätte ich gedacht, dennn der wurde jedenfalls in der “Alten Schmiede” im Rahmen der “Grundbuchreihe” vorgestellt und da hätte es auch gut gepaßt anschließend hinzugehen, nur leider hat die Führung bis viertel acht gedauert, so daß wir zu spät gekommen wären und Alfred wollte ohnehin lieber zu den “Wilden Worten” ins Amerlinghaus gehen, wo der 1958 geborene Thomas J. Hauck seinen “Berlin Moabit Blues” vorstellte, eine Erzählung über zwei einsame Typen, einen Alkoholiker und eine Frau, die auch gerne Tokaier trinkt, die sich in Moabit herumtreiben auf der Straße, am Markt, im Beisel, etcetera, er sucht eine Frau, gibt eine Annouce auf und traut sich dann nicht anzurufen, sie hat eine Tochter in Griechenland, die ihr mal vor Jahren eine Karte von der Akropolis schickte. Jetzt trinkt sie Tokaja, singt vom griechischen Wein, will dort hinreisen und  hört die Schafe blöken.

Thomas J. Hauck, der auch Schauspieler ist und in Berlin lebt, hat auch schon einige Kinderbücher geschrieben, eines davon stellt er auch am Mittwoch im Cafe Prückl vor und in der anschließenden Diskussion ging es um Einsamkeit, skurrile Typen und er erzählte, daß es zu beiden Figuren Vorbilder in seiner Umgebung gegeben hat und er sich dann die Geschichten darum ausgedacht hat.

Danach ging es um mein eigenes Literaturarchiv beziehungsweise Buchbestand aufzufrischen, zu den offenen Bücherschränken und da gab es von Egon Friedell “Die Rückkehr der Zeitmaschine”, die ja, glaube ich, auch im Literaturmuseum besprochen wird, von Kurt Palm, von dem ich jetzt nachschauen müßte ob er im Archiv archiviert wurd, seinen “Residenz-Roman” “Bringt mir die Nudel von Gioachino Rossini” und ein Buch einer “Bod-Publisherin”, die ja nicht gesammelt wird, aber wahrscheinlich auch ganz spannend ist.

Und hier mein Wunschgedicht vom letzen Mal mit ein paar “Wurfgeschichten-Worten”. Mal sehen was Richard Weihs daraus für mein elektronisches Literaturarchiv machte:

“Heute past einach gar nichts:

Die Rasierklinge kratzt elendiglich,

das Dosenbier schmeckt schal

und du lässt dich von mir nicht einmal daraus verühren.

Naja – und die Lügen der Frauen waren auch schon einmal origineller.”

Mit Stefan zweig und Heimito von Doderer aufder Wolke hat das nichts zu tun, aber die habe ich ihm auch nicht angegeben.

Sehr politische experimentelle Literaturstipendiaten

Weder einmal MUSA, das letzte Mal vor dem Sommer, was eigentlich ein bißchen schade ist, daß es im Juni keine Literatur im MUSA mehr gibt und wiedermal bin ich sehr früh hingekommen.

War am Nachmittag nämlich die Muttertagsfeier des Bezirkes Mariahilf, wozu ich immer eingeladen werde und diesmal ist es mit dem Bus in die Blumengärten nach Hirschstetten, vielleicht gibt es am Sonntag eine diesbezügliche Glosse oder Wurfgeschichte, gegangen und um halb fünf von dort wieder zürück, so daß ich vor Ralph Klever, das Museum betreten habe und Iris Lechner gerade die “Reservierungenkarten” auf die erste Sitzreihe legte.

Macht ja nicht, konnte ich mir die Ausstellung von Eva Choung-Fux “Nach dem Ende der Welt” in aller Ruhe ansehen und dann den Büchertisch, den diesmal Ralph Klever betreute. die heute lesenden Autoren, Ann Cotten und Florian Neuner haben bei ihm verlegt und so gab es eine Reihe Bücher.

Ann Cotten verlegt zwar auch bei “Suhrkamp”, es gab aber auch ein “Klever-Buch” und der 1972 geborene Florian Neuner, der mir bisher relativ unbekannt war, gibt bei “Klever” auch die Literaturzeitschrift “Idiome” heraus, die glaube ich, schon Veranstaltungen im Literaturhaus hatte, wo ich allerdings nie hinkam.

Zwei sehr experimentelle Autoren also, dachte ich beim Durchblättern der Bücher und sagte das auch so dem Chemiker Manfred, den ich in der Wien-Bibliothek kennenlernte und schon länger nicht gesehen hatte, diesmal ist er aber gekommen und hat nach mir gefragt, hoffentlich nicht zu emperimentell für ihn, der mir ja immer von Kafka, Werfel, Satre, etcetera erzählt.

Und dann wurde es wieder spannend, man sieht, man kann sich immer irren und heute Mittag tat ich das schon einmal bei den Radogeschichten.

Da gab es nämlich eine sehr spannende von einem “Hans im Glück”, eine sehr absurde, aber auch eine, die immer wieder moderne Wörte hatte und ich dachte, wem hat das Dummheit dieses Hänschen auch nicht gefallen?, weil ich zwischendurch ans Telefon mußte, habe ich den Autornamen versäumt und wer war es? Kurt Schwitters, welch Überraschung und die kam dann auch bei der 1982 geborenen Ann Cotten, die mich sehr beeindruckte, daß sie, als sie den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, im Literaturhaus sagte, sie hätte sich am liebsten in eine Kiste gesetzt.

Sie dürfte also sehr experimentell sein. Einmal habe ich sie, glaube ich, in der “Alten Schmiede” beim Zeichnen beobachtet und beim Fest für Ernst Jandl, als ich wieder mal fertig war, daß die anderen alle literarisch Erfolg haben und ich nicht, hat sie das mitbekommen und mich gefragt, wie es mir geht?

Diesmal überraschte sie mich mit einem Versepos. Hej was soll das, eine experimentelle Autorin, die reimt und dann hat das Ganze auch noch einen sehr kuriosen Inhalt.

“Verbannung”, heißt, glaube ich, das Buch und da ist eine junge Frau auf eine Insel verbannt, lernt dabei einen Bürgermester kennen, es gbt eine Revolution und am Ende ein Kapitel, das nur aus S beziehungsweise zusammengesetzten Worten, die mit See beginnen, besteht, was Kritiker dazu veranlaßte, von einer Seekrankheit, die man beim Lesen dieses Textes bekommen würde, zu sprechen.

Beim Gespräch mit Julia Danielcyk stellte sich heraus, daß Ann Cotten ein “Meyer-Konservationslexikon” im Müll gefunden hat und darüber einen Text schreiben wollte, daß eine Person damit auf eine Insel verbannt ist, interessant, daß ich für den nächsten “Nanorimo” schon ähnliche Pläne habe.

Da will ich den Roman nämlich aus lauter Wurfwörtern schreiben. Das ging bei Ann Cotten aber nicht in Prosa, so wurde ein Versepos daraus, das, wie Julia Danielcyk mehrmals betonte, außerdem noch sehr lustig ist.

Den 1972 geborenenen Florian Neuner. kenne ich, glaube ich, aus der “Alten Schmiede”, beim Durchsehen seiner Werke beim Büchertisch hatte ich einen sehr experimentellen Eindruck von ihm und dann wurde es sehr politisch.

Denn in seinem in einer Berliner Zeitschrift erschienen Text  “Gefecht Übung” geht es um den Krieg, beziehungsweise, um die Kämpfe, die die Kriegsbefürwörter und die Kriegsgegener miteinander ausfechten, um paramilitärische Übungen auf einem großen Truppenübungsplatz in Ostdeutschland und ich dachte mir die ganze Zeit, was hat das mit Literatur zu tun?

Das ist sehr interessant, hoch politisch und auch scharf pointiert formuliert, aber mehr ein Essay, eine Gesellschaftsanalyse, als ein literarischer Text.

Julia Danielcyk nannte es im Gespräch  eine literarische Reportage. Florian Neuner verneinte und ich habe wieder zwei interessante literarische Entdeckungen gemacht und mein literarisches Urteil  revidiert.

Im Oktober geht es wieder weiter mit der neuen Veza-Canetti Preisträgerin, die wie Julia Danielcyck erklärte, noch nicht ermittelt wurde, so daß man wieder raten kann, wer das werden wird?

Julya Rabinowich, Judith Gruber-Rizy, fallen mir dazu ein, aber vielleicht wieder jemand ganz anderer, bin ich ja nie sehr gut im Raten, Marlen Schachinger könnte es gut sein, aber auch Marlene Streeruwitz, Angelika Reitzer, Lydia Mischkulnig und viele mehr.

Bleistift, Heft, Laptop und George Saiko-Reisestipendium

Im Literaturmuseum wurde am 15. April die erste Sonderausstellung, kuratiert von Angelika Reitzer und Wolfgang Straub, die zehn lebenden österreichischen Schriftstelletrn gewidmet ist, eröffnet, da war ich bei “Literatur und Wein” in Göttweig, aber seit einiger Zeit kann man an den Tagen, an denen es eine Veranstaltung gibt, von sechs bis neun gratis ins Museum  und heute, wo das “George Saiko Reisestipendium” an Marianne Jungmaier vergeben wurde, hat es besonders gepasst, da die Veranstaltung schon vor acht zu Ende war, also noch eine Stunde Zeit für die Ausstellung  denn ich bin natürlich erst zwanzig nach sechs in den zweiten Stock gekommen und da wäre es sehr knapp geworden, sich  die Räume von Brigitta Falkner, Hanno Millesi, Richard Obermayr, Teresa Präauer, Kathrin Röggla, Ferdinand Schmatz, Clemens J. Setz, Thomas Stangl, Gerhild Steinbuch und Anna Weidenholzer anzusehen und sich noch in die entsprechenden Bänder einzuhören.

Obwohl mir ja fast alle der genannten Autoren bekannt sind, denn das habe ich ja schon vor einem Jahr bei der Eröffnung des Literaturmuseums festgestellt, es ist eines, wo man, glaube ich, gewisse literarische Kennnisse haben muß, um sich auszukennen. Was mir, da das Museum ja höchstwahrscheinlich von Touristen und Schulklassen besucht wird, ein wenig schwierig erscheint und die Ausstellung war, als ich hinaufgekommen bin auch ziemlich leer.

Eine einzige Besucherin habe ich dann kurz gesehen und ein wenig tut es mir auch leid, nicht bei der Eröfnung gewesen zu sein, denn da hätte Angelika Reitzer das Konzept vielleicht erklärt.

Also so hinein in die Räume mit dem denkmalgeschützen historischen Regalen auf denen sich sehr viele Gegenstände, Bilder, Bücher und auch Buchattrappen tummelten.

Angefangen habe ich mit Thomas Stangls Vitrine, von dem habe ich einiges gelesen und gehört, war er ja der erste “Alpha Preisträger”, “Fried Preisträger“, glaube ich, auch und hatte Bücher auf der Longlist des DBps, was die in seiner Vitrine ausgestellten Gegenstände und Filmausschnitte darstellen sollten, habe ich nicht recht verstanden.

Anna Weidenholzer deren literarischen Aufstieg ich ja schon von Anbeginn verfolgte und “Der Winter tut den Fischen gut” dreimal zugeschickt bekommen habe, hatte einige Buchattrappen, die interessant waren, sich vorzustellen welche Bücher sie beschäftigen, die von Angelika Reitzer waren, glaube ich auch dabei.

Und Teresa Präauers Darstellung fand ich, glaube ic,h als die interessanteste. Die zeigte ihre “Bleistiftkinder”, ein Bild von ihr, das sonst meistens fehlte, wie, glaube ich, auch, wenn ich nicht etwas übersehen hätte, der Lebenslauf und dann gab es noch einen sehr amusanten Text “Was hat Schreiben mit Zeichnen zu tun, Frau Prepichler, Mag Prammer, etcetera.

Von Hanno Millesi, den ich ja sehr gerne mag, gab es einige seiner sehr skurillen Texte, zum Beispiel, den, wo er sich in einer Wäschekiste versteckt, aber auch einen über seine Bibliothek, die er dann verrückte, zu sehen und zu hören.

Richard Obermayrs Präsentation muß ich gestehen ist mir fast entgangen und so kann ich mich, glaube ich, nur an seine zwei Bücher, der “Gefälsche Himmel”, habe ich mal gelesen und nicht verstanden und “Das Fenster” erinnern. bei Setz war es auch eher schwierig und geheimnisvoll, den habe ich aber extra gesucht und fand ein paar Bilder, die seinen Werken zugeordnet waren.

Von Kathrin Röggla gab es einen Tisch, einen Computer ein Telefon, das ständig klingelte, “Bitte abheben!”, stand auf einen Zettel daneben, das habe ich mich nicht getrraut,  Videos, die ihre Werkbesichtigungen, beispielsweise das eines Atmomkraftwerks, wo man sie mit einem Helm sehen kann, gibt es auch.

Bei Gerhild Steinbuch, einer jungen Grazer Dramtikerin, die wie einige anderer der Ausgestellten auchden Priessnitz-Preis bekommen hat, ging es um die Schönheit und ihr Textausschnitt erinnerte mich stark an die Jelinek.

Ferdinand Schmatz wurde ausgestellt und Brigitta Falkner mit Texten aus ihren Büchern, die ich glaube ich schon mal in der alten Schmiede oder anderswo hörte.

Habe ich wen vergessen? Natürlich viele österreichische Autoren, aber niemanden der zehn von Angelika Reitzer kuratierten, so daß man wenn man diese Ausstellung verstehen und verstanden kann, einen Teil, aber nur das der österreichischen Gegenwartliteraturlandschaft kennt.

Ein paar andere kann man in den inzwischen schon über 2600 Artikeln dieses Blogs finden, ich sage ja immer, ich habe auch ein Literaturmuseum und dann ging es schon hinunter, beziehungsweise, nachdem ich ein paar der Bänder gehört habe, in den sehr leeren Vortragsraum, denn wahrscheinlich war  die  Tatsache daß es ein “Georg Saiko Stipendium” gibt nicht so bekannt.

Der von 1892 bis 1962 lebende Schriftsteller gehört, glaube ich, auch eher zu den schwer verständlichen.

Es gab einmal ein ihm gewidmetes Symposium in der “Gesellschaft der Literatur” und eines seiner Bücher habe ich, als ich 1975, glaube ich, in Hamburg bei dem Workcamp war, gelesen, aber nicht verstanden und ich kann mich eigentlich  gar nicht erinnern, ob es sich dabei um “Auf dem Floß oder “Der Mann im Schilf” handelte.

Es kam dann bald ein jüngerer Mann an das bereitgestellte Pult, entschuldigte Klaus Kastberger, den Präsdienten oder Vorstand der “Saiko Gesellschaft” und erklärte, daß der eine Stiftung hinterlassen hat, um Schriftstellern ein Reisestipendium zu ermöglichen und nachdem seine Witwe, den Nachlass an die Nationalbibliothek verkaufte, wurde es schon neun mal vergeben, beziehungsweise ist Marianne Jungmaier, eine begnadete Reisende, die in Berlin lebt, aber lange keine Wohnung hatte, die heurige Preisträgerin, die den Scheck mit den siebentausend Euro entgegennehmen durfte.

Eine Kostprobe habe ich davon ja schon im Amerlinghaus im Duett mit Erika Kronabitter gehört, jetzt las sie nach der Eröffnungsrede aus ihrem “Tortenprotokoll”, bei den acht anderen Stipendiaten hadelt es sich um Oswald Egger, Brigitta Falkner, Josef Winkler, Olga Flor, Ann Cotten, Sabine Scholl, Dimitre Dinev und Thomas Stangl und zwei davon sind ja auch in der Sonderausstellung zu sehen.

“Wenn man eine Reise tut, so kann man etwas erzählen”, hat dann noch Sebastian Fasthuber, in seiner Laudatio gemeint, daß das seine Oma immer gesagt hätte, obwohl die nie verreist wäre.

Schriftsteller tun das aber gerne, um zu recherchieren und zu schreiben und so kann man wohl gespannt sein, was Marianne Jungmaier, deren nächstes Buch schon im Juni wieder bei “Kremair &. Scheriau” erscheint , nach ihren Reisen schreiben wird.

Ich bin ja wie wahrscheinlich bekannt nicht so besonders reisesüchtig, sondern eher ein Sommerfrischentyp, obwohl wir bei einer der Schreibgruppen ja auch das Thema Reisen hatten und ein paar Fahrrad- und andere Reisen, mit den entsprechenden Blogberichten habe ich auch schon gemacht, obwohl ich nie ein Reisestipendium in Anspruch genommen habe und auch nirgends “Writer in Residence” war, außer daß ich mich selber einmal zur Stadtschreiberin von St. Pölten machte.

Wien-Budapest-Transit

Noch einmal Literaturhaus, denn, obwohl wir wahrscheinlich nicht mehr nach Ungarn fahren, interessiere ich mich für die ungarische Literatur und da war heute der Beginn einer neuen Veranstaltungsreihe angekündigt, nämlich Robert Prosser mit Kinga Toth in einer “Improvisierten Verschwörung”,  das ist, wie Barbara Zwiefelhofer erklärte, ein schon seit länger bestehendes Ausstauschprogramm mit dem “Atila Joszef Kreis”, wo ich ja schon einmal eine Verantstaltung in der “Gesellschaft für Literatur erlebte”, wo ungarische Autoren nach Wien geschickt werden und österreichischee nach Ungarn.

Das Literaturhaus hat offenbar mit  Zoltan Lesi von “Atila Jozsef Kreis” eine Reihe ausgemacht, wo die Ergebnisse dieses Austausch präsentiert werden sollten und den Anfang machten die jeweils 1983 geborenen Autoren.

Robert Prosser beziehungsweise seine ersten drei bei “Klever” erschienenen Bände kennte ich recht gut von Lesungen. Kinga Toth, die derzeit Stadtschreiberin von Jena ist und ausgesucht haben Barbara Zweifelhofer und Zoltan Lesi, die beiden offenbar, weil sie sowohl Performer, als auch exeperimentelle Autoren sind und die präsentierten nun ein Aufeinander zugehen oder ein Aneinander anschreien mit ihren Texten.

Das war bei Kinga Toth, etwas diffizifer, als bei Robert Prosser, der aus seinem vierten bei “Klever” im nächsten Jahr erscheinenden, wieder in Bosnien spielenden Buch perfmormierte.

Die Laiin in mir würde sagen, es war ein lange Poetry-Slam, Robert Prosser erklärte in der Diskussion, daß er sich eher dem Hip Hop verpflichtet fühlt, während Kinga Tooths Arbeiten ein stärkeres Crossover darstellten. Sound, bildende Kunst und Text und der noch auf Ungarisch und Deutsch und von ihr gibt es inzwischen drei Bücher oder drei Arbeiten, eines davon auf Deutsch, “All Maschine”, das dritte heißt “Mondgesichter”, das erste, glaube ich “Party” und Kinga Toth begann den Reigen, in dem sie Bilder aus “All Maschine”, ein Text der nur von Maschinen nicht von Menschen handelt, sie ist deshalb auch in Fabriken gegangen, projezierte und dazu ins Mikro einen Sound erzeugte.

In späteren Durchgängen kam noch Text dazu, dazwischen performte Robert Prosser auswendig, den Text aus seinem neuen Buch, der von einem Sprayer handelte, der sich nachts immer verfolgt von der Security und der Polzei in die U-Bahnschächte begibt, um die Züge anzulackieren. Dann fährt er  auch nach Bosnien, lernt dort einen Tiger kennen, der ihm von den Kriegsereignissen erzählt

Dazwischen kamen Kinga Toth Performances und am Schluß standen  beide auf der Bühnen und schrien sich gegenseitig mit ihren Texten an.

Das war, wie dann in der Diskussion zwischen Zoltan Lesi und Barbara Zwiefelhofer besprochen wurde,g eprobt, und Zoltan Lesi erklärte, daß Kinga Toths Arbeit unter den ungarischen Autoren ziemlich einzigartig ist, sie hat auch Germanistik studiert,  sich an Kurt Switters, Hugo Ball und dem Dada orientiert und ist, was die österreichische Szene betrifft wohl, mit Elffriede Auffzeichnungssysteme oder FALKNER  zu vergleichen.

Robert Prosser kommt vom Hip Hop her und hat irgendwie auch die Wiener Gruppe in sich aufgesaugt oder als Prägung verwendet und Kinga Toth hat noch mit der ungarischen Sprache zu kämpfen. Sie schreibt jetzt zwar in Deutsch, will aber ihre Texte gerne in der Passivform haben, weil sie mit manchen Pronomen Schwirigkeiten hat.

Einige Ungarn, darunter György Buda im Publikum aber auch wieder Monika Vasik die unentwegt, Eva Schörkhuber, Hanno Millesi und  im Herbst wird es, wie Barbara Zwiefelhofer versprach, mit den österreischisch ungarischen Transitbewegungen weitergehen, ich bin gespannt.