Sprachkunstfluchen

Den Hochschullehrgang des “Instituts für Sprachkunst” an der “Angewandten” gibt es, glaube ich, seit 2009. Von Gustav Ernst und Robert Schindel wurde es gegründet und seither gibt es immer zu Semesterende Sprachkunstlesungen. Das erste Mal war ich beim “Tag der offenen Tür” der “Angewandten” dabei, Marietta Böning hat mich herumgeführt, ich habe Rhea Krcmarovan kennengelernt. Sandra Gugic habe ich schon früher gekannt und Cornelia Travnicek, die sich beworben hat, haben sie nicht aufgenommen, weil sie, da schon veröffentlicht, zu überqalifizert war. Darüber habe ich in der “Heimsuchung”, geschrieben und Robert Schindel hat glaube ich, immer gesagt, daß die Aufnahme, da gibt es immer viel Bewerbungen und eine strenge Auswahl, nicht den literarischen Erfolg garantiert. Aber Irmgard Fuchs, die, glaube ich, im ersten Jahrgang war und inzwischen einige Bücherbei “Kremayr & Scheriau”herausgebracht hat.

Es gab 2011 schon eine Studentenlesung im Literaturhaus, da habe ich mich mit Yusophie, die mich damals kommentierte, verabredet, die auf meinen Artikel zuerst sehr freundlich und dann sehr abweisend antwortete, keine Ahnung warum und hat mit der Studentenlesung, die dann nochmals wiederholt wurde auch nichts zu tun. Es gab in dieser Zeit Lesungen, wo berühmte Autoren eingeladen wurden, wo die Studenten dann zuhörten, ein Symposium gab es einmal auch, Robert Schindel hat sich zurückgezogen, Ferdinand Schmatz übernommen und ab dann hatten die Studentenlesungen Namen oder Motti, in der “Alten Schmiede” gab es auch gelegentlich Veranstaltungenund ich habe mich auch bemüht so regelmäßig wie möglich hinzugehen

Fieda Paris ist eine Absolventin und fast alle bekannten österreichschen Autoren unterrichten, ich natürlich nicht und Corona hat mich auch ein bißchen davon entfernt, obwohl es neulich erst in der “Schmiede” eine Sprachkunststudentin gab. Diek “Jenny” gibt es auch, jetzt wahrscheinlich schon in x Bänden, ronald Greinl hat mich auf die erste aufmersam gemacht und sie mir zugeschickt und diesmal war das Motto “Dir beim fluchen zuhören”.

Da hatte ich immer Schwierigkeiten die Texte dem Motto zuzuorden, weil keinen Zusammenhang gefunden. Aber als ich fragte, haben sie mir, glaube ich erklärt, daß es den nicht gibt. Natürlich die Studenten tragen ihre Semesterarbeiten vor und seit einigen Jahren werden die Lesungen auch von den Studenten selbstorganisert und von einer die dort Arbeitet moderiert und die Professoren kommen, glaube ich, auch nicht mehr und da sagte die Literaturhausmoderatorin, daß es interessant im Literaturhaus junge Autoren vorzustellen. Das, glaube ich, auch, deshalb habe ich mich wieder hingestreamt und dreizehn Studierende haben gelesen.

Das Motto hieß “Dir beim Fluchen zuzuhören” und der Gag war offenbar, daß die Studenten ihr Lieblingsschimpfwort preisgeben sollten

Der Erste war ein Jonathan Fei, der einen eher altmodisch klingenden Tonfall hatte. Der Titel war sein “Schimpfwort” und es ging um einen “zwielichtigen Herrn” mit einem Brotkorb, der sich in seine Wohnung einschlecht und ihm die Brote, die er dann verkauft überäßt. Klang fast kafkaesk und kann man sich merken.

Katharina Klein hatte, glaube ich, einen Romanausschnitt und das Schimpfwort, die oft eher kunstvoll klangen, war hier “patschert” oder die Voralbergische Form von “Patschen”.

Dann kamen Gedichte von Elisa Lehmann. Emil Alicia Huppenkothen folgte mit den Schimpfwort “Pflaumenschuß”. Und der Text der Pauline Tagwerker, die “Eierberg” schimpfte, die “Nachtkatze”, hat mich sehr beeindruckt. Die ist ihr zugelaufen, um eine Trennung schien es auch zu gehen. Sie erkundigte sich, was sie mit ihr anfangen sollte und am Schlu lief die Katze davon.

Katharina Heubner folgte und Leonie Ziem, die den “Idioten” als Schimpfwort hatte und dazu erklärte, daß das aus dem Griechischen kommt und den meint, der sich nicht am öffentlichen Leben beteiligt, während Leon Locher performte , sich auszog und Liegestütze aufführte, was seine Nachleser sehr beeindruckte. Sean Pfeiffer hatte “Schwuchtel” als Schimpfwort und Grace Oberholzer die aus der Schweiz zu stammen scheint, las aus einen Text der von ihrer Großmutter handelte.

Theresa Metzinger, die endlich das Wort “Arsch” brachte, weil das ihr Kind verwenden würde. Ich hätte “Scheiße” gesagt, hatte Gedichte, die von Schwänen aber auch von reisen in die DDR handelte.

Als nächstes kam Sophie Eisenhut und die las aus ihren 2021 bei “Schöffling &Co” erschienen Band, 92 Seiten, 10 Euro, erklärte sie gleich “Excercitia S. Catharinae de Manresa Anorexie und Eisenhut” und richtig Marie Luise Lehner, die vor Jahren auch aus einem Buch gelesen hat und später den “Alpha” gewonnen hat, hätte ich jetzt vergessen und der Text aus dem Buch der jungen Frau klang auch sehr interessant, hatte einen religiösen Bezug und ich bin gespannt, was ich noch von ihr hören werde.

Zuletzt las Leonie Pürmayr , die auch das Wort “Arschloch” hatte, das in ihrem Text eingebunden und “Wien darf nicht Chicago werden” und das Wort “Schnappatmung” kam in der “Hymne der Kontrolle” auch vor.

Felix Senzenberger hat auch noch moderiert und die Texte ausgewählt, die Studenten traten, wie jetzt üblich mit Maske auf und desinfizierten. Dann kam das Schimpfwort und dann die Texte, die alle sehr kunstvoll waren und unterschiedliche Stilarten hatten, was mir in dieser Zusammenstellung wieder sowohl unwirklich als aufgesetzt erscheint und interessant auch, sich vorzustellen, daß sie von Leuten stammen, die wahrscheinlich um die zwanzig sind.

Daniel Wisser über den Abbau der Demokratie

Ein tolles Thema habe ich gedacht, als ich das Literaturhausprogramm durchgegangen bin und ich bin wahrscheinlich ähnlich, wie bei Gustav Ernst und Peter Henisch auch irgendwie eine Fanin von Daniela Wisser, den ich als sehr politisch einschätze und einmal, glaube ich, bei einer Wohnzimmerlesung im Amerlinghaus mit seinem “Ritterbuch” kennenlernte.

“Wow!”, habe ich gedacht “Wenn das geht, dann schaffe ich das auch!”

War ein Irrtum natürlich und Daniel Wisser habe ich bei einigen Lesungen im Literaturhaus, im Musa und auch anderswo gehört, beim “Alpha” war er mit einem “Klever-Buch” nominiert, dann hat er für mich überraschend den Öst gewonnen, den letzten Roman kenne ich nur von Lesungen, aber vielleicht finde ich es einmal. Da geht es um die Entwicklung der Sozialdemokratie und inzwischen scheint Daniel Wisser zu den Kolumnisten gegangen sein, wo er das politische Geschehen kommentiert, das ist jetzt bei “bahoe books” als Buch herausgekommen und als ich das bemerkte habe ich mich gefreut, denn ich würde ja sehr gerne im Literaturhaus oder wo auch immer über das Corona -Thema diskutieren, das ich auch für sehr politisch halte.

“Welch ein irrtum!”, kann man wieder sagen oder da wurde ich enttäuscht, denn das wurde, wenn überhaupt, ganz anders, als erwartet diskutiert und ein mächtiger Diskussionpartner war Armin Thurnher, der für mich überraschend sehr lange Haare hatte.

“Ist er nicht geimpft?”, habe ich mich erstaunt gefragt. Ist er wahrscheinlich schon, denn sonst käme er nicht in das Literaturhaus hinein und die beiden oder drei Herren Diskussionsleiter war einer von “bahoe books” namens Rudi Gradnitzer statt dem angekündigten Oliver Das Gupta, sind auch mit Masken aufgetreten und dann ging es los mit der Diskussion und da begann es mit dem System Kurz und auch dem Ibiza-Video, denn es stimmt schon, die Jahre seit 2015 hatten es sehr in sich und da hat es wahrscheinlich mehr als eine 180 Grad Drehung gegeben, war da ja schwarz-blau zu bekämpfen und einen Bundespräsidenten Hofer zu verhindern. Dann kam Kurz an die Macht und hat sich das, wie wir jetzt wissen, mit seinen Buberl gerichtet. Der ist jetzt weg oder ins Siicon Valley abmarschiert und 2020 hat Corona begonnen und die Linken und die Grünen haben seltsamerweise nichts gegen die massiven Grundrechtsverletzungen, sehen sie aus lauter Virenangst nicht und sehen offenbar nicht, daß da ja sehr viel unlogisch ist.

Weil die FPÖ das anspricht ist man automatisch ein Rechtsexetremer, wenn man sagt, daß man sich nicht impfen lassen will, im Schuhgeschft nicht seinen Ausweis zeigen und auch nicht gezwungen werden will, im Freien eine Maske zu tragen, weil ich denke, daß jeder das eigenverantwortlich machen kann und man dazu nicht eine solche Entmündigung braucht und vor allem habe ich Angst, daß das so bleiben wird, sind ja auch die Sicherheitsverschärfungen nach nine elefen nicht zurückgenommen werden und Viren wird es immer geben.

Nun ja, nun ja, darüber hätte ich gerne diskutiert und tue das ja auch im Literaturgeflüster seit zwei Jahren und meine Kolumnensammlung ist das “Corona-Texte-Buch” und so wurde die Corona-Krise ausgelassen oder nur kurz erwähnt, daß man eine bessere Impfkampagne machen hätte können und es gibt ja auch ein dickes Buch von “bahoe- books” namens “Virenregime”, das einmal in der “AS” vorgestellt wurde und das mir der Alfred einmal brachte, ich aber noch nicht gelesen habe, das kann ich noch tun, wenn ich mit meiner Vorjahrsleseliste fertig bin und jetzt also mit dem Sprachgewaltigen Armin Thurnher durch die Medienlandschaft und die Medienskandale, da kennt er sich gut aus und, ob die Regierung jetzt wirklich besser ist, weil Kurz nicht mehr Bundeskanzler ist, glaube ich eigentlich nicht und wüßte wirklich nicht, was ich wählen sollte, wenn es Neuwahlen gäbe?

Die ÖVP habe ich nie gewählt und die FPÖ wähle ich auch in Corona-Zeiten nicht, obwohl die das sagen, was ich mir denke und wenn das Madeleine Petrovic auch tut, dann ist sie prompt eine Schwurblerin. Ich gelte das wahrscheinlich auch, obwohl es auf meinen Blog eigentlich sehr ruhig ist und ich mir das Wisser-Buch natürlich wünsche. Vielleicht finde ich es mal im Schrank. Eine “bahoe-book” habe ich dort schon gefunden und bei “Amazon” werde ich es nicht bestellen, höchstens beim Verlag und da brauche ich eigentlich gar nicht Barbara Zwiefelhofers Empfehlung, daß ich das nicht soll, obwohl Armin Thurnher meinte, daß man ohne das Buch zu kaufen, den Saal nicht verlassen dürfe. Da ich dort nicht war, weil ich keine Maske trage und mich nicht impfen lasse, bestand da keine Gefahr.

Teresa Präauer trifft Ida Szigethy

Es gibt eine neue Reihe im Literaturhaus auf die ich heute morgen durch die Sendung “Leporello” in Ö1 aufmerksam wurde und da stellte die 1979 geborene “Fried-Preisträgerin”, deren “Glück ist eine Bohne”, das auf der Öst gestanden ist, ich vor kurzem gelesen habe, interessante Menschen vor und mit ihnen ein Gespräch führen und die erste war die 1933 geborene Malerin Ida Szigethy, denn Teresa <präauer ist ja auch bildende Künstlerin und Illustratorin und Ida Szigethy, die eigentlich Schauspielerin werden wollte und später Mannequin war, hat in den Fünfzigerjahren“, als das Wien noch grau und zerbombt war im “Strohkoffer” in der “Loos-Bar”, beziehungsweise im “Art Club” unter anderen Konrad Bayer kennengelernt und mit ihm, als sie später auf Reisen ging einen regen Briefwechsel führte.

2018 hat sie seine Briefe, ihre sind verschollen, hat sich Konrad Bayer ja 1964 umgebracht, in der “Bibliothek der Provinz” herausgegeben und jetzt ein Gespräch mit Teresa Präauer geführt.

Im Hintergrund lief eine Diashow, wo man Ida Szigethys Werke, die auch in der “Albertina” ausgestellt waren, kennenlernen konnte und das Mitglied der Wiener Gruppe” scheint einen interessanten Briefstil gehabt haben, hat er doch an die “Chere Ida!”, geschrieben und ihr auch Gedichte geschickt.

Später hat er eine Traudl geheiratet. Ida Szigethy war sieben Jahre mit dem Filmemacher Ferry Radax, der vorigen September im Künstlerheim in Baden, wo auch Ottwald John wohnt, gestorben ist, verheiratet, hat da mit ihm auch Filme gedreht oder gespielt und in dieser Zeit auch zu malen angefangen. Darüber hat die alte Dame mit Teresa Präauer geplaudert und Briefbeispiele, bzw. Gedichte gelesen.

Im September wird es dann die nächste “Trifft-…Reihe” geben. Seien wir gespannt, im “Leporello” wurde davon gesprochen, daß da nicht nur Künstler, sondern auch interessante Menschen andere Berufsgruppen vorgestellt werden sollen und von Teresa Präauer wird in der nächsten Zeit auch einiges, darunter ein “Aichinger-Buch” und eines über “Mädchen” erscheinen, auf das man auch gespannt sein kann.

Stefan Zweigs Reisetexte

Wieder einmal Stefan Zweig in der “Gesellschaft für Literatur” und meine Leser wissen es, wenn sie sich mit den inzwischen schon über viertausendachtunderd hier erschienenen Texten beschäftigen, daß ich mich in den letzten Jahren sehr viel mit ihm beschäftigte und ihn auch gelesen habe.

Das erste Buch das ich von ihm gelesen habe, war, glaube ich, noch als Hauptschüerin die Biografie der Marie Antoinette, seine Biografien finde ich ja nicht so gut.

“Die Welt von gestern” beide Bücher gab es im Bücherkasten in der Wattgasse, die “Welt von gestern” ist dann eines der wenigen Bücher, die ich zweimal gelesen habe, als ich mich 2016 war das, bezüglich meiner “Berührungen” mit ihm beschäftigte.

Dazwischen habe ich das, außer der “Schachnovelle”, glaube ich, nicht so sehr, kann mich aber erinnern, daß einmal eine Anthologie über österreichische Literatur vor 1945 vorgestellt wurde und da sagten die Autoren, daß Stefan Zweig und Peter Rosegger nicht mehr zum Kanon gehören würden, stattdessen haben sie Franz Michael Felder aufgenommen.

Welch ein Irrtum, könnte man sagen oder das hat sich warhscheinlich geändert. Aber als ich die “Berührungen” geschrieben habe, habe ich mich in seine Literatur eingelesen, denn da hatte ich schon einige Novellenbände, die inzwischen wahrscheinlich Gustostückerl sind, in den Bücherschränken gefunden.

“Die Ungeduld des Herzens” auch ein Fund aus dem Bücherkasten meiner Eltern, ich glaube, das war eine “Donaulandausgabe”, die sich wohl meine Mutter bestellt hat und dieses Buch hat mich, wie die “Welt von gestern” und die “Novellen” sehr begeistert.

Das kam der Film “Vor der Morgenröte”, ein Zitat aus seinem Abschiedsbrief. Hat er sich und seine zweite Frau ja 1942 im brasilianischen Exil umgebracht, den habe ich gesehen und dazu auch das Brasilien-Buch gelesen, was mich ebenfalls nicht so begeistert hat, aber zu den Reisetexten führt, die heute in der “Gesellschaft” vorgestellt wurden.

Denn seit einigen Jahren gibt es in Salzburg ein “Stefan Zweig Center” und da offenbar eine Verbindung zur “Gesellschaft”. Da war ich ja bei zwei Abenden, wo, glaube ich, noch Clemens Renolder, der Leiter war. Jetzt ist das ein italienischer Professor namens Arturo Larcarti und der hat mit Bernhard Fetz, dem Leiter des Literaturarchivs den Band “Häfen und Bahnhöfe sind meine Leidenschaft” herausgegeben, das bei “Jung und Jung” erschienen ist.

Bettina Rossbacher hat die Texte gelesen und, daß Stefan Zweig der Welt- und Bildungsbürger sehr viel gereist ist, hat Bernhard Fetz in seiner Einleitung erwähnt oder habe ich schon von einer “Arte- Dokumentation” erfahren.

Es wurden vier Texte ausgewählt. Zuerst einer der 1911 über New York “Der Rhytmus von New York” heißt und da erwähnte Bernhard Fetz Zweigs Ambivalenz zu den Massenreisen, mit denen er sehr wohlhabend nichts anfangen konnte. So hat ihm auch das hektische New York nicht so gefallen. Er hat sich aber, was ich interessant finde, bei Arbeitsagenturen vorgestellt, um herauszufinden, wie es den Arbeitssuchenden geht, also eigentlich sehr fortschrittlich und hätte ich ihm nicht zugetraut.

Der zweite Text stammt aus dem Jahr 1932 “Festliches Florenz” und da schreibt der Bildungsbürger, der sich auch sehr viel auf Vortragsreisen begeben hat, daß man Florenz eigentlich nur im Mai genießen kann. Denn da gibt es Kulturfeste, Buchausstellungen, etcetera und auch er hat da einen Vortrag gehalten, wo es um die Idee Europas gegangen ist, denn Stefan Zweig war ja ein leidenschaftlicher Europaier.

Er wurde 1881 in Wien geboren, hat dann, glaube ich, bis 1934 in Salzburg gelebt, nach den Februarkämpfen wurde dann sein Haus durchsucht, so daß er, glaube ich, nach London emigrierte. In New York war er, glaube ich, auch und dann ging er mit seiner zweiten Frau Lotte nach Brasilien, wo er sich 1942 vergiftet hat.

Ein Brasilientext wurde auch gelesen, wo er eine Einführung darüber gibt und seine Begeisterung oder idealismus schildert und dann die Einfahrt des Schiffes nach Rio de Janeiro, die,wie Bernhard Fetz erwähnte, auch Christoph Ransmayr einmal machte, aber der mit Rucksack, während Zweig ein Luxusreisender war.

Es gab dann noch einen Text, auch aus den Dreißigerjahren, über ein Hotel in London , das der Zufluchtspunkt der Emigranen war. Stefan Zweig hat, wie die zwei Herausgeber sagten, wohl in bequemeren Quartieren gelebt. Diese gelobte Herberge aber auch besucht und das Buch ist ein interessanter Einblick in das Leben und den Charakter Stefan Zweig, obwohl ich vieles davon schon gewußt habe, es ist aber sicher trotzdem interessant, die Reisetexte in einem Band gesammelt zu haben.

Werkstattgespräch mit drei Absolventen und einer Professorin

Drei Absolventen des Institut für Sprachkunst, um das in meinem neuen Werk auch wieder geht, stellten heute in der “Alten Schmiede” moderiert von der Professorin seit dem Wintersemester 2021, Monika Rinck ihre Works in Progress vor und erkundigten mit ihr den “Raum im Text,” wie die 1969 in Rheinland- Pfalz geborene Monika Rinck, in der Einleitung erklärte.

Als Erstes kam der 1993 in Südtirol geborene Gerd Sulzenbacher, der ein Gedicht, einen Essay über eine Sitzgelegenheit, nämlich die Sitzbank vorm Haus des Meeres am Fritz Grünbaum Platz und dann noch einen Sketsch vorstellte.

Die 1995 in Karlsruhe geborene Christiane Heidrich las einen längeren Text, der aus mehren Gedichten namens “Filmschule” bestand.

Dann folgte die 1990 geborene Nastasja Penzar, die aus ihrem zweiten Roman, der demnächst erscheinen soll ,las, in dem es um eine junge Frau namens Mio geht, deren Geschichte Jahrzehnte später von ihrer Tochter erzählt wird.

Anschließend ging es dann im Gespräch über den Textraum oder den Schreibprozeß, in dem die bewegten Bilder, in diesem Fall Lyrik, Prosa, Roman, entstehen können.

“Der Zwischenraum des Textes ist der realistische Teil ihres Romans”, erklärte Nastasja Penzar, der in ihrem Roman in eine Lunapark spielt, aus dem sie immer wieder hinausgehen muß.

“Kann ich das Unkontrollierbare kontrollieren?”, war das Monika Rincks Frage an den Autor und die Autorinnen.

Im zweiten Teil stellte dann die Professorin Andrea Polaschegg Monika Rinck, die ich einmal bei einem “Fried-Preis-Festival” kennenlernte beziehungseise ihr “Begriffstudio”, vor, das ins sechsundzwanzigste Jahr geht und das zuerst per Post, dann per Mail an Abonennten verschickt wurde und die ersten tausend Texte in Buchform publizierte, die aber schon vergriffen sind, so daß jetzt, wo es schon an die fünftausend Texte gibt, ein zweiter Band herausgekommen ist.

Monika Rinck las dann mehrer Listen vor, die sie auch kommentierte. Das “Wespennest” und vieles andere, wie zum Beispiel die “Identität”, kam darin vor und Monika Rinck hatte alles auch, Listen eben, mit Nummern versetzt.

Ein schönes Stück experimentelle Literatur, die mir ja nicht so liegt, aber ein interessanter Abend, der einen Tag ausklingen ließ, an dem ich drei Szenen meines neuen, sicher realistischen Romans oder Erzählung, wenn es nicht so lang werden sollte, geschrieben habe und jetzt bei sechstausenddreihundert Worten, dreizehn Seiten und sechs Szenen stehe.

Slam B mit FFP2-Maske und 2G

Ja das geht seit zwei Jahren auch, obwohl das ja eigentlich nicht zu dem vollen Haus und dem Geschrei passt, das früher dort üblich war, was mich anfangs auch erschreckte. Aber in Corona-Zeiten sind die Plätze beschränkt und ich wundere mich zwar noch immer, daß sich da die Studenten mit Maske hineinsetzen und dahinter hervorjohlen und Sperrstunde um zehn gibt es auch.

Deshalb nur acht Kanditaten und Diana Köhle, die Allzeitmoderatorin war auch nicht da sondern wurde von David Samhaber vertreten, den ich schon von den vorigen Malen bzw den Slam Revuen kenne. Der entschuldigte die Moderatorin, zeigte sein neues Hemd, desinfizierte dann das Mikrofon und lachte dazu. Weil er das Opferlamm, das die Veranstaltung immer außer Konkerrenz beginnt, wäre, gab es diesmal keines, sondern es begann gleich mit wie David Samhaber erklärte einigen Bekannten und zwei Neuen und sehr vielen Männern füge ich an.

Begann doch ein Jakob Zitterbart mit einem Tankstellentext, wo er eine testerone Begegnung hatte. Dann folgte ein Zacharias mit einem Klimatext ,der zur Weltrettung aufforderte und die Runde gewann.

Ich warte ja immer auf die Corona kritischen Texte, weil die Slams früher ja oft politisch waren. Die Ungeimpften dürften aber nicht hinein und Erderrettung ist ja auch politisch. Also Runde gewonnen.

Dann folgte die mir schon bekannte Anne Air, die einen Text aus ihrer französischen Heimat vortrug, gefolgt von Fabian Navaro, der einen Text über die Gefühle von Männern hatte, also über das Weinen “Weinen ist mobil, Trauer löst kein Problem”.

Dann folgte Anna Hader, die vorher ihre Physiklehrerin traf und dann über “Schrödingers Katze” slamte. “Katze tot” und dabei von ihren Dates erzählte.

Fabian Navaro gewann die zweite Runde und bevor es in die dritte ging, erzählte David Samhaber von seinem Literaturkurs für die er Szenen über “Fiasko im Kino” schreiben muß und dafür Vorschläge wollte.

Die dritte Runde begann dann wieder ein Newcomer, ein älterer Herr namens Alois Schörkhuber und da war spannend, wer seine Texte ablas und wer frei performte. Die Profis machten das meistens und Alois Schörkhuber reimte von egal zum legal zum Regal. Der nächste Chris Sokop auch schon ein bißchen älter und ein bißchen dialektlastig auftrat mit einem Buch auf und las von einer Party in den Siebzigern, glaube ich, bei der ein Skinhead mit Springerstiefeln auftrat.

Dann kam die dritte Frau, Janea Hansen, gerade dreißig geworden, die einen Text darüber hatte, in dem sie ihren Vater grüne Haare androhte, sie hatte eher lila gefärbte und davon träumte, sich von Bill Gates scheiden zu lassen oder, daß Herbert Kickl über seine Schnürsenkel stolpert und sich als “unangemeldete Demo” bezeichnete, also doch sehr politisch, die dann auch die Runde gewann.

Das Finale begann dann der Student Zacharias mit einem Text übers Geld. Fabian Navaro hätte auch einen Text übers Dreißigwerden gehabt, performte aber einen übers Tinder-Dating.

Janea Hansen begann mit einem Gedicht und dann mit dem Text “Heimlich politisch”-“Ich bin unbequem, weil ich alles politisch mache” und erwähnte, oh weh die Regenbogenfahne am Karlsplatz, sowie Sebastian Kurz.

Fabian Navaro hat dann den neunundneunzigsten Slam und ein Falter-Abo gewonnen. Dann kam Janea Hansen mit dem silberen Diadem und der hunderste Slam wird dann im Februar sein.

Zacharias hat bei seinem ersten Auftritt gleich den dritten Platz gewonnen und der Schlußauftritt mit Siegerehrung fand mit Maske statt.

Wien-Reihe mit Daniela Chana und Christa Nebenführ

Wieder einmal Wien-Reihe in der “AS”, wieder zwei Stipendiaten, diesmal mit Daniela Chana und Christa Nebenführ. Eine alte und eine jüngere Dichterin könnte man sagen und ich glaube, daß ich Christa Nebenführ in den frühen Achtzigerjahre in dem Literaturcafe in der Berggase, der ÖH, das es nicht mehr gibt, kennengelernt habe, später hatte ich mit ihrer resoluten Art meine Schwierigkeiten oder sie mit mir, weil ihr meine Texte, da vor allem den “Letzten Versuch” wo es ja einmal einen Filmausschnitt in der “AS” von August Bisinger gab, als der “Augustin-Tag” der Ruth vorgestellt wurde und ich ein- oder zweimal in der “Podium- Sommerlese-Reihe” lesen wollte.

Das ist jetzt vorbei und Christa Nebenführ ist sehr engagiert, in der GAV, beim “Podium” beim ORF etcetera, hat 2006 die “Blutsbrüderinnen” geschrieben und jetzt schreibt sie an einem Text der im nächsten Jahr bei “Klever” erscheinen wird.

“Den König spielen die anderen”, heißt der Text mit dem Christa Nebenführ schon in den Achtzigerjahren begonnen hat und richtig, das habe ich vergessen, Christa Nebenführ war oder ist auch Schauspielerin und der Text scheint wieder sehr theoretisch. Gibt es doch einen Prolog und einen Epilog, der sehr lang ist. Christa Nebenführ hat da nur einen Teil gelesen und dazwischen gab es ein narratives Stück und das Ganze ist eine Famiiengeschichte oder Gewalt an Frauen. Schließlich gab es schon den ersten Femizid und im letzten Jahr, glaube ich, über dreißig und Christa Nebenführ stellte die Fragen, wie weit die Frauen mitbeteiigt sind?

Die Frau Fritzl vielleicht, als der Herr Fritzl seine Tochter in den Keller sperrte und mißbrauchte, was Thema des ersten Teiles war und naiv betrachtet, könnte man den Text, als eine Auseinandersetzung mit dem Vater verstehen. Eine Familie in den Sechzigerjahren, wo der erste Fernseher auftauchte und der tyrannische Vater seiner Familie erklärte, das ist der Knopf zum Aufdrehen, der es dann gar nicht war und als die Tochter ihre Tochter zur Firmung führte, tauchte der Vater erst verspätet auf, weil er sich mit einem Türken zerstritten hat und mit dem Messer herumwackelte. Die Mutter war depressiv, machte SVs und brachte sich, wenn ich den Text richtig verstanden habe, im Epilog um und der Bruder sagte einmal über den Vater, daß der nur ein armes Würstel ist, also ganz schön widersprüchig, aber wahrscheinlich wahr und eine interessante Diskussion danach, denn die Familie ist ja die Keimzelle in der wir aufwachsen und unsere Traumen erleben, die uns dann vielleicht zum Schreiben bringen und vorher war die 1985 geborene Daniela Chana, also die nächste Generation, an der Reihe, die mich mit ihrem Erztählband oder österreichisches Shortlistbuch sehr beeindruckt hat und die ich schon zweimal in der AS hörte.

Jetzt schreibt sie an einen Roman, der viel narrativer, aber vielleicht ähnlich zu interpretieren ist. Nämlich die Geschichte einer Reporterin einer Regionalzeitung, die ins Weinviertel zu einem Ehepaar fährt, das einen Ökohof betreibt, wo der der Eiskasten wegen der mangelnden Nachhaltigkeit verkauft werden soll, es nur zweimal in der Woche Fleisch gibt und man ankreuzen muß, wenn man dieses essen will. Das erzählt die Frau stolz der Reporterin, während der Mann von seinen Steaks träumt, aber einen Melanzaniaufstrich präsentieren muß.

Auch da gab es eine interessante Diskussion und ich kann mich an die Ökowelle oder das alternative Essen in den Achtzigerjahren, als die Anna klein war, erinnern, die mich damals sehr prägte. Das erste Vollkornbrot oder die Getreidemühle und das jetzt vielleicht ganz anders ist und sich auch die Klimakrise weiterentwickelt hat.

Zwei interessante Texte von einer älteren und einer jüngeren Frau, beides Familiengeschichten, einmal eher narrativ erzählend, das andere eher theoretisch, die sich sehr ähneln, obwohl sie sehr verschieden sind.

Stichwort “Umordnung”

Was kann man sich darunter vorstellen?, werden meine Leser vielleicht fragen und wahrscheinlich nicht an Robert Musils “Drei Frauen” und Alice Munros “Die Liebe einer Frau”, denken.

Lydia Mischkulnig, Brigitte Schwens-Harrant und Christa Zöchling haben es aber gemacht und ihrer “StichwortReihe” in der “Aten Schmiede” diesmal diesen Titel gegeben.

Denn hurrah, hurrah, die Weihnachtsferien sind vorbei, die literarischen Programme beginnen wieder und so kann ich mit entgegen meiner Neujahrswünsche von 2021 und 2022 wieder dorthin streamen.

Denn der Teufel schläft ja nicht und Omikron ist vielleicht am Explodieren, zumindestens hat sich Bundeskanzler Nehammer schon bei seinem Schiurlaub oder von einen Sicherheitsmann infiziert und es müssen neue Maßnahmen her.

Also Maskenpflicht im Freien wenn man keine zwei Meter Abstand halten kann oder auf einer Demo ist iund in die Nonfoodgeschäfte, wo seit November ja die bösen Ungeimpften nicht hineindürfen, sondern sich ihre Unterhosen entweder beim “Hofer” kaufen oder bei “Amazon” bestellen müßen, wird jetzt streng kontrolliert, ob ohnehin alle ihren Impfpaß haben. Was das bezüglich Omikron bringt, weiß ich nicht, denn man “darf” ja immer noch zum “Spar” und “Hofer” gehen, aber man soll die Schlafenden nicht auf Ideen bringen, denn sonst kommen die noch auf die, daß das ja ungerecht istund die bösen NI deshalb auch nicht ihre Semmeln kaufen dürfen sollen.

Aber noch ist es nicht so weit, noch darf ich mich in die “Alte Schmiede” streamen und dort erklärte Lydia Mischkulnig gleich, daß sie einerseits Schriftstellerin wäre und daß es bei dem Thema um die Wiederherstellung von Ordnungen geht, denn diese ist abhanden gekommen

Das trifft zwar auch auf die momentane gesellschaftspolitische Situation zu, aber das ist, siehe Volksstimmefest wahrscheinlich zu heikel, zu behandeln oder zu dicht daran. Also zurück ins neunzehnte Jahrhundert oder zu der Nobelpreisträgerin von 2013 von der ich mir zwei Erzählbänden schenken ließ und eines davon gelesen habe.

Aber weiter zurück in die Geschichte, wie Lydia Mischkulnig referierte, denn Robert Musil wurde ja 1880 in Klagenfurt geboren und ist1942 im Exil in Genf gestorben und bei dem Erzählbnd “Drei Frauen”, geht um die Magd “Gricia”, die vom Homo genannten Protagnonisten so genannt wird, weil sie graue Kühe füttert, um die “Portugiesin” und umd die Verkäuferin “Tonka” und, wie Lydia Mischkulnig erkärte um die Machtverhältnisse und eigentlich erklärte Brigitte Schwens-Harrant geht es trotz des Titels, um drei Männergeschichten, weil sie von der männlichen Perspektive ausgehen und im Jahr 1924, also nach dem ersten Weltkrieg geschrieben wurde. Also höchst interessant, was die alten Dichter vor hundert Jahren so fabulierten und eine Schriftstellerin und zwei Literaturwissenschaftlerinen heute daraus interpretieren.

Und wenn ich mich nicht irre, habe ich den Erzählband, den ich noch nicht gelesen habe, in den Neunzehnsiebzigerjahren aus Klagenfurt mitgenommen, weil dort meine damalige Freunin Elfi in der St. Ruprechterstraße eine Wohnung hatte, die sie aus- oder umräumte.

Den Erztählband “Die Liebe einer Frau” der 1931 in Kanada geborenen Erzählmeisterin Alice Munru habe ich gelesen und sehe eigentlich, ganz ehrlich, nicht viel Bezugspunkte zu Robert Musil und seiner Zeit, außer daß die beiden Bücher das Wort “Frau” im Titel tragen, was die drei Interpretinnen aber nicht so fanden, sondern fasziniert von den Gemeinsamkeiten waren.

Es gab auch Textausschnitte, so wurde aus den Erzählungen “Gricia” und “Tonka” von Musil gelesen, wo es auch um Tiere geht, um das Töten von Fliegen oder Kätzchen oder nein, so hätte die Geschichte um die “Portugiesin” eigentlich heißen sollen und dann ging es in die kanadischen Fünfzigerjahre, wo eine etwas esoterische Frau in ein herabgetakeltes Farmhaus kommt. Dann geht es um eine Krankenpflegerin und um eine Frau, die nicht schwimmen kann, aber mit einem Mörder in einem Boot aufs Wasser hinausfährt.

Und was die “Umordnung” betrifft, so kann ich zwar die Zwischenkriegszeit des Robert Musil erkennen, was seine Frauendeutungen betrifft, bleibe ich ein wenig skeptisch, aber zugegeben sollte ich das Buch erst lesen, eher ich darüber urteilen kann. Die Umordnung der Alice Munro habe ich, obwohl ich das Buch gelesen habe, nicht erkannt, kann da aber mit den Frauenschicksal sicher mehr anfangen, als mit den Verklärungen, eines vielleicht traumatisierten Mannes und ich glaube auch soweit ich mich erinnern kann, daß mir das Buch gefallen hat.

Spannend, spannend aber die Verknüpfungen, die die drei moderierenden Frauen mit den Bücher machten, die Verbindung zwischen Stifter und Han Kang habe ich ja auch nicht so ganz verstanden. Aber vielleicht ist das die Absicht der drei Frauen, sich über zwei unterschiedliche Bücher zu unterhalten, Zusammenhänge herzustellen und die Zuhörer vielleicht zum Lesen zu bringen.

Robert Sommers Blendwerk

Den 1951im Traisental geborene Robert Sommer, der zuerst Redeakteur bei der “Volksstimme,” dann beim “Augustin” war, habe ich kennengelernt, als ich einmal im “Augustin” ein Plagiat entdeckte und er sich dann bei mir das Original nämlich Christa Stippingers “Tschusch” im “Wespennest” abholte, später habe ich ihn dann bei den “Augustin-Festen” gesehen und auch in der “Alten Schmiede”, wo er offenbar auch mit Walter Famler befreundet sein neues Blendwerk oder sein Magnumbuch vorstellte. Ein Unikat von achthundert Seiten mit dem sperrigen Titel “Ich komme aus der Herz Gegend Meine Mutter Sprache ist das Herz Klopfen” das offenbar kein Blendwerk ist sondern im “Blendwerk Verlag” von Margot Hruby editiert herausgekommen ist, was aber eher ein Eigenverlag oder ein Selfpublishing-Produkt ist und, wie Robert Sommer in der “Schmiede” sagte, eigentlich nie herausgekommen sollte.

Dann ist das doch geschehen oder hat ihn Margot Hruby, die Schauspielerin, Autorin und Theatermacherin, die die Textstellen auch gelesen hat, herausgegeben. Sie hat jedenfalls die Rezension im “Uhudla” dazu geschrieben, die beschreibt, wie schwer es ist eine Inhaltsangabe über das Buch zu geben, das sie als “Anarchistisch, wild und eigenwillig” beschreibt und Robert Sommer hat noch dazu gesagt, daß das ganze Buch eigentich ein Plagiat wäre, also nicht aus dem Autor herausgeflossen ist sondern das wiedergibt, was der Autor vorher hineingelesen oder aufgescnwappt hat und das Besondere an dem Buch scheint auch zu sein, daß es teilweise aus Collagen besteht und da hat Robert Sommer, wie er erklärte, aus abstrakten Werke n, das Gegenständliche herausgeholt oder gezeichnet, also auch ganz schön anarchistisch, und spannend was Gerhard Ruiss von den IG-Autoren dazu sagen würde, merkte Walter Famler noch an.

Gerald Grassl, der im Publikum saß und dem es offenbar auf die Nerven ging, daß Robert Sommer sein Werk heruntermachte, hat sich eingemischt und gemeint, daß er ihn als literarischer als den “Ulysses” empfinden würde. Robert Sommer hat vorher noch erwähnt, daß er es haßt, ein Buch von Seite eins bis ans Ende zu lesen. Das macht er nie und das braucht man auch bei seinen Textcollagen nicht, denn da kann man nach Belieben das Buch auf irgendeiner Seite aufschlagen und lesen und dann kam noch das Bonmot oder die Frage von Walter Famler, der wissen wollte, ob Robert Sommer mit den achthundert Seiten auf den Ötscher gegangen ist, wo der Wind die Seiten verteilte und er sie dann von den Latschen aufgesammelt und wieder neu zusammengefügt hat.

Ob das stimmt?, wollte er wissen. Robert Sommer hat kryptisch geantwortet, daß er am Ötscher war und windig war es auch.

Margot Hruby, die dann zwei sehr unzusammenhängende Textstellen gelesen hat, erklärte, daß das schwierige am Verlgen war, die Dupletten aus den Texten, dem Gesamtkunstwerk, Robert Sommers herauszuklauben, wobei Walter Famler meinte, daß er eigentlich gar keine solchen gefunden hätte und Robert Sommer brachte dann noch das Beispiel von einer wandelnden Waschmaschine und da kann man wohl den Metaphernbogen schließen, daß Robert Sommer, so eine Waschmaschine ist, der im Laufe seines Lebens sehr viel zusammengesammelt hat, was in diesen “Textteppichen”, wie Robert Sommer die Textteile nennt, zum Ausdruck kommt.

Es geht um Ulysses, wie schon Gerald Grassl und auch um Ingeborg Bachmann, beziehungsweise Friederike Mayröcker, die in den Texten vorkommen und der dritte Text begann auch “Mein Name ist Ingeborg Bachmann, ich hoffe, ich habe es nicht falsch ausgesprochen, mein name ist Toni Polster” bis zu “Mein Name ist Robert Sommer”, so hat der Text dann geendet. Ein eher realistischer oder verständlicher, also nicht abstrakter Text, ist auch noch gelesen worden, wo nämich Robert Sommer als “Augustin Redakteur” nach Lienz zu einem Vortrag über “Armut” eingeladen wurde und dort über den Kühlschrankhersteller in dem Ort reden wollte, was er aber nicht konnte, weil das Bildungshaus von dem Fabrikanten gesponsert ist und die Bibliothekarin ihren Job verloren hätte.

Interessant interessant, das letzte Wort hat der Autor, hat Walter Famler dann gesagt wobei der humoristische Robert Sommer, was auch angesprochen wurde, antwortete, daß das der Titel seines nächsten Buches werden würde. Also seien wir gespannt. Jetzt geht die “Alte Schmiede” ja in die Weihnachtspause, aber die nächste “Sichel-Nummer,” die mit dem nächsten Programm kommt, wird dann auch Robert Sommer gewidmet sein und einen seiner Texte enthalten, also seien wir noch einmal gespannt, denn “Robert Sommers Leben ist ein Gesamtkunstwerk, und dieses ist sein Buch”, hat Margot Hruby ihre Rezension beendet.

Geschichte schreiben mit Sabine Scholl

Die 1963 in Grieskirchen geborene Sabine Scholl, die Germanistik, Geschichte und Theaterwissenschaften studierte, verschiedene Lehraufträge, in Japan,in USA, etcetera hatte und auch lange Professor für Sprachkunst an der Angewandten war, beim “Bachmann-Preis” gelesen hat und den “Wildgans-Preis” bekommen hat, beschäftigt sich in ihren experimentellen Schreiben schon lange mit Geschichte.

So habe ich sie einmal in den Vorlesungen für Literatur in der “AS” gehört und in der letzten Zeit hatte sie dort ein Autorenprojekt, wo sie unter dem Titel “Geschichte schreiben” verschiedene Autoren wie Kenah Cusanit, Inger Maria Mahlke, Alida Bremer, Mojca Kumerdej, Ludwig Laher, Hanna Sukare, Marketa Pilatova und ivana Sajko vorstellte.

Einige dieser Veranstaltungen habe ich gehört bzw. gestreamt und jetzt ist daraus ein bei “Sonderzahl” erschienenes Buch “Lebendiges Erinnern-Wie Geschichte in Literatur verwandelt wird” herausgekommen, das von Johanna Öttl moderiert heute in der “Schmiede” vorgestellt wurde, das wie die einleitete aus einem Vorwort und zwei Teilen besteht, aus denen Proben gelesen wurden.

Sabine Scholl erzählte zuerst, daß sie sich lange damit beschäftigte, wie man man Geschichte beschreiben kann und erwähnte da beispielsweise Takis Würgers “Stella” als negativ Beispiel, wo reale Personen literarisch ausgeschlachtet werden, sowie Jonathan Litells “Die Wohlgesinnten”, das sie, glaube ich, durch die Art der Darstellung nicht lesen konnte.

Begonnen hat sie mit der literarischen Geschichtsaufarbeitung mit Heimrad Bäckers “Nachschrift”, das ja kürzlich in der “Grundbuchreihe” vorgestellt wurde. Ein weiteres Beispiel des ersten Teils ist die 1945 als Kind sowetischer Zwangsarbeiter geborene Natascha Wodins, die mit der Darstellung des Schicksal ihrer Mutter, die sich umbrachte, als sie elf Jahre war “Sie kam aus Mariupul”, 2017 den “Leipziger Buchpreis” bekommen hat.

Im zweiten Teil wurden dann die in der “Schmiede” erfolgten Gespräche behandelt und da wählte Sabine Scholl als Leseprobe den Familienroman der kroatischen Autorin Ivana Sajlko aus, wo eine Lehrerin im ehemalige Jugoslawien die Geschichte immer wieder anders unterrichten mußte.

Außer dem Essayband hat sich Sabine Scholl auch mit eigenen Roman beschäftigt, der im März herauskommen soll, zuerst “Bei mir bist du schön” heißen sollte, jetzt aber, als “Die im Schatten, die im Licht “herauskommen wird und höchstwahrscheinlich wieder in der “Alten Schmiede” vorgestellt werden wird.

Freuen wir uns darauf, vielleicht kam man dann schon als NI live daran teilnehmen, die neue Omicron-Variante wird das aber höchstwahrscheinlich verhindern, was für künftige Autoren vielleicht auch ein Thema sein kann, Geschichte aufzuarbeiten. Bis jetzt scheine ich ja eher die Einzige zu sein, die sich damit beschäftigt, beziehungsweise, die 2027 in New York geborene Drehbuchautorin Joana Bernard, die 2053 um die Pandemie zu erforschen nach Wien reist. Wär schön, den Kurztext, der gerade im Rohtext fertig wurde, einmal in der “Schmiede” vorzustellen. Seien wir gespannt, wann das einmal möglich sein wird?