Marie-Therese Kerschbaumer, Elisabeth Wäger und Ilse Kilic

Wieder Doppelpack in der “Alten Schmiede” und man könnte auch sagen, Begegnung mit Kolleginnen, denn alle drei erwähnten Autorinnen habe ich in der GAV oder in der “Alten Schmiede” getroffen und zuerst begann es mit der “Dichterin liest Dichterin-Reihe” und da hat die 1938 geborene Marie -Therese Kerschbaumer, die ich beim “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe und dann immer wieder bei den GAV- und den IG-GVs getroffen habem hat sich der 2019 verstorbenen Elisabeth Wäger, die ich unter den Namen Wäger-Häusle kennengelernt habe, angenommen und sich durch ihre Texte gelesen. Johanna Öttl hat eingeleitet und Marie-Therese Kerschbaumer, als eine Weggefährtin oder Freundin, der 1942 in Rankweil Geborenen vorgestellt, die mehrere Nachworte für ihre Bücher geschrieben hatund Marie-Therese Kerscbaumer hat mit einem frühen Buch nämlich “Annas Häuser ” begonnen. Dann kam der 1983 erschinene Erzählung “Verhärtung der Puppenhaut”, wo Reinhardt Priessnitz das Nachwort geschrieben hat und Marie-Therese Kerschbaumer merkte an, daß sich Elisabeth Wäger sehr darüber gefreut hat, weil er sehr streng gewesen wäre. Marie-Therese Kerschbaumer hat dann einen Texgt über eine verstorbene Tante Stella gelesen, deren Haus ausgeräumt werden mußte in dem viele unausgepackte Schachteln oder Koffer standen, denn die Tante hat nicht einmaldie Bücher indie Regale geräumt und die mutter hat immer wieder eingeworfen, daß Tante Stella nicht lange bleiben wollte, als sie mit Deißig zurückgekommen ist. Sehr dichte beeindruckende Sätze, die immer wieder wiederholt wurden.

“Blick durch den Spiegel!” ist 1991 in der “Edition Splitter” erschienen, da hat Marie -Therese Kerschbaumer das Nachwort gschrieben und hinzugefügt, daß sie sich noch gut an die Präsentation erinnern kann, da gibt es einen sehr berührenden Text über einen verschwundenen Sohn, der offenbar autobiografische Bezüge hat.

Dann gibt es ein “Podium Portrait” aus dem Jahr 2012 und andere Texte der Autorin, die auch Theatertexte geschrieben hat, die Marie Therese Kerschbaumer sehr berührend gelesen hat und immer wieder etwas dazu erzählte und ich habe wie schon erwähnt, die Autorin mehrmals getroffen und auch zwei ihrer Bücher in meinen Regalen, die offenbar doch kein GAV-Mitglied war, wie ich glaubte, da sie sich in den Schachteln befunden haben, die mir Doris Kloimstein von ihrer PEN-Ausstellung im St. Pöltner Stadtmuseum hinterlassen hat.

Die 1958 geborene lIse Kilic, die, wie im Programm steht, im “Fröhlichen Wohnzimmer” lebt, kenne ich, glaube ich, wirklich durch die GAV, war sie doch, als ich dort aufgenommen wurde, Sekretärin oder habe ich sie schon vorher in Linz kennengelernt, als ich im Römerhof zu der Schreibwerkstatt eingeladen wurde, und sie den “Max von der Grün-Preis” gewonnen oder dort gelesen hat? Das weiß ich nicht mehr so genau. Ich kenne sie jedenfalls schon sehr lang, war bei vielen ihrer Veranstaltungen. Sie war auch in unserer Schreibgruppe. War GAV- Generalsekretärin, jetzt, glaube ich, die Prädsidentin und hat viele Bücher geschrieben. Die “Verwicklungsromane” mit Fritz Widhalm, ihrem Lebensmenschen, etcetera und jetzt ist bei “Ritter” wieder ein Buch herausgekommen.

“Fadenspannung – Eine Verbündung” heißt es und Johanna Öttl erwähnte, daß es viele Autoren verknüpft und das kenne ich von Ilse Kilic, hat sie ja einmal vor vielen Jahren, bei einer GAV-Vollversammlung oder der nachfolgenden Lesung ein Gedicht vorgetragen, daß sie Ernst Jandl gewidmet hat und bei der “Lyrik im März” hat sie auch einmal andere Autoren ein Gedicht gewidmet. Jetzt hat sie nach Annalena Stabauers Einleitung Gedichtzeilen gelesen, die ich eigentlich für typisch Kilic gehalten habe. Der Bauch ist darin vorgekommen. Dann hat sie zwei Gedichtzeilen von Jopa Jotakin zitiert, die auch vom Bauch, aber von dem eines Fisches handeln und ist nachdem sie die Ultraschallbehandlung ihres Bauches erwähnte, zur Liebe übergegangen, wo sie meinte, daß sie die nicht mag. Dann folgte die Erwähnung der “Ode an die Masturbation” des 1988 geborenen vietnamnesischen-amerikanischen Autors Ocean Vuong.

“Die Argonauten” von von Meggie Nelson kamen auch vor und im Gespräch mit Annalena Stabauer stellte sich heraus, daß das Buch ihre Lektüreerfahrungen wiedergegeben hat oder soll und da kann ich mich an ein Gespräch erinnern, wo sie mir einmal sagte, daß sie keine Mainstreamautoren lesen würde. Nun diese waren mir unbekannt und daran knüpfend ihre Bezüge oder die zum realexistierenden Lebenherstellen würde. Dann ging es noch um die “Entlassung der Figuren”, was ich auch nicht so ganz verstanden habe und in der zweite Stelle, die sie las, ging es ums Zitieren und da war die Fragen, ob sie ein Buch von Fritz Widhalm abschreiben und mit Anführungszeichen, als das ihre herausgeben könne oder dürfe? Nun dazu gibt es ja das Urheberrecht, das sich damit beschäftigt, aber Ilse Kilic ist, glaube ich, sehr originell und es lohnt sich sie zu lesen. Zeichnungen sind auch dabei und im Programm steht noch, was der Verwirrtenein wenig weiterhelfen könnte “Die Bücher von Ilse Kilic sind Verbündungen. Sie verbünden sich mit Romanfiguren mit Leser*innen und Autor*innen, welche im besten Fall selbst wiederum Leser*innen sind und so den Kreislauf zwischen Literatur und Leben befeuern”.

Prosa für Prosa

Prosa ist nicht eine Literaturgattung, die ich auch betreibe, sondern auch der Name fürdas Projekt “Schule für alle”, wo, glaube ich, Menschen mit Fluchterfahrungen zu einem Grundschulabschluß kommen sollen und drei Studenten der Sprachkunst nämlich der 1990 geborene Sohn türkischer Eltern Muhammet Ali Bas, der 1992 in Tübingen geborene Luca Manuel Kieser und die 1992 in Wolfsberg geborene Katharina Pressl, die schon bei “Residenz” ein Buch herausgebracht hat, haben mit Absolventen im Herbst einen Schreibprozeß begonnen, wo die ihnen wichtigen Themen, festgehalten werden sollten. Dabei ist ein Buch herausgekommen “Prosa für Prosa” heißt es und acht Autoren und Autorinnen haben es heute im Literaturhaus vorgestellt und ihre Texte daraus gelesen.

Zuerst kamen einleitende Worte von Sassan Esmailzadeh, dann stellten die drei Herausgeber die acht Lesenden vor. Zwei davon sind keine Prosaschüler, aber auch Menschen mit Mgrationshintergrund und haben beide, glaube ich, beim “Exilpreis” mitgemacht und den 1995 in Kabul geborenen Ibrahim Rahimi, der schon einige Veröffentlichungen hat und an senem ersten Roman arbeitet, habe ich auch erst vor kurzem in der “Alten Schmiede” gehört. Er las ein Gedicht und die Tschetschenischstämmige Amina Kurbanova, deren Mutter ich, glaube ich, einmal bei den IG-Autoren hörte aus einem längeren Text über ihre Großmutter. Yohannes Berihu ist noch aktiv bei Prosa und las, glaube ich, genauso wie Abdul Wasi Safizadeh überseine Fluchterfahrungen, während ein anderer von seinem Studium an der WU und den Schwierigkeiten, die er es dabei gab, berichtete. Zuerst mußte er, weil kein österreichisches Maturazeugnis Extraprüfungen machen und dann, weil er erst seit Deutsch lernte und die in Syrien geborene Aya Reymaier, die im Dirndl auftrat möchte gerne Medizin studieren. Muß dazu aber erst ihre Matura machen, deshalb ließ sie sich als Sanitäterin ausbilden und arbeitet jetzt als Covid-Testerin im Parlament, was sie sehr interessant schilderte, als sie im schönen Büro des Parlamentspräsidenten stand und die aus Armenien kommende Ania Hakobian, las zuerst von ihrer Lehrerin und hatte dann einen Text über ihren Namen.

Interessant welche Themen, die Fluchterfahrungen, das geplante Studium, etcetera, den jungen Migranten wichtig sind und ebenso spannend davon in einem Text zu erfahren, deshalb sind solche Schreibwerkstätten wohl wichtig und spannend, daß sich die Sprachkunststudenten dafür interessieren,man kann dabei gleich sein Deutsch üben und Erfahrung mit der Öffentlichkeit machen, obwohl die ja in Zeiten, wie diesen aufden Onlinestream reduziert sind. Die drei Moderatoren stellten abwechselnd die Autoren vor und erzählten ein bißchen was über ihr Leben. Barbara Zwiefelhofer wies am Schluß auf die Anthologie hin und forderte zum Kaufen, Lesen und Verschenken auf.

Vorläufig kann man das auf der Homepage des Prosa-Projektes machen, später wird es die Anthologie in ausgewählten Buchhandlungen geben und interessant natürlich auch, was ich noch von den jungen Autoren hören und lesen werde.

Zwei davon habe ich schon gekannt und die Moderatoren schon bei Lesungen gehört, wie man im Literaturgeflüster-Archiv nachlesen kann. Spannend, daß sich das Literaturhaus auch, um die noch ganz am Anfang stehenden kümmert und wenn es mich vielleicht auch noch einmal einmal, vielleicht mitmeinen zweiten oder dritten Literaturgeflüsterbuch einlädt, wäre das auch sehr schön. Das Dritte das mit den Corona-Texten ist zwar noch nicht fertig, es wird aber wahrscheinlich ohnehin noch ein Weile dauern, bis ich ohne Test und Maske hingehen kann. Vielleicht lese ich bis dahin die Texte der jungen Migranten mit Fluchterfahrung, da ich aber so einen dicken Lesestapel habe, wird auch das eher unwahrscheinlich sein, außer es legt es einer oder eine für mich in den offenen Bücherschrank.

Seltsames aus dem Limbus-Verlag

“Neuvorstellungen”” in der “Alten Schmiede” und zwar hat da Johannes Tröndle zwei Bücher aus dem “Limbus-Verlag”, nämlich Danielas Chanas “Neun seltsame Frauen” und Wolfgang Hermanns fünften Fraustini-Band “Herr Faustini bekommt Besuch” vorgestellt.

Die 1985 in Wien geborene Daniela Chana habe ich schon beim “Dicht-Fest” im vergangenen November gehört, wo sie ihren Gedichtband “Sagt die Dame” vorstellte, der mir, wie ich geschrieben habe, gut gefallen hat. Jetzt ein Erzählband mit neun längeren Geschichten oder Kurzromanen, die alle den neun Musen gewidmet sind oder sie im Titel haben und eine der “Thalia” gewidmeten hat Daniela Chana in Auszügen gelesen. Da geht es um eine junge Frau, die als Abwäscherin in einem Restaurant arbeitet. Nebenan in der Küche schreit und schimpft der Chefkoch herum. Dann kommt er in ihr Kämmerchen, trinkt Schnaps und beachtet sie nicht. Einmal spricht er sie aber an undein anderesmal beobachtet sie zwei Gäste, wo die Frau den Mann wüst beschimpft. Die trägt einen dunklen Lippenstift und am nächsten Tag geht sie in eine Parfumerie und probiert Lippenstifte aus. Die Verkäuferin rät ihr zu einem orangen für das unscheinbare Mädchen und rät ihr von dem dunkelroten ab, der nicht zu ihr passt, weil er nur für selbstbewußte Frauen bestimmt ist. Sie kauft ihn trotzdem und das Ende der Geschichte hat Daniela Chana, die 2017 für den Band ein Stipendium bekommen hat nicht verraten

Dann kam der 1961 in Voralberg geborene Wolfgang Hermann, dessen 2000 bei “Haymon erschienene “Fliehende Landschaft” ich einmal bei der “Literatur im März” gefunden habe. Ich kenne ihn vom “Siemens-Literaturpreis” wo er 2002 mit dem Vorläufer des Herrn Faustini, der mit einer Netzkarte durchs Land fährt, gewonnen hat.

Dann ist 2006 “Herr Faustine verreist” erschienen, 2008 “Herr Faustini und der Mann im Hund”, wo ich, glaube ich, bei einer Lesung in der “Alten Schmiede” war. Beide Bücher sind bei “Deuticke” erschienen und den dritten Band “Die Augenblicke des Herrn Faustini” habe ich, glaube ich, bei einem “Morawa-Abverkauf” gekauft und bei “Rund umdie Burg” daraus gehört. Der ist 2011 wieder bei “Haymon” erschienen und bei Band vier “Herr Faustini bleibt zu Hause” 2016 erschienen, war ich bei der Präsentation in der “Gesellschaft”, das Buch ist bei “Langen Müller” erschienen “und Band fünf bei “Limbus” das ist interessant und wenn ich live anwesend gewesen wäre, hätte ich Wolfgang Hermann diesmal nicht nach dem “Siemens-Preis”, sondern danach gefragt.

Die Bücher sind ein bißchen surreal und der Herr Faustini ein schrulliger älterer oder auch jüngerer Herr. Das weiß man nicht so genau. Er lebt jedenfalls allein in einem Haus im Bregenzer Wald, hat offenbar jetzt eine Katze und eine Nachbarin, fährt mit der Netzkarte herum und bekommt jetzt Besuch von ieiner ihm unbekannten Frau und einem Teenager, die sagt, das ist sein Sohn, sie muß verreisen und läßt ihn ihm für vierzehn Tage da und herr Faustini läßtsichauf das Spiel ein und nimmt sich um den Jungen an.

Spannend, spannend und interessant, in welchern Verlag der sechste” Faustini”, wenn es einen solchen geben wird, erscheint? Wolfgang Hermann hat jedenfalls noch viele andere Bücher geschrieben, ich warauch auf einigen Lesungen und jetzt war ich erfreut nach längerer Zeit wieder etwas von dem Autor zu hören.

Grillparzer in Bratislava und Mittagessen mit Ruth

Die Ruth ist ja isehr bemüht, in Zeiten wie diesen,wo wir ja wieder im scharfen Lockdown leben, Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen verboten sind und man wenn man dennoch dorthin geht, regisgtriert und mit Pefferspray besprüht wird, bemüht, ein Treffen erinnern wir uns, ab vier Personen gilt als Veranstaltung und muß angmeldet werden, da diesbezügliche Verordnung aber, glaube ich, noch nicht heraussen ist,-ein solches im Rahmen eines Freiluftprivatissimum für Freunde und Freundinnen trotzdem stattfinden zu lassen. Hat sie ja vor einigen Jahren ein Buch über Grillparzers Reisen geschrieben und so hat sie am siebenten Dritten vor dem Grillparzerdenkmal im Volksgarten über seine Reise nach Griechenland referiert.

Da waren nur ich und ErikaBrunngraber plus ihrem Hündchen die Zuhörerund heute ist es nach Bratislava gegangen, bzeihungsweise ist Franz Grillparzer, der K u K- Hofdichter und Hofarchivbeamter dorthin gereist und hat dort ein Theater besucht und ich bin wieder, weil ich vorher auf die Bank mußte, um nachzusehen, ob meine Finanzamtrückzahlung schon eingetroffen ist, zu spät gekommen und war daher als ich mit dem Alfred zehn nach elf das Grillparzerdenkmal erreichte sehr erstaunt,dort etwa zehn Personen vorzufinden.

Die Ruth hat gelesen und nachher hat es noch eine Diskussion darüber gegeben, was Grillparzers Bratislava Reise mit dem Denkmal im Volkssgarten zu tun hat?

Eigentlich nichts natürlich, denn die Ruth hat ein Buch geschrieben in dem sie auf Grillparzers Spuren nachgereist ist und weil man sich in Zeiten, wie diesen ja diesbezüglich nicht im Literaturmuseum, “Gesellschaft” oder an sonstigen literarischen Orten treffen kann, war das vielleicht ein Treffpunkt, das Grillparzer Denkmal im Volksgarten zu erkunden.

Das ist ein bißchen ungepflegt und auch von Gittern versperrt, so daß man sich nicht auf die Sitzbänke setzen kann und die Ruth hat diesmal auch die Grillparzer-Gesellschaft eingeladen beziehungsweise hat die auf die Lesungstrilogie hnigeiwesen. so war diesmal nicht nur Erika Brunngraber mit ihrem Hündchen da, sondern auch Werner Grüner und Andrea Pauli vom ersten Wiener Lesetheater. Silvia Bartl, die mich ja einmal mit meinen“Mittleren” von Literaturhaus ausgladen hat und jetzt schon selbst lange nicht mehr dort tätig ist. Monika Gentner, die diesma heuer den “Tag der Freiheit des Wortes” veranstaltet und noch ein paar mir unbekannten Damen und Herren, die offenbar Mitglieder der Grillparzer Gesellschaft sind. Es gab eine Diskussion und auch den Hinweis, daß man Franz Grillparzers Arbeitszimmer im Literaturmuseum, wenn dieses wieder geöffnet ist und eine Frage von Andrea Pauli in welchem Zeitraum Franz Grillparzer tätig war?

“In der 1948-Revolution!”, habe ich hineingerufen.

“Aber er war auch ein sehr regierungskritischer Mann!”, warf Ruth Aspöck ein und wollte nicht, obwohl, es ihm mehrmal sangeboten wurde, geadelt werden. Dazu war er zu selbstbewußt und im nächsten Jahr gibt es für den 1791 in Wien geborenen und 1872 ebedort Verstorbenen, ein Jubiläum für das der Präsident oder Gesechäftsführer der Grillparzer-Gesellschaft der ebenfalls anwesend war, sorgen wird. Er hat sich auch bei der Ruth für ihre Initative in Zeiten wie diesen trotzdem Freiluftveranstaltungen zu machen, bedankt und wir sind nachher noch ein bißchen auf den Bänken gesessen und haben unterhalten, wie es uns so geht.

Nachher sind wir mit der Ruth in unsere Wohnung gegagen, hat der Alfred doch die Ruth zum Essen eingeladen und damit wir nicht zu lange darauf warten müssen, für dieses schon mexikanische Chips miteiner entsprechenden Sauce vorbereitet. Dazu gab es Prosecco und nachher Calamari, Thunfisch und Reh- oder Hirschfilt, Organgensalat gab es auch. Am Essen mangelt es also nicht und da muß man wohl auch aufpassen nicht zu dick zu werden, weil man sich ja in Zeiten wie diesen eigentlich nicht bewegen darf. Aber dann steigt der Bluthochdruck und die Colesterinwerte und man wird vielleicht zum Risikopatient und das darf und soll nicht sein.

Also ein Hinweis auf die dritte diesbezügliche Veranstaltung, die zum Thema Instanbul am neunten Mai stattfinden wird und für den Herbst hat die Ruth auch schon etwas geplant. Da wird es, glaube ich, um Che Guevara gehen, also seinen wir gespannt.

Die fünfzigsten Rauriser Literaturtage

Das Schöne an Corona und den diesbezüglchen Lockdownbedingungen ist, daß man sich per Livestream auch Veranstaltungen ansehen kann, zu denen man sonst live nie gekommen wäre und das betrifft besonders die “Rauriser Lliteraturtage”, die immer wieder neue Literaturtalente entdeckten und die es seit 1971 in dem schönen Salzburger Örtchen gibt und von denen ich bisher höchstens ein bißchen was über die Medien mitbekommen habe, denn ich stehe ja außerhalb des Literaturbetriees, hörte aber immer wieder, daß der oder die, wie beispielsweise Raphaela Edelbauer oder Julyia Rabinowich dort gewonnen haben, denn der Preisträger ist immer ein Debutant und es gibt dan auch einen entsprechenden Förderpreis.

Im Vorjahr hat die Veranstaltung, glaube ich, Corona bedingt nicht stattgefunden, so daß heuer wieder zwei Preisträger geehrt werden, die für 2020 und für 2021 und das viertägige Festival hat am Mittwochabend mit der Verleihung der beiden Hauptpreise begonnen und ein bißchen seltsam ist es natürlich im Livestream den publkumsleeren Raum zu sehen, auf dem ein Rednerpult, zwei Stehtische und ein Lesetisch aufgestellt waren und die Anwesenden mit Masken auftraten. Der testende Gemeindearzt wurde erwähnt, manche der Lesenden und Honoratoren waren auch per Livestream zugeschaltet.

Intentanten sind jetzt der Sazburger Universitätsprofessor Manfred Mittermayer und Ines Schütz, vorher war das lange Britta Steinwendtner und die beiden Hauptpreise sind an Angela Lehner für “Vater unser” für das Vorjahrund heuer an Benjamin Quaderer für seinen Debutroman “Für immer die Alpen” gegangen.

Die Eröffnung folgte live durch den Bürgermeister der das C- Wörtchen nicht erwähnen wollte, da verstehe ich diese Ziererei nicht und vom Landeshauptmann Haslauer, der per Zoom zugeschaltet war, die Renovierung des Mesnerhauses, wo die Veranstaltung stattfindet, erwähnte und genau aufzählte, was alles im Jahr1971 geschehen ist, als die ersten “Rauriser Literaturtage” über die Bühne gingen.

Dann kam der Landeshauptmann Stellvertreter auf die Bühne und forderte Benjamin Quaderer auf seine Urkunde abzuholen, da sie Corona bedingt nicht persönlich übergeben werden konnte, sondern auf einem Tischchen auflag. Eine Musikbeilage gab es auch.

Dann wurde die 1987 in Klagenfurt Angela Lehner aus ihrem Arbeitszimmer zugeschaltet, die den Peis für ihr “Vater unser” erhalten hat. Die diesbezügliche Laudatio hat ein hat ein Lucas Marco Gisi gehalten und Angela Lehner, die ein bißchen was über die Covid-Situation und, wie es ihr damit ergangen ist, berichtet, hat für ihren Debutroman, mit dem sie, glaube ich, 2019 auf beiden Buchpreislisten gestanden, beim österreichischen fürdas Debut und auch noch auf der Bloggerdebutlist, ist, auch einschon einige Preise erhalten. Es erfolgte eine Lesung daraus. Dann ging es wieder in das Mesnerhaus und da wurde die Laudatio an den Lichtensteiner Benjamin Quaderer, der 1989 in Feldkirch geboren wurde und in Wien und Hildesheim Lliteratur studierte für seinen im vorjahr erschinenen Roman “Für immer die Apen” von Anne Sophie Scholl gehalten und das Buch wurde im Vorjahr auch prominent besprochen. Benjamin Quaderer war, glaube ich, auch bei den O- Tönen, da habe ich ihn aber versäumt und das Buch auch nicht gelesen, es scheint aber, wie ich derLesungund derLaudatio entnahm sehr originell zu sein.

Am Donnerstag ging es mit der Verleihung der Förderungspreise weiter, die es, glaube ich seit 1973, gibt. Da haben sie Franz Innerhofer und Alf Schneditz bekommen, 1974, wie ich der Archivseite entnehme, Michael Köhlmeier und 2020, als es keine Preisverleihung gab, die 1992 geborene Vanessa Graf, die, glaube ich, in Linz lebt. Es gibt zu der Ausschreibung immer ein Thema und eine Jury, die den Preis vergibt. 2020 waren das Erika Wimmer, Ludwig Hartinger und Liliane Studer. Vanessa Graf Text heißt “Genauso schwarz wie hier” und schildert die Demenz einer Mutter, die alles in Schachteln, Kisten oder Boxen verpackt. Das Thema hieß “Innehalten” und die 1957 in Bozen geborene Erika Wimmer, die, glaube ich, GAV- Mitglied ist, hat die Laudatio über Zoom gehalten und die Autorin, die eigentlich nach Rauris kommen wollte, hat auch auf diese Art und Weise gelesen.

Dafür waren die Laudatorin und der Gewinner des heurigen Preises da. Das Thema hielt natürlich “Abstand” Pandemie geschuldet und der Text des 1987 in innsbruck geborenen Martin Mader der, wie Zita Bereuter in ihrer Laudato erwähnte, sowohl Philosophie, Theaterwissen- als auch vergleichende Literaturwissenschaften studierte, “Abstand ist überall” und hier kann man, glaube ich, lernen einen Pandemietext zu schreiben, ohne dieses Wort zu erwähnen. Denn da hastet der Erzähler mit seiner Freundin durch die menschenleeren Gassen, steckt seinen Schlüßel durch eine Kinotür vor dem vermoderte Prospekte liegen, die nach alter Pilzsuppe riechen. Die Menschen auf den menschenleeren Straßen schreien und flüstern und noch ist nicht alles verloren. Denn es geht in eine verlassene Fabrik, wo ein Zahnloser mit drei Frauen tanzt und allen Hoffnung gibt. Das ist ein Spiel und das ist noch nicht verloren und der Erzähler schlägt den Hoffnungsträger nieder und interessant dabei ist, daß Martin Mader alles dabei wiederholt und ich habe wieder was gelernt. Waren mir doch sowohl Vanessa Graf, als Martin Mader bisher unbekannt.

In Rauris ist es, glaube ich, gleichzeiting mit einer Lesung in einem Kindergarten weitergegangen, denn das gehört auch zu den Besonderheiten der Literaturtagen, daß es die Bevölkerung einbezieht. Eine Ausstellung über fünfzig Jahre Rauris sollte es auch geben, die entfällt, wie die “Spoken Wort- Veranstaltung”, die es am Nachmittag geben sollte oder wird nachgeholt, so daß es, wie Ines Schütz nach Martin Maders Lesung sagte, um siebzehn Uhr mit Lesungen von ehemaligen Gewinnern weitergeht.

Der erste Hauptpreisträger war 1972 Bodo Hell, im Gründungsjahr hat es offenbar keinen Preis gegeben und der wurde um fünf als Erstes eingeladen. Das heißt, er war nicht allein. Das Musikduos schon bei der Eröffnung aufspielte, nämlich Peter Angerer und Fritz Moßhammer verbanden sich mit ihm zu einer Performanceeband. Sie spielten. Bodo H ell saß dazwischen, hielt dann ein Plakat in die Höhe und performte durch die fünfzig Jahre Rauris-Geschichte. Moderiert wurde das ganze von Manfred Mittermayer, der neben den 1946 geborenen Peter Rosei saß, der 1973 gemeinsam mit Gerhard Amanshauser den Preis gewonnen hat. Bodo Hell wurde 1943 in Salzburg geboren, von ihm, dem Performer und experimentellen Autor, sowi e Almwirt, habe ich, glaube ich, noch nichts gelesen. Von Peter Rosei schon und der hat ein Stück aus dem Buch gelesen mit dem er in Rauris gewonnen, “Landstriche”, dann kam ein Gespräch mit Manfred Mittermayer, wo es um seine vielen Bücher ging. Rosei, der ja auch über das Geld und die Banken geschrieben hat und Jus studierte, gilt als sehr ökonomischer Autor, zumindestens stellt er sich oft so vor.

Er hat aber auch über das Glückgeschrieben “Das Märchen vom Glück” heißt sein letztes oder vorletztes Buch. Dann gibt es noch das “Schnelle Glück”, 1980 erschienen. Das wurde auch zitiert. Dann läutete meine Klientin und da es in Rauris erst um zwanzig Uhr weiterging, hatte ich noch Zeit in die “Alte Schmiede” und da in die Wien-Reihe, zu der mich ja immer Julia Danielczyk so nett einlädt. Das Internet macht das möglich und da wurden Zarah Weiss und Thomas Stangl vorgestellt. Beide sind Stipendiaten, Thomas Stangl Canetti-Stipendiat. Die 1992 in Düsseldorf geborene Zarah Weiß hat ein Arbeitsstipendium bekommen und die, eine sehr junge Frau wäre wohl auch eine Kanditatin für den nächsten oder übernächsten Förderungspreis, um damit in den Literaturbetrieb einzusteigen. Mal sehen, ich bin gespannt. Ihr Text heißt “Die Geister”, eine spannende Geschichte aus der Sicht eines Kind am Land aus einer nicht intakten Familie, die von ihrer um sechs Jahre älteren Schwester verlassen wird und der 1966 geborene Thomas Stangl von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, schloß mit seinem Romanprojekt “Quecksilberlicht” gleich daran an. Da habe ich aber nur, weil ich um acht wieder nach Rauris wollte, die Lesung gehört und wurde bestätigt, daß Thomas Stangl eine sehr kunstvolle Sprache hat. Der Erzähler schwankte von einer Großmutter und den Geschwistern Bronte hin und her. Virginia Woolf und wohl noch einige Romanfiguren kamen darin vor und ich bin gespannt den Roman dann vielleicht zu lesen und in Rauris ging es mit jüngeren Preisträgern weiter. Das heißt, Erwin Einzinger ist so alt wie ich, hat den Preis 1984 gewonnen und ihn habe ich vor kurzem auch in der “Alten Schmiede” gehört, als er dort den vor einem Jahr verstorbenen Hans Eichhorn würdigte, der hat 1983 in Rauris ein Arbeitsstipendium bekommen und wäre im Vorjahr zur Lyrik-Schiene eingeladen gewesen, war aber schon zu krank dazu. Petra Nagenkögl hat die Lesung mit Erwin Einzinger moderiert, der sehr viel plauderte, erklärte, daß er sehr chaotisch sei, die kleine Form liebe und dann noch eine für mich sehr interessante Anekdote erzählte, denn als er sich für Rauris testen mußte, hatte ihm die Rotkreuzschwester erkannt und ihm erklärt, daß sie schon einige seiner Bücher gelesen hat und auch schon mal in Rauris war. Da fragte sich Erwin Einzinger wer seine Bücher lesen würde? Ich glaube, ich habe noch nicht, mir zwar eines einmal bei einem Literaturhausflohmarkt gekauft und ihn, den ich für sehr sympatsch halte, auch schon auf einigen Lesungen, wie in Krems Göttweig oder in dem Breitenseerkino gehört.

Dann wurde es noch jünger, denn es ging in das Jahr 2009, denn da hat Julya Rabinowich mit ihrem “Spaltkopf” gewonnen, der ja in der “Edition Exil” erschienen ist, das war ihr einstieg in den Literaturbetrieb, der seither unaufhaltsam war, sie hat beim “Bachmannpreis” gelesen und die “Erdfreßerin” geschrieben. Aus der “Krötenliebe”, glaube ich, bei der https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/04/06/april-musa/“Literatur im Musa”, wie die” Wien-Reihe” damals hieß. Da hat sie, glaube ich, die Stelle von dem Reserl, das sich Kokoschkas Initialen in die Brust schneidet, während der mit Almas Puppe schlief, gelesen. Das tat sie jetzt über “Zoom” und hat dann noch viel über die Entstehung des Buches mit dem sie, wie sie sagte, Wien entdecken wollte, erzählt.

Am Donnerstag ging es am Vormittag mit Gesprächen zwischen den Eingeladenen und Studenten weiter und am Nachmittag mit den Parcour durch die fünfzig Jahre und da begann es mit dem Jahr 2018, wo die Debutantin Raphaela Edelbauer mit ihrer Debut “Entdecker – Eine Poetik” aus dem “Klever-Verlag” ausgezeichnet wurde. Das ist sehr theoretisch und davon habe ich 2017 im Literaturcafe bei der “Buch Wien” gehört und war nahe daran Ralph Klever um das Buch zu bitten, habe die Sprachkunststudentin damit kennengelernt, die später beim “Bachmannpreis” gelesen hat und mit dem Kapitel aus dem “Flüßigen Land”, den Publikumspreis gewonnen hat. Dann kam das “Flüßige Land” 2019 auf beide Buchpreislisten und jetzt ist “DAVE” erschienen, das ich vor kurzem gelesen habe. Raphaela Edelbauer stellte im Gespräch mit Manfred Mittermayer dieses vor und erläuterte sehr theoretisch, was sie damit bezwecken wollte, was ich offenbar alles nicht verstanden hatte. Für mich bleibt es ein dystopischer Roman und die Beziehung zu der Covid 19- Dystopie obwohl Raphaela Edelbauer mit dem Schreiben schon früher begonnen hat.

Dann ging es zurück ins Jahr 1996 und zu dem Debutanten Raoul Schrott, der der erste Preisträger von Ines Schütz war, die damals offenbar mit ihm eine studentische Lesung hielt und Raoul Schrott hat damals mit “Finis Terrae” gewonnen und war heuer aus dem Bregenzer Wald nach Rauris zugeschaltet und ich habe von dem 1964 in Landeck geborenen, glaube ich, noch nichts gelesen, ihm aber einmal im Naturhistorischen Museum und auch bei anderen Gelegenheiten gehört. Jetzt las er aus “Ener Geschichte des Windes oder Vom deutschen Kanonier der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal” beziehungsweise wurden Ausschnitte aus einem Film gezeigt in dem die Lesung enthalten ist, wo es offenbar um die Umsegelung Magellans ging und Raoul Schrott sehr viel und sehr launig über sein Buch erzählte.

Wenn die lesungen live in Rauris stattgefunden hätten, wäre man wahrscheinlich zwischen halb sieben und acht bis zum nächsten Programmpunkt in ein Wirtshaus gegangen. So können sich die Zuhörer mit sich selbst beschäftigen, was in meinem Fall einen Kurzbesuch ins Literaturhaus bedeutete, denn da fand der “Großartige Zeman Leseklub” statt, den Barbara Zeman im Vorjahr gegründet hat und damit ins Literaturhaus übersiedelt ist. Da hat es schon im Winter einen Adventkalender gegeben. Diesmal wurde mit der Schauspielerin Katharina Pichler und einer Musikerin Brigitte Schwaiger vorgestellt. Die Barbara Zeman-Veranstaltungen sind ja alle genreübergreifen, so waren Bilder hinterm Lesepult ausgestellt und Barbara Zwiefelhofer leitete auch mit einer Vorstellung, der am 6. April 1949 in Freistadt geborenen Brigitte Schwaiger, die sich im Juli 2010 das Leben genommen hat, mit ihrem Debut “Wie kommt das Salz ins Meer” sehr berühmt geworden ist und dann den Literaturbetrieb nicht ausgehalten hat, in der Nähe des Literaturhauses wohnte und dort auch oft Statmmgast war, ein. Da habe ich sie und im “Siebenstern” auch öfter getroffen und einmal auch am Rathausplatz am ersten Mai. Barbarara Zeman erzählte aus ihrem Leben, während Katharina Pichler verschiedene Textstellen las. “Das Salz ins Meer” wäre vielleicht auch ein Rauris-Buch gewesen oder vielleicht nicht, weil das Frauenschreiben ja anders, wie das der Männer bewertet wird, wie Barbara Zeman erwähnte, aber in Rauris haben natürlich schon viele Frauen die Haupt- und die Förderungspreise gewonnen, wie 2015 Birgit Birnbacher, mit deren Debut ich 2016 meine Schwierigkeiten hatte, weil es mir zu wenig Romanhaft war, die dann um acht im Mesnerhaus auftrat und von Magdalena Stieb von der Zeitschrift “Salz” moderiert wurde. Sie hat dann 2019 den “Bachmann-Preis” gewonnen. 2020 ist “Ich an meiner Seite” über den Haftentlassenen Arthur herausgekommen, das auf der dBp– Liste stand und auch bei den O-Tönen vorgestellt wurde. Aus dem Buch hat Birgit Birnbacher auch gelesen und viel über die Entstehung und die Schreibweise erzählt, wie beispielsweise, daß die Figur des ausgeflippten Bird ursprünglich als brave Psychologin konzipiert war, die Arthur beraten sollte, aber wie Birgit Birnbacher erwähnte, fürchterlich zum Lesen gewesen wäre, also Romanhaft übertrieben und am Schluß wollte Magdalena Stieb von der Autorin noch wissen, was sich bei ihr seit 2015, wo sie ja sehr erfolgreich wurde, verändert hat?

Dann ging es wieder in die “Alte Schmiede”, aber halt, bevor mir meine Kritiker wieder Aufmerksamkeitsschwankungen vorwerfen, das war eine Kooperation mit Rauris, denn Peter Henisch, der 1976 mit seiner “Kleinen Figur meines Vaters” einen Sonderpreis, weil es nicht mehr ein Debut war, bekommen hat, wurde dort von Johannes Öttl moderiert. Vorher stellte Ines Schütz den 1943 geborenen Autor vor, von dem ich ja immer schreibe, daß ich ein Fan von ihm bin und in meinem Schreiben Ähnlichkeiten zu ihm sehe. Ich habe auch schon viel von ihm gelesen und war bei vielen Lesungen und “Die kleine Figur meines Vaters”, das erste Vater Buch in der Literaturgeschichte, wie Ines Schütz erwähnte, wurde vom Autor 1987, als auch 2003 überarbeitet, was, glaube ich, eine Spezialität Peter Henisch ist. Jetzt las er neben Johanna Öttl eine Stelle aus dem Buch, welche Fassung hat er nicht verraten und ich habe das Buch, glaube ich, auch einmal gelesen.

Der 1913 als Walter Hemis geborene Vater war sowohl Kriegsberichterstatter der deutschen Wehrmacht, später dann bei den Sozialdemokraten oder der AZ. Dann kam ein Ausschnitt aus dem neuen Buch, das im Sommer erscheinen soll.

“Jahrhundertroman” wird der heißen und so heißt auch der Roman, den ein alter Buchhändler schreiben will, aber nicht mehr kann, weil er einen Schlaganfall hatte, so daß ihm eine junge Frau namens Lisa dabei helfen soll. Thomas Bernhard und sein “Heldenplatz”, Ödon von Horvath, der doch nicht von einem Ast erschlagen wurde, Friederike Mayröcker, Ernst Jandl, Ingeborg Bachmann, Robert Musil und andere kommen dabei vor und ich bin gespannt, ob es im Sommer wieder O-Töne gibt, die ich besuchen kann und dann schon aus dem Buch höre?

Am Samstag ging es weiter mit der Lyrik-Reihe und da begann die 1989 in Polen geborene Dagmara Kraus ,die derzeit in Straßburg lebt und als Übersetzerin tätig ist, das Leipziger Lliteraturinstitut absolvierte und schon einige Gedichtbände herausgebracht hat, denen ihre Mehrsprachigkeit anzumerken ist.t

Die nächste der zweisprachigen Lyrik-Reihe war die zweisprachige Maja Haderlap, die1961 in Eisenkappel geboren wurde und die einzige der drei Lyrikerinnen ist, die auch Romane schreibt. So hat sie mit ihrem “Engel des Vergessens” 2011 beim “Bachmannpreis” gewonnen und 2012 damit den Rauriser-Literaturpreis bekommen. Seit damals den Roman auf Deutsch, die Gedichte auf Slowenisch geschrieben. Ab 2014 hat sie das mit ihrem Band “Langer Transit” auch auf Deutsch begonnen.

Auch die 1983 geborene Performancekünstlerin Kinga Toth, die ich, glaube ich, schon einmal im Literaturhaus hörte, hat aus Ungarn nicht ausreisen können. Sie ist in einem Thermalort aufgewachsen, war immer schon von deutschen Sprache fasziniert. So hat sie ihre Uhr abgehängt, um mit den deutschen Touristenins Gespräch zu kommen. Sie war 2018/2019 Stadtschreiberin von Graz, hat im letzten Jahr den “Hugo Ball-Preis” bekommen” und las letzt aus ihren “Koffergedichten”. Ballalll-preis”

Am Nachmittag ging es mit einem Gespräch über Literatur, das Manfred Mittermayer mit Anton Thuswaldner, Johann Holzner, Britta Steinwendter und Christa Gürtler, das in die Vergangenheit aber auch in die Zukunft der Literatur führte, weiter und habe auf diese Art und Weise die verbotene Megademonstration im Schweizergarten, die offenbar auch eskalierte, versäumt, aber da ich ja weder Maske tragen noch kriminalisiert werden will, war das vielleicht nicht so eine schlechte Option.

Um fünf kam dann der 1963 im Kanton Thurgau geborene Peter Stamm von dem ich schon einiges gelesen habe. in Rauris hat er 1999 mit “Agnes” gewonnen, das irgenwie sehr berühmt geworden ist. Maturastoff für verschiedene deutsche Bundesländer, verfilmt etcetera und zum “Welttag des Buches” wurde es auch einmal verschenkt und da wunderte sich, glaube ich, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe, daß es niemand haben wollte.

2018 hat Peter Stamm mit “Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt”den “Schweizer Buchpreis” gewonnen. Jetzt hat er nach dem Gespräch mit Ines Schütz, die Erzählung “Wenn es dunkel wird” gelesen, wo esum eine Polizistin geht, die in einem Kartstgebiet im kanton Schwyz auf einer Hütte nach einer Frau und zwei verschwundenen Kindern sucht. Das Ganze ist ziemlich surreal. Ines Schütz nannte das Kippelemente, denn am Schluß stellt sich heraus, die Frau gibt esvielleicht gar nicht und die Polizistin hat einen verschwundenen Bruder.

Dann kam die 1959 in Westfalen geborene Judith Kuckart von der ich zwar den Namen kannte, aber noch nichts gelesen habe. Sie hat1991 mit ihrem Debutroman “Wahlder Waffen” wo es um eine RAF-Terroristin geht, gewonnen und hat jetzt aus ihrem neuen Buch “Kein Sturm nur Wetter” gelesen, der am Flughafen Tegel beginnt und alle Männer der Protagonistin sechsunddreißig sind. Interessant ist auch, daß Judith Kuckart eineTanzausbildung hat und lange Zeit Choreografineines Tanztheaters war und einen Film den Studenten im Vorjahr über Judith Kuckart gedreht haben, gibt es auch In der nächsten Session trat der 1949 in Hard geborene Michael Köhlmeier auf, der sowohl der Förderungspreis, als auch den Hauptpreis bekommen hat. 1974, als er noch Student war, den Förderungspreis mit einen Bob Dylan- Stück, 1983 den Hauptpreis mit dem Roman “Der Peverl Toni und seine abenteuerliche Reise durch meinen Kopf” von dem ich noch nie etwas gehört habe und der 1982 bei”Hoffmann und Campe”, erschienen ist.

Ich habe viel von Michael Köhlmeier gelesen und viele seiner Bücher in meinen Regalen und der Sagenerzähler und Radiovorleser, der früher einmal Musiker war, hat sehr viele Bücher geschrieben und auch viele Preise gewonnen, beziehungsweise auf vielen Buchpreislisten gestanden und erzählte Tomas Friedmann vom Salzburger Literaturhaus der ihn per Zoom interviewte, daß er sich über den kleinen Rausier Förderpreissich mehr gefreut hat, als wenn er den Nobelpreis bekommen hätte, weil er sich dachte, daß er jetzt als freierSchriftsteller leben könne. Er las dann ein Stück aus dem “Peverl Toni” und erzählte Tomas Friedmann, daß er den Roman mehrmals umgeschrieben hat, weil er nie damit zufrieden war und die Anfangsworte “Aus vorbei” hat ihm Monika Helfer, die er damals kennengelernt hat, am Telefon angesagt.a

Dann las Michael Köhlmeier noch, wie es auch Peter Henisch tat, ein Stück aus seinen im Herbst erscheinden Roman,der ebenfalls ein Jahrhundertroman sein scheint oder die sieben Leben einer Katze schildert, die in der französischen Revolution sprechen und bei E. T. A. Hoffmann oder seinem “Murr” schreiben gelernt hat, was ich sehr interessant finde.

Im nächsten Jahr soll Michaela Köhlmeier das Buch dann in Rauris vorstellen,da bin ich auch gespannt und als letzter Leser kam der 1961 in Mils geborene Norbert Gstrein, der 1989 mit “Einer” den Preis gewonnen hat, der in diesem Jahr auch beim “Bachmannpreis” gewonnen, ich kenne seinen Namen seit Klagenfurt und Norbert Gstrein hat 2019 mit “Als ich jung war” den österreichischen Buchpreis gewonnen, da war er krank, hat aber ein Stück aus seinem neuen Roman vorlesen lassen und das scheint vielleicht “Der zweite Jakob” zu sein. Wieder ein sehr vielschichtiger Roman, eine Spezialiät von Norbert Gstrein, der von einem sechzigjährigen Schauspieler und seinem Biografen handelt. Eine Tochter gibt es auch und es geht wieder um Schuld und Sühne und um das Beschützen und auch um Matscho-Männer.

Damit wären die Rauriser Literaturtage wenigstens für mich vorbei. Am Sonntag gibt es noch eine Lesung aus Texten von einer Schreibwerkstatt die Bodo Hell mit Raurisern gehalten hat und Herta Müller, die Preisträgerin von 1985, die 2009 den Nobelpreis bekommen hat, hätte am Sonntag auch noch lesen sollen. Das ist aber Corona bedingt ausgefallen und habe viel über den Literaturbetrieb gelernt, die Online-Veranstaltung sehr interessant gefunden und warte jetzt auf das “Rauris1971-2021-Buch” um mein diesbezügliches Wissen noch zu erweitern.

Neues Online-Dicht-Fest

Die Lyrik im März ist ja Corona bedingt ein wenig ins Wasser gefallen, so habe ich nur einmal eine Veranstaltung in der “Gesellschaft”, wo Wolfgang Müller-Funk seine, wie im “Alten Schmiede-Programm” steht “poetische Mikroerzählungen” und Christian Futscher von seinem seltsamen Vater las, gehört.

in der “Alten Schmiede” hat es aber vorher einDichterlohFestival” gegeben und drei Gedichtbände habe ich in diesem Jahr auch schon gelesen, beziehungsweise mich mit Peter Paul Wiplinger ein wenig beschäftigt, dann hat mich während des Osterlockdown, wo ich schon dachte, ich hätte nichts zu bloggen oder müßte in meinen Texten spoilern Alfred Zoppelt besucht und mich auf seine fünftausend Gedichte aufmerksam gemacht.

Keine Angst, ich habe nicht alle, sondern nur drei gelesen, bin ich ja keine so spezielle Lyrikerin und schreibe höchstens ein paar Gebrauchsgedichte, die ich für den einen oder anderen Zweck so brauche, die dann, werden meine Kritiker sagen, gar nicht so poetisch sind. Müßen sie auch nicht sein, denn ich schreibe ja mehr Romane und korrigere inzwischen meine Corona-Texte fü rein neues “Literaturgeflüster- buch”, aber heute gab es ein neues “Dicht-Fest” in der “Alten Schmiede”, Corona, beziehungsweise dem neuen verängerten Lockdown bedingt natürlich nur online zu genießen und eine Neuerung ab es auch, denn das “Dicht-Fest” ist ja eine GAV-Veranstaltung, die Christine Huber viermal im Jahr in der “AS” veranstalte, dazu immer sechs Dichter oder Dichterinnen einlädt, dazwischen gibt es eine Pause, nachher ein Glas Wein. Das fängt online natürlich weg, beziehungsweise muß man es sich selbst einschenken und diesmal moderierte Johannes Tröndle statt Christine Huber, das warum habe ich versäumt, denn mein Computer ist gerade am Eingehen, beziehungsweise stützt er immer ab, so daß ich erst in den Livestream kam, als Wolfgang Müĺler-Funk, schon seine “365 Tage sind kein Jahr” vorstellte, beziehungsweise erklärte, er würde aus dem Monat Mai lesen, wo er sich offenbar in Rom befunden hat. Weil nachher noch Zeit war, las er noch ein paar Haikus und dann kam schon die 1983 in Graz geborene Sonja Harter, die ich, glaube, ich schon bei einigen Lyrik-Festivals hörte. Ihren Roman “Weißblende” habe ich gelesen, denn der stand auf der “Shortlist des Bloggerdebutpreises” und jetzt hat sie “katzenpornos in der timeline” vorgestellt, die sind im “Luftschacht-Verlag” erschienen und viel davon habe ich leider nicht gehört, denn als ich den Computer nach dem Absturz ins Praxiszimmerbrachte, hat die Ruth angerufen, die sich erkundigte, wie unser Ostern war und ich wollte von ihr wissen, ob ihr Grillparzer-Privatissimum trotz Lockdown- Verlängerung am Sonntag stattfindet?

Findet und hoffentlich gibt es dann keine Maskenpflicht im Volksgarten und als ich zu meinem Computer zurückkam, ja Online-Lesungen sind aufregend und die Konzentration oft abgelenkt, war schon Axel Karner zu sehen, von dem ich auch schon einiges gelesen und gehört habe, der mir schon mal seine Lyrikbände schickte, dann habe ich sie ihm zu flüchtig besprochen. Er lädt mich aber immer zu seinen Lesungen ein und hat jetzt wieder einen Band im “Wieser-Verlag “in adern dünn bracht licht” der im Programm mit “Dunkel getönt, sperrig, vielstimmig: der Kärntner Volksmund ist darin ebenso präsent wie Weltliteratur”, beschrieben wird.

Johannes Tröndle, der am anderen Tische saß, leitete immer den jeweiligen Ddichter ein und sagte etwas über ihn, Christine Huber hat das immer in zwei Blöcken gemacht und dann nur noch die Namen aufgerufen und die nächste Dichterin war Bettina Balaka, die viele vielleicht auch als Romanautorin kennen. Ich habe sie, beziehungsweise ihre Texte 1996 kennengelernt, als ich in der Jury für das Nachwuchsstipendium war. Sie hat sie den “Alfred Geßwein-Literaturpreis” gewonnen und bis 2009 sind drei Gedichtbände erschienen. Jetzt hat sie aus noch unveröffentlichen Gedichten gelesen, die aber in der nächsten “Kolik” erscheinen werden und der letzte Dichter, diesmal waren nur fünf eingeladen oder haben gelesen, kam der 1957 geborene Klaus Haberl, den ich, glaube ich, durch die GAV, beziehungsweise durch die “Freiheit des Wortes” kenne. Sein Gedichtband heißt “Erdengemälde mit mir” ist in der “Edition lex liszt 12” erschienen und handelt sowohl von Krokoldilen von einem Cafe in Budapest, als auch vom Stephansplatz und interessant nach einer Stunde war das “Dicht-Fest” fertig. Johannes Tröndle wies noch darauf hin, daß es am einundzwanzigsten Juni wieder eines geben wird. Da kann man vielleicht schon getestet oder geimpft daran telnehmen, wenn man seinen grünen Impfpaß zeigt. Seinen wir gespannt und ein weiteres Lyrik-Festival, das im nächsten Programm angekündigt wird, deutete Johannes Tröndle auch noch an.

Slam B-Revue

Den Slam B, der Poetry Slam vom Literaturhaus moderiert von Diana Köhle gibt es seit zwölf Jahren und ich hatte,j meine Leser wissen es wahrscheinlich, gewisse Anflaufschwierigkeiten hinzugehen. Das Alter hat mich daran gehindert.

“Das sind ja lauter Kinder!”, habe ich wohl gedacht, “da falle ich auf und passe nicht hinein und als ich mich dann einmal getraucht habe, habe ich fast keinen Platz bekommen ,denn fünf nach sieben waren schon alle Sitzplätze besetzt, das heißt mit Kleidern belegt und reserviert.

Eine alte Dame, deren Mutter beim Tagebuchslam mitgemacht hat, hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, daß das eigentlich nicht so sein sollte, so bin ich später hingegangen und wurde einmal auch von einer Slamerin aufgefordert, es doch auch zu versuchen, aber da denke ich, habe mich mit meinen Texten und meiner Art des Vortrages wohl wirklich keine Chance, obwohl ich es damals im Cafe Stein, als man sich noch dafür bewerben mußte,nur die besten wurden ausgesucht, versuch habe.

Jetzt kann oder könnte man einfach hinkommen und wird ausgelost, wenn mehr Kanditagen vorhnden waren, aber seit es Corona gibt ist alles anders und der Slam B von März 2020 wurde ja abgesagt.

Dann kam die vorsichtige Veranstaltungsöffnung, der Sommer und die coole Meile Zieglergasse beim Wien-Wahlkampf und da gab es einen Slam, moderiert von der Slammeisterin Mieze Medusa auf der Bühne. Aber dann kamen wieder Verschärfungen, Lockdown zwei und drei und ein neuerlicher Veranstaltunstop ab November. Vorher hat es ja Livesveranstaltungen im Literatuhaus mit Maske natürlich, gegeben, dann nur mehr Livestream und da gibt es, habe ich, erstaunt gesehen wieder den Slam B, den letzten habe ich aber wegen der Hörspielnacht versäumt, aber heute, obwohl ich nicht, wie erwartet, in harland bin unddachte mir noch, ich bin gespannt wie das geht, weil man beim Slamen ja schreien und spucken kann?

Aber alles gut gelöst, keine gestreamte publikumslose Liveveranstaltung, wie tut man das bei einem Slam und, wie gewinnt man den, wenn das Publikum nicht klatschen und pfeifen darf?

Diana Köhle und das Literaturhaus haben eine Lösung gefunden und so slamte, als ich in den Stream kam, gerade ein junger Mann im weißen Hemd mit roten aufgedruckten Mund vom Marillenknödel essen bei seiner Oma, die ihn fragt, ob er schon eine Freundin hat? Dann kam Diana Köhle mit einem ebensolchen Hemd oderT-Shirt und begann von dem Hans zu erzählen, der, glaube ich, mein Psychologenkollege ist, im Literaturhaus lebt und einmal, weil es im Literaturhaus so laut war, hinunter kam und dann gleich den Slam begann.

Diese Geschichte erzählt Diana Köhle meistens bei den Slams, jetzt erzählte sie es wieder und zeigte dann ein Video vom damaligen Liveauftritt, denn die Slam Revue ist eine Zusammenfassung von berühmten Auftritten der letzten Jahre, die Diana Köhle mit David Samhaber, das ist der Marillenknödelslamer, moderierte.

So sah man auch den Tschif, der 2017 gestorben ist, der hatte einen “I can englisch-Text”, Christian Schreibmüller war leider nicht bei den Videoauftritten, aber Elias Hrschl,der mehrmals Slammeister war, jetzt aber, wie Diana Köhle erwöhnte ein berühmter Autor ist und sogar schon den “Priessnitz-Preis” gewonnen hat, der war damals sechzeehn bei seinem ersten Slam oder so und nahm interessanterweise am Schreibtisch statt, der damals dort stand und las seinen Deutschaufsatzvor. Eine Frau erwies sich als Stimmenaktobatin und mimte einen Betrunkenen. Von AMS-Auftritten wurde geslamt, alles charmant moderiert von Diana Köhle und David Samhaber und ein paar Facebooknachrichtengab esauch.

Das Ganze hat eine Stunde gedauert und so habe ich einen Eindruck der Slamsessions bekommen, die ich versäumte und die nächste Slam-Revue findet, glaube ich, in einem Monat statt.

Zeitschriftenvorstellung Triedere

In der “Alten Schmiede” gibt es derzeit die dritte ” Nachtschicht-Staffel”, wo sich Walter Famler und Oliver Scheibner immer ein oder zwei Gäste einladen und mit ihnen unterschiedliche gesellschaftliche Themen diskutieren. Da geht es um die Philosophie und die Politik, die Schule, das Theater und nur sehr wenig um Literatur, aber am letzten Sonntag, wo die dritte Staffel begonnen hat, war das etwas anders, denn da wurden Dieter Bandhauer und Matthias Schmidt vom “Sonderzahl-Verlag” vorgestellt,der ja auch sehr essayistisch-experimentell ist. Herbert j. Wimmer verlegt dort seine Bücher, ich habe einmal die “Rom-Anthologie” gelesen und kann mich an eine Theateraufführung am Petersplatz erinnern,wo ein Bandmit Dramuletten vorgestellt wurde, in dem die “Alte Schmiede” damals in die Saison ging.

Den “Kreisky- Preis” hat Dieter Bandhauer auch einmal gewonnen. Daß sein Verlag zwei Zeitschriften herausgibt, habe ich auch nicht gewußt. Die wurden, glaube ich, hauptsächlich im Sonntagsvideo vorgestellt und auch der Herausgeberder Zeitschrift “Triedere”, das ist ein Ausdruck der von Robert Musil kommt, nämlch Matthias Schmidt, der offenbar der Mitarbeiter und Nachfolger Dieter Bandhauer sein dürfte und diese Zeitschrift beziehungsweise, das neue Heft, das Autoren, die, nicht, die deutsche Muttersprachen haben, das von Ann Cotten, die ja auch nicht in Österreich geboren wurde, wurde Donnerstags in der “AS” vorgestellt, was ich am Sonntag sehr bedauerte, denn da war ich ja noch der Meinung,daß wir dieses Wochenende nach Harland fahren, das habe ich mich wegen der steigenden Inzidenzen dann nicht getraut, so daß ich mich nach meiner sechs Uhr Stunde,die das verhindert hätte, mich in die “Alte Schmiede” streamen konnte und das war interessant, obwohl ich ja keine so besondere Zeitschriftenexperten bin und habe also ein mir bisher unbekanntes Journal kennengelernt.

Als man noch in die “Alte Schmiede” gehen konnte, die man ja durch die Zeitschriftengalerie betritt und dort vorher in der Pause oder auch nachher wenn es Wein gab, herumstand, lagen manchmal auch Zeitschriften zur freien Entnahme auf, die ich mir aus Platzgründen manchmal nicht genommen habe und jetzt eine neue experimentelle Zeitschrift, denn die1982 in Iowa, geborene Ann cotten, ist auch eine experimentelle Autorin und sie hat die Autoren für das Heft ausgesucht drei heute lesen lassen und da war für mich nur ein bekannter dabei. Nämlich der 1982 in Ungarn geborene Zoltan Lesi, den ich, glaube ich, sowohl in der “Gesellschaft”, vielleicht auch im Literaturhaus und bei Stephan Teichgräbers Festival kennenlernte, aber als ich in den Stream kam, ich war wieder ein bißchen spät daran, weil ich noch auf die Bank mußte, hat gerade die 1985 in Rumänien geborene Alexandra Patzgu gelesen, die war ein bißchen schwer zu verstehen, hat aber, glaube ich, ich von der Gemeinschaft und Hilfsbereitschaft gelesen und der 1995 in Kabul geborene Ibrahim Rahimi, der seit 2015 in Wien lebt, las etwas von einem Begräbnis. Zoltan Lesi, dessenMutter Deutschlehrerin war, hatte einen interessanten Text, wo es um die Zwangsimpfung ging und Ann Cotten erkundigte sich im anschließenden Gespräch,was für die Autoren Sprache bedeutet?

Man kann viel damit machen. erklärte Ibrahim Rahimi, Zoltan Lesis Mutter war, wie beschrieben, Deutschlehrerin und Alexandra Pazgu ist in die deutsche Schule in Sibiu gegangen. Dann ging es auch um die Fehler und das war interessant, weil mir, die obwohl ich ja deutsche Muttersprachlerin immervorgeworfen wird, daß ich zuviele haben und man das nicht darf. Ann Cotten meinte aber, auf einen Fehler wird man aufmerksam, sind es zwanzig, wird es interessant und man konzentriert sich auf den Text und Zoltan Lesi erwähnte Tomer Gardi, der seine Fehler ja offenbar bewußt in seineTexte einpasst und anschließend gab es noch ein Gespräch zwischen Lena Brandauer, die ja die Zeitschriftenreihe mitgestaltet und Matthias Schmidt, der Literaturwissenschaftler ist und schon während seinem Studium eine Zeitschrift machen wollte.

“Triedere”gibt es seit 2009. Da hat noch Alexander Sprung mitgestaltet. Matthias Schmidt zeigte einige der Zeitschriften her. Die Nullnummer gibt es nicht mehr und jede Nummer hat, glaube ich, ein eigenes Thema, das immer jeweils von einem Autor, wie beispielsweise bei diesem Anne Cotten gestaltet wird.

Interessant und in der Donnerstag-Nachtschicht ging es um Depression, Euphorie und Angst.

Der Weltreporter

Ich will ja, wie ich immer schreibe, einen utopischen Roman über Corona schreiben, sowas, wie1984 schwebt mir da wohl vor und habe es auch schon dreimal versucht. Die Ergebnisse werden wohl wieder ziemlich unbemerkt bleiben und ich bin auch nicht ganz sicher, ob man das kann, wenn man so mitten in einer Sache steckt und das Ende nicht sieht.

Andere Autoren können es und tun es wohl auch wahrscheinlich und so ist jetzt Hannes Steins “Der Weltreporter – Ein Roman in zwölf Reisen” zu mir gekommen und der ist in vieler Weise interessant.

Bei “Amazon” steht, es ist gar kein solcher, sondern zwölf phantastische Reisegeschichten, die, weil der Verlag es so wollte, in eine Rahmenhandlung hineingefügt wurde und dann gibt es noch einige andere interessante Aspekte, bevor ich ins Detail gehe.

Nämlich schonmal das Vorwort, wo Hannes Stein schwört, daß es kein Covid-Roman ist, denn das Manuskript war schon im Jänner 2020 fertig und da hatte man das Wort gerade erst einmal gehört. Dann geht es um das Lügen und da gibt es sowohl die Relotius-Geschichte, die von dem Reporter, der Preise für Reportagen bekommen hat, die er sich selbst ausdachte. Tom Kummer hat auch so eine Geschiche und Daniel Kehlmann, der jetzt mit den Allgorithmen schreibt, hat ja in “F,” glaube ich, behaupet, daß alle Schriftsteller lügen. Da kann man viel darüber nachdenken, wie das gemeint ist, denn natürlich lügen sie nicht. Sie denken sich was aus und lernen in Schreibseminaren, daß sie übertreiben müßen,um gut zu sein und die Geschichte,daß jeder Mensch vier bis achtzigmal oder so am Tag lügt,wird auch in dem Buch erwähnt.

“Nein ich doch nicht!”,wird man da denken. Aber dann sagt man nicht,daß die Suppe versalzen ist, die Freundin schlecht ausschaut, der Partneraus dem Mund riecht und mit all dem hat sich, glaube ich, der1965 in München geborene in Salzburg geborenen Weltreporter Hannes Stein, der jetzt, glaube ich, in New York lebt, beschäftigt, von dem ich schon “Nach uns die Pinguine” gelesen habe.

Ich habe auch ein Gespräch zwischen Hannes Stein und einem Literaurhausleiter, glaube ich, über das Buch per stream verfolgt und ich kann sagen und das hat auch Hannes Stein so angesprochen, es ist nach einem ziemlich konventionellen Muster gestrickt.

Eine junge Studentin namensJulia trifft in einer Hotelbar einen alternden Journalisten Bodo von Unruh, der in einem berühmten Journal arbeitet und der tischt ihr zwölf phantastische Geschichten auf.

Nein, stimmt so nicht. Die Geschichten sind ja, wie schon geoutet, in die Rahmenhandlung eingefügt und zu der kommt noch dazu, daß das Ganze in einer Pandemie spielt. Es ist nicht Covid schwört Hannes Stein in seinem Vorwort. Aber man kommt in die Hotelbar nur hinein, wenn man über einen Immunitätsausweise verfügt. Die Beiden verfügen über einen solchen. Julia, die Philosophie studiert und sich vor allem mit griechischen Philosophen beschäftigt, hat den Kontakt zu ihrer Familie darüber verloren und fährt jetzt Taxi. Sie geht mit dem alternden Reporter Bodovon<unruhgleich ins Bett. Ja, dastun die modernen Frauen. Ihr fällt an ihm einestarke Bräune auf.

“Ja, ich war in den letzten drei Monaten in Braislien!” sagt er. Dann entfällt seiner Briefkasrte ein Abo eines Solariums. Julia denkt sich nichts dabei und die erste Geschichte, daß es im brasilianische Urwald eine Münchner Räterepublik gibt, die eine Mischung zwischen Monarchie und Sozialsmus ist und der Ludwig VII, der dort herrscht, ist ein Schwarzer.

Dann sitzt Julia in der Vorlesung. Da kann man auch nur mit Ausweis oder zu bestimmten Zeiten hinein, Bodo schickt ein SMS und lädt sie zum Essen ein. Das wird mit den bestsen Küchenutensilien hergestellt, schmeckt aber so scheußlich, daß sie dann Pizza bestellen und die nächste Geschichte führt in ein Restaurant am Rande der Welt, das “the fobidden pleasures” heißt. Wenn man dort hinwill muß man nicht nur hundertfünfzigtausend Dollarzahlen, sondern auch unterschreiben, daß man freiwillig will und allen Aufforderungen folgen muß. Dann wird man narkotisiert, bevor man hingefahren wird. Dann kommt man zu einem Container,wo ein paar Vips sitzen und Blechgeschirre serviert bekommen. Auf der Menukarte steht “Mehlwurmcockt”ail” “lauwarmes Vogelnest”, Fliegenpilzrisotto”etcetera. Alles serviert mit köstlichen Weinen und alles schmeckt auch köstlich,obwohl man sich da zuerst überwinden muß. AmSchluß kommt noch das “Fünferlei vom Langschwein”, der Koch liegt in seinem Blut und man kann darüber nachdenken, wie das mit dem Essen so ist, wieso manche Menschen kein Schweinefleisch essen und die Chinesen angeblich Hunde als Delikatessen verspeisen.

Julia lernt auf ihren Taxifahrten eine alte Italienerin namens Graziella Brunesci kennen, die ein Detektivbüro führt und sie nach der Wahrheit fragt und die dritte Geschichte führt uns nach Sibiren,beziehungsweise in den Staat Utopia, der hinter einer verborgnen Mauer liegt, wo die Menschen ein Schlaffaffenleben führen,es fliegende Autos gibt,die Babies aber, wenn sie die Wahrscheinlicheit haben, später krank zu werden auf Euthansanaaiestationen kommen.

Dann gehts nach England und zu der Erkenntnis, daß Shakespearre eine Frau war und während Bodo nach Afghanistan fährt und dort in der “Eidgenossenschaft in Neu-Bern gekidnappt wird, fängt Julia etwas mit einem afghanischen Studenten namens Achmed an.

Dann geht es nach Israel nach Hebron, denn Bodo will eine schwarze jüdische lesbische Bestellerautorin, deren Name Yael Maerisira ist, die im Rollstuhl sitzt, faschischte Ansichten hat und sich einen Diktator für Israel wünscht, interwieven.

Nach Deutschland zurückgekommen lädt er Julia und ihre Freunin Renate in ein Spitzenrestaruant ein, die orangen Ausweise zeigen, Renate wird in der Nase gebohrt, nein, das konnte Hannes Stein wahrscheinlich nicht im Jänner letzten Jahres wissen und Julia möchte endlich den Fotografen ihres Freundes, der ihn auf allen seinen Reisen beleitet, Jacques Lacoste , der ihn auf allen seinen Reisen begleitet, kennenernen. Er kommt aber nicht, schickt stattdessen ein SMS, daß er nach Amerika muß und Bodo ihm nachfolgen soll. Das führt zu einem Streit zwischen ihm und Renate und eine Diskussion über “Sinbad dem Seefahrer”, die Julia offenbar noch mehr die Augen öffnen soll.

Die Reportage über Amerika wird offenbar in der Zukunft geführt, in der das Buch auch zu spielen scheint, denn der fünfundvierzigste Präsident, ich habe nicht nachgezählt, aber di e Baseballkappe und die Beschreibung stimmt wahrscheinlich, wurde längst abgewählt und vergessen. nur ein kleines indianisches Dorf hält ihm noch die Treue und dann steht Julia mit ihrem Taxi Epiket lesend vor einem Sexcluc namens “Aphrodite” und wänd sie noch über die Freiheiten, die der Mensch hat nachdenkt, steigt einer ein, der Bodo verdächtig ähnlich sieht. Aber der ist doch in Indien. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, wo Bodos Nachbarin Julia droht, die Polizei zu holen, während sie ihm mit “Mistkäfer und ungeputztes Arschloch!”, beschimpft.r

Bodo berichtet dagegen aus einem Aschram, wo der Guru seinen Schülern den “traszendentalen Orgasmus”beibringt, das heißt, er kann seine Schüler lehren, eine Frau in einem Bus oder in einem Hörsaal dahin zu bringen, also eine ganz schöne Männerfiktion, könnte man so sagen und als Julia den Zurückgekommenen zur Redre stellt, erzählt er ihr von einem Doppelgänger.

Das hat die Detektivin Julia auch einmal erzählt. Die nächste Reportage handelt von der Besteigung des Mount Everest. Dort erlebt der Held in seinen Fieberträumen offenbar eine Begegnung mit dem Yeti und in eine österreichische Alpenhütte kehrt am Gipfel dann auch noch ein, bevor er zu der bayrischen Burg des ostdeutschen Soziologen Ernst Ablbrecht Hochmeisters aufbricht, der seine Schweinchen Siegfried und Hagen nennt und mit seinen zehn adoptierten indonesischen Kindern wieder an Götz Kubitschek erinnert, obwohl seine Frau eine Polin ist und der sich am Schluß am Blut berauscht.

Julia besucht Bodos Appartement. Dazu hat sie inzwischen den Schlüßel und will endlich in das Appartement des Fotografen eindringen. Die schlaue Studentin knackt den Code. Drinnen ist aberkein Bett , sondern eine Fotoausrüstung, ein Gardarobenständer und eine teure Computeanlage. So schnappt sie die Visitenkarte der Detektivin und ruft diese an. dann geht es in die Oper und danach präsentiert Julia das Ergebnis der Detektivin, man kann alles faken und einen Film darüber bestellen.

Julia beginnt ihn zu erpressen und die vorletzte Reportage kommt aus Australien, da bleibt dann auch der Fotgraf hängen und die letzte Reportage stammt von Julia selbst, denn Bodo hat sogar seinen Immuausweis gefälscht. Er leidet an der Krankheit und stirbt und im Himmel beginnt er dann mit mit Jesus, mohamed, Krisha und wem auch immer zu pokern und seinen Kaffeesud zu lesen, bevor er hinter der geheimnisvollen Tür verschwindet.

Wir bleiben zurück und denken “Wui! Da hat sich einer aber enorm ausgelassen, sowohl Kapitalismus als auch Kommunismuskritik geübt und dabei wahrscheinlich großen Spaß gehabt! Ein grandioser Roman über alles, der, wie offenbar bei Hannes Stein üblich keine Grenzen kennt und jedes Tabu bricht, auch wenn man dabei, was bei Hannes Stein nachweislich nicht der Fall ist, seine Heimatgrenzen nie verlassen hat.

Zweimal “Alte Schmiede”

Im Literaturhaus Graz gibt es derzeit Livestreamsveranstaltungen zu einem Jahr Corona,wo sich Klaus Kastberger mit seinen Gästen zuerst mit der Literatur, dann mit der Kultur und heute mit der Gesellschaft beschäftigte.

Ich habe mir am Nachmittag den vor zwei Wochen erschienenen Teil angehört, wo Herbert Ohrlinger vom “Zsolnay-Verlag, Ilse Kilic und noch zwei Gästen, darunter der Leiterin des Berliner Literaturhauses, die Lage der Literatur seit März 2020 diskutierte und das ist interessant, wie da die Präsenzveranstaltungen sich in Livestreamveranstaltungen verwandelten und die Literaturhausleiter machten sich Sorgen, um das Verschwinden des Publikums und da ist auch interessant, daß dieses jetzt per Livestream nicht nur ins Wiener Literaturhaus sondern auch in das Berliner, Salzburger, Stuttgarter Schriftstellerhaus, Stifterhaus, etcetera, begeben kann, wo man sonst unter anderen Umständen, nie hingekommen wäre und so werde ich mich an diesem Abend zweimal in die “Alte Schmiede” begeben, wo es zuerst, bevor es in die dritte Staffel der Nachtschicht geht, ein Werkstattgespräch gab, wo Johannes Tröndle zwei unterschiedliche Autorinnen, eine ältere und eine junge mit zwei unterschiedlichen Texten vorstellte.

Die Erste war die1995 in Deutschland geborene Fiona Sironic mit ihrem Romanprojekt “Das ist der Sommer in dem das Haus einstürzt” Fiona Sironic ist oder war Sprachkunststudentin, hat dort auch in der “Jenny” veröffentlicht und 2019 im Literaturhaus Berlin, glaube ich, den zweiten Platz beim “Open Mike” mit ihrem Romanauszug gewonnen.

Johannes Tröndle erzählte etwas von einem besonderen Sprachstil, es geht um eine junge Frau namens Helen, die offenbar in ihren Heimatort zurückkehrt, ihre Mutter, “die Trottel” nennt, zwei Freunde hat mit denen sie auf den Kirmes geht, an einer Angststörung leidet und daher oft dissioziert, interessant, wie die jungen Frauen die Welt sehen und was sie alles schon von psychischen Störungen wissen, sie lebt in einer digitalen Welt. Das Riesenrad mit dem sie mit ihrer Freundin fährt,, verschwindet auch irgendwie, Teddybären und Stoffrosen werden gschoßen und die jungen Leute driften auch in digitale Welten ab, was etwas ist, was Fiona Sironic, wie sie im Gespräch enthüllte, besonders interessiert und sie läßt ihre Leser die Zeit auch an den verschiedenen Smartphones und Spielkonsolenformen erkennen, was für die Handylose interessant ist und zu der 1946 in Linaz geborenen Katharina Riese hinüberführt, die sich in ihren ” V-Projekt” mit ihren1947 verstorenen Vater beschäftigt, der ein sudentendeutscher Nazichemiker war, offenbar irgendwie wie Hitler ausschaute, eine vegetarische Biowurst erfand und den dieTochterin ihren “Satellitentexten”und Fotospuren nachspürt.

Einige davon sind schon in den “Facetten” erschienen. Ich kenne Katharina Riese, glaube ich, als Feministin durch Elfriede Hasleher, habe sie damals zu meiner Frauenlesung in die “AS”eingeladen, die ich, glaube ich, 1997 im Rahmen der GAV organisierte. Damalsgab es,glaube ich fünftausend Schilling Honorar, habe sie sonst schon ein paar Mal in der “AS”oder bei anderen Gelegenheiten gehört und interessant ist dieses “V-Projekt”, Katharina Riese mag ja, wie sie Johannes Tröndle erzählte, eher kurze Texte und eine Stelle ihrer “Satellitentexte”,die sie vorlas, beschöftigte sich auch mit der Frage, wie man Zeit beschreibt, die jüngere Fiona Sironic hat die Anwort mit ihren Smartphonemodellen, schon vorweggenommen. Die Rekonstruktion des unbekannen Vaters ist aber auch ganz interessant. Vielleicht wird noch ein Buch daraus. Ich bin gespannt und in der dritten Nachtschichtstaffelwird es dann zu Franzobel gehen, der ja 1995 den “Bachmannpreis”gewonnen hat ,eine Weile auch “Ohrenschmausjurymitglied” war und schon einige sehr interessante Bücher geschrieben hat und jetzt mit Walter Famler über seinen neuen historischen Roman “Die Eroberung Amerikas” ein Stückchen las und darüber diskutierte, wo er wieder eine sehr deftige Sprache verwendete. Der Vielschreiber Stefan Griebel, der wie Katharina Riese aus Oberösterreich kommt und1967 in Vöcklabruck geboren wurde, hat auch schon einige Krimis geschrieben und diskutierte in der “Nachtschicht”, die ja sehr theoretisch ist, mit Walter Famler auch über seine Theaterstücke und die politische Situation, den Rechtsruck, die Sprache der FPÖ, was sich durch Corona ja wieder sehr gewandelt hat.