Wieder Hör!Spiel!Festival

Und diesmal ganz gehört, so daß ich herausbekommen habe, wie das mit den Hörstücken am Beginn und den eingeladenen Autoren, die diesmal Friedrich Hahn und Renate Pittroff waren. Annalena Stabauer, die Kuratorin oder Moderatorin erklärte gleich, daß es diesmal um die Produktionsbedingungen geht und stellte dann den 1952 geborenen Friedrich Hahn den langjährigen “Textvorstellungs-Moderator” einmal hat er mich auch eingeladen vor, Mitglied des Literaturkreises Podium. Von da kenne ich ihn, glaube ich, weil ich einmal, lang lang ist her, in den Achtzigern wahrscheinlich, einen Text darin hatte oder war das eine andere Literaturzeitschrift, die er damals betreute, die “Dichtermeile” in der Porzellangasse hat er moderiert, da war ich, glaube ich, höchstens einmal, aber einmal in einem Theater in der Porzellangasse und er hat mich auch auf die Idee gebracht, daß ich zu meinen sechzigsten Geburtstag meine damals dreißig vorhandenen Bücher vorstellen könnte, denn er hat das auch einmal so gemacht und daher offenbarschon viele Bücher geschrieben. Einige habe ich gefunden, ob gelesen weiß ich jetzt gar nichtso genau. Er macht auch Schreibwerkstätten und legte dazu die Einladungskarten öfter in der “AS” auf, so daß ich sie mir mitgenommen habe.

Daß er auch Hörspielautor ist, habe ich auch nicht gewußt, aber ich bin ja, wie beschrieben, keine so besondere diesbezügliche Spezialistin und das Geheimnis mit der ersten Schiene des Abends besteht darin, daß sich die eingeladenen Autoren je ein Hörstück aussuchten, über das sie dann sprechen sollten.

Friedrich Hahn hat das mit Gerwalt Brandls “Turm von Babel” gemacht, das 1979 von Heinz Hostnig im norddeutschen Rundfunk produdziert wurde und Gerwalt Brandl, den kenne ich doch, habe ich gedacht. Friedrich Hahn hat dann etwas von seiner Maturaklasse erzählt und, daß er da in einer Galerie Gerwalt Brandl kennenglernt hat und mit ihm in einer Schreibgruppe schon damals ein Hörspiel herausgeben wollte. Ich verbinde den Namen des 1939 geborenen aber mit dem “Institut für Wiener Schreibpädagoik”, das die einzige Schreibwerkstattm die es in den Siebzigerjahren in der VHS Stöbergasse gab und das der Vorläufer des “Institut für Schreibpädagogik” ist, daß dann Petra Ganglbauer weiterentwickelt hat.

Das Stück das Friedrich Hahn ausgesucht hat, kann man, wie er sagte, nicht nacherzählen, ist es doch reine Sprachakrtobatik oder Lautpoesie. Er wollte dann Tonbeispiele haben, was nicht so einfach war, da das Budget das, der “AS” zur Verfügung stand, um sich die Rechte der Wiedergabe zu erkaufen, gerade für sechzig Sekunden reichte, trotzdem waren das fünf Ausschnitte, von denen ich aber nur gerade eines hörte, weil mir der Computer zwischendurch abstürzte. Friedrich Hahn las aber noch einen Text,den er darüber geschrieben hat und dann sein Vorwort, das er zu dem “Podiumportrait” von Gerwalt Brandl siebzigsten Geburtstag geschrieben hat, gelesen.

Dann kam die 1963 geborene Rente Pittroff, die ich eigenlich als Hörspielregisseurin von der “Langen Nacht” oder den “AS-Veranstaltungen” kenne, sie sprach wieder über ein Heiner Müller Stück,”Verkommene Ufer”, das der Regisseur Heiner Goebbels auf über eine Stunde aufgepäppelt hat, obwohl der Text nur aus zweieinhalb Seiten besteht.

Dann kam das Gespräch über die Produktionsverhältnisse, das Annalena Stabauer unter den Titel “Alles ist möglich, alles ist erlaubt?” gestellt hat. Annalena Stabauer begann diesmal mit Rente Pittroff, die einige Peter Pessl Stücke gemacht. Aus einem “Und doch nahe genug kein Wort” wurden Ausschnitte gebracht. Renate Pittroff erklärte dann auf Friedrich Hahns Frage, daß Peter Pessl,den ich ja auch sehr gut kenne, ihr seinen Text übergibt, so daß sie volle Freiheit hat, ein Hörspiel daraus zu machen. Das zweite Hörbeispiel war “Der Kopf des Vitus Bering” von Konrad Bayer, für das Renate Pittroff Regie geführt hat und und während ich mich noch wunderte, daß Annalena Stabauer zu ihrem Abend neben einem Autor auch eine Regisseurin eingeladen hat, kam ich darauf, daß Friedrich Hahn zwar der Autor seiner Hörspiele ist, hat diese aber offenbar im Gegensatz zu Peter Pessl, der nie ein Hörspielstudio betreten hat, auch selbst aufgeführt und zumindestens in einem als Regisseur fungiert hat. Er hat sich auch seine Schauspieler ausgesucht, so hat er in dem Stück über den schizophrenen Maler Adolf Wölfli “Adolfzwo und das ewige Kind Doufi” Gerwalt Brand, den Wölfli sprechen lassen und in dem Hörspiel über Jean-Luc Godard “Die Tage der weißen Steine” Vintila Ivanceanu. Beide Stücke sind schon in den Achtzigerjahren entstanden und dann wurde über Konrad Zobel und Alfred Treiber diskutiert, die ja früher in Ö1 für die Hörspiele verantwortlich waren und einen guten Draht zu ihren Autoren und Regisseuren hatten, während heute offenbar alles anders ist. Die Sendeplätze und Sendezeiten sehr gekürzt wurden und der ORF auch offenbar viel in die Sparte “Kunstradio” verlegt hat.

Wieder ein interessanter Abend wieder mit viel experimenteller Hörspielliteratur, während ich Friedrich Hahn eher füreinen realisitischen Autor halte, der auch viel Lebendigkeit und unkoventionelle Ansichten in die Diskussion hineinbrachte.

Das Imaginäre im Hörspiel

in der “AS” gibt es jetzt wieder das von Annalena Stabauer kurartierte “Hör!Spiel!Festival” Da war ich ja einmal am Sonntag dem achten März vor einem Jahr beim Vorspiel wo Annalena Stabauer unter anderen Frieda Paris und ihre Stücke präsentierte, bin lange in der Pause bei Soletti bei den beiden gestanden, am Klo hing schon das Schild, wie man seine Hände richtig wäscht und dann war ich, glaube ich, noch am Montag beim Frauentag im Literaturhaus und dann war es aus, denn dann kam schon Corona und Leipzig wohin wir fahren wollten, wurde abgesagt.

Die Hörspielgala hatte ich mir vor ein paar Wochen in Harland das zweite Mal per Livestream angeschaut und letzten Freitag in Wien die Radiohörspielgala und die Präsentation des Track5 -Kurzhörspielfestival habe ich mir vor ein paar Wochen auch in der AS per Livestream gegeben und ich wiederhole wieder, ich bin eigentlich kein Hörspielfan und keine diesbezügliche Spezialistin, höre mir die solchen eher aus Verlegenheit und Mangel an Alternativen an, bin bezüglich Literatur eher auf Romane spezialsiert und lese auch bevorzugt solche. Erzählungen nicht so gern, die sind mir zu kurz, da habe ich manchmal Schwiergkeiten mich so schnell von einem Text auf den anderen einzulassen, Gedichte auch eher selten und Theatertexte eher kaum, da lasse ich die die Stücke, wenn ich sie finde, im Bücherschrank oder trage sie, wenn ich sie schon genommen habe, auch mal zurück.

Das zu meinem Literaturgeschmack, bin ich ja eine, die schon seit dreißig jahre oder noch länger mehrmals in der Woche zu Literaturveranstaltungen geht oder richtig ging, denn das gibt es jetzt ja nur per Livestream und heute habe ich schon eine Rezension veröffentlicht, weil eine neunzehn Uhr Stunde und gedacht, das geht sich nichts aus, bis ich daraufgekommen bin, das Hörspiel Festival besteht aus zwei Teilen und der zweite beginnt um acht und dann geht es sich aus.

Soll ich es einschalten oder, wie geplant mit dem Ahmad Danny Ramadan und seiner “Wäscheleinenschaukel” in die Badezwnne gehen, habe ich überlegt, dann eingeschalten und schreibe gleich, ich habe es nicht bereut und der Abend war sehr sehr interessant!

Den ersten Teil habe ich, wie geschrieben versäumt und da haben zuerst Magda Woitzuck über die “Andouilette” gesprochen, das ist offenbar ein Hörspiel von Gion Mathias Cavelty und Michael Hammerschmid über Heiner Müllers “Hamlettmaschine”.

Als ich eingeschaltet habe, erkärte Annalena Stabauer gerade den zweiten Teil des Abends, wo es um das Imaginäre im Hörspiel ging und die Hörspiele der beiden Autoren ging und da war für mich interessant, daß der 1972 geborene Michael Hammerschmied, den ich als Lyriker, “AS-Moderator” und Kurator der “Poliversale” und des “Dichgterloh-Festivals” kenne, auch Hörspiele geschrieben hat.

Er hat aber schon einige und aus2 zwei, nämlich “Weißer Mund”, das, wie auch die der anderen Autoren der ersten Woche am Sonntag in einem Art Vorspiel eigentlich präsentiert werden, aber aus rechtlichen Gründen nicht gestreamt werden konnte und “Candide und Belphegar” wurden auch Textbeispiele gebracht. Mchael Hammerschmid scheint, wie in seiner Lyrik eher experimentell zu sein, während die 1983 geborene Magda Woitzuck, die ich 2008 bei einer Präsetation des Landes Niederösterreichs, wo sie Stipendiatin war kennenlernte, eher politisch und da auch sehr ungewöhnlich zu sein scheint. So hat sie 2010 bei der “Hörspielgala” oder war das noch die “Lange Nacht” mit ihren “Doggod” den Preis des künstlerisch anspruchsvollen Hörspiels gewonnen. Sie hat aber auch den Erzählband “Elis” und einen Roman geschrieben, den sie offenbar im MUSA vorstellte, sonst scheint sie aber eine sehr begnadete Hörspielautorin zu sein, die auch heikle Themen, wie den Krieg im Irak oder in Syrien thematisiert und da auch ungewöhnliche Bilderverwendet. So wie in dem 2017 gesendeten Hörspiel “Die Schuhe der Braut”, wo es um eine Braut ohne Kopf und um einen IS-Kämpfer geht, der nach Deutschland flüchtet und dort in einen Neoprenanzug am Seziertisch liegt, um den Krieg zu thematisieren.

Interessant, interessant und hat mich mehr angesprochen, als die sprachlich experimentellen Hörstücke und nachher war auch noch die Diskussion spannend, als es um das Imaginäre im Hörspiel und um die Frage, wo sich dieses befindet?, ging.

“Im Kopf!”, meinte Magda Woitzuck.

“In der Sprache!”, antwortete Michael Hammerschmid und das ist ja interessant, obwohl wahrscheinlich die meisten Hörspiele vorher irgendwie aufgeschrieben werden, bevor sie von einem Regisseur, bei den vorgestellten Beispielen waren es Götz Fritsch und Peter Kaizar, in Szene gesetzt werden.

Damit war der Abend beendet. Am Donnerstag geht es mit Friedrich Hahn und Renate Pittroff weiter und da werde ich mir höchstwahrscheinlich auch den ersten Teil ansehen können.

Wien-Reihe und Olga Flor

Die Wien-Reihe, wo seit Julia Danielczyk Literaturbeaufragte der Stadt Wien ist, monatlich die Stipendiaten und Preisträger der Stadt Wien im MUSA vorstellte, wurde, als das MUSA zum Wien-Museum wurde, zur Wien-Reihe in der “AS”, die ja auch von der Stadt Wien subventioniert wird, umfunktioniert und auch da wurden immer zwei Autoren oder Autorinnen im Gespräch mit Julia Daniczyck vorgestellte, die ihre Texte lasen, dann kam Corona und nun livegestreamt und heute, wo gerade wieder Lockerungen oder Verschärfungen der Corona-Maßnahmen bekanntgegeben wurden, war wieder etwas anders, denn nur eine Stipendiatin, nämlich die 1982 geborene Alexandra Koch, die ich schon einmal im MUSA hörte, die Schauspielerin und Dramatikerin, die seit 2012 auch schreibt, seit 2016 Sprachkunststudierte und jetzt mit ihrem Text “vattern muttern künd” wo die die Laute zu einer Kunstsprache verschoben wurden, ein Stadt Wien Stipendium bekommen hat. Julia Danielczyk fragte dann die Autorin einiges dazu, die erklärte, daß die Sprache in ihrer Prosa das Wichtigste für sie sei und daß die Handlung der Geschichten erst später komme komme. Es soll auch kein Rom an werden, sondern eine Prosasammlung, die in den weiteren zehn Monaten, die das Stipendkum noch dauert, noch anwachsen werden und dann beendete Julia Danielczyk nach einer guten halben Stunde die Veranstaltung, denn diesmal gab es etwas Besonderes in der Wien-Reihe, näömlich um neunzehn Uhr die Präsentation des neuen bei “Jung und Jung” erschienen Romanen “Morituri” von Olga Flor, die ja die erste Veza Canetti Preisträgerin der Stadt Wien und außerdem auch “Elias Canetti-Stipendiatin” ist, der von Alexandra Millner, Annas ehemaliger Praktikantin in der Rahlgasse, wie ich immer schreibe, die mich auch einmal zu einer Lesung eingeladen hat, Literaturkritikerin, Lehrbeau ftragte der Germanistik und viel mehr, von der ich schon länger nichts mehr hörte, vorgestellt wurde.Ich kenne den Namen der 1968 geborenen Olga Flor, die 2013 auch den “Wildgans-Preis” bekommen hat, seit in der GAV über ihre Aufnahme diskutiert wurde. Inzwischen hat sie sieben Romane geschrieben. “Erlkönig” war der erste, dann “Talschluß”,”Kollateralschaden”, stand, glaube ich auf einer Buchpreisliste,, bei der “Die Königin ist tot” war ich bei der Präsentation in der Hauptbücherei, “Ich in Gelb” habe ich gelesen, wie auch den “Klartraum”, der auf der öst Shortlist stand und auch bei den O-Tönen präsentiert wurde.”Die Politik der Emotionen” ist ein Essayband bei “Residenz” erschienen. Ich war ich bei der Präsentation im “Republikanischen Club”

Ich bin also bei Olga flor ziemlich eingelesen, obwohl ich mich nichtals ihr Fan bezeichnen würde, weil ich sie zu theoretisch und zu kompliziert, wie vielleicht auch Lydia Mischkulnig empfinde. Sie scheint aber auf sehr theoretische Art auch sehr politische und sehr realsitsch zu sein oder immer wieder auch solche Themen in ihre Texte aufzunehmen und “Morituri” was jaschon einmal vom Titel her sehr unverständlich klingt ist ihr neuerroman. Es heißt, die, die sterben müßen oder sterblich sind und die Gladiatoren haben den Cäsar im alten Rom auch einmal so begrüßt und am Cover ist eine bunte fleischfressende Pflanze zu sehen, was auch schon viel über das Buch und Olga Flors Schreibenweise zeigt.

Alexandra Millner hat die Personen vorgestellt. Da gibt es einen Maximillian, der ausgestiegen ist, seine Exfrau Sophie, seine Tochter Ruth, ein Nachbarpaar und eine Textschreiberin, die einen originellen Namen hat und es scheint, wie ich den gelesenen Stellen und dem Gespräch entnahm, um sehr viel zu gehen, was wieder mein Vorturteil Olga Flor ist sehr kompliziert bestätigte. Ich mag es da einfacher und strukturierter realsitsch, obwohl es auch, wie ich der “Jung und jung-Facebookseite” entnommen habe, um aktuellen Politiker, wie Kurz und Putin zu gehen scheint. Olga Flor hat sie wahrscheinlich zu Monarchen oder Dispoten verglichen und Flüchtlinge und rechtsradikale Politiker gibt es auch. Ich habe von dem Vorgelesen wieder nicht viel verstanden, aber vielleicht kommt das Buch wieder auf eine der Buchpreislisten, wo ich esdann wahrscheinlich lesen werde.

Ö1-Hörspielradiogala

Eigenlicht habe mich ja heute ins Literaturhaus streamen wollen, um herauszufinden wie der Slam B ohne Publikum passiert und ob die Slamer mit Maske auftreten, aber da bin ich daraufgekommen, heute ist ja Hörspielgala.

Erinnern wir uns, die lange Nacht des Hörspiels, in den Neunzigerjahren, glaube ich, als ich noch in der Reinprechtsdorferstraße ordinierte, bin ich das erste Mal hingegangen und hätte da fast die Argentinierstraße nicht gefunden. Dann war es toll. Es gab Gulasch und Wein, man konnte durch die Studios marschieren. Die Hörspiele wurden live gespielt und man konnte live abstimmen und nachher sind wir spät oder sehr früh mit dem Taxi nach Hause gefahren. Denn es war ja eine lange Nacht. Dann wurde sie immer kürzer und kürzer, schließlich zu einer Hörspielgala umbennannt und die letzten zwei Jahre bin ich überhaupt zu Hause geblieben und habe es mir per Stream angesehen, Das war meine Entscheidung, denn ich hätte ja hingehen können, aber heuer ist ja alles, eh schon wissen, anders und so fand die Hörspielgala nicht vor Publikum im großen Sendesaal, sondern im Hörspielstudio statt. Doris Glaser und Andreas Jungwirth moderierten wieder und Doris Glaser,die ich ja persönlich von den Ö1-Quiz kenne, denn da habe ich ja 2003 in Graz zweimal teilgenommen, stellte das Hörspielstudio, der Ort offenbar, wo die Hörspiele aufgenommen werden, vor und da gibt es allerhand. Eine Treppe, ein Ko und eine Muschel, um alle Art von Geräuschen darzustellen. Noch etwas ist anders, die “Schöne Adrienne” hat ausgedient. Es gibt einen neuen Preis und der wurde von Studenten der Andgewandten hergestellt. Eine Art goldener Glückskeks, wenn ich Doris Glasers O-Ton wiedergab, dann betrat Elisabeth Weilenmann durch die Studiotür den Raum und erzählte etwas über das Hörspiel hören, also das, was früher die Hörspielrede wa rund weiter ging es, glaube ich, gleich weiter mit dem “Track 5”, den hat man sich früher im Klangraum auch live anhören und, ich glaube, auch mitstimmen können.

Jetzt wurden die besten zehn ja schon in der “AS” vorgestellt und im Netz kann man sich ja alle zweihundertsechzig Einreichungen anhören. Jetzt wurden die besten drei vorgestellt und das waren “Tape head” von Sebastian Hocke, “Lieber zerfranst es mich” von Manuela Tomic und als Siegerstück die Hochhausgeräusche von Roman Gerold “Cha cha cha”. Wer den künstlerischen Hörspielpreis der Schule für Dichtung gewonnen hat, wußte ich schon, denn das wurde bereits in der “Alte Schmiede” bekanntgegeben, nämlich Claudia Bitters “Der Konkrettich und der Kranich ohne Kran” und ich habe die 1965 in OÖ geborene Claudia Bitter, die, glaube ich, auch Bibliothekarin in der Hauptbücherei ist oder war, beim “Siemens Literaturpreis”, um den ich mich ja auch eifrig beworben habe, vor Jahrzehnten kennengelernt, wo sie, glaube ich, zweimal gewonnen hat.

Sie hatauch ein buch bei “Klever” herausgegeben, das bei den Corona-Lesungen vorgestellt wurde, das leider nicht zu mirgekommen ist. Aber das Kurzhörspiel kann ich mir anhören und eine Zusammenfassung der achtzehn Hörspiele aus denen man auswählen konnte, da wurden ja Stimmkarten ausgeschickt, gab es auch. Da habe ich nicht mitgestimmt, weil ich mir ja selten Hörspiele anhöre. Aber sie klangen interessant. Sybille Berg war dabei und ein Hörspiel nach dem Roman von Julia Rothenberg nach dem Roman “Koslik ist krank”, den ich ja gelesen habe, die “Mattäus- Passion”, ein “Antigone-Poem” vom Hörspieldoyen Helmut Peschina und der “Kasperl am elektrischen Stuhl von Konrad Bayer und da hat Franz Schuh alle Rollen gesprochen und, daß der “Wespennest-Mitbegründer”, der ja einmal einen Text von mir fast genommen hätte und Philosoph,was ja eigentlich sehr überraschend ist, Schauspieler des Jahres geworden ist, habe ich schon am Morgen oder zu Mittag im Radio gehört. Aber die heutige Hörspielgala barg überhaupt einige Überraschungen, wie ich gleich spoilern möchte, denn das Thema Corona hat offenbar sehr viel möglich gemacht.

Bevor das Hörspiel des Jahres bekanntgegeben wurde, kam immer das künstlerische Hörspie, das heuer auch “Originalhörspiel” heißt und da haben einige Kritiker aus neun Hörspielen, das Beste ausgewählt und das war “Die Revanche der Schlangenfrau, ein Klangcomic frei nach Unica Zürn” und das ist eine 1916 geborene surrealistische Autorin, von der ich einmal ein Buch im Schrank gefunden habe. Natascha Gangl, Maja Osojnik, die ich einmal bei einem Konzert im MQ kennengelernt habe und Matija Schellander haben ein Klangcomic daraus gemacht. Dann hielt Philip Scheiner, die Laudiato auf Franz Schuh. Er hat seine Dankesrede zugeschaltet und dann wurden die besten drei Hörspiele, die jetzt “Publikumspreis” heißen, bekanntgegeben. Da war der dritte Platz “Ein Berg viele,” von Magdalena Schrefel, wo eine Hörspielautorin ein Hörspiel über einen historischen Bergsteiger, glaube ich, machen will und sich darin verliert. Platz zwei ist das Hörspiel “Laute Nächte” von Thomas Arzt, der auch einen Roman vor kurzem veröffentlicht hat und Platz eins, oh Überraschung, denn da hätte ich ja auf den Mainstream, der meistens gewinnt, getippt, also Sybille Berg oder Helmut Peschina, Julian Schutting war auch dabei und es gab auch ein paar Publikumsstimmen, die den Schutting Bayer genannt hat, aber welch Überraschung, es gewann ein Hörspiel, das, glaube ich, für das Kunstradio produziert wurde. Also eher ein Kanditat für Fritz Ostermayer, aber heuer ist ja, wie schon erwähnt,alles anders und so heißt das Hörspiel des Jahres oder der “Publiumspreis “How to protect our internal ecosystem” von Miram Schmdtke und Minu Merz. Dann kam noch ein Abgesang auf das Publikum und die Hoffnung dieses im nächsten Jahr wieder live begrüßen zu können und ein paar Klangspenden haben die Gewinner neben dem goldenen Ohr, für das noch ein Name gesucht wird, auch aussuchen können.

Also seien wird gespannt, ob ich dann da wieder maskenlos und ungetestet teilnehmen kann, aber sehoptimistisch bin ich eigentlich nicht und in dem “Cha-cha-cha-Hörspiel” wird auch erwähnt, daß der Lockdown nun schon sieben Jahre dauert, da hätten wir da ja noch einiges vor uns.

Felix Kucher in der “Gesellschaft”

Heute hätte eigentlich Norbert Gstrein seinen neuen Roman “Der zweite Jakob” vorstellen sollen was mich insofern interessiert hätte, weil ich wissen wollte, ob das der Roman ist ,dessen Anfang Norbert Gstrein 2019 vorlesen lies, als er den österreichischen Buchpreis gewann und krankenehishalber nicht kommen konnte. Jetzt ist er offenbar von Hamburg, wo er, glaube ich, lebt auch nicht nach Wien gekommen und da ist wahrscheinlich Corona schuld daran mit seinen Reisewarnungen, in Salzburg hat er oder hätte er auch in Literaturhaus lesen sollen, da bin ich, glaube ich, vorige Woche durch mein Veranstaltungsstreaming draufgekommen, aber da hätte man ein Ticket kaufen müßen, also auf die “AS” gefreut, dann gemerkt, die Veranstaltung findet nichts statt, was dann beginnen mit dem Donnerstagabend? Ich könnte wieder zum Platz der Menschenrechte auf diese Donnerstagsdemo schauen, habe ich gedacht, aber da steht man ja nur herum, sollte Abstand halten, Maske aufsetzen und vielleicht ist auch Polizei dabei, war das letzte Mal als ich dort war, zwar nicht, aber dann hat mir der “Picus-Verlag” einen Lnk geschickt,beziehungsmweise mich auf eine Veranstaltung in der “Gesellschaft der Literatur” aufmerksam gemacht,wo der 1965 in Klagenfurt geborene und dort lebende Felix Kucher sein drittes Buch vorstellte und den habe ich, glaube ich, einmal bei einem Ö1 Wettbewerb im Radio- Kulturcafe kennenglernt, dann habe ich mir sein erstes oder zweites Buch bestellt, was nicht gekommen ist und jetzt das dritte Buch, der historische Roman “Sie haben mich nicht gekriegt” in dem, wie Manfred Müller, der moderierte, erklärte zwei historische Frauengestalten zur Fiktion verknüpft wurden und zwar die 1896 in Udine geborene und 1943in Mexiko-Stadt verstorbene Arbeiterin, Künsterlin und Revolutionärin Tina Modotti und die 1900 in Fürth, Bayern geborene Marie Rosenberg, die als Mary S. Rosenberg in New York einen Buchverlag gründete, der heute noch besteht.

Felix Kucher erklärte, daß er auf das Thema gekommen ist, als er darauf gekommen ist, daß Tina Modotti, die bekannter, als die Buchhändlerin ist, eine Zeitlang in Kärnten lebte, mit Siebzehn ist sie aber nach Amerika ausgewandert,beziehungsweise ihrem Vater der schon dort war, nachgereist und da gibt es eine fiktive Stelle, wo die dreizehnjährige Marie mit ihrem Vater nach Venedig reist, und der ausreisenden Tina im Bahnhof von Verona begegnet, die schon mit Zwölf als Arbeiterin gearbeitet hat und damit ihre Familie ernährte, die kleine Marie wollte damals noch nicht die Buchhandlung ihres Vaters übernehmen, sondern Medizin studieren, dann hat sie die Buchhandlung doch übernommen, die ihr dann von den Nazis 1933 gekündigt wurde. So hat sie die Buchhandlung vorerst in ihre Wohnung verlegt. Da las Felix Kucher eine Stelle, wo sie 1934 Canettis “Blendung las und dann noch eine Stelle, wo Tina Modotti im spanischen Bürgerkrieg sich an der Befreiung Malagas beteiligte. Felix Kucher erklärte, daß es über Tina Modotti widersprüchliche Lebensbeschreibungen gibt. Sie ist jedenfalls von San Fransico nach Nexiko gekommen, hat dort Frieda Kahlo und Diego Rievera kennengelerte, war Schauspielerin, Fotografin, später Revolutionärin und Manfred Müller fragte Felix Kucher wieder wie man die Fiktion mit der Wirklichkeit verknüpft und was in dem Buch wirklich und was erfunden ist? Die beiden Frauen, habe ich verstanden, haben sich nie kennengelernt. Felix Kucher hat einige Begegnungen erfunden. Die erste 1913 auf dem Bahnhof, dann hat er noch erfunden, daß Tina Modotti auf dem Schiff nach Amerika Ridolph Valentino, der auch in dieser Zeit nach Amerika reiste, kennenlernte und Albert Einstein hat in Marys Rosenbergs Buchhandlung offenbar wirklich eingekauft und als ein Buch über Tina Modotti erscheint, erinnert sich Mary fiktiv an die fiktive Begegnung in Verona.

Interessant, interessant was, wie und worüber die Autoren schreiben und, wie man zum Stoff zu seinen romanen kommt? Felix Kucher sagte, daß er zur Recherce viel gelesen hat und das jüdische Museum in Franken besuchte, wo er viel Material gefunden hat und Fürth hat er auch besucht, weil die realen Fakten natürlich stimmen müssen, was ich, glaube ich, kürzlich auch bei einer Lesung hörte, wo Hanna Sukare einen fiktiven Ort erfand, um keine falschen Fakten zu beschreiben.

Schneller, höher und so weiter

Am dreundzwanzigsten Juli sollen in Tokyo die olympischen Sommerspielen beginnen, die eigentlich schon im Vorjahr stattfinden hätten sollen, Corona bedingt verschoben wurden und ob und wie sie heuer stattfinden sollen ist auch noch nicht so klar, Dieter Bandhauer vom “Sonderzahl-Verlag” hat aber Markus Köhle und Peter Clar den Auftrag für ein Olympia-Buch gegeben, das heute in der “AS” vorgestellt wurde, obwohl es laut “Amazon” und anderen Internetvorschauen erst im Mai oder Juni erscheinen soll.

Es scheint aber schon erschienen zu sein, zumindest hielten es die beiden Autoren in den Händen, JohannesTröndle moderierte und es begann mit einem Prologo oder einem Namenstext, wo der 1975 geborene Markus Köhle, der als Poetry Slamer begann und jetzt sehr viel in der “AS” und auch wo anders moderiert sich mit dem 1981 geborenen Peter Clar, der, glaube ich, auch im Jelinek Forschungszentrum tätig ist und mit dem ich öfter beim Volksstimmefest las abwechselnd, die nicht im Buch vorkommenden Sportarten verlasen.

Dann kamen einige Artikel aus dem Buch, beginnen mit Ringen, Turnen, Schwimmen, schließlich Skaten, was heuer zum ersten Mal im Tokyo präsentiert werden sollte und Johannes Tröndle erklärte, dann im Gespräch, daß in dem Buch unterschiedliche Textarten enthalten sind. De Lexikoneinträge wurden schon im Vorspann erwähnt, dann gibt es aber Kurzprosatexte aber auch viel Sporttechnisches, etcetera, am Schluß hat Markus Köhle auch noch von seiner Dreisprungerfahrung, die er früher selbst betrieben hat, vorgelesen, hat er doch am Anfang erzählt, daß er bis zu seinem sechzetnten LA sehr sportlich gewesen war, dann kam eine musikalische Phase, dann ist er in der Literatur hängen geblieben, die er heute noch betreibt und am Schluß gab es noch einen nicht im Buch enthaltenen Text, der mit Radfahren und Reiten begann und mit einem Schlußwort endete.

Lesen förderte Johannes Tröndle noch auf. Mal sehen, ob das Buch schon erschienen ist, aufder “Sonderzahl-Seite”, wo auch zwei Fotos von den beiden Autoren in sportlicher Betätigung zu sehen ist, steht etwas von März.

Also gibt es es vielleicht doch schon, ich werde es mir nicht kaufen, bin ich ja nicht sehr sportlich und interessiere mich für die olympischen Spielen wahrscheinlich genausowenig,wie vor Fußball. Aber dafür interessieren sich ja auch einige oder mehrere Literaten, so daß ich auch schon einige Fußballbücher gelesen oder in meinen Regalen habe und Johannes Tröndle hat in seiner Einleititung auch etwas von einer Korrespondenzenpoesie oder einen Gedichtbriefwechsel erwähnt, die, die Beiden ebenfalls geschrieben oder herausgegeben haben, also auch etwas zu lesen, wenn man sich wie ich für Sport nicht so sehr interessiert und auf die jeweiligen Homepages hat Johannes Tröndle auch noch hingewiesen

Begegnungen: Stichwort Familienökonomie

Wieder eine neue Reihe in der “Alten Schmiede”, die, wie ich in das Video kam Johanna Öttl gerade vorstellte und zwar scheinen da die Autorin Lydia Mischkulnig, die Literaturkritikerin Brigitte Schwens-Harrant und die Journalistin Christa Zöchling immer zwei Bücher zu einem bestimmten Thema zu besprechen, die die Zeiten und die Grenzen sprengen

Diesmal hieß das Stichwort “Familienökonomie” und die zwei Bücher waren von der 1947 geborenen seneagalischen Autorin Ken Bugul oder Maritou Mbaye Bileoma und der 1940 geborenen Annie Ernoux. Zwei Romane, die beiden etwas Autobiografischen haben dürften oder im Text starke Beziehungen zu ihren Autorinnen aufweisen, was immer, das auch heißt und bedeuten kann,, was in der Diskussion auch besprochen wurde.

Ken Bugul, das Pseudonym heißt “Keiner will sie” und Ken Bugul, die Tochter eines Marabut,was offe nbar ein senegalisches Oberhaupt ist, ist nach Belgien zum Studium gegangen, 1989 in ihre Heimat zurückgekommen und hat sich dort in den Harem als achtundzwanzigste Ehefrau eines Marabut oder Serigne begeben, wo europüäische Leserinnen wahrscheinlich den Kopf schüttelt und auch das wurde diskutiert. Später hat sie, entnehme ich Wikipedia, nach dem Tod des Marabuts, sich in die Hauptstadt begeben, einen Arzt geheiratet, eine Tochter bekommen und zu schreiben gegonnen. Sie war 2017 Stipendiatin im Literaturhaus Zürich und hat 2000 einen Literaturpreis für den 1999 geschriebenen Roma “Riwan oder Sandweg” geschrieben, der 2018 bei “Uniom” auf Deutsch herausgekommen ist, den die drei Frauen in ihrer Stichwortreihe besprachen und das war interessant, denn offenbar ein vielschichtiges Buch und auch eines, das viel von dem schon Beschriebenen enthält.

Es brennt und eine Sklavin, ein sechszehnjähriges Mädchen und die achtundzwanzigste oder was auch immer Ehefrau des Serigne flieht und die offenbare Ich-Erzählerin oder Alter Ego der Autorin ist auch eine ehefrau, hat aber das Recht jeden Abend über den Sandweg in das haus ihrer Mutter zurückzukommen.

Der Titelheld Riwan ist ein Sklave oder ein Begleiter der Protagonistin, der immer schweigt und die Ehefrauen nähern sich dem Serigne auch nur kriechend an, um ihn zu massieren oder zu füttern.

Die typische Haremsgeschichte, habe ich gedacht und als Hauptschülerin habe ich einen solchen Roman gelesen und mir dann selber eine Haremsgeschichte ausgedacht, die mich lang beschäftigt hat.

Jetzt habe ich eher den Kopf geschüttelt und gedacht, was schreibt diese Autorin da und wieso diskutieren die drei Frauen das? Christa Zöching hat nach einigen theoretsichen Diskurs und Fachsimpeln der zwei anderen Frauen dann dieses Thema angesprochen und gesagt, daß sie das buch befremdet oder verärgert hat. Lydia Mischkulnig hat vorher noch gemeint, daß sie beim Lesen dachte, die Autorin hätte die westlichen Leser damit in eine Falle locken wollen und ich habe wieder “Was soll das?,” gedacht. Christa Zöchling sagte dann, daß sie Berichterstatterin bei Dschihad-Prozessen war und da genau das gefunden hat, wie die IS einen Staat aufbauen will und die jungen syrischen Männer, die zum IS wollen und die jungen hier aufgewachsenen Frauen, genau siese Vorstellungen haben.

Das wurde dann nicht richtig ausdiskutiert, beziehungsweise hat Lydia Mischkulnig dann auf die 1940 geborene französische Autorin Annie Ernaux umgeschwenkt, die in den letzten Jahren im deutschen Sprachraum viel brsprochen wurde. Ich habe von ihr noch nichts gelesen und daher auch den Roman “Scham” nicht gekannt. Annie Ernaux ist eine, die offenbar auch über ihr Leben schreibt und das Buch beginnt damit, daß die zwölfjährige Annie 1952 Zeugin wird, wie ihr Vater ihre Mutter umbringen will. Er tut es nicht und es wird nie wieder in der Familie darüber gesprochen. Die Eltern sind arm und betreiben einen Laden und eine Kneipe und Annie kommt dann in ein Nobelinternat und schämt sich ihrer Eltern. So ungefähr habe ich das Buch verstanden. Eigentlich zwei ungewöhnliche Romane, die die drei Autorinnen für ihre Reihe ausgesucht haben.

Ich denke, man müßte sich wahrscheinlich in beide Autorinnen mehr einlesen, um sie zu verstehen. In Ken Bugul noch mehr, als in Annie Ernaux, die ja für uns wahrscheinlich weniger ungewöhnlich ist und interessant ist auch, um auf die letzte “Schmiede-Veranstaltung” und die alten Frauen, die dort besprochen oder nicht besprochen wurden, zurückzukommen. Beide Frauen sind über siebzig und beide schreiben, wenn auch in anderen Kulturen über ihr Aufwachsen mit all den literarischen Verfremdungen, die es dabei wahrscheinlich gibt.

Interessant, interessant, schreibe ich wieder meine Zusammenfassung und das ist auch die zweite “Nachtschicht-Staffel”, wo Susanne Scholl und der Verleger Georg Hauptfeld gestern mit Walter Famler sprachen und die ebenfall 1949 geborenen Susanne Scholl, die einen Essay in der “Edition Konturen” veröffentlicht hat, von ihrem Leben und Aufwachsen erzählte.

Fast verpasster Doppelpack

Die “Alte Schmiede” hat ja den “Dichterinnen-Dialog” und da hat Frieda Paris ja einmal Meta März vorgestellt und die Ruth, die ein Buch über den Maler James Ensor geschrieben hat, hat sich im Zug der Recherche mit der 2019 verstorbenen Dichterin Brigitte Kronauer beschäftigt, weil die ein Buch über Ostende und oder dem Maler “Verlangen und Musik im Gebirge” geschrieben hat und weil die Ruth ja eine sehr eifrige Feministin und Dichterin über siebzig ist, was Mieze Medusa, glaube ich, noch nicht so erkannt hat, daß es derzeit viele Frauen mit diesen Merkmalen gibt, hat sie sich in der “Alten Schmiede für die Reihe angemeldet und ich, die ich ihr Buch schon gelesen habe, habe mich auf die Veranstaltung sehr gefreut und der Ruth auch fest versprochen, sie mir anzusehen, als ich vorigen Woche bei ihr zum Mittagessen war. Dann hatte ich eine fünf Uhr Stunde und der Klient wollte auch diese Woche, um fünf anrufen.

“Geht sich gerade aus, wenn wir danach nach Harland fahren!”, habe ich gedacht und bin darauf gekommen, die Veranstaltung fängt schon um sechs an und, um halb acht gibt es noch eine Veranstaltung.

Was also machen, da wir ja nach Harland wollten und man eigentlich genaugenommen wegen des Lockdown light, ja um acht zu Hause sein muß?

“Macht ja nichts!”, könnte man denken. Derzeit gibts doch keine Liveveranstaltungen und Videos haben kein Ablaufdatum. Aber alle Livestreames der “Alten Schmiede” sind nachher nicht mehr verfügbar. Nur ein paar Ausgewählte. Man kann aber anfragen, zumindest habe ich das bei Gerhard Jaschke einmal getan und es hat geklappt und so habe ich das auch getan und Annalena Stabauer hat mir auch gemailt, sie wird sich darum kümmern und gibt mir dann Bescheid. Aber ich hätte mir das Video am liebsten gleich anschließend angeschaut, um zeitgerecht darüber bloggen zu können und wollte, weil ich das Buch schon gelesen habe, auch nicht bis sieben in Wien bleiben und dann die andere Veranstaltung versäumen. Dann ist es wieder anders angekommen, denn Barbara Brunner hat mir ein Buch geschickt, das bis viertel acht kommen hätte können und einen Brief hatte ich auch noch zu schreiben.

Also während ich meine Stunden eintrug und der Alfred die mitzunehmenden Sachen einpackte, den Livestream eingeschaltet und die Ruth mit einer Blume im Haar aus dem Buch lesen gesehen.

Danach nach Harland gefahren, dort knapp nach halb acht angekommen, dabei habe ich Benedikt Wells “Hard Land”, das ich eigentlich zu Ende lesen wollte, im Badezimmer vergessen. Die ausgelesenen Bcher eingetragen und dann wieder in die “Alte Schmiede”, wo Jana Volkmann zwei Neuerscheinungen vorstellte. Sie tat das gerade mit der mir bisher unbekannten Volja Hapeyeva einer Lyrikerin und Übersetzerin aus Moldawien, deren Romandebut “Camel Travel” bei “Droschl” erschienen ist. Denn sie war im Vorjahr Stadtschreiberin von Graz. Ist derzeit, glaube ich, im unabhängigen Literaturhaus Krems Gast und wird im März, wie ich ergooglet habe, nach München gehen. Den Titel ihres, von Thomas Weiler übersetzen Romanes, habe ich nicht ganz verstanden, denn Volja Hapeyeva war gerade im Gespräch im Jana Volkmann und hat dann eine Stelle von einem Kind gelesen, dem die Mutter immer Grütze kochte, was es nicht essen wollte und den Brei dann an die Tauben verfütterte, das aber um die Mutter nicht zu enttäuschen, so tun wollte, damit sie es nicht merkt.

Es geht in dem Buch, das, wie in der Beschreibung steht, vom Heranwachsen in der SU handelt. Volha Hapeyeva wurde 1982 geboren, auch um Mode. Jedenfalls fragte Jana Volkmann, die Autorin danach und bin gespannt, ob ich einmal an das Buch kommen werde und dann begrüßte Jana Volkmann, die 1975 als Doris Mitterbacher in Schwetzingen geborene Mieze Medusa, die derzeit auch regelmäßig in der “Schmiede” moderiert.

Zuletzt hat sie sie sich mit “Literatur und Rap” beschäftigt und ich habe sie auch als Poetry Slamerin kennengelernt oder eigentlich 2008, als sie bei der “Rund um die Burg” ihr Debut “Freischnorcheln” vorstellte. Das Buch, das mich damals sehr interessierte, habe ich inzwischen auch gefunden. Zum Lesen bin ich aber noch nicht gekommen. Dafür war ich einmal in der “Gesellschaft”, als sie ihre “Mia Messer” präsentierte und jetzt das neue bei “Residenz” erschienene Buch, das “Du bist dran” heißt und das Interessante daran ist, daß es darin auch, um drei Protagonisten zu gehen scheint, die, wie bei Carolina Schutti nichts oder scheinbar nichts mit einander zu tun haben. Eine Idee, die mich seit gerstern auch für mein nächstes Buch interessiert.

Da geht es um drei Generationen, die achtzehnjährige Agnesa, den vierzigjährigen Computernerd Eduard und die siebzigjährige Feministin Felicitas und da sagte Mieze Medusa etwas, was ich schon oben andeutete, daß es offenbar keine über siebzigjährigen Schriftstellerinnen gebe und ich dachte mir. was sagt sie nur?

Ich kenne jedenfalls viele. Kunststück bin ich das ja auch bald schon. Um den Gegensatz von Stadt Land scheint es in dem Buch auch zu gehen und, um Computer, denn die Generation der Agnesa ist ja damit aufgewachsen, während sich, wie Mieze Medusa zu meinen scheint, die fast Siebzigjährigen eher schwer damit tun. Interessant und spannend zu lesen, wenn ichs mals finde.

Da meine Leseliste aber sehr lang ist, brauche ich mich auch nicht besonders bemühen, habe ich ja nicht nur den Benedikt Wells zum Weiterlesen vergessen. Dafür aber heute einen Roman von dem mir bisher unbekannten Emil Bobi bekommen und der ist, habe ich herausgefunden ein 1958 geborener Journalist. Also einer der auch bald siebzig werden wird.

Carolina Schuttis Kreise

Wieder in die “Gesellschaft für Literatur” und diesmal ohne hin und her Gehoppe, sondern sich auschließlich Carolina Schuttis neues Buch gewidmet.

Von der 1976 in Innsbruck geborenen und auch dort lebenden Carolina Schutti habe ich schon einiges gehört, darunter bei den “Textvorstellungen” aber noch nichts gelesen.

Sie hat beim “Corona-Bachmannpreis” gelesen und schon einige Bücher geschrieben, war auch einmal für den “Alpha” nominiert und jetzt präsentierte Manfred Müller ihr neues bei “Droschl” erschienenes neues Buch “Der Himmel ist ein kleiner Kreis”, in dem, wie er sagte und und auch in der Beschreibung steht, zwei Frauenschicksale in einander verknüpft sind, die auf dem ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Nämlich die Ich-Erzählerin eine Bootsbauererin, die in einer Anstalt lebt und eine Ina, die in Sibirien eine Raststätte eröffnen will und die Assistentin eines Boris ist.

Zwei Stellen hat die Autorin mit den kurzen schwarzen Haaren gelesen und als ich schon dachte, daß wäre vielleicht eine Idee für mein neues Buch, zwei Frauenschicksale in einen Roman zu verknüpfen, die nichts miteinander zu tun haben, klärte Manfred Müller das Geheimnis auf, die Ina ist von der Erzählerin ausgedacht, die ja in der Anstalt zurückgezogen lebt, während die Ina in den Weiten Sibiriens wandelt und ein Gedicht von Sylvia Plath gibt es zu Beginn auch.

Carolina Schutti erklärte im Gespräch, daß die ein Buch über eine wütende Frau schreiben wollte. Die Bootsbauerin hat offenbar die Werkstatt ihres Chefs zertrümmert und ist dadurch in der Anstalt, eigentlich ein sehr anachristischen Wort, aber Carolina Schutti hat es öfter erwähnt, gelandet und denkt sich dort in die Weiten dieser Welt hinein.

Manfred Müller fragte nach der Recherche. Als Carolina Schutti ein Buch über Patagonien geschrieben hat, war sie offenbar nicht dort, wie sie ihm damals erzählte. Jetzt kann man wahrscheinlich nicht so einfach nach Sibirien und von Innsbruck nach wien wahrscheinlich auch mit einer ausdrücklichen Ausreisegenehmigung und dem entsprechenden Test und Carolina Schutti antwortete, daß sie da eher im Netz recherchiere. Sie hat für die Ina aber schießen gelernt und da gleich, was sie verwunderte, daß das so einfach geht, drei Mal ins Schwarze getroffen. Ich würde glauben, daß das bei mir nicht so einfach wäre und über das Schreiben ging es in dem Gesrpäch auch.

Carolina Schutti spart viel aus, schreibt sehr strukturiert und denkt sich ihre Figuren gern sehr sinnlich aus und ich denke, ein etwas anachronistisch und distanziertes buch, aber Kritiker, ich weiß natürlich, daß ich es erst lesen muß, um das richtig zu beurteilen, was ich wahrscheinlich so bald nicht tun werde, obwohl Manfred Müller am Ende der Veranstaltung das Kaufen des Buches wieder sehr empfahl. Den kleinen Buchhandel statt des bösen großen hat er diesmal ausgelassen und ich denke, ich nehme mir die Idee mit vielleicht einmal ein Buch zu schreiben, das von zwei gar nichts miteinander zu tun habenden Protagonistinnnen handelt und da bleibt natürlich die Frage über, ob das überhaupt gehen kann? Wahrscheinlich käme ich dann auch zu dem Geheimnis, daß beide, wie wahrscheinlich “Bis ans Ende Marie” die selben sind oder auch auf etwas anderes.

Seien wir gespannt, wenn ich das wirklich einmal ausprobiere, vorher kommt ja noch das “Corona-Texte-Buch” und ein schöne Sprache hat Carolina Schutti natürlich auch. Ich habe mir einige Sätze von der Lesung aufgeschrieben, obwohl ich gestehen muß, daß mich ein Leben in der Anstalt und das Phantasieren in die Weiten von Sibirien, wo die Konservendosen herumliegen und man am Ende in Gruben fällt, vorläufig nicht so besonders interessiert.

Geschichte schreiben

Da ich ja jetzt schon fast ein Jahr nicht mehr live in der “Alten Schmiede” war, kenne ich mich mit den dort derzeit aktuellen Reihen nicht mehr aus. Als Moderatoren agieren dort jetzt Jana Volkmann und Johanna Öttl, Markus Köhle moderiert auch recht viel und “Geschichte Schreiben” ist eine Reihe, die mir offenbar bisher entgangen ist, beziehungsweise ich mich nicht erinnern kann, einmal life oder per livestream dort gewesen zu sein.

Sabine Scholl stellte die Bücher von Hanna Sukare “Schwedenreiter” und Ludwig Lahers “Schauplatzwunden” vor, in denen es bei beiden, um das dritte Reich bezeihungsweise den Holocaust geht und Sabine Scholl,die “Wildgans-Preisträgerin”, die ich schon öfter in der “Alten Schmiede” erlebte, hat sich für die Veranstaltung offenbar ein besonderes Konzept ausgedacht, denn das zweite Buch der 1957 in Freiburg geborenen Hanna Sukare ist schon 2018 erschienen und da war ich schon im Literaturhaus bei der Präsentation und der 1955 geborene Ludwig Laher, der sich auch sehr bei den IG-Autoren engagiert, in Klagenfurt den Literaturkurs macht und den ich, weil er auch über dieses Thema geschrieben hat, in die Jury des “Ohrenschmauses” brachte, hat schon über viele Themen, darunter auch in einem seiner ersten Bücher “Herzfleischentartung” über ein oberösterreichisches NS-Lager geschrieben.

In “Bitter” hat er auch über dieses Thema geschrieben, beide Bücher habe ich bekommen, eines von Anna Jellers “Tag des Buches-Aktion”, das zweite bei einem Bücherflohmakt vor der “Buch Wien” und jetzt geht es wieder, um das “Arbeitserziehungs und Zigeuneranhaltelager St.Pantaleon – Weyer und da hat er über zwölf Personen geschrieben, die mit diesem Lager in Verbindung standen.

Jana Volkmann deren Buch ich leider noch nicht bekommen habe, eröffnete, stellte Sabine Scholl vor und erzählte, daß Ludwig Laher nicht live in den Livestream der “Alten Schmiede” kommen kann, sondern zugeschaltet wird und die erzählte dann über das Buch, vor allem, daß es eher dokumentatisch als fiktional ist. Dann wurde Ludwig Laher zugeschaltet und begann zu lesen, aber leider kein Ton zu hören und nach einer Weile sah man den August mit der Maske am Pult hantieren und dann sagte Sabine Scholl “Entschuldigen Sie Herr Laher, wir können Sie nicht hören!”

So begann dann Hanna Sukare mit ihrem “Schwedenreiter” und erzählte, daß Sabine Scholl sie gefragt hat, wie man über Geschichte schreiben kann. Sie sagte, sie schreibt in und von der Gegenwart und begann dann eine Stelle zu lesen, wo der kleine Enkel der Rosa als Bettlerkind beschimpft wird und man erfährt. Der Sohn, ein Deserteur, hat sich im Krieg auf einer Alm versteckt und wurde erwischt. dann sind fünfzig Leute, darunter auch die Großmutter, ins Lager gekommen und Hanna Sukare erklärte, daß es sich bei dem Ort “Stumpf” eigentlich um Godegg handelt, wo es im Jahr 1944 den sogenannten “Sturm” gegeben hat.Hanna Sukare war in Godegg, hat die Chronik gelesen, wo nichts davon drinnen gestanden hat. Jetzt wurde oder wird die Chronik umgeschrieben, denn in den Achtzigerjahren haben einige Studenten den Sturm entdeckt und darüber geschrieben, sind aber bald verstummt und jetzt im Gegensatz zu Ludwig Laher, der es ja dokumentarisch anfaßte, ein fiktionaler Text.

Hanna Sukare las noch einige Stellen daraus und unterhielt sich auch ausführlich mit Sabine Scholl darüber und interessant ist auch die Frage, wieso Godegg in dem ort Stumpf heißt. Sie meinte, sie hätte sogar im “Otto Müller-Verlag” danach gefragt. Karl-Markus Gauß hat ihr geraten, den Klarnamen zu verwenden. Aber für sie hat es nicht gepaßt. Denn wenn sie einen Ort nicht genau kennt, kann sie auch nicht richtig darüber schreiben, verlegt den Stephansdom also in den vierten Bezirk beispielsweise, deshalb Stumpf, weil sie der Ort an einen Kegelstumpf erinnert und da muß ich schreiben, da hätte ich Schwierrigkeiten und würde es nicht so machen. Denn in Godegg ist das ja passiert und nicht in Stumpf und wenn ich das Buch lese, hätte ich damit Schweirigkeiten, so wie ich lange nicht verstand, daß Manfred Wieningers Krimis in Harland spielen und es dort ein Leichenschauhaus gibt und ich frage mich immer, wenn ich durch die Siedlung radle, wo das nun ist und als ich Manfred Wieninger danach fragte und der mir nur lakonisch “Damit ist St Pölten gemeint!”, antwortete, habe ich nicht verstanden, warum er diese diese Verklausierung wählte?

Nachdem sich Sabine Scholl bei Hanna Sukare für die Lesung bedankte, kam wieder Jana Volkmann und sagte, wir schalten jetzt Ludwig Laher zu. Es gibt eine lesung, aber leider kein Gespräch und so war Ludwig laher über Skype zu hören, wo es noch eine Rückkoppelung, dann aber doch eine Lesung gab und Ludwig Laher dann selbst einiges über sein Buch erzählte.

Er las eine Stelle, die von einem Arzt handelte, der offenbar in der Nacht von der SS in das Lager geholt wurde und einen Totenschein ausstellen sollte, daß ein Gefolterter an einer Pneumonie gestorben sei, was er zuerst verweigerte, dann aber unter Androhungen doch tat und dann offenbar sehr lang darunter litt. Eine Stelle aus dem Kapitel des Lagerleiters hat er auch noch gelesen und am Schluß eine Stelle aus einem Gespräch, das er kurz vor dessen Tod mit dem ehermaligen Gauleiter hatte, der über das damalige Geschehen offenbar kein Schuldbewußtsein zeigte.

Am Schluß war wieder Jana Volkmann zu hören, die das Lesen der b2eiden Bücher empfahl, aber ich habe bei Ludwig Laher ja noch “Bitter und die “Herzfleischentartung zu lesen. Von Hanna Sukare, die “Staubzunge”, die ich mir bei einem Weihnachtsflohmarkt in der Grünangergasse kaufte und jetzt liegt Fabian Neidhardts “Immer noch wach” bei mir, was ich höchstwahrscheinlich vorher lesen wird, ein Buch über das Sterben oder eine nahtoderfahrung, das ich mir bestellte, weil Fabinan Neidhard ja auch in der Bloggerdebutjury ist und außerdem öfter mit Wolfgang Tischer im Literaturcafe einen Podcast macht, der das Buch gerade vorstellt, so daß ich mich da auch hineinhörte, obwohl das ja ein anderes Thema ist.