Wunschgedichtesammlung

Ich gehe ja schon sehr lang und regelmäßig zu den “Wilden Worten”, die Richard Weihs mit Franz Hütterer und Michaela Opferkuh, ich glaube, zuerst einmal im “Siebenstern” kreirt hat. Die Idee ist, glaube ich wieder von Martin Auer gekommen, der das letzte Mal Gast dort war.

“Wilde Worte – Wunschgedichte und freie Wildbahn” heißt der ganze Titel und die freie Wildbahn bedeutet, daß jeder, der, das will, im Anschluß lesen kann, während für den Beginn ein Gast eingeladen wird, ich war das 2009 mit der “Sophie Hungers und dem “Haus”.

Damals war noch Franz Hütterer dabei und für die freie Wildbahn finden sich nicht immer Leute, die ihre Texte lesen wollen, ich habe das einmal vor meiner offiziellen Lesung getan, konnte mich aber nicht mehr genau erinnern, ob das an dem Tag war, wo Judith Gruber-Rizy gelesen hat. Da war ich das erste Mal bei der Veranstaltung und  Publkum, bin ich regelmäßig da und fülle auch regelmäßig das Formular für das Wunschgedicht aus und irgendwann ist mir die Idee gekommen, daß ich die Worte, die man da darauf schreiben soll, die in dem Gedicht vorkommen sollen, passend für mein jeweiliges Work in Progress wählen kann, bei der “Anna” war das dann das erste Mal.

Simon Konttas

Simon Konttas

Simon Konttas

Simon Konttas

Da ist das Gedicht

“Anna kämpft gegen ihr Vergessen an

Dr. Alzheimer saugt ihr Gedächtnis aus

wie weiland graf Dracula die Jungfrauen

und der Stahlenschutzstecker hilft kein Deut

gegen die Überhitzung ihrer alten Heizdecke,

die sie wieder einmal vergessen hat abzuschalten

Und während die allerletzte Erinnerung verglimmt

erhellt das lodernde Bett ihr ewiges Schlafzimmer.”

Als Sophie Reyer die Gästin war, war das Buch fertig und ich im Anschluß, weil man ja nur einmal als Gästin lesen kann, Buch und Gedicht in der freier Wildbahn vorgestellt und mir eifrig weiter gewünscht, so wie ich  auch in den Schreibgruppe immer Szenen für mein jweiliges Work on Progress geschrieben habe.

Als ich mit dem Alfred bei einer Führung im Literaturarchiv war, habe ich eigentlich im Anschluß in die “Alte Schmiede” gehen wollen, aber die Führung hat zu lang gedauert und wir wären zu spät gekommen, während die “Wilden Worte” ja erst um acht beginnen und dann ist, glaube ich, das schönste oder treffenste Wunschgedicht entstanden, das in den “Berührungen” zu finden ist:

“Da steh ich da und steh auch voll daneben

mit Schreibblockaden kann ich aber leben

nur eines schmerzt mich dabei wirklich tief

so komm ich nie ins Literaturarchiv”

Da habe ich das Buch nach Fertigwerden Richard Weihs sozusagen als Belegexemplar übergeben. Es aber bei den “Wilden Worten” nicht vorgestellt. Dafür aber am Volksstimmefest, als dort in Arbeit das Thema war. Da habe ich die Szene im Himmel mit Stefan Zweig, Heimito von Doderer und Anne Frank am Fest gelesen und vorher das Gedicht und bei der Benefizveranstaltung ums Amerlinghaus, dasselbe auch noch einmal.

Manchmal geht auch etwas schief, wenn man soviele Wunschgedichte wie Richard Weihs verfaßt. so ist das Gedicht zum “Bibliotheksgespenst” eigentlich kein Gedicht, sondern ein Prosatext geworden, den ich dann als Beschreibungstext verwendet habe und bei der “Unsichtbaren Frau” hat  Richard Weihs aus dem “Schäfchen” ein “Schälchen” gemacht, obwohl es ja das Schäfchen ist, das Amanda Siebenstern, die Tarnkappe aufsetzt und sie damit zu Minister Basti schickt.

Das Buch ist jetzt fertig und so ist mir die Idee gekommen, es bei den heutigen “Wilden Worten”, wo der in Finnland geborene Simon Konttas, der bei “Sisyphus” und auch sonstwo einige Bücher herausgebracht hat, vierzehn unveröffentlichte Gedichte und den Teil einer Erzählung, wo ein Mann aus Rache, weil er nicht zur Hochzeit seiner Tochter eingeladen wurde, ihr einen bösen Strech spielt, gelesen hat, wieder in der “Wildbahn” aufgetreten und das Buch vorzustellen, also das Gedicht:

“Wahlkampf im düsteren Reich der Schattenspieler

Die Kanditaten nehmen eh alles auf ihre Tarnkappe

Die Jury schlürft charmant ein Schälchen Schierling.

Schwarzblaue Schlagschatten fallen schräg zu Boden.

Zwischen den Wahlurnen aber geistert gespenstisch,

tief verschleiert, ohne ihren Gatten,

die unsichtbare Frau ohne Schatten.”

Dann habe ich die fünfte und erste Schäfchenszene gelesen, die ich ja bei dem “Writersretreat”, das ich weil ich über den Schreibmarathon, wo ja ein Teil des Rohkonzepts entanden ist, gebloggt habe, bekommen habe, meiner Schreibpartnerin vorgelesen habe und während des Marathons habe ich  die “Nobelpreisszene”, die auch im Blog zu finden ist, Feedback geholt und gelesen habe ich aus dem Buch, das ja  Anfang Jänner erschienen ist, wo man sich noch für die Leserunde melden kann, auch sehr viel.

Wer errät wo und was ich jeweils gelesen habe, hat auch noch die Chance ein Buch zu gewinnen.

Die Antworten sind, glaube ich, im Blog zu finden und für die “Magdalena Kirchberg”, mein derzeitig work on Progress, habe ich mir auch ein Gedicht von Richard Weihs gewünscht:

Eva Jancak

Eva Jancak

Eva Jancak

Eva Jancak

“Magdalena Kirchberg sag, was tust du da? Seit Stunden schon

sitzt du an der Kreuzung in deinem weißen BMW und bloggst

einen Roman von ungeheurer Menge in dein schwarzes Smartphon!

Sag siehst du nicht? Die Ampel springt von Rot auf Grün auf Rot

und bald schon, Magdalena Kirchberg, bald schon bist du mausetot.”

Diesmal war ich zwar nicht wunschlos, hatte aber kein Projekt und Buchwünsche, obwohl das Richard Weihs bei mir schon fast vermuten wird, sondern habe ein paar Farben aufgeschrieben und mir zu dem Titel “Farbenlehre” den Beginn “Der alte Goethe” gewünscht.

Und das Wunschgedicht vom letzten Mal, das Richard Weihs heute vorgelesen hat, hat auch mit Farben zu tun:

“Lebenshindernisse – Schau einmal, schau – Veilchen, karierte Bluse”

“Schau einmal, schau: Das Veilchen so blau, so blau!

Doch wenn ich noch ein Weilchen steh und schau,

verwelkt das Veilchen und wird grauslich grau.

 

Hör mir doch auf mit dem Gefühlsgedusel”

Du bist doch keine affektierte Muse:

Drum raus aus der karierten Bluse!

Wer nicht pariert, der ist nicht schlau:

Gleich hau ich dir ein Veilchen blau!”

Bin schon gespannt, was daraus wird. Es war jedenfalls spannend und auch sehr voll, scheint Simon Konttas doch seinen Fankreis mitgebracht zu haben. Es war aber auch Luis Stabauer da.

Drei Frauen bei den Textvorstellungen

Mit den “Textvorstellungen” moderiert von Mieze Medusa, deren “Freischnorcheln”, ich ja im Dezember im Schrank gefunden habe, ist es in der “Alten Schmiede” gleich weitergegangen und da hat die 1975 geborene Mieze Medusa drei sehr interessante und auch sehr unterschiedliche Texte ausgewählt, zwei mehr feministisch und der dritte sehr poetisch war.

Mit der 1941 geborenen Feministin  Eva Geber, die ein Buch über die französische Anarchistin “Louise Michel  – Die Anarchistin und die Menschenfresser” geschrieben hat, das sie, glaube ich, schon in Leipzig vorgestellt hat und das sich der Alfred auch besorgte.

Es ist ein Monolog erklärte Eva Geber in der Einleitung und ein Buch in dem die 1830 als Tochter einer Dienstmagd und des Schloßherrn, die von dessen Eltern aufgezogen wurde, sich an der Belagerung von Paris beteiligt hatte, nach Neukaledonien verbannt wurde und 1905 in Marseille gestorben, selbst ihr Leben erzählt und auch ihre Gedichte und die Mythen, die sie von den “Menschenfressern” mitgenommen hat, in dem Buch enthalten sind.

Sehr interessant, ein Stück Frauengeschichte zu hören und auch, die mir bisher unbekannte Lilly Axster, eine, wie ich “Wikipedia” entnehmen, Mieze Medusa hat ins “Schmiede-Programm keine Biografien geschrieben, weil man die ja, wie sie sagte, googlen kann, eine 1963 geborene deutsche Filmregisseurin ist, die auch an einer Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt tätig ist und diesbezügliche Jugendbücher zu schreiben scheint.

Das vorgestellte “Die Stadt war nie wach,” das auch in dem, wie sie erklärte, queren “Zaglossus-Verlag” erschienen ist, ist jedenfalls ein solches, wobei Lilly Axster queer, als schräng beschrieb. Es handelt jedenfalls von fünf Freunden, die an ihrer Schule diese Gewalt erleben.  Lilly Axster trug ihren Text mit sehr lauter Stimme im Stehen vor und Mieze Medusa stellte im anschließenden Gespräch die Frage, ob das Buch ein Jgendbuch sein, Lilly Axster meinte, sie hätte es nicht als solches geschrieben, behandelt aber diese Themen, wenn es auch sehr modern und sprachgegendert zu sein scheint.

Die dritte Autorin, die 1994 in Bregenz geborene Sarah Rinderer, war dann mit ihren noch unveröffentlichten Text “Mutterschrauben” das literarische Kontrastprogramm, weil sehr sehr poetisch. Mieze Medusa brachte in ihrer Einleitung auch den Bezug zu Ingeborg Bachmann, so daß ich denke, daß ihr Prosatext, der von zwei Schwestern, einer Mutter und einer Großmutter handelte, zwar nicht unbedingt zu den zwei vorher vorgestellten passte, aber ein weiteres Stück starker Frauenliteratur einer sehr jungen Autorin, die schon den Vorarlberger-Literaturpreis bekommen hat und wahrscheinlich sowohl mit der Maya, als auch mit der Ursula rinderer von “Kremayr und Scheriau Verlag”  verwandt sein dürfte, präsentierte.

Walter Pilar in epischer Breite

Vor fast genau einem Jahr, nämlich am ersten Jänner ist der 1948  in Ebensee geborene Schriftsteller, Zeichner und GAV-Mitglied Water Pilar nach einem Treppensturz  gestorben.

Damals ging das, was mich fast ein wenig wunderte, durch die Medien und hier wurde vorallem sein Großprojekt “Lebensee” erwähnt.

Ich kenne ihn, glaube ich, von den GAV-Sitzungen, wo er sehr engagiert und wortgewaltig auftrat und ich kann mich auch erinnern, daß einmal ein GAV-Mitglied in dem Antiquariat “Buch und Wein” in der Schäfergasse, das es nicht mehr gibt, sein neues Buch vorstellte.

Den habe ich  bei der GV angesprochen und gefragt, ob ich das Buch tauschen kann? Die Antwort war “Ja!”, als ich das dann vor der Lesung tun wollte, war die Antwort “Jetzt nicht!”

Ich bin beleidigt ohne Buch gegangen und bin mir immer noch nicht sicher, ob das Walter Pilar oder ein anderer war?

Es könnte aber sein, weil wir sonst kein anderer einfiele und heute, fast ein Jahr nach seinem Tod eine doppelte Pilar-Veranstaltung in der “Alte Schmiede”, hat ja zuerst Richard Wall, auch ein oberösterreichischer Autor, den ich vorwiegend von den GAV-Sitzungen kenne, eine kommentierte Lesung aus dem vierten Band “Lebensee” , der, glaube ich, auch vor einem Jahr erschienen ist, gegeben und Analena Stabauer hat moderiert und eingeleitet.

die “AS” war voll von Pilar-Freunden und experimentellen Dichtern, Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Hermann Hendrich, aber auch die Rizys, der liebe Rudi, Luis Stabauer, Gerhard Jaschke und neben mir ist ein spezieller Pilar Freund und Weggefährte namens Peter Putz gesessen, der  dann noch eine Karte mit Lebensbildern des Autors verteilte.

die Tetratogie ist im “Ritter-Verlag” erschienen und dort, wo manchmal das Buffet aufgebaut ist, war diesmal ein Büchertisch, auf dem nicht nur die vier “Ritter-Bände” sondern auch die Restauflage der “Herbst-Presse” auflagen, wo Walter Pilar früher  publizierte.

Es gab auch ein Portrait das Eva Maria Geißler von dem Autor malte und der 1953 geborene Richard Wall, der glaube, ich auch mit Walter Pilar befreundet war, las dessen Dialektgedichte, wie er sagte, im Mühlviertler Dialekt und führte gekonnt launig und auch schon in epischer Breite durch das Werk, das von Fotos und Zeichnungen des Autors durchzogen war, die auf die Leinwand projeziert wurden.

Es gab eine Fotsequenz, die zeigte, wie sich Ebensee im Laufe der Jahre verändert hat. Leserbriefe, die der empörte Autor an die Stadtverwaltung geschrieben hat, wurden verlesen und seine “Gipfelstürmergedichte”, so daß es schon viertel neun geworden war, ehe Richard Wall fertig war, obwohl schon um acht die zweite Session angekündigt war und das finde ich sehr schön, daß das nicht, wie früher um sechs und um acht gewesen wäre und ich dann eine Stunde Zeit gehabt hätte, herumzustehen oder spazierenzugehen, obwohl jetzt, habe ich ja immer meine aktuelle Lektüre mit und würde sie weiterlesen.

Aber Paulo Giordanis vierter Roman passt wohl nicht zu der Hommage an einen exeperimentellen Dichter und so bin ich in der fünf Minuten Pause nach oben gegangen und habe mir noch einmal den Büchertisch angeschaut, obwohl ich schon vorher den verkaufenden Assisitenten, damit schockte, daß ich keine “Rititter-Bücher” lesen würde.

Das stimmt zwar, daß ich nicht und nicht dazu komme, obwohl schon einige in meinen Regalen stehen aber und die Antwort war auch, ich müße sie ja nicht lesen, nur kaufen, denn man kann nie genug Bücher haben und meine Antwort darauf war, zu mir zu kommen und sich meine Stapel oder Berge ungelesener Bücher anzusehen.

Das stimmt und wenn der Autor mit dem ich damals tauschen wollte, mir das Buch, das vielleicht “Lebensee zwei” war, gegeben hätte, hätte ich höchstwahrscheinlich noch ein ungeleses “Ritter-Buch” mehr und habe in meinem Bibliothekskatalog auch gerade gesehen, daß ich ein Pilar-Buch aus der “Herbstpress”e, nämlich die Gedichtsammlung “An sanften Samstagen” aus dem Jahr 1986 habe, jetzt muß ich das Buch nur finden, in der “Alten Schmiede” ist es aber mit einem Lesungsausschnitt des Autors einer “AS-Lesung” aus dem Jahr 2007 weitergegangen, bei der ich höchstwahrscheinlich nicht war, die aber zeigte welch imposanter und umtriebiger Autor Walter Pilar war, der wie Analena Stabauer in ihrer Einleitung erklärte, damals auch in epischer Breite ge2lesen hat.

Dann ging es  weiter mit dem Walter Pilar-Hommage oder Kolloqium, wie ich diesen Artikel ursprünglich nennen wollte, denn da hat der Literaturwissenschaftler Florian Neuner eine Einführung in sein Werk gegeben und der gibt ja auch die “Idiome” heraus und da war ich einmal bei einer Lesung und da wurde offenbar auch auf Walter Pilar hingewiesen.

Dann gabs noch eine Diskussion mit Richard Wall, Analena Stabauer und Florian Neuner, wo sich auch das Publikum, nämlich Peter Putz und ein junger, mir unbekannter Mann, der offenbar auch ein großer Pilar- Kenner war, lebhaft einmischten und ich habe in der “Alten Schmiede” wieder einmal eine intensive Werkeinführung in einen vielleicht nicht so bekannten Autor bekommen, der aber auch sehr viel zu sagen hatte, das sowohl sehr experimentell, als auch, wie Florian Neuner meinte, “pseudowissenschaftlich”  als Mikrokosmus im Makrokosmos tat und Florian Neuner hat auch ein Adorno-, beziehungsweise Mayröcker- -Zitat gegen das Erzählen, den Plot und die Handlung gebracht.

1954 dachte man offenbar, daß kein erzählender Roman mehr möglich. Das hat sich inzwischen sehr geändert, habe ich doch nicht nur gestern wieder ein Webinar von Jurenka  Jurk zu ihrer Romanausbildung gehört, wo es um das Überarbeiten und Vermarkten ging.

Es wurde an diesen Wochenende auch die Gewinnerin des “Bloggerdebut-Preises” ermittelt, die Bettina Wilpert mit ihrem Vergewaltigungsroman in schöner Sprache Nichts was uns passiert” ziemlich eindeutig und unschlagbar geworden ist.

Leider ist die Preisverleihung am zwöflten Februar, weil da offenbar in Essen im Cafe Livres schon eine Lesung mit ihr ausgemacht  war und icht im März vor Leipzig wie im vorigen Jahr, so daß ich nicht dabei sein werde. Ich habe aber den Zweitenplazierten, nämlich David Fuchs, der ja vielleicht auch wieder lesen wird, in Wien schon einige Male gehört, so daß ich da nicht so viel versäume.

Wieder einmal Jahresrückblick

Es ist soweit, 2018 geht zu Ende und man kann sagen, es war auf der einen Seite, ein ganz gutes Jahr, gab es doch zwei literarische Höhepunkte und da waren, sowohl der April, als auch der November besonders intensiv.

Denn ich habe im April in der “Alten Schmiede” zwar etwas verspätet, aber immerhin mein “Literaturgeflüster-Texte-Buch” vorgestellt, da war dann schon der “Hammer” mit meinen und Ruths Texten zur “Kunst im öffentlichen Raum” herausgekommen und am achtzehnten April gab es den ersten diesbezüglichen Spaziergang, wow, ein bißchen so, wie es eigentlich sein sollte und im November gab es noch einmal einen Spaziergang durch den neunten Bezirk und auf der “Buch-Wien” habe ich im Rahmen  des “Ohrenschmauses” ein Stückchen aus der “Mimi” gelesen.

Ansonsten war ich im März wiedermal  in Leipzig und vorher in Essen bei der “Bloggerdebutpreisverleihung”, wo ich Klaus Cäsar Zehrer und Christian Bangel kennenlernte.

Danach gab es den Osterspaziergang der LitGes, wie gewohnt und auch die Lesung beim “Linken Wort” beim “Volksstimmefest”, die Lesung bei der “Poet Night” und mein “Literarisches Geburtstagsfest”, wo ich  jeweils mehr oder weniger ein Stück aus der “Unsichbaren Frau” gelesen habe, dem Buch, in dem ich den Herbst 2017 im Rahmen des “Nanowrimo 2017” beschrieben habe und daraus habe ich auch im “Bepop” gelesen, die man, wenn man so will, auch als eine außertourliche Lesung bezeichnen kann, zu der mich der liebe Rudi eingeladen.

Buch ist in diesem Jahr nur eines herausgekommen, nämlich die Bloggeschichten “Besser spät als nie”, zu Jahresanfang, aber die Fortsetzungsgeschichte, “Die Unsichtbare Frau” ist schon in der Druckerei und ich werde sie demnächst bekommen.

Geschrieben habe ich ab Sommer den Rohentwurf zur “Magdalena Kirchberg”, bei der ich jetzt beim Korrigieren bin und da habe ich vorher auch ein paar Artikel zum “Zeitmanagement”, “Regelmäßig schreiben”, “Konzeptänderungen” etcetera verfaßt. Das war im Sommer.

Vorher ab Jahresbeginn habe ich wieder ein bißchen mein Schreiben vorgestellt, über meine “Kinderbücher”, die “Depressiven Frauen”, die “Politischen Bücher”, die “Bekannten Gestalten”, die “Schreib- und die Bücherschrankmotive”, etcetera, geschrieben.

Außer in Leipzig war ich wieder auf der “Buch-Wien” und beim “Buchquartier”, bei vielen Veranstaltungen, wie den “Wilden Worten”, den “O-Tönen”,“Literatur und Wein” in Göttweig und in Krems, beim “H .C. Artmann-Festival”, bei einigen Preisverleihungen, den “Bachmann-Preis”, den Tanja Maljartschuk gewonnen hat, hat es gegeben  und ich habe wieder tüchtig gelesen, wenn auch weniger als in früheren Jahren, ich habe Buchpreis gebloggt und mich durch die österreichische und die deutsche Liste gelesen.

Ansonsten dieses Jahr sehr viele Neuerscheinungen und in zwei Jurien bin ich nach wie vor auch.

Da gibt es schon länger den “Ohrenschmaus”, den Literaturpreis für Menschen mit Lernschwierigkeiten und seit 2016 juriere ich auch beim “Bloggerdebut-Preis” mit, was mir großen Spaß macht, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur.

Reisen hat es auch gegeben, eher kleinere, denn ich bin ja im Gegensatz zum Alfred nicht sehr reiselustig, war aber heuer vor Leipzig, zwei Tage in Würzburg und zwei Tage in Essen, dann sind wir im Sommer zehn Tage in die Schweiz, nach Genf, Bern und Zürich gefahren, wo ich die Bücherschränke erforschte und einige Buchhandlungen besuchte und kurz danach sind wir noch ein paar Tage mit der Ruth um den Neusiedlersee gefahren.

Das waren die erfreuelichen oder die gewöhnlichen Dinge, zu den eher unerfreulichen würde ich die politischen Entwicklungen, den Rechtsruck, etcetra bezeichnen.

Es gibt wieder Donnerstagsdemonstrationen, da war ich auf vier und das ganze Jahr habe ich mich mit dem Uli gecatscht, was manchmal mehr, manchmal weniger erfreulich war, aber ich denke, man soll es wenigsten versuchen politische Korrektheit einzufordern, auch wenn das, wie es aussieht, ein Faß ohne Boden ist.

Das war im Großen und Ganzen 2018 und richtig, daß ich “zehn Jahre Literaturgeflüster” mit Sekt und Torte gefeiert habe, das hätte ich jetzt fast vergessen!

Und zwei Workshops bei Stephan Teichgräber einen zum Thema “Utopie” und einen zur “Revolution” habe ich auch besucht, um mich ein wenig literaturwissenschaftlich weiterzubilden, während es, was wahrscheinlich auch ein wenig schade ist, die “Schreibgruppe” seit Herbst nicht mehr gibt.

Verluste gibt es auch zu vermelden, so ist in diesem Jahr der “Büchner-Preisträger”  Wilhelm Genazino,  am 12. Dezemer in Frankfurt verstorben, den ich sowohl einmal in Gottweig bei der “Literatur und Wein”, im Literaturhaus und in der “Alten Schmiede” hörte, sondern auch der ewige Nicht-Nobelpreisträger Philp Roth, der andere große Amerikaner Tom Wolfe am 14. Mai, Philip Kerr am 23. März und auch die österreichische Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger mit ihren ganz armen Kindern und Frauen, die eine hervorragende Oma  gegen Rechts gewesen wäre, die mit dem Krückstock, wie sie einmal am Ballhausplatz beim Johanna Dohnal- Gedenken verkündete, gegen die Nazi-Verharmloser angetreten wäre.

Und außerdem habe ich gerade erfahren, ist der israelische Schriftsteller Amos Oz von dem ich noch einiges zu lesen habe, vor drei Tagen gestorben.

Außerdem, hat es in diesem Jubuläumsjahr außer fünfundvierzig Jahre Matura und fünfundvierzig Jahre erfolgfrei schreiben, dem fünfundsechzigjährigen Geburtstag und Ende meines Diagnostikkassenvertrages, auch die Erinnerung an den März 1938, das Wien unterm Hakenkreuz, fünfzig Jahre 1968 und hundert Jahre Republik gegeben, was zu einigen literarischen Veranstaltungen und Büchern führte, die ich noch im nächsten Jahr lesen werde.

Julian Schuttings Einführung in die Lyrik

Nach dem Doml-Workshop, wo es heuer keine Weihnachtsfeier gegeben hat, zum letzten Mal in die “Alte Schmiede” in diesem Jahr, zu einer besonderen Veranstaltung, hat doch Julian Schutting sein bei “Jung und Jung” erschienenes “Unter Palmen” vorgestellt. Gedichte steht auf dem Band und Daniel Terkl, der in die Veranstaltung einführte, erklärte etwas von vier Teilen des Buches in denen es immer um Palmen geht. Im ersten Teil wird ein Spaziergang mit Barbara Schönberg in Palm Spring, der Tochter von Erik Zeisl und Arnold Schönberg geschildert, die einen Text von Julian Schutting übersetzte, im zweiten Teil geht es um eine “Hymne an Kuba”, je in elf bzw. sieben Silben geschrieben, der dritte Teil handelt von “Heinrich dem Seefahrer” und der vierte trägt den Titel “Einmal noch”, dann kündigte er die Lesung an, wobei Julian Schutting erklärte, daß der Verlag das Buch, als Gedichte handelt, es aber keine Gedichte wären und las dann etwa fünfundzwanzig Minuten von dem Spaziergang unter Palmen, wo immer wieder Referenzen auf das Salzkammergut, einem Park in Salzburg, die Begegnung mit Hilde Spiel etcetera erwähnt wurde. Wiener oder österreichische Dialektausdrücken, wie “Blunzn mit Powidl”, wenn einem etwas egal ist, werden erwähnt und die “Wuckerln”, die Locken mit den englischen “Curls” verglichen.

Danach nach dem sehr poetischen Text erklärte Julian Schutting, doch etwas Lyrisches darin zu finden und ging zu dem zweiten Text, der nach dem Versmaß elf und sieben Silben geschrieben war, wobei Julian Schutting vorzählte und zum Mitzählen aufgefordert wurde.

Der Text heißt “An Kuba”, der Verlag oder der spanische Übersetzer hat eine “Hymne” daraus gemacht gegen die sich Julian Schutting auch wehrte und gab dann noch eine Textprobe aus dem dritten Teil, dazwischen erklärte er immer wieder sehr enthusiastisch was Lyrik für ihm bedeute und was der Unterschied zwischen Lyrik und Gedichte  ist und was man in Prosa schreiben kann.

Sehr interessant die wortgewaltigen  poetischen Texte des 1937 in Amstetten als Jutta geborenen Dichters, der auch als Fotograf tätig ist und von dem ich schon einiges gelesen habe und bei mehreren Lesungen war.

Interessant auch die Erklärung, daß der Dichter zum Schreiben den Schmerz benötige, denn Glück kann man nicht beschreiben. Ein Argument dem ich öfter begegnene, aber immer skeptisch gegenüber stehe, eine wunderschöne flüßige Sprache, die lyrische Prosa oder prosaische Lyrik und ich habe wieder etwas von der Theorie und der Praxis des Dichtens gelernt und  schöne Texte gehört.

Der Schmiede Saal war ziemlich voll mit Schuttings Fans, ich habe mich mit Erika Parovsky unterhalten, Christl Greller, gbegrüßt, Angelika Kaufmann, Herbert J. Wimmer und noch viele andere gesehen.

Und was den Adventkalender betrifft, kann ich berichtigen, daß ich heute, als ich in die Spengergasse ging, statt des gestern angekündigten “Besser spät als nie”, die Kroatiensommergeschichte Claire-Klara-Clarisse” in den “Wortschatz” lebte.

Und am neunzehnten November gibt es auch ein Adventkalenderfenster aus der “Nika” im Blog und ich verlinke auch die übrigen Fenster, die schon geöffneten und noch geschlossenen. Leider wird es heuer angesichts meiner Leseflut kein neues Fenster geben, es werden aber noch einige ältere in diesem Jahr zu öffnen sein.

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Und als mein Advent-Weihnachtsgeschenk habe ich mir Mieze Medusas “Freischorcheln” das bei “Milena 2008”, als die  gerade  begannen Männer zu verlegen aus dem Schrank gezogen, ein Buch mit dem sie 2008 bei “Rund um die Burg”, das es damals noch nonstop gab, eingesprungen ist und ich sie auch auf der “Buch-Wien”, als ich dort für die “Buchprprämie-Jury” in der ich damals war, vorbereitet habe, beim Verlagsstand getroffen und auf das ich sehr neugierig war und eigentlich immer lesen wollte.

Juppie und noch ein Buch mehr auf meiner 2019-Liste!

Winter Lese. Auslese

Ich gehe ja nicht so besonders gerne zu Bücherempfehlungsveranstaltungen, da bevorzuge ich eher die Präsentationen, bei der “Lese.Auslese”, die, wie Manfred Müller  in seiner Einleitung erklärte, schon seit vierzehn Jahren jeweils im Sommer vor Saisonsschluß und im Winter vor Weihnachten stattfindet und die seit neun Jahren mit Katja Gasser und Cornelius Hell stattfindet, die da jeweils ihre Lieblingsbücher des Jahres vorstellen, war ich ein paar Mal und speziell die vor Weihnachten bevorzuge ich sogar bezüglich meiner Blogadventaktionen, da gibt es auch immer punsch und Kekse im Anschluß und eine buchverlosung gab es heute auch, bei der man drei der vorgestellten Bücher gewinnen konnte, aber schön der Reihe nach.

Waren ja schon die im Vorraum aufgereihten Bücher eine Überraschung, denn eines davon Ljuba Arnautovics “Im Verborgenen” habe ich schon gelesen, die Essays von Peter Nadas “Lleni weint”, werde ich wahrscheinlich in Harland nach Weihnachten lesen und Michal Hvoreckys “Troll” im Jänner.

Eine Überraschung gab es auch am anderen Tisch, wo früher die Flohmarktbücher auflagen, hatte da ja Gerlinde Hofer die “Ohrenschmaus-Broschüren” und die “Schokoladen” hingetragen, sie war auch im Publikum, ansonsten Dine Petrik, Gabriele Petricek, Karin Peschka habe ich später gesehen und Ljuba Arnautovic, was Katja Gasser, wie sie sagte, etwas verwirrte, die ihr Buch ja vorstellte und die noch nie einen Autor eines der vorgestellten Bücher im Publikum gesehen hat.

Also eine Premiere, denn Verena Mermer, die das ja auch hätte können, war nicht da und im Vorfeld habe ich auch überlegt, welche Bücher Cornelius Hell vorstellen könnte?

Auf Verena Mermers “Autobus Ultima Speranza” und auf Andrej Kurkows “Kartografie der Freiheit” bin ich gekommen. Das eine stimmte, das andere nicht und auffällig bei den acht präsentierten Bücher, die von Manfred Müller alle heiß empfohlen wurden, war auch, daß sehr viele von osteuropäischen Autoren, wie beispielsweise das Buch von  Laszlo Krasznahorkai “Baron Wenckheims”, der von Cornelus Hell als einer der bedeutendensten ungarischen Autoren vorgestellt wurde, stammte.

Karl Heinz Ott, ein eher unbekannter Autor, wie Manfred Müller erwähnte, bildete da mit seinem “Und jeden Morgen das Meer” eine ausnahme und es stimmt, ich habe von dem 1957 in Ehlingen bei Ulm geborenen Autor noch nichts gelesen. Habe aber, glaube ich, einmal eines seiner Bücher aus einer Abverkaufskiste gezogen und der Name erscheint mir bekannt. Auch ein hochgelobtes Buch, das man unbedingt lesen sollte, ein leises stilles, das von einer sechzigjährigen Frau handelt, die nachdem ihr Mann gestorben ist nach Wales zieht.

Auf die Essays von Peter Nadas, die von der Erschießung der Ceausescus und Leni Riefenstahl handeln, bin ich jetzt neugierig geworden, auch auf dad Buch von Bora Cosic, das er schon früher geschrieben hat und von dem habe ich ja “Die Rolle meiner Familie bei der Weltrevolution” gelesen, als ich vor ein paar Jahren in Kroatien war und von dem Slowenen Goran Vojnovic und seinem “Unter dem Feigenbaum” habe ich auch schon so einiges gehört.

Das Cosic-Buch, das der Verena Mermer und das von Goran Vojnovic wurden verlost. Ich hatte die Nummer elf, habe aber nichts gewonnen, dafür Gabriele Üetricek und nachher beim Punsch habe ich mich ein bißchen mit Cornelius Hell und einem jungen Dichter unterhalten, der mich und Cornelius Hell fragte, was unsere Highlitghts und Flops des Jahres wären?

Da tue ich mir  immer schwer, obwohl in diesem Jahr noch ein diesbezüglicher Artikel folgt. Flops weiß ich nicht so genau. an Highlight habe ich ihm Thomas Klupp “Wie ich fälschte, log und Gutes tat”, angegeben, das ich heute ausgelesen habe. Aber Gunnar Kaisers “Unter der Haut”, Wlada Kolosowas “Fliegende Hunde” und Nino Haratschiwillis “Der General und die Katze” haben mir ja auch sehr gut gefallen, wie noch viele weiter der wahrscheinlich hundertvierzig Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und die heute vorgestellten klingen auch alle sehr interessant.

Und was meine Bücher betrifft, so kann ich vermelden, daß ich gestern, nach dem ich mit dem Alfred im “Waldviertlerhof” essen war, eine “Nika” in den “Wortschatz” legte und morgen, wenn ich wieder zum Stephan Teichgräber gehe, werde ich noch einmal die “Besser spät als nie – Geschichten” hineinlegen, das Vorläuferbuch zur “Unsichtbaren Frau”, von der es ja schon die Vorschau gibt und das wahrscheinlich gleich am zweiten oder dritten Jänner erscheinen und also mein diesbezügliches Neujahrsbaby für 2019 sein wird.

Zwei Romane aus dem Braumüller-Verlag

Das vorletzte Mal “Alte Schmiede” in diesem Jahr, sagte Johanna Ötl in der Einleitung, übermorgen kommt dann noch Julian Schutting dran und heute waren es zwei sehr sehr unterschiedliche Romane aus dem “Braumüller-Verlag” obwohl die beiden Autoren, ein Mann und eine Frau, einiges gemeinsam haben.

Sie kommen beide aus Vorarlberg und haben beide im ORF gearbeitet und dann hat die 1943 in Tulln an der Donau geborene und in Dornbirn lebende Monika Karner einen offenbar autobiografischen Roman über einen autistischen Sohn geschrieben “Nur zu zweit” heißt er, denn der Rolf hat die Linda längst verlassen, beziehungsweise hat sie ihn hinausgeschmissen, weil sie seinen Alkoholismus nicht mehr aushielt und nun lebt sie mit Rudi ihrem autistischen Sohn und schildert, wie schwierig das ist, denn sie will im Land Vorarlberg eine diesbezügliche Behinderungseinrichtung aufbauen.

Das Land läßt sie aber im Stich und so bleibt sie mit ihrem Kind allein und stellt sich oder der Frau vom Landeshauptmann die Frage, wie das ist, wenn sie vor ihm stirbt, was mich etwas wunderte, denn durch den “Ohrenschmaus” beziehungsweise durch die vom Bludenzer “Sprungbrett Lädele eingereichten Texte, habe ich das Land Vorarlberg eigentlich für ein Vorzeigeland in Sachen Behinderungpädagogik  gehalten. Wie man sich irren kann, beziehungsweise, hat es das “Sprungbrett-Lädele” wahrscheinlich noch nicht gegeben, wie Monika Karner Betreuung für ihren Sohn brauchte, der auch in Deutschland eine Schule besuchte, weil es die in Österreich noch nicht gab.

Monika Karner hat sehr berührende Stellen dazu gelesen beziehungsweise Johanna Ötl viel von ihrem Frust erzählt, wie es ist alleine mit einem autistischen Kind dazustehen und alle geben ihr Ratschläge oder glauben ihr nicht, daß er autistisch ist, weil er Gefühle hat und weinen kann, was er tat, als er hörte, daß die Mutter von ChristianMähr mit dem sie offenbar befreundet ist, in ein Altersheim kommen soll, dachte er doch es wäre seine Mutter und vom 1952 geborenen Christian Mähr habe ich schon vor Jahren etwas gehört, denn da gab es noch den “Amadeus”, glaube ich, hat der “Thalia” früher geheißen, auf der 2Babenberger- oder unteren Mariahilferstraße und da hat es ein “Dumont-Probebuch gegeben in dem ein Ausschitt aus seinem “Simon fliegt” enthalten war und dann habe ich ihn auch einmal in der “Alten Schmiede” aus einem anderen Buch lesen gehört.

Der studierte Chemiker liebt es fantastisch, hat auch schon einen Sciece Ficton Preis gewonnen und sagte in der Dikussion energisch, ihn würde die Realität in der Literatur nicht interessieren, denn wenn er es realistisch haben will, liest er Zeitung und passiert in seinem neuen Buch “Der jüngste Tag des Peter Gottlieb” auch sehr viel phantstisches, eine unbekannte Anderswelt sagte johanna ötl in der einleitung hat sie ja auch die letzte “Literatur im Herbst” mitmoderiert, genauso oder anders unbekannt, wie das Leben mit einem autistischen Kind, denn in Christian Mährs Roman stehen die Toten, wenn ich es richtig verstanden habe, wieder auf oder können nicht sterben.

Da erbt einer ein Gasthaus und überführt dabei einen Mann, der ist aber nicht oder schon länger tot und so wird in dem Gasthaus, dann das jüngste Gericht abgehalten und Johanna Ötl verwies in ihrer Einleitung auch auf den Bulgakov uns seinen Meister mit der Margarita und befragte nach der Lesung den Vorarlberger Meister, wie er zu seinem Stoff gekommen ist?

Das war ein langes Gespräch, denn Meister Mähr ist sehr wortgewaltig und Johanna Ötl wies am Schluß auch, weil Weihnachten kommt bald, auf den Büchertisch hin, wo man sich mit beiden Büchern eindecken und in zwei sehr unterschiedliche Lebens – und Lteraturwelten eintauchen konnte und ein Bonmot habe ich noch vergessen, denn Christian Mähr hat natürlich den Großmeister Stanislaw Lem erwähnt und der hatte einen Schüler, der heute, glaube ich, gar nicht mehr so phantastisch schreibt, nämlich Radek Knapp und der war auch imPublikum und besitzt, wie Christian Mähr verriet, den Lemschen Schreibtisch, was wie Johanna Ötl die Veranstaltung ausleitete, ein toller Anfang für einen neuen Roman wäre.

 

Enquette zur Zentralmatura

Die Zentralmatura gibt es seit einigen Jahren und seither oder auch schon früher sind die IG-Autoren damit unzufrieden, weil sie den Stellenwert der Literatur im Deutschunterricht verdrängte und es seither möglich ist zur Matura zu kommen ohne ein einziges Buch gelesen zu haben.

Bei der GV der IG Autoren wird regelmäßig darüber berichtet, Ludwig Laher, den ich ja in die “Ohrenschmaus-Jury” brachte, ist ein diesbezüglicher Experte und er war bei der letzten “Preisverleihung” auch nicht dabei, weil er im Literaturmuseum war, wo es, wenn ich es richtig zitiere, eine Veranstaltung zu einem österreichischen Kanon, also eine Leseliste für die Schule, die es offenbar nicht mehr gibt, gab und dieser Kanon wurde bei der heutigen Enquete, die im alten AKH, das jetzt eine Universitätscampus ist, die gemeinsam von den IG Autoren und der österreichischen Gesellschaft für Germanistik unter dem Titel “Lies keine <oden, lies lieber Fahrpläne”, berichtet, denn bei der Zentralmatura, das heißt, die, die für alle Schulen, also sowohl für die AHS, als auch die BHS gleich ist, gibt es verschiedene Textsorten zu bearbeiten und man muß hier einen Leserbrief schreiben oder eine Empfehlung geben, aber keine Literatur bearbeiten.

Das heißt ein literarisches Thema gibt es, glaube ich, schon, das man wählen kann und da wurde einmal ein paar Zeilen aus Arnos Geiger “Der alte König in seinem Exil” vorgegeben und die Schüler sollten aus diesen Zeilen eine Empfehlung für einen Zivildiener schreiben, der in der Altenbetreuung arbeitet.

Ein Gedicht eines politisch belasteten Autors wurde auch einmal vorgegeben und sowohl die IG Autoren als auch die Germanisten sind damit unzufrieden und so veranstalteten sie die gemeinsame Enquete zu der sowohl Autoren, als auch Germanisten eingeladen wurden.

Ich habe ja 1973 meine Matura in einer BHS, sprich “Knödelakademie” oder “Höhere Llehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe”, wie es damals hieß, abgelegt, hatte in der Frau Prof Friedl eine sehr engagierte Deutschleherin, die mir, glaube ich, die Liebe zurLiteratur beigebracht hat.

Mein schrftliches Maturathema weiß ich nicht mehr, mündlich bin ich in Musik angetreten und, daß wir im vierten Jahrgang uns ein Jahr mit dem “Faust” beschäftigt haben, ist etwas, was ich immer noch sehr gern zitiere und denke, daß mir das zwar nicht geschadet hat, ich aber nichts dagegen gehabt hätte mich, in in diesem Jahr mit etwas anderen zu beschäftigen.

Das passiert aber jetzt nicht mehr, weil die Deutschstunden gekürzt wurden und die Lehrer, weil sie die Schüler auf die Textsorten vorbereiten müßen, keine Zeit haben, sich mit der Literatur zu beschäftigen, so daß die Germanistikstudenten keine Ahnung haben, wer Samuel Baecket ist, wie Daniel Wisser, der am Nachmittag einen Impulsvortrag hielt, erstaunt feststellte und ich füge hinzu, daß ich im Deutsch- oder Englischunterricht und auch in Französisch warhscheinlich diesen Namen auch nicht hörte, aber Abonnentin des “Theaters der Jugend war” und da kann ich mich vage an eine Aufführung im Theater im Zentrum von “Warten auf Godot” erinnern, wo ich etwas verwirrt mit meinem, ich glaube, in der zweiten oder dritten  Klasse selbstgenähten hellgrünen Kleid mit den Puffärmeln saß.

Gerhard Ruiss und Werner Michler von den Germanisten eröffneten, im Publkum war sowohl, die Frau Schmidt-Dengler, die Witwe des berühmten Germanisten, als auch die Doris Kloimstein, Stepan Teichgräber und die Autoren, dieImpulsreferate hielten.

Ludwig Laher vo der IG und  Christa Gürtler von den Germanisten haben mitorganisert und Ludwig Laher und Werner Michler erklärten auch gleich, was falsch liege mit dem Deutschunterricht, beziehungsweise der Zentralmatura.

Ludwig Laher zählte die verfehlten Themen auf und es wurde darüber geklagt, daß die Schüler nicht nur Samuel Becket nicht kennen, sondern auch nicht wissen was “Pathos” bedeutet.

Die Lesekompetenz läßt nach und es wird statt allgemeiner Bildung nur eine Kompetenz gefördert, die der Wirtschaft dient, also das Fahrpläne lesen und das Leserbriefschreiben.

Jetzt weiß ich gar nicht so genau, ob die Leute noch so viele Leserbriefe schreiben, ich habe das früher öfter mal gemacht, aber in keiner Schule gelernt, wie man das geht, da bin ich schon von selber darauf gekommen und Werner  Michler forderte auch Schreibwerkstätten in den Schulen, was ich für eine gute Idee halte. Aber auch das hat es 1973 nicht gegeben und so habe ich mir auch das Schreiben damals alleine beigebracht, beziehungsweise bin ich ja Ende der Siebzigerjahren im “Arbeitskreis schreibender Frauen” gewesen, was für mich so etwas wie die “Gruppe 47” war.

Daniela Strigl, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin hat dann auch ein Referat gehalten und sie hat, was ich auch für wichtig finde, dem mangelnden Literaturwissen der Schüler entgegengestellt, daß Jahr für Jahr tausende Bücher erscheinen. Sie hat auch die Befindlichkeitsblogger erwähnt, das sind die, die sich mit einem Buch an den Strand stellen, worüber sich die Germanisten ja immer etwas lustig machen, aber ich denke, daß diese jungen Frauen, die über den “Harry Potter” oder Stephen King plotten oder vloggen, wahrscheinlich die sind, die sich für das Lesen interessieren, sich mit der Literatur beschäftigen und wahrscheinlich auch in Deutsch maturieren und vielleicht Germanistik studieren.

Die mangelnde Bildung wurde beklagt, aber ich denke, daß die heutige Jugend wahrscheinlich nicht weniger gebildet, als in den Siebziger- oder Achtzigerjahren sind, aber einen anderen Zugang haben. Sie wissen vielleicht nicht was “Pathos” ist, aber verwenden englische Worte, wo ich Schwirigkeiten habe, sie zu versthehen, sie facobooken, twittern, verwenden Instragram und schreiben da wahrscheinlich sehr viel, auch wenn sie keine Bücher lesen und die Blogger tun das auch und da wird  oft geklagt, daß es so viele Blogger gibt .

Es ist also nicht ganz so leicht mit der Literatur und den Germanisten. Vor Daniela Strigl kam aber eine Salzburger Lehrerin, die den Schulalltag schilderte und die Maturathemen vorlas, die es vor der Zentralmatura gegeben hat.

Dann gabs eine Stunde Pause mit einem Buffet, wo ich mich intensiv mit Doris Koimstein und auch anderen unterhalten habe und dann ging es mit den Impuslreferaten weiter.

Das erste hätte Olga Flor halten sollen, sie war aber krank, so hat Daniela Strigl ihren Text verlesen, dann kam Evelyn Schlag und las ein Gedicht vor, daß in einem Schulbuch, mit einem anderen Namen und in einer Prosaform veröffentlicht wurde. Daniel Wisser erzählte, wie erwähnt, seine Erfahrungen mit den Studenten und allgemein wurde beklagt, daß in der Schule und in der Wissenschaft so viel evaluiert würde, daß keine Zeit mehr für die Literatur bliebe.

Am Schluß gabs dann das Politikerpodium, das heißt, Martin  Netzer vom Bundesministerium saß mit der Germanistin Ulike Tanzer, die glaube ich mit Daniela Strigl und Evelye Polt Heinzl die von Ebner- Eschenbach Gesamtausgabe herausgebracht hat und noch einem Lehrer am langen Tisch und versuchte zu relativieren und die Vorzüge der Zentjralmatura zu erläutern, beziehungsweise zu betonen, daß ohnehin kein Lehrer gehindert würde, Literatur zu interrichten.

Interessant war auch, daß das die jungen Lehrer offenbar nicht so kritisch sehen, wie die IG Autoren und die Germanisten und ich denke, es war sehr interessant und ich habe viel gelernt, obwohl ich mit der Zentralmatura nicht so viel am Hut habe und die Anna 2002 noch die alte machte.

Da war interessant, daß Alexandra Millner, damals Praktikantin dort war und die hat mich einmal zu einer Lesung eingeladen, den Schülern aber auch statt einer Leseliste eine Seite Werner Kofler, eine Seite Jandl und eine Seite Thomas Bernhard etcetra gegeben,  Ferdinand Schmatz hat sie aber, glaube ich, auch eingeladen und die Deutschlehrerin hat sich gefreut, daß die Anna in Deutsch maturieren wollte und Ilse Kilic kannte, so daß diese der Anna ein Buch schenkte und sie sie dann zum Thema hatte.

Also hat zumindestens die Anna ein Buch gelesen und in die Deutschmatura eine neue Variante hineingebracht.

Vom Doml ins MUSA

Im Solo-Workshop zur Revolutionsliteratur ging es diesmal wieder um Alexander Döblins “November 1918” und da habe ich die  Absätze “Der Kranke dämmerte allein. Die feinen Pflänzchen, die die Bleikugel aus der Luft von der Jacke in seinen Leib getragen hat, durchwucherten seinen Leib. Sie überzogen alle Därme mit einem trüben Hauch und machten ihren Glanz blind. Grauen Flocken sanken in die Nischen zwischen den Därmen, die sich noch zusammenzogen, hoben und senkten. In die Adern des Mannes waren die Pilze gewandert und hatten sich fröhlich  von dem warmen Strom des Blutes forttreiben lassen, wie fühlten sie sich selig in dem süßen Saft, das war etwas anderes als das Leben an der kalten Luft und auf dem Tuch. Wie ein Orchester, das das auf den Wink seines Kapellmeisters wartet, setzten sie sich rauschend in Bewegung. Und nun war der Mensch ein hohles gewaltiges Gewölbe geworden, durch das ihre Musik scholl. Er lag da, schlaff, schwitzend.

An den Wänden des Gewölbes kriechen Schlingpflanzen, es ist ein Urwald, und dies sind die Tropen, und da klettern Affen, Untiere mit schrumpfigen Hälsen, sie steigen aus demMorast, Kolibiris schwirren mit geschwungenen Schnäbeln, die Blumen halten ihm ihre grellen Blüten hin und schnellen schmale rote Zungen heraus. Nun spielt eine Orgel und von den Tonleitern steigen ernste Männer hinunter im Talar. Lange Schleppen ziehen sie hinter sich her, sie predigen und ermahnen, es ist ein langes schwarzes Lied.

Das graue Licht hellt sie auf. die Stunde rückt vor, ein Tag hat sich in Bewegung gesetzt, der zehnte November, Sonntag. Kleine Sonnenstrahlen schleichen über das Bett.

Schwestern kommen, stützen den Kopf des Fliegers, halten Wein vor seinen Mund. Sein Gesicht – wessen Gesicht – wird länger und länger. Seine Lippen allen auseinander. Er öffnet den Mund nicht. Sie rufen ihn an.

Aber der Urwald hat ihn verschlungen.”

“Zu pathetisch!”, habe ich zuerst Stephan Teichgräber, der seinen Metaphernbaum erstellte, gesagt.

“Wie in einem Drogenrausch geschrieben!”, aber dann bin ich wohl darauf gekommen, daß es wohl eine sowohl sehr blumige, als auch sehr drastische Schilderung eines Arztes eines Sterbens ist und am zehnten November 1918, wo sich in Österreich ja bald die erste Republik gegründet hat, sind wahrscheinlich noch sehr viele Soldaten an ihren Verwundungen und Einschüßen gestorben.

Also kein besonderer Grund des Feiern, obwohl in Österreich ja die hundertjährige Republiksgründung im November sehr intesiv gefeiert wurde, ich am Bibliothestag deshalb in das Parlamentsbibliothek war und dort Grammelpogatscherl und Nußkipferl gegessen habe, die Lesetheateraufführung von Csokors “3. November 1918” gesehen habe, während ich zu Buchpräsentatation des “Tarantl-Buches” – “November 1918 in der österreichischen Literatur” wegen der “Buch-Wien” nicht gegangen bin. Ich habe das Buch nur bei Gerald Grassl angefragt und heute bekommen, also werde ich über den Döblin und Alexej Toistoi über das Jahr 2018 hinaus noch genügend Lesestoff haben und das Workshop geht ja auch noch bis Ende des Semesters und ich bin am Abend wieder ins MUSA gegangen und da gibt es auch eine Neuerung, die nicht unbedingt erfreulich ist. Denn seit Julia Danielczyk die Literaturbeauftragte der Stadt Wien ist, gibt es ja die monatlichen MUSA – Veranstaltungen, wo die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorgestellt werden, was ich sehr interessant fand zu wissen, wer da von der Stadt Wien gefördert wird und was der oder die schreibt.

Vom Oktober bis Juni gab es da Veranstaltungen. Seit das MUSA aber zum “Wien -Museum” gehört, beziehungsweise seit heurigen Herbst ist das offenbar anders, denn da gab es Oktober nur die “Veza Canetti-Preisverleihung” an Petra Ganglbauer und als mir Julia Danielcyck dann das Programm schickte, stellte sich heraus, daß es nur mehr im Dezember und im Jänner Veranstaltungen geben wird, weil jetzt nur mehr die Preisträger und nicht mehr die Stipendiaten präsentiert werden und da ware heute die Förderungspreisträgerin Iris Blauensteiner, deren 2016 erschienener Roman “Kopfzecke” ich ja gelesen habe, vorgestellt.

Die 1986 geborene Autorin, die auch als Regisseurin tätig ist, hat zwei Szenen aus dem Buch gelesen und wurde  von Julia Danielcyck dazu befragt und der Würdigungspreisträger ist der 1954 in Wels geborene Christoph Ransmayr von dem ich schon ein Buch gelesen habe und ihn mehrmals bei Veranstaltungen hörte. Er las zwei Öuftgeschichten, wie er sagte aus seinen “Atlas eines ängstlichen Mannes” und ist offenbar auch ein großer Reisender, der in dem Buch seine Begegnungen mit Menschen und Orten in Geschichten aufgeschrieben hat.

Die eine Geschichte handelt davon, daß er sich mit zwei Leuten auf einer Wanderung durch Bolivien befindet und da von einem Militärflugzeug angeschossen wird und die zweite vom Flug eines Albatrosses und einem Kind das nach dem Tod der Mutter zu wachsen aufhörte und erst wieder ins Leben hineinfinden mußte.

Christoph Ransmayr wirkte auf Julia Danielczyks Fragen ziemlich abgehoben, da ihn, wie er sagte, die Gattungsfragen, ob seine Texte jetzt Erzählungen oder Novellen wären nicht interessiere und er seine Werke auch nicht mit denen anderer Autoren vergleichen könne.

Nachher gab es wieder Brot und Wein, sowie interessante Gespräche und besonders interessant war dabei, daß ich dabei mehrmals nach dem “Ohrenschmaus” befragt wurde.

Und bezüglich meiner Adventvorsätze habe ich am Nachmittag wieder ein Buch in den “Wortschatz” gelegt.

Frauen schreiben Krieg

Bin ich vorigen Dienstag zu spät in eine Veranstaltung zu “Hundert Jahren Frauenwahlrecht” ins Literaturhaus gehuscht, bin ich das heute zu den “Wiener Vorlesungen zur Literatur”, in die “Alte Schmiede”, eine Veranstaltungsreihe, die es dort regelmäßig gibt und die wahrscheinlich einmal von Kurt Neumann, der die Essays über die weibliche Sichtweise des Krieges von der “Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl moderierte, obwohl er, glaube ich, sich schon in Pension befindet, ins Leben gerufen wurde.

Eine Veranstaltungsreihe, die ich manchmal, nicht regelmäßig besuche, bin ich ja keine Theoretikerin, sondern eher eine der Praxis, eine schreibede Frau, wie ich immer schreibe, wenn mich meine Kritikerinnen beschimpfen “Was Sie nennen sich Dichterin und haben so viele Fehler?”

Nein, nenne ich mich nicht, aber ich bin wahrscheinlich eine gründliche Lerserin und die Vorlesungen oder Essays, wie es die 1958 in OÖ Geborene nannte, waren auch wahrscheinlich eher praktisch, als theoretisch.

Zwei Vorlesungen mit einer viertel Stunde Pause dazwischen, die ich zum Lesen von Dietmar Füssels “Deppenstories” nützte, die die weibliche Sichtweise des Krieges von 1914 bis 1945 unter dem Titel “Körper Kleider Blut” und dannn bis in die Gegenwart “Knochen Ruinen Kameras” beleuchtete und die erste weibliche Berichterstatterin ist wohl unzweifelhaft die Alice Schalek, die der Karl Kraus so verhunzt hat, wie Kurt Neumann später sagte, habe ich versäumt, weil ich  irrümlich am Karlsplatz zur U 2 statt zur U1 hetzte und dabei wohl einen Zug ausließ, aber da war ich ja einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und habe die Cartoons, nicht das Original zur den “Letzten Tagen” gelesen und mir würde wohl auch noch Adrienne Thomas “Kathrin wird Soldat” einfallen, aber Sabine Scholl war schon bei Punkt zwei und bei den weiblichen Berichterstatterinnen, die in den World war two geschickt wurden, als ich den Schmiedesaal erreichte und das waren vorwiegend drei Damen namens Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, eine der Frauen von Ernest Hemingway und Lee Miller, die sich mit Uniformen, Puder und Lippenstift an die Front versetzen ließen, in der “Vogue” berichteten, sich in Hitlers Badewanne fotografieren ließen, etcetera.

Die Bücher und Bildbände der drei Damen lagen am Büchertisch auf. Sabine Scholl ist dann zu Irene Nemirovsky eine in Frankreich lebende rrussisch-polnische Jüdin übergegangen, die den Krieg in Romanen beschireb, die aber erst von ihrer Tochter veröffentlicht werden konnten, weil sie in Auschwitz ums Leben kam und dann zur Svetlana Alexjewitsch, der Nobelpreisjträgerin, die russische Frauen, die im World war II mitgewirkt hatten, nach ihren Erfahrungen fragten.

Vor der Pause kam dann noch Dascha Drindic an die Reihe mit ihrem Projekt “Sonnenschein”, die auch schon in der “AS” gelesen hat, die im Juli in Riejka gestorben ist und nach der Pause ging es von World War II über den Jugoslawienkrieg in die Gegenwart und da hat die Kroatin Slavenka Draculic auch eine wichtige Arbeit geleistet, als sie die Den Haager Prozesse beobachtet hat und darüber in “Keiner war dabei” einen Bericht über den Balkankrieg geschrieben hat.

Sie hat dann noch ein Buch über die Vergewaltigungsopfer geschrieben und dabei die Fiction mit der Wirklichkeit verbunden und die Protagonistin in “Als gäbe es mich nicht” ihr Kind dann noch behalten ließ, was nicht nur von Sabine Scholl kritisiert wurde.

Junge kroatische serbische bosnische Frauen etcerta gibt es auch, die ihre Kriegserlebnisse aufzeichneten, mir fiele dabei nur Marica Bodrozic ein. Sabine Scholl hat aber die mir unbekannten Ivan Salko und Sara Novic erwähnt und natürlich noch Sasa Stanicic und Tiljan Sila aber es ging hier, um die weibliche Sichtweise und Anna Kim, die österreichische Autorin mit südkoreanischen Wurzeln hat  in der “Gefrorenen Zeit” von außen über den Jugoslawienkrieg berichtet, in dem sie einen, der seine Frau verloren hat, auf Spurensuche gehen ließ.

Von Jugoslawien geht es dann, was die Kriege betrifft nach Tschetschenien und in die Ukraine und beim letzteren hat Sabine Scholl Oksana Sabuschko und Tanja Majlartaschuk erwähnt und die Bachmannpreisträgerin von heuer hat mir ein bißchen als Namensgeberin gedient, als ich mich sowohl im “Schutzengelchen” als auch in der “Sommergeschichte” mit der Ukraine beschftigt habe, was ich natürlich auch von außen getan habe und in den “Sommererlebnissen”, die die Ereginisse von 2015  schildern, geht es natürlich auch um Syrien und das war der nächste Andockungspunkt von Sabine Scholl.

Hier hat sie ein Internetprojekt von Annika Reich und Linda Muzur erwähnt, die sich im “Weiterschreiben” mit “Literarischen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebiegten” beschäftigte, das heißt Sabine Scholl hat sich nur mit den weiblichen Namen beschftigt, die auch im Programmfolder abgedruckt sind, aber mir ist gleich das bei “Ullstein” erschienene Buch eingefallen, das seit einigen Wochen in meinem Badezimmer liegt und da sind auch Autoren wie Sasa Stanisic, Maritn Kordic, etcetera, enthalten, aber auch die Autorinnen, die Sabine Scholl erwähnte, das ich wahrscheinlich nach Weihnachten lesen will.

Am Schluß gab es eine Diskussion und Kurt Neumanns Frage, wie Sabine Scholl auf die Idee, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gekommen ist. Das heißt, das hat sie, glaube ich, schon vorher selber beantwortet, daß die weibliche Sichtweise auf das Kriegsgeschehen anders und  besonder wichtig ist und daher erforscht werden sollte.

Sabine Scholl schreibt jetzt auch, wie sie verriet an einem Roman über Frauen im Krieg, weil sie, wie sie weiter sagte, die männliche Berichterstattung, die ja wahrscheinlich viel stärker ist, nie so interessierte. Aber ich denke “Wie der Soldat das Grammofon reparierte” oder im “Westen nichts Neues” ist schon sehr interessant, finde das Thema und die Beschftigung mit den weiblichen Stimmen aber auch sehr wichtig, habe viel gelernt,  auch schon viel darüber gelesen und werde das auch weiter tun.