Priessnitzpreis an Antonio Fian

Den “Reinhard Priessnitz-Preis”, benannt nach dem am 5. November 1985 verstorbenen experimentellen Dichter, der vom “Bundesministerium für Unterricht und Kunst” gstiftet wurde und von der Jury, Gustav Ernst und Robert Schindel vergeben wird, gibt es seit 1994 und wird im Literaturhaus immer Ende Oktober verliehen.

Als  ihn1998 Sabine Gruber bekommen hat, war ich das erste Mal bei der Verleihung. Dann kann ich mich erst wieder an die von 2003 an Olga Flor erinnern. Danach war ich bis auf das Vorjahr, wo ihn Hanno Millesi, den ich ja sehr gern mag, ich aber bis acht Stunden hatte, bekommen hat, war ich jedesNahr dabei und ab 2008 kann man das in meinem Blog auch nachlesen:

Angelika Reitzer,  Michael Hammerschmid, Andrea Winkler, Richard Obermayr,  Judith Nika Peifer, Anna Weidenholzer, Robert Prosser, Anna Elisabeth Mayer, Sandra Gugic.

Man sieht, bis auf Lotte Podgornik, die Volksstimme-Journalistin, die ihn 1997 bekommen hat, lauter jüngere eher experimentelle Autorinnen.

Aber heuer gab es wieder eine Ausnahme, denn heuer hat ihn Antoino Fian bekommen, der 1956 in Klagenfurt geboren wurde und mit seinen Dramuletten, die bei “Droschl” und im “Standard” erscheinen, eigentlich nicht als experimenteller Dichter gilt.

Auf der Longlist des dBps ist er 2014 mit seinem “Polykrates-Syndrom”, das ich ja im Sommer in Zürich in dieser kommunistischen Buchhandlung gefunden habe, ist er auch schon gestanden und ich kenne ihn  schon sehr lange.

Wahrscheinlich schon seit meiner Zeit im “Arbeitskreis schreibender Frauen”, wo ich auch Lotte Podgornik kennenlernte und kann mich ich an die Zeitschrift “Fettleck” erinnern, wo ich seine Texte gefunden habe, aber vielleicht war es auch eine andere Gelegenheit.

Er war einmal bei den Staatsstipendiaten, als Gerhard Jaschke eine “Freibordnummer” darüber herausgegeben hat, da sitzt Gerhard Ruiss  ziemlich unbekleidet am Cover am Klo und sonst war ich schon bei sehr vielen seiner Lesungen und Buchpräsentationen.

Als es die “Literatur im März” und ihre Büchertürme noch gab, habe ich auch ein paar seiner “Droschl- Bücher” dort gefunden und habe ihn mit dem Alfred und der Ruth sogar einmal bis in den Bregenzer Wald verfolgt. In Göttweig bei “Buch und Wien” liest er auch und als wir noch den “Standard” in seiner Printform kauften, sind mir auch die dort erschienenen Dramulette untergekommen. Mein Lieblingsdramulette ist das mit der schwerhörigen alten Frau und deren pubertierenden tochter, die sie mit künstlicher Untersützung geboren hat und die nun ziemlich allein mit ihren Nöten ist.

Das Literaturhaus nicht sehr voll, aber Maximillian Droschl war da, der Josef, den ich eine Einladung zu meinem Geburtstagsfest gegeben habe, ein paar Stammbesucher und natürlich die Laudatorin Karin Fleischandl.

Barbara Zwiefelhofer hat eröffnet, Gustav Ernst kurz und bündig den Jurybescheid verlesen, die Laudatio war etwas länger. Es gab  die Urkunde und, wie das bei diesen Preisverleihungen üblich ist, ein Paket mit Priessnitz-Bänden, die glaube ich inzwischen auch bei “Droschl” erscheinen. Antonio Fian nahm eine Nenge seiner Bücher auf die Lesebühne mit und hat sich querdurchgelesen, worunter für mich einiges schon Bekanntes, aber auch viel Neues war.

Dann gabs Wein und die Bücher am Büchertisch zum Kaufen und betrachten und ich habe Antonio Fian natürlich vom “Polykrates-Syndrom” in der Wühlkiste in der Züricher Volkssbuchhandlung erzählt und er mir, daß er am dreißigsten November wieder bei der “Poet-Night” lesen wird.

Von der Revolution zum Schamrock-Festival

Zugegeben ein ziemlicher Kontrast, aber nach zwei Wochen Pause habe ich mich heute wieder mit der Ruth in der Domumentationsstelle mit dem Stephan Teichgräber getroffen und wir haben uns weiter mit der Revolutionsliteratur beschäftigt, wobei da ja noch immer nicht ganz klar ist, was diesen Begriff umfaßt? Die Französische oder die Russische, wie ich eigentlich dachte, ist es ja nicht, sondern die im November 1918, die zur Rebubliksgründung führte und dann schlug Stephan Teichgräber  zwei Ausgangswerke vor, nämlich Döblins “November 1918” und Aleksej Tolstojs Tetratologie “Der Leidensweg”, da sind wir von der Republiksgründung etwas entfernt und ich habe ja eher an das Theaterstück von Franz Theodor  Csokors gedacht, daß ich einmal im Burgtheater gesehen habe und, ich glaube, ich habe das Stück auch in den Regalen und mǘßte es nur suchen und dann war ich ja inzwischen im Palais Epstein in der Parlamentsbibliothek und Gerhard Loiblsberger “Schönbrunner Finale” , das sich mit diesem Thema und  Datum beschäftigt, ist inzwischen auch zu mir gekommen.

Ich habe nur vergessen, das Buch in die Spengergasse mitzunehmen, Stephan Teichgräber beschäftigt sich aber ohnehin mit den “Untersuchungen von Märchen” von Vladimir Propp, die mich sehr stark an die “Heldenreise” erinnerte.

Damit will er das nächste Mal den Döblin analysieren, weil das Buch auch mit einem Abschied beginnt und im Literaturhaus gab es wieder, zum dritten oder vierten Mal das “Schamrock-Literaturfestival”, das von Augusta Laar veranstaltet wird.

Ich kam gerade mitten in die Eröffnung von Robert Huez, der gerade die Festivaldirektorin vorstellte und die erklärte dann, daß sie die Idee zu einem Frauenliteraturfestival aus der Wut heraus, daß Frauen im Literaturbetrieb immer noch unterdrückt werden, startete.

Das 1955 geborene GAV-Mitglied lebt aber in München und so wollte sie das Festival auch dort veranstalten, aber Friederike Mayröcker einladen, die nicht so weit fahren wollte, also gibt es einen Abstecher nach Wien, während es in München ab Freitag drei Tage weitergeht.

Einmal war ich schon bei einem dieser Festivals im Literaturhaus, was ja den Vorteil hat, daß man sich da keinen Festivalpaß besorgen muß, dafür ist das Programm aber überschaubarer, traten ja nur drei Autorinnen auf und nach der Pause gab es eine Klassenperformance der Schule für Dichtung mit Anne Waldmann.

Das Festivalthema lautete “Europe inside outside” und so trat als erste Autorin die Südtirolerin Sabine Gruber deren Journalgedichte und Lesung aus “Im Abgrund und im Himmel zu Hause” ich schon vor einer Woche gehört habe, sie als Lyrikerin jetzt deutlicher bei mir verortet ist und dann kam die ukrainische Autorin Oksana Sabuschko, die ich eigentlich auch nicht als Lyrikerin kenne.

Sie las ihre Gedichte auf ukrainisch, die deutsche Übersdtzung wurde projiziert und erzählte immer ziwschen durch ein bißchen was auf Englsich, während die aus St. Petersburg stammende Olga Martynova sowohl auf Deutsch, als auch Russisch schreibt und ihre Gedichte auch abwechselnd in beiden Sprachen vortrug.

“Von Tschirik und Tschirka”, habe ich mir ja einmal bei einem “Morava-Abverkauf gekauft, aber immer noch nicht gelesen. Jetzt erzählte die Autorin auch sehr viel und brachte auch ein Wien-Gedicht, wo sie ihre Erlebnisse in den Kaffeehäusern schilderte und, wie sie es ausdrückte, ihre Reaktion auf die Gefühle verarbeitete, die sie empfindet, wenn ihr die Leute erzählen, daß sie schon einmal einen Tag in St. Petersburg waren.

Dann gab es eine Pause, wo ich mich wieder intensiv mit Wolfgang Helmhart unterhalten habe und danach die Klassenperformance, wo meist auf Englisch präsentiert wurde und eine Extralesung, der 1945 in New Jersey geborenen Anne Waldman , die wie in “Wikipedia” steht, bekannt für ihren experimentellen usgang ist und auch mit Allen Ginsberg gearbeitet  hat.

Die Performance war sehr beeidruckend, danach lud Augusta Laar zum Wein und Bücherkaufen ein, während es am Freitag ja in München mit vielen anderen Kkünstlern, darunter Petra Ganglbauer, Margret Kreidl, aber auch Dragica Rajcic, von der ich ja in Bern ein Buch gefunden habe, Elisabeth Wandeler-Deck, Barbi Markovic, etcetera, weitergeht. Aber da muß man sich erstens einen Festivalpass kaufen und zweiten werden wir da in Harland sein.

Vom kulturpolitischen Arbeitskreis zur GAV-GV

An diesem Wochenende wieder GAV-GV, die, wie seit schon einigen Jahren am Freitag immer mit einem kulturpolitischen Arbeitskreis beginnt, wo  im meist kleinen Kreis gesellschaftskritische Themen besprochen werden.

Diesmal ging es, um die politische Positionierung in und, um die GAV und für mich ist die Mitgliedschaft in einem Autorenverein sehr wichtig, weil sie, wie auch Fritz Widhalm in der Diskussion erwähnte, für mich die Bestätigung, als Autorin ist, ich also keine bloße Hobbyautorin bin.

Dann soll sie, wie die GAV auch noch links und sozialkritisch sein und so bin ich in den Achtzigerjahren beigetreten, beziehungsweise aufgenommen worden, gehe regelmäßig zu den Generalversammlungen, habe früher auch Veranstaltungen organisiert und wichtig für mich ist auch, daß die GAV nach außen sichtbar ist, was sich seit den Achtzigerjahren etwas verändert hat.

Als ich aufgenommen wurde, war Ernst Jandl der Präsident und Josef Haslinger der Generalsekretär, inzwischen haben sich, wie Ilse Kilic in ihrer Einleitung erwähnte, die Hierarchien verflacht.

Der Verein ist größer geworden und hat derzeit, wenn ich es richtig aufgeschrieben habe, zweihundertsiebzig weibliche und vierhundervierundvierzig männliche Mitglieder.

Man kann einmal im Jahr eine Veranstaltung organisieren und die Frage, die Ilse Kilic an die Runde stellte, war auch, was der Verein von seinen Mitgliedern hat?

Nikolaus Scheibner hielt ein diesbezügliches Grundsatzreferat, dann konnte jeder seine Vorschläge machen, wie sich der Verein besser positionieren und auch besser in der Öffentlichekeit verankert werden kann.

Da ist vielleicht der Name verwirrend, weil sich das “Grazer Autorenversammlung” auf die Gründung beziehungsweise Abspaltung vom damals sehr konservativen PEN, 1973 in Graz bezieht, ich aber noch immer darauf angesprochen werde, ob ich aus Graz komme, wenn ich die GAV erwähne.

In den letzten Jahren hat es am Abend immer eine Lesung der neuaufgenommenen Mitglieder gegeben, um sie kennenzulernen und sich mit ihren Werken bekannt zu machen.

Seit im Vorjahr sechzig Leute hätten lesen müssen, gibt es das nicht mehr und heuer wurden auch keine neue Mitglieder aufgenommen, so daß ich zum jährlichen Herbstfest der “H und K-Holzwerkstatt”, von der sich der Alfred eimal zwei Küchen und ein Bett machen hat lassen, gegangen bin.

Da gab es Musik, ein Buffet und einen Film von Ludwig Wüst über das “Haus seines Vaters” und am Samstag ging es mit der Generalversammlung in der “Alten Schmiede” weiter, wo wichtige Themen besprochen werden.

Denn viele Mitglieder, viele Veranstaltungen und ein gleichbleibendes Budget, das noch dazu von den Einsparungsplänen der türkis-blauen Regierung bedroht wird. Da wurde viel diskutiert, wie man das in Zukunft machen soll, wer bei wievielen Lesungen mitmachen darf und wen man dabei einladen soll?

Neue und alte Bekannte habe ich auch dabei gesehen, einige der neuen Mitglieder kenne ich ja gar nicht mehr und mußte nach ihren Namen fragen.

Aber die Ruth war da, Irene Wondratsch, Erika Kronabitter, die so nett war, in der Mittagspause mit mir und dem Rudi ein kleines Video aufzunehmen, da Jörg Piringer solche sammelt, wo GAV- Mitglieder erzählen, warum sie in der GAV sind und was die für sie bedeutet.

“Ohne GAV bin ich baff!”, hat der Rudi performiert, ich habe eher konventionell, das betont, was ich schon im Arbeitskreis sagte, daß die GAV für mich und mein literarisches Ich sehr wichtig ist und ich durch sie in Kontakt mit anderen Autoren komme.

Margot Koller ist nach der Mittagspause gekommen, die ich lesend auf einer Parkbank mit einem Mc Donald Sackerl verbracht habe und noch viele andere, mit denen ich mehr oder weniger befreundet bin und nach der hitzigen Veranstaltungsdiskussion, sechzig wurden für das nächste Jahr eingereicht und mußten durchbesprochen werden, unser zweiter Spaziergang im öffentlichen Raum, der diesmal in den U-Bahnbereich gehen soll, war auch dabei und wurde angenommen, ist es diesmal zum gemeinsamen Abendessen  ins Cafe Prückl, wo immer die “Podium- Sommerlesereihe” stattfindet, gegangen.

ich bin mit dem Rudi, der Ruth und Margot Koller, die mir ihr neues Buch “Stichwort Philosophie – ein Kalleidoskop aus zwölf Essays gegeben hat, an einem Tisch gesessen, Ditha Brickwell, die mich ja einmal zu ihrer Veranstaltungsreihe einladen wollte und Lisa Fritsch waren abwechselnd auch dabei, habe einen Gespritzen getrunken, Faschierte Leibchen mit Salat und Kartoffelschmarrn und dann noch einen Topfenstrudel gegessen und Stefan Reiser, den ich ja einmal bei den “Wilden Worten” hörte, hat mich zu einer seiner Lesungen am nächsten donnerstag in eine Buchhandlung eingeladen, aber da werden wir wieder nach Harland fahren.

Dritte österreichische Debutpreislesung

Heute fand in der Arbeiterkammerbibiothek in der Prinz Eugen Straße zum dritten Mal die Vorstellung der drei Debutpreisfinalisten statt, die ich zum zweiten Mal besuchte, denn 2016 fand es ja zeitgleich mit der “Veza Canetti Preisverleihung” an Ilse Kilic statt und da habe ich mich dafür entschieden weil ich ja auch schon alle drei Bücher gelesen habe, im Vorjahr war ich da und heuer auch und von den drei Finalisten

1.Ljuba Arnautovic “Im Verborgenen”

2. David Fuchs “Bevor wir verschwinden” und

3. Marie Gamillscheg “Alles was glänzt”, die ich ja alle drei schon bei den O-Tönen gehört habe, habe ich inzwischen das Buch der Ljuba Arnautovic gelesen, das des David Fuchs wartet noch auf mich und das der Marie Gamillscheg wird, so wie es ausschaut nicht zu mir kommen und wenn ich von den O-Tönen und der Shortpreislesung eine Prognose abgeben kann, würde ich mir da des David Fuchs als Preisträger wünschen und bis dahin werde ich es wohl auch mit dem Lesen schaffen, obwohl ich es dem 1981 in Linz geborenen Onkologen nicht glaube, daß er das Buch nicht zu seiner Psychohygiene geschrieben hat, vielleicht weiß er es noch nicht, daß es ihm dazu nützt, ich würde es aber für ausgeschlossen halten, wenn es ander wäre, aber auf mich kommt es nicht an.

Gar nicht soviele Leute in der Arbeiterkammerbibliothek, ich glaube ja, daß sich der österreichische Buchpreis ziemlich im Verborgenen und im Geheimen abspielt und kein Mensch etwas davon weiß und  Ute Weiner, die Bibliotheksleiterin sagte in ihrer Einleitung auch, daß sie den Büchern recht viele Leser wünsche und glaube, daß sich einige der Nominierung wegen die Bücher gekauft hätten.

Das glaube ich zwar nicht, es gab aber einen Büchertisch und einige Besucher hatten auch die Bücher vor sich liegen und ließen sie sich signieren.

Es kam aber der Arbeiterkammerdirektor Christoph Klein und hielt eine flammende Rede auf die Wichtigkeit der Arbeiterkammer, die ja der derzeitigen Regierung ein Dorn im Auge ist und dann kamen die Lesungen der drei, beziehungsweise das Gespräch und das Interview das Ute Weiner mit ihren führte.

Ljuba Arnautovic habe ich ja schon öfter daraus lesen gehört und kannte auch die zwei ausgewählten Stellen. David fuchs hat, glaube ich, auch das gelesen, was er bei den O-Tönen präsentieren, bei Marie Gamilgscheg weiß ich es nicht mehr, aber ihr Buch ist sicherlich das literarischte der drei, obwohl ich noch immer nicht so genau weiß, worum es darum geht.

Velleicht kommt es noch einmal zu mir, man soll ja die Hoffnung nie aufgeben und es gibt auch immer wieder Überraschungen, aber hier im Anschluß Brötchen und Wein, beziehungsweise kleine Schinken- oder Käsesemmerln.

Angelika und  Josef waren da, die Frau K. und noch einige andere literarisch Interessierte. Ich habe mich mit Ljuba Arnautovic ein wenig unterhalten. Ich habe ihr alle Gute gewünscht und ich glaube auch, daß sie Chancen für den Preis hat. Aber meine Prognosen sind ja, wie man am heurigen deutschen Buchpreis sieht, nie richtig, also bin ich gespannt und die Einladung zur Preisverleihung am fünften November ist auch schon bei mir, so daß ich es ja erfahren kann.

Verwechslungen bei der Veza Canetti-Preisverleihung

Nachdem der Veza-Canetti-Preis vor zwei Jahren an Ilse Kilic der damaligen GAV- Generalsekretärin gegangen ist, geht er heuer an Petra Ganglbauer, der GAV-Präsidentin und die hat ja entgegen der meisten bisher anderen Preisträgerinnen einen Bezug zu Veza Magd oder Veronika Knecht, hat sie doch zu deren fünfzigsten Todestag, mit Gertrude Moser-Wagner die mich höre und staune für Waltraud Seidlhofer gehalten hat, ein Projekt veranstaltet und die Anthologie “Veza lebt” herausgegeben, die heurige Autorinnen feiern Autorinnen Vorlesung hat sie auch gehalten und ich habe sie in der letzten Zeit auf mehreren Veranstaltungen aus mehreren Büchern lesen gehört.

Also ganz toll und das Interessante an der 1958 in Wien geborenen, die schon länger in Wien lebt, ist wohl die Verbinduing zwischen der experimentellen Literatur und dem Gesellschaftsbezug, so wurde sie, glaube ich, von der Stadträtin, die die Veranstaltung im MUSA einleitete oder auch vom Laudator Klaus Zeyringer vorgestellt und ich kenne sie schon lange, wahrscheinlich seit ich in den Achtzigerjahren in die GAV gekommen bin, habe etwas von ihr gelesen, sie hat einige Bücher von mir rezensiert, das Institut für Schreipädagogik geleitet oder gegründet, deren Präsidentin sie auch ist, also auch eine Doppelpräsentschaft, “Wasser im Gespräch” habe ich rezensiert und jetzt hat die slowenische Musikerin Maya Osojnik, die Veranstaltung mit einer Performance eröffnet und auch beendet.

Dazwischen hat Julia Danielcyk begrüßt, Klaus Zeyringer vom besonderen Wert der experimentellen Literatur gesprochen, denn die braucht den Leser ja nicht abzuholen, wo er steht, sondern soll ihn fordern, obwohl der Buchhadel, weil er in der letzten Zeit ja viele Leser verloren hat, um deren Gunst buhlt und alles noch leichter verdaulich machen will.

Petra Ganglbauer widersetzt sich dem Trend und hat aus ihrem im nächsten Jahr erscheinend sollenden Gedichtband “Gefeuerte Sätze” gelesen.

Auf den Sitzen in dem sehr vollen MUSA in dem ich gerade noch einen Platz in der dritten Reihe gefunden habe, lagen kleine Schiffchen auf , die aus Seiten aus dem Ganglbauer Buch “Wie eine Landschaft aus dem Jahre Schnee” gefaltet wurde, man sollte es im Anschluß entfalten und laut zu der Musik von Maja Osonjik daraus vorlesen und dann gab es wieder Brot und Wein und diesmal war das gesamte “Fröhliche Wohnzimmer”, beziehungsweise die GAV-Familie gekommen und ich wurde, oh Wunder nicht nur für Waltraud Seidlhoferm als auch für Ilse Kilic gehalten, obwohl ich beiden ja nicht ähnlich sehe und Daniel Wisser hat mich angesprochen, ob ich sein Buch jun schon bekommen habe, habe ich noch nicht und lese mich gerade auch durch den Thome, aber wenn ich es bekommen sollte, würde es sich mit dem Lesen bis zur Preisverleihung gerade noch ausgehen und ist es nun gut oder schlecht, ob ich im MUSA so viel verwechselt wurde?

Anita C. Schaub hat mich jedenfalls nicht verwechselt, sondern sich nach meinen “Mittleren” erkundigt, aber die gibt es schon lang nicht mehr.

Gedichte über Tod und Sterben

Allerheiligen und Allerseelen naht, wo man sich mit dem Tod und den Sterben beschäftigt, obwohl es sicher ein Zufall war, daß die “Gesellschaft für Literatur” heute zwei diesbezügliche Gedichtbände vorstellte, denn dann wäre sie ja zwei Wochen zu früh daran und die “Gesellschaft für Literatur” ist ja eine, die ihre Veranstaltungen immer mit dem akademischen Viertel beginnt, so daß ich nach meiner sechs Uhr Stunde hinhetzte und höchstens eine Rüge von meiner Leserin Elisabeth zu erwarten hätte, wenn ich zu spät gekommen wäre, aber mitnichten kurz nach viertel, war es noch ziemlich leer im Vortragsaal und so hatte ich mir den siebenhundert Seiten Thome nicht umsonst mitgenommen.

Nach ungefähr zehn Minuten tauchte Manfred Müller auf, um mittzuteilen, daß die Veranstaltung in zehn Minuten beginnen würde, weil eine oder mehrere Teilnehmer sich noch wo anders befänden, dann kam das Publikum darunter Robert Schindel und nach halb war es dann so weit, Manfred Müller stellte, die beiden so unterschiedlichen und doch  themengleichen Gedichtbände von  Günther Kaip und Sabine Gruber vor.

Der 1960 geborene Günther Kaip war mir den Namen nach bekannt und ich habe ihn auch schon auf einigen Lesungen gehört. Jetzt ist im Vorjahr sein Vater gestorben und er hat sich in “Eine Membran sind wir”, damit beschäftigt und Manfred Müller erklärte in seiner Einleitung, daß er das auf eine sehr ungewöhnliche Art und Weise getan hat und so, daß der Tod nichts Trauriges mehr hat.

Das hätte ich ohne den Hinweis, daß sich die Gedichte mit dem Tod des Vaters beschäftigen nicht verstanden. So war es mir aber klar und Günther Kaip erkärte im Anschluß noch, daß er nach dem Tod des Vaters eine Zeitlang das Gefühl gehabt hat, er wäre in seiner Wohnung anwesend. Dann hat er zu zeichnen angefangen oder es ist selbst aus ihm herausgeflossen, die Zeichnungen illustrieren den Gedichtband und irgendwann hat er geträumt, daß der Vater ihm sagte, er solle mit dem Zeichnen aufhören und dann hat er nichts mehr zusammengebracht.

Psychologisch sehr interessant und der Gedichtband der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber von der ich nicht gewußt habe, daß sie auch Gedichte schreibt und Gedichtbände veröffentlicht hat, kenne ich die Veza Canetti Preisträgerin ja vorweigend als Romanautorin “Am Abrund im Himmel zuhause”, wurde auch nach einem realen Anlaß geschrieben, wie Manfred Müller erwähnte. Wer gestorben ist, wurde nicht bekannt gegeben, es geht in den Texten aber, um ein “Halbes Zimmer und ein halbes Lleben”.

Die Gedichte wären formal strenger, als die von Günter Kaip erklärte Manfred Müller noch dazu. Ja, sie reimten sich auch ein wenig und es waren mit einem Prolog nur fünfzehn zum Teil sehr kurze Gedichte, die in der bibliophilen Sonderausgabe von “Haymon” versammelt sind, die von Sabine Gruber, die aus einer Buchdruckerfamilie kommt, noch besonders gelobt wurden.

Im Anschluß las sie dann noch ein paar Journalgedichte, die jeweils einen Ort und einen Monatsnamen im Titel trugen und zum Teil auch an Dichter, wie beispielsweise Walter von der Vogelweide oder Dante erinnerten.

Die Geburt der Ersten Republik im historischen Krimi

Dieser Tage findet in Österreich das größte Literaturfestival, nämlich “Österreich liest-Treffpunkt Bibliothek” statt, das bisher immer mehr oder weniger an mir vorbei gegangen ist, was daran liegen mag, das ich nicht so eine Bibliothekleserin bin, sondern mit den städtischen Büchereifilialen und ihren strengen Bibkliothekarinen eher schlechte Erfahrungen gemacht habe und eher eine Büchersammlerin als Büchereileserin bin.

Aber dieses Festival gibt es schon seit Jahren und ich kann mich da an an Karten, beziehungsweise “Standard-Inserate” erinnern, die darauf hinweisen.

Die Karten habe ich gesammelt, das Programm aber nie richtig erhalten, jedenfalls bin ich, glaube ich, zu solchen Veranstaltungen nicht besonders hingegangen und vor einigen Wochen wies mich der Alfred auf eine Veranstaltung hin, die im Rahmen dieser Aktion im Palais Epstein, beziehungsweise in der Parlamentsbibliothek stattfand.

“Endlich brachst du die Ketten entzwei – die Geburt der Ersten Republik im historischen Kriminalroman”, wo Andreas Pittler und Gerhard Loibersberger ihre Kriminalromane, die davon handelten, vorstellten.

Nun habe ich, was das Parlament und seine Veranstaltungen betrifft, ein eher gespaltenes Verhältnis, man muß seinen Ausweis herzeigen, vielleicht sogar seine Tasche auf ein Sicherheitsband legen oder in sie hineinschauen lassen, alles, was ich eigentlich nicht will und außerdem habe ich “Chuzpe” schon 2010 gelesen.

Der Alfred ließ aber nicht locker und so habe ich mich doch angemeldet und das Palais Epstein ist auch sehr interessant, befand sich doch 1980 der Wiener Stadtschulrat darin und da bin ich einmal hingegangen und habe mich bei einem Hofrat Kraft vorgjestellt, weil ich das mein” Akademikertraining” im schulspsychologischen Dienst machen wollte.

Dann hörte ich, es sollte das “Haus der Geschichte” werden, als sich der Stadtschulrat nicht mehr dort befand und jetzt befindet sich offenbar die Parlamentsbibliothek daran und es war mit den Sicherheitsmaßnahmen gar nicht so schlimm, wie befürchtet.

dieLesung fand im überdachten Innenhof des schönen historischen Gebäudes statt, die Parlamentsdirektorin Susanne Janistyn-Novak hat begrüßt, moderiert und eingeleitet hat dann die Leiterin der Parlamentsbibliothek Elisabeth Dietrich-Schulz und hat auf den November 1918 und die Republikgründung  und  auf das Buffet, das es anschließnd geben würde, hingewiesen und davor noch gesagt, daß die Soldaten, die 1918 vom Weltkrieg nach Hause kamen, im Durchschnitt fünfzig Kilo gewogen hätten.

“Uje, uje!”, habe ich gedacht und daran, daß ich 2014 auf einer Marktveranstaltung war, wo Sackerln ausgegeben wurden, wo die damaligen Tages- oder Wocherationen an Mehl und Zucker etcetera enthalten waren und befürchtet, daß sich das Buffet daran halten würden.

Es wurde dann etwas von Mohn- und Nußkipferl und Grammelpogatscherln erwähnt und in den beiden vorgestellten Büchern dreht es sich auch ums Essen, in dem von Andreas Pittler, der, was ich nicht wußte, Professor ist und 2004, das Ehrenkreuz der Republik bekommen hat, geht der Major Bornstein, am elften November ja ins Parlamentsrestaurant, wo sich die Speisekarte von Lachs- und Putegerichten biegt, er aber kein Geld hat, sich eines der Gerichte zu bestellen und Gerhard Loibelsberger im Frühjahr erschienener Roman “Schönbrunner Filiale” schließt direkt daran an.

Es geht dabei um zwei Deserteure, einen Tschechen und einen Wiener, die am elften November oder so, wo der Kaiser abdanken oder verzichten mußte, in Schönbrunn einbrachen und die Küche stürmten, sie wurden dabei verhaftet und der Inspektor, der später Ministerialrat wird, geht in ein Restaurant in der Porzellangasse essen, wo es Gemüsegulasch und gefüllte Paprika ohne Fleisch gibt.

Das Buffet in der belle Etage im Palais Epstein war aber wohl gefüllt, es gab zu den schon erwähnten Grammelpgatscherln, Brötchen und zu den Nuß- und Mohnkipferln, auch noch Sacherwürfel und Schaumrollen.

Musik gab es auch und ich habe am Büchertisch, die Babysitterin entdeckt, die ich in den Neunzigerjahren eine Zeitlang für die Anna engagiert hatte, da ich neben der Betreuung meines Vaters und meiner Praxis in der Gumpendorferstraße Unterstützung brauchte.

Die hat jetzt eine Krimibuchhandlung in der Magdalenenstraße und die Loibelsberger und die Pittler- Bücher auf dem Büchertisch liegen und es war eine tolle Veranstaltung, obwohl ich Anfangs sehr skeptisch war und nur  widerwillig hingegangen bin.

Frankfurter Buchmesse

Ich war, das habe ich schon geschrieben 2000 und 2002 mit dem Alfred in Frankfurt bei der Buchmesse, seither nicht mehr, weil uns das zu teuer war und als ich 2008 zu bloggen anfing, habe ich geschrieben, daß ich die Buchmesse deshalb auslessen werde und bin dann darauf gekommen, daß man sich die Lesungen auf dem blauen Sofa, bei 3 Sat und von ARD per livestream anschauen kann und habe dann die die freien Stunden der fünf Messetage vor dem Laptop verbracht und habe Frankfurt gesurft.

Damals gab es noch die kleinen Videos, der Messeblogger, die die Messeeindrücke schilderten, Türkei war das Gastland und da habe ich in einem der Videos Barbara Frischmuth gesehen, die eine türkische Autorin begleitet und gedolmetscht hat, und von der Messebloggerin nicht erkannt wurde, was mich sehr beeindruckt hat.

Ich habe hier auch Raffael Chirbes kennengelernt, der damals sein “Krematorium” vorstellte.

Seither verbringe ich die Buchmessetage, so weit wie möglich vor dem Laptop und habe von meinen Kommetiererinnen auch einmal die Aufforderung bekommen, die Messe zu kommentieren, was man natürlich auch dann nicht kann, wenn man live vor Ort wäre und beim Surfen bekommt man ja nur Teile mit, ist aber sicher für eine literarisch Interessierte hochinteressant, obwohl mich JuSophie als sie mir noch kommentierte, einmal aufgefordert hat, mich mit den wichtigeren Dingen, als mit den Buchmessensurfen zu beschäftigen.

Da denke ich, eine Buchmesse ist für eine literarisch Interessierte wichtig, obwohl ich mich ja eigentlich das ganze Jahr mit büchern beschäftigte und heuer auch schon, glaube ich, sechzig oder siebzig Neuerscheinungen gelesen habe. Jetzt beim doppelten Buchpreisbloggen bin und noch an die dreißig Neuerscheinungen in meinem Badezimmer auf mich warten.

Obwohl in Frankfurt, das weiß ich auch, warten hunderttausend Neuerscheinungen, die Promis laufen herum,Preise werden verteilt und das Gastland ist diesmal Georgieen und da bin ich beim Buchpreislesen gerade bei meinem vierten Shortlistbuch, nämlich das von der Georgerin Nino Hartischwilli “Die Katze und der General” und wenn ich damit fertig bin, werde ich ein von ihr übersetztes, nämlich der “Südseeelefant” lesen.

Seit ich Buchpreisblogge werde ich von Verlagen auch manchmal zu Bloggertreffen eingeladen und heuer ist eine Karte von “Rowohlt” zu mir gekommen, die mich am Donnerstag um fünf zu einer itialienischen Stunde, nämlich zu der Buchpräsentation von Paolos Giardano “Die Himmel stürmen”, da muß ich also auf das italienische Buffet verzichten. Da Buch ist aber am Dienstag zu mir gekommen. Das werde ich also später lesen und am Montag habe ich mich auch schon mit der einem Teil des Livestreams von der Buchpreisverleihung eingestimmt.

Am Dienstag war dann die Eröffnung, davon habe ich via lifestream nichts mitbekommen und am Mittwoch bin ich auch nicht sehr zum Bloggen gekommen, denn um zehn und um elf, je eine Stunde und dann bin ich zu einer Fortbildungsveranstaltung in die WGKK gegangen und anschließend in die “Alte Schmiede” zu einer Lesung von Barbara Frischmuth und habe also zwischen meinen Stunden nur kurz auf dem “Blauen Sofa”, die Lesung oder das Gespräch mit der Buchpreisträgerin Inger Maria Mahlke gehört, während bei “ARD”Nino Haratischwilli saß und ein bißchen was über ihre Romanentstehung erzählte und mich erst am Abend ein bißchen durch die Videos durchgesurft, so daß ich da Wolf Haas, Eckhart Nickel und auch Lukas Rietzschel, dessen “Mit der Faust in die Welt schlagen”, ich ja kürzlich gelesen habe und bin auch aufs “Literaturcafe” gegangen und habe dort einiges von der “Selfpublisher-Bühne” gehört, wo wieder diese Statistik rezitiert wurde, daß die Leute weniger lesen und weniger kaufen und man sie dazu begeistern muß, sich die Hardcover, um zwanzig bis fünfundzwanzig Euro pro Stück zu leisten.

Nun ja, ich kaufe mir die Bücher nur aus den Abverkaufskisten, lese aber viel und hatte am Donnerstag wieder Stunden, dann eine längere Mittagpause, wo ich mir Dennis Scheck anhörte, um festzustellen, daß der einen komplett anderen Literturgeschmack besitzt, als ich.

Soll so sein und ist kein Wertzurteil, die mittwöcihge blaue Sofa-Diskussion über Grenzen und die Polarisierung zwischen links unds rechts, die ja derzeit herrscht, über die ich mich auch regelmäßig mit dem Uli streite und die mich auch sehr sehr beunruhigt und dann ging es weiter zwischen den beiden Bühnen, Inger Maria Mahlke war wieder dort und Nino Hiratischwili, deren Buch ich inzwischen beendet und besprochen habe.

Bodo Kirchhof, der Bp-Preisgträger von 2016 stellte seine neue Autobiografie vor.

Die 1970 geborene Anna Katharina Hahn, von der ich einige Bücher, aber noch nichts gelesen habe, ist oder war Stadtschreiberin von Mainz und hat in diesem Zusammenhang eine Dokumentation über Tauben mit dem ZDF gedreht, die auf dem blauen Sofa vorgestellt worde.

Vorher war Jonas Jonasson, der den “Hunderjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand” geschrieben hat, auf dem Sofa und stellte den Nachfolger “Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten” vor und hatte Verständnisschwierigkeiten, beziehungsweise keinen Dolmetscher, so daß der Moderator, der, glaube ich, Michael Sahr war, auf Englisch moderieren und übersetzen mußte.

Auf der ARD-Bühne wurde dagegen Alexa Henning von Langes, von der ich “Woher ich komme” gelesen habe, neues Buch  “Kampfsterne” vorgestellt.

“Tage mit Ora” beziehungsweise Michael Kumpfmüller bin ich wieder am blauen Sofa begegnet und auf der Selfpublischerbühne gab es wieder Tips zum Schreiben, beziehungsweise die Vermeidung der häufigen Schreibefehler.

Bei 3 Sat gabs dann ein Video über dicke Bücher, wo sowohl das von Nino Haratischwili als auch der fünf Bücher Schieber von Philipp Weiss vorgestellt wurde, der sich auch auf der Buchmesse befindet und seine Bücher auffängt.

Das ist es ein wenig hektisch gewesen, denn ich habe mir zwei bis drei Videos gleichzeitig angeschaut, was wahrscheinlich gut zu dem Massenauftritt vor Ort passt. Dann sind wir wieder nach Harland gefahren, wo das Wetter so schön war, daß ich mich am Samstag mit dem Laptop und einer Jacke auf die Terrasse setzen konnte.

Juli Zeh um 9.30 auf dem blauen Sofa habe ich zwar versäumt, weil ich vorher  ein bißchen radfahren war. Dann wurde es philosophisch-politisch, denn es kam der Slowene Slavoj Zizek mit seinem “Lenin heute-Buch” und forderte, daß wir die Welt überdenken und ein neues Lenin-Bild bekommen sollten.

Dann kam Dörte  Hansen, die in “Mittagsstunde” ein Dorf in Nordfriesland beschreibt und das bisher an mir vorbeigegangen ist.

Karin Duve, die auch schon auf der dBp-Liste gestanden ist, hat in “Fräulein Nettes kurzer Sommer” ein Buch über die Dichterin Annette von Drost- Hülshoff geschrieben.

Adolf Muschg, dessen Longlistbuch ich noch lesen muß, war am blauen Sofa und um zwölf wurde irgendwo auf der Messe der zweite Blogger-Award, diesmal in neun Kategoerien, verliehen. Uwe Kalkowsi, der Vorjahrssieger und diesmaliges dBp-Jurymitglied, hat moderiert. Ich habe mich diesmal nicht selber nominiert, bin also weit weg vom Fenster und bin anschließend wieder auf das blaue Sofa gegangen, wo Sigmund Freuds berühmte Patientin Dora, von ihrer Urenkelin Katharina Adler in dem Buch “Ida” beschrieben wurde.

Adriana Altaras  stellte ihr neues Buch “Die jüdische Souffleuse” vor, das ich auch noch lesen muß. Danach folgten die heurigen  Friedenspreisträgers des deutschen Buchhandels das Ehepaar Aleida und Jan Assmann mit ihren Büchern.

Maria Cecilia Barbetta eine von den deutschen Shortlistnominierten diskutierte und las aus “Nachtleuchten” sowohl auf dem Sofa als auch beim ARD-Forum, so daß man gut hin und herschwitschen konnte und daß Norwegen im nächsten Jahr das Gastland ist, war auch überall hören und wurde mir auch schon mittels Pressemails mitgeteilt.

Am ende des intensiven Frankfurt-Surfing-Tages gab es die zur blauen Stunde wieder ein  Krimi  Speed Dating mit Bernhard Aichners “Bösland”, Natasha Korsakova “Tödliche Sonate”, Miroslav <nemec “Kroatisches Roulette” und für mich erstaunlich, weil es ja kein wirklicher Krimi ist, Max Anas “Finsterwalde”, das Einzige, das ich von den vier schon gelesen habe.

Am Abend  hätten wir dann nach Krems in die “Kultur-Mitte-Galerie” zu einer Vernissage von Beate Zelnicek zu einem Glas Wein und Brötchen fahren können. Ich habe es aber vorgezogen im Sinne meines Lesestaus beziehungsweise meiner überlangen Leseliste, die mich noch erwartet, vorgezogen mit dem “Blumensammler” und einem Glas Schilcher-Sturm in die Badewanne zu steigen und am Samstag bin ich erst wieder erst sehr spät auf das Sofa gekommen, da vorher im Garten sehr viel wegzuräumen war, dann ging es mit dem Rad zum Markt, wo der Erntedank gefeiert wurde und wir uns mit der Doris Kloimstein getroffen habe.

Am Rathausplatz gab es im Rahmen des Literaturfestival “Blätterwirbel”, das derzeit in St. Pölten stattfindet, einen Thalia-Flohmarkt, wo ich mir vom Alfred zehn Bücher um je zwei euro kaufen ließ, die ich auch noch lesen muß, aber zuerst wieder ein bißchen nach Frankfurt, und da gab es um 14. 30, den slowakischen Autor Michal Hvorecky mit dem ich schon einmal von Bratislava nach Wien gefahren ist und den wir auch vor zwei Jahren im Cetrope-Workshop besprachen, der sein neues Buch “Troll” vorstellte, in dem es um die Gefahren der schönen neuen oder alten Internetwelt geht und Frido Mann, von dem ich einmal in Leipzig das Buch “Mein Nidden” kennenlernte, trat dann auf dem ARD-Forum auf, der ein Thomas Mann Enkel ist und jetzt ein Buch über das Thomas Mann Haus in Amerika, das jetzt zu einem Museum oder einer Stifutung umgewandelt wurde, geschrieben hat.

Dann hörte ich noch das Gespräch von Katja Gassner mit Max Czollek über sein politisches Sachbuch “Desintegriert euch”, ein Thema, das mich ja, nach dem ich jetzt soviel mit dem Uli diskutiere, sehr interessiert und dann ging es wieder in den Garten.

Danach bin ich ins Archiv gegangen, habe mir das “Lierarische Quartett” angeschaut, daß am Freitag auf der Messe mit Dennis Scheck als Gast stattgefunden hat und habe mich ein bißchen durch das gesurft, was ich am Samstag und an den anderen Tagen versäumte, bin mit dem Video einer Book-Tuberin durch die Hallen gewandert und am Sonntag, als in der Paulskirche der “Friedenspreis des Buchhandelns” vergeben wurde, bin ich mit dem Alfred nach Hundheim an der Donau zum Fototreffen von Alfreds Wandergruppe gefahren und habe damit auch den Buchmessensonntag versäumt.

Jetzt ist es vorbei, die Geschäfte abgeschlossen, die Bücher angesehen und ich habe mich, als ich nach Hause gekommen bin, noch ein bißchen auf das blaue Sofa und dort zur blauen Stunde begeben, weil dort die Finalisten des Schweizer Buchpreises, Peter Stamm, Gianna Molinari,  Vincenco  Todisco,  Heinz Helle, der jetzt in der Schweiz wohnt und mit Julia Weber verheiratet ist und Julia von Lucadou vorgestellt wurden, was ich sehr interessant fand.

Schade, daß der österreichische Buchpreis dort keine Stimme hat, aber den Gemeinschaftsstand des Hauptverbandes gab es  in Frankfurt auch und die IG-Autoren mit ihrem Lit-Radio. Davon habe ich  nicht viel mitbekommen und jetzt ist das Buchmessen-Surfen vorbei, mein Buchpreis- und Herbstlesen geht weiter und die “Buch-Wien” naht in einem Monat auch.

Barbara Frischmuths Neuauflage

Während in Frankfurt die Buchmessen-Parties starteten, von denen ich hörte, daß es heuer weniger geben soll, präsentierte in der “Alten Schmiede” Barbara Frischmuth die Neuauflage ihres vor fünfundzwanzig Jahren bei “Residenz” erschienenen “Machtnix oder der Lauf, den die Welt nahm”, und ich dachte, ich muß früh in die Schönlaterngasse kommen, damit es mir nicht wieder wie bei Philipp Weiss passiert, stand dann schon vor halb vor der Türe, die Videowand zur Übertragung in den Schmiedesaal war schon aufgestellt, sollte dann aber nicht nötig sein, denn es waren auch noch nach sieben Plätze frei.

Die Seele und der Literaturbetrieb sind ein weites Land und nicht so leicht zu ergründen, aber vielleicht ergötzen sich die Literaturinteressierten alle in Frankfurt und die anderen hatten anderes vor, was weiß man schon so genau, hat einmal vor Jahren Cornelia Travnicek zu mir gesagt, als ich ich sie zur Vorbesprechung unserer “Mittleren-Lesung” einladen wollte.

Markus Köhle hat moderiert. Kurt Neumann war nicht zu sehen. Also vielleicht in Frankfurt oder krank und Markus Köhle hat also statt ihm, daran erinnert, daß Barbara Frischmuth schon sehr früh, so als  eine der ersten Leserinnen 1975 in der “AS” gelesen hat. Daran konnte sie sich nicht mehr so genau erinnern und das Buch hat sie geschrieben, weil sie von dem Jugolslawien-Krieg Anfang der Neunzigerjahre sehr verstört war.

Es ist eine Art Märchen oder Parabel. Bildgeschichte steht auf dem ursprünglichen Buch. Ein Kind flieht vor dem Krieg, hat sein Haus, seine Eltern verloren, seinen Namen vergessen und will sich nicht mehr an die Geschehnisse erinnern.

So sagt es auf alles “Machtnix” und wird dann so genannt. Es trifft auf eine zweifaltige Kröte, die immer “Ob du es glaubst oder nicht!” sagt und auf der Suche nach Essen, stehlen sie einem toten Soldaten, den Tornister. Darin sind nicht nur Brot und Zigraretten, sondern auch eine Maus, die kurz darauf sechs Junge gebiert. Ein blindes Huhn stößt dazu, eine Blindgängerbombe, die Klein-Gottfried heißt und ein besoffenes Schwein.

Man sieht es ist sehr märchenhaft. Markus Köhle betonte aber, daß es kein Kinderbuch ist und fragte Barbara Frischmuth im anschließenden Gespärch nach der Entstehungsgeschichte der Neuauflage, die kam erst nach einer Dramatsierung und einer Aufführung im Theater am Saumarkt in Feldkirch zustande und das erste Buch hatte 1993 schlechte Kritiken bei der FAz, weil es damals noch nicht verstanden wurde. Jetzt aber, wie Markus Köhle betonte, vielleicht aber auch im Programm steht, sehr aktuell ist und ich bin, kann ich betonen, so was wie ein Fan von Barbara Frischmuth.

Zumindest habe ich mir in den Siebziger- und Achtzigerjahren, die meisten alten schönen Residenz-Ausgaben von ihr gekauft und eifrig gelesen. Sie hat die “Sternwieser-Trilogie” geschrieben, die “Klosterschule”, später sich mit der Türkei und den arabischen Raum zum Beispiel in der” Schrift des Freundes” beschäftigt.

Die letzten Bücher von ihr habe ich nicht gelesen, war aber öfter in der “Alten Schmiede” bei Lesungen. Sie hat die letzuten bücher glaube ich bei “Aufbau” verlegt, auch einige Gartenbücher geschrieben und sich jetzt, wie sie Markus Köhle erzählte mit ihrer Kindheit beschäftigt und in dem im Frühjahr erscheinenden neuen Buch über die Jahre 1941 bis 1955 in Altaussee, wo die Nazi Größen herumspazierten, beschäftigt.

Utopie jetzt

Während in Frankfurt die Buchmesse eröffnet wird, fanden in Wien die ganz gewöhnlichen Literaturveranstaltungen statt. So stellten in der “Gesellschaft für Literatur” Judith Gruber-Rizzy und Patrica Brooks ihre im “Wortreich-Verlag” erschienenen Bücher vor und im Literaturhaus gab es eine GAV-Veranstaltung, die von  der 1960 in Wien geborenen Monika Gentner organisiert wurde.

“Utopien jetzt” lautete der Titel und weil ich wieder zu spät gekommen bin, habe ich die Einleitung versäumt und bis erst gekommen, als der 1982 geborene Tiroler Autor Martin Fritz, der einmal dem Fm4- Preis gewonnen hat von “Laufen und stehen” gelesen hat und dann kam der sehr vielseitige Autor, Komponist, Verleger, Literaturveranstalter Walter Baco mit einem Essy zu diesem Thema, bis Erika Kronabitter Monika Gentner vorstellte, die aus einem noch namenlosen utopischen Roman las, in der die Menschen über hundert Jahre alt werden und alles von Robotern gesteuert ist.

Sehr interessant und vielseitig die Veranstaltung,  denn Ilse Kilic und Fritz Widhalm hatten sich mit den Utopien in der Popmusik beschäftigt und lasen hier  Texte zu vier Musikbeispielen und nach der Pause in der ich mich sehr intensiv mit Erika Kronabitter, Ruth Aspöck und Irene Wondratsch unterhielt, las der aus Kamerun stammende Germanist und Afrikanist Daniel Romuald Bitouh aus seinem, wie er mir nach der Veranstaltung erzählte, im nächsten Jahr bei “Zsolnay” oder “Atelier” erscheinenden Roman, der in den Siebzigerspielen spielt und von der Reise einer Familie durch Angola zu den dortigen ansäßigen Sandwäschern handelt und am Schluß kam Erika Kronabitter und schloß das alles mit einer sehr postiven Utopie ab, die von einer Welt erzählt, wo die Liebe alle Aggression und alles Schlechte der Welt durch die sogenannte Oxegotin Einwirkung wegmachen kann.