Von der Dokumentationsstelle ins Belvedere

Jetzt war ich schon lange nicht in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur beim “Utopie-Workshop”, weil Osterferien, dann hat Stephan Teichgräber abgesagt, vorige Woche war unser literarischer Spaziergang und heute war ich mit Stephan Teichgräber allein und wir haben lange, wie er es am Ende nannte, ungeordnet durcheinander gepaudert.

Über das Buch “Die Kinetik der Lügen”, was ich eigentlich mitbringen wollte und die Frage, ob ein Buch über die Entstehung des “Frankensteins” zur utopischen Literatur zählen kann?

Margaret Atwoods “Der Report der Magd” schon, das hat Stehpan Teichgräber gleich in sein Skriptum, das er im Workshop erstellen will, aufgenommen und dann gibt es auch schon das Programm für den “Literarischen Lenz im Centrope”, im “Theaterbrett”, das die Dokumentationsstelle ja veranstaltet.

Da war ich vor drei Jahren seither nicht mehr. Heuer habe ich wieder vor zu gehen und da lesen Franzobel aus dem “Floß der Medusa”, Anna Weidenholzer aus “Weshalb die Herren Seesterne tragen”, Rainer Kaiser Mühlecker aus “Fremde Seele, dunkler Wald”, Bücher, die ich schon gelesen habe und von den österreichischen Autoren noch, welch Überraschung Mechthild Podzeit-Jonke, wie sie sich ja jetzt nennt und dann noch ein paar mir unbekannte Tschechen und Ungarn, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Einen Vortrag über slowenische Literatur gibt es vorher auch noch und Stephan Teichgräber hat mir am Ende der Veranstaltung noch ungarische Bücher gezeigt, die er von einer Buchmesse in Budapest, wo er am Wochenende war, mitgebracht hat und dann ist es wieder sehr spannend und ein wenig abseits von meinem “Beuteschema” ins Belvedere gegangen.

Das heißt so ungewöhnlich ist das auch nicht, denn ich interessiere mich ja für jede Form von Kunst und ins Belvedere, in die Gemäldeausstellung bin ich, kann ich mich erinnern, als Studentin öfter gegangen und auch einmal mit Dieter Schrage, als er noch lebte und es die “Augustin-Führungen” noch gab.

Jetzt hat mich “Kremayr & Scheriau” vor einer Woche angeschrieben und mich zu einer Buchpäsentation anläßlich der Ausstellung “Klimt ist nicht das Ende, Aufbruch in Mitteleuropa” eingeladen, denn die Germanistin Margret Greiner hat eine Romanbiographie über Margarete-Stoneborough-Wittgenstein, die Schwester vonPaul und Ludwig Wittgenstein geschrieben und die wurde 1905 von Gustav Klimt gemalt, wie die Eröffnungsrednerin in ihrer Einleitung betonte.

Das Buch, das das Gemälde am Cover hat, lag am Bücherjtisch auf und die in München lebende Autorin hat sich, glaube ich, quer durch das Buch gelesen. Begonnen hat sie mit dem Wunsch der Mutter, daß sich die Tochter von dem Meister malen lasse, weil die gerade dabei war, sich mit einem Amerikaner zu verheiraten, der Vater hat das Gemäde bezahlt. Der Meister hat ein wenig gezögert, der Bruder Ludwig hat gemotzt. Am Ende waren alle begeistert und Margarete, die Kunstmäzenin, die den ererbten Reichtum als Verpflichtung sah, Gutes damit zu machen, hat sich mit ihrem Mann in Berlin niedergelassen und die zehn Zimmer-Wohnung ganz im Stil der Wiener Werkstätten eingerichtet, was Bruder Ludwig, als er auf Besuch kam, irriterte, denn mit solchen Gabeln konnte man nicht den von Margarete selbstgemachten Rinderbraten und wahrscheinlich auch nicht den Apfelstrudel essen.

Die Ehe der Beiden war etwas schwierig, sie lebten getrennt, waren aber nicht geschieden, Margarete kaufete auch ein Bild von Schiele, was ihre Schwester Hermine irritierte, weil zu freizügig. Die Nazis kamen, Margarete emigrierte nach New York. Ihr Mann hat sich 1938 in ihrem Haus in Gmunden umgebracht. Sie ist, glaube ich, nach Österreich zurückgekehrt und 1958 gestorben und ich habe von Margarete  Stoneborogh Wittgenstein, die Gretel gerufen wurde, noch nie etwas gehört, was sich jetzt etwas geändert hat.

Es gab dann noch Fragen an die Autorin, die sagte, daß sie sehr viel für ihre Bücher recherchiere. Sie hat auch schon eines über Emilie Flöge, Klimts Lebensgefährtin geschrieben und hält viel von den Wiener Fin de Sciecle-Frauen und dann sehr schnell romanhaft die Geschichte hinunterschreibe und jetzt kann ich mit meiner Eintrittskarte, die mir Ursula Rinderer freundlicherweise zur Verfügung stellte, bis August einmal in die Ausstellung gehen.

Wenn der Afred im Juni in Amerika ist und ich mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” fertig bin, ist wahrscheinlich Zeit das zu tun.

Wahre Geschichten von Ljuba Arnautovic und Zdenka Becker

Die 1951 in Kursk geborene Ljuba Arnautovic habe ich bei einer der “Edition Exil- Lesungen” um Literaturhaus kennengelernt. Da hatte sie gerade einen der Preise gewonnen, sollte lesen, war aber irgendwie heiser und dann habe ich sie meistens bei einer Lesung von Karin Peschka mit der sie befreundet zu sein scheint, getroffen und sie auch ein paar Mal in der im  fünften oder sechsten Bezirk auf der Straße gesehen.

Nun hat sie bei “Picus” ihr Debut herausgegeben, ein Buch das ich zwar angefragt habe, aber nicht zu bekommen scheine, was sehr schade ist, denn ich bin ja an Debuts sehr interessiert und das Thema erscheint mir auch sehr interessant.

“Im Verborgenen” heißt der Roman und Manfred Müller hat ihn gerade eingeleitet, als ich den Veranstaltungssaal in der “Gesellschaft für Literatur” betreten habe und es geht darin um den Krieg, beziehungsweise um eine Frau die im Krieg Juden versteckte und die Stelle aus der Ljuba Arnautovic gelesen hat, hadenlte von einem Juden, der seine Sachen am Donaukanal oder an der Donau abgelegt hatte und die sie findenden Polizisten gehen dann zu einer Aloisia, eine alte Frau die nicht seine Mutter ist, obwohl er sie im Abschiedsbrief so genannt hat und diese Aloisa war ein Bauernmädchen, das als Dienstmädchen bei den Eltern dieser Juden arbeitete und den Sohn oder Enkel offenbar aufgezogen hat.

Im anschließenden Gespäch stellte sich heraus, der Roman ist offenbar autobiografisch, obwohl als Fiktion geschrieben, denn die Geschichte von Ljuba Arnautovics Großmutter und sie hat einen österreichischen Vater und dessen Geschichte kommt auch in dem Buch, beziehungsweise in dem Folgeband vor, an dem Ljuba Arnautovic schon schreibt.

Sehr interessant, könnte man sagen und das betrifft wohl auch das nächste Buch, obwohl “Samy” von Zdenka Becker kein Debut ist, und ich von der 1951 in Eger geborenen in Bratilava aufgewachsenen und in St. Pölten lebenden schon einige Bücher gelesen habe.

Es ist auch eine wahrs Geschichte, wie sie Manfred Müller erzählte, allerdings nicht die, der Großmutter oder des Vaters, sondern einer Frau, die sie in Amerika kennenlernte, als sie dort Writer in Residence war.

Die Frau hat offenbar in der DDR ein dunkelhäutiges Kind geboren, das dann nach der Wende oder schon vorher von den Neonazis diskriminiert wurde.

Zdenka Becker hat die Geschichte, an der sie zehn Jahre geschrieben hat, in die Slowakei verlegt und Samy ist der Sohn eines in Österreich lebenden indischen Psychiaters, wurde 1980 geboren, wächst bei seiner Mutter in Bratislava auf und wird in der Schule als Zigneuer beschimpft.

Auch sehr interessant, das bei “Gmeiner” erschienene Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde. Dafür warten aber noch die “Töchter der Roza Bukovska” auf mich, das ich mir einmal bei diesem Lyon Flohmarkt kaufte, um wieder den Bogen nach Österreich und St. Pölten zu spannen, wo ich Zdenka Becker machmal auf dem Markt treffe, wenn wir dort am Samstag unsere Würstel essen.

Olga Flor politisch

Doron Rabinovici und Olga Flor

Doron Rabinovici und Olga Flor

Eigentlich habe ich heute ins Literaturhaus gehen wollen, denn da hat  Jaroslav Rudis, der heurige Gewinner des Preises der Literaturhäuser gelesen, aber da kam der Alfred daher und sagte “Ich will zu Olga Flor in den Republikanischen Club!”

Und weil ich an Alfreds arbeitsfreien Montag gerne immer etwas mit ihm gemeinsam machen wollte, habe ich  umdisponiert, obwohl ich mir schon, dachte, daß ich die 1968 in Wien geborenene Autorin vielleicht nicht ganz verstehen werde, denn sie schreibt ja sehr kompliziert.

Der “Residenzverlag” hat eine “Unruhe bewahren” genannte essayistische Reihe von der ich schon einige Bände gelesen habe und ihr “Politik der Emotionen” genannter Band wurde heute vorgestellt. Als wir vor sieben den Veranstaltungssaal erreichten war es schon sehr voll.

Klaus Nüchtern habe ich gesehen, Helene Hofmann und einge andere und Doron Rabinovici hat morderiert. Der Alfred hat das Buch gekauft, so daß ich Olgas Flors Vortrag, die sehr viel mit schneller Stimme gelesen hat, mitverfolgen konnte, denn es stimmt, das Buch, das in zwei Teile nämlich “Irrwitz” und “Witz” geteilt ist, war sehr kompliziert, obwohl es eigentlich, um etwas sehr einfaches, nämlich die politische Lage in Österreich 2018, den Rechtsruck , den wir gerade erleben, etcetera, gegangen ist.

Olga Flor zitierte aber Hannah Arendt und las dann einige Kapitel, die  die “Angst” und den “Neid” der kleinen Leute betreffen, die nicht aufheulen, weil ein paar Millionäre einen Großteil des Kapitals besitzen, sondern nur, wenn es der Nachbar ein bißchen besser als sie hat.

Es ging auch um die “Vertwitterung oder “Die Twittergewitter” der Gesellschaft und das betrifft natürlich Donald Trump und bei der Diskussion haben sich erstaunlich viele Leute gemeldet und interessant, Olga Flor, weil vielleicht ein bißchen unverständlich, wurde angegriffen, viel zu intellektuell, um den Nerv der Zeit zu teffen und viel zu schnell, lautete die Kritik und eine spannende Frage ist ja auch, was können wir uns davon mitnehmen, um den Rechtsruck aufzuhalten?

Die wurde, glaube ich, nicht so ganz beantwortet. Olga Flor gab aber erstaunlich konkrete Antworten und Auskünfte. Nachher gab es wieder Wein und Knabbereien und heftige Diskussionen, die wieder an der Frage rührten, ob es jetzt schon fünf nach oder noch fünf vor zwölf ist?

Interessant jedenfalls und wieder etwas gelernt, obwohl es  kein literarisches Buch ist, das vorgestellt wurde, sondern eher ein zeitnah aktuelles und eigentlich sollten wir uns, glaube ich, schon überlegen, wie wir den Rechtsruck stoppen können, bevor es dafür zu spät ist.

Literatur im Augarten

Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Manfred Loydolt

Manfred Loydolt

Literarische Spaziergänge scheinen jetzt sehr modern zu sein, habe ich doch vor kurzem mit der Ruth einen gemacht und da drei Kunstwerke im öffentlichen Raum aufgesucht, die wir im Vorjahr beschrieben haben.

Es gibt den Osterspaziergang der LitGEs in St. Pölten an dem ich mich regelmäßig beteilige und früher hat es auch den des ersten Wiener Lesetheaters gegeben, wo man immer durch einen Bezirk gegangen ist und an den literarischen Orten Lesungen abgehalten ist. Seit Rolf Schwendter gestorben ist, gibt es den, glaube ich, nicht mehr, obwohl ich heute mit Manfred Loydolt, einem Urgestein des ersten Wiener Lesetheaters durch den Augarten gegangen ist und der ist für Nichtwiener, ein großer Park zwischen dem zweiten und zwanzigsten Bezirk, der, glaube ich, einmal von Josef II gegründet oder dem Volk übergeben wurde.

Erika P. Dellert-Vambe

Erika P. Dellert-Vambe

Es gab da einen Streit, weil die Wiener Sängerknaben  einen Konzertsaal errichtet haben. Es gibt, glaube ich, ein Museum darin und viele schöne Alleen und er ist ein Park zu dem ich eigentlich recht wenig Bezug habe, weil er eigentlich sehr wenig meine Wege kreuzt, weil ich ja jetzt im Smmer eher in Harland bin, statt in Wien eine Parkanlage aufzusuchen.

Sascha Wittmann

Sascha Wittmann

Bei der Vollversammlung der GAV habe ich aber die Karten und den “Hammer 95” eifrig verteilt. Das hat zwar wenig geholfen, weil ich glaube, dadurch niemand zu dem Spaziergang gekommen ist. Ich bin aber mit Waltraud Zechmeister in Kontakt gekommen und die hat mir auch eine Karte für einen literarischen Spaziergang durch den Augarten in die Hand gedrückt und weil ich einige der Lesenden gekannt bin und sehr an literarischen Aktionen interessiert bin und außerdem dieses Wochenende in Wien, bin ich mit dem Alfred hingegangen.

Das Wetter war außerdem noch traumhaft schön. Nach dem eher langen Winter ist der Sommer sehr rasch gekommen und begonnen hat der Spaziergang am Wallensteinplatz. Da begrüßte Waltraud Zechmeister, die Teilnehmer und sagte etwas über den Augarten.

Cornelia Schäfer

Cornelia Schäfer

Es gab ein Foto und dann sind wir losmarschiert.  Sieben Stationen und eine Schlußveranstaltung in einem Lokal in dem Waltraud Zechmeister auf dem Tag genau, wie sie sagte, vor drei Jahren ihre Hochzeit feierte und begonnen hat Manfred Loydolt mit einem Text, den ich schon kannte, weil er ihn einmal bei der “Poet Night” gelesen hat, nämlich eine Hommage auf Rolf Schwendter oder ein heiterer Text über die erste Begegnung und das Erstaunen darüber, daß jemand, der, wie ein Sandler aussieht, ein dreifacher Doktor, GAV-Präsident und Universitätsprofessor ist.

Luis Stabauer

Luis Stabauer

Dann gings  ins erotische Fach, da hat nämlich Erika Dellert-Vambe etwas über Sado Maso gelesen und die dritte Leserin war, glaube ich, Sascha Wittmann, die mit Luis Stabauer in einer literarischen Gruppe namens “Textmotor” ist und auf die ich schon im Internet gestoßen bin, beziehungsweise ihn einmal bei dieser Kleinverlagsmesse Hietzing kennenlernte, wo, glaube ich, auch einige der anderen Autoren waren.

Cornelia Schäfer hatte, glaube ich, eher esoterische Texte, während Sascha Wittmann eine Geschichte aus einer Anthologie verlas, die den Besuch einer Frau, die ihre Freundin, die aufs Land gezogen ist, etwas boshaft schilderte.

Ingrid J. Poljak

Ingrid J. Poljak

Luis Stabauer hat einen Ausschnitt aus seinen “Weissen”, ein sehr politischer Roman, den ich schon gelesen habe, vorgetragen  und Ingrid j. Poljak, die Krimiautorin ist mir auch aus dem Netz bekannt und ich habe sogar eines ihrer Bücher einmal in der Telefonzelle bei der “Seedose” gefunden.

So ging es durch den  schönen Park, immer ein Stückchen zu Fuß und dann eine Lesestation, wobei man die anderen Besucher beim  Turnen oder beim Lagern auf der Wiese beobachten konnte.

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister bildete mit ihren Gedichten den Schlußpunkt und dann ging,s wie schon beschrieben zur “Reblaus”.

Dort gab es einen Büchertisch und weil am Montag “Tag des Buches” ist, gab es auch eine Verlosung, die Ingrid J.Poljak veranstalte. Jeder bekam eine Nummer, drei Lose wurden gezogen. Ich war natürlich nicht dabei, habe aber, wie schon erwähnte, eines der Pollak Bücher auf meinem Harlander Bücherstapel und jeder hat dann noch, während man seinen Sommerspitzer trank und seine Apfelspalten aß, ein weiteres Stück aus seiner Textwerkstatt gelesen und ich habe wieder einige neuen Autoren kennengelernt, denn der Literaturbetrieb spielt sich ja nicht nur bei den Festivals oder in der “Alten Schmiede” ab und durch den Augarten bin ich auch gewandert, was ebenfalls sehr interessant war.

Cafe Gerstl to go

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung “cafe gerstl to go” in der SFD

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung “cafe gerstl to go” in der SFD

Die “Schule für Dichtung” gibt es seit zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Ich war jedenfalls im vorigen Jahr bei dem Fest im “Rabenhof” und dazu habe ich mich auch angemeldet und seither bin ich im Verteiler und bekomme die Aussendungen.

Habe mich einmal um einen Gratisplatz beworben und natürlich nicht bekommen, no na und für zwei kostenlose Online Klassen habe ich mich auch angemeldet, aber nichts geschrieben, denn ich schreibe ja nicht experimentelle oder visuelle Poetry, sondern realistische Prosa und dafür gibt es, glaube ich, keine Klassen und auch Lehrerinnen für das Bloggen beispielsweise werden nicht gresucht.

Ich kann mich auch noch an eine GAV-GV erinnern, wo Ide Hintze aufgetreten ist und verkündete, daß er eine “Schule für Dichtung” gründen will, denn damals gab es das ja nicht, da mußte einen noch die Muse küssen und man den Genie-Gen zum Schreiben haben.

Das hat sich inzwischen sehr sehr geändert und eine Vorvorläuferin der Schreibeschulen und der Hochschullehrgänge für Sprachkunst, war ja, glaube ich, auch der “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” und diesbezüglich hat mich  auch einmal Ide Hintze angerufen und  sich erkundigt und ich war viel zu schüchtern, um mich als Lehrerin anzupreisen.

Ide Hintze, neben Helmuth Seethaler einer der ersten Zettelpoeten ist inzwischen verstorben und Fritz Ostermayer hat die Leitung der Schule übernommen, die ja, lang lang ists her, als es noch das alte “Rund  um die Burg-Festival” gegeben hat, immer zu Mittag dort aufgetreten ist und ihre Klassen präsentierte.

Mit Fritz Ostermayer habe ich mich einmal länger in der “Kolik-Lounge” des Schauspielhauses unterhalten, die es inzwischen auch nicht mehr gibt und im vorigen Herbst hat mich der Alfred in eine Veranstaltung ins Literaturhaus geschleppt, wo Fritz Ostermayer mit Doris Knecht konferierte.

Inzwischen habe ich den Alfred in die Mariahilferstraße 88a geschleppt, wo die “Schule für Dichtung” residiert, denn da habe ich  eine Einladung zu einer Vernissage und Klassenzwischenpräsentation bekommen, denn Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer habe ja in der schönen alten Mezzanin Wohnung ein Cafe Gerstl to go installiert.

Das heißt am langen Gang Cafehausbilder, Rechungen und Platten aus den Fünfzigerjahren angebracht, denn Elfriede Gerstl 2009 verstorben war ja eine begnadete Wiener Stadtflaneurin und Kaffeehausgängerin und ich kann mich erinnern, daß ich einmal, es ist noch viel länger her und ich wohnte noch in der Otto Bauergasse, die ja sehr in der Nähe von der Mariahilferstraße 88 ist, einen Stadtbummel unternommen habe und da Elfriede Gerstl in der konditorei Aida in der Wollzeile sitzen sah. Die kleine alte Dame mit dem Hut und ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen.

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Dann bin ich mit ihr wahrscheinlich durch die GAV in Kontakt gekommen, sie ist auch sehr regelmäßig in die “Alte Schmiede” gegangen und als ich einmal zu dem “Wespennestfest gehen wollte, aber keine Einladung bekam, weil ja nicht unter den ersten hundert Wiener Autoren, hat sie mich einfach mitgenommen.

Sie hat auch einmal auf einem meiner Geburtstagsfeste gelesen. Ich war auf ihrem Begräbnis und habe auch sonst im Blog ein bißchen was über sie geschrieben.

Jetzt also das Cafe to go in der Mariahilferstraße. Alte Platten und Cafehausbilder installiert von Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer und als Erstes hat die freundliche Sekretärin auf das Kabinett verwiesen, wo man sich mit Getränken versorgen konnte.

“Ran an die Tränke!”, hat Fritz Ostermeyer dazu freundlich aufgefordert und nach der obligatorischen viertel oder halben Stunde ist es  losgegangen. Fritz Ostermayer hat die zwei Kuratorinnen und Klassenleiterinnen interviewt und gefragt, wie oft sie ins Kaffeehaus gehen würden.

Nun ich bin als Studentin öfter in ein solches zum Schreiben und zum Lesen gegangen, ins Cafe Gloria, in der Otto Bauer Gasse, das es nicht mehr gibt, ins Cafe Jelinek eben dort beziehungsweise weiter unten, ins Cafe Sperl, jetzt gehe ich nicht mehr oder nur mehr ganz selten, meistens zu Veranstaltungen. So hat die Schreibgruppe ja lange im Cafe Fortuna vormals Ludwig stattgefunden, aber das war ja eher ein Tschocherl, als ein Wiener Cafehaus und Fritz Ostermeyer fragte die beiden Autoren was und ob sie dort schreiben würden?

Haikus, Skizzen aber keine Romane, hat er vermutet. Aber Robert Schindel schreibt die sehr wohl im Kaffeehaus und ich habe früher da auch meine Szenen verfaßt. Dann kam der Gerstl Enkel aus ihrer Ehe mit  Gerald Bisinger und hat auch ein Gedicht vorgelesen und vorher gab es ein paar Gedichte aus dieser Onlineklasse, Da gab es ja zwei Vorlagen aus Gerstl Texten und man konnte sich den ersten Satz schnappen und weiterschreiben.

Elffriede.Aufzeichnungssysteme, die nicht mehr so heißt, hat das auch getan, dann ging es zu der Ausstellung. Die beiden Kuratoren erklärten etwas dazu und Herbert J. Wimmer Elfriede Gerstls letzter Lebensmensch hat auch eine Gedicht dazu beigesteuert, beziehungsweise eine Liste von all den Kaffeehäusern verfaßt, in denen er mit Elfriede Gerstl war.

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

“cafe gerstl

im veränderungsoffenen listengedicht

als mindmap einer kommunikation

und ihrer verteilung übrrt die stadt,

der gesprächs-orte mit elfriede gerstl,

erscheinen cafes, die es noch nicht gibt,

im stadtzeitraum seit neunzehnghundertdreiundsiebzig….

Das war das Jahr meiner Matura und auch das, wo sich die GAV gegründet hat und nachher bin ich mit dem Alfred noch lange auf dem Balkon gestanden, habe auf die Mariahilferstraße hinuntergeschaut, mich mit einer jungen Studentin unterhalten, die das Büro betreut, der Alfred hat sich mit dem Gerstl Enkel unterhalten und ich habe wieder ein sehr interessantes Stück Wiener Literaturgeschichte erlebt.

Krimitage ohne Krimis

In Wien gibt es ja öfter Krimitage, die, glaube ich, ziemlich regelmäßig in der Hauptbücherei stattfinden, einmal war ich in einer diesbezüglichen Veranstaltung im Schauspielhaus und die die Krimilesungen in den Wiener Kaffeehäusern gibt es auch.

Sehr oft gehe ich dort nicht hin, wie ich ja auch nicht sehr oft Krimis lese, aber diese Woche finden zwei solche Veranstaltungen in der Hauptbücherei statt und da ich an beiden Tagen bis sechs Stunden habe, bin ich heute erst sehr spät dorthin gekommen und  daher die Einleitung versäumt, wo wahrscheinlich erklärt wurde, daß das Motto der heurigen Veranstaltung “Zeit und ihre Geschichte” heißt und deshalb stehen höchstwahrtscheinlich auch Nichtkrimis am Programm, wie beispielsweise Bettina Balaka, wo ich mich wunderte, als ich ihren Namen im Programmfolder fand.

Als ich aber um halb sieben die Stiegen hinaufhetzte und mich in den erstaunlich leeren Raum in die zweite Reihe neben Bettina Balaka setzte, saß gerade der einzige Krimiautors des Abends am Lesepult, nämlich der mir bisher unbekannte Michal Gerwien, der aus seinem bei “Gmeiner” erschienenen Buch “Gründerjahr” las, von dem ich eigentlich nicht sehr viel mitgekommen habe.

Nur, daß es um irgendeine Leiche ging und um ein paar Kriminalinspektoren und der Autor erkärte dem Publikum auch, daß es damals noch keine Datenbank für die Fingerabdrücke gegeben hätte, so daß die Auswertung schwierig gewesen wäre.

Zum Glück gab es aber einen Büchertisch und so fand ich durch den Beschreibungstext heraus, daß es in dem Buch, um München 1918 ging, wo der Schriftsteller Kurt Eisner gerade den Freistaat Bayern ausgerufen hat.

Da habe ich ja vor kurzem einen Nichtkrimi darüber gelesen und den hätten die Veranstalter eigentlich auch vorstellen können, denn als der Autor mit seiner Lesung fertig war, trat der Moderator oder Organisator auf, erklärte noch einmal kurz das Motto und wies dann auf Dagmar Fohl hin, deren ebenfalls bei “Gmeiner” erschienenen Buch “Alma” auch kein Krimi ist, denn da geht es um einen Cellisten namens Aaron Stern, der mit seiner Frau leo 1938 nach dem Novemberprogrom gerade noch nach Kuba ausreisen konnte, nur leider mußten sie die neugeborene Tochter zurück lassen und der Roman beschreibt, erklärte der Moderator die Suche des Vaters nach dem Krieg nach seinem Kind.

Die Stellen, die die aus Hamburg gekommene Autorin las, befaßten sich aber mit der Zeit bis zur Ausreise und das war spannend und auch Bettina Balaka hat mit ihren  “Exkursionen in die Gegenwart der Vergagenheit – Kaiser Krieger Heldinnen” keinen <krimi geschrieben, sondern eher Essays, wenn ich das richtig verstanden habe und sie erzählte auch viel von der Frauengeschichte.

Nämlich, daß es bis 2000 keine Pilotinnen bei der AUA gegegeben hatte, zitierte Adelheid Popp und las dann auch eine Stelle vor, wie sie bei einer Führung durch die spanische Hofreitschule erfahren hat, daß es dort keine weiblichen Pferde und keine weiblichen Reiterinnen geben würde, weil das das Ensemble stören und die männlichen Pferde und Reiter in Unruhe versetzen würde.

Nun ja, vielleicht auch ein bißchen kriminell oder krimihaft, die Frauenunterdrückung.Nachher gab es Wein und Knabberstangen und der Veranstalter erwähnte vorher noch, daß morgen Beate Maly, Beate Maxian und Herbert Lackner, der ehemalige “Profil-Redakteur” lesen würden.

ich weiß aber nicht, ob ich hingehen werde, weil Erstens wieder eine sechs Uhr Stunde und Zweitens wird morgen in der “Schule für Dichtung” eine “Gerstl -Ausstellung” eröffnet.

Vom ersten Spaziergang zum dritten Poliversale-Abend

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Heute war also unser erster literarischer Spaziergang bezüglich der Kunst des öffentlichen Raums. Da bin ich ja mit der Ruth im vorigen Jahr an fünf Nach- beziehungsweise Vormittagen jeweils zu drei  Kunstwerken gegangen und wir habe je zwanzig Minuten lang Spontantexte dazu geschrieben, die wir einander vorgelesen habe.

Damit wars für mich eigentlich erledigt, für die Ruth aber nicht, hat sie doch die Veranstaltung bei der GAV eingereicht, drei Spaziergänge wollte sie machen. Der Erste fand bei Denkmälern, die all mit der faschistischen Vergangenheit zu tun haben, heute statt und den “Hammer 95” in dem einige der Texte abgedruckt sind, gibt es als Begleitung auch, denn da sind wir mit dem Alfred an einem Wochenende im Februar die Orte nochmals abgegangen, um die entsprechenden Fotos zu machen.

Diesmal gibt es keine Alfred Fotos, weil ja Nachmittag und er auf der WU beziehungsweise auf einem Betriebsratsseminar, das heißt ein paar hat mir Gelinde Hofer, die neue “Ohrenschmaus – Organisatorin”, die gekommen war, freundlicherweise zur Verfügung gestellt und außer ihr waren noch Ingrid Messing da, die ich beim letzten Osterspaziergang getroffen habe, wo ich schon ein bißchen Probe gelesen habe, Erika Pavlovsky, Erika Brunngraber, der Chemiker Manfred und noch ein paar bekannte und auch mir unbekannte Leute da.

Am Ballhausplatz beim Denkmal für die “Verfolgten der NS- Militärjustiz”, der zweiten Station, die wir vor einem Jahr abgegangen sind, ist es losgegangen.

Robert Eglhofer, der  inzwischen Kunstgeschichte studiert, hat ein paar einführende Worte zum Denkmal und den jeweiligen Künstlern gesagt. Dann haben wir unsere Texte gelesen, noch einen Rosenstrauch bewundert, das Wetter war ja sehr schön und dann ging es weiter zum Servitenplatz und zu den “Schlüsseln  gegen das Vergessen”.

Da war vielleicht besonders interessant, daß sich ein kleiner Hund auf das Denkmmal und die Schlüssel gelegt hat, der sich vielleicht sonnen wollte und so ungewollt im Mittelpunkt der Veranstaltung stand.

Dann gings gleich weiter zum “Thuryhof”, dem ehemaligen sozialistischen Gemeindebau, wo noch immer das völkische Skulptur des katholischen Bildhauers Alfred Crepaz mit einem Hitlergedicht zu sehen ist.

Robert Eglhofer erwähnte in seiner Einleitung, daß es in dem Gemeindebau nach der Übernahme ein NSDAP-Parteilokal gegeben hat, in dem wohl vorher die Sozialisten ihr Büro hatte und hinter der Skulptur gibt es auch ein Lokal, in dem sich jetzt allerdings ein Architekturbüro befindet.

Wir haben uns ein bißchen mit der Architektin unterhalten, bevor wir in das Pub in der Liechtensteinstraße aufgebrochen sind, das einmal “Zur Flucht nach Ägypten” hieß und in dem Heimito von Doderer angeblich öfter verkehrte.

Danach war ich unschlüßig, ob ich in die “Gesellschaft für Literatur” zum dritten Abend der heurigen Poliversale, die heute dort stattfand gehen sollte, den ersten Abend am Montag habe ich versäumte, weil der Alfred lieber mit mir ins Kino gehen wollte, aber diesmal stellte Michael Haammerschmid, der “Poliversale-Moderator” seinen neuen Kindergedichtband vor und zeitlich ist es sich auch gut ausgegangen.

Sehr gut sogar, denn Erstens konnte ich zu Fuß hingehen, zweitens noch kurz in die Buchhandlung “Kuppitsch” schauen, um mir jetzt doch das TB von Klaus Modick “Konzert ohne Dichter” zu kaufen und als ich dann in der Herrengasse, am tschechischen Zentrum vorbeiging, sah ich einen Catering-Bus davor stehen.

“Aha, da gibts eine Veranstaltung!”, habe ich gedacht, bin aber weitergegangen. Es kam aber der Josef, den ich öfter bei Veranstaltungen sehe heraus und fragte mich “Hast du fünf Minuten Zeit, dann gehe hinein, denn da gibts das Feinste vom Feinen!”

Und das war eine Fotoausstellung von Robert Vano, der seinen Zyklus  “Memories” vorstellte und dazu gab es Grammeln, Schinken, Presskopf und andere Wurst und auch ein Gläschen Wein, so daß ich ziemlich gestärkt und dennoch pünktlich in die “Gesellschaft für Lliteratur” kam, die diesmal viel leerer als gestern war, obwohl es schon sieben vorbei war.

Kurt Neumann und einer der “Alten Schmiede- Assistenten” waren  aber da, denn es ist ja eine “Alte Schmiede-Veranstaltung”, Karin Peschka, Ljuba Anautovic, Susanne Ayoub, Christl Greller und noch einige andere und außer Michael Hammerschmid trat auch noch der 1952 in Salfelden geborene Ludwig Hartinger auf, der Lektor bei “Wieser” war, auch auf Slowenisch schreibt und sehr feine eher kurze tagebuchartige Gedichte hatte, die wie Manfred Müller in seiner Einleitung betonte, ganz erstaunlich zuMichael Hammerschmids “Schlaraffenbauch” passten.

Den “Hammer 96”, der der “Poliversale” gewidmet ist, gibt es übrigens auch.

Von der Forschungswerkstatt zur Literaturkritik

In der Wien-Bibliothek im Rathaus gibt es gerade zum Gedenkjahr 1938 eine Ausstellung. Da war ich bei der Eröffnung und da ist auf den Plätzen ein Folder gelegen, denn es gibt dazu ein umfgangreiches Begleitprogramm und da war ich heute bei der ersten diesbezüglichen Veranstaltung.

“Ja oder nein, Plakate zur Volksabstimmung am 10. Apruil 1938. Da hätte es vorher zwar eine Volksberfragung geben sollen, wo man sich zu Schuschnigg und zu Österreich bekennen hätte sollen. Das wäre im März gewesen, da sind aber vorher schon die Nazis in Österreich einmarschiert und haben dann das Volk pro forma dazu befragt.

Der Kreis in dem man mit “Ja” ankreuzen sollte, war ungefähr dreimal größer als der mit “nein”. So sollten wohl damals schon die Werbepsychologie wirken und es hat, glaube ich, auch keine richtigen Wahlzellen gegeben, so daß das Ergebnis dann 99 oder so Prozent lautete.

Meine Mutter hat trotzdem mit “nein” gestimmt. Das hat sie mir erzählt und ich glaube es ihr auch. Von meinem Vater weiß ich es nicht, aber der war ein aufrechter und aktiver Sozialist und wird sich wahrscheinlich auch dementsprechend geäußert haben.

Julia König hat die Veranstaltung “Aus der Forschungswerkstatt” im Seminarraum der Wien-Bibliothek, es gibt auch noch Ausstellungsrundgänge und Ausstellungsgespräche im Programm, geleitet. Das heißt, sie hat die Plakate projeziert, die es diesbezüglich gegeben hat.

Ich interessiere mich ja für die Geschichte Wiens der Zwischenkriegsjahre, während des Nationalsozialismus, etcetera. So habe ich mir einige besonders interessante Veranstaltungen aus dem Programm in meinem Kalender eingetragen und hätte trotzdem fast nicht hingehen können. Denn die Veranstaltung war um fünf. Da hatte ich mir keine vier Uhr Stunde eingeteilt, hatte dann aber eine um sechs und da wäre ich, nachdem die Veranstaltung eine dreiviertel Stunde dauerte, nicht rechtzeitig in meiner Praxis gewesen und um sieben wollte ich schon in die “Gesellschaft für Literatur”.

Ich konnte aber die Stunde auf vier verschieben. Die Klientin ist auch ein wenig früher gekommen, so daß es sich sehr schön ausgegangen ist und ich nachher ganz bequem und langsam mit einem Umweg über die Buchhandlung Kuppitsch und, nein, das Klaus Modik-Buch “Konzert ohne Dichter”, um 5. 95 habe ich mir nicht gekauft, obwohl das eigentlich ein Versehen war und es mir nachher fast leid tat, in die Herrengasse spazieren konnte und da gab es auch ein besonderes Programm. Stellte da doch die wahrscheilichlich nicht nur in Österreich sehr bekannte Literaturkritikerin Daniela Strigl ihr bei “Droschl” erschinenen Erssayband “Alles muß man selber machen” vor und das hat mich sehr interessiert, obwohl mir Henirke Blum das PDF schon geschickt hat und ich das Buch demnächst lesen werde.

Wenn ich es schon gelesen hätte, wäre ich wahrscheilich eher ins Literaturhaus zu der Lesung von Cordula Simon neuem Buch “Der Neuauber” gegangen, obwohl ich das Buch auch auf meinem Badezimmerstapel liegen habe, weil ich ja eher nicht zu Veranstaltungen gehe, wenn ich das Buch schon gelesen habe, aber das habe ich noch nicht und ein wenig Hintergrundinformation dachte, ich wäre auch sehr gut.da

Der Veranstaltungssaal sehr voll, obwohl ich schon sehr früh eingetroffen bin, kein Wunder, wenn Österreichs bekannteste Literaturkritikerin liest, die außerdem noch sehr charmant und schlagfertig ist, kommen die Leute und für mich gab es auch eine Überraschung, lagen doch auf dem Tischchen mit der freien entnahme die “Hammer 95” und wahrscheinlich 96 auf und da habe ich ohnehin schon fast alle verteilt, die mir Kurt Neumann zuschickte. So nahm ich mir einen Stoß und verteilte sie dann munter an das Publikum. Dine Petrik war da, Frau Schmidt-Dengler, Helga Köcher, und und und…

Manfrend Müller leitete ein und erklärte, es gäbe Biografie, Essays und Kritiken in dem Buch und die 1964 in Wien geborene, die glaube ich über Theodor Kramer dissertierte, ein Buch über Marlen Haushofer und eines über Marie von Ebener Eschenbach geschrieben hat, bekannte in ihrem ersten lesen Block, das ihr das Schreiben über ihre Persönlichkeit eher schwer fiele. Esg ibt eine Menge Ebner Eschenbach-Aphorismen in dem Buch, die sie zitierte. Dann las sie über die Rolle der Kritik und dann noch etwas Persönliches. Dazwischen gab es Gespräche mit Manfred Müller, die sie zu den Biografien befragte. Die wräen  jetzt modern und ich habe in der letzten Zeit auch eine ganze Reihe gelesen und die Leute lesen sie offenbar lieber als Romane. So erzählte Daniela Strigl von einer Frau, die sie angesprochen hat, als die Haushofer Biobgrafie vorgestellt wurde und sie von ihr wissen wolle, ob sie nun Haushofer lesen würde.

“Nein!”, sagte die Damie.

“Ich lese nur Biografien!”

Das ist wohl eine Enttäuschung für die Bigorafin. Dann ging es weiter zur Literaturkritik und zu den Verrissen. Das ist ja recht schwer, wenn man mit dem Autor befreundet ist und in Österreich kennt ja jeder jeden, meinte Manfred Müller. Das trifft zumindestens auf das literarische Publikum in Wien zu und eine Konkorrenz der Literaturkritik ist ja bekanntlich auch die Kritik im Netz. Daniela Strigl nannte sie leicht belustigt, Befindlichkeitskritik und meinte, da würden die jungen Mädchen ihr Buch in die Höhe halten und stolz sagen “Das habe ich am Strand gelesen!” und das ist natürlich etwas anderes, als die Feuilletons und auch das was Ḿarcel Reich Ranicki vor einiger Zeit betrieben hat. Daniela Strigl zitierte sich auch durch die Geschichte und brachte Außerungen von Kurt Tucholsky, der schon vor achtzig oder so Jahren, beklagte, daß die Leute keine Kritiken+ mehr lesen würden.

Nun muß ich gestehen, ich lese sie eigentlich auch nicht sehr viel, weil ich ja keine Verrisse mag und auch nicht, wenn der Kritiker glaubt, allles sehr viel besser zu wissen, werde mich aber wenn ich meinen “Koran-Krimi”, den mir “Literturtest” geschickt hat und auch die Amerikareportagen von Martin Amanshauser, die er übrigens heute beim “Thalia” vorstellte und bei denen der Alfred war, der ja im Kuni wieder nach Amerika fährt, ausgelesen habe, auch an eine Befindlichkeitskritik machen, wie ich Henrike Blum und Manfred Müller schon andeutete. Bei Daniela Strigl habe ich mich das nicht ganz getraut zu sagen, habe sie aber beim Weggehen nicht mehr gesehen.

Zum zwanzigsten Mal Literatur und Wein

Trio Lepschi

Trio Lepschi

Franzobel

Franzobel

Das Literaturfestival in Göttweig und Krems von Sylvia Treudl und ihrem Team vom NÖ Literaturhaus veranstaltet, feiert sein Jubiläum und wir sind zum sechsten Mal dabei.  Alfred ist auf die Idee gekommen jährlich dort hinzufahren, mir wäre es ganz ehrlich zu teuer, aber interessant ist es allemal, obwohl ich die meisten Autoren kenne und einige der präsentierten Bücher auch schon gelesen habe.

Das Motto heuer lautete “Vorwärts – die Zukunft nicht vergessen” und deshalb war der Auftakt im niederösterreichischen Literaturhaus Krems auch gleich politisch oder eigentlich nicht, denn angefangen hat es auch mit etwas schon bekannten, nämlich dem Trio Lepschi, um den Krimiautor Stefan Slupetzky und die blödeln ja mehr oder weniger auf Deutsch und nachgemachten Französisch, was mir manchmal gefällt, manchesmal auch nicht, beziehungsweise mir dann zu lustig ist.

Josef Haslinger

Josef Haslinger

Dann kam Franzobel und der ließ ins Programmheft drucken, daß er nach dem “Floß der Medusa” wieder in die Gegenwartt will und so schreibt er gerade einen Roman, der noch keinen Titel hat und in einer Diktatur spielt.

Kathy Zarnegin

Kathy Zarnegin

In Österreich haben die Rechten oder so gewonnen, der Regierungschef heißt Meister und es geht um einen Mann, der unschuldig ins Gefängnis kommt und um den Opernball geht es auch.

So hätte der Roman auch heißen können, verlautete Franzobel launig, wenn es nicht schon einen anderen dieses Namens gäbe und dessen Autor saß in der erste Reihe und kam nach Franzobel dran, las auch einen unveröffentlichten Text und sagte ebenfalls  dazu, daß das für ihn ungewöhnlich sei, offenbar war das, die Forderung an die Auftaktautoren Unveröffentlichtes zu lesen und politisch ist es auch.

Franzobels Werk, das habe ich noch vergessen zu erwähnen, scheint ein Krimi zu werden. Jedenfalls kommt wieder der Kommissar Groschen vor und Josef Haslinger, der wie Syliva Treudl einleitete mit dem “Opernball” und dem “Vatermord” berühmt geworden ist. Beide Romane habe ich gelesen, aber noch lange nicht darüber gebloggt. Dass habe ich nur mit “Jachymov” getan, schreibt gerade ein Theaterstück mit dem Namen “Die Rennerprobe”, denn da probt gerade eine aufgelöste Theatergruppe ein Stück über Karl Renner in einem Parteilokal  und drei Stellen daraus hat Josef Haslinger vorgelesen.

Bachtyar Ali

Bachtyar Ali

Zu dem Festivalpass hat es wieder einen Goodie-Beutel “Lesen ist dem Menschen zumutbar” mit dem Programmheft,  zwei Weinbons, den fünf sonderpublikationen “Versopolis – Wo Lyrik zuhause ist 16- 19, die diesmal am Samstag in der Galerie Göttlinger vorgestellt werden, der anderen Sonderpublikation, wo  ein Text von Ilija Trojanow “Wein und Wort und “Acht Glas Gedichten” von Sandra Hubinger enthalten sind, sowie dem Buch “Wein.Wandern – ein literairscher Verführer durch die Wachau und das Kamptal”, der 2013 am Eröffnungsabend vorgestellt wurde, gegeben.

Paulus Hochgatterer

Paulus Hochgatterer

Und das Weinwandern hat mich damals ja so beeindruckt, daß ich es mit “Kerstins Achterln” in der Hand bei  der nächsten Weinverkostung in Nussdorf an der Traisen wiederholte und dort im Weingut Herzinger waren wir am Freitag auch kurz bevor wir auf den Göttweiger Berg hinaufgefahren sind, weil der Alfred für sein Fest, das er demnächst für seine Betriebsratkollegen gibt, Wein kaufen wollte.

Wein gab es dann auch im Stift Göttweig und da wurde diesmal zum zwanzig Jahre Jubiläum der Weinbegleiter ausgetauscht. Das war diesmal ein Herr Müller und es gab keine Doppelmoderationen mehr und auch keinen Winzer, der seinen Patenwein, nachedem er ihn kurz besprochen hat, dem jeweiligen Autor auf den Tisch stellte, der dann meistens ohnehin nicht daraus getrunken hat.

Es gab auch diese Weine  nicht mehr oben im Verkostungssaal mit den entsprechenden Winzern. Dort lag nur mehr eine durchnummerierte Liste mit den jeweiligen Weinen auf und der ehrenamtliche Weinbegleiter empfahl dem p. t. Publkum, sich am besten im Laufe der Veranstaltung durch die Weine durchzukosten.

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow

Etwas was für einen Autofahrer, der ja irgendwie vom Kremser Berg wieder hinunter muß, falls er nicht im Stiftshotel schläft, leicht fahrläßig wäre,  für mich aber da unter den dreiundzwanzig Weinen, nur drei Rote, ein Zweigelt und zweimal Pinot Noir waren, sehr leicht und durch diese habe ich mich auch durchgekostet und begonnen hat die Lesung mit zwei mir bisher unbekannten Autoren, nämlich mit der in Teheran geborenen und in der Schweiz lebenden Kathy  Zarnegin, deren Roman über eine junge Frau, die beschließt Schriftstellerin zu werden, namens “Chaya” ich mir vom Alfred schenken ließ.

Arno Geiger

Arno Geiger

Jetzt muß ich ihn nur noch lesen, habe das aber mit Peter Henischs “Suchbild mit Katze”, das ich mir vor zwei Jahren vom Autor in Göttweig signieren ließ, auch noch nicht getan, aber gut man soll die Hoffnung nie aufgeben und auch der zweite Autor, der im Nordirak geborene Bachtyar Ali, der in den Neunzigerjahren nach Deutschland kam, war mir bisher unbekannt, obwohl sein erster Roman”Der letzte Granatapfel” einen eher berkannten Namen trägt, da habe ich aber ein anderes Buch gelesen und jetzt hat der Autor, beziehungsweise Christoph Mauz, die deutsche Fassung aus dem zweiten Roman “Die Stadt der weißen Musiker” gelesen, wo einer von Amsterdam in den Irak zurückfliegt und dort einer schönen Frau Noten überbringen soll und Sylvia Treudl betonte in ihrer Einleitung die märchenhaften Elemente mit denen der Autor die Grausamkeiten des Krieges zu erzählen weiß.

Interessant ist auch, daß der Autor vor uns in der Warteschlage am Büchertisch gestanden ist und sich  drei Bücher kaufte, etwas was ich noch nicht beobachtet habe und sehr toll finde.

Diknu Schneeberger Trio

Diknu Schneeberger Trio

Der nächste Autor war mir dagegen  wohl bekannt und ich habe auch sein Buch, wenn auch als PDF gelesen, nämlich Paulus Hochgatterers  “Der Tag an dem mein Großvater ein Held war”.

Dann kam die erste Musikeinlage des “Diknu Schneeberger-Trios” und dann kam wieder etwas “Weinbegleitung”, nämlich Iliya Trojanow mit einer Winzerin und einer Weinflasche auf dem Tisch

Milena Michiko Flašar

Milena Michiko Flašar

Denn Iliya Trojanow, der Weltensammler, der in der “Alten Schmiede” auch Weltbefragungdiskussionsrunden verastaltete und im Augartenspitz zum öffentlichen Diskurs aufrief, hat sich im letzten Jahr offenbar auf das Weingut Salomon Undhof begeben, dort ein Weintagebuch geführt, das er im nächsten Jahr vorstellen will und sogar einen eigenen Wein kreieirt. Er hat auch einen Text über “Wein und Wort” geschrieben, den er vorgelesen hat und dann kam nach einer Pause Arno Geiger, der sich in seinem letzten Buch  “Unter der Drachenwand”,  ähnlich wie Paulus Hochgatterer mit den letzten Kriegstagen beschäftigt hat und von einem jungen Mann erzählt, der nach der Matura gleich an die Front geschickt wurde und jetzt offenbar unter der “Drachenwand” seine erste Liebe erlebt.

Christoph W. Bauer

Christoph W. Bauer

Ich habe Arno Geiger ja als ganz jungen Mann 1996 in Klagenfurt lesen gehört und war von seinem Text sehr beeindruckt, während mir sein Buchpreisroman und auch “Alles über Sally” nicht so sehr gefallen hat.

Dann gabs noch einmal Gitarrenmusik und Sylvia Treudl rief zum Besuch der noch folgenden Veranstaltungen auf und am Samstag wurde es wieder dicht.

Ich bin wieder zu “Transflair”, dieser Diskussionsreihe mit Klaus Zeyringer gegangen. Im letzten Jahr habe ich das ja ausgelassen und bin stattdessen zu “Versopolis” ins “Salzstadl” gegangen.

Marion Poschmann

Marion Poschmann

Diesmal wären die Lyrikveranstaltungen in einer Galerie gewesen und  die Transflairveranstaltung mit dem Thema “Wir sind zu gut für diese Welt -Über Helfersyndrom und gesteuerte Verblödung”, war auch besonders interessant, stellten doch Norbert Gstrein von dem ich schon einiges gelesen und gehört habe, seinen neuen Roman “Die kommenden Jahre” und der Philosoph Robert Pfaller sein Buch über die “Erwachsenenensprache” vor  und da geht es, obwohl mir diese Definition eigentlich unlogisch erscheint, weil man ja eigentlich “erwachsen” sprechen und nicht davor gewarnt werden sollte, um die Debatte mit der politischen Korrektheit, beziehungsweise über die Triggerwarnungen, die die Amerkaner geben, wenn in einem Film beispielsweise Sex etcetera vorkommt.

Doron Rabinovici

Doron Rabinovici

“Beide Bücher beginnen mit einer Reise nach Amerika, am Vorabend der Wahl von Donald Trump”, leitete Klaus Zeyringer ein und bei Robert Pfaller war die Ausgangslange eine Warnung, daß ein Film, den er sich im Flugzeug ansehen ansehen wollte, seine Gefühle verletzten könnte, während es in Norbert Gstreins Roman um einen Gletscherforscher und seine Frau geht, die eine syrische Familie bei sich aufgenommen hat und sich beim Helfen zusehen und filmen läßt, also höchst aktuell und politisch.

Zu Mittag bin ich  auch wieder bei der Wanderung mitgegangen, die eigentlich ein Spaziergang durch die Altstadt von Stein und sehr kurz war.

Antonio Fian

Antonio Fian

Anschließend haben Bodo Hell und der Schweizer  Leo Tour, der auf Rätroromanisch schreibt und, wie Bodo Hell Hirte war oder ist, aus ihren neuen Büchern gelesen.

Der Abend in Göttweig brachte wieder sehr viel Bekanntes. Eigentlich habe ich das meiste außer dem Work of Progress von Christoph W. Bauer, der aber auch schon öfter bei “Literatur und Wein” gelesen hat, gekannt.

So gab es die beiden in Japan spielenden Romane von Marion Poschmann und Milena Michiko Flasar, die sehr direkt von dem Spannungsbögen sprach, den sie auf Seite zwanzig eingebaut hat und dann noch sagte, “Eigentlich hätte ich Ihnen auch gern die Stelle vorgelesen, wo Herr Kato das erste mal Familie spielt, aber leider ist dafür keine Zeit mehr, also müssen sie das Buch selber…..”

Wiener Tschuschenkapelle

Wiener Tschuschenkapelle

Auch Doron Rabinovicis “Außerirdische” habe ich schon gelesen weil es im Vorjahr auf der Longlist des östBp stand und Antonios Fians Wunschdramolette, die sich Sylvia Treudl und Michael Stiller zum Geburtstag wünschten, habe ich  schon einige gekannnt und auch die Musikbegleitung, die “Wiener Tschuschnkapelle” habe ich bei “Literatur und Wein” schon gehört.

Dazwischen ist noch einmal der neue Weinbegleiter aufgetreten und hat zum eifrigen Verkostung, der ausgesuchten Weine aufgerufen, als ich das dann in der zweiten Pause tun wollte, waren zwei der drei Rotweine schon weg, so daß sich Sylvia Treudl beim p. t. Publikum  entschuldigte und Slavco Ninic von der “Tschuschnkapelle” launig meinte, daß er das nächste Mal den griechischen Wein, den er vorher besungen hatte, zur Veranstaltung mitbringen würde.

Heinz Janisch

Heinz Janisch

Vielleicht sollte man auch wieder zur vorigen Weinbegleitung zurückkehren, denn, wie heißt das doch so schön “Never chance a winning team” und bisher hat es, soviel ich weiß, sehr gut geklappt.

Christoph Mauz

Christoph Mauz

Am Sonntag ging es wieder weiter mit einer Sektmatinee, wo diesmal das Duo Matthias Bartolomey mit dem Cello und Klemens Bittmann, Violine und Mandola, den Auftakt gab und dann noch eine Schlußrunde spielte, dazwischen war außer, wie, glaube ich, in jedem Jahr vorher, der, wie im Programmheft steht “begnadete und mitreissende Vorleser Christoph Mauz, der unter dem Titel “Das erste Vierte(r)l” Texte von Karl Kraus, Anton Kuh, Fritz Herzmanovsky-Orlando, Peter Hammerschlag und Roda Roda, vortrug, Heinz Janisch, den den von der “Ohrenschmaus-Jury” kenne, aber zum ersten Mal Texte von ihm hörte, am Programm.

Er hat eine Menge Kinder- und allgemeine Betrachtungsbücher geschrieben. So hat er sich zum Beispiel nach dem Tod seines Großvaters in dessen Haus gesetzt und Anekdoten über die Gegenstände und Gerüche die es dort gab aufgeschrieben und ein Kinderbuch über ein Wettrennen, das statt von Pferden von Kamelen gestaltet wurde, gibt es auch.

Spannend, spannend, das zwanzigste internationale Literaturfestival “Literatur und Wein” von denen ich die letzten sechs hautnah und sehr intensiv miterlebte.

BartolomeyBittmann

BartolomeyBittmann

Meine Chance dort einmal zu lesen, ist zwar nicht so groß, weil ja nicht berühmt, inzwischen bin ich aber, glaube ich, dort schon ziemlich bekannt und werde von den Leuten immer wieder angesprochen und auch Alfreds Fotos sind sehr begehrt, so daß ich ständig meine Visitenkarten verteile und auf das “Literaturgeflüster” hinweise und es ist wahrscheinlich auch sehr interessant, wenn man immer wieder nachlesen kann, was in den letzten Jahren dort passierte und wenn ich eine kleine Kritik an Sylvia Treudls Moderationen anbringen darf:

Meiner Meinung nach verwendet sie zu oft das Wort “großartig” und “wunderbar” bei ihren Vorstellungen. Aber natürlich  werden immer nur ganz besondere, das Haus füllen könnende Autoren eingeladen und  Enthusiasmus ist bei einer Moderatorin wahrscheinlich auch sehr wichtig.

Zwei Dramatikerstipendien im MUSA

Wieder einmal “Literatur im MUSA”, die Veranstaltungsreiche des Kulturamts der Stadt Wien, wo monatlich die Stipendiaten und Preisträger vorgestellt werden und wo ich ja seit es diese Reihe gibt, immer sehr gerne hingehe, denn ich finde es ja interessant, zu sehen, wer da einen Preis bekommt und wer nicht.

Ich werde immer sehr freundlich eingeladen und stehe dann meistens mit dem Manfred und der Angela isoliert herum, während sich die anderen, die Insider des Literaturbetriebs nach außen, küssen und herzen und nach innen wahrscheinlich sich verdammen und zum Teufel wünschen.

Das letztere ist natürlich nur Spekulation und weiß ich nicht so genau, daß die Konkurrenz aber groß ist, ist wahrscheinlich kein Geheimnis.

Zehn,  elf bekommen das Stipendium und der Rest kann durch die Finger schauen und ich gehöre  zu der letzteren Gruppe, obwohl ich mich schon sehr sehr lange, um kein Stipendium der Stadt Wien mehr bewerbe und heuer durch meine Lesung in der “Alten Schmiede” letzte Woche, den “Hammer 95” und unseren Literaturspaziergang nächsten Mittwoch ohnehin einen literarischen Auftrieb habe und denke, eigentlich könnte ich ja jetzt den nächsten ” Veza Canetti- Preis” gewinnen, aber wieder halt, bevor mich jetzt  jemand fragt, ob ich betrunken bin?

Ich beziehie mich natürlich nur auf meinen Aprilscherz vom Ostersonntag und natürlich, ja,  ich habe Rotwein getrunken, denn den gibt es ja im MUSA immer, Brot und Wein nach der Veranstaltung von Ines Varga, die, glaube ich, Julia Sanilcycks Assistetntin ist und höchstahrscheinlich Literaturwissenschaft studiert hat, immer freundlich ausgeschenkt.

Zuerst gab es aber die Lesungen und da trat Michaela Falkner, wie ich sie einmal bei einem Fried Symposium kennenlernte, wahrscheinlich schon zum dritten Mal auf, denn offenbar kann man das Dramatikerstipendium so oft beziehen und die junge Frau mit den   schwarzen Haaren, die inzwischen schon bei “Manifest 53” angelangt ist, hat sich glaube ich, seit ich sie kenne auch sehr verändert und literarisch weiterentwickelt.

Jetzt liegt sie, glaube ich, nicht mehr auf den Boden und macht literarische oder bildnerische Performanmances, sondern kurartiert Hörspielsreihen und das “Manifest 53″ aus dem sie gelesen hat, ist auch eine Hörpsielprdouktion, die sie gerade im Funkhaus aufnimmt und das im Mai in Ö1 gesendet wird.

Es ging und das fand ich ganz interessant, um eine Drachentötergeschichte. Eine Parabel oder Sage könnte man jetzt respektlos unken und wahrscheinlich auch,”Das habe ich schon hundertmal gehört!”

Jedenfalls habe ich mir das ganz frech gedacht, als mich die neben mir sitzende Dame fragte, wie hoch denn das Stipendium wäre und sich dann auch empört an die vor ihr sitzenden Damen wandte.

Nun ihr hat es vielleicht nicht so gefallen. Ich habe den Wert, der experimentellen Manifesten villeicht nicht ganz verstanden, aber Kunststück, ich bin ja eine erfolgfrei schreibende realistische Autorin und werde von manchen für unverständlich gehalten, was wieder das Verbindungsglied wäre.

Ich habe Michaela Falkner, als ich ihr davon erzählte, aber wie ich merken mußte, sehr getroffen, obwohl das eigentlich, wie ich dachte, eine sehr alltägliche Frage ist.

Nun gut, das Hörspiel wird gesendet werden und ich werde es vielleicht hören und der zweite Stipendiat  Bernhard Studlar war mir vom namen her bekannt und er brachte, gemeisam mit einer Schauspielerin, drei Szenen und einen Epilog aus einem Stück namens “Nacht ohne Sterne”, ein Titel, wie er erklärte, der ihm sehr gefällt und ein Reigen.

So beginnt es mit einer Szene zwischen einer Kindergärtnerin und einer Mutter. Die holt ihr Kind zu spät ab, weil sie von einer Demonstration abgehalten wurde. Die Kndergärtnerin, gelesen von Bernhard Studlar, rügte sie deswegen und drohte ihr, daß sie ihren Betreuungsplatz verlieren würde. Sie versucht sie mit fünfzig Euro zu bestechen. Die zerreißt ihn aber und in der nächsten Szene zwischen der Mutter und dem Vater, klebt sie sie wiederz zusammen. Der Vater steckt sie ein und trifft sich mit einem Kredithai, der von ihm die geliehenen zwanzigtausend Duro wieder haben will, die er nicht hat, so daß er ihn erschießt und so weiter und so fort.

Der Tod tritt noch auf, verriet Julia Danilcyck im Gespräch und die Freiheitsstatue und ich finde ein sehr interessantees Stück, das mich sehr heugierig machte und das schon in Bratilsava aufgeführt wurde, da ich aber kein Slowakisch verstehe und wahrscheinlich auch nicht so bald dorthin komme, kann ich höchstens demnächst ins Schauspielhaus gehen, aber da gibt es ja keine “Kolik-Lounge” mehr und die Aufführung eines anderen Studlar-Stückes.