Ruth Aspöcks poetischer Diskurs

Die 1947 geborene Ruth Aspöck, Feministin und Kleinverlegerin, die ich irgendwann nach meiner Arbeitskreiszeit kennengelernt habe, hat ein neues Buch geschrieben.

Sie ist ja, seit sie 2007 mit der Dichterradkarawane von Wien nach Bamberg ihren Verlag “Die Donau hinunter” aufgegeben hat und in Pension gegangen ist, sehr aktiv, so daß schon vier Bücher bei “Löcker” inzwischen erschienen sind.

Die Tagebücher oder die “Langweilige Blindschleiche”, die “Reisen mit Grillparzer”, “Der Krieg nach dem Frieden”, das “Adria Buch” über eine bosnische Flüchtlingsfrau, die sie in der Kantine, wo sie essen geht, kennenlernte und jetzt “Die alte Dichterin, die Literatur und die Kunst”, woraus sie, glaube ich, schon bei den “Volksstimmefesten” gelesen hat und jetzt im “Rebubulikanischen Club” vorstellte.

Viele Bekannte im Publikum, Elfriede Haslehner, Erika Brunngraber, Irene Wondratsch, Karin Ivancsisc und und und…

Ruth sagte in der Einleitung, daß sich dieses Buch im Gegensatz zu ihren anderen Büchern an das literiasch interessierte Fachpublikum wendet und eine Frau, eine Schriftstellerin namens Elisabeth Schwarz, rechnet mit ihrem Leben und dem Literaturbetrieb sozusagen ab.

Da stellt sich natürlich wieder die Frage der Autobiografie, denn diese Frau hatte einmal einen Kleinverlag an dem viele junge Dichter hoffnungsvoll ihre Mansukripte schickte, sie hat auch  ein Semester in Madrid studiert und eine Zeitlang in Kuba gelebt und ein Haus am Land hat sie auch, aus dem sie ihre Bibliothek hinausräumen muß und da fallen ihr zwei Bücher in die Hände, eines von Jean Paul Satre, das, glaube ich “Was ist Literatur” heißt, ein Essay und dann den “Lexikonroman” von Andreas Okupenko.

Daran knüpfen sich viele philosophische Überlegungen an und Elfriede Haslehners Dissertation spielt daran auch eine Rolle beziehungsweise wurde sie zitiert.

Der Verlag wünschte, daß “Roman” auf dem Buch, das übrigens eine sehr ästhetische Umschlaggestaltung hat, oben steht und die Ruth las sich eine Stunde durch das Buch, dann gab es noch eine Diskussion, die Andreas Okupenko, auf dessen Begräbnis ich ja 2010 war, erinnerte.

Ottwald John der auch im Publikum war, gab davon einige Inspirationen, ich kann mich erinnern, daß es an diesem Sommertag so heiß war, daß ich die Aufbahrungshalle verlassen mußte, weil ich das Gefühl hatte, sonst umzufallen und daß ich auf dem Grinzinger Friedhof auch lange das Bernhard Grab suchte und nicht gefunden habe.

Im Anschluß gab es wieder Wein, beziehungsweise konnte man sich diesen auch schon vorher holen, sowie Gespräche und die Ruth ist ja sehr aktiv, denn sie hat schon nächste Woche im Republikanischen Club wieder eine Veranstaltung zum Thema “Politik & Poesie”, die Ditha Brinckwell veranstaltet, die mich einmal auch zu einer solchen einladen wollte und es dann doch nicht tat.

Da lag jetzt schon ein Lesehaft auf und beim Grillparzer-Symposium, das am Donnerstag und Freitag im Literaturmuseum stattfinden wird, wird die Ruth auch einen Vortrag halten.

Dann veranstaltet sie noch den kulturpolitischen Arbeitskreis im Rahmen der GAV-GV am Freitag Nachmittag und das Buch hat sie mir zum Rezensieren auch zur Verfügung gestellt.

Das wird zwar noch eine Weile dauern, bis ich dazu komme, bin ich ja derzeit noch sehr eifrig beim östereichischen Buch und Debutpreis lesen, aber irgendwann komme ich sicher dazu und nächstes Jahr zum siebzigsten Geburtstag wollen wir mit ihr auch eine Runde um den Bodensee fahren.

Keime fundamentaler Irrtümer

Ich habe mich ja heuer im Frühling sehr intensiv mit Heimito von Doderer und Stefan Zweig beschäftigt, weil ich ja bezüglich meines damaligen Romanprojektes die Idee hatte, irgenwelche Romanfiguren auftreten zu lassen.

Es sind Schriftsteller daraus geworden, eben die oben erwähnten und auch noch Anne Frank, die sich mit den beiden alten Herren im Cafe Wolke am Himmelsbogen zum Frühstück trifft und über die beiden Dichter hat Zarah Bashrami ein Stück geschrieben, das sie mit Jurij Abrahamovic und  Zoran Simcic aufführen will und so habe ich mich durch das Werk der beiden gelesen.

Von Stefan Zweig gab es dann auch den Film “Vor der Morgenröte” und die “Arte-Dokumentation” im Netz von Heimito von Doderer habe ich außer einem alten Heinz Fischer-Karwin Interview nicht sehr viel gefunden.

Dabei hat der Dichter am 23. Dezember seinen fünfzigsten Todestag, davon war aber im Frühling noch nicht viel zu hören, erst jetzt im September, wo er 120 Jahre alt geworden wäre, tauchten die Bücher und die Biografien in den Buchhandlungen auf.

Klaus Nüchtern hat eine geschrieben, den Bildband von Eva Menasse, gibt es, glaube ich schon länger und es gibt auch eine “Heimito von Doderer Gesellschaft” und die veranstaltet mit der Uni Wien vom zwölften  bis vierzehnten Oktober unter dem Titel “Keime fundamentale Irrtümer” ein  Doderer-Symposium in der “Gesellschaft für Literatur”.

Weil ich am  Mittwoch Vormittag drei Stunden hatte und auch noch auf die Bank gehen wollte, bin ich ein bißchen zu spät in die “Gesellschaft” gekommen, so daß ich gerade noch einen der letzten Plätze ergattern konnte, es war nämlich sehr voll und Manfred Müller hat auch schon eröffnet und, ich glaube, auf eine Lesung in der “Gesellschaft” wahrscheinlich in den Sechzigerjahren mit Doderer hingewiesen, davon gab es Fotos zu sehen.

En großes Foto mit der Pfeife hängt auch ständig in der “Gesellschaft” und ein Bild, das, glaube ich, die Witwe der “Gesellschaft” schenkte, worauf die Wasserfälle von Slunji zu sehen sind.

Dann kamen die Eröffnungsredner der “Doderer Gesellschaft” und der erste Vortrag von Manfred Wagner, der auf den Zusammenhang zwischen Handke und Doderer hinwies.

Da gibt es keinen, würde die Laiein in mir mal denken, die Doderer ja auch für einen eher konservativen Dichter hält, obwohl ich in den Siebzigerjahren die “Dämonen” verschlungen habe und bis heute noch sehr begeistert davon bin. Manfred Wagner ist ja, glaube ic,h auch eher ein Handke Forscher und ich habe ihn ja vor Jahren bei einer “Wiener Vorlesung” über Handke und Bernhard gehört und die diesbezügliche Publikation inzwischen auch bekommen.

Es gibt aber den berühmten Satz von Thomas Bernhard, den er angeblich sagte, als er im Radio die Todesnachricht seines Rivalen hörte: “Jetzt ist der Weg frei!” und Achim Hölter von der Uni Wien referierte sehr genau, wie Doderer in den “Literaturgeschichten” in ganz Euopa oder überhuapt überall auf der Welt vorkommt?

Da ist es ja, glaube ich, die Frage, ob Doderer jetzt ein deutscher oder österreichischer Autor ist?

Ein Österreichischer natürlich, würden wir, würde ich sagen, für die Chinesen, die Amerikanaer, etcetera, ist das wohl anders, die können wahrscheinlich nicht so genau zwischen Österreich und Deutschland differenzieren und reihen Doderer schon einmal neben Heinrich Böll ein und es ist auch die Frage, ob Doderer ein moderner Autor ist?

Dem würde ich wieder nicht unbedingt zustimmen, kann er ja gar nicht sein, wenn er schon vor fünfzig Jahren gestorben ist, aber der Franzose Francois Grosso, der auch an der Uni Wien lehrt, hat seinen Essay “Wiederkehr der Drachen” mit Verena Rossbachers “Verlangen der Drachen”, die ja in Leipzig studierte und einmal in Klagenfurt las, verglichen und da sehr sehr viele Gleichheiten” mit den “Merowingern” gefunden.

Daran spann sich eine intensive Diskussion, an der ich mich beteiligte, ob man das einfach ohne das Zitat anzugeben darf, ich denke, man darf es nicht, wurde aber belehrt, daß die Gleicheiten nicht mit Helene Hegemann “Axolotls Roadkill” zu vergleichen sind, man aber die Aktualität des Meisters daran sieht, daß eine junge Autorin von ihm begeistert ist und ihn als Vorbild nimmt.

Dann kam noch eine Archivarin Klaralinda Ma-Kirchner und berichtete von Doderers journalistischen Arbeiten in den Zwanziger und Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts.

Er hat da seltsamerweise in sehr linken Zeitungen publiziert, die fast alle 1934 oder 1938 verobten wurden und da er  auch Historiker war, hat er in seinen Artikeln auch solche Themen behandelt.

Am Büchertisch gab es Restauflagen gegen Spenden zu erwerben und auch Doderer-Sonderbeilagen der “Furche” und der “Wienerzeitung” und am Donnerstag geht es dann mit Günther stocker weiter, der berichtete, daß Doderer in den Fünfziger- und Sechzigerjahren sehr postiv vom Literaturbetrieb aufgenommen wurde. Vor allem Hilde Spiel hat ihn sehr gelobt und ihn sozusagen entnazifiziert, denn er war ja seit 1933 bei der NSDAP, was damals aber offenbar niemand störte oder falsch berichtet wurde.

Evelyne Polt-Heinzl hat die “Strudlhofstiege” kritisch gelesen und in, ich glaube, zehn Punkten Doderers Stellung zum zweiten Weltkrieg oder zum zerstörten Nachkriegswien darins entdeckt.

Doderer ist ja mit diesen Roman 1951 sehr berühmt geworden.

Sabine Müller berichtete über die Zusammenhänger zwischen Doderer und Herbert Eisenreich, der  Doderer ja heiß verehrte und sogar einen Roman, den ich, glaube ich, auch gelesen habe, weil ihn mir Rudolf Blazejewski einmal schenkte, nach seinem Muster geschrieben hat.

Nach der Mittagspause war der Literaturarchivdirektor Bernhard Fetz an der Reihe und analysierte die Zusammenhänge zwischen den “Merowingern” und der Avantgarde.

Da würde ich persönlich ja wieder nicht so viele sehen, habe aber gelernt, daß Elfriede Gerstl das Vorbild für die Sekretärin vom Dr. Döblinger war.

Es wurde noch über die ungarische und sie tschechoslowakischen Doderer Übersetzungen, die vor allem die “Strudlhofstiege” aber auch die “Wasserfälle” betreffen, berichtet.

Dann gabs eine kleine Pause mit Brötchen und Wein und dann wurde es interessant, denn es kam die 1988 geborene Vea Kaiser, die ja schon mit zwei Romanen großen Erfolg hatte und die Alois Eder, den ich ja von der LitGes kenne, als Deutschlehrer hatte und berichtete von ihrem Doderer Einfluß. Wie bei Verena Rossbacher gibt es solchen.

“Blasmusikpop” wurde, wie sie aus Lesungen aus beiden Büchern demonstrierte von den “Wasserfällen” sehr inspiriert und das war es dann für mich mit den “Keimen der Doderer-Betrachtung”.

Morgen geht es zwar in der Gesellschaft noch mit einigen ausländischen Reflexionenund vielleicht auch noch ein paar anderen Nachdichtungen weiter, aber ich habe vorläufig genug, beziehungsweise mich zum langen Wochenende und österreichischen Buchpreislesen nach Harland zurückgezogen und kann nur noch berichten, daß der Popmusiker Bob Dylan den heurigen Nobelpreis für Literatur bekommen wird.

Vom Parlament in die Alte Schmiede

“Du gehst sicher zu einer Lesung?”,  hat meine ehemalige Schulkollegin Trude K. mich gefragt, als ich sie um halb vier auf der Kettenbrückengasse traf.

“Richtig, aber zuerst ins Parlament!”

“Ins Parlament, was machst du im Parlament?”, lautete die erstaunte Frage.

Aber wieder richtig, es kommt ja jetzt bald die zehnte  “Ohrenschmaus-Preisverleihung” und weil die zur Feier des Jubiläums, nicht mehr Anfang Dezember zum Tag der Behinderung, sondern schon einen Monat früher auf der “Buch-Wien” stattfindet, war heute um vier in den Räumen von Franz Josef Huainigg die Jurysitzung und ich habe mich mit Franzobel, Heinz Janisch und Felix Mitterer getroffen und wir haben mit vielleicht so rauchenden Köpfen, wie der Jury des ersten “österreichischen Buchpreises”, die ja bald die Shortlist bekanntgeben wird, unsere Entscheidungen getroffen.

Das heißt so sehr haben sie nicht geraucht und wir waren  auch bald einig, wer die drei Hauptpreise bekommen wird, welcher Text auf der Schokolade stehen wird, wer auf die Ehrenliste kommt und ein “Ohrenschmaus-Stipendium” wird es zum Zehnjahresjubläum auch geben, sowie ein neues Buch, das am 11. 11. auf der “Buch-Wien” vorgestellt wird, da gibt es auch eine Diskussion “Quo vadis Ohrenschmaus?”, auf der ORF-Bühne und das ist sehr interessant, denn der “Ohrenschmaus” will sie ja der Öffentlichkeit vorstellen und seine Preisträger, beziehungsweise ihre Texte dieser präsentieren und das kann ich schon verraten, es sind wieder einige schöne dabei, die man dann, wenn man am 10. November um achtzehn Uhr ins Museumsquartier kommt, auch hören kann.

Nach eineinhalb Stunden waren wir mit der Diskussion fertig. Dann bin ich in die “Alte Schmiede” gegangen, weil es dort wieder eine “Lesart” mit Angelika Reitzer gab, die die neuen Bücher von Karin Peschka und Almut Tina Schmidt vorstellte und weil die Sitzung schon, um halb sechs zu Ende war, war ich schon nach halb sieben in der “Alte Schmiede”.

Da hatten die Assistenten gerade aufgesperrt und ich war lange mit ihnen, Angelika Reitzer und den Autorinnen allein und, als ich schon glaube, daß ich vielleicht das einzige Publikum bin, öffnete sich die Türe und Peter Henisch kam herein und nach und nach noch ein paar andere Autoren und Zuhörer und ich nützte die Gelegenheit mich bei Peter Henisch zu erkundigen, wie seine Lesung letzte Woche war und ihn zu fragen, ob er glaube, daß er auf die Shortlist kommt, denn die wird ja morgen vergeben und das finde ich sehr spannend, weil ich mir eigentlich vorstellen könnte, daß mindestens acht Namen darauf stehen, obwohl sie  auf fünf geschrumpft wird.

Karin Peschka, die überraschende “Alpha Gewinnerin” vom letzten Jahr wird nicht darauf stehen, hatte aber ein “Stadt Wien-Stipendium”, so daß ich im “MUSA” schon etwas aus ihrem neuen Roman “FanniPold”hörte, aber dennoch bei der Einleitung von Angelika Reitzer überrascht war, denn es geht nicht nur um eine frustrierte Ehefrau und Mutter in einem kleinen Dorf, die ihre drei Freundinnen mit denen sie sich einmal in der Woche in einer Pizzeria trifft, erzählt, daß sie Krebs hat, es geht auch um einen Leopold, beziehungsweise einen Poldi, mit dem sie sich auf einen Baumvereinigt, deshalb auch die Zusammenschreibung des Namens, was mich anfangs ein wenig verwirrte, um Ameisen, weil das fleißige Tiere sind, geht es auch und das alles ist ein wenig  geheimnisvoll und würde ich auch gerne lesen.

Aber leider ist das Buch noch nicht zu mir gekommen, was angesichts meiner überlangen Leseliste und meines deutschen und österreichischen LL-lesen auch nicht wirklichlich viel macht.

Das heißt das deutsche Lesen ist ja mit dem Peter Stamm wahrscheinlich vorbei, wenn nicht doch noch Buch neunzehn und zwanzig kommt, das österreichische wird dann bald beginnen und nach Karin Peschkas Lesung kam gleich die Diskussion, beziehungsweise die Fragen an beide Autorinnen, dann stellte Angelika Reitzer, die mir bisher unbekannte Almut Tina Schmidt vor, die 1971 in Göttingen geboren wurde, schon länger in Wien lebt und bei “Droschl” verlegt.

Ihr, glaube ich, dritter Roman heißt “Zeitverschiebung” und das ist auch sehr interessant, denn während es bei Karin Peschkas neuem Buch, um eine Lüge geht, geht es hier, um das notorische Zuspätkommen und um, das Prekariat, das die jungen Leute heute erleben, geht es auch.

Die Protagonistin soll oder will auf jeden Fall an ihrer Diplomarbeit über Jack Kerouac schreiben, wird aber nicht so schnell fertig, wie geplant, so nimmt sie einen Bandscheibenvorfall her, um Aufschub zu bekommen, läßt sich krankschreiben und fährt, statt weiterzuschreiben, zu der Hochzeit ihrer Freundin Melanie.

Da gab es dann, wie Angelika Reitzer im Anschluß bemerkte, die zweite Wirtshausszene zu hören, von der Autorin sehr flott und schnell vorgetragen, die erste hatte schon Karin Peschka, wo Fanni bei einer Familienfeier mit blutenden Finger auf einem Klo sitzt und einen Brandt auf dieser Toilette hat es vorher auch gegeben.

Interessant, interessant und bin gespannt, ob das Buch noch zu mir kommt, ebenso wäre ich auf das von Peter Henisch neugierig, aber als ich über die Buchhandlung “Kuppitsch” und dem Bücherschrank, den es dort gibt vorbeigegangen bin, habe ich El Awadallas bei “Milena” erschienene “U-Bahn Dialoge”- “Seawas, Grüssi, Salamaleikum” gefunden und das ist sicher auch sehr interessant.

3. Veza Canetti Preis statt Buchdebuts

Zu der Präsentation der drei Buchdebuts anläßlich des ersten österreichischen Buchpreises habe ich ja sehr gerne gehen wollen, aber leider hat mir die Stadt Wien einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn am ersten Mittwoch ab Oktober ist ja immer “Litereratur im Musa” und da wird mit der Vergabe des “Veza Canetti Preises” an eine Autorin begonnen.

Und auch wenn es Leute gibt, die mein Schreiben für unverständliches Zeug halten, würde ich den sehr gerne bekommen, aber ich bin ja in keinem In Kreis und da sich niemand für mich und mein Schreiben interessiert, wird daraus höchstwahrscheinlich nichts werden, aber ich interessiere mich bekanntlich sehr für Literatur und auch für den “Veza Canetti-Preis, den im Vorjahr Sabine Gruber und 2014 Olga Flor gewonnen hat und rate auch gern herum, wer ihn vielleicht bekommen wird?

Julya Rabinowitch hätte ich heuer gedacht, Judith Gruber-Rizy hat sich mit der Autorinsehr beschäftigt, ist aber auch nicht sehr viel mehr als ich im Literaturbetriebv verankert, also dann anlehnend an die bisherigen Gewinnerinnnen Lydia Mischkulnig die gehetzte vielleicht, aber weit gefehlt, der Literaturubetrieb sorgt ja immer für Überraschungen, Ilse Kilic ist es geworden, die experimentelle Autorin, die glaube ich, schon Sekretärin in der GAV war, als ich, 1987 ist das glaube ich gewesen, aufgenommen wurde.

Das heißt, das stimmt nicht ganz, ganz am Anfang ist das noch Ilse M. Aschner gewesen, aber, wie es zu der Anti-Waldheim Lesung im NIG kam, habe ich schon mit Ilse Kilic korresponiert, die, glaube ich, 1987 mit Fritz Widhalm, ihrem Lebensmenschen das “Fröhliche Wohnzimmer” gründete.

Inzwischen hat sie sie mit Gerhard  Jaschke das Generalsekretariat der Gav innegehbt, jetzt hat sie sich davon zurückgezogen und ist nur mehr im “Fröhlichen Wohnzimmer tätig, wo sie schreibt und zeichnet und ins unserer Schreibgruppe war sie auch sehr lang, ist mit Ruth Aspöck durch den Attersee geschwommen, macht unzählige Veranstaltungen, zu einer hat sie mich und meinen Blog einmal auch eingeladen und jetzt den “Veza Canetti-Preis, welch Überraschung, ich gratuliere natürlich sehr herzlich und das MUSA war auch sehr voll von den Mitgliedern der experimentellen Wohnzimmerszene und nicht nur von der, auch Christl Fallenstein war mit ihrem Mann und der Literaturstudentin da, die ich einmal bei den Ö-Tönen getroffen habe, Ruth Aspöck, deren neues Buch bald erscheinen wird, Birgit Schwaner, Fritz Widhalm, Jopa Joakin, Patricia Brooks, Christine Huber, Rudi Laselsberger Wolfgang Helmreich, Petra Ganglbauer, Hermann Hendrich und und und…

Julia Danielcyck leitete ein, meinte daß Ilse Kilic, die ja außer im “Wohnzimmer” auch bei “Ritter” verlegt, vielleicht noch ein Geheimtip wäre, in diesem Kreis wahrscheinlich nicht.

Susanne Hochreiter, die ja gemeinsam mit Petra Ganglbauer diese “Veza Canetti-Anthologie” herausgegeben hat, wo ich keinen Beitrag drinnen habe, obwohl ich was hingeschickt habe, was später auch in der “Fünfer Anthologie” erschienen ist, hielt die Laudatio und wies auf das Kilic Werk, das “Monkia Chaos Protkoll” und die inzwischen neun Folgen des “Verwicklungsromans” mit dem Natz und der Jana hin und dann gab es eine Lesung mit Diaprojektionen, Zahlenspielen und Gedichten, die Ilse Kilics Crossovertalent und pointierte Vortragsweise trefflich bewiesen undauch mit begeisterten Applaus bedankt wurden, bevor es an das Glas Wein und die Weißbrotstückchen dazu ging.

Ilse Kilic dankte noch allen Autoren, die vor ihr nach ihr und neben ihr schreiben, geschrieben haben oder schreiben werden, denn schreiben kann man ja nicht allein es ist ein Akt der Gesellschaft und man braucht auch höchstwahrscheinlich Lesern, diesen dankte sie auch und  ich habe ja auch einige Ilse Kilc Bücher in meinen Regalen.

Auf meiner modifizierten Leseliste habe ich für das nächste Jahr eines und am Nachmittag habe ich mein Geburtstagsfest ausgesendet,  einige Einladungen auch an Stammbesucher verteilt und morgen gibt es wieder eine Schreibgruppe, diesmal wahrscheinlich ohne Ilse und Fritz, denn die kommen, glaube ich, nicht mehr, haben die Gruppe und mein Wissen, um die experimentelle Literatur aber sehr erweitert.

Peter Henisch versus Evelyn Grill

Heute hat ja Peter Henisch in der “Alten Schmiede” seinen neuen Roman “Suchbild mit Katze”, der auch auf der österreichischen Longlist steht, vorgestellt und da das Buch nicht zu mir zu kommen scheint, wollte ich auch zu der Präsentation gehen, aber Evelyn Grill stellte zeitgleich in der “Gesellschaft für Literatur” ihren neuen Liebesroman vor und Evelyn Grill interessiert mich, ich habe von ihr schon einige Bücher gelesen, vielleicht nicht ganz so sehr wie Peter Henisch, von dem würde ich mich ja fast als Fan bezeichnen und ich wäre wahrscheinlich auch in die “Alte Schmiede” gegangen, wenn ich nicht auch vorigen Woche beim “Büchertausch” in der “Gesellschaft” gewesen wäre und da hat ja Jochen Jung den “Deuticke-Roman” (ich schreibe es wieder mit Anführungszeichen) präsentiert, so daß ich da ein Stückchen hören könnte und ein weiteres Stückchen, ich weiß jetzt nicht einmal, ob dasselbe oder ein anderes, ist ja auch in dem österreichischen Leseprobenbüchlein und das liegt ja inzwischen im Literaturhaus auf und am Freitag im “Odeon” ist es auch gelegen.

Also doch in die “Gesellschaft” weil ich ich ja in meinen Blog eine möglichst intensive Bandbreite des österreichischen sprich Wiener Literaturgeschehens wieder geben möchte und zuerst nur ein paar ältere Damen im Publikum.

Die fangen ja immer sehr spät an und wieder habe ich mich geärgert, daß ich nicht mein vierzehntes Longlistenbuch, es ist die “Erziehung des Mannes” und passt eigentlich wunderbar zu Evelyn Grills romantischen Liebesroman, mitgenommen habe, aber leider vergesse ich immer darauf und laße die Bücher im Badezimmer.

Es kam dann auch ein Hund, der ein bißchen kläffte und offenbar Evelyn Grills Enkeltochter gehörte, dann kam Marianne Gruber und leitete das Buch ein, sprach von einem leisen Roman,  einer Liebesgeschichte von zwei nicht mehr ganz so jungen Leuten, Adrian, der Literaturprofessor, der in Prag, die Schriftstellerin und Jusstudentin Vera kennenlernt, ist sechzig, sie scheint etwas jünger zu sein. Beide sind verheiratet und haben Kinder. Veras Mann ist despotisch, Adrians Frau hat Krebs und die beiden beginnen sich zu schreiben und eine romatische Liebe zu beginnen.

“Immer denk ich deinen Namen”, heißt das bei “Haymon” erschienene Buch, der 1943 in Garsten OÖ geborenen Evelyn Grill, die lange schon in Deutschland lebt.

Ihr erster Roman ist im Wiener Frauenverlag erschienen, ich habe ein paar “Suhrkamp Taschenbücher” gelesen, den “Sammler”, habe ich, glaube ich vom “Augustin-Flohmarkt”, die “Schönen Künste” im Schrank gefunden.

“Das Antwerpener Testament” und den “Sohn des Knochenzähler” hat mir “Residenz” geschickt.

“Die fünf Witwen” sind nicht mehr zu mir gekommen und müßte ich noch finden und für mich ist Evelyn Grill eine mit einem etwas boshaften, beinahe Bernhardschen Stil, zumindestens habe ich das in früheren Büchern so empfunden, was mich da auch ein bißchen störte, so daß ich Peter Henisch vielleicht wieder vorreihen würde.

Dieses Buch scheint aber etwas anders und hat mich fast an den Stil von Elisabeth Gürt erinnert, denn diese romantische Liebesgeschichte, scheint, wie man erst später herausfand, in den Fünfziger bis Achtzigerjahren zu spielen, jedenfalls gibt es noch kein Internet und die Beiden schreiben sich Briefe, die Tschechoslowakei kommt vor,  Adrian wurde im Krieg verwundet und von einer russischen Krankenschwester gepflegt, was er nicht kann, wenn er 2016 sechzig ist.

Ziuerst besucht er aber seine Mutter im Altersheim, läßt ihr ein gepunktetes Kleid anziehen, setzt ihr einen Strohhut auf und führt sie in eine Konditorei, dann zeigt sich das Zerwürfnis zwischen ihm und seiner krebskranken Frau, die Liebe ist schon erloschen und Adrian sehnt sich nach Liebe, mit den Kindern scheint es auch Schwierigkeiten zu geben, so schickt er Gedichte an Vera und bekommt von ihr auch welche zurück.

Ich habe Evelyn Grill  gefragt, warum das Buch in der Vergangenheit spielt? Die Antwort war, weil eine romantische Liebe nicht per SMS geschehen kann.

Darüber habe ich dann nachgedacht, denn was passiert, in dem Kumpfmüller-Buch oder in dem Briefroman, den ich am Anfang meines LL-lesen gelesen habe, kommt das ein bißchen vor, wenn sich zwei mit unglücklichen Ehen, heute auf einen Kongreß treffen würden?

Sie würden sich warhscheinlich Mails oder SMS schreiben, sich dann in irgendeinen Hotel treffen und eine Beziehung beginnen und die Romantikist wahrscheinlich weg.

Wie der Roman ausgeht, hat Marianne Gruber nicht verraten, denn man sollte sich das Buch ja kaufen. Es entspannte sich aber eine sehr lange und intensive Diskussion, die dann in die Unterschiede der deutschen und der österreichischen Sprach gipfelte und die Frage klärte, ob die Österreicher jetzt brutaler, als die Deutschen reden?

Sie sind in ihrer Sprache wahrscheinlich indirekter, aber das kommt in dem Buch, glaube ich, gar nicht vor, zumindest könnte ich jetztnicht sagen, ob Adrian ein Deutscher und Vera eine Österreicherin oder umgekehrt ist?

Und ich habe wieder eine Neuererscheinung kennengelernt, die nicht auf der deutschen oder der österreichischen LL steht und jetzt kann man auch noch immer raten, ob Peter Henisch auf die öst Shortlist kommen wird?

Am nächsten Dienstag werden wir es wissen und bis dahin werde ich wahrscheinlich mein erstes öst BpBuch, das gleichzeitig, das fünfzehnte der deutschen Liste ist, gelesen haben.

Von Marlene Streeruwitz-Vorlesung zum Dicht-Fest-Fragment

Mit dem Veranstaltungsdilemma geht es lustig weiter, denn am Wochenende hat mir E.A.Richter ein Mail geschickt und mich zu seiner “Dicht-Fest-Lesung” in der”Alten Schmiede” eingeladen, die hatte ich im Programm zwar dick angestrichen, aber doch geplant ins “Literaturmuseum” zu gehen um mir Marlene Streeruwitz Vorlesung zur österreichischen Literatur mit dem schönen Titel “Frozen” anzuhören.

Ich bin ja kein wirklicher Streeruwitz-Fan und verstehe auch nicht alle ihrer komplizierten Schlußfolgerungen, habe aber, dem “Wortschatz” am Margaretenplatz sei Dank schon einige ihrer Bücher gelesen, war bei einigen ihrer Veranstaltungen, im vorigen Sommer gab es zwei Geburtstagsbücher von ihr und jetzt zu der sehr komplizierten politischen Situation in der wir momentatn Leben, wieder einen “Wahlroman” auf ihrer Seite, wo man jeden Donnerstag ein Kapitel lesen kann.

Sie hat auch ein neues Buch geschrieben, diesmal eines, das nicht auf der LL steht, weder auf der deutschen noch auf der österreichischen, das also fast an mir vorbei gegangen wäre, wenn es nicht gestern in “Ex Libris” vorgestellt worden wäre und bei der “Vorlesung” hat sie auch ein Kapitel daraus gelesen.

Der heutige Tag war bezüglich meiner Praxis sehr intensiv und dann bin ich auch noch aufgestanden und habe gedacht, ich muß jetzt die Lesung für mein literarisches Geburtstagsfest, es ist der dreiundsechzigste, organisieren und die Lesenden einladen.

Lidio Mosca Bustamente hat mich ja schon vor ein paar Wochen in der “Alten Schmiede” deshalb angesprochen und gesagt, daß er gerne lesen will, er fährt allerdings Anfang Oktober zu einer Lesung nach New York, was mich ein wenig berunruhigt hat, daß ich ihn dann während meiner Planungs-und Aussendungsphase nicht erreichen kann.

Ich konnte aber, denn er fliegt erst übermorgen und die Ruth habe ich schon bei der “Poet Night” angefragt, sie kann aber am 11. 11. nicht, denn da hat ihre Enkeltochter in Linz Maturaball und die Hilde Schmölzer, die auch sehr gerne bei mir liest, hat eine “Lesetheaterprobe”.

Also blieben noch Doris Kloimstein, die schon sehr lange nicht mehr bei mir gelesen hat, Gloria G.und der liebe Rudi übrig und den habe ich am Abend dann auch in der “Alten Schmiede” gesehen, aber langsam und schön der Reihe nach, damit meine Kritiker nicht wieder mahnen, ich würde nur “unverständliches Zeug” bloggen.

Die 1950 in Baden geborene Marlene Streeruwitz ist aber auch sehr kompliziert und nicht besonders leicht zu verstehen und sie erwähnte in ihre Einleitung auch, sie würde mit dem Alter immer radikaler werden.

Ihr Vortrag bezog sich dann auf die katholische Kirche und ihre stregen Riten, sowie auf den Eventcharakter, den beispielsweise die Disney Filme haben und einer heißt “Frozen” und bezieht sich auf Andersen “Eiskönigin” und Marlene Streeruwitz bezog das auf das österreichische Klima, das ja auch schon sehr durchfroren ist.

Das politische ist es allenthalben, beim literarischen weiß ich nicht so recht, Marlene Streeruwitz forderte jedenfalls einen demokratischen Roman und das finde ich ein wenig schwierig, diese Kriterien bei der momentanten Gegenwartsliterautur zu überpüfen.

Der Vortrag war jedenfalls sehr interessant, dann gab es noch eine längere Diskussion, wo diesmal jeder Fragen stellen konnte und dann ein Kapitel aus dem neuen Roman “Yseut”, den ich auch sehr interessant finde und gerne lesen würde, wenn ich nicht schon eine so elendlange Leseliste haben würde. Aber vielleicht kommt er einmal zu mir.

Yseut heißt jedenfalls Isolde und die Heldin wurde von ihrem Vater so genannt, die Mutter hätte ja lieber eine kleine Eleonore gehabt und die kleine Yseut scheint auch eine sehr selbstbewußte Person zu sein, die einen interessanten Vater hat, der ihr ein rotgoldenes Buch zu lesen gibt und der Roman spielt, habe ich gestern in “Ex Libris” gerade noch gehört, bevor wir bei der Sophienalpe aus dem Auto ausstiegen, um zur Mostalm zu wandern, in einer Zukunft, wo es kein Geld mehr gibt und alle überwacht werden.

Yseut reist aber trotzdem nach Italien, allerdings nicht in dem vorgelesenen Kapitel und, als die Veranstaltung aus war, hatte ich schon beschlossen, zum “Dicht Fest” in die “Alte Schmiede” ein Glas Wein trinken zu gehen, denn das gibt es ja dort nach dieser Veranstaltung und wer sich jetzt darüber aufregt, dem weise ich darauf hin, daß ich bei der letzten “Dicht -Fest -Veranstaltung”, Anfang des Jahres nur am Anfang, sozusagen zum Aufwärmen war, weil ich mich nachher mit dem Alfred, der Anna und dem Anna in einem Restaurant getroffen habe und das Glas Wein versäumte.

Das holte ich also hiermit nach und Konstantin Kaiser, der mich auch schon vor längerer Zeit zu dieser Veranstaltung eingeladen hat, habe ich auch noch gehört, einen Teil seiner Kindheitserinnerungen jedenfalls, die mich in ihrer Intensität, sie handeltn von toten Katzen, die eingefrogen bei den Mistkübeln liegen, sehr beeindruckt haben.

E.. A. Richter hat zufälligerweise, als letzter gelesen, also habe ich sein Manuskript “Dating Project” auch noch gehört und dann gab es das Glas Wein und Knabbereien und ein Gespräch mit dem lieben Rudi,  Sonja Frank war da und hat mir eine Einladung zu ihren Veranstaltungen gegeben, Ilse Kilic, die neue Verza Canetti Preisträgerin, Gustav Ernst, Robert Schindel und Ralph Klever, der mir freundlicherweise die Anthologie zur Literaturvermittlungsenquette “Zwischen Schreiben und Lesen” zur Verfügung stellte.

Die Lesungen von  Birgit Müller-Wieland, Waltraud Haas, Monika Vasik und Richard Wall habe ich zwar versäumt, aber letzteren habe ich ja vor kurzem in der “Gesellschaft für Literatur” gehört und man kann ja auch nicht überall gleichzeitig sein und für morgen, das kann ich gleich anmerken, gibt es auch Terminkollisissionen, nämlich Evelyn Grill in der “Gesellschaft” und Peter Henisch in der “Alten Schmiede.

Enquette zur Literaturvermittlung

Gestern habe ich nicht nur die “H.C.Artmann-Preisverleihung” an Anselm Glück, sondern auch die Eröffnung der “Enquette zur Literaturvermittlung” im Odeon Theater, versäumt, die von zehn österreichischen Literaturhäusern, die schon seit 2004 mit einem “mit Sprache” genannten Projekt zusammenarbeiten, veranstaltet wurde und die im vorigen Jahr einen Fragebogen entwickelt haben, in dem sie die Besucher  zu ihren Motiven befragten,ein Literaturhaus zu besuchen, ich habe je einen davon in der “Gesellschaft für Literatur” und in der “Alten Schmiede”, die in Wien neben dem Literaturhaus auch zu den Veranstaltern, gehört ausgefüllt und bin heute zu der Enquette gegangen, an der sich außer dem NÖ Literaturhaus noch die anderen österreichischen Literaturhäuser, das Felder Archiv und das Stifter Haus Linz beteiligt haben.

Gestern wurde auch noch eine Anthologie “Zwischen Schreiben und Lesen” vorgestellt, wo wieder einige  Autoren ausgewählt wurden, dazu ihren Senf abzugeben und heute ging es los mit verschiedenen Themengebieten, die sich mit der Literaturvermittlung befassen.

So gab Michael Wimmer, der einmal das “Kulturservice” gegründet hat, einen sehr interessanten Einblick, wie sich die Kulturlandschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat. In den fünfziger Jahren gab es eine autoriäte Landschaft, dann kamen, die sehr aufbruchsorientierten Siebzigerjahre, wo Kreisky ja mit der Literaturförderung begann, die Literaturhäuser gegründet wurden und jetzt werden die Budgets eingespart und man kann darüber diskutieren, ob man überhaupt Orte wie Literaturhäuser braucht?

Manfred Müller, der Leiter der “Gesellschaft für Literatur” brachte dazu eine Studie, die zeigte, daß seit den Neunzigerjahren, die Zahl der Literaturveranstaltungen sehr zugenommen hat, jetzt wird auch in Buchhandlungen, Bibliotheken, Wirtshäuser und Cafes, etcetera, gelesen.

Aber die Literaturhäuser sind, glaube ich, die Orte, wo die eingeladenen Autoren, alle dürfen da ja nicht lesen, ein einigermaßen anständiges Honorar bekommen, während die anderen jetzt wahrscheinlich viel leichter, woanders lesen und auch ihre Bücher selber machen können, dafür aber nichts oder zwanzig oder dreißig Euro bekommen.

Dazu gab es auch eine Untersuchung, die zeigte, wie viele Autoren überhaupt umsonst lesen und im dritten Block ging es, um die Literaturvermittlung bei Kindern- und Jugendlichen.

Da wurde offenbar schon am Donnerstag vor allem von Jochen Jung beklagt, daß die Leute viel zu wenig lesen, die Kinder lernen es oft in der Schule nicht mehr richtig und da springen dann zum Beispiel “Institute für Kinder und Jugendliteratur” ein und machen mit den Kindern Rollenspiele und Schreibwerkstätten oder das Literaturhaus Köln bietet Fortbildung für Lehrer an, wo die selber schreiben lernen.

Am Nachmittag ging es dann, um die Medien. Da diskutierte Klaus Kastberger mit Peter Klein von Ö1 und Brigitte Schwens Harrant, die ja nicht nur Jurorin beim öst.Bp ist, sonder auch die Literaturabteilung der “Furche” leitet und er gab auch eine Studie in Auftrag, wieviel die Medien über Literaturhäuser berichten und da ist interessant, daß nicht nur die Zeitungen durchforstet wurden, sondern einige Blogs, da fiel zwar öfter das Wort “Laienkritik” und, wie das jetzt mit den E-Books ist, war man sich auf den Podien auch nicht ganz sicher, hat aber einige Litblogs durchforstet und herausbekommen, daß nur ganz wenige österreichische Blog über die Literaturhäuser berichten.

Da war der meine höchstwahrscheinlich wieder einmal nicht dabei, denn ich tue das ja sehr viel, wohl aber “Inadäquat”, den es  nicht der gibt und der “Duftenden Doppelpunkt”.

Das Ergebnis war aber, daß sehr wohl über Veranstaltungen berichtet wird und dann gings zur Auswertung der Fragebögen und da stellte sich auch heraus, das Publikum ist sehr zufrieden, will aber, was mich ein wenig wunderte, gar nicht so sehr mit den Autoren, als über die Autoren dieskutieren. Man konnte auch bei dieser Veranstaltung nicht direkt Fragen stellen, saß zwar im selben Raum, aber wenn man Fragen hatten, konnte man die auf einen Zettel schreiben und mit einer Kluppe auf ein Wäscheseil hängen und sie wurden dann in der Schlußdiskussion zusammengefaßt, was ich wieder etwas seltsam fand.

Aber erst kamen Markus Köhe und Mieze Medusa an die Reihe, die den ganzen Tag offenbar den Auftrag hatten, bei der Veranstaltung mitzuschreiben und dann eine Performance, beziehungsweise fast einen Poetry Slam aus den mitgeschriebenen Sätzen machten und bei der Schlußdiskussion mit Klaus Kastberger, Doris Moser, Gerhard Rusis, Margit Schreiner, Daniela Strigl und Michael Wimmer, der neue Bundesminister war zwar angefragt, ist aber nicht gekommen, Kristina Pfoser moderierte, ging es wieder kontrovers zu, denn Klaus Kastberger der neue Leiter des “Grazer Literaturhauses” stellte die Frage, ob ein Literaturhaus subversiv sein müsse und meinte, er hätte nur deshalb zu lesen angefangen, weil es zu Hause keine Bücher gegeben hätte, hätte ihm ein Lehrer beispielsweise Handke in die Hand gedrückt, hätte er den höchstwahrscheinlich bis heute nicht gelesen.

Gerhard Ruiss beklagte die Einsparmaßnahmen und die Schäden die die Zentralmatura für die Schüler und die Studenten hat, die jetzt nur noch Leserbriefe schreiben, aber keine Bücher mehr besprechen würden, wurden auch sehr oft beklagt.

Eine sowohl sehr interessante,  als auch wieder sehr elitäre Veranstaltung, wo sich die Vermittler und die Autoren grüßten, küßten, Kaffee tranken und das Publkum, das ja wie der Fragebogen auch erhob, oft auch aus Autoren bestand, daneben stand und schaute zu.

Aber sehr viel Zeit, das zu bedauern, blieb mir gar nicht, denn die Diskussion war um viertel acht zu Ende und, um dreiviertel sieben hatte im “Kulturzentrum Siebenstern”, auch einer von den anderen literarischen Orten, schon die “Poet Night” des Wiener Lesetheaters beonnen und da lese ich ja immer mit.

Was ich mir aber mitnehmen kann, ist das wieder selber machen, selber lesen, selber schreiben, auch wenn man damit nicht in den Literaturbetrieb hineinkommt, der ja, wie man sieht sehr abgekapselt ist und das auch immer perfekter praktiziert, zwischen gut und schlecht, hüben und drüben, draußen und drinnen zu unterscheiden.

Die Eigenintiative aber machts, das sagt ja auch Gerhard Ruiss immer, auch wenn ich persönlich offenbar nicht viel weiter komme, sondern manchmal sogar an Anführungszeichen scheitere.

Leo Perutz- statt H. C. Artmann-Preis

Vor einigen Wochen habe ich von Julia Danielcyk ein Mail mit einer Einladung zum H.C.Artmann-Preis, der am 29. 9. im MUSA an Anselm Glück vergeben wurde, bekommen und habe “Fein!”, gedacht, denn bei dieser Preisverleihung war ich ja noch nicht, bis ich daraufgekommen bin, daß zeitgleich in der Grünangergasse der “7. Leo Perutz-Krimipreis” des Hauptverbandes und der Stadt Wien vergeben wird.

Dabei bin ich schon ein paarmal gewesen und habe auch Julia Danielcyk im Vorjahr auf dem Klo getroffen, die mir dort das “Literatur im MUSA Programm” übergab und so habe ich diese Terminkollision bedauert, mich dann aber doch für den Krimi und gegen die experimentelle Literatur entschieden, obwohl der ja, wie ich gestern in der “Gesellschaft” von Jochen Jung und Martina Schmidt hören konnte, nicht so ganz literarisch ist, aber von den Leuten gern gelesen wird und da ein Andreas Pittner Krimi oder einer von Eva Rossmann sich höchstwahrscheinlich besser verkauft, als die Gedichtbände von Anselm Glück oder Dieter Sperl etcetera, hat der Hauptverband vor sieben Jahren einen österreichischen Krimipreis ausgerufen, ihm einen schönen klingenden Namen von einem Dichter, der so viel ich weiß gar keine Krimis geschrieben hat, gegeben und seit 2011 gehe ich dort regelmäßig hin.

Es gibt da auch eine Shortlist mit fünf Nominierten, die die fünfköpfige Jury aus, wenn ich es richtig verstanden habe, fünfhundert Vorschlägen, die sie angeblich alle liest, also ich schaffe nur mehr hundertdreißig Bücher im Jahr, auswählt und diesmal standen Hannelore Fischer mit “Die Altmeister”

Andreas Gruber “Racheherbst”

Fritz Lehner “Seestadt”

Beate Maxian “Tod in der Hofburg” und

Andreas Pittler auf der Liste.

Als ich kurz vor sieben das schöne alte Palais in der Grünangergasse erreichte, war es dort schon sehr voll und zu meinem Erstaunen hat nicht Günter Kaindlsdorfer moderiert, sondren, der Schauspieler  Roman,Kollmer, den ich schon von der “Buch-Wien” beziehungsweise vom Österreich-Kaffee in Leipzig kenne.

Benedict Föger war auch nicht da und von der Stadt Wien ist Stadtrat Wollner später gekommen, so daß Roman Kollmer launig moderierte und die fünf Auserwählten vorstellte.

Hannelore Fischer ist die Nichte vom O.W und war wie Dolores Schmidinger, die im vorigen Jahr nominiert war, Schauspielerin, offenbar ist das Krimischreiben dann ein Hobby, das sie in der Pension betreiben und weil sie einen großen Namen haben, finnden sie….

Es gab eine fünf Minuten Lesung und in dem Krimi geht es um eine Othello Aufführung, wo, glaube ich, zwei eifersüchtige Herren die Desdemona umbringen wollen, weil sie ihr Kind weggegegeben habe.

Dann kam Andreas Gruber an die Reihe und der war, glaube ich, schon im Vorjahr nominiert. Es stehen also auch immer die selben auf der Liste und von den fünf Nominierten, habe ich auch nur Andreas Pittler und Beate Maxian richtig gekannt und noch keines der nominierten Bücher gelesen.

Andreas Gruber hat schon einen “Rachesommer” geschrieben und Roman Koollmer fragte launig nach dem “Rachfrühling”, aber der ist noch frei und kann noch geschrieben werden und es geht in dem Herbstbuch, um eine Frau, die in die Wohnung eines Dates geht und offenbar von einem Arzt ermordet wird, zuerst versetzt er sie aber in eine Querschnittlähmung.

Fünf Minuten Lesezeit sind sehr kurz, also schon weiter zum nächsten Buch und Fritz Lehner ist ein Filmemacher, den ich, glaube ich, schon einmal bei “Rund um die Burg” hörte, sein Krimi geht um die Seestadt Aspern und dort läuft ein Mörder frei herum, beziehungsweise hat er sich gerade niedergelassen.

Beate Maxian, die ich schon von verschiedenen Krimi Veranstaltungen kenne und auch schon einige Bücher von ihr auf meinen Stößen liegen habe, wurde für “Tod in der Hofburg” nominiert und dort gibt es einen Handtaschentausch, das Klo wird in die Luft gesprengt und einiges andere passiert dort, glaube ich, auch noch und Andreas Pittlers Bronsteinkrimi “Goodbye”, der 1955 spielt und wo der alte Major in ein Wirtshaus geht und dort die “Reblaus” singt, habe ich, glaube ich schon einmal gehört.

Dann kam das Interview mit den Preisverteilern und die berühmte Frage, was sie denn für Krimis lesen und dann “The winner is Andreas Gruber” von der Vorjahresgewinnerin Theresa Prammer, Roman Kollmer eröffnete dreimal das Buffet, weil der Preis ja auch vergeben werden mußte und immer einer noch etwas sagen wollte und dieses war besonders gut und besonders reichhaltig und jetzt habe ich die Preisverleihung an Anselm Glück und wahrscheinlich das Brot und den Wein, den es im Anschluß gab, versäumt, mich aber mit der Angela gut unterhalten und am achtzehnten Oktober geht es weiter mit der Wiener Kriminacht, wo ich wahrscheinlich auch ein Alternativprogramm haben werde.

Schlagabtausch zwischen Deuticke und Jung und Jung

Die “Gesellschaft für Literatur” hat eine neue Veranstaltungsreihe, zwei Verleger kommen und stellen jeweils ein Buch aus der Produktion des anderen vor, sprechen darüber und beantworten Fragen zur Verlagslandschaft.

Eine sehr Interessante, wenn  Verlagsmenschen über die Bücher der anderen sprechen, auf Buchmessen kommt wohl sowas vor und Henrike Blum vom “Presse und Literaturbüro”, das, glaube ich zu “Droschl” gehört oder für “Droschl” arbeitete, machte der “Gesellschaft” dieses Vorschlag, die gleich mit Martina Schmidt und Jochen Jung begann und das ist ganz besonders interessant.

Denn Österreich ist ja sehr klein und hat daher nur sehr kleine Verlage und diese spießen, reiben sich und geraten aneinander oder werden das, wenn die Eigentümer wechseln und die Verlage verkauft werden, oft gegen ihren Willen.

Und das ist  zur Jahrtausendwende mit dem “Residenz-Verlag” passiert, wo Jochen Jung der Leiter war. Der Verlag hat dann zum “Bundesverlag” gehört, wo Martina Schmidt, “Deuticke” leiteteund die hat dann einige Zeit auch “Residenz” leiten müßen und Jochen Jung wurde hinausgeschmissen.

Sehr kompliziert und für Außenstehenden sind diese Verlagsverhältnisse wohl auch nicht zu verstehen.

Jochen Jung hat dann “Jung und Jung” gegründet, neben “Droschl”, “Picus” und “Czernin” ein kleiner feiner Verlag, denn “Deuticke” gehört ja inzwischen zu “Zsolnay” und das ganze zu “Hanser”, wo  ich die Geschäftsverhältnisse dann auch nicht mehr so genau unterscheiden und zuordnen kann.

“Jung und Jung” steht mit seinen Büchern auf jeden Fall ziemlich regelmäßig auf der Long– und auch der Shortlist des dBp und hat den zweimal auch schon gewonnen.

Auf der österreichischen steht er diesmal nicht, dafür “Deuticke” mit Peter Henisch “Suchbild mit Katze” und auf die deutsche ist ja Hans Platzgumer mit “Am Rand” gekommen.

So weit so gut und das, was mich momentan interessiert, weil ich ja derzeit am doppelten LL-Lesen bin und sowohl den Köhlmeier, als auch den neuen Henisch nicht zu bekommen scheine, dafür habe ich aber “Am Rand”, “Die Witwen” und “Ein langes Jahr” gelesen und den Originalschreibtisch aus Salzburg habe ich ja vor ein paar Jahren in St. Pölten gesehen, inzwischen ist der “neue” “Residenz-Verlag” aber, glaube ich, wieder nach Salzburg abgewandert und Peter Henisch der ja dort einige Bücher verlegte, verlegt inzwischen bei “Deuticke” und Jochen Jung hat sich auch das neue Henisch Buch zur Präsentation ausgesucht,

Martina Schmidt ein mir bisher unbekanntes Verlagsdebut und da bin ich auch schon bei einer Frage, die Manfred Müller an die beiden stellten, ob die, die Verlagsproduktionen der anderen kennen und die sagten, glaube ich, daß sie eher keine Vorschauen lesen.

Da tue ich eigentlich auch nicht wirklich.

Der neue “Residenz” hat mir die eine Zeitlang geschickt und da habe ich dann auch ziemlich viel gelesen, was “Jung und Jung” produziert, weiß ich eigentlich nicht wirklich. Manchmal bestelle ich mir zwar ein Buch, aber das meiste geht eher, wenn es nicht auf den LL steht an mir vorbei, während “Deuticke” und “Zolnay” kommt mir vor, da irgendwie präsenter ist und vielleicht auch öfter in der “Alten Schmiede” oder im Literaturhaus präsentiert als “Jung und Jung”.

Die erste Frage, die Manfred Müller stellte, war aber die über den Schlagabtausch und über den Verlagswechsel und, ob die beiden Verleger einander böse wären. Offenbar nicht, denn sonst würden sie ja nicht miteinander auftreten und sich gegenseitig vorstellen.

Jochen Jung ließ einiges von seinen Autoren verlauten, die ihm erst versprochen haben, ihm zu unterstützen und zu folgen, dann aber zu anderen Verlagen wechselten, aber das ist ja irgendwie bekannt, daß die Autoren, wenn sie können, die Österreicher verlassen und zu “Suhrkamp” oder “Fischer” wechseln.

Daniel Kehlmann hat das, glaube ich, bei “Deuticke” getan und dort, was ich so hörte, tiefe Wunden aufgerissen und Jochen Jung meinte, daß die Autoren von den großen Verlagen, dann oft auch nicht den Erfolg bekämen, den sie sich erwartet haben.

Das kann ich auch nicht beurteilen, denn ich gehöre ja nicht zu den großen Autoren, habe aber früher, lang lang ists her, sehr viele meiner Manuskripte zu “Residenz” nach Salzburg geschickt und den berühmten Vordruck zurückbekommen.

Jetzt bekommt man bei “Deuticke” keine Antwort mehr, wenn man unverlangt einsendet, was Martina Schmidt sehr bedauerte, aber offenbar nicht ändern kann oder ändern will.

Nun ja, inzwischen gibt es ja die Möglichkeit des Selbermachens und die Autoren, die von “Jung und Jung”, “Deuticke” oder “Hanser” nicht genommen werden, können ja auf “Amazon” ausweichen oder selber drucken lassen.

Ich weiß, daß ist vielleicht keine besonders ruhmreiche Alternative, aber etwas, was ich auch seit dem berühmten Wendejahr 2000 mache und damit natürlich nie auf eine Buchpreisliste komme.

Aber jetzt steht Peter Henisch auf der österreichischen Longlist und wird, würde ich mal schätzen auch auf die Shortlist kommen, zumindestens würde ich mir da Mayröcker, Cotten, Henisch, Köhlmeier, Gruber wünschen, uje da bin ich schon bei fünf und, wo kommt da die Anna Mitgutsch hin und Kathrin Röggla hat ja auch einen großen Namen, hat aber “Jung und Jung” auch verlassen und ist  zu “S.Fischer” gegangen.

Nun ja in zwei Wochen werden wir es wissen, Jochen Jung, der ja einiges von Peter Henisch machte, Bücher, die ich höchstwahrscheinlich auch in Harland stehen habe, hat “Suchbild mit Katze” schon gelesen, ein Stückchen vorgelesen und einiges erzählt.

Es geht um die Kindheit und dürfte eine Autobiografie sein, es handeln zwar schon andere Bücher, wie die “Kleine Figur” und das mit der Großmutter davon, aber hier dürfte er deutlicher von sich selber und seiner Kindheit erzählen und hat auch noch zwei weitere Bände geplant, wo er dann von seiner Pubertät und vielleicht dem Erwachsenenwerden erzählt.

Ein interessantes Buch und schön wenn ich es  einmal finde, vielleicht erwähne ich es  auch, wenn mich jemand nach meinen Geburtstagswünschen fragt und nächste Woche wird es, glaube ich, auch in der “Alten Schmiede” präsentiert. Da hatte ich eigentlich vor hinzugehen, aber jetzt habe ich ja schon ein bißchen was davon gehört und in der “Gesellschaft” wird gleichzeigtig das neue Buch von Evelyn Grill präsentiert.

Das Buch aus dem “Jung und Jung-Verlag, das Martina Schmid vorstellte, heißt “Wir ohne Wal” und ist von Birgit Birnbacher, die glaube ich, auch die Frau von Jochen Jungs Lektor ist, von Jugendlichen mit Drogenproblemen handelt und laut Martina Schmidt eine schöne Sprache und eine große literarische Zukunft hat.

Ich habe von dem Buch noch nie etwas gehört und dann gab es noch den Tip von Martina Schmid, den neuen Rene Freund “Niemand weiß wie spät es ist”, ein Buch, das am Vorigen Freitag bei den “Beispielen” in Ö1 war, wo eine Tochter nur etwas erbt, wenn sie eine Urne unter bestimmten Auflagen von Paris zurück oder dorthin trägt, etwas, wie ich erst vor kurzem von einem Notar hörte, verboten ist, was mich also an dem Buch etwas störte.

Rene Freund hat damit aber den Verlust seiner Frau verarbeitet und das ist dann wieder etwas, das ich verstehen kann und Jochen Jungs Lesetip galt der Neuübersetzung der Madame Bovary, weil er, je älter er wird, um so lieber Klassiker liest, ob das Buch aus seinem Verlag oder aus einem anderen ist, habe ich nicht so ganz verstanden.

Eine sehr interessante Vernanstaltung und ein Plaudern aus dem Nähkästchen, was Leser und Autoren ja sehr interessieren könnte, mich hat das jedenfalls früher sehr interessiert, jetzt denke ich, ich weiß ohnehin schon genug darüber, war aber über Jochen Jungs Einschätzung, daß die Österreicher am deutschen Buchpreis nicht sehr interessiert sind, sehr überrascht, denn mich interessiert er ja und sehr viele Leute dürften sich für diese Verlagsabtausche auch nicht interessieren, denn es gab nur wenig Publikum.

Aber vielleicht viele Konkurrenzveranstaltungen, wie Manfred Müller erklärte. Im Literaturhaus hat glaube ich Anna Weidenholzer ihr Longlistbuch vorgestellt.

 JuSophie war jedenfalls da und hat sehr viele Fragen gestellt und die Frau Schmidt-Dengler und im Frühjahr geht es mit dem Schlagabtausch weiter, ich bin schon sehr gespannt.

Ausflug in die Siebzigerjahre

Da habe ich ja literarisch zu schreiben angefangen, das heißt so ungefähr ab 1971 geplant, nach meiner Matura werde ich sowohl schreiben, als auch Psychologie studieren und 1973, in dem Sommer, in dem sich auch die GAV gründete damit angefangen, an Literaturzeitschriften habe ich aber, da nur sehr vereinzelt und sehr spät zu schicken angefangen.

1978, glaube ich “Die Einladung zum Tee” der Monika Jensen und dem Gerhard K. gezeigt, die beide sehr energisch “Das ist nicht gut!”, sagten, was mich sehr getroffen hat und ich noch immer nicht ganz glaube.

Die Monika hat mich aber in den “Arbeitskreis schreibender Frauen”, gebracht, das war eine Intiative des “Bundes demokratischer Frauen”, die sich nach einem Vortrag “Warum Frauen schreiben?”,gebildet hat.

Da habe ich Marie Therese Kerschbaumer, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Erika und Bärbl Danneberg und noch einige andere Frauen kennengelernt und, die am 31. August 1936 geborene Marie Therese Kerschbaumer, die heuer also achtzig wurde, hätte heute in der “Gesellschaft für Literatur” eine Veranstaltung gehabt.

“DER WEIBLICHE NAME DES WIDERSTANDS – ein Abend für Marie Therese Kerschbaumer” mit Lisa Fritsch, Petra Ganglbauer, Marianne Gruber,  Gerhard Jaschke, Erika Kronabitter und Julian Schutting, stand im Programm und ich wäre natürlich hingegangen.

Dann las ich vor ein paar Tagen aber zufällig auf der Facebook-Seite der “Gesellschaft”, der Abend entfällt und Gerhard Jaschke, den ich ja gestern in der “Alten Schmiede”, traf, hat es mir bestätigt, daß Marie Therese den Abend nicht gewollt hätte.

Nun sie ist nicht leicht zufriedenzustellen, das weiß ich schon aus den Zeiten, wo ich für die GAV-NÖ eine Veranstaltung in St. Pölten organisierte “Literatur mit Frauen”- ich glaube mit ihr, Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Brigitte Guttenbrunner und mir.

Da hat sie gelesen und hat sich auch über das Interesse eines älteren Herrn gefreut, aber ganz problemlos ist diese Zusagen nicht gewesen und beim “Altweibersommer” in der “Alten Schmiede” hat sie schon nicht mehr mitgemacht, dazwischen war auch die Sache mit der Ohrfeige im Literaturhaus.

Ich wäre trotzdem gerne zu der Veranstaltung gegangen, ist es ja ein Teil meiner literarischen Vergtangenheit, habe von ihr den Roman die “Schwestern” und noch einiges andere gelesen, den “Weiblichen Namen des Widerstandes” nicht, war aber bei einigen Veranstaltungen und habe sie früher bei GAV und IG Veranstaltungen auch sehr regelmäßig gesehen.

Also ein bißchen enttäuscht und “Schade!”, gedacht, dann aber nach einem Parallelprogramm gesucht und da gab es zufälligerweise sogar ein sehr gut passendes, wie die Faust aufs Auge sogar, allerdings im positiven Sinn gemeint, denn im Literaturhaus veranstalteten gerade die sehr viel jüngeren Autoren Hanno Millesi und Xaver Bayer eine Ausstellung zum Thema “Austropilot – Lyrik und Prosa aus österreichischen Literaturzeitschriften der 1970 er Jahre, die habe ich mir vorige Woche schon angeschaut, aber heute gab es dazu die Präsentation einer gleichnamigen Anthologie, die im “Atelier Verlag” erschienen ist und ich habe dort auch sehr viele Bekannte aus den Siezbziger Jahren oder so gesehen, Hans Jörg Zauner beispielsweise  oder Reinhard Wegarth, der mir sagte, daß er beziehungsweise seine Texte auch in der Anthologie enthalten sind.

Meine natürlich nicht, aber ich habe, glaube ich auch erst spät angefangen in den Literaturzeitschriften zu publizieren, erst nach 1978, da ich mit ihren ja auch durch den Arbeitskreis in Kontakt gekommen bin.

“Die Einladung zum Tee”, die ich bei meinem ersten Arbeitskreisesuch auch gelesen, beziehungsweise durch meine Freundin Elfi vorlesen ließ, weil ich mich damals noch nicht zu lesen traute, hätte auch im “Sterz” erscheinen sollen. Da war auch eine Frau bei mir, die mir die Illustrationen dazu brachte.

Es ist aber nicht dazu gekommen. Aber in “Frischfleisch und Löwenmaul”, das ja von Nils Jensen, den ich auch durch den Arbeitskreis kennenlernte und Reinhard Wegerth gegründet wurde, ist “Einige Gründe derer, die nicht an der Demonstration teilnahmen”, erschienen, aber ich ersehe gerade auf meiner Publikationsliste, das war erst im Heft 33, 1982 und meine erste Publikation erschien, in der Stimme der Frau”, der KPÖ-Frauenzeitung im Sommer 1980.

Vorher hatte ich keine Publikationen, kann mich also nicht beschweren in der Ausstellung nicht vorzukommen, obwohl mir die dort präsentierten Zeitschriften “Fettfleck”, “Unke”, “Wespennest”, “Manuskripte”, etcetera sehr bekannt vorkamen.

Xaver Bayer, “Priessnitz-Preisträger”, von dem ich auch einige bei “Jung und Jung” erschienene Bücher gelesen habe, leitete in seinem Vortrag  die Literaturlandschaft der 1970er Jahre ein, die sich nach dem Krieg frisch gebildet haben und in den wilden Siebzigerjahren begann auch die Literaturförderung, so daß es damals sehr viele Zeitschriften gab, meist hektografiert und von schlechter Qualität, die mehr oder weniger lang überlebten.

Die bekannteste Zeitschrift sind ja die “Neuen Wege,” die es, glaube ich, schon seit den Sechzigerjahren gab. Die wurden vom “Theater der Jugend” herausgegeben und zwei Nummern davon habe ich in Harland liegen.

“Lynkeus”, “Protokolle”, “Silberbote”, “Plan”, gab es vorher auch noch und dann natürlich die “Rampe”, in der Zeitschrift “Log” hatte ich später auch einige Texte und in Gerhard Jaschkes “Freibord”, also eine sehr vielfältige Literaturlandschaft.

Xaver Bayer leitete ein, dann wurden Beispiele daraus gelesen und Auszüge aus Statements der Literaturzeitschriftengründer, wie Gerhard Ruiss, Gustav Ernst und Gerhard Jaschke gab es auch.

Dann Musik beziehungsweise einen DJ, der diese aus den Siebzigerjahren mixte, da setze ich wahrscheinlich aus, denn ich habe mich damals ganz brav nur für die klassische Musik interessiert und bin jede Woche in die Opter gegangen, habe hier also sicher eine Bildungslücke.

Bei der Litetraur ist das anders, denn ich habe, glaube ich, einige der präsentierten Nummern zu Hause, die man, wie Robert Huez betonte, auch in der “Dokumentationsstelle” nachlesen kann und in der “Alten Schmiede gibt es ja auch einen Zeitschriftensaal, der von Markus Köhle betreut wird.

Nachher gab es wieder ein Buffet, mit Aufstrichen, Weintrauben und Mannerschnitten, das scheint jetzt neu zu sein und ist sehr angenehm und Gespräche, so habe ich mich lange mit Reinhard Wegerth unterhalten, der mich ja einige Male zu den “Textvorstellungen” in die “Alte Schmiede” eingeladen hat, die aber jetzt nicht mehr moderiert.

Ich habe auch versucht Xaver Bayer und Hanno Millesi nach einem Plakat, das auf eine GAV-Veranstaltung, die in Berlin zwischen einem  21. 4. und einem 2.5 leider ohne Jahreszahl stattfand, was die beiden mir aber auch nicht sagen konnten und nur schätzten, daß es ungefähr 1975 gewesen sein mochte, ja damals war man vielleicht auch noch etwas ungenau und das Plakat und die Zeitchriften kann man jetzt auf Flohmärkten oder Antiquariaten finden. Die Zeitschriften vielleicht in Bibliotheken lesen und manche Karrieren haben sich gebildet, manche literarische Stimmen sind verstummt, manche, wie ich ins Internet abgesiedelt und heute gab es noch eine dritte sehr interessante literarische Veranstaltung, nämlich Stephan Eibel Erzberg, den ich ja auch durch die GAV kenne, war wieder einmal in “Von Tag zu Tag” und hat dort seinen neuen Gedichtband vorgestellt und El Awadalla, die ich auch vom Arbeitskreis kenne, hat angerufen und ihm dazu gratuliert.