Schutzzone

Buch neunzehn des dBps und das Erste im Alpabet der langen Liste ist “Schutzzone”, der 1982 geborenen Nora Bossong von der ich schon “36,9”, gelesen habe. Ein Buch, das von der Uno, den vereinten Nationen und den Versuch Frieden auf dieser Welt und wahrscheinlich auch von der Unmöglichkeit das zu tun, handelt und wahrscheinlich versucht, diese schweren Sachbuchthemen mit einer Handlung zu verbinden, sowohl das politische als auch das private, steht irgendwo im Klappentext.

Die Vllogger, die sich durch die Proben lasen, haben das eher uninteressant gefunden und das Buch nicht auf ihre Leseliste gesetzt. Die Kritiker waren begeistert, wünschten Nora Bossong den Bp, einer schrieb, glaube ich, sogar, daß nur sie ihn gewinnen kann. Andere meinten aber, daß das Buch schwer zu lesen ist und das stimmt.

Ich habe mich, obwohl es hier ja nicht, um die sprachlichen Experimente geht, schwer getan, denn Nora Bossong springt in ihrem Versuch, das Buch spannend zu machen und trotzdem bei der Literatur zu bleiben, sehr herum. Ist ein mal im Jahr 1994, dann gleich wieder bei 2017 und da kann ich anmerken, daß wohl die meisten Bücher auf dieser Liste in diesem Jahr gesprieben wurden und, daß es daher auch entsprechend oft vorkommt.

Nora Bossong hat jaber auch andere Jahrenszahlen und vor allem die verschiedensten Orte, wo das Buch spielt.

, Genf, Den Haag, New York, Bujumbura, etcetea. Denn die Welt ist groß und Krieg, beziehungsweise die Bemühungen Frieden zu schaffen, gibt es überall und so ist der,der sich mit dem politischen Geschehen, der letzten Jahre und alle Kriege nicht im Kopf hat, wohl tatsächlich ein wenig überfordert, hat aber nach der Lektüre ein wenig gelernt von den Bemühugen der Uno und dem Weltgeschehen. Ich habe, glaube ich, auch gelernt, wie schwer es ist, das in Literatur umzusetzen, beziehungsweise den Durchschnittsleser dafür zu interessieren.

Da ist einmal Mira, die ist eine junge Frau, hat, glaube ich, Politikwissenschaften studiert und war dann für die Uno in New York und Burundi. Sie arbeitet zu Beginn des Buches in Genf, wo sie Friedensberichte schreibt und am Abend zu Konferenzen in Luxushotels geht.

Das berühmte Beau-Rivage wird erwähnt, wo die Kaiserin Sisi abgestiegen ist, bevor sie ermordet wurde und dort trfft Mira zu Beginn des Buches Milan wieder, in dessen Familie hat sie 1994 eine Zeitlang gelebt und sich, glaube ich, auch in den Diplomaten verliebt. Er ist aber zurückhaltend oder ambivalent, hat er doch inzwischen ein Frau und eien Sohn.

Das ist private Rahmenhandlung, dann geht es nach Burundi, oder Ruanda, wo der Völkermord gegen die Tutsis passierte. Da wird eigentlich sehr schön, der Widerspruch zwischen dem Elend und den Luxusquartieren, wo verhandelt wird. Mira wird, glaube ich, dorthin geschickt, weil sie gut verhandelt kann und mehr kann und soll die Uno ja gar nicht. So kommt es zu einer Szene, wo sie mit verbundnen Augen an einen Ort geschickt wird, wo sie der General mit einer Schürze übern Anzug empfängt. Denn er ist gerade beim Grillen und da erzählt er ihr eine Geschichte, wo Soldaten einen Jungen aufforderten, ob sie den Vater oder die Mutter erschießen sollen? Entscheidet er sich nicht, nehmen sie beide und wieder interessant, der Nachsatz, der öfter kommt, wer weiß, ob diese Geschichte wahr ist und wo sie passierte? Es kann schon viel früher gewesen sein, in Deutschland beispielsweise bei den Nazis, etcetera.

Der erste Weltkrieg kommt vor, der spanische Bürgerkrieg und Picasso, der das berühte Bild von “Guernica” malte, das bezeichnenterweise während einer der Konferenzen verhängt wird. Das geteilte Zypern kommt vor, der Bosnienkrieg, der Angriff auf den Irak von 2003, obwohl man da schon wußte, das die Angriffsgründe haltlos waren und und und.

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, die  die Überschriften “Frieden”, “Wahrheit”, “Gerechtigkeit”, “Versöhnung” und “Übergang” tragen.

“Was bedeutet Verantwortung? Wie greifen Schutz und Herrschaft ineinander? Wie verhält sich Zeugenschaft zur Wahrheit? Und wer sitzt darüber zu Gericht? Hellsichtig und teilnahmsvoll geht Nora Bossong diesen Fragen nach – in privaten Beziehungen wie auf der großen politischen Bühne der vereinten Nationen”, steht am Buchrücken und der Schluß, ein Teil des letzten Satzes lautet:”…., in diesem letzten Moment habe ich micht nicht daran gehalten, weil ohnehin nichts mehr zu retten war, die Welt vielleicht noch, aber was ist schon die Welt.”

Gefallen hat mir an dem Buch, das es eine Welt und ein Milieu schildert, in das man sonst nicht so leicht kommt und die man nur vom Fernsehen und aus den Zeitungsberichten kennt und man kann, glaube ich, gut darüber nachdenken, wie diese Verhandlungen in den Luxushotels in der Welt der Diplomatie aussehen und, wie und warum sie scheitern müssen oder gescheitert sind.

Mira besucht aber auch Lager, wo die Kindersoldaten gegen Geld Geschichten erzählen und wenn man ihnen nicht glaubt “Ich will nichts von Ihnen. Sie wollen was von mir. Dann schreiben Sie mir nicht vor, was ich weiß”, antworten.

Interessant in das alles kurz einzutauchen, obwohl man natürlich die Frage stellen kann, wie weit Nora Bossong in diese Welt hineintauchen konnte und der Versuch Literatur daraus zu machen ist auch interessant, obwohl wenn man, wie ja die Schreibratgeber fordern, die “Heldenreise”  und Spannungsbögen dabei angewandt hätte, wäre es sicher kitschig geworden. So haben es halt einige Leser zur Seite gelegt und gemeint, das interessiert und nicht oder dafür nehmen wir uns nicht die Zeit.

Österreichische Buchpreisverleihung und vierter Nanotag

Nachdem ich heute, als wir von Harland nach Wien zurückgekommen sind, die Unterlagen für die Buch-Basel, die glaube ich, mehr ein Literaturfestival als eine Messe ist, bekommen habe, ist es am Abend wieder ins Casino Schwarzenberg gegangen.

Ivna Zics “Nachkommen” hatte ich in der Tasche, die zwar nicht auf der öst Shortlist steht, den Preis also nicht gewinnen konnte, aber den Übergang zur Schweiz locker schafft, sie ist ja für den Schweizer Buchpreis nominiert und auf den Preisträger war ich sehr gespannt.

Beim Debut war ich mir ja ziemlich sicher, daß ihn Angela Lehner bekommen würde, aber bei der Shortlist war ich ein wenig ratlos, umso mehr da ich ja immer noch nur das gelesen habe, was auch auf der deutschen Buchpreisliste stand.

Was die Longlist betraf, hätte ich zwei Favoriten gehabt, den Florjan Lipus und die Marlene Streeruwitz, aber die standen beide nicht auf der kurzen Liste?

Wer sollte also gewinnen? Das Buch der Raphaela Edelbauer habe ich gelesen und es auch am Samstag gemeinsam mit “Vater unser” an Doris Kloimstein am Markt verteilt und es hat mir sehr gut gefallen.

Aber ob eine so junge Frau und Debutantin den Buchpreis gewinnt?

Daniel Wisser war zwar im Vorjahr auch eine Überraschung und hat den Josef Winkler überholt, aber ob sich das heuer wiederholen würde, ob  Raphaela Edelbauer, die auch auf der deutschen Shortlist stand, den Preis gewinnen würde oder doch Norbert Gstrein oder Karl Markus Gauss, die beiden Dojens, als eher jüngere Autorin stand noch Sophie Reyer zur Auswahl und der Erzählband von Clemens J. Setz.

Spannend, spannend und als ich meinen Platz gefunden habe und mir ein Glas Wein holen wollte, stand Raphaela Edelbauer hinter der Theke und schenkte aus.

“Hoffentlich muß ich das alles nicht bezahlen?”, sagte sie zu Verena Dürr und ich fragte, ob ich auch ein Achtel  haben kann?

“Sehr gern!”, antwortete sie freundlich, schenkte aus.

“Das ist ein Euro mehr!”, sage ich und verkniff mir dazu zu fügen, daß sie den dann von ihrem Buchpreis abziehen könne. Sie erklärte wie und warum sie aushalf und dann läutete schon die Glocke und man wurde auf die Plätze gebeten und Dorothea Hartinger und Philipp Hauß begannen zu meiner Überraschung mit einem Text aus dem “Ohrenkuss”, diese deutsche Zeitschrift mit Texten für Menschen mit Lernbehinderung.

Zwei Leute mit Downsyndrom hatte ich schon im Publikum gesehen und das waren die Autoren, die diesmal, die Fragen zusammengestellt hatten, die die beiden Moderatoren später an die Organisatoren und die Preisträger stellten.

Benedikt Föger, der Präsident betonte wiederum, daß er nun schon das vierte Jahr als Präsident eröffnet, während die zuständigen Minister gewechselt haben und wer wird wohl das nöchste Jahr anwesend sein?

Das wissen wir nicht, wer den Debutpreis gewinnt, war dann schon klar, als Angela Lehner bei derPräsentation vor Marco Dinic gereiht wurde und als dann in der Hauptschiene Norbert Gstrein, der erste war, dachte ich “Aha!” und warum nicht?

Der leidet aber derzeit offensichtlich an einer Fischvergiftung und konnte seinen Preis nicht entgegennehmen. So hat es seine Lebenspartnerin stellvertretend für ihn getan. Sie hielt seine Dankesrede und verriet auch schon den Anfang seines nächstens Romans, wo ein Schauspieler sechzig wird, eigentlich verschwinden möchte, aber eine Bografie über ihn geschrieben werden soll.

Nachher gab es Small talk auf den schnell aufgestellten Tischen und Gespräche zuerst mit einem netten Ehepaar, die auch auf der Buch-Wien ausstellen werden.

Später habe ich mich an den Tisch zu Angela Lehner gestellt, weil sich da auch der Franz, ein Schulkollege vom Alfred, neben den Freundinnen und der Mutter von Frau Lehner befand.

Spannend spannend, spannend und morgen geht es gleich weiter mit der nächsten Preisverleihung, was wird da mein “Nanowrimo” dazu sagen, von dem ich Gustav Ernst erklärte, daß ich seit dem ersten November schon über fünfzehntausend Worte geschrieben habe.

Ein bißchen bin ich schon weiter mit dem Handlungsplan. Die zehnte Szene, die, wo die No mit der Großmutter Henirike sich die Fernsehdiskussion bezüglich des Rassismus ansehen, ist schon geschrieben.

Die Elfte wird dann die sein, wo Dorothea Hartinger,  ja sie trägt denselben Namen wie die Schauspielerin, aber er gefällt mir sehr, Anna anruft, die gerade auf Wohnungssuche ist und ihr von dem Fall erzählt, ihr Freund Clemens, der Journalist, der sich auch dafür interessiert, hat ihr gesagt, daß sich Ulrich für Gerti schuster einsetzen will und da will sie Werbung für ihn machen.

Eine Unterhosenszene mit der Gerti ist auch geplant und die No wird mit ihrem Freund Fabian, auch einen Schauspielschüler einen diesbezüglichen Dialog aufführen, den die Johanna ihre Freundin und Buchhändlerstochter für sie schreibt.

Ein bißchen bin ich mit meinen 16 539 Worten, 14 781 behauptet die “Nanoseite”, ich weiß nicht wieso, im Voraus, das wird sich in den nächsten Tagen, wenn die “Buch-Wien” begonnen hat, wahrscheinlich ändern und dann wird es, ich habe es schon geschrieben, knapp mit der “Literatur im Herbst” und den “Friedpreis” aber ich kann ja auch noch im Dezember schreiben und da den Rohtext fertig machen, weil das Schlimmste was passieren kann, wie ich ja auch heute auf der Preisverleihung hörte, ist, daß man aufgibt, hartnäckig sein, hat Angela Lehner den”Ohrenkuß-Autoren” geraten und das werde ich, ich verspreche es, auch nicht tun.

Der junge Doktorand

Buch achtzehn des dBps, der junge Doktorand des 1965 in Berlin-Charlottenburg geborenen Jan Peter Bremer ist wieder eine Überraschung, habe ich doch mit dem Autor 1996 als ich in Klagenfurt zum Zuhören war, eine solche erlebt, als er den Preis mit “Der Fürst spricht”, gewonnen hat, einem Text, der mir überhaupt nicht als so besonders aufgefallen ist. Seither habe ich nicht mehr viel über Jan Peter Bremer gehört, aber einmal im Schrank seinen “Palast im Koffer,” gefunden, den ich noch lesen muß.

Als ich Ende August oder Anfang September, die Bewertungen einiger Vlogger, die sie über die Buchpreisproben abgegeben haben, hörte, habe ich beim “Jungen “Doktoranden”, an den “Revisor”, gedacht, wo einer  ein Städtchen besucht und von den Bewohnern verwechselt wird und mir eigentlich das Buch, das wahrscheinlich mehr eine Novelle als ein Roman ist, als eher langweilig vorgestellt.

“Welch ein Irrtum!”, würde wohl wieder Ernst Jandl sagen und die Buchstaben vertauschen, denn das Kammerstück, wo ein junger Mann zu einem alten Ehepaar kommt, ist sehr interessant und spannend erzählt, obwohl es eigentlich und wiederum gar nicht so besonders neu ist, sondern nur das erzählt, was eigentlich vielleicht ein wenig weniger abgehoben in jeder Familie vorkommt.

Da wird der junge Doktorand vom Ehepaar Greilach. Er ist ein altender Künster, der in einer umgebauten Mühle am Rand eines Städtchens lebt, sie, seine Hausfrau, schon seit zwei Jahren erwarten.

Er soll kommen, um seine Dissertation über die Arbeiten des Malers zu schreiben. Sie erhofft sicht Abwechslung in der Einsamkeit, vielleicht sogar spätes Liebesglück. Er kommt aber nicht, sondern schickt immer Absagekarten.

Dann kommt er spätabends doch und alle sind nicht darauf vorbereitet. Es regnet, das Gulasch ist versalzen, etcetera.

Das Besondere an der Novelle ist, glaube ich, die Art, wie sie geschrieben ist und vielleicht ist wahrscheinlich überhaupt das besonders an der Art von Jan Peter Bremers Schreiben und vielleicht auch das, was mich beim “Bachmannpreis” störte, weil ich vielleicht länger gebraucht hätte, um in den Text hineinzukommen.

Das Ganze ist in einem Zug ohne Kapitel und größer Absätze hinuntergeschrieben und die drei Personen in dem Kammerstück sprechen nicht mit, sonder übereinander.

Der junge Doktorand, ein zwanzigjähriger Abiturent namens Florian, der seit zwei Jahren in Berlin lebt und dort Flüchtlingen beim Deutschlernen hilft, man sieht, Jan Peter Bremer ist auch sehr aktuell, spricht eigentlich überhaupt sehr wenig, sondern schaut ständig in sein Handy oder auf sein Rauchzeug.

Das Ehepaar unterbricht sich ständig, weiß alles besser, als der andere und so kommt man nach und nach in das Geschehen hinein.

Der junge Doktorand soll eine Arbeit über Günter Greilachs Werk zu schreiben, deshalb räumt er sein Atelier auf, überlegt, den Dokoranden nicht zu früh hinein zu lassen, sondern ihn erst auf sein Werk vorzubereiten, während seine Frau mit ihm spazieren gehen will, um ihn ihrer Freundin Jutta zu zeigen.

Der junge Doktorand, Florian, der von seiner Mutter hergeschickt wurde, die das Ganze eingefädelt hat, hat mit Zwölf über eine Lithographie Greilachs, die er irgendwo gewonnen hat, eine Arbeit geschrieben.

Die Mutter, die mit seinem Kunstlehrer zusammenlebt, will einen Künstler aus ihm machen und braucht deshalb Greilachs Protektion. Die Mappe mit den Arbeiten liegt aber in der Berliner WG  unterm Bett und verstaubt, denn Florian sieht das wahre Leben im Kontakt mit den “Geflüchteten”, die nicht “Flüchtlinge” heißen, wie er Gerlach ausbessert, als der ihn in der Küche einen endlosen Monolog, der wahrscheinlich nicht zufällig an Thomas Bernhard erinnert, hält.

Die Intrigen, die dabei passierten, werden dabei aufgezählt. Er sollte eine Ausstellung in einem Museum bekommen und in dem Städtchen einen Brunnen bauen, der dann von seinem Künstlerfreund Hans, dem Mann von Natascha Greilachs Freundin Jutta gebaut wurde, so daß Günter Greilach seither nicht mehr in die Stadt gegangen ist.

Das Ehepaar streit sich ständig. Es wird geraucht und getrunken und am Ende fährt der angebliche Doktorand wieder ab. Flüchtet aus der Enge des Künstlerhaushalts, das Ehepaar bleibt zurück und streitet sich vermutlich bin ans Lebensende weiter.

“Wie ein Greis”, hörte er sie hinter sich sprechen, “du bewegst dich schoch wie ein Greis”, lautet der letzte Satz, um eine kleine Textprobe von dem Kammerstück zu geben, das in den Bloggerrezensionen sehr gelobt wurde und das auch ich mir eigentlich auf die Shortlist gewünscht hätte.

Der Sommer meiner Mutter

Buch siebzehn der dBpliste ist das zweite das sich mit der Mondlandung vor fünfzig Jahren, im Juli 1969 beschäftigt, offenbar hat dieses Ereignis, die mittelalten und mittelberühmten Schriftsteller sehr geprägt und ich finde es sehr interessant, die beiden Bücher zu vergleichen.

Der 1960 geborene Ulrich Woelk, der Physik und Philosophie in Tübingen studierte, geht es kleinbürgerlicher an, als Norbert Scheuringer, der seine Mondlandungsgeschichte viel dramatischer mit Folterungen in einem Erziehungsheim, einer ausgebrochene Mörderin, dem gesamten Jahrhundert und dann das Berühmtwerden eines Genies in Amerika und dessen Scheitern schildert.

Held und Erzähler ist auch hier ein Kind, der elfjährige Tobi, der in einer sehr bürgerlichen Umgebung in einem Vorort von Köln aufwächst. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter, wie sich das damals wohl gehörte, Hausfrau, die immer auch bei Grillfesten in ihrem Garten pastellfarbene Kostüme trägt und die erste Szene ist schon sehr eindrucksvoll.

Da fährt die Mutter mit dem Sohn in die Stadt, um ihm eine Jeans zu kaufen. Das ist damals hochmodern, dafür in einen Jeans-Store zu gehen und sich seine Levis und Wranglers selber auszusuchen und die Mutter verblüfft den Kleinen mit der Frage, ob sie sich nicht auch eine kaufen soll?

Was ihn verwirrt und er auch ablehnt, seine Muttter soll so etwas nicht tun, sie macht es dann vorerst auch nicht. Es ist aber bezeichnet für die Veränderung und den Roman, der ja schon mit dem verhängnisvollen Satz beginnt “Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten benannten Mondlandung nahm sich meine Mutter das Leben.”

Der Veränderung sollen weitere folgen, in das Nachbarhaus aus dem ein alter Mann hinausgestorben ist, zieht ein Paar mit ihrer fast zwei Jahre älteren Tochter ein.

Rosa, nach der Rosa Luxemburg benannt, und die Nachbarn sind Kommunisten. Der Vater Professor an der Uni, wo er sich mit Adorno und der Psychoanalyse beschäftigt. Die Mutter Frau Leinhard übersetzt englische Kriminalromane.

Das will Tobis Mutter auch tun. Der Vater ist dagegen, seine Frau hat das nicht nötig. Frau Leinhard vermittelt aber und so kommt es vor, daß es zu Mittag kein Essen gibt und sich Vater und Sohnemann ihre Brote selber streichen müßen.

Der Vater kauft der Mutter aber trotzdem ein Auto zum Geburtstag und es macht einen Augenblick lang auch den Anschein, als würden die Paare sich gegenseitig verlieben und einen Partnertausch vollziehen, während Tobi, der für die Raumfahrt schwärmt, Rosa näher kommt und mit ihr die ersten Sexspielchen erlebt.

Die Mondlandung kommt immer näher, die beiden Familien schauen sie sich im Haus des Onkel Harthmuth an, dessen Frau Mechthild heimlich trinkt, das sind so die kleinen Milieuschulderungen, die Ulrich Woelk seinen Protagonisten naiv erleben läßt.

Richtig, der hat noch seine Eltern dabei erlauscht, daß der Vater mehr Sex von der Mutter wollte, sie ihm den verweigert und der Kleine versteht das alles nicht so richtig und erfährt nur, daß die Mutter schuld ist, daß er keine Geschwister hat.

Später belauscht er die Mutter noch einmal. Das eine Mal wollte er sich  Batterien aus der Küche holen. Das zweite Mal sich die <mondlandung im Fernsehen ansehen. Da erwischt er aber die beiden Frauen beim Sex und die Katastrophe beginnt. Der Mond wurde bemannt, die beiden Männer ziehen aus. Rosa geht nach England mit ihrem Vater und Tobis Vater verheiratet sich drei Jahre nach dem Selbstmord der Mutter, die es nicht aushielt, daß ihr Sohn nach dem was er gesehen hatte, nicht zu ihr wollte, noch einmal.

Ist das weniger dramatischer, als das, was Norbert Scheuringer in seinem fünfhunderter Seiten Buch schildert?

Wahrscheinlich realistischer, obwohl die Frauenliebe in dem kleinbürgerlichen Milieu der Sechzigerjahre auch fast schockartig wirkt, während es normal gewesen wäre, wenn der Vater seine Frau mit der Nachbarin betrogen hätte.

Mir hat das Buch, glaube ich, besser gefallen, weil es, glaube ich, realistischer ist. In der Rezeption ist es, glaube ich, nicht so gut weggekommen und eindrucksvoll natürlich, wie sehr die mittelalten und mehr oder weniger berühmten Schriftsteller von der Mondlandung vor fünfzig Jahren beeindruckt wurden.

Herkunft

Jetzt kommt Buch sechzehn der heurigen deutschen Buchpreisliste, das sechste Shortlistund das Siegerbuch, der beste oder überhaupt nur Roman des Jahres 2019, wie sich die Geister streiten, wie das jetzt heißt und gleich ein Fake ist, denn Sasa Stanisic Buch ist kein Roman, sondern, was ist es eigentlich, ein Memoir, der Versuch über seine Herkunft und Vergangenheit und den Besuch bei seiner dementen Großmutter zu berichten und daraus dann auch noch, weil Sasa Stanisic, glaube ich, ja auch in Leipzig studierte, ein Fantasyspiel daraus zu machen, was mich zugegeben ein wenig verwirrte, obwohl der Drache, als Smbol und Metapher wohl zu verstehen, schon am Cover abzubilden ist.

Über Identitätssuche und den Wunsch sich über seine Herkunft klarzuwerden, ist es in Zeiten, wie diesen und bei dieser Buchpreisliste, ja schon öfter gegangen, in “Hier sind Löwen” geht eine Frau mit armenischen Wurzeln dorthin zurück, Alexander Osang versucht die Herkunft seiner Großmutter oder die seines Helden nachzuspüren und die wurde interessanterweise auch dement und wenn man das genauer betrachtet, ist das wohl das Schicksal der mittel bis sehr bekannten oder mittelalten Schriftsteller, daß sie ihrer Herkunft nachspüren und das Verschwinden ihrer Großeltern erleben.

Während Sasa Stanisic, die Erinnerung sucht, verliert die Großmutter, die ihre, steht schon am Klappentext und das Interessante, wenn auch vielleicht verwirrende an dem Buch, ist seine Sprunghaftigkeit und auch, daß der Protagonist einen klaren Namen hat, nämlich Sasa Stanisic heißt und, wie auch der Name sagt, von seiner Herkunft erzählt, beziehungsweise dieser nachzuspüren versucht und da von hinten nach vorn und von dort mit zahlreichen Zwischenstops und Schlenkern wieder zurückspringt.

Sasa Stanisic fange ich einmal mit seiner Biografie an, wurde  1978 in Visegrad geboren, der Vater ist, glaube ich, Serbe die Mutter bosnischer Herkunft und ist zuerst mit der Mutter, der Vater ist später nachgekommen, 1992 nach Heidelberg gegangen, wo der Junge, als deutsches Wort, nur den Namen eines Fußballers kannte und daher unter großen Druck stand, sich die neue Sprache schnell und dann noch viel besser, als alle anderen anzueignen.

Er erlebte und das sagt Sasa Stanisic auch in einem Interview, das Glück an einer Aral-Tankstelle, wo sich die Jugendlichen trafen und ihre Freiheit und Freundschaft hatten.

Er schreibt aber auch seinen Lebenslauf an die Ausländerbehörde für den Asylantrag und die Genehmigung wackelt sehr und ist von vielen Umständen abhängig.

Die Eltern, beide in Bosnien Akademiker, verlieren in dem deutschen Lande an Prestige. Die Mutter arbeitet in einer Wäscherei, der Vater macht sich am Bau das Kreuz kaputt und werden trotzdem ausgewiesen, verbringen einige Zeit in Amerika und später in Kroatien, während der Sohn, weil er schon einen Verlagsvertrag für sein erstes Buch vorweisen kann, eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis bekommt und er kehrt zweimal einmal 2009 und dann 2017 nach Visegrad zu der Großmutter zurück, die wie schon beschrieben langsam ihre Erinnerung verliert und in die Demenz versinkt.

Ein interessantes Buch, bis zu der Stelle, wo der Enkel das Flugzeug nach Deutschland verläßt, um in das Pflegeheim zur Großmutter zurückzukehren, um, wie er schreibt, ihr eine gute Nacht zu wünschen. Denn dann endet offenbar der reale Teil und das Drachenspiel beginnt.

Das heißt, man kann sich mehrere Wendungen aussuchen und es siegt Sasa Stanisic Phantasie mit dem es ihm offenbar gelungen ist, sein Leben zu meistern, drei Romane zu schreiben, mit denen er mit dem ersten, glaube ich, 2006 auf der deutschen Longlist stand, mit dem zweiten,  den der Leipziger Buchmesse  und mit dem dritten, den deutschen Buchpreis 2019 gewann, über den ich mich mich sehr freute, denn ich habe Sasa Stanisic, den ich auch in Krems  hörte, schon mit seinem ersten Buch,  das einen ähnlichen aber mehr fiktiven Inhalt hat, kennengelernt.

Das über die Uckermark steht noch ungelesen im Harlander Bücherschrank und ich habe vor es beim Buchpreisbackpreislesen, da es ja auch 2014 auf der dBpliste stand, demnächst zu lesen.

Seine Buchpreisrede und die Ausschweifungen auf Peter Handke haben mich verwirrt, obwohl ich sie natürlich verstehen kann, aber weniger wäre wohl mehr gewesen, aber vielleicht eine Größe, die der Vierzigjährige noch nicht hat und bis zu dem Fantasyteil oder Ratespiel, wie die Geschichte weitergeht, hätte ich das Buch wohl auf Platz eins unter den sechzehn bisher Gelesenen gereiht, danach, weiß ich wieder nicht so recht, es ist aber sicherlich sehr interessant und Sasa Stanisic ein spannender Autor, ich gratuliere also sehr und freue mich aber auch, daß 2019 wieder ein Österreicher den Nobelpreis bekommen wird, obwohl ich eigentlich, ganz ehrlich, auch beide Preise vielleicht ganz gerne für mich hätte.

Wo wir waren

Schon bin ich bei Buch fünfzehn des dBps und jetzt bin ich bei dem neuen Roman des 1967 in Stuttgart geborenen Norbert Zähringers eigentlich bei den Romanen angelelangt, die früher die Buchpreislisten,wo noch nicht so viele Debuts darauf standen, dominierten.

Die großen Romane der mittelalten Männer, die sich mit dem letzten Jahrhundert beschäftigten und Norbert Zähringer, nimmt den 21. Juli 1969, dem Tag wo die ersten Menschen auf dem Mond landeten, zum Anlaß sich mit diesen historischen Tag zu beschäftigen und er tut das sehr dramatisch, schildert er ja ein sehr gewaltsam betriebenes Kinderheim, das in einem alten Kloster eines kleinen Örtchen unterbebracht ist, wo der kleine Hardy Röhn, er ist fünf, beschließt mit einem  älterenJungen davon zu laufen.

Das Heim wird von einer Schwester Ursula, dem Herrn Martin und einem besoffenen Heimleiter betrieben, die weglaufenden Kinder werden, wenn sie gefunden werden, zur Strafe in ein Faß gesteckt und das wird auch der kleine Schröder, der seine Eltern bei einem Autounfall verloren hat und jetzt jede Nacht davon träumt und sich dann anmacht.

Das wird meiner Meinung nach sehr eindrucksvoll beschrieben, der kleine Hardy, der von der Mondlandung sehr beigeistert ist und später Astronaut werden will, hat auch keine Eltern, zumindest glaubt er das.

Er hat aber einen Großvater, der im Irrenhaus oder in der psychiatrischen Anstalt, die es in dem Ort auch noch gibt, geboren wurde und eine Mutter namens Martha, die ihren Mann umgebracht hat und deshalb im Gefängnis sitzt.

Das Kind, das sie dort geboren hat, hat man ihr wegnenommen und der kleine Hardy, der am Tag der Mondlandung flieht, wird von einer Lehrerin adoptiert.

Da entwickelt er sich zum Musterkind und Streber, begeistert sich an den Abenteuerromanen eines Science Fiction Autors, mit dem die Lehrerin ein Verhältnis beginnt. Kommt mit ihr und ihrem Liebhaber nach Amerika, entwickelt dort ein Computerspiel, an dem er sehr viel verdient und beginnt sich , als er seine Firma verkauft, seinen Traum von einer Mondlandung zu verwirklichen, was aber nicht wirklich gelingt.

Ein spannender fünfhundert Seiten Roman, der mich, vor allem am Anfang, sehr begeistert hat.

Später hat es sich dann, was mir beim heurigen Buchpreislesen öfter passierte, ein wenig verflacht. Der Spannungsbogen wurde nicht ganz eingehalten, beziehungsweise überspannt und übertrieben und spannend auch, daß ja noch ein Buch über die Mondlandung folgt. Man sieht, ein  Thema, das dieses Jahr mehrere Autoren beschäftigt hat.

“Wo waren wir am 21. Juli 1969?”, steht noch am Buchrücken mit der Bemerkung, daß sich kaum ein Datum so in das kollektive Gedächtnis wie dieses eingeprägt hat.

Nun, das gilt wahrscheinlich auch für nine elfen. Da war ich auf Wien-Tour, während ich am 21. Juli mit knapp sechzehn noch ein letztes Mal im Kinderfreunde-Ferienheim in  Klein St. Paul war und anschließend nahtlos nach Küb am Semmering gefahren bin, um dort in der Pension Weiß auszuhelfen, beziehungsweise ein Ferialpraktikum  zu machen.

Hier sind Löwen

Buch vierzehn des dBps Katerina Poladjans “Hier sind Löwen”, schließt sich eigentlich ziemlich nahtlos an Alexander Osangs “Das Leben der Elena Silber”, an, wurde die Autorin, die armenische Wurzeln hat und schon beim “Bachmannpreis” gelesen hat doch 1971 in Moskau geboren und sie hat auch einen Familienroman, in dem es um Wurzeln und die Herkunft ihrer Familie geht, geschrieben.

Die Buchrestauratiorin Helen oder Helena Mazavian, Tochter der Künstlerin Sara, die sie ohne ihrem deutschen Vater allein aufgezogen hat und sie als Kind dadurch verstörte, daß sie ihre Puppen und Stofftiere zerschnitt und neben die Fotos toter armenischer Kinder performiertte, reist nach Jerewan, um dort eine bestimmte Art der armenischen Buchbindekunst zu erlernen.

Sie solle eine Bibel restaurieren und findet in ihr einen bestimmten Satz.

“Hrant will nicht aufwachen!”

Das veranlaßt sie nach ihrer eigenen Familie zu forschen, um herauszufinden, wie das mit ihrer Großmutter war.

Das bleibt aber vage und unbestimmt, weil sie eigentlich keine Informationen dazu bekommt und auch keine wirklichen Spuren findet.

Sie, die in Deutschland ihren Freund zurückgelassen hat, nimmt in Jerewan eine Beziehung zum Sohn der Chefin des Archivs auf, einem Soldaten, der im Laufe des Romans stirbt und die fiktive Geschichte von zwei Kindern, denen die Bibel gehört haben könnte und die mit ihnen während des Völkermordes zu flüchten versuchten und die Helenes Vorfahren sein könnten, wird auch immer wieder eingestreut.

Eine ähnliche vage Geschichte, wie die von Alexander Oslang, die aber doch ein wenig einführt in die armenische Geschichte, die Suche nach den Wurzeln ihrer Familie, die aber auch Helen nicht wirklich findet, wie sie auch ein wenig vage, widersprüchig und undefiniert geschildert wird, die aber doch einen interessanten Einblick und die Motivation geben kann, sich weiter mit der Geschichte der Armenier zu befassen und da habe ich ja erst heute einen Roman darüber im Bücherschrank gefunden, den ich mir aus genau diesem Grund mitgenommen habe und ein Sachbuch über den Völkermord in Armenien habe ich auch einmal zum Geburtstag bekommen.

Jurysitzung, Preisverleihung und Buchpromotion

Am zweiten Dezember wird es in der Ovalhalle des Museumsquartier die Verleihung des dreizehnten “Ohrenschmauses- Literaturpreis für und von Menschen mit Lernbschwierigkeiten”erfolgen, den es 2007 gibt.

Der Einsendeschluß der Texte war, glaube ich, Ende August, seit ein paar Wochen liegen die über hundert Einreichung in unserem Schlafzimmer, ich habe sie durchgesehen, Bekanntes und Neues entdeckt und bin heute nach eins auf den Künglberg ins ORF-Zentrum hinausgefahren, wo diesmal die Jurysitzung war, auch ein bekannter Ort, ani dem ich schon lange nicht war, denn ich habe ja in der zweiten Hälfte der Neunzehnsiebzigerjahre, als ich meine Dissertation geschrieben habe und da über die “Midlifekrise” forschte, Interviews mit Menschen zwischen vierzig und fünfzig gemachtund bin diesbezüglich  öfter am Küniglberg gewesen.

Jetzt hat sich das alles verändert und ist viel größer geworden. Ich bin an einer riesigen Parkgarage vorbeigegangen, an die ich mich nicht erinnern konnte, daß es sie damals schon gegeben hat, bis ich endlich Gerlinde Hofer, die nunmehrige Organisatorin und das Jurymitglied Barbara Rett getroffen habe, die mich in das Zimmer von Franz Joseph Huainigg, der jetzt offenbar beim ORF arbeitet, gebracht hat, wo schon Heinz Janisch auf uns wartete.

Die anderen Juroren, Ludwig Laher, Felix Mitterer und Franzobel waren nicht da und haben ihre Tips per Mail abgegeben, eine Krankheit des “Ohrenschmauses” oder der diesbezüglichen Jurysitzungen, daß ich da meistens mit einem oder zwei Juroren alleine dasitze, dafür waren wir aber schnell fertig, weil wir seltsamerweise alle, die ähnlichen Favoriten hatten.

Schöne Texte kann ich gleich, ohne zuviel zu spoilern, weil man das ja nicht darf, verraten und auch ein paar neue Talente unter den schon altbekannten.

Also hinkommen zur Preisverleihung am 2. Dezember, wo ich eine Laudatio für den Prosapreis halten werde und eine andere Preisverleihung hat es auch bald gegeben, wurde ja heute am Vorvorabend vor der Frankfurter Buchmesse  im “Römer” der “Deutsche Buchpreis”, den es zwei Jahre länger, als den “Ohrenschmaus”, nämlich seit 2005 gibt, vergeben, den man sich, per livestream ansehen  und herausfinden konnte, wer von den sechs Shortlistfavoriten, die im September bekanntgegeben wurden, das Rennen machte.

Und da gab es ja in den letzten Tagen durch Petra Hartliebs Presseartikel eine große Aufregung, was jetzt der beste oder eigentlich nicht beste, sondern nur der des Jahres wird?

Der, der am besten geschrieben wurde oder nur der, der sich als gut verkaufen wird und ich habe ja schon einige Höhenflüge bei den Preisverleihungen erlebt, im Vorjahr war ich enttäuscht, weil mir die Qualität des damals ausgezeichneten Romanes nicht so aufgefallen war, heuer dachte ich, daß es vielleicht Norbert Scheuer mit seinem meiner Meinung nach zu skurillen Helden werden könnte oder vielleicht Raphaela Edelbauer mit ihrem Debut, mit dem sie auch auf der östShortlist steht, das mir sehr gut gefallen hat. An Jackie Thomaes Roman und die zwei anderen Debuts dachte ich eigentlich nicht so sehr und war daher sehr erfreut als Heinrich Riethmüller vom deutschen Börseverein Sasa Stanisic als Preisträger verkündete, dessen Buch “Herkunft” ich als einzigs der sechs Shortlistbücher noch nicht gelsen habe.

Gratulation dem 1978 in Visigrad geborenen, der, glaube ich, auch einmal kurz oder länger meinem Blog folgte, was mir allerdings, ganz ehrlich, weniger gefallen hat, war seine Preisrede, die sein Unbehagen über den halben, wie er sagte “Nobelpreis” ausdrückte und da ausdrücklich nur Olga Tokarczuk gratulierte .

Verständlich? Ja, wahrscheinlich, aber das muß man vielleicht nicht so deutlich öffentlich sagen. Es genügt, denke ich, das Politische vom Poetischen zu trennen.

Stefan Slupetzky

Stefan Slupetzky

Nun ja, nun ja, Kathrin Schmidt hat sich 2009, glaube ich, sehr gefreut als die die Preisträgerin wurde und ihre Freude über die damalige Nobelpreisträgerin deutlich ausgedrückt.

Nun ja, das Buch lesen, ein paar andere stehen  noch vorher auf meiner Leseliste und jetzt nach der erfolgten Preisverleihung, wo die Leute jetzt wahrscheinlich beim Buffet stehen und bei Wein und Sekt über den Preisträger und seine Preisrede diskutieren, wieder zu den “Wilden Worten” ins Amerlinghaus gegangen, wo diesmal Stefan Slupetzky an der Reihe ist und dabei mein neues Buch mitgenommen, weil es ja darin wieder ein von Richard Weihs verfaßtes “Wunschgedicht” gibt.

Und weil der 1962 in Wien geborene Krimiautor, den ich auch schon öfter mit seinem “Trio Lepschy” hörte, schon recht bekannt ist, war es im Amerlinghaus auch recht voll, als ich dieses knapp nach acht erreichte und Stefan Slupetzky, der im Programm unter dem Titel “Mischkulanz” angekündigt war und, wie Richard Weihs in seiner Einleitung erwähnte, sehr politisch ist, brachte drei Szenen aus seinem noch nicht erschienen neuen “Lemming-Roman”, “Im Netz des Lemmings”, wo es gegen die politische Korrektness und für das Rauchen ging, was auch sehr diskutiert wurde.

Der Lemming, ein ehemaliger Polizeibeamter, der jetzt als Nachtwächter im Tierpark Schönbrunn, glaube ich, arbeiteit, fährt mit einem Kind in der Straßenbahn nach Schönbrunn und das springt dann in Hietzing von der U-Bahnbrücke, so daß der Lemming in Verdacht gerät, war eine der Stelle die Stefan Slupetky vorgelesen hat. Dann gabs eine Diskussion über das Gendern, denn eine ehemalige Bezirksrätin, die jetzt ein Kaffehaus hat, gibt es in dem Buch auch und eine Stelle an einem Würstlstand ist ebenfalls noch vorgekommen.

Und weil ich heute schon, was bei mir ja nicht so häufig ist, schon eine recht literarischen Tag hatte, hatte ich gar keine so große Lust, meine “Maria Mattuschek-Szene” in der freien Wildbahn vorzulesen.

So habe ich Richard Weihs, das Buch nur überreicht und ihn gefragt, ob ich vielleicht doch ein zweites Mal als Gast bei ihm lesen darf, andere tun das ja auch.

Geht vielleicht, hat er gesagt und dann doch einen Wildbahngast gehabt, der ein “Haiku” bei ihm vorstellte und das nächste Mal wird, wie ich hörte, Christl Greller bei den “Wilden Worten” lesen.

Gelenke des Lichts

Jetzt kommt Buch zwölf der deutschen Longlist und das ist eine Überraschung, ist Emanuel Maeß “Gelenke des Lichts” das ich ja eigentlich von dem, was ich bisher über das Buch hörte, für ein Sprachrauschbuch al al Andrea Winkler oder Richard Obermayr, beziehungsweise, als das schwierige Buchpreisbuch, das die Literaturwissenschaftler loben, die Buchhändler aber stöhnen, weil das keiner lesen will, wie das von Reinhard Jirgl, Ulrich Petzer oder Thomas Lehr gehalten habe, das beste Buch, das ich bisher von den zwölf gelesen habe.

Interessant, interessant, es gibt also immer noch Überraschungen und ganz so leicht bin ich in den Bildungs- oder Entwicklungsromans des 1977 in Jena Geborenen, der mit seinem Debut auch für den “Tumler-Literaturpreis” nominiert war, nicht hineingekommen, denn es ist ja ein Sprachrauschbuch ohne wirkliche Handlung oder doch, denn eigentlich ist es ein autobiografischer Roman, erzählt der Autor, der in Heidelberg, Oxford und Wien studierte doch sein Leben, sein Aufwachsen in der DDR, die Wende, sein Studium und tut das und das finde ich das Geniale und Ungewöhnliche an dem Buch in der  Sprache des Bildungsromans des neunzehnten Jahrhunderts, obwohl in dem Buch auch worte wie SMS, Internet, etcetera vorkommen.

Beginnen tut es mit einer Art “Odje an den Mond” oder mit der Anbetung an eine Angelika, der der Autor das Buch widmet.

Das ganze Buch ist an sie geschrieben, die er als Kind in einem Ferienlager in der Ostsee kennenlernte, aber dann nicht bekommen konnte, “denn die Gräben waren viel zu tief…”

Der Ich-Erzähler ist der Sohn eines Landpfarrers und einer Landärztin, wächst wie beschrieben in einemn DDR-Dörfchen auf, maturiert in Meiningen und geht dann nach der Wende als Philologie- und Literaturstudent nach Heidelberg, später studiert er in Cambridge, arbeitet als Wissenschaftliche Hilfskraft hat einen Freund und eine Freundin dort, reist mit ihnen in die Schweiz, um bei einem Kongreß einen Vortrag zu halten und am Schluß fliegt er dann und das ist auch so ein genialer Streich mit ausgebreiteten Armen durch die Luft von England in die Ex- DDR zurück.

Das klingt jetzt alles sicher sehr banal nacherzöhlt, ist das Buch ja sehr <handlungsarm, die Sprachvielvalt und auch dieIronie, die immer zwischendruch aufblitz macht es aber aus, ein Beispiel wäre der Satz “Offenbar aber war die Anzahl der Bewerber, die irrsinnig genug waren, heutzutage noch Literatur zu studieren, so gering, dass ich kaum zwei Monate auf meine Zusage warten mußte”, als er sich entschließt von Heidelberg nach Cambrigde zu gehen.

“EinJüngling liebt ein Mädchen, gewinnt es, verliert es, nimmt Anlauf und springt – Ein unkonventioneller Zauberhybride aus Bildungs- Schelmen  und Campusroman- faszinierende Erzählkunst”, steht am Buchrücken und “Bookster” der Buchpate für dieses Buch, fragt sich, für wen es wohl geschrieben ist und führt als Beispiel, die Germinsten an.

Was wohl stimmt, die, die irrrsinng genug sind, heutzutage noch Literatur zu studieren, würde Emanuel Maeß wohl antworten. Aber die erwartet dann ein besonderes Vergügen, wie die Leserin merken konnte, die sich eigentlich mehr für realistische Romane als für Sprachräusche interessiert und interessant ist auch, daß es wieder ein Ex-DDR Roman ist, da hat ja schon Jackie Thomae auf ganz andere Art und Weise ein bißchen was über die Wende erzählt und Lola Randl und Miku Sophie Kühmel haben die Uckermark gewählt.

Wenn man also die DDR in ihren Sprachräuschen und Spracheskapaden, die von Neptun,Friedrich Rückert, Richard Wagner,, etcetera handeln, erleben will, ist das Buch gerade richtig, auch wenn man vielleicht nicht alles versteht, denn was es mit dem Titel auf sich hat, ist mir nicht ganz klar geworden.

Buchpreisaufregungen

Ich lese ja derzeit das fünfte Mal die deutschen Buchpreisbücher, das vierte Mal die des Österreichischen und heuer zum ersten Mal die Schweizer Buchpreisbücher und bin dazu gekommen, weil mich ja das Lesen und die Bücher sehr faszinieren.

Ich schreibe immer wieder, bis 2008 ist der Deutsche Buchpreis so ziemlich an mir vorbeigegangen, da habe ich beim Kochen und beim Abwaschen in Ö1 vielleicht davon gehört und mir gedacht, “Aha!”, interessant.

2008 als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hat es Christiane Zintzen mit ihrem Blog “Indadäquat”, den es schon lange nicht mehr gibt, vorgestellt und auch  auf dieses Leseprobenbüchlein hingewiesen. Damals gab es auch in der FAZ, glaube ich, ein “Deutsches Buchpreis-Spezial”, wo die Bücher vorgestellt und von Literaturkritikeren diskutiert wurden.

2009 bin ich in Wien und St. Pölten dem Leseprobenbüchlein nachgejagt, bin dann irgendwann auf “Buzzaldrins-Blog” gestoßen, der 2013 die Aktion “Fünf lesen vier” oder “Vier lesen fünf” ins Leben gerufen hat.

Daraus ist das “Buchrpreisbloggen” geworden, wo es 2015 sieben offizielle Blogger gab, die sehr stolz darauf waren, ausgewählt worden zu sein.

“Das kann doch jeder machen!”, habe ich trotzig gedacht, die Bücher angefragt, bin in Buchhandlungen gegangen, habe mir vom Alfred die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke früher kaufen lassen, mir zwei der Bücher vom Otto ausgeborgt, etcetera.

Damals hat es auch das Buchpreistagebuch oder die Longlistnotizen gegeben, denn ich habe mein inoffizielles Buchpreisloggertum sehr ernst genommen, bin damit vielleicht auch den offiziellen Bloggern auf die Nerven gegegangen, denn eine hat meine Kommentare gelöst und gemeint ich solle sie in Ruhe lassen!

Aber mir hat das Bloggen Spaß gemacht, ich habe mir gedacht, in Buchhandlungen setze ich mich nicht mehr, borge mir auch nichts mehr aus, sondern frage an und was kommt wird gelesen, das waren 2016 neunzehn Bücher, aber da gab es schön die österreichische Buchpreisliste und das Lesen wurde ein bißchen Streß oder nicht wirklich, aber die Kritiker, die es ja sicher gibt, könnten das vielleicht so sehen.

Heuer gibt es, weil wir ja nach Basel fahren das dreifache Buchpreisbloggen und da ich vorher in Locarno war, habe ich mit dem deutschen Buchpreislesen erst im September angefangen, bin jetzt beim dreizehnten Buch, habe alle auf meiner Liste, weil man die jetzt ja auch bei der “Netgalley” anfragen und sich als E-Books schicken lassen kann.

Das Longlistentagebuch und die Glossen darüber sind auf die Art und Weise ein wenig rar geworden, weil ich ja auch zu Veranstaltungen gehe, meine Praxis mache, mir die “Ohrenschmaustexte” angesehen habe, etcetera, was ich ein wenig schade finde und auch im Netz tat sich heuer weniger, weil es jetzt ja statt den offiziellen Bloggern, die “Buchpreispaten” gibt.

Da lesen zwanzig Blogger je ein Buch und rezensieren es anschließend, aber es gibt natürlich die “Buchpreisaufregungen” und das ist ja, glaube ich, auch was der “Börseverein des Buchhandlels” mit seinem “Deutschen Buchpreis” will, eine Diskussion über die Bücher von denen dann vielleicht das eine oder andere zu Weihnachten unterm Christbaum für die Frau oder Schwiegermutter landet und dann, wenn man Glück hat, ein paar Tage später noch originalverpackt im offenen Bücherschrank.

Ich denke, obwohl darüber viel diskutiert wird, es gibt keine Regeln, was der deutsche Buchpreis darüber hinaus will, als auf die Bücher aufmerksam zu machen und ich denke auch keine Vorgaben, an die Juroren, wie sie sie sich zu entscheiden hätten.

Das halte ich für ein Gerücht, auch wenn man das im Netz immer wieder findet, was der deutsche Buchpreis bewirken soll? Er ist kein Literaturpreis, wie der “Büchner-Preis” wahrscheinlich, sondern, wie schon der Name sagt, ein “Buchpreis” den der Börseverein gestiftet hat.

Früher hieß es für den besten Roman. Das “Beste” wurde jetzt geweggelassen, wahrscheinlich nicht deshalb, weil ich immer wieder montierte, daß das nicht der beste Roman sein kann, weil die Geschmäcker ja verschieden sind und man Bücher auch nicht vermessen kann und höchstwahrscheinlich nicht wirklich vergleichen.

Die Kritiker haben aber deshalb die Frage aufgeworfen, ob da nicht vielleicht auch ein schlechter Roman nominiert werden könnte und, ob sie sich dann überhaupt noch in eine Jury setzen sollen, wo es vielleicht auch ein oder zwei Buchhändler gibt, die ihre Rolle darin verstehen, ein möglichst gut lesbares Buch, was auch verkauft wird, hinauszupushen.

Diese Diskussion ist nicht neu und sie wurde sicher nicht von Petra Hartlieb, der engagierten Wiener Buchhändlerin und Kämpferin gegen “Amazon” angeregt, denn es gab sie schon 2013, als es noch das “Fünf lesen vier” oder umgekehrt gb und da Reinhard Jirgl mit seinem “Nichts von euch auf Erden” auf der Shortlist stand.

“Ein unlesbaren Buch!”, kommentierten die Blogger und befürchteten, daß es den Preis gewinnen würde. Hat es nicht und 2015 als ich das erste Mal inoffiziell den “Buchpreis” bloggte, gab es die Diskussion bezüglich Ulrich Peltzer und die “Klappentexterin”, eine Buchhändlerin und “Buchpreisbloggerin” hat genau das mentiert: “Da sind Bücher auf der Liste, die  Leute nicht lesen und nicht kaufen wollen!”

Das gibt es also, beobachte ich, jedes jahr, 2017 war es Thomas Lehr mit seiner “Schlafenden Sonne”, heuer Ulrich Maess mit den “Gelenken des Lichts”, ein Buch, was ich ja schon geschrieben habe, von den zwölfeinhalb, die ich bis jetzt gelesen habe, für das beste halte, das aber nicht auf der Shortlist steht, denn heuer stehen da drei Debutanten darauf und insgesamt waren es sieben und die großen Namen fehlten eigentlich und auch, was ich eigentlich gut finde, die Romane der Midlifekrisismänner, die ihre Probleme mit dem Sex und den Älterwerden beklagen.

Zufall oder nicht, in der Jury gibt es jedenfallls zwei Buchhändler, eine davon ist Petra Hartlieb, wie schon erwähnt. Dann noch Daniela Strigl, die österreichische Literaturkritikerin und wahrscheinlich noch vier andere Literaturkritiker und die Diskussion, die heuer im Netz ein wenig schwach war, nur drei Blogger haben das Longlistbüchlein durchgesehen und zwei weitere je drei Bücher gelesen, wurde schon im August begonnen.

Ich habe auf den O- Tönen davon mitgekommen, denn das Stand ja “Miroloi” darauf, ein Jugendbuch, ein Fantasie oder dystopischer Roman. Kann und darf das sein?

Die Diskussion ebbte wieder ab, immerhin hätte Karen Köhler ja auch beim Bachmnnpreis lesen sollen und jetzt, während wir langsam in Richtung der montaglichen Preisvergabe schielen und ich mich frage, wer wird es werden  wird?

Sasa Stanisic, den ich noch nicht gelesen habe, Norbert Scheuer, der mir nicht gefallen hat oder Raphalela Edelbauer, die bei beiden Preisen auf der Shortlist steht oder doch die drei anderen, zwei Debuts und Jackie Thomaes “Brüder”, hat sich Petra Hartlieb zu Wort gemeldet und in der “Presse” einen Bericht über ihre Jurorenerfahrungen veröffentlicht, der wieder etwas Staub aufwirbelete, obwohl ich gleich schreiben kann, daß er sehr sehr harmlos ist und nicht einmal das, mit den zu schwierigen Büchern wirklich thematisiert, aber die Kritiker wie man lesen und hören kann, sehr stark empörte!

Stehpah Teichgräber hat mich am vorigen Mittwoch bei seinem Workshop auf den Bericht aufmerksam gemacht, das heißt, er hat ihn erwähnt, dann hat mir der alfred etwas davon geschickt. Der Artikel war im Netz aber nicht kostenlos zu lesen, da gab es nur ein Video von einem Kritiker mit der Überschrift “Ist der dBp eine Mogelpackung?”, der sich empörte, daß Petra Hartlieb in einem Satz geschrieben hat, daß sie dieses Frühjahr eine Unmenge Bücher gleesen hat, die sie nicht verstanden  und höchtwahrscheinlich nicht verkaufen kann!

Nun habe ich, weil ja alles streng geheim und ich mir nicht die Zeit nehme die Neurerschungen diesbezüglich durchzugehen, welche zwei Bücher, die Mitgliedsverlage vielleicht vorschlagen könnten, die an die zweihundert Nominierungen nicht gelesen, nur ein paar davon wahrscheinlich und da ja auch, wie ich es seit ein paar Jahren mache, eine persönliche Prognose gegeben.

Von den zwölfeinhalb Büchern die ich bis jetzt gelesen habe, war aber nur eines schwierig zu lesen und das ist, wie schon beschrieben, das was ich bis jetzt für das beste halte und von seinem Buchpaten auch schon angefragt wurde, für wen das Buch jetzt außer für Germanisten sein soll?

Die Kritiker haben sich empört, daß Petra Hartlieb da aus dem Nähkästchen des Jjurorenlebens geplaudert hat, “Darf sie das?”, gefragt und sie, was ich für sehr empören halte, als unqualifizere Buchhändlerin soll sie den Mund halten oder so gemeint.

Dabei hat sie, glaube ich, als Literaturkritikerin gearbeitet, Bücher geschrieben und war glaube ich auch in der ersten öst Jury und hat da bedauert daß sie Friederike Mayröckers Bücher nicht verkaufen kann, aber die hat ihren Fankreis und ihre Bcher sind seltsamerweise selten im Schrank zu finden.

Petra Hartlieb ist, glaube ich, wie eigentlich zu erwarten, der Meinung daß es ihre Aufgabe als Jurorin ist, zu versuchen möglichst viele Bücher, die sie für gut hält, bekannt zu machen und das ist es, glaube ich, auch.

Lade ich einen Buchhändler in die Jury, wird der vorschlagen, was ihm gefällt und habe ich zwei Buchhändler und fünf Literaturwissenschaftler, werden sich die zwei immer noch schwer tun, gegen die fünf anzukommen und so ist und war es auch, denn sonst hätten wir ja in den letzten Jahren noch mehr schwer lesbare Bücher auf der Shortlist gehabt und wir hatten immer nur höchstens eines.

Interessant also, daß jetzt so gegen Petra Hartlieb hergefahren wird und der Preis sogar in Frage stellt wird!

Der Börseverein sieht es, glaube ich, gelassen und ich halte die heurige Buchpresliste, wie schon erwähnt für sehr gut. Die ewigen “Midlifekrisesbücher” fehlen, dafür gibt es sechs Österreicher, sieben Debuts, zwei Bücher über die Mondlandung, die ich noch nicht glesen habe und wieder viel über die DDR, die mich ja, weil ich sehr politisch bin, auch sehr interessiert.

Ob die Diskussion über den “Deutschen Buchpreis” wirklich durch Petra Hartliebs Erfahrungsbericht angeheizt wurde, weiß ich nicht und denke, daß ich, wenn ich jemanden frage, ob er den “Deutschen Buchpreis” kennt, wahrscheinlich immer noch zu hören bekomme “Deutscher Buchpreis what?”

Aber jetzt vielleicht auch: “Das ist eine Mogelpackung!”

Was ich sehr schade finde und meiner Meinung nach auch nicht stimmt und meine persönliche Meinung ist auch, daß es mir eigentlich egal ist, wieviel leicht oder schwer lesbare Bücher darauf stehen.

Ich lese drei Bücher in der Woche, habe schon Arno Schmidt gelesen und Sophie Kinsella deren “Schnäppchenjägerin” ich nach wie für ein sehr gutes Buch halte.

Ich kann also lesen und Bücher verstehen, auch wenn ich hier sehr im Verborgenen blogge und manche meiner Kommentierer meinen, daß ich nur sinnlosen Content verbreite und mir wahrscheinlich auch meine Lesekompetenz absprechen oder sich nicht für sie interessieren.

Und übrigens von mir ist vor ein paar Tagen auch ein neues Buch erschienen, das habe ich jetz bei “Wikipedia” eingetragen, in den “Bücherschrank” gelegt und wer sich bei der Lesrunde beteiligen will, soll sich bei mir melden.