Nicht wie ihr

Wir kommen schon zu Buch drei der deutschen Buchpreisliste, kleiner Scherz am Rande, obwohl es stimmt, daß ich diesmal mit dem Buchpreisbloggen, das ich ja schon zum fünften Mal sozusagen “unautorisiert” auf mich nehme, spät daran bin, weil  ich bevor ich mit dem ersten, beziehungsweise zweiten Buch beginnen konnte, noch frisch von der Schweiz zurückgekommen, neun  andere Neuerscheinungen gelesen habe, die nicht auf der Liste standen.

Jetzt also Buch drei des dBp, das erste Printbuch, denn sowohl “Winterbienen”, als auch “Cherubino” habe ich digital gelesen und Tonio Schachingers “Nicht wie ihr” ist eine Überraschung, da eines der sechs Debuts, ein “Kremayr&Scheriau-Buch” der mit seiner Literaturschiene, glaube ich, zum ersten Mal auf der Liste steht und, als ich mir das Buch vor einem halben Jahr oder so bestellt habe, habe ich beim Namen Schachinger wohl zuerst an die Marlen gedacht und dann wahrscheinlich erst beim zweiten Blick gesehen, das ist  ein anderer.

Ein Tonio Schachinger, 1992 in New Dehli geboren, in Nicuargua und Wien aufgewachsen, Student der Sprachkunst, von da hätte ich ihn eigentlich kennen sollen, habe ich ihn doch schon bei einer dieser Sprachkunstlesungen im Literaturhaus gehört, da nannte er sich allerdings Antonio und das Thema “Fußball”, ein Ball ziert, so auch das Cover, ist ja eines, wie ich immer schreibe, das mich absolut nicht interessiert.

Aber wieder Überraschung! Um das Fußballspielen geht es eigentlich nicht, sondern um einen Fußballspieler, einen Siebenundzwanzigjährigen mit Migrationshintergrund, weil aus einer bosnischen Familie stammend, der es  geschafft hat, in den ersten Kadern zu spielen, daher hunderttausend Euro pro Woche verdient und mit einem Bugatti durch die Gegend düst.

Klingt, wie ein Märchen oder ein Kitschroman, ist aber Sozialbeschreibung pur und von daher für mich sehr interessant und, wie es der Zufall will, ist es das totale Kontrastprogramm zu Andrea Grills “Cherubino”, wo es auch, um eine Karriere, die einer Sängerin Ende dreißig, die gerade schwanger wird, als sie sowohl an der Met, als auch in Salzburg singen soll.

Das sind wohl die neuen Themen der Literatur und bevor ich zum Inhalt komme, spoilere ich gleich munter weiter, das Malte Bremer vom Literaturcafe, der ja immer einen Buchpreischeck macht, geschrieben hat, daß er nicht weiß, wer dieses Buch auf die Buchpreisliste gesetzt hat?

Das weiß ich natürlich auch nicht, Daniela Strigl oder Petra Hartlieb vielleicht mit den anderen fünf Juroren. Aber, ich denke, es gehört hin, denn so genau wie Antonio Schachinger, der offenbar ein Diplotmatenkind ist, hat, glaube ich, noch keiner, das Schicksal der Fußballer mit Migrationshintergrund beschrieben und ich habe, glaube ich, somit wieder ein bißchen  Einblick in das soziale Leben von heute bekommen, obwohl man das mit den Bugatti und den hunderttausend Euro , die ich eigentlich  bezweifle, vergessen kann und ein solcher, wie der Ivo nur die Spitze des Eisberges ist, während hunderttausend andere mit bosnischen Migrationshintergrund, die von der Fußballkarriere und dem Bugatti träumen, den und das nie erreichen.

Ivo Trifunovic, siebenundzwanzig hat es aber und solche Stars gibt es auch und wir begleiten ihn nun ein Jahr lang durch das Fußballlereben.

Wie schon beschrieben, es beginnt mit dem Bugatti und in diesem trifft er Mirna seine Jugendfreundin wieder, verliebt sich in sie, aber er ist verheiratet, hat schon zwei Kinder und seine Frau Jessy ist die perfekte Fußballerfrau, die alle Geschenke perfekt aussucht und das  Leben, um Ivo auch perfekt cool lächelnd inszeniert.

Das Paar schläft getrennt, weil die Mutter mit dem kleinen Sohn schläft, um den Vater nicht zu stören. Ivo bringt die fünfjährige Lena aber brav in den Kindergarten. Eine Zeit in diesem Jahr lebt die Familie in London und da ärgert sich der Star, weil der Sicherheitskindergärtner vor dem Eingang “Excuse me, Sir, sie stehen nicht auf meiner Liste!”, sagt und ihm das Abholen seiner Tochter verweigert.

Da ruft er wutentbrannt Jessy an und brüllt in das Phone “Der Hurensohn von einem Kindergärtner hat…”

Jessy ist nun wütend auf ihn, weil er sich in Beisein seiner Tochter so gehen läßt und die fragt nun natürlich begierig “Tata, was ist ein Hurensohn und warum darf man das nicht sagen?”

An diesen Passagen sieht man, glaube ich, schon, wie das Buch und sein Autor tickt und diese Szenen finde ich sehr spannend, weil sie mir Einblick in ein Milieu geben, das mir bisher unbekannt gewesen ist.

Ivo wird für drei Wochen gesperrt, bekommt einen Hexenschuß, kann sich nicht bewegen und Jessy auch nicht zu einer Ballettaufführung begleiten. So geht sie mit ihrer Freundin Kata, auf die er eifersüchtig ist und wir erleben ihn mit seinen Schmerzen und sein Warten bis endlich der Not- oder Vereinsarzt zu ihm kommt.

Ivo macht sich auch über sein Leben oder dieses allgemein Gedanken und fragt, nachdem seine Tochter  von ihm wissen will, wieso sie Lena heißt, auch seine Eltern nach seinen Namen und dem seines Bruders, der heißt seltsamer weise Kurt, weil 1986 geboren und diese kleine Szene sagt auch sehr viel aus über Buch und Autor, das eigentlich keinen Plot und keine Handlung hat, sondern aus der Aneinanderreihung solcher Szenen besteht.

“Ein Jahr im Leben des Fußballstars Ivo Trifunovic, ein Roman für Fußballfans und Fußballverweigerer gleichermaßen; rotzig, deep & fresh”, steht am Buchrücken und ich spoilere gleich dazu, daß mir das Buch gefallen hat, Fußballfan aber keiner aus mir geworden ist und ich vermute, daß es wahrscheinlich nicht auf die Shortlist kommen wird, empfehle aber jedermann und jederfrau sehr das Lesen.

Und nun geht es gleich an Buch vier und Marlene Streeruwitzs “Flammenwand” um bei der österreichischen Literatur der neuen deutschen Longlist zu verbleiben.

Cherubino

Jetzt kommt, sehr spät, ich weiß, das zweite Buch von der deutschen Longlist, das erste hatte ich schon im Juli gelesen, aber der Schweizurlaub hinderte mich wohl daran, denn als ich diesmal vor Verkündigung der Longlist zurückgekommen bin, warteten einige andere Neuerscheinungen auf mich, die ich inzwischen brav eines nach dem anderen hintergelesen habe.

Also ein sehr später Beginn des Buchpreislesens, die deutsche Shortlist wird ja schon nächste Woche verkündet und da hatte ich in Bestzeiten schon die Hälfte der Bücher gelesen, dafür wird es jetzt wahrscheinlich zügiger vorangegehen, denn ich habe alle Bücher, zur Hälfte digital, denn das schicken die Verlage jetzt gern und den Rest kann man auf der “Netgalley” anfragen und zuerst wird es beim Longlistlesen österreichlastig zugehen, denn alle sechs österreichischen Bücher stehen weit vorn auf meiner Leseliste und wem es interessiert, mit dem Printbuch von Tonio Schachinger habe ich  schon angefangen.

Aber zuerst als zweites deutsches Longlistbuch kommt Andre Grills “Cherubino”, für mich eine Überraschung, als ich im August in die Liste einsah, obwohl ich Ende Juni als in Klagenfurt das “Bachmann-Lesen” angefangen hat, eigentlich in die “Gesellschaft” zu einer Andrea Grill- Lesung gehen wollte, das dann aber nicht geschafft habe, aber die hat, wenn ich mich nicht irre, wahrscheinlich ohnehin etwas anderes, nämlich eine Übersetzung gelesen.

Also “Cherubino” von Andrea Grill, die 1975 in Bad Ischl geborenen wurde, vom Beruf Biologin ist und die ich schon vor ihrem Auftritt beim “Bachmann-Preis, 2007”, glaube ich, literarisch verfolge.

Im Blog habe ich sie  zu Beginn in  meinen Namensartikel erwähnt, “Zweischritt” habe ich gelesen und das Buch das sie in New York geschrieben hat, bei einigen ihrer Lesungen, beispielsweise bei der, wo sie den “Stoeßl-Preis” bekommen hat, war ich  und sehe sie auch sonst manchmal im Publikum des Literaturhause und “Cherubino” war, ich schreibe es gleich, für mich eine Überraschung, denn es geht für eine, die vor drei Monaten Großmutter wurde und eine fünfunddreißigjährige Tochter hat, sowie in Locarno den Schweizer Film “Die fruchtbaren Jahre sind vorbei” gesehen hat, wo eine Architektin verzweifelt am Boden herumrobbt, weil ihr schon über der Zeit liegendes <kind nicht kommen will, sie aber auf die Baustelle muß, um ihren Auftrag nicht zu verlieren und ihre Karriere nicht zu gefährden.

Und genau davon handelt der Roman, er ist aber, eine Überraschung, im Sänger- und nicht im Biologenmilieu angesiedelt.

Iris ist neununddreißig, als sie im Klo einer Konditrei steht und einen Schwangerschaftstest in der Hand hält. Sie steht gerade am Beginn ihres Durchbruchs. An der Met singt sie den titelgebenden Pagen und im Sommer soll sie in Salzburg in “Sophie Choices” brillieren, das ist die Oper, wo sich eine Frau in Auschwitz für eines ihrer zwei Kinder entscheiden soll.

Iris muß sich dagegeben entscheiden oder herausfinden, welcher ihrer zwei Männer der Vater ist?

Man sieht, Andrea Grill ist sehr modern und baut in ihrem Roman alle Realitäten des modernen Lebens ein.

Da gibt es Ludwig, den Politiker, den sie liebt, aber der ist verheiratet und will von seiner Familie nicht weg und Sergio, den Sänger, mit dem sie schon seit einigen Jahren zusammen ist.

Sie erzählt beiden Männern von der Schwangerschaft und, daß sie die Väter wären und sonst zuerst nur ihren Eltern und fremden Leuten, wie dem Taxilenker oder der Friseurin davon. Nicht aber in der Met und in Salzburg, denn sie ist freiberufliche Unternehmerin,  hat daher keinen Mutterschutz und würde damit womöglich ihre Rolle bzw. ihre Karriere gefährden.

Man sieht, das Leben in den neoliberalen und prekären Zeiten ist sehr hart, ansonst freut sich Iris auf das Kind, besucht gleich zwei Ärzte, ihre Gynäkologin in Wien und einen in New York, wo sie ja immer wieder hinfliegen muß, weil sie Schmierblutungen hat.

“Das ist der Streß!”, beruhigen die Ärzte und raten sich zu schonen. Das kann man aber wohl schwer, wenn man außerdem noch den “Hänsel” an der Wiener Staatsoper singt und niemand von der Schwangerschaft wissen soll. Das klappt aber ohnehin nicht so ganz, denn die Kostüme werden enger und müßen geweitet werden und auf dem Bauch über die Bühne robben, kann sie auch nicht.

So redet sie Regisseurin ein, daß ein Priester, der das Militär verweigern will, denn das Ganze ist auch noch eine Paradie auf das moderne Regietheater, das den “Figaro” nicht in einem andalusischen Schloß, sondern in einem Gerichtsaal spielen lassen will, das nicht tun würde.

So darf sie ihre Arie im Sitzen singen und weil der Bauch immer größer wird, kommt das mit der Schwangerschaft doch einmal heraus und sie verliert zuerst ihre Rolle in Salzburg. Später bekommt sie sie zurück, denn jemand hat sie in der Met fogografiert und das Foto ins Internet gestellt.

Das wird jetzt so berühmt, wie Iris während ihrer gesamten bisherigen Karriere nicht wurde, wieder ein Seitenhieb der Autorin. So darf sie doch, als “Sophie” auftreten und soll in Salzburg ihren Bauch zeigen.

Das Kind, der kleine Linus oder Marius Orion, glaube ich, vereitelt das Ganze, denn er kommt etwas früher oder kündigt sich doch an, so daß Iris im Kreißsaal, die Premiere mit ihrer Vertreterin sehen darf und wer der Vater ist, weiß sie immer noch sehr genau, obwohl sich der am Schluß nicht mehr meldet.

Ein tolles Buch mit einem überraschenden Thema, würde ich meinen, denn leider ist es das immer noch, wenn jemand eine Schwangerschaft in die Literatur hineinholen will. Zumindest höre ich die Blogger, die die Longlist bewerten, das so sagen.

Da legen junge Frauen das Buch weg und sagen ,”Interessiert mich nicht!”, was ich etwas seltsam finde, weil die ja vielleicht auch einmal schwanger werden und ein anderer, dem das Buch gefallen hat, vermutet, daß es nicht auf die Shortlist kommen würde.

Ich würde es mir und Andrea Grill wünschen und  würde von den Büchern, die ich noch nicht gelesen habe, schätzen, daß es die Streeruwitz, Sasa Stanisic und Karen Köhler schaffen könnten, über die anderen kann ich noch nichts aussagen, nur daß das Buch ganz gut zu den anderen Frauenbüchern, wie, das der Marlene  Streeruwitz, der Gertraud Klemm und der Mareike Fallwickl passt, die ja auch, wenn auch auf andere Art und Weise, das Thema “Frau in der Gesellschaft” bearbeiten.

Und ehe ichs vergesse, Kinderlieder, listig abgeandel “Ri ra ru, wir sitzen auf einer Kuh, wir sitzen auf einer Milchpartie, billiger war das Reisen nie” und Szenen übers Kochen und Essen, beispielsweise das von Linsen mit Knödel,  kommen in dem Buch auch immer wieder vor.

Etwas rätselhaft waren für mich die Kapitelüberschriten, die von “* 0 (75 cm) bis *36 (105cm) lauten. Ob das die Schwangerschaftswoche und der Bauchumfang gemeint ist? Denn ein Neugeborenes hat ja ungefähres fünfzig Zentimeter.

Ein Personenverzeichnis am Anfang und ein Werkverzeichnis am Ende gibt es übrigens auch.

Die vierte österreichische Buchpreisliste

Obwohl ich ja noch nicht wirklich zum Lesen der deutschen Buchpreisbücher, die sich inzwischen fast alle bei mir angesammelt haben und ich gerade Mareike Fallwickls “Das Licht ist hier  viel heller” ausgelesen habe, war ich auf die Bekanntgabe der vierten österreichischen Longlist sehr gespannt.

Meine Prognose, die sich bei mir ja immer hauptsächlich auf das inzwischen Gelesene bezieht, habe ich schon gegeben und habe inzwischen auch ein paar neue Bücher, wie beispielsweise das der Mareike Fallwickl oder die österreichischen Bücher, die auf der deutschen Liste stehen hinzugefügt oder mir überhaupt eine komplett weibliche Liste ausgedacht.

Auch da wäre ich auf mehr als zehn Bücher gekommen und hätte dabei natürlich “Die unsichtbare Frau” dazugenommen und dann ist es wieder anders gekommen, als erwartet, obwohl eigentlich schon viel Bekanntes oben steht.

Da spekuliere ich bei der deutschen und der österreichischen Liste ja immer mit den O-Tönen und wurde nicht enttäuscht, denn es sind einige Bücher dabei, die dort vorgestellt wurden.

Im letzten Jahr hatte ich ja schon fünf von den zehn Büchern gelesen, so gut geht es mir heuer nicht. Gelesen habe ich noch keines, weil Marlene Streeruwitz “Flammenwand” ja in Harland überm Bett liegt und Raphaela Edelbauers “Das flüssige Land” im Wiener Badezimmer.

Das sind die beiden Bücher, die auch auf der deutschen Longlist stehen und was den Debutpreis betrifft, den es in Österreich ja auch immer gibt, steht  Angela Lehners “Vater unser” darauf.

Das steht auch auf der deutschen Longlist und wurde  bei den O-Tönen vorgestellt. Ich habe es als E Book und was die O-Töne betrifft, stehen von dort auch noch Marco Dinic, Clemens J. Setz und Karl Markus Gauss auf der Liste. Ein paar ganz wenige mir bisher unbekannte Bücher gibt es auf der neuen österreichischen Longlist auch, aber wieder schön der Reihe nach:

1.Harald Darer “Blaumann” von dem 1975 in Mürzzuschlag geborenen, den ich einmal in der “Kolik Lounge” hörte, habe ich schon “Herzkörper” gelesen und habe, glaube ich, auch noch etwas in den Regalen stehen.

2. Raphaela Edelbauer “Das flüssige Land”, steht, wie schon beschrieben, auf der deutschen  LL und von der Autorin, die auch in Klagenfurt las, habe ich das erste Mal etwas auf einer “Buch Wien” gehört.

3.Karl Markus Gauss “Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer”, das wurde schon bei den O-Tönen und bei “Buch und Wein” in Göttweig vorgestellt.

4.Norbert Gstrein “Als ich jung war”, das Buch habe ich eigentlich schon auf der deutschen LL erwartet und von Norbert Gstrein habe ich zuletzt die “Kommenden Jahre” gelesen.

5.Florjan Lipus “Schotter” ein Dojen der österreichischen oder österreichisch slowenischen Gegenwartsliteratur und wenn nicht auch noch Gerhard Roth auf der <liste draufstehen würde, würde ich mir da den Buchpreisträger erwarten.

6.Sophie Reyer “Mutter brennt” eine Überraschung, obwohl ich von Sophie Reyer schon einiges auf Lesungen gehört habe.

7.Gerhard Roth “Der Himmel ist leer die Teufel sind alles hier”.

Von Gerhard Roth habe ich schon einiges gelesen, von dem Buch noch nichts gehört und wenn ich es nicht noch bei “Netgalley” finde, wird es wohl eine Leselücke bleiben.

8.Clemens J. Setz “Der Trost runder Dinge”.

Von Clemens J. Setz, dessen literarischen Werdegang, ich, glaube ich, schon seit 2009 verfolge, habe ich schon einiges gehört und gelesen. Das Buch wurde auch bei den <o-Tönen vorgestellt.

9.Marlene Streeruwitz “Flammenwand”. Da war ich, wie schon beschrieben auf einer Lesung, es steht auf der deutschen Longlist und ich werde es lesen, sobald ich nach Harland komme.

10.Ivna Zic “Die Nachkimmende”, die mir bisher einzige völlig unbekannte. Ich bin also sehr gespannt und freue mich auf das Lesen, wenn das Buch zu mir kommt.

Und nun zu den Debuts:

1.Marco Dinic “Die guten Tage”, habe ich erwartet und bei den O-Tönen versäumt

2.Angela Lehner “Vater unser” steht auf der deutschen Liste.

3.Tanja Raich “Jesolo” habe ich so nicht erwartet, das Buch aber schon auf einer Lesung gehört und Doris Kloimstein die es schon gelesen hat, hat auch versprochen es mir zu geben, beziehungsweise mit dem Buch der Uli Fuchs, das doppelt zu mir gekommen ist, zu tauschen, was sehr spannend wäre, da sich hier Verlegerin und Verlagsbücher kreuzen.

Eine schöne Liste, schreibe ich wieder, obwohl ich, sowohl Gertraud Klemm, als auch Mareike Fallwickl und Susanne Gregor darauf vermisse. Auf jedenfall Robert Prosser und mir auch noch einiges andere darauf vorstellen könnte.

Aber, wie ich ja schon bei der deutschen LL geschrieben habe, macht ja nichts. Man kann ja lesen, was man möchte und so gesehen, ist diese Auswahl sicher spannend, was meine Leser davon halten, würde mich jetzt sehr interessieren.

Österreichische Buchpreisspekulationen

Nachdem die österreichische Buchpreisliste nächste Woche bekanntgegeben wird, sechs österreichische Autoren auf der deutschen Liste stehen und ich auch schon einige Neuererscheinungen gelesen habe, kommt hier wieder mein Spekulationsroulette, denn ich interessiere mich ja sehr für Literatur und will auch wieder nun schon das vierte Mal, hier vom Anfang an, buchpreisbloggen, obwohl die österreichischen Vorraussagen vielleicht noch ein bißchen schwieriger, als die der deutschen Bücher sind, denn hier sind, glaube ich, auch Lyrik, Essay und Erzählungen und nicht nur Romane dabei und die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß auch immer wieder etwas Experimentelles auf den Listen stand, von dem ich, obwohl ich mich auch dafür interessiere, nicht so viel Ahnung hatte und auch jetzt sind meine Voraussagen eher Mainstreammäßig und beziehen sich, wie ich das auch bisher gerne tat und oft auch stimmte, auf das O Töne-Programm, vor allem was die Debuts betrifft, nehme ich meine Schätzungen fast vollkommen her und bin sehr gespannt, wie weit sie zutreffen werden, im vorigen Jahr war ich diesbezüglich ja nicht so schlecht.

Vielleicht vorher noch was Grundsätzliches, zehn Bücher stehen auf der Longlist und drei Debuts sind vorgesehen und in der Jury sind heuer Pia Janke, die ich vor allem als Jelinek-Forscherin kenne und der ich, glaube ich, einmal die “Fluchtbewegungen”, gegeben habe. Dann der Innsbrucker Buchhändler und Literaturvermittler Robert Renk, der Germanist Christian Schacherreiter, die Germanistin Anne-Cathrin Simon und der Literaturredakteur der FAZ Uwe Wittstock.

Mal sehen. was sie auswählen werden, wahrscheinlich wieder was ganz anderes, als meine Schätzungen. Aber es gibt eben sehr viele Bücher und man kann nicht alle kennen und gelesen haben, auch wenn man sich noch so sehr bemüht, obwohl sich Christian Jahl von der Hauptbücherei voriges Jahr bei der Preisverleihung darüber gewundert hat, daß ich damals mit Ausnahe der Siegerbücher schon alle Bücher gelesen habe.

Die Jury wird sich jedenfalls aus hundertvierzig Titel, die von achtundsechzig Verlagen eingereicht wurde, entscheiden müßen und nun meine Schätzungen, aus dem was ich gelesen habe oder sonst so kenne:

Longlist:

  1. Marlene Streeruwitz “Flammenwand”
  2. Gertraud Klemm “Hippocampus”
  3. Robert Prosser “Gemma Habibi”
  4. Norbert Gstrein “Als ich jung war”
  5. Verena Mermer “Autobus Ultima Speranza”
  6. Thomas Stangl “Die Geschichte des Körpers”
  7. Clemens J. Setz “Der Trost runder Dinge”
  8. Karl Markus Gauss “Abenteuerliche Reise durch mein Zimmer”
  9. Vea Kaiser “Rückwärtswalzer”
  10. Bettina Balaka “Die Tauben von Brünn” und als Debuts schlage ich vor:

1.Marco Dinic “Die guten Tage”

2.Barbara Zemann “Immerjahn”

3.Angela Lehner “Vater unser”

Und nun bin ich gespannt. Was würden meine Leser schätzen?

In den Leseherbst

Nachdem am Dienstag die neue Longlist des Bps veröffentlicht wurde, kann der Leseherbst wieder intensiv und stressig werden.

Die Bücher sind angefragt, Marlene Streeruwitz “Flammenwand”, liegt schon länger auf meinem Harlander Lesestapel und kann nach Norberts Scheuers” Winterbienen”, die mir ja nicht so sehr gefallen hatben, als zweites Buchpreisbuch gelesen werden.

Dazwischen warten noch ein paar andere Nichtbuchpreisbücher, die schon länger gekommen sind auf das Lesen und von den Buchpreisbüchern haben sich inzwischen zwölf auf meiner “Buchpreisliste” angesammelt.

Mit Ausnahme der Marlene Streeruwitz und des Tonio Schachinger, einem jungen Sprachkunststudenten, von dem ich noch nicht viel gehört habe, alles E-Books.

Drei Printbücher sollen noch zu mir kommen, Jan Peter Bremers “Der junge Doktorant”, wahrscheinlich nicht, aber vielleicht kann ich das Buch über die Netgalley öffnen, was ja inzwischen bei zwei Büchern gegangen ist, bei einem dritten nicht und mich das Buch des 1965 in Berlin geborenen, ja eigentlich sehr interessiert, beziehungsweise der Autor, war ich doch 1996, als er den “Bachmann-Preis” gewonnen hat, in Klagenfurt und da über seinen Gewinn sehr erstaunt, da er mir bei seiner Lesung nicht so besonders aufgefallen ist und ich seither eigentlich auch nicht mehr viel über ihn hörte.

Ansonsten kommen die die ersten Informationen über die nominierten Bücher und da scheint sich bei dem der Karen Köhler, die ja 2014 zu ihrer Bachmann-Lesung nicht antreten konnte, ein neuer Literaturskandal heranzubilden.

“Ein Jugendbuch, das eigentlich nicht auf der Liste stehen sollte!”,, habe ich gelesen, beziehungsweise wurde das bei den O Tönen am Donnerstag  thematisiert, was ich, die ich das Buch schon auf meiner Liste habe, sehr interessant finde, denke ich doch, das Dystopien genau das sind, was die Leute gerne lesen und es daher  sicher sehr spannend auch ein Buch, das die jungen Leute ansprecen könnte und nicht immer nur das Sperrige und Experimentelle auf der Liste zu haben.

Über die anderen Bücher habe ich noch nicht so viel gehört, dagegen hat “Wagenbach” den achten Roman der 1958 in England geborenen und in Canada lebenden Cathy Page, als erstes Buch auf Deutsch veröffentlicht und will  Buch und  Autorin in Deutschland bekannt machen, beziehungsweise in Frankfurt, das da bald naht und schon die ersten Einladungen kommen, präsentieren.

Das habe ich schon lange in meinem E-Book Ordner und gerade zu lesen angefangen, ein spannender Familienroman, in einem etwas altmodischen Stil, Daphe Mauriers “Rebecca” und die englische Lyrik kommen sehr stark darin vor und ich bin gespannt, wie sich das Buch, beziehungsweise seine Promotion weiterentwickeln wird.

Das zweite Buch der Mareike Fallwickl “Das Licht hier ist viel heller”, das nicht auf der buchpreisliste steht, habe ich auch schon länger in meinem Badezimmer liegen.

Die 1983 in Hallein geborene, deren Blog ich ja schon länger verfolge, ist eine von den zwanzig Bücherpaten, die es heuer statt des offiziellen Buchpreisbloggen geben wird  und hat sich auch mit dem “Lliterarischen Nerd” zusammengetan und mit ihm ein paar Bücher über das Lesen herausgebracht, die sie demnächst vorstellen will.

Eines davon “Leseglück, 99 Bücher die Laune machen”, habe ich bei Netgalley angefragt, mal sehen ob es kommt und ich es öffnen kann.

Dann gibt es auch noch  eine “Literarische Apotheke”, also so etwas wie die “Romantherapie” und ich habe mich vor einigen Jahren, nach dem ich “Toistoi und der lila Sessel” gelesen habe, ja auch eine bißchen mit der Bibliotherapie beschäftigt und in der “Pensionsschockdepression” auch darüber geschrieben.

Bücher über das Lesen interessieren mich ja sehr und ich habe davon auch schon einige angesammelt, wie beispielsweise das der Friederike Manner und das “Literaturgeflüster” ist ja mit meinen Buchpreislisten und meinen schon über tausend Rezensionen eigentlich auch eine Anleitung zum Lesen und so wird der heurige Bücherhersbst wahrscheinlich wieder ein sehr intensiver und abwechslungsreicher werden, wo ja auch ein paar Krimis auf mich warten und es auch sonst  sicher sehr viel spannendes zu entdecken geben wird und  dann ja auch bald die österreichische Buchpreisliste auf mich wartet, wo ich ja schon einige Neuerscheinungen gelesen habe und also mitraten kann.

Die neue deutsche Buchpreisliste

Jetzt ist sie, hurrah, da, die neue deutsche Longlist und sie ist wieder überraschend oder nicht natürlich, ganz anders als erwartet, beziehungsweise nicht sehr viel von dem, was ich schon gelesen habe, darauf.

Ich habe mir ja schon vor einiger Zeit, davon ausgehend, was ich an Neuerscheinungen gelesen habe, eine Wunschliste gemacht, von der gibt es nur die “Winterbienen”, beziehungsweise, das neue Buch der Marlene Streeuwitz, das ich mir von Alfred vor einiger Ziet schenken habe lassen darauf und ansonsten gibt es ja die Bücher, die die anderen Blogger schätzen, wie Sasa Stanisics “Herkunft” und dann, die neuen Tips wie Nora Bossongs “Schutzzone”, Karen Köhlers “Miroloi” etcetera.

Dageben fehlt das neue Buch der Brigtitte Kronauer, das auch oft genannt wurde, was vielleicht die Frage beantwortet, daß tote Dichterinnen doch nicht auf die Liste kommmen können, was auch, wo ich mir in letzter Zeit nicht mehr sicher war, Gertraud Klemms “Hippokampus” betrifft.

Ich habe also ein Buch schon gelesen und eines, nein, drei werde ich demnächst lesen können, denn Susanne Roessler hat mir schon das PDF von Andrea Grills “Cherubino” geschickt und Tonio Schachingers “Nicht wie ihr wollt”, ein mir bis jetzt unbekannter Autor, habe ich schon vor einiger Zeit bei “Kremayr& Schriau” bestellt und ist gerade zu mir gekommen.

Also jetzt, um nicht in Rätseln zu sprechen die LL 2019

  1. Nora Bossong “Schutzzone”
  2. Jan Peter Bremer “Der junge Doktorand”
  3. Raphaela Edelbauer “Das fleißige Land”
  4. Andrea Grill “Cherubino”
  5. Karen Köhler “Miroloi”
  6. Miku Sophie Kühmel “Kintsugi”
  7. Angela Lehner, die glaube ich, schon bei den Debutenten bei den Ö- Tönen war “Vater unser”
  8. Emanuel Maeß “Glenke des Lichts”
  9. Alexander Osang “Das Leben der Elena Silber”
  10. Katharina Poladjan “Hier sind Löwen”
  11. Lola Randl “Der große Garten”, was, glaube ich, auch zu mir kommen wird.
  12. Tonio Schachinger “Nicht wie ihr”
  13. Norbert Scheuer “Winterbienen”
  14. Eva Schmidt “Die untalentierte Lügnerin”
  15. Sasa Stanisic “Herkunft”
  16. Marlene Streeruwitz “Flammenwand”
  17. Jackie Thomae “Brüder”
  18. Ulrich Woelk “Der Sommer meiner Mutter”
  19. Norbert Zähringer “Wo wir waren”
  20. Tom Zürcher “Mobbing Dick”

Und jetzt lesen, lesen, was vielleicht nicht ganz so einfach werden wird, da, glaube ich, noch sieben oder acht andere Neuerscheinungen auf mich warten und außer Toni Schachinger auch noch das neue Buch der Irmgard Fuchs zu mir gekommen ist und wenn ich schon etwas über diese Liste sagen kann, so ist sie sicher nicht so schlecht.

Ein kleiner Teil der Neuerscheinungen die es gibt, sind auf diese Liste gekomen, ein großer anderer Teil nicht, aber bevor man da aufschreit und “Skandal!”, ruft, weise ich wieder darauf hin, daß man ja alles lesen und sich selber aussuchen kann, was beispielsweise auf die eigene Buchpreisliste kommt und spannend auch wieder einige neue Autoren kennengelernt zu haben.

Die Bücher, die ich schon gelesen habe oder noch lesen werden, die nicht auf dieser Liste stehen, bleiben ja trotzdem schön und Jaroslav Rudis “Winterbergs letzte Reise”, werde ich dann im nächsten Jahr lesen, wo es vielleicht ein sechstes Buchpreislesen geben wird, auf jeden Fall aber ein “Buchpreisbacklistlesen!”

Und noch ein bißchen was zur Statistik, elf Frauen, neun Männer, sechs Debuts, obwohl Karen Köhler ja schon einen Erzählband hat, den ich vor kurzem auch gefunden habe, sechs ÖsterreicherInnen, ein Schweizer und natürlich das übliche “Jung und Jung-Buch”. Als die bekanntesten Autoren sind wahrscheinlich Sasa Stanisic dessen “Vor dem Fest” ja auf meiner Backlinste steht und Marlene Streeruwitz zu nennen, von der ich schon sehr viel gelesen habe.

Und was würdet ihr schätzen? Was wird auf der Liste stehen und wer wird den Preis am Ende bekommen?

Ich kann ja an dem oder die, die mir den richtigen Tip schicken, eines meiner Bücher beispielsweise die “Unsichtbare Frau” oder die neue “Volksstimmeanthologie” vergeben.

Die neue Buchpreisliste?

Seit ich Buchpreisblogge und das tue ich demnächst höchstwahrscheinlich das fünfte Mal, mache ich mir Gedanken, welche Bücher auf dieser Liste stehen könnten?

Das heißt, das habe ich schon früher gemacht, seit 2008 oder 2009 wahrscheinlich, seit ich mich mit dem deutschen Buchpreis beschäftige, obwohl ich darin nicht gut bin, weil ich ja noch immer nur sehr wenig Vorschauen lese.

Aber von einigen Verlage bekomme ich sie inzwischen zugesandt und so lese ich inzwischen immer mehr Neuerscheinungen und könnte dann meine Tips, aus den in dem Jahr gelesenen Büchern, aus dem, was auf den O-Tönen so präsentiert wird und auf den anderen Blogs so gehypt wird, gebe und weil ich wieder einen Füllartikel brauche, kann es nicht schaden, diesbezüglich wieder meine Leseliste durchzuforsten, um dann am zwanzigsten August, wenn die Longlist bekanntgegeben wird, festzustellen, daß ich null bis einen Treffer habe und daher lesen kann, wenn ich wieder anfragen werde, was ich höchstwahrscheinlich tun werde.

Für 2020 habe ich mir ja eigentlich vorgenommen, stattdessen die Buchpreisbücher aus den Vorjahren, die sich inzwischen bei mir angesammelt haben, aufzulesen und das sind, glaube ich, so etwa fünfundzwanzig, aber das würde ich nur schaffen, wenn ich die neue Liste nicht anfrage und das schaffe ich, glaube ich, nicht.

Also voila, in diesem Jahr habe ich ja bedingt durch meinen Unfall und meine Veranstaltungspause schon sehr viele Bücher gelesen und es waren wieder sehr viele Neuerscheinungen dabei, darunter aber auch einige Sachbücher, die ja wegfallen, den Sachbuchbuchpreis wird es erst im nächsten jahr geben und für denfrage ich  wahrscheinlich nicht an und einige Romane, wie der von John Wray und den der Tanja Maljartschuk wurden ja nicht auf Deutsch geschrieben.

Dafür Jaroslav Rudis “Winterbergs letzte Reise” und der liegt in Harland schon auf meinen Regalen. Ich würde mich also sehr freuen, liebe Daniela Strigl, liebe Petra Hartlieb und liebe übrigen Juroren……

Die neue Streeruwitz liegt auch schon auf den Harlander Stoß, da habe ich es nicht lassen können das Buch Alfred in die Hand zu drücken, als ich mit ihm am letzten Samstag bei “Thalia” in derKremsergasse war und Doris Kloimstein hat mir am Sonntag Judth W. Taschlers “Geburtstagsfest” mitgebracht und das ist ja auch heuer erschienen, es könnte also sein.

Ins Spital in St. Pölten hat sie mir Takis Würgers “Stella” mitgebracht. Das steht wahrscheinlich nicht darauf, weil es die Kritiker nicht für literarisch halten und sonst, schauen wir einmal, ein paar der Neuerscheinungen habe ich und werde ich demnächst lesen, von denen ich mir vorstellen könnte oder es mir wünschen würde, also voila:

1. Jarislav Rudas “Wintersbergs letzte Reise”

2. Marlene Streeuwitz “Flammenwand”

3.Judith W. Taschler “Das Geburtstagsfest”

4.Karin Kalisa “Radio Aktivity”

5.Norbert Scheuer “Winterbienen”

6.Burkhard Spinnen “Rückenwind”

7.Robert Prosser “Gemma Habibi”

8.Mareike Fallwickl “Das Licht ist hier viel heller”

9.Lukas Hartmann “Der Sänger”

10.Takis Würger “Stella”

11.Corinna T. Sievers “Vor der Flut”

12.Anselm Neft “Die bessere Geschichte”

13. Mathias Nawrat “Der traurige Gast”

14.Charles Lewinsky “Der Stotterer”

15.Vea Kaiser “Rückwärtswalzer”

16.Helmut Krausser “Trennungen, Verbrennungen”

17.Heinrich Steinfest “Der schlaflose Cheng”

18.Dilek Güngür “Ich bin Özlem”

19.Paul Ingendaay “Königspark”

20.Nicola Karlsson “Licht über den Wedding”

So das wärs, das meiste stammt aus meiner Leseliste, bei den Herbstneuerscheinungen, bin ich ein bißchen unbedarft. Mal sehen, wie es klappt. Jetzt fahren wir ja erstmal in die Schweiz, ins Tessin zum Filmfestival nach Locarno.

Wenn wir zurückkommen, gibts dann bald die Liste und ich kann wieder schreiben, mal sehen, ich bin gespannt, beziehungsweise überrascht, was es da alles an Neuerscheinungen geben wird, die bisher an mir vorübergegangen sind.

Und natürlich würde ich auch für die “Unsichtbare Frau” pläydieren. Aber ich weiß schon, daß da jetzt einige entsetzt aufschreien und “Wie kann sie nur so unbescheiden sein?”, sagen würden.

Schlafende Sonne

Jetzt kommt Buch neunzehn der 2017 dBp langen Liste, Thomas Lehr schlafenden Sonne, das ich damals natürlich angefragt habe, aber für Blogger leider leider keine Bücher.

“Aber lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!”

Natürlich nicht, obwohl ich während des Lesens der siebzehn anderen Bücher oder auch schon früher gehört habe, daß das Buch ähnlich unlesebar sein soll wie Reinhard Jirgls “Nichts von euch auf Erden” oder Ulrich Peltzers “Das bessere Leben”, das ich übrigens vovorgestern im Schrank in der Zieglergasse gefunden habe, als ich ins Literaturhaus ging und das ich mir damals vom Otto ausgeborgt habe.

Ich habe ja die Straßergassenschulkollegin Trude K., die mir gegenüber wohnt, mir zum Geburtstag immer ein Buch bringt und weil sie da zwei oder dreimal eines aussuchte, das ich schon gelesen hatte, mich immer vorsorglich fragt, was ich denn haben will?

“Thomas Lehrs “Schlafende Sonne!”, habe ich tapfer geantwortet und das Buch dann bei unserem Fest Anfang 2018, wo wir die Riesenweinflasche, die uns der Josef und die Angela brachten, verkosten wollte, von ihr bekommen.

Da kam dann auch der Otto und brachte, nicht abgesprochen, Buch zwanzig, so daß ich höchstwahrscheinlich in wenigen Wochen, wenn nicht noch zu viele Neuerscheinungen kommen, mit dem dBp 2017 fertig bin, ehe die neue Buchpreisliste kommt und das wäre dann mein fünftes Buchpreisbloggen, wo ich wahrscheinlich wieder anfrage, aber vielleicht mit ein wenig weniger Enthusiasmus, wir werden im August ja auch wieder in der Schweiz sein und heuer wahrscheinlich die Buch-Wien auslassen, das alles lesen werde.

Aber zurück zu Thomas Lehr, obwohl ich vor ein paar Tagen, meine deutsche Liste auf die sich angesammelt habenden, noch nicht gelesenen Bücher ergänzt habe und demnächst wahrscheinlich über fünf Jahre Buchpreisbloggen schreiben will, von dem ich, wenn ich mich nicht täusche, schon einiges gelesen habe.

Die Novelle “Frühling” auf jeden Fall, sonst bin ich mir nicht sicher, ob ich einen seiner Monsterromane gelesen habe und ob das Buch des 1957 in Speyer Geborenen, jetzt unlesbar ist?, wollen meine wahrscheinlich nicht vorhandenen Leser jetzt vielleicht wissen.

Unlesbar nein, würde ich sagen, denn es ist mit einer schönen, kunstvollen, irgendwo habe ich auch Phanatsiesprache gelesen, geschrieben, aber es hält nicht, was der Klappentext verspricht.

Denn da steht doch, daß ein Dokumentarfilmer und Essayist von Tokio, glaube ich, nach Berlin fliegt, um die Vernissage seiner ehemaligen Studetnin Milena Sonntag zu besuchen, die wohl “Schlafende Sonne” heißt und an einem einzigen Tag stattfindet.

Soweit so gut und klingt auch interessant. Man könnte sich wohl fragen, wie man das in sechshundertdreißig Seiten preßt und dann liest man etwas anderes, was eigentlich auch noch nicht so unverständlich klingt und im Text auch beschrieben wird, daß es da, um die Familiengeschichten des gesamten vorigen Jahrhunderts geht und irgendwo im Buch bekommt man auch heraus, daß es 2014 geschrieben oder begonnen wurde und denkt, aha, der erste Weltkrieg ist ja klar und mit dem habe ich mich in meiner Lektüre der letzten fünf Jahre ja auch öfter beschäftigt und mich sozusagen hinauf- und hinuntergelesen.

Was es wohl wirklich so schwierig macht, steht im Nachwort geschrieben: “Dieses Buch ist ein Werk der freien Phantasie und doch zutiefst abhängig von der Wirklichkeit, über deren Erfindungsreichtum der Künstler nur staunen kann.”

Und nach dem letzten Satz steht “Wird fortgesetzt!” und damit man sieht, daß ich mich in der letzten Woche wirklich durch das Buch gelesen habe, zitiere ich auch noch ein paar Sätze von den Seite hundertneunzig und einundneunzig: “Von außen gleich die Räume einzelnen, von Kinderhand übereinandergetürmten Schachteln, doch weil man im Inneren des verworrenen Bauwerks steckt, weiß man nicht, was beim Öffnen der nächsten Tür mit einem geschicht, wo man hingerät , wie schräg der Boden ist, ob man von der Decke her auf einen Küchenboden fällt oder wie auf einer Rampe hinabtaumelt In einem dröhnend beschalten Partykeller oder einen von Endkampf-Parolen widerhallenden Parteitag.”

Damit wird, glaube ich, viel über das Buch und seine Machart gesagt und wem das jetzt zu unverständlich ist, kann es damit und mit dem Klappentext belassen, denn man kommt in das Buch wirklich schwer hinein, weil Thomas Lehr mit seiner Phantasie würde ich so sagen, hin- und hergesprungen ist.

Er erzählt von einer oder vielleicht auch mehreren Familien, beginnend oder endent im Wilhelminismus, dem in der Ausstellung oder im Buch mehrere Kapitel in zum Teil kursiver Schrift gewidmet ist.

Die drei Hauptpersonen sind Rudolf Zacharias, der Professor, Milena Sonntag, die Künstlerin und ein Jonas, mit dem das Buch beginnt, der ist Physiker und der Exmann von Milena, glaube ich und dann wird in den sechshundert Seiten ein bißchen was vom ersten Weltkrieg, vom zweiten natürlich und den Schicksalen jüdischer Familien und dann auch sehr viel vom Aufwachsen in der DDR, Milena Sonntag ist dort, glaube ich, aufgewachsen und, ich glaube, auch vom Heidelberger Studentenleben  der siebziger oder achtziger Jahre erzählt.

Wenn der Uli das lesen sollte und sich über meine vielen “glaube ich”, aufregt, die sind dem Stil geschuldet, denn Thomas Lehr springt durch das Buch, erzählt mal von einem, mal vom anderen, erklärt auch nicht viel, wer jetzt wer ist und wie er das macht, ist auch durchaus spannend, interessant und lesbar, nur der Zusammenhang fehlt.

Worum geht es in dem Buch? Um das letzte Jahrhundert Deutschlands an Hand einiger Schicksale und ,um eine Ausstellung, die von der Sonne handelt und sich in einigen Bildern oder Exponaten, so werden den Besuchern Kostüme angezogen und ihnen Gegenstände in die Hand gedrückt, damit beschäftigt.

So würde ich es ausdrückeh und wieder die Frage nach den Buchpreisbüchern stellen? Nach welchen Kriterien sie von der Qualitätsjury ausgewählt werden?

Nach denen der schönen Sprache, würde ich wieder sagen, denn der Inhalt, eine Familiegeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde ja schon sehr oft erzählt und kann man wahrscheinlich in jeder Buichpreisliste finden. Da kommen wir wieder zu der Frage, ob die Leser das Lesen wollen und da stöhnen die Buchhändler ja immer und fordern: “Setzt andere Bücher auf die Longlist, denn die Leute lesen das nicht!”

Das ist eine interessante Frage und ich gestehe, ich habe auch einiges überflogen, mich manchmal nicht ausgekannt, das Buch aber trotzdem interessant und spannend gefunden, wenn auch nicht so neu und so ungewöhnlich.

Jetzt kann ich natürlich auf die Fortsetzung gespannt sein und natürlich auf die neue Liste, von der ich derzeit noch sehr wenig Vorstellungen habe, was darauf stehen könnte und mich dann an ein Buch der österreichischen Liste und wie schon erwähnt, an das zwanzigste 2017- Buch zu machen, um wieder einmal vollständig zu sein, denn das war ich bisher ja nur 2015 bei meinem ersten Buchpreislesen und da habe ich geborgt , in Buchhandlungen gelesen und mir die Bücher schenken lassen und den anderen Jahren fehlt mir ein bißchen, wenn auch nicht viel, da ja die Verlage der Buchpreisbloggerin gegenüber sehr großzügig sind, während es für heuer, glaube ich, noch keine ausgesuchten Buchpreisblogger gibt und diese Idee vielleicht fallengelassen wird, obwohl ich das vier oder fünf lesen zwanzig was es ja 2013 gab und der Stein des Anstoßes war, sehr spannend fand.

Siebenter und letzter Dichterloh-Abend

Norbert Lange

Norbert Lange

Das “Dichterloh-Lyrikfestival” gibt es schon seit einigen Jahren in der “Alten Schmiede”, der “Priessnitz-Preisträger” und Lyriker Michael Hammerschmied organisierte heuer sieben diesbezügliche Abende, von denen ich ich nur den letzten gehört habe, war ich doch am 13. 5, als das Thema “Abgesang und Endgesang” lautete bei den “Wilden Worten”, bei “Liebe, abschied, existeznz”, habe ich im “Republikanischen Club” aus der “Unsichtbaren Frau” gelesen, am 15. 5. wollte ich eigentlich zur “Wldganspreisverleihung” gehen und bin dann beim “Literarischen Lenz” gelandet.

Das alles war geplant, den 16. 5 mit Heinz Janisch und Judith Nika Pfeifer hatte ich mir eingeplant, bin dann aber daraufgekommen, daß es, da es offensichtlich um Kinderlyrik ging, schon um fünf angefangen hat und da hatte ich eine Stunde und vorigen Montag, als es um das “weiter/über/setzen” ging, wollte ich auch hin, da kam aber der Alfred aus Kuba zurück und sagte, “Gehen wir lieber zum “Umar” Clamari essen!” und am Dienstag, hätte mich Stefan Schmitzer dort vermutet, da gab es aber auch die “Westend-Lesungen” und die wollte ich mir einmal ansehen, da ich ja am 16. Juli dort lesen, also wegen des Konkurrrenzprogrammes heuer nicht viel Lyrik und die “Etnopoesie”, das Werkportrait von Jerome Rothenberg, klang auf dem ersten Blick, weil der Dichter mir völlig unbekannt, auch nicht so interessant.

“Werch ein Iilltum!”, hätte Ernst Jandl wohl so ähnlich gesagt und der 1931 als Sohn jüdisch polnischer Einwanderer in New York Geborene, hat diesen auch auf Englisch übersetzt, so daß er in recht guten Deutsch dem alten Meister auch den Abend widmetete.

Der 1978 in Polen geborene und in Berlin lebende Norbert Lange hat moderiert und eingeleitet, sowie ein Gespräch mit dem Dichter geführt, der wie der alte Rühm, manche seiner Gedichte auch gesungen hat und eine sehr lebendige Art des Vortrages hatte. Es ging um den Holocaust und seine diesbezüglichen Erfahrungen. Einige seiner Gedichte hat er auch auf Jiddisch vorgetragen und ich bin, obwohl ich mir ja nicht sehr viel erwartet habe, sehr positiv überrascht worden.

Jerome Rothenberg, ein sehr kleiner, aber äußerst lebendiger Mann, war die Überraschung des Abends und seine Gedichte und sein Vortrag haben mich auch an Peter Henischs “Suchbild mit Katze” erinnert, das ich gerade lese.

Interessant, daß es einer Frau im Publikum nicht so gefallen und sie die Gedichte oridnär gefunden hat, was, glaube ich, nicht stimmte und von den Veranstaltern auch entsprechend abgewehrt wurde. Der Autor selbst blieb dabei gelassen und meinte nur, daß der amerikanische Präsident, das wahrscheinlich auch wäre und am ehemaligen Büchertisch lag auch ein Heftchen auf, das wohl am dritten Abend “Zu Gast bei Lichterloh” vorgestellt wurde, nämlich die “Grand Tour – Europa im Gedicht – eine Reise durch die junge Lyrik Europas mit Jan Wagner und Federico Ilatliano” und ich habe zwar einiges vom heurigen Festival versäumt, am Schluß aber doch viel Interessantes mitbekommen und Norbert Lange hat zu Beginn das Publikum auch begrüßt und sich sehr gefreut, daß es an diesem Abend trotz Regenwetters in die “AS” gekommen bin, die Abwahl der Regierung beziehungsweise des Bundeskanzler durch einen Mißtrauensantrag der SPÖ der von der Liste und jetzt und der FPÖ unterstützt wurde, hat er dabei vergessen, das war aber wohl Absicht, war doch die Lyrik das Thema des Abends.

Jerome Rothenberg

Jerome Rothenberg

Das Feld

Jetzt kommt wieder eine Überraschung oder eine Erneuerung der Feststellung, daß man aus Lesungen und Leseproben keinen richtigen Eindruck über das Buch bekommen kann, denn ich habe ja die öst Debutpreisgewinnerin von 2018 bei den O Tönen gehört, gedacht, wieder so eine neue junge literarische Stimme mit schöner Sprache und vom Inhalt ihres Buches nicht viel verstanden, was sich dann änderte, als ich das Buch, das auch nicht gleich nach der Anfrage zu mir gekommen ist, in der Hand gehalten, bei Roberts Seethalers “Feld”, das auch an jenem Abend im Museumsquartier vorgestellt wurde, könnte es mir ähnlich gehen und ich habe ein Seethaler-Vorurteil.

So ähnlich habe ich es, glaube ich, meiner Hauptschulkollegin Christa Unterauer nach der Lesung gesagt und, ich glaube, es ist die Art des 1966 in Wien geborenen und in Berlin als Schauspieler lebenden Autors, von dem ich das erste Mal etwas bei “Rund um die Burg” neu hörte, als dort sein “Trafikant” vorgestellt wurde und ich mich darüber wunderte, daß ich noch etwas von Buch und Autor gehört habe.

Er hat dann ein “Wien Stipendum” bekommen und wurde bei der Literatur im MUSA, ich glaube, gemeinsam mit Clemens Berger vorgestellt und da habe ich mich über die etwas arrogante Art der Autoren geärgert, die beide behaupteten, mit dem Literaturbetrieb nichts am Hut zu haben und, daß der sie nicht interessieren würde.

Da fühlt man sich als eine, die vergeblich dort hinein will und wahrscheinlich deshalb fast jeden Abend zu Literaturveranstaltungen geht, leicht angegriffen und außerdem war damals sein “Ein ganzes Leben” in aller Munde und mit dem Buch, beziehungsweise mit den Leseproben, die ich daraus hörte, habe ich nichts anfangen können.

Vielleicht sollte ich auch dieses Buch als Ganzes lesen, um zu schauen, ob der Eindruck bleibt, habe von Robert Seethaler in den Schränken bis jetzt aber nur “Jetzt wirds ernst” gefunden und im Oktober, glaube ich, in St. Pölten die Verfilmung vom “Trafikanten” mit Bruno Ganz als Sigmund Freud und, daß man dabei auch keinen Eindruck vom Buch bekommen kann, habe ich ebenfalls schon bemerkt.

Das “Feld” ist, glaube ich, ein Episodenroman, der aus neunundzwanzig längere oder kürzeren Geschichten besteht, die von Toten handelt, die alle auf dem “Feld”, dem Friedhof von Paulstadt liegen und ihre Geschichten erzählen.

Ein paar davon hat Robert Seethaler auf der Lesung im MQ vorgelesen und dabei immer dazu gesagt, daß er gar nicht so viel lesen möchte, was mich schon einmal störte, dann habe ich das Buch, das “Hanser” mir zuerst nicht schickte, doch noch einmal angefragt und jetzt als letztes von der vorjährligen östBp-Liste, es ist nicht auf die Shortliste gekommen gelesen und ich muß sagen, ich bin wieder überrascht, und Vorurteil abgeändert.

Ich habe mir, wie meistens die “Amazon Rezensionen” vorher angeschaut, die sehr unterschiedlich waren, einige haben mit dem Buch, das von der Literaturkritik hoch gelobt wurde, nichts angefangen können und geschrieben, sie verstehen den Lärm um das Buch nicht und die Literaturkritiker hätten keine Ahnung.

Ich glaube, ich verstehe es schon und hier sind es die leisen Tönen, die mir beim “Einfachen Leben” wohl abgegangen sind, die mich berührten.

Es beginnt mit einem alten Mann, der jeden Tag auf den Friedhof kommt, dort auf einer alten Bank sitzt und versucht das Rauschen der Stimmen, die aus den Gräbern kommen und die Geschichten, die sie erzählen können, zu verstehen.

Ein diesbezügliches Vorwort, das auf den Sinn des Buches hinweist, gibt es auch und dann beginnen die kürzeren oder längeren Geschichten, die manchmal nur aus einem einzigen Wort bestehen.

Es beginnt mit der Lehrerin, eine Geschichte, die Robert Seethaler auch im MQ gelesen hat, die sich an die letzten Worten die ihr Mann an sie gesprochen hat, erinnern will und an die Berührungen ihrer Hände denkt.

Sehr leise Töne also, die von der Liebe handeln und die betreffen auch den Lennie und die Louise. Der Lennie ist ein Taugenichts und ein Spieler, der bei ihr lebte, bis sie ihn hinausgeschmissen hat.

Dann gibt es den Pfarrer, der immer den Sinn im Glauben finden wollte und weil ihm das offenbar nicht gelungen ist, die Kirche abfackelte, es gibt den arabischen Gemüsehändler, der die Asche seiner Eltern verstreute und mit dem Pfarrer öfter um den Glauben stritt und noch vieles mehr, wo die Zusammenhänge eigentlich nur aus den Personen bestehen, die in Paulstadt leben oder gelebt haben.

Der Bürgermeister spricht aus dem Grab heraus und spricht von dem Freizeitzentrum, das er am Stadtrand errichtet hat und den Grund einem Bauern abgeluchst hat, der später in ein Altersheim gezogen ist.

Drei Personen sind dort verschüttet worden, eine ist die Schuhhändlerin Martha, die auch Gedichte und Romane geschrieben und sich mit ihrem Mann nicht sehr gut verstanden hat.

Eine verwirrte alte Frau fährt mit einem Handwagen durch die Straßen und wird in den verschiedenen Episoden erwähnt, einen Autohändler gibt es auch und eine Floristin, die ein paar Tage lang tot in ihrem Lagerraum gelegen ist, bis man ihr Verschwinden merkte.

Es gibt die sehr berührende Geschichte von den zwei alten Frauen in einem Sanatorium, die einander Kochrezepte erzählen, die der Hundertfünfjäjhrigen, der Ältesten am Friedhof, die erzählt, daß man über den Tod nicht sprechen darf so wie er ist und die des Herausgebers des “Paulstädter Boten und Chronisten” und und…

Neunundzwanzig Lebensgeschichten oder Momentaufnahmen der ehemaligen Paulstädter, die nur manchmal Bezug aufeinandernehmen und die die unterschiedlichsten Sachen über sich und die anderen erzählen. Manchmal über den Sinn des Lebens und die Frage nach dem lieben Gott sinnieren und manchmal auch etwas ganz ganz anderes für erwähnenswert halten.

Bei “Amazon” stellt einer der Rezensenten die Frage, wann das Buch spielt und führt Wolfgang Tischer vom “Literaturcafe” an, der meint, daß es nach dem Krieg spielen würde, weil der öfter thematisiert wird, was er widerlegt und die Handlung in die Achtzigerjahre vermuten würde.

Ich denke, da die Toten, die aus den Gräbern sprechen, wahrscheinlich zu verschiedenen  Zeiten gestorben sind, die Handlung wahrscheinlich keinen speziellen Zeitpunkt zuzuschreiben  und es ist wahrscheinlich auch die Spezialität Robert Seethalers, die kleinen leisen Töne in einer vielleicht etwas altmodisch anmutenden Sprache zu beschreiben und habe diese Episoden, Roman würde ich sie nicht nennen, obwohl ich habe nachgesehen, das natürlich wieder in dem Buch steht, für sehr beeindruckend gehalten, so daß ich die Einstern-Rezensionen, die es bei “Amazon” gibt, nicht nachvollziehen kann und auch nicht glaube, daß es sich um eine sinnlose Aneinanderreihung von Ereignissen handelt, die in dem Buch zu finden sind.

Obwohl Handlung gibt es eigentlich keine, es sind Gedankensplitter und Fragmente übers Leben und  das was einem wohl dort besonders beeindruckt hat und vielleicht ist gerade das das Besondere an dem Buch  und wohl auch Robert Seethalers Spezialität.