Buchpreisbloggeflüster

Nun also sind die beiden Listen bekanntgegeben und ich lese, lese, beziehungsweise mache ich dem Postboten auf, um ein Buchpaket in Empfang zu nehmen, schreibe Mails an nette Verlagsdamen und gerate mal mehr und mal weniger in Stress und Panik, das alles vielleicht nicht zu schaffe.

Habe ich mir da nicht vielleicht zu viel aufgeladen? Beziehungsweise ist das die Schuld, des österreichischen Hauptverbandes, der den öst Bp einen Monat nach dem deutschen ansetzte und den Preisträger einen Monat nach der Frankfurter-Messe, die auch ein Monat vor der “Buch-Wien” stattfindet, präsentieren will.

Um nicht mißverstanden zu werden, im Vorjahr habe ich auch alle Bücher gelesen und zwischendurch, während ich auf den Witzel wartete, den mir Trude K. zum Geburtstag brachte, noch einiges anderes und als die Frankfurter-Messe begann, hat mir “Buzaldrin” ein Buchpaket mit neun Bücher geschickt, die ich bei einem ihrer Gewinnspiele gewonnen habe und bis Weihnachten habe ich sechs  davon gelesen.

Jetzt bin ich schon beim siebenten dBp-Buch, Bodo Kirchhoffs “Widerfahrnis”, acht liegen noch im Badezimmer, beziehungsweise, die Lewitscharoff-Fahnen im Schlafzimmer auf dem Tischchen, mindestens eines soll noch kommen, dann folgen zwei  “Kremeier&Scheriau Debuts”, die heute auch in der “Gesellschaft für Literatur” vorgestellt werden und Han Kangs “Vegetariereŕin” und dann geht es schon, ganz langsam, an den östBP, da habe ich vier Zusagen und gestern den Reinhard Kaiser Mühlecker, das doppelte Buchpreisbuch bekommen und die Friederike Gösweiner, die ich als letztes lesen will, in Harland über den Bett liegen und wenn Katharina Winkler, was ich fast annehme, den “Alpha-Literaturpreis” gewinnt, bekomme ich das Buch, ganz egal, ob “Suhrkamp” es schickt oder nicht.

Ob ich bis zu den beiden Messen  fertig werde oder nicht, weiß ich noch nicht so genau, bis Ende  November werde ich es aber schaffen und ich kann nur sagen, trotz selbsterlegten Lesestreß, ein wunderbares Erlebnis, das ich sehr empfehlen kann, denn man lernt sehr viel dabei.

Und was waren nun meine bisherigen Erkenntisse über die ausgewählten Bücher, die angeblich die Besten sein und zu Weihnachten unter möglichst vielen Christbäumen liegen sollen?

Da habe ich ja schon öfter geschrieben, daß ich nicht daran glaube, daß das so sein kann und, daß es natürlich viel viel mehr interessante, spannende, gute oder auch was immer Bücher, als die ausgewählten dreiunddreißig gibt und die deutsche Liste war ja, das habe ich, gleich nach der Vergabe geschrieben, sehr sehr überraschend.

Ich war zuerst erstaunt und habe gedacht, ich bin im falschen Boot, dann habe ich mich aber sehr schnell angefreundet, lese mich durch die Bücher und durch die Besprechungen der offiziellen und auch inoffizellen Buchpreisblogger und kann bei der deutschen eigentlich noch nicht wirklich sagen, wer da am zwanzigsten September auf der Shortlist stehen wird?

Denn ich glaube fast, die sechs bisher gelesenen sind es eher nicht, kommen die ja eher von engagierten Kleinverlagen und stammen zum Teil von sehr exeperimentellen Sprachkunstautoren.

Der Platzgumer erschien mir persönlich ja zu konstruiert und über die Metapher, wie man von seinen schlechten Büchern in die Schlinge springt, bin ich noch immer nicht hinweggekommen und Bodo Kirchhoff, der den Bloggern sehr gefällt, hat, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, auch einen eher kitschig wirkenden konstruierten Stil, der ist aber sehr Publikum wirksam, glaube ich  und gefällt wahrscheinlich auch den hier oft zitierten Schwiegermüttern.

Das macht Joachim Meyerhof, der auf meiner Liste steht, wahrscheinlich auch, Peter Stamm wäre ein Kanditat, den habe ich aber noch nicht, Katja Lange-Müllers “Drehtür”, das noch kommen soll, vielleicht auch, aber das gefällt den Bloggern eher nicht, Thomas Melles Memoir über seine manisch depressive Krankheit, mein nächsten LL hat wahrscheinlich auch Chancen und dann das dicke “Apollokallypse” des mir noch immer unbekannten Gerarld Falkner, das möglicherweise schwer zu lesen ist und  Phillipp Winklers “Hool”, das mir “Aufbau” hoffentlich noch schickt, vielleicht ebenfalls.

Eine ausgewogene Bandbreite zwischen bekannten und unbekannten, experimentellen und Mainstreamgeschmack denke ich und ich habe viel gelernt, während ich, vielleicht durch meine “Alte Schmiede-Besuche” und das O-Tönfestival, das ich diesen Sommer ja sehr eifrig besuchte, bezüglich der öst-LL ziemlich sicher war und da auch nur relativ weniges Unbekanntes gefunden habe.

Gstrein und Glavinic haben zwar darauf gefehlt und sonst wäre ich sehr überrascht, wenn Friederike Mayröcker, den Preis nicht gewinnen würde, ich denke das gehört sich so, ein paar experimentelle, wie Kathrin Röggla und Peter Waterhouse, auf die ich vergessen habe, sind darauf,  und an Daniela Emminger, ein Buch, das ich bekommen soll, wie das von Peter Waterhouse, habe ich auch nicht gedacht, obwohl ich einmal eines ihrer früheren Bücher gefunden und in meinen Regalen stehen habe.

Für die Shortlist könnte ich mir also, obwohl ich da noch nichts gelesen habe, außer  der FM, Peter Henisch, Anna Mitgutsch, Rainer Kaiser Mühlecker,  Sabine Gruber und Michael Köhlmeier vorstellen, aber vielleicht hat die Jury einen experimentellen Geschmack und traut sich was, so daß vielleicht Ann Cottens Versepos, das, glaube ich, sehr witzig sein soll, darauf kommt, oder Kathrin Röggler, Peter Waterhouse und und.

Mal sehen, ich bin gespannt und lese fleißig weiter, dazwischen mache ich meine Praxis, Diagnostik, Therapien und ein bißchen Supervision, fange an zu Veranstaltungen zu gehen, heute abend, wie schon erwähnt von den “Kremeier&Scheriau-Debuts”, am Samstag habe ich mich für den Bus nach Niederhollabrunn zur “Theodor Kramer Preisverleihung” angemeldet, der Alfred reist ja, glaube ich, gerade in Japan ein und am Sonntag werde ich, wenn ich hinfinde, mit der “Gesellschaft für Literatur” auf den Spuren Kafkas in Klosterneuburg herumwandern, der dort ja in einem Sanatorium seine Schwindsucht behandeln ließ.

In den letzten Tagen habe ich selber Jury “gespielt”, wie meine Kritiker, die mich ja für eine literarische Diletantin halten, es nennen werden und drei Vorschläge für den “Ohrenschmaus” herausgesucht, der heuer schon im November im Rahmen der “Buch-Wien” vergeben wird.

Alles bestens also und noch etwas habe ich am Samstag in einer schlaflosen Nacht gemacht, ich habe nämlich, da auf der 2016 Leseliste, die wahrscheinlich ungelesen bleibenden Bücher immer länger wurden, herausgesucht, zuerst versucht, sie auf meiner langen Liste hinten dranzuhängen, dann habe ich gedacht, daß ich sie erstens vielleicht dann nicht mehr finde, zweitens gar nicht weiß, ob ich dann noch lebe und sie drittens gegebenfalls vielleicht wieder zurücktrage und sie dann für 2050 eintragen werde, wo ich höchstwahrscheinlich schon gestorben bin und, die Vorauseintragungen dann gelöscht.

So brauchen sich die Presedamen nicht mehr über sie zu wundern und ich bin auch freier, bisher Aufgeschobenes, wie das Buch der neuen Priessnitz-Preisträgerin Sanda Gugic, das der Hilde Schmölzer und die anderen Geburtstagsbücher und die Schmankerl von den Bücherschränken und das, was ich mir aus den Abverkaufslisten ziehe, zeitgerechter zu lesen, da wird dann vielleicht manchea Alte, was ich eigentlich auch noch lesen wollte, wie Vicki Baum, Pearl S. Buck, Francoise Sagan, etcetea überbleiben, aber wenn ich, was ich mir jetzt wieder vorgenommen habe, mir wirklich nur mehr das, was ich irgendwann lesen kann, aus den Schränken nehme und mit den Frühjahrsbestellungen vorsichtiger bin, kann ich vielleicht meine neue 2017 Liste bis zum doppelten 2017 Buchpreisbloggen, das ich  wieder machen will, mehr oder weniger durchgelesen haben und ich kenne mich ein bißchen aus im österreichischen oder deutschen Literaturbetrieb, ganz egal, ob meine Kritiker mir das jetzt glauben oder nicht.

Weshalb die Herren Seesterne tragen

“Weshalb die Herren Seesterne tragen, weiß man bisher noch nicht, ist unter dem Bild zu lesen”, beziehungsweise steht es auf Seite  hundertsiebenundsechzig von Anna Weidenholzer zweiten Roman, der es auf die Longlist des dBps schaffte, mein sechstes LL Buch das ich jetzt lese und das dritte von österreichischen Autoren, beziehungsweise, das das vierte der sechs Frauenbücher, die es auf diese Liste schafften.

Die Buchpreisblogger haben es schon sehr fleißig besprochen und nennen es ein schräges Buch mit dem sie mehr oder weniger viel anfangen können, aber ich liebe die Sprache der 1984 in Linz Geborenen, deren literarischen Karriere ich ja schon von Anfang an, bei den berühmten “Textvorstellungen” in der “Alten Schmiede”, bei diversen Literaturzeitschriften, beim “Platz des Hundes”, im “MUSA” bei der “Priessnitz-Preisverleihung” und und mitverfolgen konnte und ein Veto habe ich auch einmal für sie eingelegt, aber da war ich nicht allein und “Der Winter tut den Fischen gut” wurde auch schon für den Leipziger Buchpreis nominiert.

Man sieht, Anna Weidenholzer hat eine Vorliebe für außergewöhnliche, man kann wahrscheinlich auch schräge Titel, sagen und eine für das Rückwärtsschreiben, wie die “Fische” beweisen.

Hier geht es von Kilometer zu Kilimeter zurück, von der Glücksforschung zu Frau und Heim  und die Sprache ist eine Mischung zwischen Alltäglichkeiten und künstlicher Verschraubtheit und darin ist Anna Weidenholzer auch eine Meisterin.

Für die “Fische”, die den Rückwärtsgang, der arbeitslos gewordenen Maria Berenberger beschreibt, hat Anna Weidenholzer, glaube ich, beim AMS recherchiert, hier wird sie es bei den Meinungsforschungsinstituten getan haben, den Karl Hellmann, ein pensionierter Lehrer, wie irgenwo einmal angedeutet steht, ist Glücksforscher. Wahrscheinlich hat er sich, um seiner Pensionsschockdepression zu entgehen, selbst dazu gemacht, hat das aber auch mit seiner Frau Margit so abgesprochen und dann ist er mit Fragebögen, die ihm sein Sohn Helmut besorgt hat, losgezogen, um das Glück der Menschheit, das sogenannte “Bruttonationalglück” zu erforschen.

Dazu steigt er in einem seltsamen Hotel, in einem schneelosen Ort, kurz vor Weihnachten ab, Anna Weidenholzer hatte, glaube ich, mal ein Aufenthaltsstipendium in Kitzbühl, vielleicht hat sie da schon ihre Forschungen betrieben, als er ankommt, ist er der einzige Gast, später kommt noch ein Paar dazu. Die Wirtin ist auch sehr seltsam, nämlich geizig und unfreundlich, rät immer zum Sparen, Heizung abbrehen, die Badewanne nicht benützen und hat einen Hund, das kennt man vielleicht schon von der ersten Geschichtensammlung, die oft als Roman bezeichnet wurde.

Der heißt Annemarie, eine Gästin hat ihn zurückgelassen, Karl freundet sich mit ihm an und dann zieht er los, seine M und Fs zu befragen, denn Karl nimmt seinen Auftrag ernst und will keine persönliche Bezieung zu seinen Probanden.

So macht er natürlich auch einige seltsame, Anna Weidenholzers Spezialität, Begegnungen, trifft einen Fleischhauer, der eigentlich Kapitän sein möchte, einen Holzspezialisten, der besonderen Vögeln die Flügeln abhackt, trifft Frauen, die sich von ihm nicht erforschen lassen wollen und erzählt, das alles auf seiner Reise zurück zu Margit.

Von “vierhundertneunundsechzig Kilometer” bis  “Ein Kilometer”, wird das in Kapitel beschrieben, die Zwischenunterschriften tragen und wenn man nach der Handlung oder den tieferen Sinn fragt, den gibt es wahrscheinlich nicht, aber das Leben ist ja als solches vielleicht auch nicht sehr sinnvoll und widersrpüchlich und vielleicht, könnte ich vermuten oder mich dabei auch sehr irren, hat Anna Weidenholzer das Schreiben ihrer skurillen Metaphern großen Spaß gemacht.

Ein Roman im klassischen Sinn würde ich das hundertneunzig Seiten, inzwischen bei “Matthes & Seitz” dem letzten “Buchpreisgewinner-Verlag”, erschienene Buch nicht nennen und da es, wie bei “Amazon” schon zu lesen ist, nicht den gängigen Merkmalen des klassischen Romaes von denen ja einige noch auf der Liste stehen, entspricht, wird es wahrscheinlich nicht auf die Shortlist kommen,.

Aber was weiß man schon genau, wer meinen Blog verfolgt sieht, daß ich mich da schon öfter irrte und dem Witzel hätte ich den “Buchpreis” vor einem Jahr wahrscheinlich auch nicht zugetraut.

Ich mag Anna Weidenholzer und ihren schrägen Realismus, denn das Glück ist ein Vogerl, die in dem Buch ja auch vorkommen und die kleinen Leute dieses Lebens, die arbeitslos gewordene Maria in den “Fischen”, der pensionierte Lehrer bei den “Seesternen”, haben auch Hoffnungen und Wünsche und Anna Weidenholzer leiht ihnen gekonnt ihre skurrilen Ideem und das mit den “Seesternen” steht in einer Zeitung, die Karl bei einem Wirtshausbesuch entdeckt und ist wahrscheinlich schon im Jahre 1900 geschehen.

Die österreichische Debut- und Buchpreislonglist

Hurrah, sie ist da die lange Liste des österreichischen Buchpreises und einen Debutpreis haben wir trotz “Alpha”, der seine Liste jetzt auch schon bekannt gegeben hat auch und ich kann mich auch hier ans Lesen machen, beziehungsweise mein Longlistenlesen fortsetzen und erweitern und dabei nicht hoffentlich in zu großen Streß geraten, denn in meinen Badezimmer häufen sich ja schon die deutschen Longlistbücher, wo auch ein paar österreichische dabei sind, es aber nur eine einzige Überschneidung gibt und ausgerechnet die, liegt nicht dabei.

Daß es neben dem “Alpha” auch einen österreichischen Buchpreis gibt, das haben sich, glaube ich, die Autoren gewünscht, die schon mehr als drei Bücher haben und vielleicht nicht auf der deutschen Liste stehen.

Der “Hauptverband” hat zuerst  abgewinkt, dann hat es plötzlich doch einen “doppelten Buchpreis” gegeben, der genau, wie der deutsche bei der Frankfurter, bei der “Buch-Wien”, also ein Monat später verliehen werden wird.

Das bringt mich in Lesestreß, was aber nicht sehr viel macht, denn ich bin ja eine schnelle Leserin und so denke ich, daß ich im November mit allen fertig sein werde. Und jetzt mal sehen was überhaupt auf dieser Liste steht?

Bei der Deutschen, wo ich mir ja schon ein paar Wochen vorher meine Gedanken machte, was darauf stehen könnte und es  auch einige Blogs gab, die ihre Vorschläge veröffentlichten, bin ich ja komplett reingefallen, denn kaum eine Übereinstimmung, absolute Überraschung, wenn ich auch mit dem Ergebnis inzwischen sehr zufrieden bin.

Bei der österreichischen war es anders, da haben meine Prognosen so ziemlich zugetroffen und es gibt  nur ein paar Überraschungen und mir gänzlich unbekannte Bücher eigentlich überhaupt nicht.

Ich habe im Sommer, wenn ich das so sagen darf, durch Alfreds Altersteilzeit, aber ein intensives Buch- und Debutpreistraining genossen, in dem ich ziemlich regelmäßig zu den O-Tönen ging und einiges was ich da hörte, steht auch darauf.

Ich hätte mir ja und würde sie da auch für den Preis vorschlagen, die Friederike Mayröcker sehr gewünscht, dann habe ich wieder Glavinic, Köhlmeier, Gstrein gesagt und auch Sabine Gruber und, daß Anna Migutschs “Annäherung” daraufstehen könnte, darauf hat mich ja Günter Kaindlsdorfer in einer seiner literarischen Soireen gebracht.

Dann hätte ich persönlich mir noch Julya Rabinowichs “Krötenliebe” gewünscht und weilt der östBp kein reiner Romanpreis ist, habe ich auf Ann Cottens Versepos getippt.

Habe ich schon zehn Vorschläge? Nein, zwei fehlen noch, da hätte ich mir schon Andre Hellers “Süden” vorstellen können oder  Friederike Gössweiners “Traurige Freiheit”, weil ich das Buch im Harland ja über den Bett liegen habe. Oder ist das ein Fall für den Debutpreis? Ja, ich hätte eher daran gedacht und dann noch an Petra Piuks “Lucy fliegt  und natürlich auch an Katharina Winklers “Blauschmuck”, die auch auf der “Alpha Liste” steht und bei der ich mir vorstellen kann, daß sie den Debutpreis gewinnt.

Wieviel Treffer habe ich, werden meine Leser fragen? Sechs, Freunde, so unbedarft bin ich also  doch nicht, auch wenn ich ein paar Fall und Beistrichfehler mache und angeblich zu wenige Absätze setze.

Eine Überschneidung gibt es auch, Reihard Kaiser Mühlecker steht auf beiden Listen, und Gstrein und Glavinic sind nicht darauf gekommen un,d um jetzt nicht unverständlich zu werden,

Michael Köhlmeiers “Das Mädchen mit den Fingerhut” steht darauf.

Dann Kathrin Rögglas “Nachtsendung”

Peter Waterhouse “Die Auswandernden”

Daniela Emmingers “Gemischter Satz”

Sabine Grubers “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks”

Peter Henisch “Suchbild mit Katze”

Anna Mitgutsch “Die Annäherung

Anne Cotten “Verbannt”

Friederike Mayröckers “fleurs”

und bei den Debutbüchern:

Sacha Batthyany “Und was hat das mit mir zu tun?”

Das ist bisher eher an mir vorbei gegangen, obwohl der Alfred ihn, glaube, ich in Leipzig fotografierte.

Dann Friederike Gösweiner und Katharina Winkler.

Eine schöne Mischung denke ich, die Verlage habe ich angefragt und werde, während ich darauf warte, ob der Reinhard  Kaiser Mühlecker doch noch zu mir kommt, mit dem Lesen des neuen Buchs der Anna Weidenholzer, die es nicht auf die Öst geschafft hat beginnen, Hans Platzgummers am Rand und Eva Schmidts “Ein langes Jahr habe ich schon gelesen” und nun zum deutschen, auch das österreichische Buchpreislesen dazunehmen und darüber bloggen.

Dazwischen werde ich mir auch die hundertfünfzig “Ohrenschmaus-Einreichungen”, die gestern gekommen sind, durchschauen, denn die “Ohrenschmaus-Preisverleihung” gibt es ja heuer im Rahmen der “Buch-Wien”, wo am Freitag auch eine Diskussion stattfindet, wo ich mehr oder weniger unbedarft mitdiskutieren darf.

Bezüglich des dBp gibt es ja die offiziellen und die inoffiziellen und dann noch einige andere Blogger, die mitlesen und über die Bücher berichten, in Österreich dürfte ich ziemlich alleine sein.

Ich habe zwar vor einigen Monaten den Hauptverband angeschrieben und ihm von meinen Vorhaben informiert, aber keine Rückmeldung bekommen.

Aber die Verlage habe ich jetzt angeschrieben. Mal sehen, was da an Rückmeldung kommt? Sonst werde ich auf jeden Fall, wenn ich wieder nach Harland komme, das Buch der Friederike Gösweiner holen und heute werde ich  zu zur Erstpräsentation von  Sandra Schöthals Satire über das Älterwerden “Shades of  Fifty – Wenn kein Hahn mehr nach dir kräht” zum “Thalia” auf die Mariahilferstraße gehen.

Mal sehen, ob ich da das österreichische Longlisten Probeheftchen bekomme, denn das kann ich ja auch versuchen extra zu besprechen, da ich da ja schon ein etwaiges Vorwissen habe, wird mir das vielleicht auch gelingen und zum Geburtstag kann ich mir, wenn mich jemand fragen sollte, die fehlenden Exemplare wünschen.

Also, lesen, lesen, Freunde und über eine Diskussion und einen Austausch bezüglich meines österreichischen und auch deutschen Buchpreisbloggen wäre ich sehr interessiert  und wenn wir schon bei den fehlenden aber angedachten Büchern sind. Karin Peschkas “FanniPold”, das auch nicht darauf steht, habe ich bei “Otto Müller” inzwischen auch angefragt.

Und die Shortlist, auf der dann fünf Bücher stehen wird, wird am elften Oktober bekanntgegeben. Mal sehen, was ich  dann schon gelesen habe und wieviel Aufmerksamkeit der österreichische Buchpreis bekommt?

 

Der Weg der Wünsche

Nun kommt Buch fünf der dBp LL, ich muß schnell lesen, bevor die österreichische Liste bekannt gegeben wird, durch die ich mich ja auch wühlen möchte.

“Der Weg der Wünsche” des 1963 geborenen Akos Domas, der mit Vierzehn mit seinen Eltern über Italien und England nach Deutschland emigirierte, ist, wie ich in diversen Blogs gelesen habe, die “enttäuschende Variante”, der erwartetenden “Flüchtlingsbucher”, denn diese Flucht aus Ungarn, die hier beschrieben wird, ist vierzig Jahre her und wahrscheinlich mit den heutigen Flüchtlingsdramen und dem politischen Geschehen, um die Frau Merkel und den Herrn Hofer, nicht so wirklich zu vergleichen.

Trotzdem für mich interessant, denn ich interessiere mich ja für die ungarische oder von Ungarn geschriebene Literatur und Akos Doma ist auch als Übersetzer tätig und ich habe von ihm noch nie etwas gehört, habe ich geglaubt und dann Samstag Nacht, als ich in meiner Panik, das alles nicht zu schaffen, die ungelesen bleibenden 2016 Bücher aus dem Badezimmer räumte, die alte Leseliste löschte und aus Platzmangel einen Teil der aktuelleren Bücher für 2017 wieder hineinräumte, fiel mir plötzlich der Name Akos Doma ins Auge, denn vor einigen Monaten bin ich wohl nach einem Buchhändler oder Rezensenten zum “Wortschatz” gekommen und da stand neben Petra Hartlibs “Wunderbarer Buchhandlung” auch “Die allgemeine Tauglichkeit” eines Akos Domas darin.

Der deutsche Buchpreis sorgt also immer wieder für Überraschungen und es war, wie auch schon Marina Büttner, die das Buch schon gelesen hat, schrieb, ein leicht und schnell zu lesendes Buch, das zu den Geburtstagsfeierlichkeiten einer Budapester Familie im Jahre 1972 oder so hineinführt.

Die Torte wird schon angeschnitten, alle warten auf den Vater Karoly, der den Kindern Bori und Misi eine Überraschung versprochen hat.

Die ist ein Hund mit Namen Krapek und während sich die  Kinder, der achtjährige Misi, die fünfzehnjährige Bori, die von ihrer Großmutter einen Talismann, ein Pfauenauge geschenkt bekommt, noch darüber freuen, schmieden die Eltern schon Fluchtpläne.

Denn die Mutter soll nach dem Sommer nicht mehr an ihr altes Institut zurück können, sondern irgendwohin in die Pampa versetzt werden, der Vater der in Deutschland gearbeitet hat, schwärmt von einer Anstellung dort und so fahren sie mit vollgepackten VW-Käfer, an den Plattensee vorbei. Daß man nie lügen soll, ist auch ein Thema des Buches, alle nehmen sich das vor, doch die politischen Umstände erlauben es nicht.

So geht es nicht an den Plattensee, sondern nach Jugoslawien und von dort über die italienische Grenze in ein Flüchtlingslager, wo es Ratten und schmierige Wände gibt, so geht die Mutter, die etwas Italienisch spricht zum Diretttore, dem Lagerleiter, um bessere Umständie für die Familie und Ausreisepapiere zu bekommen.

Das kostet natürlich etwas und die Mutter ist schließlich bereit den Preis zu zahlen, der fünfzehnjährigen Tochter wegen, die ihr Sorgen macht, denn sie verschwindet nachts und auch sonst zu einem Atila, und der, stellt sich später heraus, war von der ungarischen Staatsicherheit und sollte das Mädchen nach Jugoslawien zurückbringen, damit die Familie ihr folgt.

Sie war auch schon auf dem Schiff, der in einem Abfalleimer eines römischen Cafes  gelandete Talismann, rettete sie aber daraus und der kleine Misi plaudert in der Nacht in dem Zimmer, wo alle schlafen, auch noch das Geheimnis aus, was er im Zimmer des Direttore gesehen hat. Das führt zu Komplikationen, als die Familie dann über den Gotthardpass in das ersehnte Deutschland fahren will, aber, wenn man davon ausgeht, daß der Roman, ein Teil des Erlebten seines Autors ist, ist die Flucht wohl geglückt.

Marina Büttner fragte sich, wieder sehr kritisch, warum es auf die Longlist kam?

Nun die geschilderte Flucht ist nicht sehr aktuell, der Stil trotz Rückblendungen eigentlich linear, aberg enau und gründlich und experimentell, was mir sehr angenehm ist, ist es auch nicht, denn ich habe mich, in den Zeiten, wo wir regelmäßig mit der Schwiegermutter nach Bük ins Bad zur Wellness fuhren, ja für die ungarische Literatur sehr interessiert.

Dieses Interesse ist geblieben und von einer Flucht aus Ungarn nach Österreich, die allerdings noch zwanzig Jahre früher erfolgt ist, habe ich ja bei meinem letzten Ungarnaufenthalt gelesen.

Und jetzt gehts ans Lesen der Anna Weidenholzer, die, wie ich inzwischen erfahren habe, nicht auf die öst. Buchpreisliste kam.

Die Witwen

Buch vier ist Dagmar Leupolds “Witwen”, die, 2013 schon einmal auf der Longlist stand und von der ich mir einmal bei einem der Ein-Euro-Abverkäufe der “Buchlandung”, “Eden Plaza” aus den Regalen zog.

Das hab ich noch nicht gelesen, habe ich ja viel zu viele Bücher und von Dagmar Leupold, die auf den Blogs sehr gelobt wird, ebenfalls noch nichts.

Das hat sich jetzt geändert und ich muß sagen, es ist ein schönes Buch, ein wenig altmodisch vielleicht, da habe ich ja gerade bei Tobias Nazemi gelesen, daß er das bei Bodo Kirchhoff so empfindet, das, als überübernächstes LdBp-Buch an die Reihe kommen wird, bei Dagmar Leupold würde ich die Sprache und den Stil so empfinden, obwohl die Handlung eigentlich sehr modern und da auch sehr originell ist, wie ich finde.

Nur das Cover, eine nacke Frau aus einem sicher sehr berühmten barocken Bild, ist furchtbar, zum Glück sieht man das bei den PDF-s ja nicht. Und jetzt hinein in das sprachliche Vergnügen, denn das ist die, 1955 in Niederlahnstein geborenen Autorin, es ist also auch mein erstes deutsches LL-Buch, eine Sprachkünstlerin. Sie hat es aber mehr mit den Wortschöpfungen, formt die Mehrzahl von “Vagina”, heißt das jetzt “Vaginas” oder “Vaginen”, sinniert über das Wort “Fremdenzimmer” nach, “Scheusal” kommt von “scheu”, denn “Sprache schafft Fakten” und die Witwen sind auch gar keine, sondern vier Frauen über fünfzig.

Penny, Dodo, Laura, Beatrice und von denen hat nur Penny einmal einen Mann gehabt, den Winzter Otto, hat ihren Odysseus, den sie von Berlin nach Steinbronn an die Mosel folgte, vor acht Jahren verloren.

Da ist er von einer seiner Reisen einfach nicht mehr zurückgekommen. Se weigert sich aber, ihn für tot zu erklären, sondern bezieht jedes Monat oder Woche auch seine Doppelbetthälte frisch, ansonst arbeitet, die ausgebildetete Lehrerin im Wirtshaus der Schwiegermutter, zieht den Sohn Bert groß und ihre drei Freundinnen sind nach und nach auch nach Steinbronn nachgekommen.

Dorothea, die kräftige, ist Gärtnerin und hat Trauerränder unter den Fingern, Beatrice Jogalerherin und Feldenkreistrainerin und die schöne Laura hat sich von der Maskenbildnerin zur Logopädin umschulen lassen, um in dem Städtchen was zu verdienen, das finde ich das Moderne an dem Abenteuerroman, wie der Untertitel lautet.

Einen Bendix, die Abkürzung von Benedikt git es auch, der hinkt und stottert, das ist vielleicht wieder ein wenig klischheehaft überhöht, ist Privatgelehrter, schreibt Briefe an seinen Freund Friedrich und hält sich ein Auqarium, wo die Fische Namen, wie Nietzsche, Kant oder Arends tragen.

Auch ein wenig abgehoben, er hat aber im Gegensatz zu den vier Frauen einen Führerschein und so meldet er sich, als die beschließen, den September einmal nicht der Weinlese, den Patienten oder der Gärtnerei zu widmen, sondern sich einen Chauffeur für eine Abenteuerreise zu mieten und fährt mit den Frauen los.

Dodos Hund Zwiebel wird Pennys Sohn Bert übergeben. Sie fahren von Trier nach Schengen und stranden dann in der ersten Weltkrieg- Gedenkstätte in Hartmannswillerkopf wo wir vor zwei Jahren waren.

Das Auto, ausgerechnet ein Fiat Ulysse, hat eine Panne und so erzählen sich die vier Frauen und ihrem Chauffeur ihre Liebesgeschichten.

Beatrice hatte, bevor sie nach Steinbronn übersiedelte, ein jahrelanges Verhältnis mit einem verheirateten italienischen Banker. Dodos Vater ist einen Tag nach ihrerm Geburtstag verstorben, so daß die Mutter einen Kater mit dem Namen Erwin kaufte, wie der Vater hieß und und Laura die schöne, die für eine Tanzausbildung trainiert wurde, gesteht den Freundinnen, sie hat nie geliebt, nachdem sie mit ihrem Fahrlehrer, sie war offenbar die einzige der vier, die den Versuch einer Führerscheinausbildung machte, in einem Hotelzimmer gestrandet ist, dann flog sie durch die Prüfung, trat nie wieder an und kam auch nach Steinbronn.

Inzwischen fahren die fünf mit einem Bus, der, der eine Schulgruppe zur Gedenkstättte brachte in ein Hotel, am nächsten Morgen kommt der Pannendient. Dazwischen folgt noch Pennys Geschichte von ihrem verlorenen Odysseus und einer Polenreise, die schuld daran hat, daß sie jetzt sehr zum Leidwesen ihrer Schwiergermutter an der VHS einen Polnischkurs belegt.

Der Pannendienst reapariert das Auto.

“Wohin wollen wir fahren?”, fragt Bendix.

“Ans Meer?”, antworten die vier und das Buch endet in Steinbronn, wo Bert den Hund Zwiebel versorgt und die Schwiegermutter bei einem ihrer Saisonarbeiter, den verschollenen Sohn zu erkennen glaubt.

Werden die Frauen zurückkommen, lautet die Abschlußfrage und meine Antwort ist, daß ich auf Dagmar Leupold neugierig wurde und mir das Buch trotz, der etwas künstlichen Altmodischkeit bis jetzt am besten gefallen hat, denn es hat trotz Odysseus, Penelope, Kant und Hegel auch einige sehr moderne Elemente und die gefallen mir ja immer sehr.

Ein langes Jahr

Weiter geht es mit Buch drei des Longlistenlesen und mit Eva Schmidt und “Jung und Jung”.

Die 1952 in Lustenau geborene Autorin habe ich mit ihrem im Frühjahr erschienen Episodenroman “Ein langes Jahr” auch schon in der “Alten Schmiede” gehört, so daß ich, als sie das Buch im Juli bei den O-Tönen vorstellte, gar nicht hingegangen und stattdessen schon früher nach Harland gefahren bin.

Jetzt steht es auf der Longlist und ich habe es wieder PDF gelesen, was gar nicht so leicht war, denn in den achtunddreißig Episoden wimmelt es von Personen, die manchmal in der Ich-, manchmal in der Namesperspektive erzählen.

Es geht um ein Jahr, obwohl mir die Episoden eigentlich auch nicht sehr chronologisch erschienen und, um eine kleine Stadt an einem See, Bregenz vielleicht oder ziemlich sicher, genannt wird es nicht und wieder interessant, schon der zweite von den drei LL-Romanen, die ich bisher gelesen habe, der mit Vorarberg zu tun hat, was sicher Zufall, aber interessant ist.

Es gibt ein Hochhaus und einige Reihenhäuser und Hunde spielen eine große Rolle und wieder interessant, daß ich jetzt auch nicht viel mehr oder anderes schreiben werde, als schon in meinem Lesungsbericht stand, denn eine wirkliche Handlung gibt es nicht, die Episoden werden, zugegeben in einer wahrscheinlich schöneren Sprache, als ich sie habe, aneinandergereiht und es wird von dem Leben und den Nöten der kleineren oder auch größeren Leute erzählt.

Ich glaube, ich habe das auch einmal so gemacht, aber dann damit aufgehört, als man mir sagte, da passiert ja nichts und ein Roman muß einen Plot und eine Handlung haben. Tröstlich, daß man damit trotzdem auf die Longlist kommen kann und es ist auch ein Stil, der mir eigentlich sehr liegt.

Die Episoden also und, wie soll ich das nacherzählen und versuchen, das Ganze in eine Handlung zu fassen?

Um Hunde geht es also, um einen mexikanischen, der schon längst eingeschläftert wurde, der hat einem Tom gehört und dann gibt es einen Benjamin, der gerne einen haben will, seine Mutter erlaubt es aber nicht. Der hat einen Freund aus reichen Haus, der will ihm einen kaufen und bei sich wohnen lassen. Ben kann ja dann mit ihm spazieren gehen, aber der ist zu stolz dazu. So ist es eine gute Fügung, daß der alte Herr Augustini, dem ein Hemingway genannter oder davon abgekürzter Hund, zugelaufen ist, ins Altersheim muß und ihn nicht mehr so gut versorgen kann. So kann er aushelfen und mit ihm spazieren gehen und eine Malerin namens Karin, die einen Hund besitzt, gibt es auch.

Die ist sehr krank, das wird nicht näher ausgeführt, sie erhängt sich aber, besorgt sich vorher eine Leiter, borgt sich vom Nachbarn eine Bohrmaschine aus, die Freundin Johanna, eine Krankenschwester, soll dann für den Hund und das Begräbnis sorgen.

Bens Mutter geht zuerst eine Beziehung mit Joachims Vater, der Direktor ist, ein, das passt dann aber nicht, so zieht sie zu dem Typen im fünften Stock und Ben hat seine Freunin Ayshe bei einem Radunfall auch verloren.

Ein paar Sandler gibt es noch oder einen, einen Dealer und einen Mann, der einen Brief an einen nie gekannten Sohn schreibt und gegenseitige Beobachtungen vom Hochhaus hinunter in die Reihenhäuser und wieder hinauf, gibt es auch.

Verwirrend, ja ein bißchen schon, aber so ist das Leben, das ja auch in Episoden verläuft und meistens nicht so viel Spekuläres passiert, aber eigentlich und genau genommen ist das, was da geschildert wurde, ohnehin schon spekulär genug, nur nicht so konstruiert, wie es der Herr Platzgumer macht.

Totzdem hat das Buch wahrscheinlich gute Chancen, wurde es, wie ich zu bemerken glaube, doch im Vorfeld sehr gelobt und Eva Schmidt ist wahrscheinlich eine sehr gründliche Schriftstellerin, die jetzt länger nichts geschrieben hat, vorher aber schon beim alten “Residenz-Verlag” verlegte, so daß ich sehr gespannt bin, wie es dem Buch auf der Longlist gehen wird und, ob es auch auf die österreichische LL kommt, es ist jedenfalls, wie ich auch irgendwo gelesen habe, ein sehr interesssantes Experiment.

Am Rand

Daß Hans Platzgumers im Frühjahr erschienener Roman auf die LL kommen könnte, war irgendwie zu  erwarten oder ich hätte es mir für die österreichische gedacht.

Ich habe bei der Lesung in der “Alten Schmiede” mit Buch oder Autor  ja meine Schiwerigkeiten gehabt, weil mir das da so selbstbewußt präsentierte, zu konstruiert erschien.

Jetzt habe ich das Buch  des 1969 in Innnsbruck geborenen und in  Bregenz lebenden Musikers, zuerst auf dem Berg und dann am Laptop in Harland und Wien gelesen und mein Eindruck verdichtete sich.

Ein sehr gut konstruierter Text, muß ich schreiben, so einer, wie der  wahrscheinlich, mit dem Kathrin Passing, den Bachmannpreis gewann und eigentlich könnte ich zufrieden  sein, denn es gibt einen  Plot und zu verstehen ist es auch.

Ein Leben wird erzählt, in dem dann aber alles wieder viel zu erhöht und unwahrscheinlich ist, eben die konstruierten Metaphern vom Leben und Sterben und den Umgang mit  dem Tod des Gerold Ebners aus der Südtirolersiedlung, des mittelmäßigen Schriftstellers oder Getränkeliferanten.

Sehr gekonnt, am Reißbrett konstruiert, Hans Platzgumer hat ja sehr selbstbewußt in der “Alten Schmiede” davon erzählt, wie er zum Schreiben gekommen ist und das, diese Künstlichkeit, ist es, was mir, wieder nicht gefällt.

Eine Parodie auf den Literatur bzw. Kunstbetrieb ist es auch. Eine sehr Scharfsichtige und man muß auch sagen, daß wahrscheinlich vieles in dem Buch stimmt, denn das Leben ist nun einmal sehr grausam und hat sich in den Neunzigerjahren in der Bregenzer? Südtirolersiedlung, das habe ich nicht ganz herausgekommen, so abgespielt und den Lesern, die ja das Überhöhte wollen, wird es wahrscheinlich gefallen.

Also ein Kanditat für die Shortlist? Oder wird es ihnen zukitschig erscheinen?

Ich weiß es nicht, in einem Monat werden wir es wissen und ich habe, ich wiederhole es, ein sehr spannendes Buch von einem brillanten Geist und gekonnten Schreiber gelesen, das mir zu kontruiert erschien und mir deshalb eher mißfallen hat.

Da geht einer also auf den Berg, der Gerold Ebner aus der Südtriolersiedlung. Sehr pedant und sorgfältig tut er das, kocht sich vorher Frühstück, läßt das Nachtlicht, der kleinen Sarah brennen.

Steigt auf den Bocksberg, setzt sich an den Rand und schreibt sein Leben auf. Bis am Abend hat er Zeit dazu, um endlich etwas fertig zu bringen und dann geht es hinein in das Aufwachsen der Siebzigerjahre, sehr überhöht und konstruiert.

Die Mutter Maria zuerst Hure, dann Altenpflegerin und für den kleinen Sohn vielleicht zu wenig Zeit. Aber, nein, sie wird eigentlich als sehr fürsorglich beschrieben.  Der erste Verstorbene in seinem Leben ist der Herr Gufler, der hat ein Jahr tot in seinem Fernsehsessel gesessen und die Mutter, die ihn  findet, schickt den Kleinen besorgt weg.

Sein Freund Peter will den Fernsehsessel  im Keller vermieten und kommt später auf einer Bausstelle elendiglich um.

Sehr genau und präzis wird auch das beschrieben. Zuerst kommen aber die Mutproben der Freunde in der Südtirolersiedlung, wo die Türken und die Gastarbeiter wohnen und man ein bißchen geächtet ist.

Ein Hansi Platzgumer, der später mitseiner Gitarre nach Amerika auswandert, kommt, o Ironie des Autors, auch vor. Gerold will einen Roman über ihn schreiben, scheitert aber daran.

So wird er Bau- und Gelegenheitsarbeiter und zieht zu seiner Freundin Elena in den Keller, als der gehaßte Großvater plötzlich auftaucht, der Monarch, wie er sich nennen läßt und zu seiner Tochter Maria zieht.

Warum die Beiden ihn so hassen ist mir nicht ganz klar geworden. Hat der Vater seine Tochter mißbraucht? Dem Enkel hat er jedenfalls nichts getan, außer ihn, um Bier zu schicken und beim Sprechen gelegentlich angespukt, trotzdem ist er der Erste, den er der Mutter zuliebe, die ihn widespruchslos pflegt, in den Tod befördert, also mit seinen Händen erdrosselt.

Denn mit seinem anderen Freund Guido, hat er Jahrelang vergeblich Karate trainiert, denn er bringt es nur zum braunen, Guido zum schwarzen Gürtel, bis der dann versehentlich eine Säure aus einer Römerquellenflasche trinkt. Der zweite Fall für Gernots Sterbehelfe und da würde ich auch aussetzen, wenn mir das brillant geschriebene Buch nicht so konstruiert erscheinen würde, denn Sterbehilfe mag ich nicht!

Es kommt aber noch ärger, richtig unglaubwürdig wird es dann, als er mit seiner Freundin Elena in einem französischen Automatenhotel ein Kind findet. Elena kann keine Kinder bekommen. Sie nehmen das Kind mit, nennen es Sarah  und wissen dann nicht, was sie damit fangen sollen?

Einen falschen Paß besorgen und über die Grenze nach Südamerika schmuggeln?

Dazu fehlt ihnen das Geld, denn auch Elena ist Gelegentheitsarbeiterin, spich Ghostwriterin und Lektorin, nach abgeschlossenen Germanistikstudium, man sieht Hans Platzgumer hat es wirklich in sich. Also gehen sie mit der quengelnden Kleinen im Tragesitz auch auf einen Berg, verirren sich und Elena stürzt mit dem Kind in die Tiefe.

Er klettert hinunter, verscharrt die Leichen, geht dann einen Monat in den Krankenstand, hört sich noch einige Geschichten seiner Kunden an, bevor er kündigt, seinen Rucksack nimmt, auf den Bocksberg steigt und dem geneigten Leser, der die Aufzeichnungen findet, sein Leben erzählt…

Mein Vater war ein Mann am Land und im Wasser ein Walfisch

Vola, jetzt kommt das erste Longlistenbuch des sehr überraschenden dBp 2016, ein Buch einer mir bisher unbekannten Autorin und eines genauso unbekannten Schweizer Verlages, mit schon einmal einem sehr spannenden Titel, der neugierig macht und so war ich sehr froh, daß mir der Verlag das E-Book zur Verfügung stellte.

Auch das Cover ist sehr ungewöhnlich, sieht man da ja eine stilisierte Figur mit einem Käppchen am Kopf, einer Flasche in der einen, einen Koffer in der anderen Hand und dann war ich erstmal eine Weile ratlos, denn die 1990 in Lenzburg geborene Michelle Steinbeck, die am Schweizer Literaturinstitut in Biel studierte, scheint eine sehr experimentelle Autorin zu sein oder sagen wir lieber eine Sprachkünstlerin wie Herta Müller oder Andrea Winkler und der sehr kurze Debutroman besteht aus zehn Kapitel, die Titel ” wie “Das Kind”, “Die Alte”, “Der helle Mann”, “Die  rote Stadt” haben, geht  gleich hinein in das Geschehen und die Autorin, die von einer “Ich-Erzählerin” ausgeht, macht es der Leserin, die gerne alles ganz genau und realistisch haben will, nicht ganz leicht.

Also wieder ein Buch für Tobias Nazemis Literaturdebatte, wie anspruchsvolle Literatur zu sein hat. Ob es da primärum die Handlung oder die schöne Sprache geht?

Michelle Steinbeck entscheidet sich eindeutig für das Zweite und so erzählt sie von einem Kind, das bei der Ich-Erzählerin namens Loribeth auftaucht, das sie stört und von ihr offenbar nicht gewollt wird, so tut sie es in einen Koffer und reist mit ihm durch das ganze Buch, wo ich nicht sicher bin, ob Roman, die richtige Bezeichnung dafür ist, lyrische Episoden würden vielleicht besser passen.

Was mir ein bißchen dabei aufstieß, ist der offensichtliche Kinderhaß der jungen Frau, aber man kann und soll wahrscheinlich, das Ganze natürlich tiefenpsychologisch deuten und da die Leserin zufälligerweise auch noch Psychologin und  als solche allerdings Verhaltensterapeutin ist, tue ich mir damit nicht allzu schwer.

Loribeth geht also zu einer Wahrsagerin, das ist die “Alte” und dann macht sie sich mit dem Kind im Koffer auf die Suche nach dem verlorenen Vater.

Einen Fridolin Seifert triff sie auch dabei und in ein Schiff oder in ein Haus am Meer muß sie auch hinuntersteigen.

Es ist nicht leicht den Inhalt dieser poetischen Geschichte widerzugeben.

Der Klappentext beziehungsweise, die Buchbeschreibung hilft da ein wenig weiter und verrät, was man beim Lesen übersehen könnte.

“Loribeth ist auf der Flucht. In ihren Koffer ein erschlagenes Kind. Eine Wahrsagerin hilft ihr weiter: Sie muß den Koffer samt Kind zu ihren verschollenen Vater bringen, um erwachsen zu werden. Auf ihrer phantastischen Reise überquert sie Städte, Wüsten und Meere und verliebt sich in alle Wesen, die ihr etwas Eßbares anbieten. Doch unerwartete Begegnungen, Katstrophen und eine erschreckend lebendige Kofferleiche zwingen sie stets weiterzuziehen, bis der Koffer seinen Bestimmungsort findet und Loribeths Blick sich verändert: Das Magische geht ins Reale über. Das langersehnte Leben im Kreis der auserwählten Freunde ist öd, nichts passiert. Um ein wenig Magie zurückzuholen wird gefeiert. Doch Loribeth kann nicht aufhören zu fragen: soll das nun alles sein”

Mir war es, wie schon angedeutet, zu wenig real, weil mir die schöne Sprache vieleicht zu wenig ist und ich mit dem Magischen wahrscheinlich auch nicht allzuviel anfange.

Trotzdem habe ich einen interessanten Verlag und eine interessante Autorin kennengelernt und weiß jetzt vielleicht ein wenig besser, was in den Schweizer Literaturinstituten passiert und welche interessante literarische Stimmenn, die Schweizer Literatur zu bieten hat und bin auch gespannt bei den inoffiziellen und offiziellen Bloggern, sowie den anderen Literaturkritikern zu lesen, was sie zu den Buch sagen und, wie es ihm bei der Preisvergabe gehen wird?

In der österreichischen Jungautorenszene kenne ich mich ja ein wenig aus, weiß, daß es da auch einige magische Stimmen gibt, die ich beispielsweise erst letzte Woche bei den Ö-Tönen hörte, bei den Schweizern bin ich ein wenig unbedarfter.

Also habe ich der Jury für die spannende Auswahl zu danken und hoffe doch ein bißchen, daß es auch realistischer wird, denn ich bin ja ein Handlungstyp, an den gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemen interessiert und nur die tiefenpsychologischen Entwicklungsstufen des Erwachsenwerdens sind mir  zu wenig und die Psychologin hängt vielleicht doch noch ein bißchen daran, wie man Kinder nicht mögen kann, daß man sie töten muß und in einen Koffer sperrt, obwohl sie schon weiß, daß es ein bißchen anders zu verstehen ist und Michelle Steinbeck eigentlich sehr mutig ist, das so offen zu verbalisieren.

Mit dem E-Bookreader ins Höllengebirge

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Ende August findet traditionellerweise die zweite Sladky-Wanderung statt, die diesmal ins Höllengebirge vom Hochleckenhaus zur Riederhütte und zum Feuerkogel etcetera führen sollte.

Da wir im Vorjahr durch das tote Gebirge, wo ich mit Gertraud Klemms “Aberland” gewandert bin, hatte der Alfred schon Sorge, daß der Weg für uns zu lang und zu schwer sein könnte.

Ich gehe ja sehr langsam und brauche inzwischen viel länger, als die angegebenen Zeiten und die jungen Leute rasen sowieso immer an uns vorbei.

Hans und Peter Sladky beruhigten ihn, der Hüttenwirt hätte nur fünf Stunden für den Weg gebraucht. Es haben sich diesmal aber nur sehr wenige Leute angemeldet, sowenig wie noch nie und der Otto, auf dem ich mich sehr gefreut habe, weil ich mit ihm die “Longlist des dBp” ja durchdiskutieren hätte können, ist zwar am Freitag Nachmitrtag aufgebrochen, hat dann aber auf halbem Weg umgedreht und dem Alfred telefonisch mitgeteilt “Es wäre nicht sein T’ag!”

Nun ja, es war sehr heiß.

“Ideales Wanderwetter!”, nannten sie es im Radio, aber für einen Aufstieg vom Taferlklaussee zum  Hochleckenaus wahrscheinlich zu heiß. Ich habe viel länger, als angegeben gebraucht und der Rucksackriemen ist mir vor den Kletterstellen auch noch abgerißen.

Der Alfred hat ihn mir dann zwar wieder angeknotet und im Rucksack hatte ich diesmal kein Buch, sondern den E-Book Reader, den ich vom Alfred einmal zu Weihnachten bekommen habe und nur ganz selten, für die Rezensionsexemplare, die ich auf diesen Weg zugeschickt bekomme, verwende und diesmal haben mir die österreichischen Mittelverlage “Zsolnay” und  “Jung und Jung”, sowie  der Schweizer “Lenos” ihre Bücher als PDF bezeihungsweise E-Books zugesandt und Hans Platzgumers “Am Rand” das ja auf einem Berggipfel, nämlich dem “Bocksberg” spielt, ist ja dafür ganz passend.

Aber zuerst einmal in der Hitze aufgestiegen, die Sonne hat so stark geblendet, daß ich sie zuerst fürAlfred Blitzlicht gehalten habe und spät angekommen.

Gegessen, getratscht, mit den traditionellen Zirben angestoßenund dann den Reader herausgenommen, wo mich ja schon derAlfred im Vorjahr warnte, ein PDF darauf zu überspielen, weil das schwer zu lesen ist.

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Die richtigen E-Books sind da besser, so habe ich, obwohl nicht so ganz passend mit Michelle Steinbecks “Mein Vater war im Wasser ein Mann und im Wasser ein Walfisch mitgenommen”, was zwar kurz und gut zu lesen, aber weil sehr kunstvoll und experimentell schwer zu verstehen war, vor allem, wenn man an einem Tisch mit einigen anderen sitzt, die sich bei Wein, Bier und Zirben und das auch noch teilweise auf Englisch, unterhalten.

Trotzdem war ich bald durch, also doch zum Platzgumer gegriffen, das leichter zu verstehen war, weil ich den Anfang ja auch schon in der “Alten Schmiede” hörte, aber da war das Format ein Hund und ich brauchte lange zu begreifen, wie ich mir die zweite Seite herbeiziehen muß, um nicht nur die Hälfte zu lesen und am Samstag sind wir dann zur Riederhütte aufgebrochen.

Fünf Stunden stand am Wegweiser. Ich habe den ganzen Tag gebraucht, es war sehr heiß, nicht ganz leicht zu gehen, aber landschaftlich sehr schön, ich habe es dem Herrn Sladky gegenüber einen “Mordhatscher” genannt, der mir natürlich wiedersprochen hat.

Ein paar SPÖ-Politiker haben wir unterwegs auch getroffen und der Gunther hat uns mit seinem Hund Felix, weil wir  so lange brauchten, abgeholt und mir auch meinen Rucksack zur Hütte getragen, die nicht und nicht gekommen ist, obwohl sie laut Zeitangabe schon längst da sein mußte, aber noch eine Wendung und noch einen Berg hinauf oder hinunter, so daß ich schon fast an ein Phantom glaubte, weil die, die uns begegneten und “Drei Stunden noch!”, sagten, das eine Stunde später auch so meinten.

Heute dann “nur” zwei Stunden zur Bergstation “Feuerkogel”, die anderen sind auf den Berg gegangen, dort in einem schönen Gasthaus mit sehr freundlichen Kellnerinnen Rast gemacht und dann mit der Seilbahn hinuntergefahren, Mittag gegessen und jetzt ist es Zeit den Platzgumer im Tal in aller Ruhe zu lesen und meine Idee mit den “Longlistenbüchern”  in Print, als auch in E-Bookausgaben auf den Berg zu gehen, isT, wie man sehen kann, gar nicht so originell und einzigartig.

Befindet sich der offizielle Bücherblogger Herbert von “Herbert liest”, ja gerade auch mit Rainer Kaiser Mühlecker  “Fremde Seele dunkler Wald”, das heute auch in Ö1 besprochen wurde und Peter Stamms “Weit über das Land” auch in den Tiroler Bergen.

Vom (Longlisten)lesen und vom Schreiben

Ja, also zwei große Projekte, die mich in diesen Herbst begleiten, so daß es mir eigentlich gut geht und ich sehr beschätigt bin.

Den Roman “Claire-Klara-Clarisse”, den ich mir sozusagen aus Kroatien mitgebracht habe, habe ich begonnen und inzwischen zehntausendneunhundertneunundzwanzig Worte, sechs Szenen, bzw. einundzwanzig Seiten und es geht eigentlich sehr gut damit.

Meine Kritiker werden zwar vielleicht wieder sagen, daß das unverständliches Zeug ist, beziehungsweise, ChickLit, ein Liebesroman, etwas Narratives und überhaupt nichts, was sie interessiert, können das aber wahrscheinlich gar nicht, weil sie es ja nicht gelesen haben und ich weiß, das Genre gar nicht so genau und überhaupt nicht, ob ich solches schreibe.

Ich schreibe keine ChickLits sondern Literatur, also werden sie die Liebesgeschichte von dem Buchpreismitlgied Klara Winter, das aus Frankfurt übersützt aufbricht und mit ihrem VW-Bus nach Trogir fährt, weil ihr Freund Edy, sie mit ihrer Freundin Kathrin betrogen hat, beziehungsweise ihr beim Sommerest der FAZ in ein Hotelzimmer folgte, vielleicht für kitschig halten.

In der Nacht träumt Klara von einem Zauberer, der die kleine Klara mit einem Luftballon entführt und zu einer anderen Mutter bringt, sie lernt im Cafe Monaco den Exilrussen Sergej kennen, fährt mit ihm nach Split, wo sie seine Lieblingscousine Clarisse, die Kuratorin des Filmfestivals von Split ist, treffen und die hat ein schweres Leben, ist Bulimikerin, weil sich ihre Eltern, als sie sehr klein war und ihre Schwester verlor, scheiden ließen und sie fortan bei ihrer Großmutter Claire, die sowohl in Ragusa als auch in Nizza lebte, aufwuchs.

Die Szene bis zum dalmatinischen Abend am Campingplatz habe ich schon geschrieben. Vorher hat Klara Sergej im Cafe Monaco kennengelernt, der auch bei dem Abend am Camp ein Saxophon-Solo gab. Jetzt wird sie alleine nach Split fahren, dort aber sowohl Clarisse, als auch Sergej treffen und die letzte Szene muß ich noch korrigieren und dann das Ganze wieder vornehmen, durchlesen und weiterplotten.

So bald wird das nicht passieren, das heißt, es wird wieder eine Unterbrechung geben, denn am Freitag gehen wir ja mit dem Alfred und seiner Wandergruppe in das Höllengebiergte und da werde ich mir wahrscheinlich diesmal meinen E-Bookreader mitnemen und mit Hans Platzgumers “Am Rand”, sehr passend, mit dem heurigen Longlistenlesen beginnen.

denn richtig, am Dienstag wurde ja die Longlist bekanntgegeben, die diesmal eine sehr sehr überraschende war. Denn ich habe mir ja schon ein paar Wochen vorher Gedanken darüber gemacht, was auf dieser Liste stehen könnte und bin auf etwas ganz ganz anderes gekommen, als das was die Jury dann auswählte, kein Glavinic, kein Gstrein, kein Köhlmeier auch keine Sabine Gruber, kein Tilmann Ramstedt, keine Julie Zeh und auch nichts oder nur wenig, was mit der aktuellen Flüchtlingssituation zu tun haben könnte.

Nun gut, die Jury ist immer für eine Überraschung gut, ich habe am Dienstag dann, wo ich eine Diagnostik und auch relativ viele Stunden hatte, die Verlage, um die Bücher angeschrieben und interessant, daß diesmal sehr viele E-Books beziehungweise PDFs zu mir gekommen sind.

Das heißt “Jung und Jung”, “Zsolnay” und auch der mir bisher unbekannte “Lenos Verlag” haben mir solche teilweise mit der Begründung, daß die Rezensionsexemplare schon alle weg sind, geschickt.

Als ich vor drei Jahren “Jung und Jung”, wegen der Nellja Veremej anfragte, ist mir das auch so passiert und “Droschl” hat mir im Vorjahr die Monique Schwitters auch als PDF geschickt.

Das heißt vier Bücher werde ich dann auf meinen E-Book Reader haben und mit dem Lesen beginnen können, sobald ich mit dem SexChickLit, das mir “Literaturtest” schickte “Die Kunst Elch Urin frisch zu halten” fertig bin das wahrscheinlich eine etwas “unwürdige Lektüre” ist, aber spannend, wenn auch etwas aufgesetzt und dann gar nicht so leicht zu lesen.

“Matthes und Seitz” hat mir das neue Buch der Anna Weidenholzer, die nicht mehr bei “Residzenz” verlegt, auch versprochen, den Bodo Kirchoff soll ich bekommen und “Rowohlt” wird mir auch seine zwei Listenbücher schicken. Das wären dann acht und weil inzwischen auch noch ein anderer, wahrscheinlich weiblicherer ChickLit vom “Literaturtest” zu mir gekommen ist, werde ich sehr viel zu lesen haben und wahrscheinlich noch nicht damit fertig sein, wenn dann in eineinhalb Wochen die österreichische buchpreisliste veröffentlich wird.

Und auf die bin ich jetzt sehr gespannt und starte also in einen heißen Leseherbst, der von einem heißen Sommerschreiben bebgleitet sein wird. Dazwischen gibts dann die Lesung auf dem “Volksstimmefest” aus den “Berührungen” und die Anthologie vom letzen Jahr, die schon erschienen ist, sollte auch bald zu mir kommen.

Die Veranstaltungen fangen dann im September auch wieder an und ich starte heute nach den O-Tönen in mein letztes Sommerfrischenwochenende, das ich ja auf dem Berg verbringen werde.

Dann gehts am Montag schon wieder zurück nach Wien, der Alfred startet mit dem Karli auf Urlaub nach Russland und nach Japan.Ich bleibe zurück und werde schreiben, lesen, den Altweibersommer genießen und gespannt sein, wie ungewöhnlich, die österreichische Longlist werden wird?

Aber es gibt ja viel mehr als zwanzig gute Bücher pro Jahr, das habe ich auch schon geschrieben und das hat sich offenbar auch zu den Juroren herumgesprochen und so werde ich heuer sehr viel Überraschendes, Würdiges und vielleicht auch Unwürdiges lesen und die Vicki Baum bleibt leider vorerst liegen, aber vielleicht geht es sich im November nach der “Buch-Wien” und nach der österreichischen Buchpreisvergabe aus.