Die Erziehung des Mannes

Ein Mann mit fünfundsechzig blickt zurück auf seine Leben, das kann doch nicht alles gewesen sein und das, ich bin noch nicht so weit, ist vorüber, jetzt sind die Kinder erwachsen, die ersten Beziehungen geschieden, die Jugendliebe wieder da, da Leben ist gelungen und das Todesdatum wird immer weiter hinausgeschoben.

Michael Kumpfmüllers “Die Erziehung des Mannes”, Buch vierzehn auf meiner Longleseliste, das ich schon in Leipzig auf dem blauen Sofa hörte, ich glaube beinahe zeitgleich mit Peter Stamms “Weit über das Land”, das als Buch achtzehn und vorläufig letztes der dBp-Bücher an die Reihe kommen wird, ist ein leises Buch, das Buch eines stillen Mannes, eines Zauderers und Sensiblen, der am Schluß doch noch alles auf die Reihe bringt oder solches zumindest von sich behauptet und wenn man von Michael Kumpfmüllers Geburtsdatum 1961 ausgeht, der Sohn eines Achtundsechziger, der in Zeiten studierte und sozialisiert wurde, wo es schon die Frauenbewegung gab und die Frauen sich emanzipierten, obwohl die Mutter den despotischen Vater noch fragen mußte, ob sie arbeiten gehen darf?

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im Ersten ist Georg Musikstudent und lebt seit sieben Jahren mit Kathrin zusammen, zu der er, was ich ungewöhnlich finde, keine sexuellen Beziehungen hat, als er Jule oder Julinka in einem Seminar kennenlernt.

Eine Beziehung zu ihr, die Lehramt studiert, entwickelt sich, die von Anfang an, ein wenig schiwerig ist, so betrügt sie ihn mit einem Arzt, will dann Kinder von ihm, vorher hat sie schon einmal abgetrieben und als Georg sie mit Sonja, einer Cellistin betrügt, wirft sie ihn hinaus. Da gibt es schon Kinder, die altkluge oder ebenso sensible Greta und, die um ein paar Jahre jüngeren Zwillinge.

Im zweiten Teil geht es zurück ins Elternhaus, zum despotischen Vater, der nie zu Hause ist, die Mutter ständig betrügt, als Abteilungsleiter im Unterrichtsministerium Entscheidungen trifft und obwohl er selbst für den Krieg zu jung war, die Kinder zu Anstand und Sitte erzieht, so muß der Sohn mit ein paar Büchern unterm Arm Mittagessen, und wenn die Kinder der Freunde beim Essen schmatzen, bekommen sie die Ohrfeigen, die Mutter steht daneben und kann sich nicht wehren. Die Schwester Ruth rebelliert und hat in der Pubertät grüne und blaue Haare, Georg ist der brave, entscheidet sich dann aber doch gegen des Vaters Willen in Freiburg Musik und nicht Jus zu studieren.

Im Teil drei lebt er mit Sonja, der die musikalische Karriere gelungen ist und die die meiste Zeit des Jahres auf Konzertreisen ist, es gibt den Rosenkrieg mit Jule, die die Kinder gegen den Vater ausspielt.

Die verbringen die Zeit abwechselnd bei beiden Eltern und werden dadurch überfordert, Greta fängt zu lügen und zu stehlen an, die Zwillinge gehen nicht mehr in die Schule, es muß etwas geändert werden. Jule hat Georg schon früher zu einer befreundeten Paartherapeutin geschleppt, mit der sie ihm dann gemeinsam sagt, was für ein Schuft er ist.

Sonja hält die Überforderung durch die Kinder nicht aus, das eigene hat sie verloren, verläßt ihn später und er bleibt zurück.

Die Kinder werden erwachsen, Greta studiert Mathematik und wird Lehrerin werden, Lotte wird Schauspielerin und bekommt ein Kind, Felix hört zu schreiben auf und Georg trifft nach einer Krise Therese wieder, mit der noch vor dem Abitur, die erste Beziehung hatte.

Jetzt zieht er mit ihr zusammen, der Kreis schließt sich und die männliche Sozilisation in Zeiten der Krisen und der Frauenbewegung ist abeschlossen.

In diesem Fall glücklich und erfüllt und Georg, seine Symphonien und Konzerte werden auch aufgeführt, hat sein Ziel erreicht.

In vielen anderen Fällen wird es anders sein und Michael Kumpfmüller, der, glaube ich, mit Eva Menasse zusammen ist oder war, ist ja noch zehn Jahre jünger, als sein Held,  hat ein leises Buch geschrieben, das viel über die Mittelschichtmänner, die Softies, die vielleicht von Nazivätern aufgezogen wurden und im Laufe ihres Leben ihre Träume und Iedalen verloren oder aber wiederfanden, beziehungsweise immer hatten, erzählt.

Unterschiedlich ist die Rezeption natürlich, Tobias Nazemi fühlt sich darin angesprochen, die Frauen haben dagegen  mehr Schwierigkeiten und sehen es anders und mir hat es eigentlich gefallen, obwohl ich am Anfang auch dachte, da passiert ja nichts und der gute Georg ist ein ziemlicher Zauderer.

Also ein interessantes Buch, das den Männern und den Frauen vor und nach der Midlifekrise sehr zu empfehlen ist.

Von Michael Kumpfmüller habe ich übrigens schon “Nachricht an alle” gelesen, das mir glaube ich, nicht so gefallen hat.

Peter Henisch versus Evelyn Grill

Heute hat ja Peter Henisch in der “Alten Schmiede” seinen neuen Roman “Suchbild mit Katze”, der auch auf der österreichischen Longlist steht, vorgestellt und da das Buch nicht zu mir zu kommen scheint, wollte ich auch zu der Präsentation gehen, aber Evelyn Grill stellte zeitgleich in der “Gesellschaft für Literatur” ihren neuen Liebesroman vor und Evelyn Grill interessiert mich, ich habe von ihr schon einige Bücher gelesen, vielleicht nicht ganz so sehr wie Peter Henisch, von dem würde ich mich ja fast als Fan bezeichnen und ich wäre wahrscheinlich auch in die “Alte Schmiede” gegangen, wenn ich nicht auch vorigen Woche beim “Büchertausch” in der “Gesellschaft” gewesen wäre und da hat ja Jochen Jung den “Deuticke-Roman” (ich schreibe es wieder mit Anführungszeichen) präsentiert, so daß ich da ein Stückchen hören könnte und ein weiteres Stückchen, ich weiß jetzt nicht einmal, ob dasselbe oder ein anderes, ist ja auch in dem österreichischen Leseprobenbüchlein und das liegt ja inzwischen im Literaturhaus auf und am Freitag im “Odeon” ist es auch gelegen.

Also doch in die “Gesellschaft” weil ich ich ja in meinen Blog eine möglichst intensive Bandbreite des österreichischen sprich Wiener Literaturgeschehens wieder geben möchte und zuerst nur ein paar ältere Damen im Publikum.

Die fangen ja immer sehr spät an und wieder habe ich mich geärgert, daß ich nicht mein vierzehntes Longlistenbuch, es ist die “Erziehung des Mannes” und passt eigentlich wunderbar zu Evelyn Grills romantischen Liebesroman, mitgenommen habe, aber leider vergesse ich immer darauf und laße die Bücher im Badezimmer.

Es kam dann auch ein Hund, der ein bißchen kläffte und offenbar Evelyn Grills Enkeltochter gehörte, dann kam Marianne Gruber und leitete das Buch ein, sprach von einem leisen Roman,  einer Liebesgeschichte von zwei nicht mehr ganz so jungen Leuten, Adrian, der Literaturprofessor, der in Prag, die Schriftstellerin und Jusstudentin Vera kennenlernt, ist sechzig, sie scheint etwas jünger zu sein. Beide sind verheiratet und haben Kinder. Veras Mann ist despotisch, Adrians Frau hat Krebs und die beiden beginnen sich zu schreiben und eine romatische Liebe zu beginnen.

“Immer denk ich deinen Namen”, heißt das bei “Haymon” erschienene Buch, der 1943 in Garsten OÖ geborenen Evelyn Grill, die lange schon in Deutschland lebt.

Ihr erster Roman ist im Wiener Frauenverlag erschienen, ich habe ein paar “Suhrkamp Taschenbücher” gelesen, den “Sammler”, habe ich, glaube ich vom “Augustin-Flohmarkt”, die “Schönen Künste” im Schrank gefunden.

“Das Antwerpener Testament” und den “Sohn des Knochenzähler” hat mir “Residenz” geschickt.

“Die fünf Witwen” sind nicht mehr zu mir gekommen und müßte ich noch finden und für mich ist Evelyn Grill eine mit einem etwas boshaften, beinahe Bernhardschen Stil, zumindestens habe ich das in früheren Büchern so empfunden, was mich da auch ein bißchen störte, so daß ich Peter Henisch vielleicht wieder vorreihen würde.

Dieses Buch scheint aber etwas anders und hat mich fast an den Stil von Elisabeth Gürt erinnert, denn diese romantische Liebesgeschichte, scheint, wie man erst später herausfand, in den Fünfziger bis Achtzigerjahren zu spielen, jedenfalls gibt es noch kein Internet und die Beiden schreiben sich Briefe, die Tschechoslowakei kommt vor,  Adrian wurde im Krieg verwundet und von einer russischen Krankenschwester gepflegt, was er nicht kann, wenn er 2016 sechzig ist.

Ziuerst besucht er aber seine Mutter im Altersheim, läßt ihr ein gepunktetes Kleid anziehen, setzt ihr einen Strohhut auf und führt sie in eine Konditorei, dann zeigt sich das Zerwürfnis zwischen ihm und seiner krebskranken Frau, die Liebe ist schon erloschen und Adrian sehnt sich nach Liebe, mit den Kindern scheint es auch Schwierigkeiten zu geben, so schickt er Gedichte an Vera und bekommt von ihr auch welche zurück.

Ich habe Evelyn Grill  gefragt, warum das Buch in der Vergangenheit spielt? Die Antwort war, weil eine romantische Liebe nicht per SMS geschehen kann.

Darüber habe ich dann nachgedacht, denn was passiert, in dem Kumpfmüller-Buch oder in dem Briefroman, den ich am Anfang meines LL-lesen gelesen habe, kommt das ein bißchen vor, wenn sich zwei mit unglücklichen Ehen, heute auf einen Kongreß treffen würden?

Sie würden sich warhscheinlich Mails oder SMS schreiben, sich dann in irgendeinen Hotel treffen und eine Beziehung beginnen und die Romantikist wahrscheinlich weg.

Wie der Roman ausgeht, hat Marianne Gruber nicht verraten, denn man sollte sich das Buch ja kaufen. Es entspannte sich aber eine sehr lange und intensive Diskussion, die dann in die Unterschiede der deutschen und der österreichischen Sprach gipfelte und die Frage klärte, ob die Österreicher jetzt brutaler, als die Deutschen reden?

Sie sind in ihrer Sprache wahrscheinlich indirekter, aber das kommt in dem Buch, glaube ich, gar nicht vor, zumindest könnte ich jetztnicht sagen, ob Adrian ein Deutscher und Vera eine Österreicherin oder umgekehrt ist?

Und ich habe wieder eine Neuererscheinung kennengelernt, die nicht auf der deutschen oder der österreichischen LL steht und jetzt kann man auch noch immer raten, ob Peter Henisch auf die öst Shortlist kommen wird?

Am nächsten Dienstag werden wir es wissen und bis dahin werde ich wahrscheinlich mein erstes öst BpBuch, das gleichzeitig, das fünfzehnte der deutschen Liste ist, gelesen haben.

Von Marlene Streeruwitz-Vorlesung zum Dicht-Fest-Fragment

Mit dem Veranstaltungsdilemma geht es lustig weiter, denn am Wochenende hat mir E.A.Richter ein Mail geschickt und mich zu seiner “Dicht-Fest-Lesung” in der”Alten Schmiede” eingeladen, die hatte ich im Programm zwar dick angestrichen, aber doch geplant ins “Literaturmuseum” zu gehen um mir Marlene Streeruwitz Vorlesung zur österreichischen Literatur mit dem schönen Titel “Frozen” anzuhören.

Ich bin ja kein wirklicher Streeruwitz-Fan und verstehe auch nicht alle ihrer komplizierten Schlußfolgerungen, habe aber, dem “Wortschatz” am Margaretenplatz sei Dank schon einige ihrer Bücher gelesen, war bei einigen ihrer Veranstaltungen, im vorigen Sommer gab es zwei Geburtstagsbücher von ihr und jetzt zu der sehr komplizierten politischen Situation in der wir momentatn Leben, wieder einen “Wahlroman” auf ihrer Seite, wo man jeden Donnerstag ein Kapitel lesen kann.

Sie hat auch ein neues Buch geschrieben, diesmal eines, das nicht auf der LL steht, weder auf der deutschen noch auf der österreichischen, das also fast an mir vorbei gegangen wäre, wenn es nicht gestern in “Ex Libris” vorgestellt worden wäre und bei der “Vorlesung” hat sie auch ein Kapitel daraus gelesen.

Der heutige Tag war bezüglich meiner Praxis sehr intensiv und dann bin ich auch noch aufgestanden und habe gedacht, ich muß jetzt die Lesung für mein literarisches Geburtstagsfest, es ist der dreiundsechzigste, organisieren und die Lesenden einladen.

Lidio Mosca Bustamente hat mich ja schon vor ein paar Wochen in der “Alten Schmiede” deshalb angesprochen und gesagt, daß er gerne lesen will, er fährt allerdings Anfang Oktober zu einer Lesung nach New York, was mich ein wenig berunruhigt hat, daß ich ihn dann während meiner Planungs-und Aussendungsphase nicht erreichen kann.

Ich konnte aber, denn er fliegt erst übermorgen und die Ruth habe ich schon bei der “Poet Night” angefragt, sie kann aber am 11. 11. nicht, denn da hat ihre Enkeltochter in Linz Maturaball und die Hilde Schmölzer, die auch sehr gerne bei mir liest, hat eine “Lesetheaterprobe”.

Also blieben noch Doris Kloimstein, die schon sehr lange nicht mehr bei mir gelesen hat, Gloria G.und der liebe Rudi übrig und den habe ich am Abend dann auch in der “Alten Schmiede” gesehen, aber langsam und schön der Reihe nach, damit meine Kritiker nicht wieder mahnen, ich würde nur “unverständliches Zeug” bloggen.

Die 1950 in Baden geborene Marlene Streeruwitz ist aber auch sehr kompliziert und nicht besonders leicht zu verstehen und sie erwähnte in ihre Einleitung auch, sie würde mit dem Alter immer radikaler werden.

Ihr Vortrag bezog sich dann auf die katholische Kirche und ihre stregen Riten, sowie auf den Eventcharakter, den beispielsweise die Disney Filme haben und einer heißt “Frozen” und bezieht sich auf Andersen “Eiskönigin” und Marlene Streeruwitz bezog das auf das österreichische Klima, das ja auch schon sehr durchfroren ist.

Das politische ist es allenthalben, beim literarischen weiß ich nicht so recht, Marlene Streeruwitz forderte jedenfalls einen demokratischen Roman und das finde ich ein wenig schwierig, diese Kriterien bei der momentanten Gegenwartsliterautur zu überpüfen.

Der Vortrag war jedenfalls sehr interessant, dann gab es noch eine längere Diskussion, wo diesmal jeder Fragen stellen konnte und dann ein Kapitel aus dem neuen Roman “Yseut”, den ich auch sehr interessant finde und gerne lesen würde, wenn ich nicht schon eine so elendlange Leseliste haben würde. Aber vielleicht kommt er einmal zu mir.

Yseut heißt jedenfalls Isolde und die Heldin wurde von ihrem Vater so genannt, die Mutter hätte ja lieber eine kleine Eleonore gehabt und die kleine Yseut scheint auch eine sehr selbstbewußte Person zu sein, die einen interessanten Vater hat, der ihr ein rotgoldenes Buch zu lesen gibt und der Roman spielt, habe ich gestern in “Ex Libris” gerade noch gehört, bevor wir bei der Sophienalpe aus dem Auto ausstiegen, um zur Mostalm zu wandern, in einer Zukunft, wo es kein Geld mehr gibt und alle überwacht werden.

Yseut reist aber trotzdem nach Italien, allerdings nicht in dem vorgelesenen Kapitel und, als die Veranstaltung aus war, hatte ich schon beschlossen, zum “Dicht Fest” in die “Alte Schmiede” ein Glas Wein trinken zu gehen, denn das gibt es ja dort nach dieser Veranstaltung und wer sich jetzt darüber aufregt, dem weise ich darauf hin, daß ich bei der letzten “Dicht -Fest -Veranstaltung”, Anfang des Jahres nur am Anfang, sozusagen zum Aufwärmen war, weil ich mich nachher mit dem Alfred, der Anna und dem Anna in einem Restaurant getroffen habe und das Glas Wein versäumte.

Das holte ich also hiermit nach und Konstantin Kaiser, der mich auch schon vor längerer Zeit zu dieser Veranstaltung eingeladen hat, habe ich auch noch gehört, einen Teil seiner Kindheitserinnerungen jedenfalls, die mich in ihrer Intensität, sie handeltn von toten Katzen, die eingefrogen bei den Mistkübeln liegen, sehr beeindruckt haben.

E.. A. Richter hat zufälligerweise, als letzter gelesen, also habe ich sein Manuskript “Dating Project” auch noch gehört und dann gab es das Glas Wein und Knabbereien und ein Gespräch mit dem lieben Rudi,  Sonja Frank war da und hat mir eine Einladung zu ihren Veranstaltungen gegeben, Ilse Kilic, die neue Verza Canetti Preisträgerin, Gustav Ernst, Robert Schindel und Ralph Klever, der mir freundlicherweise die Anthologie zur Literaturvermittlungsenquette “Zwischen Schreiben und Lesen” zur Verfügung stellte.

Die Lesungen von  Birgit Müller-Wieland, Waltraud Haas, Monika Vasik und Richard Wall habe ich zwar versäumt, aber letzteren habe ich ja vor kurzem in der “Gesellschaft für Literatur” gehört und man kann ja auch nicht überall gleichzeitig sein und für morgen, das kann ich gleich anmerken, gibt es auch Terminkollisissionen, nämlich Evelyn Grill in der “Gesellschaft” und Peter Henisch in der “Alten Schmiede.

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Buch dreizehn des heurigen Longlistenlesen ist wieder kein Roman, sondern der dritte Teil einer Autobiografie, es ist auch schon 2015 erschienen und ein Bestseller des 1967 in Homburg geborenen Schauspielers Joachim Meyerhoff, der ab 2005 am Burgtheater tätig ist oder war.

Dort hat er unter dem Titel “Alle Toten fliegen hoch”, ein sechsteiliges Programm gemacht, in dem er sein Leben erzählte,  womit auch seine schriftstellerische Karriere begann.

“Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, ist Teil drei desselben, der erste “Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war”, erzählt seine Kindheit. Er ist als Sohne eines Direktors einer psychiatrischen Kinder- und Jungenklinik in Schleswig Hohlstein aufgewachsen und hat dort auch gewohnt, im zweiten Teil geht ein ein Austauschjahr nach Amerika und muß in dieser Zeit den Tod eines seiner zwei Brüder erleben.

Im Dritten zieht er nach München in die Villa seiner Großeltern, lebt dort drei Jahre und absolviert in dieser Zeit seine Schauspielausbildiung.

Wenn man in einer Serie hineinplatzt und das lesen mit dem Band drei beginnt, ist es wahrscheinlich immer etwas schwer, so fragte ich mich lange, ob sich jetzt der Titel auf den Tod des Bruders bezieht, der ja eigentlich schon geschehen ist, bis gegen Ende des Buches ein Kapitel diesen Namen trägt.

Der Übertitel bezieht sich wahrscheinlich auch auf das Darstellen des Sterbens in seinen vielfältigen Varianten.

So steht am Buchrücken auch “Meyerhoffs Geschichten vom Leben und vom Tod sind zum Lachen und zum Heulen und erzählen uns auf höchst unterhaltsame Weise von der Tragikommödie der menschlichen Existenz.”

Nun werden meine Leser wahrscheinlich wissen, daß ich es mit den Tragikkommödien nicht so habe und über den Tod und das Sterben auch nicht so gerne lache, kann mich aber erinnern, daß ich von Meyerhoffs wahrscheinlich erstem Buch in einer “Ex Libris-Sendung”, als wir von Harland nach Wien gefahren sind, etwas hörte.

Dann habe ich ihm einmal bei einer “Rund um die Burg-Veranstaltung” daraus lesen gehört, wahrscheinlich war es der erste Teil, das Zelt war sehr voll,den Leuten hat es sehr gefallen und der sehr selbstbewußte Autor hat seine Zeit auch gehörig überzogen.

Er ist mit Buch eins auch schon 2013  auf der Longlist gestanden, hat beim Bachmannpreis das Kapitel mit dem Bücherstehlen gelesen, den “Bremer Literaturpreis” hat er bekommen und wahrscheinlich noch andere Preise und wenn man wissen will, warum seine Bücher auf der Longlist stehen, dann denke ich, wahrscheinlich deshalb, weil es die Bücher für die berühmten Schwiegermütter sind, die den Autor vielleicht vom Theater kennen und, die auch gerne über die Mißgeschicke, die diesem Sohn aus guten Haus passieren lachen wollen und mit den Büchern von Gerhard Falkner, Ulrich Peltzer, Sibylle Lewitscharoff, etcetera, ihre Schwierigkeiten hätten.

Die Buchhändler haben sich über die Nominierung wahrscheinlich auch gefreut, die Literaturwissenschaftler sagen vielleicht, das ist keine Literatur oder auch nicht, denn Meyerhoff ist ja “Bremer Literaturpreisträger” und ist beim Bachmannlesen, glaube ich, sogar auf die Shortlist gekommen.

Da würde ich wieder denken, daß es der berühmte Name ist, denn sprachlich unterscheidet sich das Buch sehr wohl von den zwölf anderen, die ich im letzten Monat gelesen habe.

Es ist linear geschrieben und erzählt in Episoden, das Leben des Schauspielers, der mit zwanzig oder so, nach dem Tod des Bruders nach München gekommen ist, eigentlich als Schwimmlehrer arbeiten und in einem Schwesternwohnheim wohnen will, da gibt es dann die Phantasie des jungen Mannes, das ihm die knackigen Mädchen, des Nachts umschwärmen, es kommt aber nicht dazu, denn er wird auf die Schauspielschule aufgenommen, wo schon seine Großmutter, Inge Birkmann Lehrerin war.

Warum er sich beworben hat und Schauspieler werden wollte, ist mir nicht so klar, denn der junge Mann hat schon bei der Aufnahmsprüfung durchaus seine Zweifel, ob er dorthin will?

Er ist auch zu faul, ich glaube, das steht so in dem Buch, die verlangten drei Rollen einzustudieren, so muß’er improvisieren und die Kommission berät lange, nimmt ihn dann auf Probe auf und Meyerhoff ist sich nicht sicher, ob das jetzt auf Proteketion der Großmutter geschehen ist.

Er lebt jedenfalls bei den Großmeltern während seiner Ausbildung, die eine Villa beim Nymphenburger Schloß, eine Haushälterin, einen Gärtner, eine Putz- und eine Bügelfrau haben, die Sessel aus dem Nymphenburger Schloß, wenn die Familie Meyerhoff mit ihren Kinder kommt, aber mit Plastikschonern verhüllen und der junge Meyerhoff betrinkt sich auch täglich mit den alten Leuten, denn die beginnen das Frühstück mit Champagner, trinken zu Mittag Weißwein, dann Whiskey, zum Abendessen Roten und den Tag beschließen sie mit Cointreu, wie im ersten Kapitel steht.

Sie haben auch einige Schrullen, die Meyerhoff wohl für die Bühne so tragisch komisch lustig beschreibt und der geht dann in den Zoo, denn in der Schauspielschule besteht die erste Übung, der Eleven sich zwei Zettel zu ziehehn auf einem steht ein Dichtername, auf dem anderen ein Tier.

Meyerhoff zieht Kafka und Eule, tauscht es dann, glaube ich, mit Nilpferd und Fontane und muß die Effi Briest dann so darstellen.

Das wird auch ein Fiasko, nur der Auftritt als Transvestit, als die Studenten für in Not gekommene Künstler auf der Bühne des Schauspielhauses alte Kostüme versteigern, gelingt und Meyerhoff resumiert, daß das deshalb war, weil er da so verkleidet war, daß er sich nicht mehr zu genieren brauchte.

Er hat auch andere Schwierigkeiten, kann nicht auf Befehl weinen und nicht richtig lachen, hat auch ein zerknautschtes Gesicht.

Also wird noch einmal beraten, ob er weitermachen darf. Er darf und spielt dann sogar mit der Großmutter in einem Film. Am Ende besteht er die Schauspielprüfung, bekommt aber zuerst nur in Schleswig-Hohlstein ein Engagement und da will er nicht hin, denn von dort kommt er ja her.

So erleidet er einen Schwächeanfall und die alte Ärztin wird geholt und spitzt ein Medikament und ich fragte mich wieder, wieso er Schauspieler wurde und weshalb er, wenn er so ein Tolpatsch war, dann so berühmt wurde?

Aber ich weiß, das ist die Tragikkommik, die die Zuschauer auf der Bühne zum Lachen und die Leser zum Kauf des Buches bringt.

Die Großeltern werden älter und bekommen ihre Leiden, der Vater stirbt und während Meyerhoff, sich als Werther in Kassel, wo er  ein Engagement bekommt, jeden Abend auf der Bühne erschießen muß, erlebt er  das Sterben der Großeltern. Am Schluß wird das Haus verkauft, vorher noch der Tresor geöffnet und der Familienschmuck gefunden.

Ein Buch, das glaube, ich eine große Auflage hat, Anna Jeller hat es in der Auslange liegen, die Blogger haben nach Veröffnetlichung der Liste meistens geschrieben, daß sie es schon kennen und das sicher auch leicht zu lesen ist.

Ein Blick in das Leben der Prominenten, noch dazu so lustig aufbereitet, verlockt wohl viele. Mir hat  gefallen, ein wenig Einblick in den Schauspielunterricht zu bekommen, so fand ich diese Übung mit den Tieren durchaus spannend.

Die Information, wieso Meyerhoff Schauspieler werden wollte, wenn er doch so viele Schwiergkeiten damit hatte und warum er sich so negativ darstellt, fehlt mir noch immer und das Kapitel, wo er ein Buch, das ihn auch seine Großeltern kaufen hätten können, stehlen muß und damit durch ganz München rennt, hat mir auch nicht sehr gefallen, obwohl ich schon weiß, daß Klauen vielleicht zu den Initionsriten gehört und, daß das vielleicht jeder still und heimlich irgenwann einmal tut, möchte ich das auf diese Art und Weise aufbereitet, trotzdem nicht so gerne lesen und auch nicht darüber lachen.

Auf die Shortlist ist das Buch diesmal und auch damals nicht gekommen und jetzt habe ich auch einen Meyerhoff gelesen und kann vielleicht schon jetzt sagen, daß die Bandbreite der heurigen LL eine sehr große und für jeden Geschmack etwas zu finden ist.

Die großen Namen, die experimentellen jungen Autoren, die schöne Sprache, das Abenteuer und jetzt auch die Tragikkomik für die Schwiegermüutter und jetzt bin ich nur noch gespannt, ob die anderen drei Teile auch noch in Buchform herauskommen werden.

Apollokalypse

Weiter gehts mit Buch zwölf der deutschen Longlist,  des 1951 geborenen  Gerhard Falkner, der mir, obwohl ein bedeutendet Dichter, bisher auch entgangen ist, “Apollokallypse”, ein sperriges vierhundertzwanzig Seiten Buch, das sich einige auf die Shortlist wünschten, die Bücherbloggerin Constanze Matthes abgebrochen hat, “Sounds & Books” von der Berliner Sphäre begeistert war und mit Sophie Weigand darüber diskutierte, die, ob der der vielen Perspektivenwechsel und der deftigen männlichen Umgangssprache, wohl auch ein wenig ratlos war und mir, der ja “so politisch korrekten, realistisch denkenden und angeblich unverständlich schreibenden Frau, ist es ähnlich gegangen und ich habe mich nun an die fünf Tage durch das Buch gequält, bis Seite zweihundertfünzig hätte ich der Buchpreisbloggerin auch recht gegeben, aber ich breche Bücher ja nicht ab.

“Gott sei Dank!”, könnte man sagen, denn sonst wäre mir höchstwahrscheinlich einiges entgangen, denn bis dahin hätte ich wohl auch gesagt “Was soll denn das?  Vierhundertzwanzig Seiten, um darüber zu schreiben, daß “Büttner tot war, Isabell verlassen und Billy wieder mal verschwunden war”, das steht auf Seite 291 und auf 293 kommt hinzu “Meine Vermieterin sagt, dies hier wäre ein schlechter Roman. Wahrscheinlich hat meine Vermieterin recht. Sie sagt, man wäre als Leser fortwährend auf der Suche nach einem Zusammenhang, und könne ja nicht Sinn eines Romanes sein, sich bis zu seinem Ende damit abzukaspern, einen solchen Zusammenhang zu entdecken”

Sibylle Lewitaroff hat in ihrem “Pfingstwunder” auch eine ähnliche Stelle eingebaut, die dann die Bücherblogger gegen sie verwendeten.

Es gibt einen Georg Autenrieth aus Augsburg, der  durch die vierhundertseiten Seiten stolpert, mit sich und der Zeit, in der er lebte, indentitätprobleme hat, aber dazu vielleicht erst später, das war dann schon die Erkenntnis, zu der man vielleicht nicht mehr kommt, wenn man das Buch vorher abgebrochen hat.

Bis dahin könnte man sagen “Was soll denn das? Da schreibt einer über das Vögeln, das Scheißen und die Kacke, schreibt von den DDR Zeiten, der RAF und seinem Leben in dieser Zeit mit seinem Freund Büttner, der in der “Klapsmühle”, “Irrenhaus” nicht “Psychiatrie” steht im Buch selbst, landete, der ihm dessen Freundin Isabel wegnimmt, dann eine bulgarische Freundin namenns Bilijana, genannt Billiy hat und so komische Anmerkungen von einem Doppelgänger, einem “Glasmann”, der seine Identität aufzulösen scheint und Andeutungen, die auf eine terrorischte Vergangenheit schließen lassen, kommen auch darin vor!”

Was soll denn das, das ist doch vollkommen unverständlich, siehe oben und offenbar, das schwer zu lesende Buch, das die Juroren diesmal auf die Liste setzte, damit die Blogger und die Rezenten sich daran reiben und man darüber spricht!

Dann habe ich weitergelesen, schon ein bißchen ungeduldig, denn es liegen ja noch so viele Bücher in meinem Badezimmer, sechs von der dBp warten noch und bezüglich der öst, habe ich jetzt auch das vierte dazu bekommen.

Aber ich bin geduldig und beharrlich und habe nicht aufgehört zu lesen, obwohl ich es zwischendurch schon ganz unten vor oder nach dem Stadler angesiedelt hätte und mich wunderte, wie langweilig, die großen Dichter Deutschlands schreiben können und mich auch ein bißchen fragte, was Herr Jung wohl dazu sagen würde, der ja wie er am Mittwoch erklärte, von einem Buch am Anfang, in der Mitte und am Schluß jeweils fünf Seiten liest und dann schon alles weiß?

Mir ist, glaube ich, erst nach Seite dreihundert der Vergleich mit dem vorjährigen Gewinnerbuch gekommen, das ist ja genau dasselbe  Thema und dann habe ich mich vielleicht schon gefragt, ob dieses Buch nicht vielleicht besser ist?.

Gerhard Falkner, habe ich auch irgendwo gelesen, hat ebenfalls Jahre an dem Buch gearbeiter und, man kann hier wirklich viel zitieren, um das Buch zu erklären, auf Seite 361 steht “Natürlich kann man die Vergangenheit der Bundesrepublik rekonstruieren aus ihren Erfolgen, Anstrengungen und Absurditäten, die Währungsreform, der Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder, Mauerbau, die Gründung der DDR, die Notstandsgesetze, Krefelder Beschluß, Adenauers Forderung nach taktischen Atomwaffen, Aufstieg der deutschen Autoindustrie, Gastarbeiter, die wachsenden Macht der Banken, die Spiegel Affaire, die Ermordung Schleyers oder schließlich die Insellage Westberlin und alle daraus resultierdenen Wunder. – In dieser Geschichte aber würde das kaum helfen”.

Also braucht man die multiple Perslnlichkeit, den Dr. Jekyll und den Mr Hyde und so huscht auch Georg Autenrieth durch Buch und Geschichte, verliert seinen Schatten, erkennt sich selbst in jedem der ihm in der U- Bahn gegenüber sitzt wieder, deutet etwas von einer terroristischen Vergangenheit an und trifft dann den Teufel oder seinen Psychiater, der ihm oder war es umgekehrt, die Idetität raubte und wurde wieder auf eine sehr gelehrige Art un Weise,  im Nachhinein würde ich fast sagen, besser, als es der Witzel konnte.

Wir wissen aber, die Erinnerung täuscht und trübt manchmal und ganz am Schluß gibt es noch ein Bild von einem Mann mit einer seltsamen Bekleidung und einer seltsamen Kopfbedeckung. Ein Berliner Original, den Gerhard Falkner, wie er in einem Nachwort erklärt, traf und fotografierte und der nichts mit dem Buch zu tun hat, also weder Georg Autenrieth noch sein teuflischer Psychiater und Identitätsklauer ist, Gerhard Falkner dürfte ihm aber trotzdem zum Anlaß genommen zu haben, die Geschichte dies Nachkriegsdeutschland wieder einmal wild und ungewöhnlich zu erzählen.

Vergleiche vom falschen oder richtigen Auftauchen zur richtigen Zeit am falschen Ort werden auch öfter zitiert. Nun die Tragik dieses Buches oder “Buchpreises” könnte man sagen, ist, daß Gerhard Falkner, da ein wenig zu spät gekommen ist. Jedenfalls steht er nicht auf der Shortlist ist also aus dem Rennen und ich könnte jetzt auf Anhieb gar nicht sagen, ob ich ihn darauf täte? Aber zum Glück gehöre ich in diesem Literaturbetrieb ja nur zum Publikum und muß das nicht entscheiden.

Von der Literaturenquette zur Poet-Night

Am Freitag fand wieder einmal die “Poet-Night”, die Veranstaltung des “Ersten Wiener Lesetheaters”, wo sich die Mitglieder einmal im Jahr ins “Kulturcafe 7*Stern”treffen und ihre eigenen Texte lesen, statt, die seit Rolf Schwendters Tod, der sie ja gegründet hatte, schon sehr kurz geworden ist, also statt um vier Uhr Nachmittag, um dreiviertel sieben begann und schon vor Mitternacht endete.

Trotzdem  habe den ersten Leseblock mit Petra Ganglbauer, Mechthild Podzeit-Lütjen, Christa Kern, etcetera versäumt, war ich ja bei der “Enquette zur Literaturvermittlung”, die die österreichischen Literaturhäuser, die “Alte Schmiede” und die “Gesellschaft für Literatur” veranstalteten und bin erst hingekommen, als gerade Lydia Mischkulnig, die ich vor kurzem in der “Alten Schmiede” hörte, wieder die Geschichte von dem Ehepaar, dem Fotografen und den zerissenen Foto, das sie auf immer zusammenschmiedet, las.

Ja, bei der “Poet Night” dieser  Veranstaltung des Lesetheaters lesen zwar die Mitglieder, es gab aber schon bei Rolf Schwendter einen “Prominentenblog”, wo meistens Gert Jonke und Elfriede Gerstl las, wohl, um Publkum in die Veranstaltung zu bringen, die wegen mir, der Ruth und den anderen nicht gekomen wären.

Und den gab es mit Lydia Mischkulnig, Bettina Balaka, die wieder aus ihrem neuen Roman von der schönen Männermörderin las und Antonio Fian, im Vorjahr hat glaube ich auch Robert Schindel gelesen, obwohl das, glaube ich, gar nicht mehr so notwenig ist, weil die Veranstaltung wahrscheinlich gar nicht so viel angekündigt wurde, jedenfalls habe ich außer den Lesenden und deren Begleitern nicht viel Publikum gesehen.

Es lasen diesmal auch relativ wenige, so daß die Veranstaltung schon um halb zwölf zu Ende war und ich bin diesmal, obwohl ich sonst meistens am Beginn gelesen habe, als vorletzte daran gekommen.

Aber diese Veranstaltung, wo die Lesetheatermitglieder, die auch schreiben, jeweils sieben Minuten lesen und dafür diesmal sechzig Euro Honorar bekamen, war diesmal ausgesprochen interessant und spannend, wie ich gleich anmerken möchte.

So haben nicht nur Lydia Mischkulnig und Bettina Balaka aus neuen Büchern gelesen, auch Judith Gruber-Rizy las wieder den Beginn ihres neuen Romann, von der Fotografin, die jeden Tag ein Foto macht und dabei ihr Leben überdenkt.

Hilde Schmölzer, die ja bei der “Frauen lesen Frauen-Lesetheatergruppe” sehr engagiert mitmacht, las aus der Neuauflage ihrer “Pest in Wien”, ein Buch, das sie mir einmal in der “DDR-Ausgabe”  geschenkt hat.

Manuel Girisch und und Renate Woltron, die Lesetheateraktivisten, lasen zwei Sketches aus ihrem neuen Programm, wo es um Männer und Frauen, Sex und diesbezügliche Mißverständisse ging.

Ingrid Jantzen hatte, was zum Tod der Sprache durch  Sprachverhunzung, Richard Weihs brachte Auszügen aus seinen Wunschgedichten.

Erik Hardenberg las lang und breit und sehr langsam, einen “seltsamen” Pflanzenkrimi und wurde von dem Moderatoren abgestoppt, bevor er ans Ende kam.

Christa Meissner, die Dialektautorin gab Proben aus ihren “Struwelpeter” und anderen Neudichtungen und dann gab es auch  experimentellere Stimmen, wie Birgit Schwaner oder Autoren wie Ruth Aspöck, die einen neuen Text für die Veranstaltung geschrieben hat.

Susanne Ayoub, die ja in Bagdad geboren wurde und dieses vor einigen Jahren wieder bereiste und Kontakt zu ihrer dortigen Familie aufnahm, brachte den Prolog aus ihrem diesezüglichen Buch.

Christl Greller stellte ihren neuen Gedichtband vor, der am Sonntag in Ö1 präsentiert werden wird, Axel Karner brachte ein Gedicht mit dem Titel  “Die Liebe, mein Herz und der Mond” und Hansjörg Liebscher hatte einen sehr langen Text der sich mit Prometheus beschäftigte,  während Susanne Schneider wieder sehr realistisch davon erzählte, wie es einer geht, die in eine andere Wohnung zieht und sich an diese  erst gewöhnen muß.

Sehr viele unterschiedliche Texte also, von denen ich die meisten sehr  passend gefunden habe und ich mit meiner “Präsidentin auf dem Opernball” mit dem roten und den blauen Schuh, die auf dem Fahrrad zur Oper fährt, auch sehr viel Heiterkeit erregte.

Ich war, wie schon geschrieben, die vorletzte, bei der von Andrea Pauli und Hahnrei Wolf Käfer moderierten Veranstaltung. Nach mir folgte zum zweiten Mal als Schlußlicht, Christian Katt, vorher hat ja immer Rolf Schwendter, die Nacht, um zwei oder halb drei beendet, der nach einem eigenen Text auch zwei Schwendter Texte las, um an den Gründer der “Poet Night” zu erinnern.

Mechthild Podzeit-Lütjen

Mechthild Podzeit-Lütjen

Christa Kern

Christa Kern

Gynther Riebl

Gynther Riebl

Ariane Lang

Ariane Lang

Christina Vivenz

Christina Vivenz

Manuel Dragan

Manuel Dragan

Anita Schaub

Anita Schaub

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer

Lydia Mischkulnig

Lydia Mischkulnig

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Antonio Fian

Antonio Fian

Manuel Girisch

Manuel Girisch

Renate Woltron

Renate Woltron

Werner Grüner

Werner Grüner

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Erik Hardenberg

Erik Hardenberg

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Helmut Gruber-Rizy

Karin Gayer

Karin Gayer

Richard Weihs

Richard Weihs

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Susanne Schneider

Susanne Schneider

Hansjörg Liebscher

Hansjörg Liebscher

Ingrid Jantzen

Ingrid Jantzen

Axel Karner

Axel Karner

Christa Meissner

Christa Meissner

Birgit Schwaner

Birgit Schwaner

Manfred Chobot

Manfred Chobot

Ruth Aspöck

Ruth Aspöck

Hahnrei Wolf Käfer

Hahnrei Wolf Käfer

Christl Greller

Christl Greller

Eva Jancak

Eva Jancak

Christian Katt

Christian Katt