Das zweite Literaturgeflüsterbuch

Das erste “Literaturgeflüsterbuch”, das Texte von 2008 bis 2013 enthält, ist im Dezember 2013 erschienen und  entstand, als ich, während oder nach der Arbeit an der “Widergeborenen” in eine Krise gekommen bin.

Irgendwie war ich mit dem Text nicht zufrieden, ich glaube, es hat mir auch das Feedback und die Rückmeldung gefehlt und die Art der Krisenbewältigung, die ich betrieb, war, daß ich mich 2012 entschlossen habe, statt das nächste Werk anzuschreiben, damit nicht zufrieden zu sein und kein Feedback zu bekommen,  ein Buch mit den literarischen Texten meines Blogs zusammenzustellen.

Gefragt, ob ich ein Buch aus meinem seit Juli 2008 bestehenden Blog machen möchte, wurde ich da schon öfter und ich habe meistens geantwortet “Da müßte  ein Verlag auf mich zukommen!”

Es ist, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, keiner gekommen. Das “Literaturgeflüster-Texte -Buch” ist erschienen und vorher pünktlich zur Fünfjahresfeier ist auch ein großes Gewinnspiel mit “Dreißig Fragen zu Dreißig Büchern” herausgekommen.

Da kam es wahrscheinlich schon zu der Idee meine Bücher und mein Schreiben auch auf meinen Blog vorzustellen, der ja im Sommer 2008, so daß ich bald das elfte Jahr  feiern kann, ziemlich spontan und konzeptlos entstanden ist und ich dann bald ziemlich allgemein über mein literarisches Leben, also die Veranstaltungen, die ich besuchte, die Bücher, die ich gelesen habe, zu plaudern begann.

Und ein wichtiger Teil meines literarischen Lebens ist ja mein Schreiben. 2008 habe ich gerade “Die Radiosonate oder das einsame Jahr” geschrieben, das von der eher kürzeren Erzählung “Das Haus” gefolgt wurde und als die zwei Bücher fertig waren, sie sind, weil ich die “Radiosonate” voher an einen Kleinverlag schicken wollte, der mir allerdings nicht geantwortet hat, gleichzeitig entstanden, habe ich schon eine Vorschau und dann die sogeannte “Präsentation” gehabt, die ich mit jeden meiner Bücher fortsetzte und die elf Jahre in denen ich nun schon blogge, habe ich auch sehr viel und sehr intensiv geschrieben, so sind inzwischen siebenundzwanzig Bücher, von der “Radiosonate” angefangen bis zur “Unsichtbaren Frau”, da ist die “Magdalena Kirchberg”, die es ja noch nicht gibt,  nicht mitgezählt und für jedes dieser Bücher gibt es eine Vorschau und  nach Erscheinen ein Bild von mir mit dem Buch.

Ein Gewinnspiel dazu, das sich, ich gebe es zu, keiner großen Ressonanz erfreut, gibt es seit einiger Zeit auch und bei den letzten Büchern würde ich auch  gerne eine Lese- und Diskussionsrunde veranstalten.

Auch da melden sich nicht sehr viele, die über meine Bücher diskutieren wollen, trotzdem habe ich seit ein paar Jahren angefangen, meine Bücher, meine Themen, etcetera in eigenen Artikeln vorzustellen, habe meine “Lieblingsbücher” beschrieben, über “Coverfragen” gesprochen, die ersten Sätze zusammengestellt und zum Jahresanfang beschlossen, ein zweites “Literaturgeflüsterbuch” über mein “Schreiben und meine Bücher” zu machen.

Da war ich noch intensiv mit dem Korrigieren der “Magdalena Kirchberg” beschäftigt, womit ich erst vor einigen Tagen fertig geworden bin und mich nun, nachdem die Fenster geputzt sind, an das neue Buch machen kann.

Da habe ich dann als erstes am Samstag zwischen die Kapitel jeweils die Beschreibung und das Probekapitel aus meiner Website gestellt, was sich, da ich noch einen Artikel über meine “Nanwowrimos” zu dem Buch gab und am Schluß,  die noch nicht erschienene “Magdalena Kirchberg” mit einer “Maria Mattuschek-Szene” dazustellte, auf ein ziemlich umfangreiches Buch ausweitete.

Meine Bücher werden ja immer kürzer, weil ich wohl schon ein bißchen ausgeschrieben bin und alles angerissen habe, so hat auch die “Magdalena Kirchberg”, die nicht im “Nanowrimo” entstanden ist, ich aber am ersten November, als ich den Rohtext fertig hatte, etwa die fünfzigtausend Worte hatte,  jetzt im Rohtext, den ich den Alfred am Dienstag schickte, 46  068 Worte.

Der Text, den mir der Alfred gestern aus dem Blog  kopierte, hat jetzt 273 Rohseiten, 98.632 Worte und besteht derzeit aus neunundzwanzig Artikel und den schon erwähnten achtundzwanzig Buchkapitel samt der Buchbeschreibung.

Ob ich alle Artikel in dem Buch lassen werde, weiß ich noch nicht, das werde ich bestimmen, wenn ich es jetzt langsam durchkorrigiere und mir das Ganze einmal durchlese.

Vielleicht fällt die “Laudatio” oder sonst was, was sich vielleicht wiederholt oder doch nicht so passend ist, heraus. Die Bücher, die ich in dieser Zeit geschrieben habe, würde ich aber gerne drinnenlassen.

Mal sehen, jetzt kommt die Korrigierarbeit. Ein Vorwort wird es auch geben, das ich noch schreiben muß. Das “Wunschgedicht” von Richard Weihs, das es schon in den “Berührungen” gibt, werde ich wieder an den Anfang stellen und dann korriegeren und korrigieren.

Jetzt zuerst einmal  alle Verlinkungen löschen  und das Ganze so weit durchgehen, daß ich es ausdrucken kann. Dann kann ich entscheiden, was bleibt drinnen, was kommt noch hinein, damit ich  in einen oder zwei Jahren  ein literaturwissenschaftliches Werk über mein Schreiben haben kann, bezeihungsweise ein Buch, wo man sich auf einen Blick in meine Bücher einlesen kann und alles  komprimiert nebeneinander findet.

Das wird mich also dieses Jahr begleiten, ob ich dann zum “Nanowrimo” schon zum meinen nächsten buch komme oder ob es ein solches überhaupt gibt, wird sich weisen.

Die “Magdalena Kirchberg” , wo ich am Dienstag, dem Alfred, den Text, das Wunschgedicht und die Beschreibung schickte, ist ja irgendwie auch ein Abschlußwerk und als ich nach dem “Literaturgeflüsterbuch I” , nach der “Widerge borenen”, sind noch die “Paula Nebel”,”Kerstins Achterln” und der zweite “Nanowrimo” erschienen, weitergeschrieben habe, sind zuerst die “Dreizehn Kapitel”, dann die “Flüchtlingstrilogie”, ein paar weitere politische Bücher, aber auch “Paul und Paula” und noch anderes mehr entstanden.

Ich bin gespannt,  werde darüber berichten und ein Cover für die “Magdalena”, das wollte ich noch schreiben, gibt es inzwischen auch.

Nämlich die alte Schreibmaschine, die Alfreds Mutter aus ihrem Büro  mitgenommen hat und die schon länger auf meinen Schreibtisch, den es in der Harlander Küche gibt, steht.

Da habe ich ein Blatt Papier eingespannt und wollte darauf “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman” tippen.

Aber leider war das Farbband schon etwas eingerostet, beziehungsweise verblichen, es hat also nicht funktioniert.

Was habe ich gemacht? Ich bin ins Wohnzimmer, in dem es inzwischen zwei große Bücherregale und auch wieder einen Drucker gibt, gegangen und habe mir die erste Seite des Manuskkriptes ausgedruckt und in die alte Maschine eingespannt, was, wie ich hoffe, ein gutes Titelbild für mein, glaube ich, sechsundvierzigstes selbstgemachtes Buch geben wird.

Der trübe Morgen

Jetzt kommt nach den “Schwestern”, gleich Teil drei von Alexej Tolstois Trilogie “Der Leidenweg” über die russische Revolution, denn den zweiten Teil habe ich ausgelassen, obwohl ich ihn mir von Stephan Teichgräber ausborgen hätte können, denn der hat ja  im November in dem Antiquariat in der Margaretenstraße alle drei Bände für das “Doml”, beziehungsweise seinem “Revolutionsworkshop” gekauft.

Aber damals war ich noch so mit meinen Rezensionsexemplaren beschäftigt und hatte wahrscheinlich weder die deutschen noch die österreichischen Buchpreisbücher alle gelesen, so daß ich gar nicht daran dachte, mich an die mehrfach umgeschrieben und dem sozialistischen Realismus angepassten Bücher des 1945 verstorbenen Alexejs Tolstois zu machen.

Aber es kommt ja immer anders als man denkt, die Rezensionsexemplare sind ausgelesen, jetzt könnte ich mich an meine Backlist machen, wo  noch einiges wartet, aber da bin ich vom “Theodor Kramer-Sommerfest” nach Hause gefahren,  am “Wortschatz” vorbeigekommen und da lag der “Trübe Morgen” diesmal nicht in der schönen Ausgabe, die Stephan Teichgräber, um zwanzig Euro erstanden hat, sondern in einer schon recht vergilbten “Globus-Ausgabe” aus dem Jahr 1984, die vierte durchgesehene Ausgabe, aus dem “Ragusa Verlag in Moskau”, die in der UDSSR gedruckt wurde.

Das sieht man dem Papier auch an. Die Übersetzung stammt wieder von Maximilian Schick, der, wie ich “Wikipedia” entnehme, 1884 in Moskau geboren und dort 1968 gestorben ist. Von 1882- bis 1907 lebte er in   Berlin, wo er auch studierte und war außer als Übersetzer auch als Balletkritiker tätig.

Daß ich den zweiten Teil, “Das Jahr Achtzehn” ausgelassen habe, könnte man bereuen, denn ich habe mich, da in dem Buch keine Inhaltsangabe und auch keine Notizen zum Autor, noch ein Vorwort oder ein Nachwort enthalten ist, mit dem Lesen, beziehungsweise den Lücken recht schwer getan.

Teil eins endet mit der Revolution und dem Sturz des Zaren. Teil drei spielt, glaube ich, von 1919 bis 1920 und schildert hauptsächlich Kampfhandlungen, die sich bis in die Ukraine ziehen. Die Rote Armee und die Bolschewiken müßen gegen die “Weißen” und die “Kosaken” kämpfen und da bräuchte man wahrscheinlich ein historisches Vorwissen, um die Abläufe zu verstehen und dann habe ich ja, natürlich selbstgewollt, eine Lücke, was mit den Schwestern im Jahr 1918 passiert ist, was man leider auch nicht in “Wikipedia” nachlesen kann, denn offensichtlich haben sich die Paare getrennt.

Darja ist mit einem ehemaligen Popen in einem Dorf unterwegs. Ihr Mann Iwan Iljitsch Telegen kommandiert ein Matrosenregiment, wo es auch eine Köchin namens Anissja, eine ehemalige Bäuerin gibt, die durch die Kosaken oder die “Weißen” ihren Mann und ihre zwei Kinder verloren hat.

Katjas zweiter Mann Wadim Petrowitsch ist auf der Suche nach ihr und erfährt in einem Restaurant von einem deutschen  Offizier, daß sie noch am Leben ist.

Sie ist inzwischen als Lehrerin in der  Ukraine tätig, muß von dort aber nach Moskau flüchten, siedelt sich in ihrer ehemaligen Wohnung, die inzwischen von einem  Genossen Maslov bevölkert ist, der sie fragt, ob sie nicht wisse, “daß man in Moskau des Hungers stirbt!”, sie dann aber doch in ihrem ehemaligen Zimmer wohnen läßt, sie aber sexuell bedrängt.

So daß es gut ist, daß sie zuletzt doch zu ihrem Wadim Petrowitsch und natürlich auch zu Telegin und ihrer Schwester findet, am Ende, das ist dann schon im kalten Winter 1920, begeben sie sich alle zu einem Vortrag in ein Theater, wo auch der Genosse Lenin anwesend ist und das Buch schließt mit den dramaischen Sätzen:

“Der Würfel ist gefallen!”, sprach der Mann an der Karte, auf den Stock wie auf eine Lanze gestützt. “Wir kämpfen auf den Barrikaden für unser und der Welt Recht, ein für allemal der Ausbeutung des Menschens durch den Menschen ein Ende zu machen.”

Die Leserin weiß im Sommer 2019, daß das nicht gelungen ist und kann noch hinzufügen, daß “22. Juni 1941”, darunter steht.

Unter den “Schwestern” in der schönen Moskauer Ausgabe ist “1921” gestanden, so daß man raten kann, ob es sich bei Band drei schon über eine überarbeitete Ausgabe handelt, während der erste noch eine Frühform ist, das Buch ist aber in den Fünfzigzerjahren erschienen.

Anmerken kann ich auch noch, daß es einige sehr beeindruckende Stellen gibt, wie beispielsweise die, wo der Kommandant den ehemaligen Popen in eines der Dörfchen schickt. Denn es naht ein christliches Fest, die sind zwar jetzt abgeschafft, die Bauern aber noch immer gläubig und sie brauchen auch die Feste, um ihre Jungfrauen zu verheiraten und die Kinder zu taufen. Vorher liefern sie kein Getreide ab. So kommt der Pope und traut und die Mädchen haben sich auch alle mit kostbaren Kleidern herausgeputzt, die sie wohl vorher den Bürgerlichen oder dem Adel entwendet haben.

Eine zweite ist dann die, wo die Truppe um Telegen Schillers “Räuber” mit Anissja als “Amalie” und dem Popen als “Franz” aufführt.

Bücher spielen in Tolstois Trilogie, beziehungsweise den zwei Teilen, die ich gelesen habe, auch eine große Rolle und ein spannendes Detail ist da, daß sich der Genosse Maslow mit dem “utopischen Sozialismus” beschäftigt und Katja seine Bücher zeigt, wo ich mich frage, ob eines davon, vielleicht Samatjatins “Wir” ist, mit dem wir uns bei Stephan Teichgräbers “Utopieworkshop” ein wenig beschäftigt haben, aber das war damals vielleicht noch nicht erschienen.

Büchertag vor Pfingsten

Pfingsten naht, das wir wieder in Harland verbringen werden, ein Radausflug nach Nußdorf an der Traisen ist geplant und am Samstag die Radfahrt in die Stadt zum Markt und Pfingsten, das ich ganz früher noch als Studentin und junge Psychologin in St. Gallen in der Steiermark mit dem “Klub der logischen Denker” verbracht habe, hat auch öfter etwas mit dem Lesen zu tun.

Habe ich doch einmal als sich der Alfred irgendwo befand, einen Lesemarathon gemacht und habe da entweder den ganzen Tag gelesen oder einen Rundgang von einem Bücherschrank zum anderen gemacht.

Heuer hatte ich etwas zeitversetzt etwas Ähnliches vor, denn ich habe es ja am Dienstag geschafft mit etwas Schummeln, also einem eher flüchtigen Korrigierdurchgang die “Magdalena” zu beenden und dem Alfred zur Endkorrektur und Formatierung zu übergeben und da beginnen dann immer meine Rituale.

Als Erstes habe ich einen Artikel geschrieben, in dem ich mich damit befasste, wie mich meine schon vorhandenen Fguren, der Psychiater Theo Hardenberg vielleicht, aber auch die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibbliotherapiegruppe, sowie die pensionierte Bibbliothekarin Lisbeth Hahenpichler durch meinen nächsten Schreibprozeß führen können, aber der wird ja auch im Korrigieren der schon im Blog entstandenen Schreibetexte bestehen.

Die Figurenanalyse habe ich dann am nächsten Tag auch in ein schönes Notizpunkt aufnotiert, das mir, glaube ich, meine Hauptschulfreundin Christa U. zum Geburtstag schenkte und dann habe ich am Mittwoch nach meiner Einuhrstunde schon einen kleinen Shoppinggang zum Bacherpark und die Spengergasse zu Stephans Teichgräbers “Revolutionsworkshop” gemacht, das heißt, ich bin vorher auf die Post gegangen, habe mir Unterwäsche gekauft, ein Eis gegessen und dann eine Stunde lang im Bacherpark im Alexejs Toistoi gelesen.

Eine größere Rechercherunde werde ich wohl erst machen, wenn ich mit dem nächsten Romanprojekt beginne. So habe ich am Donnerstag, was auch schon sehr notwendig war, die Wohnung und die Fenster geputzt und am Freitag wieder einen Büchertag, wie das ja manchmal mache, daß ich mit dem Staubtuch durch meine Bücherberge fahre und mir ansehen, was ich mir so von den Bücherschränken nach Hause getragen habe und lesen sollte, aber noch nicht dazu kommen.

Mit den Rezensionsexemplaren bin ich ja vorerst fertig. Jetzt habe ich im Badezimmer den Bücherstapel von meiner 2019 Bücherliste, die längere, die ja bis ins Jahr 2030 reichte, habe ich inzwischen gelöscht, vor mir.

Also mich einen Tag lang durch meine ungelesenen Bücher zappen, da ein Kapitel, dort eine  Seite lesen und mir Notizen machen, habe ich geplant und es dann doch nicht geschafft, die Bücher anzulesen und auch das Anlegen neuer Leselisten nicht, ich habe mir nur ein paar Booktube Videos angehört und meine Bücherreihen ein wenig durchforstet.

Julia K. Stein, die Schreibtrainerin im Netz, die mich einmal zu einem Webinar eingeladen hat, mir seither ihre Rundbriefe schickt und von der ich vor kurzem auch im Schrank ein Buch gefunden habe, hat mir vor kurzem ein Lese-Journal und ein Referat darüber geschickt, wie man das Lesen effenzieller gestalten kann, in dem man sich ein Bookjournal bastelt, in das man dann alle Bücher einträgt, die man liest und sich seine Notizuen darüber macht. Ein solche Buch habe ich auch schon mal im Schrank gefunden und es mir im Vorjahr auf unseren Schweiz-Urlaub mitgenommen.

Ansonsten befindet sich mein Buchjournal ja im Netz, denn da gibt es ja meine Leseliste, die inzwischen fast nur noch aus den schon gelesenen Büchern, aber das sind ja auch eine ganze Menge und meine Rezensionen beziehungsweise Buchbesprechungen besteht, denn ich schreibe ja über jedes Buch, das ich gelesen habe und ich lese auch alle aus.

Eine Bücherabbrecherin bin ich ja nicht und ich lese auch nur sehr selten parallel, vor einer Woche habe ich ein E-Book und eine Printausgabe parallel gelesen, weil man seinen Computer nicht in die “Alte Schmiede” und auch nicht ins Landesklinikum nach St. Pölten mitnehmen kann und ich den E- Bookreader, den ich habe, eigentlich kaum benütze.

Der Uli, der mich auf seinen Blog inzwischen sperrt, weil ich ihm seiner Meinung nach zuviele unpassende Fragen, wie, wie er das Strache-Video oder, daß die Grünen bei der Europa Wahl so stark gewonnen habe, findet, stelle, meint zwar,  ich würde die Bücher nur sehr flüchtig und oberflächig lesen, aber das stimmt , glaube ich, nicht.

Ich lese eigentlich auch nicht sehr schnell, schaffe keine hundert Seiten in der Stunde, sondern eher fünfzig, streiche mir  sehr viel an, aber natürlich zwei bis drei Bücher pro Woche, sollte ich angesichts meiner Bücherberge doch schaffen und so werde mir für einen Arno Schmidt kein Jahr lang Zeit nehmen, sondern notfalls überfliegen, wenn ich nichts mehr verstehe.

Im Moment lese ich auch sehr lange und langsam am Alexej Toistoi, was daran liegt, daß ich beim “Leidensweg” den Band zwei ausgelassen habe und daher mit  Band drei, wegen der dazwischen liegenden Lücke meine Schwierigkeiten habe.

Bei dem “Lese-Journal”, das sind die sechs Seiten, die man sich bei julia K. Stein ausdrucken kann, kann man sich die Bücher ankreuzen, die man in der nächsten Zeit lesen will, man kann auch seinen Eindruck in Form von eins bis sechs Sternchen wiedergegeben, etwas was ich auch nie mache, ich bewerte keine Bücher, sondern fasse sie zusammen und schreibe ehrlich und offen was mir gefallen hat und was nicht, man kann auch seine Lieblingssätze herausschreiben und sogar das Cover übertragen.

Und natürlich schleppe ich  immer ein Notizbuch herum in das ich mir eintrage, was ich demnächst schreiben will und jetzt habe ich auch eines, wo mich meine Lieblingsfiguren bei meinem übernächsten Buchprojekt begleiten werden, während ich am “Literaturgeflüsterbuch” über mein Schreiben arbeiten werde.

Bora Cosics Reisen

Als wir 1916, knapp nach der Bundespräsendientenwahl nach Kroatien gefahren sind, habe ich mir Bora Cosics “Die Rolle meiner Famkilie in der Weltrevolutionunter anderen als Lektüre mitgenommen und in Montenegro gelesen.

Es war ein tolles Buch, das, glaube ich, aber in Belgrad spielte und als ich diesen April noch mit Gips zu “Buch und Wein” gehumpelt bin, hat dort der 1932 geborene Bora Cosic im Literaturhaus aus seien Reisen nach “Italien und Österreich” gelesen, da ging es, glabe ich, viel um die Donau und Adalbert Stifter und heute war Bora Cosic mit seinen bei “Folio” erschienenen “Immer sind wir überall” zu Gast in der “Alten Schmiede”.

Das Buch ist bei “Folio” erschienen und der Südtiroler- Verlag, wo ich immer um Eva Rossman Rezensionsexemplare anfrage, feiert sein fünfundzwanzigstens Bestehen und als ich verspätet, wegen meiner sechs Uhr Stunde im “Literarischen Quartier” eintraf, war gerade der Verleger Ludwig Paul Michel am Wort, der sich mit dem Jetzigen “AS-Leiter” Daniel Terkl unterhalten hat.

Dann kam der Autor mit seiner Übersetzerin Mascha Davic und ein Hang out, der in Serbisch gelesenen Stellen lag auf und in dem Buch sind offenbar zwei Texte enthalten, der erste heißt  “Italienreise”, der zweite “Donaubadeker” aus dem wurde, glaube ich, auch in Krems gelesen.

Jetzt las der Autor einen langen Text auf Serbisch aus seiner “Italienreise” und dabei geht es  um Triest, um Claudio Magris und, um den Surrealismus geht es auch.

Danach hat  Daniel Terkl im Gespräch gefragt und im zweiten Text ging es von Linz nach Hadersdorf am Kamp, wo offenbar Daniel Spoerl lebt, auf den hat sich der Autor jedenfalls in seinen Text bezogen und nach Wien ging es dann auch.

Da wurde  der Nachschmarkt und die tolle Gegend um die “Alte Schmiede” erwähnt und am Schluß gab es gleich unten und nicht, wie sonst üblich im Zeitschriftensaal, Wein, den offenbar der Verlag gespendet hat.

Ich bin sehr lange isoliert herumgestanden, habe Astrid Nischkauer und Ursula Ebel von der “Gesellschaft” beobachtet, bis sich die Frau des Autors meiner erbarmte und ein Gesoräch mit mir angefangen hat, wofür ich ihr sehr herzlich danke.

Dann bin ich versuchsweise zu Fuß nach Hause gegangen, habe das bis zum “Bärenmühlendurchgang”, wo auch gleich der Bus gekommen ist, geschafft und bin gespannt was ich noch, von dem jetzt in Berlin lebendenden Autor lesen und hören werde.

Fake News über Freud?

Vom Doml, wo ich heute ohne Bus hingehinkt bin und vorher noch eine Stunde im Bacher-Park im “Trüben Morgen” des “Leidenwegs” dritten Teil gelesen habe, bin ich am Abend in den “Salon Philosophique” gegangen, den Michael Musalek, den Leiter des “Prokschs Instituts” seit einigen Jahren veranstaltet.

Ein-zweimal oder vielleicht noch ein bißchen öfter, war ich dort, dann nicht mehr, da ich mich ja mehr für die Literatur als für Philososphie, interessiere und die Einladung zum heutigen Abend ist zu mir gegekommen, als ich im Jänner oder Februar dieses Jahres bei dem “Lach-Symposim” im der “Sigmund Freud -Uni” gewesen bin.

Thomas Ballhausen spricht über “Freuds Kokainaffaire”, das ist doch etwas für mich, weil ich den “Piessnitz-Preisträger” und Filmexperten ja als Schriftsteller kenne und auch noch ein ungelesenes Buch von ihm in meinen Regalgen liegen habe und Sigmund Freud, der Übervater der Psychotherapie natürlich auch, als junge Psychologiestudentin, die dann eine Ausbildung zur Verhaltenstehrapeutin machte, habe ich mich mit der Hansi Berger, meiner alten Freundin, die ich im “Kub der logischen Denker” kennenlernte, öfter darum gestritten.

Als Studentin bin ich auch öfter am Samstag, glaube ich, zu den Freud-Vorträgen in die Berggasse 19,gegagangen, die damals noch kein Museum war und zu einigen Freud- Veranstaltungen, bin ich die schreibende Psychotherapeutin natürlich auch immer wieder gegangen oder die Psychologin und Psyhotherapeutin , die schreibt, das ist hier, die wahrscheinlich nicht so leicht beantwortetbare Frage, aber die, das ich zu dem Vortrag von Thomas Ballhausen gehen werde, war wahrscheinlich leichter zu beantworten.

Die “Gabarage”, das Geschäft in der Schleifmühlgasse, wo, glaube ich, ehemalige Klienten vom “Anton Proksch-Institut”, schöne Sachen, wie Taschen, etcetera recyclen und dann verkaufen, war bald gefunden.

Ich humple da jetzt, ohne Bus, hin und der Vortrag von Thomas Ballhausen begann auch bald.

Er hat zum Erstaunen von Michael Musalek und vielleicht auch zu meinem, mit Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes begonnen.

Denn der war Kokain süchtig und Sigmund Freud hat sich in seiner voranaylitischen Zeit, wie es Thomas Ballhausen, der zu meinen Erstaunen, Forscher in den verschiedensten Instituten ist, erwähnte, sehr mit dem Kolkain als Bewußtseinserweiterung beschäftigt.

Er hat es auch, als Therapiemittel verwendet, was inzwischen wohl nicht mehr so funktioniert und der Vortrag mit den Experten im Publikum war sehr interessant.

Nachher gab es Wein und Knabbereien und ich habe sowohl, Michael Musalek zu seinem Freud-Bild, als auch Thomas Ballhausen angesprochen, ein paar Knabbereien genascht und ein paar Rotweingläser getrunken, der gar nicht so leicht zu öffnen war und interessant war, daẞ, der klassische Neurologe, wie ihn Michael Musalek nannte, der wohl eher zufällig zur Psychoanalyse gekommen ist  und da auch vieles von anderen übernommen hat.

Als Wagner-Jauregg, nachdem er den Nobelpreis für Medizin bekommen hat, Freud sagte, daß er für den für Literatur vorgeschlagen wäre, abgewinkt hat.

Denn er war ja Arzt und  Erfinder der Psychoanalyse, während ich über den bekanntlich, was meine Kritiker immer sehr entsetzt, sehr erfreut wäre, für den für Medizin natürlich nicht in Frage komme und einen für Psychologie gibt es ja nicht.

Neuanfang mit Figurenphantasien

Nach dem montäglichen etwas pessimistischen Fülltext kann ich proudly vermelden, es ist geschafft, der Rohtext der “Magdalena” fertig korrigiert und dem Alfred zur Bucherstellung übergeben, der Beschreibungstext verfasst, das Wunschgedicht von Richard Weihs, herausgesucht, das es auch diesmal wieder geben wird, vielleicht kann ich das Buch, wenn es  fertig ist, wieder im Hauptprogramm bei den “Wilden Worten” präsentieren und jetzt geht es ans nächste Werk und es stimmt, ich bin da ein wenig pessimistisch und ein wenig ausgeschrieben, der Buchtext animiert dazu, denn die Magdalena bringt ja ihren Roman auch nicht fertig, sondern widmet ihre Pension stattdessen ihrem Enkelkind und meines soll ja schon am Sonntag kommen, aber ein Projekt habe ich mir ja vorgenommen, nämlich ein zweites “Literaturgeflüsterbuch” mit den Texten über meine Bücher, als literaturwissenschaftliche Beigabe sozusagen.

Das muß mir der Alfred jetzt kopieren und ich werde zwischen den einzelnen Texten noch die Probekapitel der letzten dreizehn oder fünfzehn Bücher, die es auf meiner Website gibt, anfügen.

Damit bin ich dann mindestens den Sommer, wenn nicht auch noch im November, wo ich ja eigentlich nach Jurenka Jurks Romanfahrplan endlich einmal die “Heldenreise” ausprobieren im Rahmen des “Nanowrimos” ausprobieren wollte.

Aber da werde ich wahrscheinlich noch korrigieren, den “Nano” vielleicht wieder auslassen und die Ideen für das neue Werk, die Geschichte der Schauspielschülerin Fräulein No, die einen Job als Kellnerin in einem Sozialbeisl hat, wo sich der an einer Psychose erkrankte arbeitslose oder pensionierte Arzt Ulrich Blumenbach und die obdachlose Gerti Schuster, die sich sehr für Literatur interessiert, treffen, hat sich inzwischen von mir ein wenig abgewandet, so daß ich dachte “Das habe ich alles schon ein wenig angeschrieben und berührt mich vielleicht auch nicht wirklich!”

Ein paar diesbezügliche Notizen gibt es ja in dem roten Buch, das mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte und die Gerti Schuster, die immer sehr elegante und gutgeschminkte Obdachlose könnte auch die sein, die gefilmt wird, als sie einer Muslima das Kopftuch herunterreißt,  sie dabei wild beschimpft und dabei einen Politikskandal auslöst.

Nachdem ich jetzt an der “Magdalena” fast ein Jahr korrigiert habe, wird es beim “Literaturgeflüsterschreibebuch” auch nicht viel anders sein und ich habe mir zu überlegen, ob ich es mir wirklich noch einmal antun will, das fünfzigste selbstgemachte Buch zu schreiben, das dann keiner lesen will oder mich stattdessen, wie die Magdalena Kirchberg meinem Enkelkind zu widmen.

Aber die Idee meine Roman schreibenden depressiven Heldinnen, da gibt es ja schon einige in meinen Regalen, von dem Psychiater Theo Hardenberg dabei begleiten zu lassen, habe ich ja schon bei den “Berührungen”  ausgeführt und bei der Flüchtlingstrilogie, Teil eins, wo es ja auch, um eine Depressionslochdepression geht, begibt sich Thekla Morgenstern in eine bibliophile Gruppe die in der Pfarre von Janusz Warszinski von Fritzi <jelinek geleitet wird, wo sich wieder einige depressive Frauen, wie beispielsweise die Laura Augustin aus den “Dreizehn Kapitel” befinden könnte.

Eine depressive Heldin also, die einen Roman zu schreiben versucht, eine bibliophile Gruppe besucht, sowohl eine Schreibtrainerin, als auch einen Psychiater als Ratgeber hat, um  ihren Roman weiterzubringen und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler aus den “Zwillingswelten” gibt es auch auch, die als Leseratgeberin fungieren könnte.

Ein Gedankenspiel vergangener schlafloser Stunden und hier die neuerliche Romanschreiberin als Alter Ego integrieren, die sich wieder, wie in dem ersten Obdachlosenroman in ein Obdachlosencafe egibt, wo sich die drei schon erwähnten Personen befinden könnten, ein Szeniaro wie in der “Viertagebuchfrau”, die mich ja durch schwarzblau  begleitet hat.

Das wären also die bekannten Szenario, das, was ich schon angeschrieben, aber offenbar noch nicht wirklich ausgeschrieben habe oder etwas komplett Neues beginnen? Der Romanfahrplan der Jurenka Jurk mit ihrer “Heldenreise” könnte dazu animieren, aber wo nimmt man die wirklich neuen Themen her?

Dazu müßte, könnte, sollte man sich mit dem Notizbuch auf Stadtrecherche begeben, ein paar Monate in der Stadt herumlaufen und aufschreiben, was einer da begegnet oder wie in den “Berührungen”, ein Buch aus den Regal nehmen, eine Seite aufschlagen und das Wort das man dann findet hernehmen, um loszufabulieren.

Das wären die Ideen, die ich aber erst nach dem “Schreibliteraturgeflüsterbuch” angehen werde, wo ich mich auch eine Zeitlang mit den schon bekannten Figuren befassen werde, also mich erst beim nächsten oder übernächsten “Nanowrimo” damit beschäftigen und dann herausfinden werde, ob Buch siebenundvierzig etwas Neues oder schon Bekanntes bringen wird und bis dahin vielleicht ein bißchen regelmäßiger und genauer Aufzeichnungen in meine Notizbücher machen, damit ich dann schon etwas habe, auf das ich jeweils zurückgreifen kann.

Die Schwestern

Jetzt kommt der erste Teil von Alexej Tojstois Trilogie “Der  Leidensweg”, die, wie in “Wikipedia” steht, “Am Beispiel einer Intellektuellen Familie ein Panaroma der russischen Gesellschaft vor, während und nach der Revolution” zeichnet.

Sonst ist im Netz nicht sehr viel über das Buch zu finden, während man  über den 1882 oder 83 geborenen und 1945 gestorbenen Alexej Tolstoi erfahren kann, daß er ein Verwandter des berühmten Lew war, in Paris und Deutschland gelebt und unter Stalin Todesurteile unterzeichnet und Schauprozessen beigewohnt hat.

Der Dichter und seine Trilogie ist über Stephans Teichgräber Revolutionsworkshop, das ich nun schon das zweite Semester besuche, zu mir gekommen.

Das heißt, das Buch hat Stephan Teichgräber in November ein einem Antiquariat gekauft und ich habe mich erst zum Lesen entschlossen, als ich Band drei in einer “Globus-Ausgabe” im Schrank gefunden hat. Stephans Teichgräbers Anthologie, dessen erstes Kapitel von Teil eins wir ja ungefähr ein Semester lang gemeinsam mit Alexander Döblins Vierteiler über das Jahr 1918 bearbeiteit haben, stammt aus dem “Verlag für fremdsprachige Literatur Moskaus” aus 1955, wurde von Mamililian Schick übersetzt und ist  sehr schön gestaltet.

Die ersten Kapitel, die ich also schon sehr gut kannte, zeichnen ein Bild eines sehr dekadenten verkommenen Petersburg, in das der Dichter Bessonov des Nachts in der Kutsche fährt.

Alles ist dekadent und lüstern aufgemacht. In dem Lokal “Roten Schellen”, sitzt eine Dichterin, die an Anna Achmatowa erinnern könnte. In der “Philosophischen Gesellschaft” gibt es Vorträge und dort lernen wir auch Dascha, eine der Schwestern, ein neunzehnjähriges Mädchen, Studentin, der Rechtswissenschaft, das bei der Schwester Katja und dem Schwager, einem Rechtsanwalt, lebt, kennen.

Die Wohnung ist mit vielen futoristischen Gemälden ausgestattet, denn die ein paar Jahre ältere Schwester liebt es, sich mit moderner Kunst auszustatten. Es gibt auch jede Woche einen literarischen Salon und, daß Katja ihren <mann betrogen hat, erfahren wir auch sobald.

Die flieht nach Paris, der Schwager an die Krim und Dascha begibt sich zuerst aufs Land zu ihrem Vater, der dort Arzt ist und sich zu Tode raucht, zurück.

Auf der Schiffsfahrt dorthin verliebt sie sich in den Ingenieur Telegin und, daß das Ganze 1914 spielt, erfahren wir durch den Vater, der in der Zeitung von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajewo liest.

Das löst bekanntlich den ersten Weltkrieg aus, Telegin wird eingezogen, Dascha läßt sich als Krankenschwester ausbilden, um die verwundeten Soldaten in Moskau zu pflegen. Katja, die aus Paris zurückkehrt, tut es ihr gleich und Telegin gerät in österreichische Kriegsgefangenschaft.

Kommt aber zurück und nun sind wir schon im Jahr 1917, wo die Revolution beginnt. Der Zar wird gestürzt, die Dienstmädchen gehen zu Dienstmädchenversammlungen, der General erklärt den Soldaten, daß sie ihm nun die Hand geben und nicht mehr “Zu Befehl!”, sagen müssen und Katjas Mann kommt um.

Sie findet schnell Ersatz für ihn und kehrt von Moskau nach Petrograd, wo  inzwischen auch Dascha und Telegin  übersiedelt sind, zurück.

Damit endet der erste Teil, den zweiten “Das Jahr 1918” müßte ich mir von Stephan Teichgräber ausborgen, werde aber gleich zum “Trüben Morgen” übergehen, was dann wahrscheinlich nach der Revolution angesiedelt sein wird.

Montagsgeflüster

Heute habe ich eigentlich wieder ins Literaturmuseum zu einer Frederic Morton-Lecture gehen wollen, aber der Alfred will lieber ins Kino, wo es den Film “Inland” spielt, wo es um ehemalige SPÖ-Wähler geht, die inzwischen die FPÖ wählen, also in Zeiten wie diesen, wo gerade innerhalb von zwei Wochen die zweite Regierung angelobt wird, weil es kurz vor der EU-Wahl ein Video gab, das zum Rücktritt von Vizekanzler Strache führte, dann wurde Innenminister Kikl abgelöst, worauf die gesamte FPÖ-Regierung zurücktratt und es am Montag nach der EU-Wahl einen Mißbtrauensantrag an die Regierung sowie Kanzler Kurz gab, während wir am Donnerstag zuerst in den Museen und dann am Ballhausplatz auf der Demo waren, hat  Bundespräsident van der Bellen, eine neue Experten-Bundeskanzlerin angelobt, die jetzt ihr Übergangsteam zusammen hat und es gibt schon Spekulationen, daß die Grünen nach der Neuwahl im September oder so, der Termin steht noch nicht fest und da habe ich mich mit dem Alfred am Donnerstag sehr gestritten, weil der meinte, daß es gar nicht fix sei, daß es Neuwahlen gäbe, weil manche aus taktischen Gründen, die Expertenregierung länger im Amt haben wollen, ich will das nicht und denke, daß der Film ganz interessant sein wird, obwohl er mir wahrscheinlich nicht so viele neue Erkenntnisse bringen wird und eine Vorlesung zur Literatur über Frederic Morton, dessen “Eigkeitsgasse”, ja, das erste “Eine Stadt-ein Buch” Exemplar war, so daß ich den 2015 in Wien verstorbenen Schriftsteller, den ich, glaube ich, anläßlich der Aktion auch gesehen habe, kennenlernen und lesen konnte.

Es gibt aber sicher einiges zu flüstern, was ich in den Turbulenzen der letzten Tage und Wochen vergessen habe und nicht dazugekommen bin.

Am Dienstag nach Ostern ist ja mein Gips heruntergekommen, so daß ich wenn auch Anfangs und vielleicht auch noch immer ein wenig mühsam, wieder zu Veranstaltungen gehen konnte.

Der Alfred ist gleich am nächsten Tag mit dem Karli auf große Kuba-Reise gegangen und vor zwei Wochen, als Österreich gerade von dem “Ibiza-Video” erschüttert wurde, wieder zurückgekommen.

Dazwischen hat es unseren zweiten Spaziergang im öffentlichen Raum, der eigentlich eine U-Bahnfahrt war, gegeben, der von der VHS initiierte ist ja  ausgefallen, meine Lesung aus der “Unsichtbaren Frau” hat es im Republikanischen Club mit nur sehr wenig Zuhörern gegeben, was ich eigentlich sehr schade finde, denn es ist ja ein sehr schönes und jetzt sehr aktuelles Buch, dafür wird es am 16. 7. im Cafe Westend eine kürzere Lesung draus geben und als ich vor zwei Wochen bei“Krit-Lit” war und mich da länger mit Gernot Rgger unterhalten habe, hat mir der die heurigen “Bachmann-Leser” auf seinem Handy gezeigt.

Daß die bekanntgegeben wurden, ist mir offenbar entgangen und der “Bachmann-Preis” wird heuer wieder eine Woche früher, also ende Juni, wie das früher war, stattfinden.

Es lesen fünf oder sechs Österreicher hat mir Gernot Ragger gesagt, darunter sind mir Sarah Wipauer, die meinen Blog eine Zeit lang verfolgte und Lukas Meschik von dem ich schon was gelesen habe bekannt, die anderen Auserwählten nicht so sehr.

Das heißt von Birgit Birnbacher habe ich auch schon was gelesen und sie war auch sowohl für den Blogglerdebutpreis als auch für den “Alpha” nominiert. Sonst stehen noch Ines birkhan, die ich vielleicht vom Sehen kennen könnte, Leander Fischer und Julia Jost als Österreicher auf der Liste, die ich, wie alle anderen Autoren erst kennenlernen muß, also sehr spannend, obwohl leider weit weg von mir, denn ich befinde mich ja sehr Abseits vom Literaturbetrieb und streite inzwischen eher mit dem Uli auf seinem Blog über die Politik herum, als daß ich hier einen ernsthaften literarischen Diskurs führte.

Schade, kann man aber nichts machen, die Politik ist aber auch interessant, beziehungsweise bedenklich und sonst war ich gestern mit dem Alfi wieder auf der Mostalm, zweimal auf der Demo und was die Literatur betrifft, korrigiere ich immer noch an der “Magdalena Kirchberg” herum und scheine nicht und nicht damit fertig zu werden, was vielleicht auch etwas bedeutet, daß das nicht zu gehen scheint, weil ich mir dann immer denke “Soll so sein, es müßte aber von außen etwas kommen, was ermutigt und neuen Schwung und neue Richtug gibt!”

Aber da kommt ja nichts und, wenn ich endlich damit fertig bin,  ist vielleicht schon Sommer und ich in der Sommerfrische oder die ist vielleicht auch schon wieder aus, will ich ja ein neues “Literaturgeflüsterbuch mit meinen Texten übers Schreiben” erstellen und dann was Neues schreiben, aber was, ich habe zwar schon eine Idee, finde sie aber inzwischen nicht mehr so interessant und schwanke zwischen dem “Das wird ja nichts!” und “Ich bin schon ausgeschrieben!”, weil ich ja in meinen über vierzig selbstgemachten Büchern schon wirklich alles angeschrieben habe.”

Trotzdem hat mir das “Literaturgeflüster” literarisches Selbstbewußtsein gebracht, ich habe mir eine “Wikidpedia-Seite” erstellt und jetzt da alle meine Bücher drinnen, die die mir ein paar jahre ja herausgestrichen haben, weil, “Selbstgemachtes, nein das wollen wir nicht!”

Das hat sich inzwischen, wie ich immer schreibe, zwar sehr geändert, es schreiben jetzt wahrscheinlich wirklich alle Leute, die das wollen und stellen ihre Bücher bei “Amazon” ein, angebich liegen die dann auch ganz vorne im Ranking, was mich immer noch ein wenig wundert, weil die Leute auch viel weniger lesen, in den Literaturbetrieb und auf Buchpreislisten, was für mich interessant wäre, kommt man damit aber, glaube ich, noch immer nicht und auf meinen Blog, wo ich meine Bücher, glaube ich, gut vorstelle, dümple ich damit nur dahin.

Soll so sein und macht auch nicht wirklich was, auf mein Selbstbewußtsein drückt es dich dann aber doch wieder aus, obwohl ich zu mir und meinem Schreiben stehe und denke macht ja nichts, wenn das niemanden interessiert, aber ein bißchen schade ist es natürlich doch.

Dann bleibt dann nur das Lesen über und seit ich Rezensionsexemplare bekomme und es die “Bücherschränke” gibt, türmen sich bei mir die Bücher,  komme mit dem Lesen nicht mehr nach und würde es auch nicht schaffen, wenn ich ein zehn Mal so langes Leben hätte.

Da würde ich ganz gerne, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, wieder einen Büchertag machen und einen Artikel darüber schreiben, beziehungweise meine Leseliste vielleicht wieder ein bißchen auffrischen. Mal sehen, wann und wie das wird, weil sich meinLeseenthusiasmus auch ein wenig verdümpelt hat und ich mir jetzt auch öfter denke, wozu soll ich das lesen, die anderen tun das bei mir ja auch nicht?

ich lese aber inzwischen Tolstois “Leidensweg”, erster Teil und finde das ganz interessant, den ersten Weltkrieg auch von der anderen, der russischen Seite, kennenzulernen und werde im Juni, weil jetzt keine oder weniger Rezensionsexemplare kommen, mich an meine “Backlist” machen, die ja sehr interessante Schmankeln hat.

Das also zu meinem literarischen Alltag oder meinen “Literaturgeflüster”, wo es ja auch Eniges jenseits des Veranstaltungskalender zu vermelden gibt.

Im sommer wird es wahrscheinlich wieder die “O-Töne” geben, da habe ich aber noch kein Programm gefunden und die Cafe Prückl- Sommerlesereihe, wo ich leider keinen Termin bekommen habe, obwohl ich mich bei Birgit Schwaner darum beworben habe, Christa Nebenführ, die das früher machte, war ja von meinem realistischen Schreiben nicht so begeistert und hat mir das auch sehr direkt gesagt,  nun ja, nun ja, auch das realistische Schreiben ist wichtig und ein bißchen Anerkennung drum herum wahrscheinlich auch. Und das Enkelkind wird wohl auch bald kommen, am neunten wäre der Geburtstermin und da ist ja Pfingsten und da werden wir wieder in Harland sein und nach Nußberg an der Traisen zum Pfingstmarkt radeln, denn das Radfahren ist ja kein Problem, nur das Stiegensteigen nach unten, ist noch ein bißchen schwer, aber das trifft wahrscheinlich auch in den anderen Bereichen so zu.

Kreise ziehen

Nun kommt ein Quartbuch aus dem “Wagenbach-Verlag”, das ich als E-Book gelesen habe. das Debut des  in Bangladesh geborenen und in Toronto lebenden Arif Anwar, das 2018 unter den Titel “The Storm” erschienen ist und die Geschichte, die von verschiedenen Liebespaaren, die zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten lebten und die kunstvoll miteinander verknüpt ist,  bezieht sich auch auf einen Sturm, den es 1970  in Bangladesh, Bengalen, gegeben hat.

Von dem wird Honfua überrascht und nachdem sie ihre Besitztümer vergräbt und ihre Freundin bittet, ihren kleinen Sohn in Sicherheit zu bringen, geht sie in einem Tempel zu der Göttin Kali beten, obwohl sie längst zum Islam, dem Glauben ihres Mannes, dem Fischer Yamir konvertierte und daher in der Dorfgemeinschaft zur Außenseiterin geworden ist.

Das nächste Kapitel spielt dann 2004 in Washington DC, da ist Shar, oder Shahryar, ein Absolvent eines Politstudiums, dabei seine kleine Tochter Anna, mit deren Mutter er nicht verheiratet ist, zu besuchen. Sein Aufenthaltsvisum läuft ab und er muß, wenn er keine Stelle findet, nach Bangladesh zurück, will aber bei Anna bleiben, so gerät er in Kontakt zu einem Anwalt, der ihm eine Stelle verspricht, wenn er dafür für ihn spioniert.

Dann geht es in die Vierzigerjahre nach Indien zurück, dort wird Rahim, der später mit seiner Frau Zahira, Shar, nachdem dessen Eltern bei dem Sturm umgekommen sind, adoptierten, entführt, Lösegeld wird verlangt, was ihn und Zahira veranlassen, nach Bangladesh zurückzukehren, was einige Verwicklungen auslöst, die erst später erklärt werden.

Es gibt dann noch eine paar weitere Handlungsstränge, die in die Politik des geteilten Indiens, ab der Neunzehnhundertvierzigerjahre einführen, so gibt es eine britische Ärztin, die einen gefangenen japanischen Piloten rettet und einen aus Österreich stammenden budhistischen Mönch, den der Pilot in Burma aufsucht, gibt es auch.

Nicht chronologisch, sondern durcheinander, werden dieser einzelnen Handlungsstränge erzählt, so daß sie erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt und einen langsam in ein wahrscheinlich fremdes Land und eine fremde Kultur einführt und so ein interessantes Panaroma der Liebe und, wie im Beschreibungstext steht “der Versöhnung und darüber, wie Menschen einander helfen und man eine Familie findet” entsteht.

Eine Parallele zum heutigen Flüchtlingsgeschehen und den Verwirrungen, die Menschen, durch durch Krieg erleiden, läßt sich dabei auch  ziehen.

Suchbild mit Katze

Jetzt kommt wieder etwas von meiner Backlist, nämlich ein Buch, das mir der Alfred im April 2017 in Göttweig bei “Literatur und Wein” kaufte, Peter Henischs  Memoiren, mit dem der 1943 in Wien geborene, auf der Long- und Shortlist des ersten öst Bps gestanden ist, den dann Friederike Mayröcker gewonnen hat

Peter Henischs, von dem ich ja gerne schreibe, daß ich ein Fan von ihm bin und lange gedacht habe, wenn der bei “Residenz” verlegt, muß es auch bei mir klappen, Kindheitserinnerungen, wo der kleine Peter am Ercker des Hauses von dem im Krieg ein Stück heruntergebombt wurde, mit seiner Katze sitzt und über seine frühen Erinnerungen nachdenkt, beziehungsweise, die immer wieder mit Einsprengseln, aus seinem späteren Leben, wo er mit seiner ersten Frau Sonja nach Griechenland fährt, mit seiner jetztigen Partnerin Eva in Italien das Meer und es erst nicht und dann später doch findet und sein Leben einer jungen Reporterin erzählt, die immer wieder kritische Fragen stellt.

Das Buch ist bei “Deuticke” erschienen, ich habe daraus eine Diskussion mit Jochen Jung, der ihn ja früher verlegte und Martina Schmidt in der “Gesellschaft” gehört, auf der “Buch Wien” und auch sonst wahrscheinlich 2016 daraus gehört und das Buch, nachdem Peter Henisch es mir signierte, auf dem Harlander Stapel liegenlassen, es aber auf meine 2019 Leseliste gesetzt.

Eigentlich ein sehr einfaches Buch und auch schnell zu lesen, vor allem wenn man auch in Wien und ein paar Jahre später geboren ist und Peter Henisch bezieht sich auch immer wieder auf seine Werke, vor allem aber bezieht er sich auf seine Katzenliebe. Er hat auch einmal in einem Aufsatz mit dem Titel “Was ich werden will?” “Katze” geschrieben und als der Lehrer mahnte, daß das kein Beruf sei, “Schriftsteller” hinzugefügt, weil man dann ja über so etwas schreiben kann.

Der kleine Peter, Sohn eines sehr erfolgreichen Fotografen, über den er eines seiner ersten Bücher geschrieben hat, ist ein sehr altkluges Kind, daß da in einer Schar von intellektuellen Erwachsenen aufwächst. Er gewinnt bei den Spielen immer und verblüfft die Erwachsenen durch seine Klugheit, im Flur hängen erotische Bilder von nackten Frauen, die der Vater geknipst hat, die Eltern nehmen ihn auch immer ins Kino und da oft in nicht jugendfreie Vorstellengen mit.

Als er aber in die Schule kommt und das erste Mal unter Kindern ist, hat er Tränen in den Augen, die der Vater dann prompt fotografiert, weil er das nicht gewohnt ist.

Er ist in Schreiben und Lesen, den anderen weit voraus, im Rechnen nicht so sehr, er hat auch einen gutenLehrer, der ihn an “Dr. Doolittle” erinnert. Diese Bücher über den mit den mit Tieren sprechenden Arzt, hat er, wie auch ich, gern gelesen und hat, weil darin keine Katzen kommen, auch eine Fortsetzung schreiben wollen.

Karl May hat er auch sehr gern gelesen, das hat er mir voraus und ist mit seinen müttlerlichen Großvater wandern gegangen, als er schon etwas größer war.

War er noch kleiner, haben ihn die Eltern, wenn sie Zeit für sich haben wollten oder die Mutter den Vater zu Presseterminen begleitete, zu den Großeltern in die Hasengasse gebracht.

Über die andere, die “belesene Oma”, die mit dem Enkel durch den Stadtpark spazieren ging, hat Peter Henisch auch schon ein Buch geschrieben und seine erste Liebe war die Hausmeistertochter Friedi, die er in einem Gedicht vereweigt hat.

Präsident Renner ist gestorben, Theodor Körner folgte ihm nach und den Film “Erster April 2000” mit Josef Meinrad in der Hauptrolle hat der kleine Peter im Apollokino gesehen und da mit etwas Mühe ausgerechnet, wie alt er zu diesem Zeitpunkt sein würde?

Ein interessantes Buch, über das man sich, wie schon geschrieben, schnell durchliest, das vielleicht nicht so ganz literarisch ist, aber Peter Henisch hat damit ja fast den östBp gewonnen,  inzwischen auch schon weitergeschrieben und das neue Buch, beziehungsweise den wiederaufgelegten “Mai” auch bei den letzten “O-Tönen” vorgestellt.