Mord im Lainzer Tiergarten

Krimi drei, die mich diesen Sommer begleitet haben, ist eigentlich keiner, sondern die Beschreibung eines realen Mordes, den es in Wien im Jahr 1928 gegeben hat und den der 1955 in Wien geborene Beppo Beyerl fiktional aufgearbeitet hat. Dabei gleichzeitig die zeitgeschichtlichen Hintergründe erläutert und auf das “Gmeiner-Buch” bin ich bei der Sommerlesereihe im Cafe Prückl aufmerksam geworden, als dort Beppo Bepperl und Erika Kronabitter gelesen haben und ich weiß gar nicht genau woher ich Beppo Bayerl kenne und wo ich ihn kennengelernt habe?

Inzwischen ist er GAV-Mitglied. Er war aber auch, glaube ich, beim PEN un d ist sicher ein vielseitiges literarisches Talent, der das Klo und die Wege nach Triest beschrieben hat und als ich im Cafe Prückl erfahren habe, daß er einen Gmeiner-Krimi hat, war ich erstaunt und wollte ihn unbedingt lesen, weil ich ihm das eigentlich nicht zugetraut habe. Es ist aber, wie schon geschrieben, keiner. Aber doch eine gut recherchierte erzählende Geschichte und das übliche Gmeiner-Sätzchen, daß Personen und Handlung freierfunden oder zufällig sind, stimmt also gar nicht, wie der Autor im Nachwort auch genau beschreibt.

Denn den Mordfall hat es gegeben. Alles andere dürfte er erfunden oder zusammengestellt haben, wie er im Nachwort beschreibt. Die Namen der Personen hat er geändert oder erfunden und in die Handlung auch in seine Lieblingsstädte Triest, Wien und Südböhmen darin einbezogen.

Da wird also eine Frauenleiche im Lainzer Tiergarten gefunden und man weiß lange nicht. um wem es sich handelt. Erst der Zahnarzt kann Auskunft geben, daß es sich um eine Luzzy Pelzer handelt könnte und den ermittelnden Kriminalbeamten hat Beyerl, glaube ich, überhaupt erfunden. Es war aber auch wirklich eine Dreiecksgeschichte. Die Stelle, die Beyerl im Cafe Prückl gelesen hat, wo der Kaufmann Franzl Berger mit einer Alice Decker in den Lainzer Tiergarten essen geht. Passt vielleicht nicht ganz in die Handlung, denn die Leiche heißt ja Luzzy Pelzer und die ist aus einfachen Wiener Verhältnissen nach Triest gekommen, wo sie sich reich verheiratet hat. Nun aber Witwe ist und sich auch im Glücksspiel verschuldet hat. Dann lernt sie einen angeblichen Grafen kennen, den sie später heiratet und ein Pelz- und Schmuckschmuggel beginnt.

Was da dahinter steckt, habe ich auch nicht ganz verstanden. Die Drei leben aber gut davon. Dann wird Luzzy ermordet und der Inspektor ermittelt. Zuerst wird, wie offenbar in diesen Fällen üblich, der Ehemann verdächigt. Aber der hat ein Alibi, war nämlich mit einer anderen Frau im Bett. Also kommt der Kaufmann dran. Der wird angeklagt und schließlich freigesprochen. Verkraftet das alles aber nicht, sondern erhängt sich ein paar Tage später, was auch in der Realität geschah und weil der Kaufmann Jude war, haben die Nazi das Ganze auch noch entsprechend ausgeschlachtet. Das war aber ungefähr zehn Jahre später. Vorher fand der Generalstreik und der Mord von Schattendorf statt.

Spannend, spannend und auch, wie unterschiedlich Krimis sein können. Das hier ist eher die Dearstellung eines realen Falles und keine Serie, wie bei Erich Weidinger und Annemarie Mitterhofer und ich habe festsellen können, wie vielseitig Beppo Beyerl ist, dem ich einen so langen erzählenden Text eigentlich nicht zugetraut habe.

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