Dschomba

Buch acht des Öst “Dschomba” stammt von keiner Unbekannten, habe ich von der 1967 in Linz geborenen und in Eveding aufgewachsenen Wirtstochter Karin Peschka, glaube ich, das erste Mal gehört, als die den “Wartholzer Literaturpreis” gewonnen hat.

Dann habe ich den “Watschenmann” gelesen, in dem der Dragan Dschomba schon auftaucht und Karin Peschka, die Spezialistin der Fünfzigerjahre mit ihrem eigenen unverwechselbaren Ton, auch in ihrem neuen auf der Öst stehenden Buch treubleibt.

Ich habe dann sehr viel, fast alles von ihr gelesen und war auch auf verschiedenen Lesungen, beispielsweise im “Musa” und auch beim “Alpha”, den siegewonnen hat. Dann kam “FanniPold”, das, glaube ich, in einem Wirtshaus aber in der Gegenwart spielt.

Mit einem Text aus der “Autolyse Wien”, das auch auf der Longlist “stand, hat sie glaube ich beim “Bachmannpreis” gewonnen.

Mit “Putzt euch tanzt lacht” stand sie 2020 der auf Öst-Shortlist und jetzt der neue Roman über Dragan Dschomba oder eigentlich über den Serbenfriedhof bei Everding, wo ihre Eltern ein Wirtshaus haben oder hatten und Karin Peschka dort ausgeholfen hat und auch lange mit ihrem Sohn da lebte.

Den Serbenfriedhof und das Zwangsarbeiter- oder Kriegsgefangenenlager, von dem niemand in der Stadt sprach und man auch nicht in der Everdinger Hauptschule hörte.

Das hat Karin Peschkas Neugier geweckt und so hat sie sich mit dem in zwei Strängen handelden Roman, die Vergangenheit zurückerobert oder erschrieben, wie sie, glaube ich bei Lesung im März im Literaturhaus erzählte.

Zwei Handlungsstränge, der eine spielt in den Fünfzigerjahren. Im November 1954 beginnt es, glaube ich, wo ich meinen ersten Geburtstag hatte und da tanzt der halbnackte Dragan Dschoba plötzlich am Serbenfriedhof und versetzt den Dechanten und noch einige andere in Unruhe.

In sehr kurzen Kapitel mit einer eher künstlichen Sprache wird all das geschrieben. In den Fünfzigerjahren von dem Serben erzählt, der am Friedhof offenbar seinen Bruder Pavle suchte. Dann vom herzkranken Dechanten aufgenommen wird und als dem von einem Denunizanten verraten, ein Praktikant geschickt wird, zieht er in ein Häuschen beim Friedhof und zwanzig Jahre später, als die kleine Wirtstochter zehn <jahre alt ist, kommt der Herr Dschoba in das Wirtshaus, bestellt sich am Stammplatz ein kleines Bier und so nähern wir uns den Geschehnissen allmählich an.

Ein wenig lang würde ich kritisieren und meine, daß man das Ganze kürzen hätte können. Aber sicher spannend wieder ein Stück der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte zu erfahren, so daß man sich auf dieser Öst ein weiteres Stück der österreichischen Provinz erlesen kann.

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