Wieder “Wien-Reihe” in der “AS” und als ich den Schmiedesaal erreichte, war es ganz voll. Lauter junge Frauen. Benedikt Pühretmayr hat mir wieder einen freien Platz gezeigt bzw. mir einen Sessel hingestellt und Julia Danileczyk verriet dann, daß das lauter Studenten derKomparatistik wären, die in das literarische Wien hineinschnuppern.
Das tue ich auch und Eva Geber,, die glaube ich, inzwischen auch eine Wien Stipendiatin ist, ist später auch noch gekommen und die zwei Frauen, die gelesen haben, eine Förderungspreisträgerin und eine Stipendiatin, haben beide etwas mit der “Sprachkunst” zu tun und haben beide aus bereits erschienenen Büchern gelesen.
Die in Prag geborene Rhea Krcmarova, die ich kennenlernte, als ich bei dem ersten Open House, der Sprachkunst war, stellte ihr neues bei “Kremayr & Scheriau” erschienenes Buch “Monstrosa” vor, das sehr interessant sein dürfte.
“Schauerroman” steht glaube ich irgendwo und Johanna Öttl ,die einleitete, erzählte glaube ich auch etwas von einer Metamorphose. Dabei geht es um eine eßgestörte und sich selbstverletzende Opernsängerin, die von ihrer Gesangslehrerin zu einem Therapieaufenthalt gezwungen wurde.
Julia Danielcyk meinte, daß es nicht viele Romane über Eßstörungen gäbe. Da kann ich ihr aber das Buch der Barbara Rieger “Friß oder stirb” und Patricia Modispachler “Bananenangst” empfehlen und zitierte dann Freud zur Erkläungen von Eßstörungen. Rhea Krcmarova meinte, das wäre der Druck auf das Frauenbild und dann wurde darüber diskutiert, daß heute auch die Sängerinnen schlank sein müssen, um gute Rollen zu bekommen.
Das zweite Buch, schon länger erschienen, “Was bei uns bleibt” der 1988 in Bratislava geborenen Didi Drobna, deren Debut bei der “Edition Exil” erschienen ist.
“Als die Kirche den Fluß überquerte” habe ich gelesen und dieses Buch handelt von den Patronenfrauen der Munitionsfabrik in Hrtenberg und spielt sowohl in der Jetztzeit, als auch im Jahr 1944, wo die achtzehnjährige Klara mit einer Zwangsarbeiterfrau in Verbindung kommt.
Didi Drobna hat für das Buch viel recherchiert und Fotos von der heutigen Fabrik, die inzwischen eine Ruine ist und von den Patronenfrauen gezeigt und nachher wurde darüber diskutiert, ob man die Lücken in einem Dokumentationsroman mit Fiktion füllen kann. Erich Hackl tut das, glaube ich, nicht, Didi Drobna, die nicht von der Dokumentieren kommt, schon. Nachher konnte man noch ein bisschen plaudern oder Bücher kaufen. Brot und Wein gibt es aber nicht mehr, was wahrscheinlich schade ist und Erinnerungen an die “Literatur im Musa” weckt.