Die kleinen Dinge

Den “Nobelpreis für Literatur” wird heuer, wie letzte Woche verkündet wurde, der 1959 in Norwegen geborene Dramatiker und Prosaautor Jon Fosse bekommen, von dem ich schon zwei Bücher, gelesen habe und nicht ich, natürlich, lieber Uli, da habe ich wohl keine Chance, das weiß ich schon, obwohl man in den Schreibseminaren immer hört, daß man sich große Ziele setzten soll und die Hoffnung wahrscheinlich zuletzt stirbt.

Da ich aber trotzdem über fünfzig Jahre schreibe, das ich ja kontunierlich betreiben und meiner inzwischen über oder an die sechzig selbstgemachte Bücher habe und meinen unentwegten Beschäftigung mit dem Lesen und den Veranstaltungsbesuchen, offenbar ganz ganz unten stehe, das heißt keinen wirklichen Verlag oder den nur mit zwei Sachbüchern gefunden, keine Buchpreise und auch keine Stipendien, obwohl ich in einigen Jurien war und in zwei derzeit auch bin und es nicht und nicht schaffe literarisch aufzufallen, ist das schon ein Problem, das mich manchmal zum Weinen bringt.

“Konzentriere dich doch auf kleineren Erfolge!”, hat mir Maria Gornikiewicz einmal geraten, als ich ihr und das tue ich ja eigentlich nicht sehr oft, meinen “kühnen Wunsch” verraten habe und sie hat recht damit.

Natürlich muß es ja nicht gleich der hehre Schwedepreis sein, wo ich vor 2019 gedacht habe, daß den zwar 2004 die jelinek aber nicht der Peter Handke bekommt. Das hat sich jetzt geändert, aber den ist der Preis auch nicht gut bekommen und die Häme von Sascha Stanisic und vom Lteraturcafe, etc, ist über ihn drüber gefahren.

Also die kleinen Dinge, um die ich mich ja redlich bemühe, also die ganz kleinen Lesungen, wo man fast kein Honorar bekommt oder mit dem Hut herumgeht.

“Was du willst ein Honorar?”, hat der Uli mir einmal geschrieben und als ich vor Jahren die” “Mittleren” oder eine Lesung der Lesefrauen im Literaturhaus organisierte, hat sich meine Cousine Elisabeth gewundert, daß man da dreihundert Euro für zehn Minuten lesen bekam.

“Nun schreiben muß man das Ganze auch. Aber ich habe, da ich ja gerne lese, öfter Lesungen, wo man zwar als “Künstler” bezeichnet wird, aber kein Honorar bekommt, da gibt e zwar den GAV-Zuschuß den man zweimal im Jahr bekommen kann und damit wurschtle ich mich durch, habe am Volksstimmefest gelesen, bei der “Poet-night”, bei der Art Margareten, meinem literarischen Geburtstagsfest, etcetera, seit ich blogge und darüber schreibe hatte ich ungefähr zehn Lesungen im Jahr. Das heißt bis 2020, denn dann kam Corona und es war aud einmal aus. Mit den Lesungen mit dem Schreiben natürlich nicht, denn da sind ja glaube ich schon an die fünfzehn Corona-Bücher entstanden.

Jetzt ist Corona zwar noch nicht aufgearbeitet, aber keine melde- und maskenpflichtige Krankheit mehr und es gibt wieder Lesungen, das heißt beim Volksstimmefest seit 2020 auch keine mehr, weil den neuen Veranstaltern mein “Männerhassender Feminist” aus den “Hundert Tagen” nicht gefiel und so gab es im Vorjahr, wo man wieder Masken und testfrei lesen konnte, ein eher mikriges Geburtstagsfest, die “Poet night” und beim Open Mike im “Werkl im Goethehof”, habe ich auch gelesen. Das war es, glaube ich und heuer bin ich mit sehr viel Pomp und Aufwand in mein Jubiläumsjahr gegangen.

Fünfzig Jahre schreiben und fünfzehn Jahre Literaturgeflüster, wow das ist schon was und der siebzigste Geburtstag steht auch noch aus und da wird es ein Fest geben, wo ich allerdings nicht fünzig sonder nur zwanzig Leute eingeladen habe.

Und das Jahr hat ja eigentlich recht erfolgreich angefangen. Denn da hat mich ja Alex Hartl eingeladen über Erika Danneberg zu berichten und der “Ohrenschmaus” hat mich aufgefordert, das Gstöttmeier-Buch zu lektorieren, das bei der “Buch-Wien” präsentiert werden wird.

Das war es dann, der Rest des Jahres bin ich wieder bei den Veranstaltungen isoliert herumgestanden oder habe sogar einmal überraschend gelesen und als ich am vorigen Samstag der sehr bemühten Susanne Kristek, die mich danach fragte, antwortete, daß ich über sechzig Bücher habe, war mir das dann eher peinlich.

Wui, das sind ja keine richtigen Bücher, sondern selbstverlegt und kürzer werden sie auch immer und dann handeln sie noch von Corona und vom Frieden, was man auch nicht darf und dafür, wenn das heruaskommt, vielleicht für einen Spottpreis nominiert wird. Werde ich natürlich nicht, denn mich liest ja keiner und ich lese derzeit auch eher langsam. Bin ich beim dBp erst bei Buch sechs, aber doch den dreifachen Buchpreis, wo ich bei der Öst schon fast fertig bin.

Wir sind heuer auch viel herumgefahren. Waren in Leipzig, der “Literatur und Wein”, in Frankfurt bei der Poetenvorlesung des Clemens J. Setz, bei Gerhard Jaschkes Sommerfest, bei dem der Eva Brenner und beim Auden Festival und dann noch bei der Doris Kloimstein in Saint Denis d´ Oleron.

Einige Jubiläumsartikel habe ich im Jubiläumsjahr herausgestoßen und mir immer wieder gedacht, selbstbewußt zu sein. Denn das ist ja schon was, fünfzig Jahre kontuierlich literarisch schreiben, sechzig selbstgemachte Bücher, das Buchpreislesen und fast jeden Tag eine Literaturveranstaltung, auch wenn das niemand merkt und man das vielleicht auch niemanden erklären kann, ohne lächerlich zu wirken und so neigt sich das Jahr allmählich zu Ende und das passiert ja mit der Frankfurter Buchmesse, bei der ich 2002 das letzte Mal war, der dBp Preisverleihung, die ich streamen werden und dann naht auch noch die Buch Wien, wo ich mich schon akkredidiert habe und die Einladung zur Preisverleihung am sechsten November ist auch schon gekommen.

Also tut sich doch etwas, die “”Poet Night”, wo ich noch festlegen muß, was ich lesen werde, wird am zwanzigsten Oktober und diesmal im Republikanischen Club sein, wozu ich schon alle herzlich einlade und dann habe ich mich für den achtzehnten November wieder zum “Open Mike” im “Werkl” eingeladen, was vielleicht auch keine richtige Lesung mit richtigen Publikum ist und dann hat mich gestern noch der liebe Rudi eingeladen am dreißigsten November mit ihm im “El Speta” zu lesen, was ich schon einmal tat.

Es tut sich also doch etwas und eigentlich ist schon sehr literarische, denn abgesehen von meinem Brotberuf, den ich noch immer habe, dreht sich mein ganzes Leben um die Literatur und wer davon etwa mitbekommen will, den lade ich ein, meinen Blog zu lesen und vielleicht auch gelegentlich zu kommentieren.

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