Buch sechzehn der deutschen Longlist und das achte der sechs Österreich-Bücher “Weil da war etwas im Wasser” des in Deutschland geborenen Luca Kieser, der in Wien lebt und dort an der Sprachkunst studierte und dessen Debut bei “Picus” erschien und daß das sehr experimentell ist, habe ich schon aus verschiedene Besprechungen erfahren.
Der “Papierstaupodcast” war voll begeistert und ich muß schreiben, ich habe das Tolle an dem Buch nicht gefunden. Mir schien es wieder als ein Run von Hunderten ins Hundertstausende mit Fußnoten, Vor und Rückblenden und den verschiedensten Erzählsträngen, die eigentlich keine sind, denn der Erzähler ist ja ein Tintenfisch. Ein Riesenkalamar oder eine Kalamarin, beziehungsweise deren Arme und das halbe Sachbuch, daß das Buch auch sein soll, habe ich auch nicht gefunden. Ich habe auch einiges überflogen, weil mir das Hin und her zu viel war und ich mir die Zeit nicht nehmen wollte, das Ganze solange zu studieren, bis ich alles verstanden habe.
Denn eigentlich geht es ja weniger um diesen Tintenfisch, den zu Literatur zu machen, offenbar derzeit modern zu sein scheint, sondern, wie schon geschrieben um eine Unzahl von Erzählsträngen.
Da gibt es eine Familie Sanchez, deren Stammbaum man am Schluß sehen kann. Es wird innerhalb des Buches mehrmals darauf hinzuweisen und da würde mich interessieren, wie sich das E-Pup, das ich gelesen habe, vom Printbuch unterscheidet? Denn im Pup kann man hin und herswitschen wird von hinten nach vorn und wieder zurückverwiesen und diese Familie Sanchez besteht auch aus einer Sanja und einer Dagmar. Die Erste ist zweiundzwanzig, studiert im dritten Semester Publizistik und macht, höre und staune, ein Praktikum auf einem Schiff, das sich mit Fischfang, also auch mit dem Kalamar beschäftigt.
Die Dagmar soll den Tintenfisch nach Deutschland bringen, habe in der Beschreibung gelesen. Jules Vernes hat sich glaube ich auch mit Tintenfischen beschäftigt. Es gibt den “Weißen Hai” und einen jungen Autor, der während des Lockdowns seine Vorhaut operieren läßt. Der ist während eines Stipendiumsaufenthalt mit der real existieren Autorin Helene Bukowski in Berührung gekommen und gibt am Tag seiner Operation sein “Flamingo-Manuskript” seiner Agentin ab.
Der “Papierstau-Podcast” schwärmte, daß man in dem tollen Buch sehr viel über das Schreiben erfährt. Das sind wohl diese Stellen und was das mit dem Tintenfisch im Wasser zu tun hat, habe ich auch nicht so verstanden.
Ein sehr experimentelles Buch also des Sprachkünstlers. Robert Huez hat es auch gelobt, als ich ihm am Sonntag erzählte, daß ich es lesen würde.
Wenn ich alles, was mir so einfällt, wild durcheinander schreiben würde, würde mir wohl Kritik vom lieben Uli oder auch von wem anderen blühen. Hier denke ich fast, daß die das experemtentelle Schreiben mit dem freien Assozieren vermischt wurde, denn so experimentell habe ich das Ganze, abgesehen, von dem Hin und her Schwischen im Buch eigentlich nicht gefunden.
Auf die Shortlist ist es nicht gekommen und ich würde es in meinen Ranking gemeinsam mit dem Buch der Kathrin Röggla auch eher nach unten reihen.