Ausflug zum Almsee

Hurrah, hurrah, nach der Osterhysterie, die Zahlen steigen un steigen und nach Ostern werden wir sechstausend täglich positiv Getestete haben, müßen wir in den Osterlockdown gehen, am Donaukanal auch beim Radfahren FFP2-Maske tragen, damit wir nicht zu übermütig werden, an weitere Öffnungsschritte ist absolut nicht zu denken und der Lockdown muß mindestens bis Ende April verlängert werden, -hat sich jetzt das Blatt gewendet, denn schon mindestens eine Million geimpft. Der grüne Impfpaß ist schon da oder soll mit einem drei G-System kommen und so dürfen in Wien ab nächsten Mittwoch die Restaurants, die Kinos und auch andere Veranstaltungsorte geöffnet werden. Mit FFP2- Maske natürlich, getestet, geimpft oder genesen und eine Registrierungspflicht gibt es auch, wenn man sich in einen Schanigarten setzen will, um dort ein Glas Wein oder einen Kaffee zu trinken.

Aber hurrah, hurrah, die neue Freiheit ist da!

“Freuen Sie sich nicht?”, fragte OE24 die Passanten und wundert sich ein bißchen, daß am Samstag in Wien trotzdem eine Demo angesagt ist, weil es offenbar Leute gibt, die die neue Freiheit nicht in einem digitalen Impfpaß sehen, den sie jeden jederzeit herzeigen müßen und geht man in ein Hotel, muß man auch alle zwei Tage auf eine Teststraße, um seine Unversehrtheit zu beweisen.

“Mit mir nicht!”, würde meine diesbezügliche Antwort lauten. Da bleibe ich lieber zu Hause. Zum Glück kann ich es mir leisten, kann meine Stunden vorläufig weiter telefonisch machen, mir vom Alfred einkaufen lassen, kann meinen Kaffee und mein Glas Wein auch zu Hause trinken und gelegentlich auf die Rudolfshöhe schauen, ob da jemand Takeway verkauft und sich damit fünfzig Meter weiter begegben.

Klingt eigentlich ganz gut und kann ich wahrscheinlich, weil ich kein Kind habe, daß ich zur Schule bringen muß und keine Mutter, die in einem Pflegeheim besucht werden will, noch lange durchhalten, denn ich muß ja nicht am Abend in die “Alte Schmiede”, ins Literaturhaus, etcetera gehen. Vorläufig streamen die noch und wenn nicht mehr, habe ich genug Bücher, die ich lesen kann. Aber es stimmt, ein bißchen viel bin ich dann schon zu Haus und ob das wirklich so gesund ist, alle zwei Wochen Rad zu fahren und sonst nur auf die Bank oder zum Bücherchrank zu kommen.

Natürlich ist es das nicht, obwohl ich es gut aushalte und meine Depression auch nicht diesbezüglich besonders hoch geschoßen ist. Ich kann mit ihr leben, würde ich meinen, Alfred trifft es härter als mich. Denn er war ja gewohnt viel zu reisen oder auf ein Bier zu gehen und sich dort Fußballspiele anzuschauen. Hat, glaube ich, seit einem Jahr mehr zu kämpfen und rennt auch öfter herum, um dies und das einzukaufen und war im Oktober auch mit dem Karli im Bremen, um dort einen Campinganhänger abzuholen. Ein paar Tage in Italien und am Montag mit dem Karli in Gmunden, um dort einen Reiserollstuhl für die Oma zu besorgen, damit er diesen leichter in sein neues Auto bringen kann, wenn sie zum Friseur oder zur Fußpflege muß.

“Was wirst du da essen? Die Restaurants haben noch zu?”, habe ich gefragt und er hat mir am Abend eine Karte von einer Fischhütte gezeigt, wo man herrlich Makrelen, Forellen oder Saibling essen kann.

“Fahren wir am verlängerten Wochenende dorthin?”, hat er mich gefragt und ich habe zugestimmt. War ich ja das letzte Jahr ohnehin nur einmal in Strobl, einmal im Burgenland und bin zu Ostern, um den Viehofner See marschiert. Dann hat das Wetter leider nicht mitgespielt. Der ganze April teuflich kalt und die These, daß die Zahlen, die jetzt schon bei achthundert liegen, durch das schöne Wetter verschwunden, vielleicht nicht ganz richtigist ,so daß wir es erst am Freitag wagen konnten, denn am Donnerstag, dem Christi Himmelfahrt-Feiertag Regen, so daß ich sogar meine Radrunde abgebrochen habe, aber am Freitag wurde es, als wir um elf weggekommen sind, langsam schön und das war es eigentlich auch, als wir im Almtal bei der Fischhütte angekommen sind und das Almtal ist eine sehr schöne oberösterreichische Gegend, die “Grüne Erde” veranstaltet in Scharnstein dort immer ihre Flohmärkte so waren wir vor Jahren zweimal mit der Gerlinde dort. Rene Freund von dem noch zwei Bücher auf mich warten, hat dort, glaube ich, ein Haus. Man sieht die Berge und kann, um den Almsee wandern. Aber zuerst etwas essen, der Alfred hat zwar vorsorglich eine Notration, zwei gefüllte Weckerln vom “Hager”mitgenommen und die waren, stellte sich heraus, auch notwendig, obwohl die Fischhütte eigentlich einen offenen Eindruck machte.

Wir sind zum Parkplatz gefahren. Dort gab es Abfahllcontainer und übereinander gestellte Tische und ich dachte “Das ist halt die neue Normalität, solange man noch nicht durch eine Teststraße muß!” und war erleichtert, daß ich vor der Bude ein paar Männer sitzen sah. Einer ist auch gleich, auf uns zugekommen, hat auf eine Tafel auf der “Heute geschlossen!” stand, gezeigt und erklärt, daß es leider, leider des Wetter wegen heute keine Fische gäbe. Nun dann halt das Mohnweckerl mit der Salamai, dem Käse und dem Salatblatt.

“Man wird ja bescheiden!”, habe ich gedacht, der Alfred hat aber “Warte, fahren wir zum See, da gibt es eine Imbißbude!”, gesagt.

Gab es auch und einen schönen Parkplatz, wo schon die Motorradgang lehnte, die uns auf der Fahrt dorthin, überholt hat. Es gab Sitzbänke, ein öffentliches Klo und ein Restaurant vor dem ein Bierwagen stand, von dem schon die Bierfäßer hineingerollt wurden, denn am Mittwoch ist da die große Eröffnung. Die Imbißbude gab es auch, war aber geschloßen und, als sich der Alfred weshalb erkundigte, wurde auch etwas vom “Schlechten Wetter!”, gemurmelt.

Dabei war der Parkplatz gut besucht und die Spaziergänger, die sich zum See begaben, tummelte sich auch in nicht zu kleiner Zahl. Es gab auch einen Getränkeautomat. So haben wir uns auf einer Bank gestärkt und sind dann ein Stück am See entlang spaziert.

War wirklich sehr schön und idyllisch und da sieht man erst, welch schöne Gegengen es gibt, die man, wenn man in der Großstadt lebt, nicht so oft sieht. AmRückweg ist dann der Alfred noch vor einem Haus stehen geblieben, das ein Schild mit “Kaffee und Kuchen!”, aufgestellt hatte.

“Willst du?”, hat er mich gefratg?

“Ja!”, habe ich geantwortet.

“Ich glaube aber nicht, daß du das bekommst!”

So war es dann auch. Also auf der Heimfahrt Brot und Eier eingekauft, um sich aus den Käseresten, den Tomaten und der halben Gurke, die es im Eiskasten gab, einen Salat zu machen und ein Prospekt habe ich mir vom Almsee auch mitgebracht. Denn dort gab es neben dem öffentlichen Klo, das es dankenswerter Weise ebenfalls gab, auch eine Box mit Infomaterial. Die war aber nicht aufzubekommen. Also nur das genommen, was oben auf l

Ein schöner Ausflug und wieder etwas Action, weil ich diesen Sommer höchstwahrscheinlich keinen Urlaub machen werde. Nur meine Schreibwerkstatt in Harland bei St. Pölten, um dort meine zwei CoronaTexte, die das noch brauchen, zu korrigieren und vielleicht nach dem das dreizehnte Jahr “Literaturgeflüster” gefeiert ist, mich wieder auf Romanrecherche zu begeben.

Die Vögel

Jetzt kommt das erste Buch der Sparte Übersetzung der für den Preis der “Leipziger Messe” nominierten Bücher Tarjei Veesas “Die Vögel” und ich muß schreiben, das ist, glaube ich, das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe und das ist eine Überraschung hatte ich ja in letzter Zeit mit den Neuerscheinungen ein paar Enttäuschungen erlebt, denn es ist ja nicht so leicht angesichts der schon vorhandenen Bücher immer etwas, wie man ja muß und soll, wirklich Neues und noch nie dagewesenes zu schreiben und dann werden die Ergebnisse immer orgineller, unverständlicher oder what else.

Da hatte es der 1897 in Norwegen geborene und 1970 dort verstorbene Tarjei Vesaas, der auch mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagen wurde und in einem norwegischen Dialekt geschrieben hat, wohl leichter, obwohl er jetzt vergessen ist und sich nur der kleine “Guggolz-Verlajg” sich um ihn bemüht und eine neue Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel herausgebracht hat, der für den Preis nomniert wurde und interessant ist auch, daß Judith Hermann, die ja auch auf der Belletristik-Liste steht und als Nächstes von mir gelesen werden wird, das Nachwort geschrieben hat.

Über den Wert und die Kunst der Übersetzung kann ich natürlich, da ich ja Norwegisch nichts verstehe nichts aussagen und bin da vielleicht auch ein wenig skeptisch, weil ich das schon einiges Seltsames gehört habe und habe sonst über den norwegischen Dichter, glaube ich, noch nie etwas gehört und jetzt war ich, wie schon geschrieben sehr überrascht und auch erfreut

Es geht um den siebenunddreißigjährigen Matti, irgendwo habe ich etwas von einem Alter Ego des Autors gelesen, ob das so ganz stimmt, weiß ich nicht, denn der ist ein Außenseiter. Der Dorftrottel oder Dussel, wie er von den Kindern und den Ortsbewohnern genannt wird. Er scheint aber in dem Dorf an einem See, in dem er mit seiner um drei Jahre älteren Schwester lebt, sehr integriert zu sein. Der Krämer steckt ihm manchmal Kampferbonbons zu und die Schwester ernährt sich und den Bruder durch das Stricken von Jacken.

Das Buch wurde, glaube ich, in den Fünfzigerjahren geschrieben und der Matti zeichnet sich durch seine Senisiblität aus, die aber nicht von allen erkannt wird. Die Schwester, die etwas rauher als der Bruder ist, mag ihn sehr, schickt ihn aber immer in den Ort, um den Bauern bei der Arbeit zu helfen, wo Matti seine Schweirigkeiten hat.

Er hat auch Angst vor den Blitzen und versteckt während der Gewitter am Pumpsklo und seine Spezialität sind die Vögel, wie schon der <name sagt. So beobachtet er die Schnepfen und deren Balzuflügel und nerv die Schwester auch mit seiner Begeisterung.

Eine der Schnepfen wird dann abgeschoßen, was Matti im emotionale Aufregung versetzt. Es gibt auch ein Boot, mit dem fährt Matti auf den See hinaus, weil das Bootaber leck ist, strandet er und wird von zwei Urlauberinnen Anna und Inger von einer Insel gerettet. Begeistert rudert er die beiden Mädchen zurück und landet vor dem Kaufmann, damit ihn alle sehen und dann verdingt er sich als Fährmann. Da hat er zwar keine Kunden. Die Schwester ist aber froh, den Bruder zu beschäftigen und dann bringt er einen Gast, den Holzfäller Jorgen ins Haus, der Quartier bei ihnen nimmt. Die Schwster verliebt sich in ihn und versetzt Matti damit in große Schwierikeiten, denn was macht er, wenn er die Schwester verliert?

Er faßt einen Plan, rudert auf den See hinaus und kommt nicht mehr zurück.

Ein spannendes Thema, sehr eindrucksvoll beschrieben mit ein bißchen Symbolik, die heutzutage vielleicht ein wenig ungewöhnlich anmutet, denn heute werden die Plots ja eher mit der Heldenreise geschmiedet gibt es auch. Aber spannend auch von den Außenseiter und ihren Schweirigkeiten mit der Intergration oder der Eingebettetheit in die dörfliche Gemeinschaft zu lesen und da kanni ch auch an meine “Mimi” verweisen,die aber viel später geschrieben wurde.

Das Cover mit den grünen Vogelfedern ist auch sehr eindrucksvoll.

Vorschau auf “Mathilde im Coronaland”

Wie schreibt man einen dystopischen Roman in Corona-Zeiten, in dem es plötzlich Maskenpflicht, eine ein- oder zwei Meter Abtandsregel, sowie Diskussionen über das Freitesten und eine mögliche Impfpflicht gibt?
Dieser Frage bin ich, nachdem ich schon zwei Corona-Bücher, nämlich „Kein Frühlingserwachen mehr?“ und „Ein braunrot kariertes Notizbuch“ geschrieben habe, in dem ich die Ereignisse vom Frühling, beziehungsweise Sommer 2020 schildere, nachgegangen und sie hat mich zu der Maskenverweigerin Mathilde, die sich ihre Einkäufe von ihrer Nachbarin Rosa Binder besorgen läßt, gebracht.

Die, eine gerade mit ihrem Studium fertiggewordene Germanistin, lernt, während sie eine Praktikumsstelle sucht und schließlich Contacttracerin wird, den Kanzleramtsmitarbeiter Benedikt Thalhammer im Rathauspark kennen, während ihr Geschwister Mar, eigentlich Maria, die Aufnahmsprüfung an der „Angewandten“ besteht.

Mathilde durchlebt das verflixte Corona-Jahr in dem sie im Tagebuch ihrer Großmutter Barbara liest, die vor mehr als hundert Jahren an der spanischen Gruppe gestorben ist. Sie hat einige seltsame Begegnungen mit ihrer 1946 verstorbenen Großtante Aloisia und schreibt, bevor sie in eine NI-Wohnung zieht, einen Brief an ihre Enkeltochter Jasminka, die sie nie gesehen hat.

So wird es auschauen mein neues Buch, mein drittes Corona-Buch und der Versuch  einen dystpischen Roman aus der Pandemie zu machen und wieder gibt es ein Gewinnspiel beziehungsweise drei Fragen mit denen man das Buch gewinnen kann:

1.  Wie heißen die zwei anderen Corona-Bücher, die es schon gibt?

2.  Was ist  das wirklich dystopische in dem Buch?

3. Von wem bekommt  Mathilde Besuch, den es eigentlich nicht geben kann und wen hat sie noch nie gesehen?

Das Probekapitel, das ein bißchen Einblick in das Buch geben kann,wird es bald geben und zur Erleichterung der Beantwortungverweiseich wieder auf die Schreibberichte, die es im Blog gibt.

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Ich wünsche viel Spaß beim Raten und verweise wieder auf die Leserunde, die es nach Erscheinen des Buches wieder geben soll, wo ich mich auf regen Austausch und rege Diskussion freue!

Echos Kammern

Jetzt kommt schon das erste Buch, das in der Sparte “Belletristik” für den “Leipziger Buchpreis” nominiert wurde, denn da habe ich mich das letzte Jahr auch entschlossen diese Liste hinunterzulesen, zumindestens was die Belletristik und die Übersetzungen betrifft und Iris Haniksas “Echos Kammern” wurde ja bei der letzten “Leseauslese” in der “Gesellschaft” vorgestellt und empfohlen.

Da bin ich aufdas Buch aufmerksam geworden und hätte es mir fast um den Gutchein eingelöst, den mir der Alfred vor Weihnachten gegeben hat, denn ich kenne die 1962 in Würzburg geborene Iris Hanika und ihr “Treffen sich zwei” glaube ich von der “Deutschen Buchpreisliste” 2008 ,die ich da das erste Mal per Internet verfolgte und 2009 versuchte das Büchlpreisleseprobenbüchlein in Österreich zu bekommen.

“Wie der Müll geordnet wird” habe ich mir, glaube ich, einmal in Salzburg aus einer Abverkaufskiste gezogen oder war das das “Eigentliche”, das auch auf meiner Bücherliste steht und nun ist auf der Liste des “Lleipziger Buchpreises” 2021 gekommen.

Die liebe Henrike Blum, die ich jetzt auch live lange nicht gesehen habe, hat mir das PDF geschickt, so daß ich das Buch, als Erstes gelesen habe und war, kann ich schreiben oder mich wiederholen, zuerst einmal verwirrt und habe mir fast gedacht, daß ich jetzt das Gleiche schreiben werde, was ich schon über die“Wilden Theorien” geschrieben habe.

Sorry, nichts verstanden, aber ganz so einfach oder so unverständlich war es nicht. Denn da gibt es erst einmal einen allwissenden Erzähler, der uns durch das Geschehen führt. Ich habe zwar Psychologie und nicht Literaturwissenschaften studiert, hätte aber doch gedacht, daß das jetzt gar nicht mehr geht und ein absolutes no go ist, wie es ja heißt, wenni ch manchmal spoilere und dann und das führt mich wieder zu mir zurück, ist einer der ersten Sätze “Bevor ich bin gereist nach New York, ich war in Sorge.”

,Was heißt denn das? Wenn ich so schreiben würde, würde nicht nur der Uli aufschreien. Aber halt, bevor ich Iris Hanika sprachliche Inkompetenz vorwerfe, das Buch ist bei “Droschl” erschienen und da gibt es auch“Broken German” und Iris Hanika schreibt auch sogleich, daß es dabei, um die sogenannte “Lengevitsch”, handelt die 1925 von einem Kurt M.Stein erfunden wurde und in dem Buchgeht es im wesentlichen, um zwei Städte. Um Berlin und New York und um zwei Frauen. Um Sophoniste und Roxana und da haben wir schon einmal zwei ungewähnliche Namen. Ich hatte da ja mit meiner “Sophie Hungers” und auch schon vor 2009 Probleme, weil ich gerne sprechende oder ungewöhnliche Namen verwende, Sophoniste ist eine alternde Dichterin, die mit ihren “Mythen in Tüten” berühmt geworden ist, in denen es um die Musen Echo und Narziß geht und da haben wir schon die Anpielung zum Titel und die reist jetzt nach New York um einen Roman über die Stadt zu schreiben. Was auch recht schwierig ist, weil das ja heute jeder Dichter machen will, über New York und den Holocaust zu schreiben und da bin ich schon bei Gustav Ernst und seiner Präsentation seiner “Betriebsstörung” im Literaturhaus, wo es darum geht, was gute Literatur ist und ob man nachden hunderttausend Millionen Romanen, die es schon gibt, noch überhaupt einen schreiben kann, der verständlich ist? Und so würde ich mir Iris Haniska “Echo Kammern” auch interpretieren.

Sophoniste reist also nach New York und beginnt zu schreiben. Tut das aber in der “Lengevitsch” und dann geht sie in den Starbuck, lernt dort einen Engel kennen, der sie zu einer Party einer berühmten Sängerin führt, deren Namen mir, die ich ja früher viel in die Oper ging, jetzt aber eigentlich wenig Musik höre, nichts sagte. Sie lernt aber einen Josch kennen, der über die ukrainische Literatur schreiben will und einen Alf, der früher Bedolf heißt, Achtung Anspielung an den Adolf würde ich vermuten, der lebt mit einer Deborah in einer New Yorker Luxuswohnung beim Central Park, lädt sie ein und bekocht sie. Die alternde Sophoniste und da wären wir auch bei den alternden Romanheldinnen von denen sich Mieze Medusa ja nicht vorstellen kann, daß es sie gibt, hat keine Wohnung sondern zieht von Stipendiumquartier zu Stipendiumsuartier und braucht, wenn sie wieder nach Berlin zurückkehrt, eine solche. Guter Rat ist hier nicht teuer, denn Alf kennt ja Roxane, die von Ratgebern lebt und damit berühmt geworden ist, zu der kann Sophaniste ziehen und Josh kommt auch gleich dorthin. Roxana verliebt sich unsterblich in ihm und ich habe dieses Wirrwarr, die verschiednen Sprache und ein Haufen literarischer Anspielungen kommen auch darin vor, eigentlich ganz gut, verstanden.

Das heißt, um nicht hochzustapeln. Ganz so einfach war das doch nicht. Zuerst habe ich bei “Wikipedia” gelesen, daß man die Handlung des Buches nicht nacherzählen kann und dann ein Interview mit der Autorin gehört, wo sie sehr viel lachte und mir war klar, nach den hunderttausend Romanen, die es schon gibt, darf man sich ja nicht wiederholen, sondern muß immer danach trachten, etwas Neues und noch nie dagewesenes zu schreiben und da läuft man dann leicht in Gefahr unverstänlich zu werden oder vielleicht banal und es mit einer “Lengevitsch” und vielen Anspielungen zu versuchen, so daß dann vielleicht gar keine komplizierte Handlung überbleibt, außer einer, die man vielleicht doch nacherzählen kann und das finde ich spnnend, habe ich mir doch, als ich beim Lesen des erstens Drittels war und nichts verstanden habe, gedacht, wieso empfehlen Cornelius Hell oder Katja Gasser, die ja einen elitären Literaturgeschmack haben müssen, dieses Buch und wieso wird es in der “Gesellschaft” präsentiert, die mich ja wegen “selbstgemacht” nicht lesen lassen, wieso gilt alles, was unverständlich ist, als gute Literatur und das andere nicht?

Das habe ich mir durch das Interview jetzt schon erklärt. Was über bleibt und vielleicht doch zu wenig beachtet wird, ist der Leser. Dennn lesen die das, was auf den deutschen, leipziger oder was immer Listen steht, das hehre, elitäre, unverständliche, was von den Literaturkritikern angepriesen wird oder wollen sie, wenn sie überhaupt noch lesen nicht vielleicht doch Krimis, ChickLlit, Fantasy oder what else.

Ich lese selber ja nachweislich viel und bekomme von meinen Spamern manchmal zu hören, daß ich nichts verstanden habe, ja manchmal tue ich das nicht. Dieses Buch habe ich aber doch verstanden. Bleibe ein wenig nachdenklich und noch immer ratlos zurück und bin jetzt gespannt, wie es sich neben den vier anderen Belletristik-Büchern durchsetzen kann. Da habe ich schon gehört, daß Judith Hermann nicht so gut Romane, wie Erzählungen schreiben können soll, von Christian Kracht habe ich auch schon einiges Kritisches gehört, aber noch nichts gelesen. Auf Helga Schubert bin ich gespannt und die Fritzi wäre ja, meine Leser wissen es, meine große Favoritin, scheine ihr Buch aber nicht zu bekommen und in den Schränken ist auch nicht soviel von ihr zu finden.

Anwesende Abwesenheit

Jetzt habe ich mich doch statt ins Literaturhaus zum “Tag der Freiheitdes Wortes”, organisert von GAV-Mitglied Monika Gentner zu gehen in die “Alte Schmiede “gestreamt, um mir den letzten Abend der zweiten “Dichterlohstafel” zu geben. Da habe ich ja die ersten dreieinhalb Abende sozusagen versäumt,obwohl ich mich in diesem Jahr schon viel mit Lyrik beschäftigt habe und sogar einen der vorgestellten Gedichtbände schon gelesen habe.

Mila Haugova und Margret Kreidl habe ich ja aus technischen Schwierigkeiten versäumt und statt mir vorige Woche Leta Semadeni und Peter Einzinger zu geben habe ich mich ins Literaturhaus zu Gustav Ernst dessen Fanin, ich schreibe es wieder, ich ja ein bißchen bin und gestern ins Literaturhaus gegangen, um einen großen Dichter wieder zu hören und dabei Julian Schutting und Ursula Krechel versäumt.

Ich weiß, ich kann das alles wahrscheinlich nachhören, nehme mir aber wahrscheinlich nicht die Zeit dazu, also heute den letzten Lyrikabend, wo der dritte Lyrikband der1981 in Berlin geborenen Nadja Küchenmeister vorgestellt wurde, die war abwesend, beziehungsweise saß sie in ihrem Berliner Zimmer, wo es schöne Photografien zu sehen gab, von denen sie dann auch den Dichterhoh-Kurator Michael Hammerschmid einiges erzählte und der fragte sie zu dem Märchenfhaften in ihrem Gedichtband, den ich ja “Schöffling und Co machtes möglich, schon gelesen habe, also bin ich gar nicht so lylrisch unbedarft und auch die 1982 in Minsk geborene Volja Hapeyva habe ich” schon gehört, hat sie doch erst vor kurzem in der “Alten Schmiede” ihren Debutroman vorgestellt und ich habe inzwischen auch einen anderen Roman eines belarussischen Autors gelesen und Volha Hapeyeva, deren Band “Mutantengarten” eine Auswahl ihrer bisher erschienen Gedichte in der ” Edition Thanhäuser”erschienen ist und von Uljana Wolf, Martina Jakobsen und Matthias Göritz üersetzt worden sind. Zwei davon hat die sehr gut deutsch sprechende Volha Hapeyeva auch auf Belarussis ch gelesen und Michael Hammerschmid dann die deutsche Version. Es gab ein Gespräch zwischen den beiden und Volha Hapeyeva war ebenso abwesend, beziehungsweise zugeschaltet.

Nur Herbert j Wimmer, der am zweiten Mai seinen siebzigt en Geburtstag hatte, wie ich “Wikipedia” entnahm, wo bleibt das Fest, auf dem ich mit ihm anstoßen kann, Corona hat es wahrscheinlich verhindert und ich habe den regelmäßigen Literaturveranstatungsbesucher aus diesem Grund schon länger nicht mehr live gesehen, ihn aber gestern per Stream im Literaturhaus Fried-Gedichte lesen gehört, war in der”Schmiede” anwesend und stellte den sechsten oder was auch immer Band seiner bei “Klever”erschinen100-Gedichtreihevor. Der erste Band ist 2009 erschienen und ist ElfriedeGerstl gewidmet oder auf jeden Fall hat er nach ihremTod wieder Gedichte zu schreiben angefangen und las sich jetzt durch die hundert Gedichte des neuen “schon zeit im kontinuum” heißenden Band.

Da gibt es Haikus lange oder kurze und auch ein paar Langgedichte und Mchael Hammerschmid sprach dann die neuen Gedichtformen an, die Herbert J Wimmer immer wieder neu erfindet und dersagte, daß er als er noch ins Kaffeehaus gegangen ist, sich dort immer Worte aus der FAz der NNZ oder der Süddeutschen Zeitung geschöpft und für sich verwendet hat.

Es gibt auch ein Elfriede Gerstl Memorandum oder eine hommage an die Besitzerin des Cafe Korbs Susanne Widl, die Elfriede Gerstl einmal zum Geburtstag einen täglichen ersten Brauenen gestiftet hat.

Interessant, interessant, die neue “Dichterloh-Reihe”. Jetzt habe ich die “Freiheit des Wortes” zwar versäumt. Man kann aber nicht alles haben und kurz habe ich auch in die “Albertina” vorbeigeschaut, da mir meine Bank in der letzten Zeit immer die Streams zu ihren Galeriebesuchen schickt.

Hundert Jahre Erich Fried

Der “Erich Fried-Preis” an Esther Kinsky 2020 konnte Corona bedingt nicht, wie wahrscheinlich geplant im vorigen November vergeben werden, denn da fand ja immer im Literaturhaus entweder die “FriedPreisverleihungoder sogar die “Fried-Tage”mit einem umfangreichen Programm statt, das ich mir regelmäßig angesehen habe.

Groß war daher die Überraschung im Mai/juni Programm sowohl das Portrait von Erich Fried, als auch die Ankündigung der Preisverleihung und einem Erich Fried Programm zu sehen, was genauer betrachtet und klar für die Fried Spezialisten nicht so ungewöhnlich ist, denn Erich Fried wurde 6. 5. 1921 in Wien geboren und am 22. 11. 1988 in Baden Baden gestorben und ich wiederhole, ich bin keine so besondere Fried Spezialistin, habe auch nur eher wenig seiner Gedichte gelesen und ihn, glaube ich ,auch nie live gesehen, was wie ich ebenfalls betone, meine Schuld ist und mir im nachheinein sehr leid tut, denn er war in Wien in den Achtzigerjahren und hat da im NIG gelesen und der Alfred hat mich auch aufgefordert hinzukommen, aus irgendeinen Grund wollte ich das nicht.

Bin also selber schuld und zu den Fried-Veranstaltungen wie schon geschrieben eher regelmäßg gegangen, also höchstwahrscheinlich auch zur Preisverleihung an Esther Kinsky. Der Preis wird da ja immer von der “Fried-Gesellschaft” vergeben, die sucht sich immer einen Alleinjuror aus, diesmal war es Maja Haderlap, die dann die Preisträgerin, was auch ein Unikum ist, allein bestimmt.

Und da das Literaturhaus ja die Veranstaltungen streamt und dann vier Wochen ins Netz stellt, hätte ich mir die Preisverleihung Online anschauen können, was ich auch sicherlich getan hätte, hätte die Ruth da nicht ihre dritte Runde ihres Grillparzer-Privatissimums veranstaltet und da hatte ich ihr quasi das Kommen versprochen. Zweites war das ja in Zeiten, wie diesen eine der wenigen Gelegenheiten aus dem Haus zu kommen, was vor allem bei schönen Wetter sehr wichtig ist, habe ich mir gedacht und den Stream kann ich ja nachholen.

Leider war das aber bis Montag Nachmittag, wo dann das restliche Programm begann, nicht möglich, beziehungsweise der Stream noch nicht eingestellt, so daß ich jetzt nur darüber schreiben kann, daß ihn die 1956 in Engelskirchen geborene Ester Kinsky bekommen hat, die schon auf einigen Buchpreislisten stand und einige Preise gewonnen hat, ich aber noch nichts von ihr gelesen habe und, wie schon erwähnt, Maja Haderlap, die “Bachmann-Preisträgerin” von 2011, die Laudatio hielt und Andrea Mayer, die Kunststaatssekträrin, hat den Preis wahrscheinlich übergeben und Daniela Strigl die Laudatorin vorstellte und am Montag Nachmittag begann dann das übrige Programm in der Bibliothek, diesmal wieder vor dem schönen Fried Portrait von Hedi Heide, das ja, glaube ich, eine Zeitlang verschwunden war.

Anne Zauner, die das Ganze, glaube ich, kuratierte, hat eröffnet und dann kam Volker Kaukureit von der Nationalbibliothek, der, glaube ich, das Fried-Archiv verwaltet und führte durch das Leben Frieds an Hand von Bildern beziehungsweisen Gedichten, die Herbert J. Wimmer las. Eigentlich tat er das an Hand eines Briefumschlages den “Wagenbach”, der Fried-Verlag an den Autor nach London sandte, wo der die verschiedenesten Dinge, zum Beuspiel Notizen für eine Lesung aber auch die für einen Tee aufnotiert hat, denn Fried war ein Sammler, um nicht zu sagen, ein Messie hat nichts weggeworfen, so daß ein ganzer LKW eines Tages vor die NB angefahren kam und das ganze Konvolut in unzähligen Schachteln auslud.

Dann folgte eine kurze Beschreibung des Lebens des 1921 Geborenen. Man sah den kleinen Erich im Matrosenanzug und hörte einen Text, wo er sich beklagte, daß er nicht so so sportlich, wie die anderen Kinder war. Er hat sich durch Schauspielkünste geholfen, wurde dabei entdeckt und sollte bei einer Raimund-Aufführung mitspielen, den er als Märchendichter beschrieb, uje, uje.

Da wurde ich dann unterbrochen, weil das Telefon läutete und sich Peter Czak meldete, um sich sich zu erkundigen, wie es mir ging. Als das geklärt war, war Fried schon in London, da ist er ja vor den Nazis geflohen, hatte Kontakt zur Joung Austra und da viele Dichter kennengelernt, darunter Arthur West, füge ich an, dessen Trauzeuge er war. Er hat in dieser Zeit eher konventonell gedichtet und noch eher Schiller Oden ausgestoßen, wie Volker Kaukoreit anmerkte. Dann wurde er experimenteller und politischer wurde er auch. Sehr politisch sogar, wenn er sich traute, Ulrike Meinhof in gleicher Reihe ,wie Rosa Luxemburg stellte und dann gab es auch ein Gedicht, das sich mit der Einreihung von links und rechts beschäftigte.

Berühmt sind aber auch seine Lliebesgedichte, obwohl das “Es ist was es ist” gar nicht aus diesem Band stammt und die Vietnam-Gedichte mit denen er, glaube ich, bekannt geworden sind. Die wurden von “Wagenbach” vor drei Jahren wieder aufgelegt. Ich habe sie gelesen und sie wurden in den letzten Tagen auch verstärkt aufgerufen, womit man sieht, daß mein Blog vielleicht gar icht so unbedeutend ist, wie er vielleicht scheinen könnte.

Erich Fried war also sehr politisch und gar nicht so unbekannt waren mir seine Gedichte auch nicht. Denn das “Es ist was es ist” zitiere ich ja sehr oft und dann auch das “Zweifle nicht an dem, der dir sagt, er hat Angst, aber habe Angst vor dem der dir sagt, er kennt keine Zweifel”

Das, habe ich mir gedacht, könnte man in Zeiten, wie diesen, für die abwandeln, die man vielleicht für Corona -Leugner hält: “…aber hab Angst vor denen, die dir sagen, es gibt keine Alternative!”

Aber jetzt ist dieses Thema ohnehin schon vorbei, denn der Bundeskanzler hat ja jetzt sehr euphorisch erklärt, daß die Geschichte im Juli vorüber wäre, da die Zahlen heute zum ersten Mal unter tausendund man ja nächste Woche mit Test, Impfung, Registrierung und Maske ins Wirthaus gehen kann.

Erich Fried war viel in Deutschland unterwegs, ist 1962 das erste Mal wieder nach Österreich gekommen und war 1988, da war er schon sehr krank, in Baden-Baden, hat da zur Reichskristallnacht gesprochen, wurde aber nach der Veranstaltungins Krankenhaus gefahren und ist dort bald verstorben..

Dann gabs eine Spezialeinlage, hat doch nämlich ein Herr ein Typoskript dem Literaturhaus vermacht, denn er hat für Fried einmal ein Gedicht auf Spanisch übersetzt. Jetzt wurde der Text in der FAZ veröffentlicht und Anne Zauner hat ein schönes Geschenk erhalten und dann erschien Klaus Fried, der1969 geborene Sohn und Filmemacher, der auch einen Film über seinen Vatergedreht hat, den ich, wenn ich mich nicht irre, schon bei den Fried-Tagen gesehenhabe.

Da war auch die 2015 verstorbene Cathrine Boswell Fried,die Mutterda, denn Erich Fried war dreimal verheiratetund der Sohn erzählte im Gespräch mit seinem österreichischen Filmproduzenten Ralp Wieser und dem Moderator Michael Omasta, daß im Hause Fried zwar viel Deutsch gesprochen wurde, der Vater mit seinen Kindern aber nicht so sprach. Dann war es Punkt sechs und ich hättte da der nächste Programmpunkt erst um sieben begann, eigentlich die geplante, aber verschobene Stunde abhalten können, konnte aber in der Pause doch den Livestream der Preisverleihung, die inzwischen eingestellt wurde, nachholen.

Dann kam die Präsentation der bei “Wagenbach” wieder aufgelegten Erinnerungen “Mitunter sogar lachen”, wo zuerst der Schauspieler Bardo Böhlefeld ein paar Texte, darunter die Geschichte, wie sich die Schüler im Wasa-Gymnasium, das Fried besuchte, die jüdischen mit den Hitler- Jungen scheinbar oder wirklich prügelten, weil sie ja eigentlich miteinander befreundet wurde, las.

Dann kam ein von Günter Kaindlsdorfer moderiertes Gespräch mit Theresa Präauer, die ja auch einmal den “Fried-Preis” gewonnen hat, Josef Haslinger und der “Wagenbach-Verlegerin” Susanne Schüssler, die zugeschaltet war, wo Josef Haslinger bekannte, daß er in seiner Jugend ein großer Fried Fan war, ihn öfter in Wien hörte und auch als “Wespennest Redakteur” und GAV-Generalsekretär einige diesbezügliche Veranstaltung organiserte und ihm beim ersten österreichischen Schriftstellerkongreß 1981, bei dem ich nicht dabei war, kennenlernte. Dann wurde der gegenwärtige Stellungswert von Erich Fried diskutiert und besprochen welchen Stellenwert er in der heutigen Lyrik hat und da ist die politische Lliteratur eher in den Poetry Slamszene zu finden, wie Teresa Präauer betonte, die auch Armanda Gorman, die schwarze Dichterin erwähnte, die bei Joe Bides Amtseinführung offenbar ein sehr politisches Gedicht aufführte.

Interessant, interessant und Günter Kaindlsdorfer, der die Diskussion, wie ich meinen würde, eher beschwichtigend führte, bekannte zum Schluß, daß er seinen Beitrag zur Förderung der Lyrik leiste, in dem er seiner Familie mehrmals in der Woche Gedichte vorliest und offenbar sind auch ein paar von Erich Fried dabei.

Der letzte Programmpunkt war ein Fim von Danielle Proskar “Der Dichter im Porzellanladen”, der auf ästhetisch schöne Weise noch einmal durch das Leben des Dichters führte. Leider war der Ton am Anfang verschwunden, so daß der Film wiederholt werden mußte. Volker Kaukureit war im Literaturarchiv zu sehen, wie er dem Schauspieler Peter Simonischek seine Schätze zeigte, ein Lehrer des Wasa- oder jetzt Fried-Gymnasium führte durch sein Archiv. Es ging nach England und auch zu alten Filmaufnahmen, die Erich Fried bei einem Club 2 zeigte, bis zu seinem letzten Auftritt in Baden Baden.

Interessant, interessant durch das Leben des Dichters zu gleiten, ein Fried-Symposium, wie ich es mir wünsche. Wiedermal etwas gelernt und morgen könnte es noch einmal zum “Tag der Freiheit des Wortes” zum Tag der Bücherverbrennun am 10. Mai 1933 ins Literaturhaus gehen, die ich sehr lange für die GAV organisierte und der jetzt von Monika Gentner gestaltet wird, was ja auch zum Thema passt, denn ich kann mich erinnern, daß ich im Jahr 2003, wo ich die Veranstaltung zum ersten Mal im Literaturhaus organierte, Volker Kaukoreit bei einem Interview für Radio Orange kennenlernte, der dort für eine Fried-Veranstaltung eingeladen war, die dann, glaube ich, abgesagt wurde.

Muttertag und Reise nach Istanbul

Die hat natürlich Franz Grillparzer im Neunzehntenjahrhundert gemacht und die Ruth die ein Buch darüber geschrieben hat, beziehungsweise Franz Grillparzer nachgereist ist, hat ja jetzt, um gegen den Lockdown-Veranstaltungsstop etwas zu tun, zum Freiluftprivatissimum aufgerufen und hat die Stellen aus ihrem Buch, die von Griechenland im März und die von Bratislava, wo es, glaube ich, um den König Ottokar geht, im April gelesen.

Jetzt ging es nach Istanbul und war ich im März mit der Frau Brunngraber und ihrem Hündchen, die einzige Zuhörerin, war es im April schon besser, denn da hat, glaube ich, die Grillparzer-Gesellschaft deren Mitglied, die Ruth ja ist, auch dazu aufgerufen und heute war es ebenfalls sehr gefüllt, so weit das in Zeiten, wie die mit den zwei Meter Sicherheitsabstand überhaupt möglich ist, aber Irene Wondratsch war da und hat mir von ihrem Buch erzählt, das im Herbst bei “Sisyphu” erscheinen wird, erzählt, die Silvia Bartl, die Andrea Pauli vom Lesetheater, sowie Werner Grüner, ein paar Leute von der Grillparzer-Gesellschaft, glaube ich, wieder auch und auch die Kommilitoninnen der Ruth, die ja seit einigen Jahren eifrig evangelische Theologie studiert und diesmal war ich auch sehr pünklich, bin ich ja schon nach zehn weggegangen, um vorher wieder meine Zahlscheine bei der Bank einzuwerfen, was aber schwierig war, da die Automaten in der Wiedner Hauptstraße nicht so ganz funktionierten, aber das Wetter war schön und in Zeiten, wie diesen war am Heldenplatz auch einiges los.

So gab es bei dem Restaurant beim Völkerkundemuseum oder, wie immer das jetzt heißt, schon das Takeaway eröffnet und ein Stückchen weiter sah ich eine Frau mit Kind und einem Sektglas in der Hand für ein Foto posieren und während ich mir noch dachte, wo hat sie den Sekt jetzt her, sah ich schon, sie hatten ein Tischtuch und eine Torte aufgebaut.

Ja in Zeiten, wie diesen, wo die Lokale ja noch geschlossen sind, muß man eben ins Freie ausweichen, obwohl das ja, glaube ich, auch eher verboten ist, aber die Maskenplicht im Freien wurde, glaube ich, am Montag aufgehoben und die Lokale sollen, wenn die Zahlen weiter so gut bleiben in zwei Wochen mit Test, Maske und Restrierungspflicht wieder geöffnet werden und weil der “Tag der Freude” Ende des zweiten Weltkrieges gestern ebenfalls sein Jubileum hatte, gab es auch eine Veranstaltung am Ballhausplatz, wo umgeben von Europafahnen ein junger Mann von seinen Erfahrungen mit seinem Nazsgroßvater berichtete.

Dieses Schicksal blieb vielen nicht erspart, obwohl das jetzt wahrscheinlich eher die Urgroßväter sind und die schon geimpften Mitglieder der Rsikogruppe den “Tag der Freude”, wie beispielsweise Werner Grüner, eher als Kleinkinder erlebten, aber beim Grillparzer-Denkmal oder bei den Sesseln davor, sah ich schon ein paar Bekannte. Ich war ja zehn Minuten zu früh daran, unterhielt mich zuerst mit Andrea Pauli, um ihr von meinem Bankmißgeschick zu erzählen, dann mit der Irene Wondratsch, der ich auch das “Braunrot karierte Notizbuch”, mein zweites Corona Buch zeigte, für das dritte der “Mathilde im Coonaland” wird es hier bald die Vorschau geben und die Ruth las, dann nachdem sie alle begrüßt hatte, zwei Stellen aus dem Buch vor, wo Franz Grillparzer nach istanbul reiste. Da war er auch wieder in Quarantäne, diesmal war es, glaube ich, die Cholera und zu der Entstehung des Denkmals hat sie auch ein bißchen was erzählt.

Dann sind wir ein bißchen zum Ballhausplatz und dem jungen Mann gegangen, haben während ein Polizeiauto vorüber fuhr und die junge Verkäuferin schnell ihre FFP2-Maske aufsetzte und ein Fläschchen Sekt und ein Bier bei Takeaway besorgt und ich habe mir gedacht, so läßt es sich vielleicht auch leben und das nächste Mal muß ich ihr vielleicht meinen grünen Impfpaß zeigen, sofern ich einen solchen habe, dann noch einmal auf die Bank. Bei der Zweiten hat es dann geklappt, so daß ich meine Sozialversicherungsrate für das zweite Quartal einzahlen konnte und dann nach Hause, wo der Alfred, das griechische Hendl, das er schon gestern vorbereitet hat, ins Backrohr steckte. Die Muttertagstorte hat er schon am Freitag in St. Pölten besorgt,

So läßt es sich leben und eigentlich geht es uns auch trotz Corona sehr gut, nachher haben wir noch unseren Sonntagspaziergang auf die Mostalm gemacht, um für unsere Abwehrkräfte und Gesundheit etwas zu tun und die die Verleihung des “Erich Fried-Preises” von 2020 an Esther Kinsky, der heute um elf,passend zum hundertsten Geburtstag des Meisters, verspätet vergeben wurde, habe ich auf diese Art und Weise auch versäumt. Das Gute an der gegenwärtigensituation ist aber, daß man sich den Livestream vielleicht nachsehen kann.

Rauris 1971-2021

Noch einmal zu den “Literaturtagen im Innergebirg”, die ja 2020 ihr fünfzigstes Jubiläum feiern wollten, Corona hats verhindert. So wurde heuer digital nachgeholt und ich bin dazugekommen mich durch die Literaturtage zu hören, von denen ich schon einiges gehört habe und auch die dort aufgetretenen Literaturgrößen zum größten Teil schon kannte. Es gibt aber ein Buch beziehungsweise einen dichtbebilderten Katalog, den ich, glaube ich, schon am Montag danach zugeschickt bekam und mich so auch durch den Ausstellungskatlog blättern und mein literarisches Wissen vielleicht noch ein bißchen auffrischen kann, was in Zeiten, wo ich ja schon über ein Jahr nicht mehr live im Literaturhaus, in der “AS” und der “Gesellschaft” war und mich nur im Sommer kurz bei den “Strobeler Literaturtagen” und denen im Künstlerdorf im Burgenland tummeln bezihungsweise mich bis Oktober bei den “Wilden Worten” umschauen konnte, besonders wichtig, die Bücher der “Lepziger Buchmesse” warten aber schon, die Teilnehmer des heurigen wahrscheinlich auch nur digitalen “Bachmann-Lesen” werden wohl auch bald bekanntgegeben, also ist doch etwas los und eine, die sich nun ja auch schon fast fünfzig Jahre oder sogar schon mehr für Literatur interessiert, geht da auch nicht unter oder bleibt nicht wirklich über, auch wenn man das fast glauben könnte.

Also das rote Buch im Katalogformat aufgeschlagen und lustig durchgeblättert, zuerst sieht man ein schönes Bild vom Gebirg und das ist wahrscheinlich das besondere an den Literaturtagen, daß sich da vor fünfzig Jahren ein Journalist und eine Lleiterin des Fremdenverkehrsbüro aufmachten, die Literatur ins Dorf zu bringen, also die langhaarigen Hippies, die nachts betrunken in grünen Gummistiefeln durch das Dorf tappten und trotzdem ist Rauris eine Legende und eine unvergeßliche Literaturgeschichte und man sollte, wenn man das wieder dürfen sollte, vielleicht einmal dort hinfahren, aber richtig, Kritiker, das weiß ich schon, Erstens lädt mich niemand zum Lesen ein und Zweitens habe ich ja keinen grünen Paß, setze keine Maske auf, etcetera, also wäre eine diesbezügliche Einladung gar nicht möglich.

Manfred Mittermayer und Ines Schütz, die jetzigen Organisatoren haben unter Mitarbeit von Bernhard Judex den Jubiläumsband herausgegeben und das Vorwort geschrieben

Dann folgt ein Artikel von Anton Thuswaldner, dem Saluburger Journalisten, der diesbezüglich auch eine Rolle spielt “Eine Welt ohne Rauriser Literaturtage? Das ist keine Welt!” heißt er und man sieht ein Bild von 1972 und da Günther Eich, ilse Aichinger, Hilde Spiel und Alois Brandtstetter beim Eistockschießen und das ist natürlich auch sehr interessant.

Britta Steinwendtner hat nach dem die Literaturtage da offenbar in einer Krise waren, 1990 die Organisaton des Festivals übernommen.

“Die Worte sind das Gold”, heißt ihr Artikel. Sie hat die Festtage unter ein Thema gestellt, Studenten wurden auch eingeladen, für hunderfünzig österreichische Schilling für Kost und Quartier in das Dörfchen zu kommen und die Dörfler wurden auch eingebunden, in dem es in ihren Häusern zu sogenannten Störlesungen kam. Da sieht aman Ilse Aichinger auf einem Bild mit einem Bauern und die Literaturpreise, die die jungen Talente nach Rauris brachten, wurden auch eingeführt und natürlich gab es, wie schon Anton Thuswalder schrieb, zu Fehlentscheidungen und Literaturskandalen, so hat Karin Struck meint er, die Geschichte ihres Scheiterns erzählt. Ja die ist in den Siebzigerjahren in den Literaturhimmel aufgestiegen und wurde dann glaube ich von “Suhrkamp” fallengelassen. Brigitte Schwaiger ist ja etwas Ähnliches passiert, da weiß ich aber nicht, ob sie je in Rauris gelesen hat.

Ines Schütz und Manfred Mittermayer haben 2013 Brigitta Steinwendtner in der Organisation abgelöst und die Leitung übernommen. Da gibt es auch ein schönes Foto aus dem Gasthaus Grimming von David Sailer vom Jahr 2017, wo beide neugierig offenbar in Richtung Tür und zum auftretenden Autor oder zu was auch immer schielen.

Christa Gürtler hat einen Artikel über die Studenten geschrieben, die ja, wie schon erwähnt eingeladen wurden um sich mit den Autoren zu unterhalten und ihnen die entsprechenden Fragen zu stellen und die haben, wie in ihrer Überschrift verraten wird auch “Eine Flasche Gin” Kristof Magnusson gespendet.

Hldemar Holl schildert seine “Impressionen von den Rauriser Literaturtagen”. Da gibt es ein schönes Foto aus dem Jahr 1975, wo man den kochenden H. C. Artmann sieht. Es raucht gewaltig und das Gulasch habe ich später gelesen wurde erst verspätet serviert, weil der Autor zuviel geplaudert hat.

Dann gibts einen Text von Bodo Hell, dem ersten Literaturpreisträger und dann werden kurz die ersten dreißig Jahre 1971 bis 2000 geschildert.

Dorothea Granegger und Erwin Grimmelsberger waren die Initiatoren, die das Experimant 1971 gewagt haben. Da gibts auch ein schönes Foto und dann folgen noch sehr viele von den aufgetretenen Stars. So kann man Thomas Bernhard, Peter Handke beim Lesen und beim Autogramm geben sehen. Der hat lange dunkle Haare und eine Brille. Man sieht die junge Barbara Frischmuth die 1972 gelesen hat und Hans Lebert. Hilde Spiel wurde 1973 abgebildet und Franz Innerhofer der, glaube ich, mit seinen “Schönen Tagen” auch dort entdeckt wurde. Interessant, daß mein GAV-Kollegen Johann Barth, der als Fotograf offenbar erfolgreicher war, die Fotos geschossen hat.

Rudolf Bayr sieht man beim Schifahren und den Verleger Wolfgang Schaffler.

Dann gibts die Bilder von den Tagen, die Brigtitta Steinwendtner organisiert hat. Da sieht man Robert Schindel und den Literaturpreisträger Thomas Lehr und von 1995 bis 2000 sind Peter Henisch damals noch mit dunklen Bart und schwarzen Kappel und Peter Rosei, den ich auf den ersten Blick fast für Erich Fried gehalten hätte. Herta Müller die Nobelpreisträgerin von 2009 ist zu sehen, Peter Handke hat den ja 2019 bekommen, die dritte Literaturnobelpreisträgerin die erwähnt wurde, ist wohl Elfriede Jelinek, die aber nicht zu sehen ist oder habe ich einen anderen vergessen?

Gert Jonke ist zu sehen und Felizitas Hoppe, die wie ich geschrieben sehe, das Pech hatte, übersehen zu werden, weil Hermann Nitsch beim Musikprogramm einen Skandal auslöste. Ernst Jandl und Friederike Mayröcker waren natürlich ebenfalls da. Peter Stamm und der “Büchner- Preisträger” Josef Winkler, Norbert Gstrein der vorletzte österreichische Buchpreisträger und und, eine Auswahl war ja schon bei der Onlineveranstaltung zu hören. Ruth Klüger hat einen Preis bekommen und die teilweise schon erwähnten “Rauriser Erregungen” gab es auch und dann natrlich auch das Theater, bei dem, glaube ich, “Sakkorrausch” von Elisabeth Reichart aufgeführt wurde.

Dann gehts zu den “Schulprojekten”, denn Lesungen und Schreibwerkstätten beziehungsweise Einbeziehung der Bevölkerung, was ich sehr gut finde, war immer ein Anliegen der Literaturtage.

Klaus Merz hat eine “Rausiser Notiz” geschrieben:

“Eine Sprache finden, Worte, die nicht über das Erzählte hinweg flutschen, sondern Reibung erzeugen, Wärme, Licht.”

Dann gehts zu Rauris von 2001 bis2019 gesehen oder fotgografiert von David Sailer.

“Spurensuche” hieß das Thema von 2001. Da sieht man Corinna Soria, deren Buch ich gelesen, weil bei den Büchertürmen der “Literatur im März” gefunden, habe.

“Facetten der Kriminalliteratur”und das finde ich sehr spannend, hieß das Thema von 2002, da sieht man Alfred Komarek, Petra Hammesfahr und natürlich Franz Schuh, der, glaube ich, dazu Essays und Rezensionen schreibt.

“Versuchte Nähe” 2003 mit Michael Krüger und Alfred Kollertisch. “Lieben und Leben” 2004, da hat Katja Oskamp mit ihrem “Halbschwimmer”, glaube ich, gewonnen, ein Buch wurde dort verkauft oder verschenkt und signiert und ich habe dann gefunden.

“Worte und Orte” 2005, da sieht man Herta Müller, die erst 2009 den “Nobelpreis”gewonnen hatund eineCollage von ihr.

2006 wardas Mozartjahr, da gab es natürlich eine Annäherung an den berühmten Komponisten. “Literatur und Wissenschaft” gab es 2007.

“Zwischen den Worten – zwischen den Welten” 2008, mit Bildern von Wladimir Kaminer von dem ich einiges gelesen hab und Ilija Trojanow.

“Lust.Spiel.Wut” 2009, da sieht man den verstorbenen Architekten und Wiener Gruppe Mitglied Friedrich Achleitner.

2010 gab dann as “40 Jahre-Festival” mit Wolf Haas, Antonio Fian und Peter Esterhazy.

“…und ich begehre nicht schuld daran zu sein” 2011, Dorothee Elminger, die Bachmanngewinnerin von 2010 und Michael Stavaric. Marlene Streeruwitz hat eine Schreibwerkstatt gehalten.

“Die Erfindung der Wahrheit” 2012, da sieht man die “Bachmann-Preisträgerin” Maja Haderlap am Podium.

“Lebens.Wege” 2013 mit Christoph W. Bauer in der Volksschule und Anna Weidenholzer von der ich viel gelesen habe.

“Kapital.Gesellschaft” 2014, Josef Winkler und Sabine Gruber, Tanja Maljartschuk, Fiston Mwanza Muljila und Angelika Reitzer.

Das berühmte Flüchtlingsjahr 2015 wo ich mit den Buchpreislesen angefangen habe, ist natürlichen den “Mehr-Sprachen ” gewidmet und man kann die Portraits von Jaroslav Rudis, Seher Cakir und György Dalos.

“Geschichte” wurde 2016 von Josef Haslinger, Hanna Sukare und Ludwig Laher erzöhlt.

“Körper.Sprache” war das Thema von 2017. Da kann man eine lachende Mercedes Spannagel sehen, deren Buch ich gelesen und sie auch bei mehreren Gelegentheiten, auch Online gehört habe.

“Frühe.jahre” wurden 2018 mit Raphaela Edelbauer, derBachmanngewinnerin und buchpreis shortliststehenden präsentiert.

“Auf.Brüche” war das Thema von 2019. Da sieht man Simone Lappert, die ich ja in Basel gesehen habe.

Freunde und Kooperationspartner der Literaturtage gibt es auch und dann dibts die “Dokumentation” mit den Llesungsprogrammen und den Literaturpreisträgern, beziehungsweise den Büchern, die dort entstanden, beziehungsweise präsentiert wurden.

Da findet man die “Klassenliebe” von Karin Struck, die “Schönen Tage ” von Franz Innerhofer, Peter Hensichs “Kleine Figur meines Vaters”, daß da schon veröffentlicht war. Thomas Hettches “Ludwig muß sterben”, Ruth Klüger “Weiter leben”. Felicitas Hoppes”Picknick der Friseure”, Peter Stamms “Agnes”, Julie Zehs “Adler und Engel”Corinna Sorias “Leben zwischen den Seiten”, Katja Oskamp “Halbschwimmer”, Thomas Klupps “Paradiso”, Dorothee Elmingers “Einladung an die Waghalsigen”, Maja Haderlaps “Engel des Vergessens”, Karen Köhlers Wir haben Raketen geangelt”,, Angela Lehners “Vater unser” um nur die zu erwähnen, die ich gelesen haben und natürlich Julyia Rabinowitsch “Spaltkopf” nicht vergessen, aber den habe ich nicht gelesen, nur viel davon gehört.

Das war der Rundgang durch die Festbroschüre um noch einmal an Rauris zu denken und ich wiederhole es, darauf zu wrten, wann ich mich ohne Paß, Test und Maske vielleicht doch einmal als sogenanntes literarisch interessiertes Publikum in den Vortragssaaal oder an den Wirtshaustisch setzen kann.

Fünfzig Jahre Podium

Die Zeitschrift “Podium”in der ich in den Achtziger-oder neunzigerjahren auch einige Texte hatte, gibt seit fünfzig Jahren.

1971 wurde der Lteraturkreis podium von Wilhelm Szabo, Ilse Tielsch, Alois Vogel und Alfred Geßwein gegründetund, es gibt die Zeitschrift, die Sommerlesereihe, die “Podium Portraits” und noch andere diverse Veranstaltungen, wie die “Lockstoffe”, bei denen ich auch einige Male war und so sollte das, wie Barbara Neuwirth heute im Literaturhaus erwähnte, mit einem großes Fest mit Musik und viel Publikum gefeiert werden.

Corona hat das, eh schon wissen, verhindert und so hat Barbara Neuwirth, die ich ja erst am Montag in der “Alte Schmiede” Ilse Tielsch gelesen hat und die offenbar im Vorstand ist, nur das zu diesem Anlaß erschienene Themenheft, das den Siebzigerjahren gewidmet ist, vorgestellt und drei Autoren eingeladen ihre diesbezüglichen Texte zu lesen.

Die erste war die 1983 in Wien geborene Historikerin Waltraud Schütz, die den Kampf einer unehlichen Mutter, um das Sorgerecht ihres Sohnes Moritz und den Ärger den sie mit dem Vormund hatte, schilderte. Ja in den Siebzigerjahren wurde das Familienrecht geändert und die freie Liebe, beziehungsweise das Recht auf Abtreibung wurde auch erkämpft und so hat die 1946 geborene Schauspielerin Hilde Berger, die zehn Tage geschildert, die sie 1976 in der Mühl-Kommune verbrachte und dann kam die Politik, denn die Siebzigerjahren, in denen ich ja studierte, waren sehr links, es gab auf den Unis maoistischeund marxistische Arbeitskreise, wie Barbara Neuwirth suffisant lächelnd erwähnte, die Alleinregierung Kreiskys, die die sozialen Reformen und die Gesetzesänderungen möglich machten und so kam ein politisch-satirischerText des 1955 geborene Lehrers und Kabaretisten Hannes Vogler, der seinen Text “So starb eine Partei nannte”. Aber diesen Roman hat ja schon Jura Soyfer in den dreißiger Jahren schreiben wollen und ich war ein bißchen erstaunt, daß Barbara Neuwirth die Siebzigerjahren mit diesen Themen und drei mir eigentlich unbekannten Autoren präsentiere. Texte von Manfred Chobot und Peter Paul Wiplinger, ebenfalls lange Mitglieder gibt es in dem Heft aber auch.

Kann ich mich ja an die Vierzigjahresfeier, wo es ein Fest und ein volles Haus mit den “Podiums-Mitgliedern” statt Maske und Desinfektionsmittel gegeben hat, erinnern bei dem ich, glaube ich, auch das damalige Themenheft nach Hause gebracht habe. Ein Buffet hat es wahrscheinlich auch gegeben.

Jetzt hat Barbara Zwiefelhofer nur auf das Heft, das man sich besorgen soll, hingewiesen und Barbara Neuwirth auf das nächste Jahr in dem das Fest nachgeholt werden soll.

Mal sehen, ich bin gespannt und habe auch gute Erinnerungen an den Literaturkreis, war bei vielen Veranstaltungen, habe auch einige Portrait-Heftchen gelesen und erst am letzten Samstag von Doris Kloimstein, die offenbar auch “Podium-Mitglied” ist, den heurigen Gedichtefolder, die die immer im März und ein Portrait für das sie das Vorwort geschrieben hat, überreicht bekommen.

Betriebsstörung des Gustav Ernst

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine Fanin des1944 geborenen Gustav Ernst, habe schon viel von ihm gelesen und habe ihn, als das noch möglich war, auch öfter im Literaturhaus oder bei anderen Veranstaltungen getroffen und mich dann mit ihm unterhalten. Ist er doch als realistischer Autor sozusagen für mich ein Vorbild und dann noch Drramatiker beziehungsweise Dialogeschreiber, ein Genre mit dem ich nicht so kann.

Er hat die “Leondinger Akademie” mit Karin Fleischanderl gegründet und gibt die Zeitschrift “Kolik”, hinaus, seit er das “Wespennest” verlassen hat, das er ja, glaube ich, auch mitbegründet hat und ist sehr affin imLliteraturbetrieb, juror beim”Priessnitzpreis”, Mitbegründer des “Hochschullehrgangs für Sprachkunst” und und und…

Ich bin das auch oder will das besser sein, habe jedenfalls schon sehr viel und sehr früh überden Literaturbetrieb geschrieben, als man mir noch allenhalben sagte, daß man das nicht kann oderdarf. Ich bin auch keine Krimischreiberin, weil ich Morde und Gewalt nicht beschreiben will, habe mich aber im “Tod eines Jurmitglieds” damit beschäftigt. Das war, glaube ich, in den Neunzigerjahren,wo ich nach dem Muster eines Allan Wilton- Hefterls, zwei Inspektoren und ein Kommissar und einer toten Literaturkritikerin einen Krimi, der keiner ist, geschrieben habe und den Kommissar eine Reihe von Autoren besuchen ließ, um den Mörder zu finden.

Dann wars kein Mord und den Krimi habe ich auch nirgends untergebracht, ist aber in den “Schreibweisen” erschienen und ich habe dann noch öfter über den Lteraturbetrieb geschrieben. Eigentlich sehr oft. In der “Dora Faust” und in der “Heimsuchung”, meinem ersten “Nanowrimo” auch. Da gehts dann schon, um das “Institut der Sprachkunst” und einige Autoren, die dort studieren.

Das Buch habe ich Gustav Ernst einma lmit dem “Wunderschönen Tintentraum” gegeben, weil ich auch einmal einen Textin den “Koliken” hatten, im “Wespennest” hatte ich mal einen und Gustav Ernst hat, glaube ich, auch über den Lliteraturbetrieb geschrieben. 2009 in “Helden der Kunst, Helden der Liebe” bei “Sonderzahl” erschienen. Da habe ich ihn nach den Vorbildern angesprochen. Worauf er, glaube ich, abwehrte und sagte es gäbe keine solchen, sondern nur Typen.

Bei meinem Krimi gab es die und Judith Gruber,der ich es zeigte, sagte mir, ja die “Gerstl” habe ich sofort erkannt und ich habe leider vergessen, wer das Vorbild war, das sie dafür gehalten hat? Jetzt sagte Gustav Ernst das, im Literaturhaus wieder,denn es ist ein neues Buch erschienen, das ein Krimi oder eine Satire auf den Literatubetrieb ist, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erklärte und ich dachte “Aha,interessant, es gib talso auch Leute, die etwas Ähnliches machen und Gustav Ernst erklärte, daß die Iidee von Karin Fleischanderl stammt. Die hat ihm einen Text gegeben und gesagt “Mach was draus!” und da hat er eine Satire auf den Literaturbetrieb geschrieben, die eigenlich kein oder schon ein Krimi ist, dennn da kennt er sich nichtso aus und ist auch kein Krrimischreiber, hat abe reinen Roman in Dialogform geschrieben und das ist sein Genre, da kennt er sich aus.

Es gibt sechs Personen, wie er im Gespräch mit Sebastian Fasthuber erklärte und beginnt, daß eine Nora Eschenbach, offenbar eine Lehrerin visavis dem Literaturhaus sitzt und da auf ihre Freundin Olga wartet, die war bei einer Lesungvon einem Philiph Semmelweiß, einem Bestsellerautor und dann kommt es zwischen den beiden Frauen auf ein Geschimpfe auf den Literaturbetrieb. Das ist offenbard auch Gustav Ernsts Spezialität und vorher gab es noch ein Gespräch, was gute Literatur sei?

Da gibt es auch schon Bücher darüber und ich bin ja eine, die sagt, daß ich nicht weiß, was das ist oder das eigentlich alles für mich eine solche sei? Gustav Ernst ist da offenbar anderer Meinungund meint, es gibt soviele schlechte Bücherund die beiden Frauen meinen das offenbar auch. Dann gibt es noch eine dritte Frau, eine Literaturkritikerin, die ermordet wird und drei Männer, zwei Autoren und einen Kritiker, glaube ich, der eine ist der Bestsellerautor, der andere heißt Joachim Trotta und hat sich vor seinem Fenster eine Mauer bauen lassen, worauf er einen Monolog gegen die Natur hält und die letzte Lesestelle war dann noch eine Beschimpfungsorgie, wo sich die beiden Autoren gegenseitig beschimpfen.

Also sehr viel Geschimpfe, weil es keine gute Literatur und nur schlechte Autoren gibt. Jeder ist schlechter, als der andere und nur man selber gut und spannend ist auch, daß Gustav Ernst andeutet, daß der Mörder für alle überraschen war.

Vielleicht wurde die Kritikerin auch von einem Ast, wie weiland Ödön von Horvath erschlagen, könnte ich unken, wird aber nicht so sein und ich füge an, daß ich auch keinen Krimi schreiben kann und bezüglich des Literaturbetriebs wahrscheinlich durch mein Bloggen viel milder bin, als ich das früher war, auf das Buch aber sehr neugierig bin. Vielleicht kommt es einmal zu mir und dann kann ich es ja mit meinen Literaturbetriebssatiren vergleichen und über der Präsentation dieser Literaturbetriebssatire hätte ich fas taufden zweiten “Dichterloh-Abend” vergessen, den ich mir eigentlichsehen wollte, aber der Literaturbetrieb geht bei mir vor der Lyrik und Gustav Ernst vielleicht auch und da kann ich noch anfügen, daß er im letzten “Falter” ein Portrait hat, wo er beschreibt wie er das Covidjahr überlebte.